[0001] Die Erfindung betrifft einen Doppelsiebformer einer Maschine zur Herstellung einer
Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, aus mindestens einer Faserstoffsuspension,
mit zwei umlaufenden endlosen Sieben, die zumindest streckenweise miteinander eine
einen keilförmigen Einlaufspalt aufweisende Doppelsiebzone bilden, wobei in der Doppelsiebzone
das erste Sieb über mehrere Leisten läuft, die mit gegenseitigem Abstand starr an
einem vorzugsweise bewegbaren Entwässerungskasten angeordnet sind, dessen erste Leiste
eine Skimmerleiste und ein Teil einer einen vorzugsweise einstellbaren Skimmerkanal
aufweisenden Skimmereinrichtung ist, und wobei in der Doppelsiebzone das zweite Sieb
über mehrere Leisten läuft, die vorzugsweise gegenseitig der Leisten des vorzugsweise
bewegbaren Entwässerungskastens angeordnet sind, die mittels nachgiebiger Elemente
abgestützt sind und die mit einer wählbaren Kraft gegen das zweite Sieb andrückbar
sind.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Blattbildungssystem einer Maschine zur Herstellung
einer vorzugsweise mehrlagigen Faserstoffbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn,
aus mindestens einer Faserstoffsuspension gemäß dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs
8 und ein Verfahren zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier-
oder Kartonbahn, aus mindestens einer Faserstoffsuspension in einem Doppelsiebformer
gemäß dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 9.
[0004] Dieser Formertyp weist bei bestimmten Betriebsbedingungen, insbesondere bei Maschinengeschwindigkeiten
größer 1.200 m/min, insbesondere größer 1.400 m/min, die negative Eigenschaft auf,
dass schwerwiegende Störungen in der Blattbildung, insbesondere auf der Oberseite
der zu bildenden Faserstoffbahn, zu Tage kommen können. Ein Beispiel für derartige
Störungen sind helle Flecken.
[0005] Es ist zwar schon versucht worden, diese Störungen durch ein Verändern des Eintritts,
insbesondere der Eintrittsbedingungen und der Eintrittsgeometrien, der Faserstoffsuspension
in die Doppelsiebzone im Bereich des Einlaufspalts zu beheben, die Wirkung dieser
Maßnahme war jedoch unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise bei einer zu
hohen Turbulenz am ersten Sieb, mehr als unbefriedigend.
[0006] Es ist also Aufgabe der Erfindung, einen Doppelsiebformer, ein Blattbildungssystem
und ein Verfahren der eingangs genannten Arten derart zu verbessern, dass Störungen
insbesondere während des initialen Blattbildungsprozesses selbst unter schwierigen
Bedingungen größtmöglich wirksam vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Doppelsiebformer der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass der Skimmerleiste in Sieblaufrichtung des ersten Siebs eine vorzugsweise
positionierbare und eine Einlaufleiste für den Skimmerkanal bildende Vorskimmerleiste
vorgeordnet ist, die das erste Sieb auf einer Länge von mindestens 5 mm berührt und
die derart angeordnet ist, dass das von dem ersten Sieb mitgeführte Siebwasser störungsfrei
über die Vorskimmerleiste mitgeführt werden kann. Der Begriff "störungsfrei" bedeutet
hierbei, dass das Siebwasser ungehindert, das heißt ohne Rückströmungen von dem ersten
Sieb mitgeführt werden kann.
[0008] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird hiermit vollständig gelöst.
[0009] Durch das Vorsehen der erfindungsgemäßen Vorskimmerleiste wird ein Abschaben der
innenseitig an dem ersten Sieb herrschenden Grenzluftschicht bewirkt. Diese abgeschabte
Grenzluftschicht kann somit keinen negativen Einfluss mehr auf den initialen Blattbildungsprozess
der herzustellenden Faserstoffbahn ausüben, so dass beispielsweise helle Flecken nicht
entstehen. Allgemein lassen sich Störungen insbesondere während des initialen Blattbildungsprozesses
selbst unter schwierigen Bedingungen, insbesondere auch bei höheren Maschinengeschwindigkeiten
größtmöglich wirksam vermeiden, die Qualität der herzustellenden Faserstoffbahn lässt
sich also merklich verbessern.
[0010] In einer ersten bevorzugten und erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist der Sieblauf
des ersten Siebs zwischen der Vorskimmerleiste und der Skimmerleiste mittel- oder
unmittelbar mittels wenigstens einer vorzugsweise steuer-/regelbaren Saugeinrichtung
besaugbar. Die außenseitig am ersten Sieb anliegende Grenzluftschicht wird infolge
der dargelegten Besaugung des ersten Siebs durch dasselbige entfernt. Sie kann also
im Bereich des Einlaufspalts nicht in die Faserstoffsuspension eindringen, was letztlich
wiederum zu einer verbesserten Qualität der herzustellenden Faserstoffbahn führt.
Auch ist ein Betrieb des Doppelsiebformers selbst bei hoher Turbulenz der Faserstoffsuspension
im Bereich seiner Vorentwässerungsstrecke und besonders vor dem Eintauchen möglich.
Die Saugeinrichtung kann dabei einen Unterdruck im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa
bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugen.
[0011] Von besonderem Vorteil ist es, wenn der Sieblauf des ersten Siebs zwischen der Vorskimmerleiste
und der Skimmerleiste mittelbar über den Skimmerkanal mittels wenigstens einer vorzugsweise
steuer-/regelbaren Saugeinrichtung besaugbar ist. Diese Art der Besaugung garantiert
unter anderem einen reibungslosen Betrieb des Doppelsiebformers, wobei zudem noch
ein Höchstmaß an Flexibilität hinsichtlich der Betriebsparameter gegeben ist.
[0012] Damit die Faserstoffsuspension unter möglichst vielen, vorzugsweise allen Betriebsbedingungen
knapp nach der Vorskimmerleiste reibungslos durch das erste Sieb hindurch treten kann,
ist die Vorskimmerleiste mittels wenigstens einer Positioniereinrichtung zumindest
in einer Richtung, vorzugsweise in Sieblaufrichtung des ersten Siebs, positionierbar.
Die Geometrie des Skimmerkanals kann hierbei beispielsweise die leichte Weite des
Steigkanals des Skimmerkanals sein, die durch ein Positionieren der Vorskimmerleiste
mit einhergehender Änderung des Skimmerkanals einstellbar ist.
[0013] Im Hinblick auf eine ausreichende Besaugungslänge des ersten Siebs wird vorgeschlagen,
dass die Vorskimmerleiste von der Skimmerleiste einen Abstand entlang des Sieblaufs
des ersten Siebs bevorzugt im Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise von 150 bis
250 mm, aufweist. Der genannte Abstand zwischen den beiden Leisten ist ausreichend,
um die außenseitig am ersten Sieb anliegende Grenzluftschicht wirksam und vollständig
zu entfernen.
[0014] Zwischen der Vorskimmerleiste und der Skimmerleiste im anfänglichen Bereich des Skimmerkanals
ist bevorzugt mindestens ein vorzugsweise maschinenbreites Leitblech derart angeordnet,
dass ein Teil des Strahls getrennt und in den Skimmerkanal abgelenkt wird. Die Ablenkung
des Strahls sollte dabei lediglich flach erfolgen.
[0015] Das Leitblech ist bevorzugt mittig oder annähernd mittig im anfänglichen Bereich
des Skimmerkanals angeordnet, um eine möglichst große Menge des Strahls in den vorderen
Teil des Skimmerkanals zu lenken. Zudem weist es je nach Einbausituation eine zumindest
einfach, vorzugsweise mehrfach gewinkelte Blechkontur auf. Befestigt ist das Leitblech
bevorzugt an der Vorskimmerleiste mittels mehrerer und in mindestens einer, vorzugsweise
in mehreren quer zur Sieblaufrichtung verlaufenden Reihen angeordneter Verbindungselemente.
Die Verbindungselemente können beispielsweise handelsübliche Schrauben sein.
[0016] Damit der Verschleiß an dem ersten Sieb und etwaig entstehende Reibungswärme möglichst
gering gehalten werden können, kann zumindest der das erste Sieb berührende Teil der
Vorskimmerleiste einen keramischen Werkstoff aufweisen.
[0017] Das erfindungsgemäße Blattbildungssystem einer Maschine zur Herstellung einer vorzugsweise
mehrlagigen Faserstoffbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, aus mindestens einer
Faserstoffsuspension, mit mindestens einem Stoffauflauf, der eine Stoffauflaufdüse
aufweist, und mit mindestens einem dem Stoffauflauf nachgeordneten Doppelsiebformer
zeichnet sich dadurch aus, dass in der Stoffauflaufdüse vorzugsweise mindestens eine
Lamelle zwecks Beeinflussung und Verbesserung der Strahlqualität angeordnet ist und
dass der Doppelsiebformer gemäß der Erfindung ausgebildet ist.
[0018] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass durch das Vorsehen einer der Skimmerleiste in Sieblaufrichtung
des ersten Siebs vorgeordneten, vorzugsweise positionierbaren und eine Einlaufleiste
für den Skimmerkanal bildenden Vorskimmerleiste einem oberseitigen Eindringen von
Luft in die Doppelsiebzone wirksam entgegen gewirkt wird, wobei das erste Sieb auf
einer Länge von mindestens 5 mm von der Skimmerleiste berührt wird und wobei die Vorskimmerleiste
derart angeordnet wird, dass das von dem ersten Sieb mitgeführte störungsfrei über
die Vorskimmerleiste mitgeführt werden kann. Der Begriff "störungsfrei" bedeutet hierbei,
dass das Siebwasser ungehindert, das heißt ohne Rückströmungen durch das erste Sieb
mitgeführt werden kann.
[0019] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird hiermit wiederum vollständig gelöst und es ergeben
sich die bereits angeführten Vorteile der Erfindung.
[0020] In einer ersten bevorzugten und erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird der Sieblauf
des ersten Siebs zwischen der Vorskimmerleiste und der Skimmerleiste mittel- oder
unmittelbar mittels wenigstens einer vorzugsweise steuer-/regelbaren Saugeinrichtung
besaugt. Die außenseitig am ersten Sieb anliegende Grenzluftschicht wird infolge der
dargelegten Besaugung des ersten Siebs durch dasselbige entfernt. Sie kann also im
Bereich des Einlaufspalts nicht in die Faserstoffsuspension eindringen, was letztlich
wiederum zu einer verbesserten Qualität der herzustellenden Faserstoffbahn führt.
Auch ist ein Betrieb des Doppelsiebformers selbst bei hoher Turbulenz der Faserstoffsuspension
im Bereich seiner Vorentwässerungsstrecke und besonders vor dem Eintauchen möglich.
Die Saugeinrichtung kann dabei einen Unterdruck im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa
bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugen.
[0021] Von einem besonderen Vorteil ist es, wenn der Sieblauf des ersten Siebs zwischen
der Vorskimmerleiste und der Skimmerleiste mittelbar über den Skimmerkanal mittels
wenigstens einer vorzugsweise steuer-/regelbaren Saugeinrichtung besaugt wird. Diese
Art der Besaugung garantiert unter anderem einen reibungslosen Betrieb des Doppelsiebformers,
wobei zudem noch ein Höchstmaß an Flexibilität hinsichtlich der Betriebsparameter
geben ist.
[0022] Damit die Eintauchtiefe der Vorskimmerleiste in den Sieblauf des ersten Siebs und
somit die Geometrie des Skimmerkanals eingestellt werden kann, wird sie bevorzugt
mittels wenigstens einer Positioniereinrichtung zumindest in einer Richtung, vorzugsweise
in Sieblaufrichtung des ersten Siebs, positioniert. Die Geometrie des Skimmerkanals
kann hierbei beispielsweise die leichte Weite des Steigkanals des Skimmerkanals sein,
die durch ein Positionieren der Vorskimmerleiste mit einhergehender Änderung des Skimmerkanals
einstellbar ist.
[0023] Im Hinblick auf eine ausreichende Besaugungslänge des ersten Siebs wird vorgeschlagen,
dass die Vorskimmerleiste von der Skimmerleiste in einem Abstand entlang des Sieblaufs
des ersten Siebs bevorzugt im Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise von 150 bis
250 mm, angeordnet wird. Der genannte Abstand zwischen den beiden Leisten ist ausreichend,
um die außenseitig am ersten Sieb anliegende Grenzluftschicht wirksam und vollständig
zu entfernen.
[0024] Zwischen der Vorskimmerleiste und der Skimmerleiste im anfänglichen Bereich des Skimmerkanals
wird bevorzugt mindestens ein vorzugsweise maschinenbreites Leitblech derart angeordnet,
dass ein Teil des Strahls getrennt und in den Skimmerkanal abgelenkt wird. Die Ablenkung
des Strahls sollte dabei lediglich flach erfolgen.
[0025] Das Leitblech wird bevorzugt mittig oder annähernd mittig im anfänglichen Bereich
des Skimmerkanals angeordnet, um eine möglichst große Menge des Strahls in den vorderen
Teil des Skimmerkanals zu lenken.
[0026] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnung.
[0027] Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische und geschnittene Seitenansicht eines Anfangsbereichs eines Doppelsiebformers
gemäß dem Stand der Technik;
- Figur 2
- eine schematische und geschnittene Seitenansicht eines Anfangsbereichs eines Doppelsiebformers
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 3
- eine Detailansicht A der Figur 2; und
- Figur 4
- eine schematische und geschnittene Darstellung eines Blattbildungssystems mit einem
Stoffauflauf und einem erfindungsgemäßen Doppelsiebformer.
[0028] Die Figur 1 zeigt eine schematische und geschnittene Seitenansicht eines Anfangsbereichs
eines Doppelsiebformers 1.
[0029] Der Doppelsiebformer 1 ist ein Teil einer nicht weiters dargestellten Maschine zur
Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, aus
mindestens einer Faserstoffsuspension 2.
[0030] Er umfasst zwei umlaufende endlose Siebe, ein erstes Sieb 3, welches auch als Obersieb
bezeichnet wird, und ein zweites Sieb 4, welches auch als Untersieb oder Tragsieb
bezeichnet wird. Die Siebe 3, 4 bilden zumindest streckenweise miteinander eine Doppelsiebzone
5, die einen keilförmigen Einlaufspalt 6 für die Faserstoffsuspension 2 aufweist.
Die nicht dargestellte Einbringung der Faserstoffsuspension 2 erfolgt gemäß der Darstellung
in Figur 3 mittels mindestens eines bekannten Stoffauflaufs 30, dessen Stoffauflaufdüse
31 überdies mit mindestens einer Lamelle 32 zwecks Beeinflussung und Verbesserung
der Strahlqualität versehen sein kann. Selbstverständlich kann in der Stoffauflaufdüse
31 des Stoffauflaufs 30 auch keine Lamelle angeordnet sein.
[0031] In der Doppelsiebzone 5 läuft das erste, über eine Einlaufwalze 7 geführte Sieb 3
über mehrere Leisten 8, die mit gegenseitigem Abstand A
8 starr an einem Entwässerungskasten 9 angeordnet sind. Dabei können die Leisten 8
unterschiedliche Dimensionen aufweisen, die gegenseitigen Abstände A
8 können zumindest teilweise unterschiedliche Werte annehmen und der Entwässerungskasten
9 kann insbesondere als ein dem Fachmann bekannter Obersiebsaugkasten ausgeführt sein.
Die Leisten 8 können überdies - quer zur Sieblaufrichtung S (Pfeil) gesehen - entlang
einer geraden, gekrümmten oder geraden und gekrümmten Linie angeordnet sein, wobei
im Falle einer Krümmung der Krümmungsradius bevorzugt im Bereich von 1 bis 15 m, vorzugsweise
von 2 bis 10 m, liegt.
[0032] Die in Sieblaufrichtung S (Pfeil) erste Leiste des Entwässerungskastens 9 ist eine
Skimmerleiste 8.1 und ein Teil einer einen vorzugsweise einstellbaren Skimmerkanal
12 aufweisenden Skimmereinrichtung 10. Die mögliche Einstellung des Skimmerkanals
12 kann beispielsweise durch eine Änderung des Kanalquerschnitts erfolgen, wobei die
Änderung des Kanalquerschnitts in bekannter Weise wiederum durch Einsetzen eines Füllstücks
mit geänderter Kontur, eine wirksame Volumenänderung eines pneumatischen Einsatzes
oder dergleichen erfolgen kann.
[0033] Weiterhin ist der Entwässerungskasten 9 zur Einstellung der Penetrationstiefe h1
über die Höhenrichtung H (Doppelpfeil) bewegbar gelagert, wie dies beispielsweise
in der deutschen Offenlegungsschrift
DE 40 05 420 A1 dargelegt ist. Mit einer möglichen Bewegung des Entwässerungskastens 9 werden auch
die an ihm starr angeordneten Leisten 8 vektoriell identisch bewegt, wobei die Bewegung
zumindest eine lineare und/oder rotatorische Bewegungskomponente aufweisen kann. Zudem
ist auch eine kombinierte Bewegung, vorzugsweise aus einer Bewegung in Höhenrichtung
und in Sieblaufrichtung S (Pfeil), möglich.
[0034] Weiterhin läuft in der Doppelsiebzone 5 das zweite Sieb 4 über mehrere durch Pfeile
angedeutete bewegliche Leisten 12, die gegenseitig der Leisten 8 des Entwässerungskastens
9 auf einem Mittel 13 angeordnet sind. Das Mittel 13 kann beispielsweise eine Trägerkonstruktion
oder ähnliches sein. Die Leisten 12 sind mittels nachgiebiger Elemente 14 im Bezug
zum Mittel 13 beweglich abgestützt und mit einer wählbaren Kraft K
14 (Pfeil) flexibel gegen das zweite Sieb 4 andrückbar und somit entsprechend auch positionierbar.
Die nachgiebigen Elemente 14 können in bekannter Weise Federn, pneumatische Druckkissen
oder dergleichen sein.
[0035] Die auf dem zweiten Sieb 4 aufliegende und eine Faserstoffsuspensionshöhe H
0 aufweisende Faserstoffsuspension 2 schneidet im Bereich des Einlaufspalts 6 der Doppelsiebzone
5 an einer einstellbaren Einschneidestelle E in das erste Sieb 3 unter einem vorzugsweise
einstellbaren Einschneidewinkel α ein.
[0036] Die Doppelsiebzone 5 weist im Bereich des Entwässerungskastens 9 eine Penetrationstiefe
h
1 auf, so dass im Verlauf des Einlaufspalts 6 eine Reduzierung der Faserstoffsuspensionshöhe
um den Wert h
Δ vollzogen wird. Die Reduzierung der effektiven Faserstoffsuspensionshöhe wird im
Wesentlichen durch die Position der ersten Leiste 8.1 des Entwässerungskastens 9 in
der Höhenrichtung H (Doppelpfeil) und der nachgiebigen Elemente 14 bewirkt.
[0037] Der in der Figur 1 zumindest teilweise gezeigte Doppelsiebformer 1 weist bei bestimmten
Betriebsbedingungen, insbesondere bei Maschinengeschwindigkeiten größer 1.200 m/min,
insbesondere größer 1.400 m/min, die negative Eigenschaft auf, dass schwerwiegende
Störungen in der Blattbildung, insbesondere auf der Oberseite der zu bildenden Faserstoffbahn,
zu Tage kommen können. Ein Beispiel für derartige Störungen sind helle Flecken.
[0038] Die Figur 2 zeigt eine schematische und geschnittene Seitenansicht eines Anfangsbereichs
eines Doppelsiebformers 1 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Da diese Ausführungsform
eine Weiterbildung des in der Figur 1 dargestellten Doppelsiebformers 1 darstellt,
wird hinsichtlich dessen allgemeiner Beschreibung auf die Beschreibung des Doppelsiebformers
1 der Figur 1 verwiesen.
[0039] In dieser Ausführungsform ist nun der ersten Leiste 8.1 des Entwässerungskastens
9, also der Skimmerleiste 8.1, in Sieblaufrichtung S (Pfeil) des ersten, über eine
Einlaufwalze 7 geführten Siebs 3 eine vorzugsweise positionierbare und eine Einlaufleiste
16 für den Skimmerkanal 12 bildende Vorskimmerleiste 15 vorgeordnet. Die Positionierung
der Vorskimmerleiste 15 erfolgt bevorzugt mittels einer lediglich schematisch angedeuteten
Positioniereinrichtung 17, die beispielsweise eine elektromechanische, eine pneumatische
und/oder eine hydraulische Verstelleinrichtung umfassen kann.
[0040] Die Vorskimmerleiste 15 berührt das erste Sieb 3 auf einer Länge LB von mindestens
5 mm und ist derart angeordnet, dass das von dem ersten Sieb 3 mitgeführte Siebwasser
18 (Pfeildarstellung) störungsfrei über die Vorskimmerleiste 15 mitgeführt werden
kann. Der Begriff "störungsfrei" bedeutet hierbei, dass das Siebwasser ungehindert,
das heißt ohne Rückströmungen durch das erste Sieb mitgeführt werden kann.
[0041] Weiterhin ist der Sieblauf 19 des ersten Siebs 3 zwischen der Vorskimmerleiste 15
und der Skimmerleiste 8.1 mittel- oder unmittelbar mittels wenigstens einer vorzugsweise
steuer-/regelbaren Saugeinrichtung 20 besaugbar. Die lediglich schematisch angedeutete
und in vorliegender Ausführungsform dem Skimmerkanal 12 entspringende Saugeinrichtung
20 kann beispielsweise eine Unterdruckquelle 21, insbesondere eine Unterdruckpumpe
sein, die von einem vorzugsweise steuer-/regelbaren Elektromotor 22 beaufschlagt ist.
Die vorzugsweise steuer-/regelbare Saugeinrichtung 20 kann selbstverständlich jedem
Bereich der Skimmereinrichtung 11 entspringen. Die Saugeinrichtung 20 kann dabei einen
Unterdruck p
U im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugen.
[0042] Wie bereits ausgeführt, ist die Vorskimmerleiste 15 mittels der wenigstens einen
Positioniereinrichtung 17 zumindest in einer Richtung V (Doppelpfeil), vorzugsweise
in Sieblaufrichtung des ersten Siebs 3, positionierbar.
[0043] Ferner weist die Vorskimmerleiste 15 von der Skimmerleiste 8.1 einen Abstand L
A entlang des Sieblaufs 19 des ersten Siebs 3 im Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise
von 150 bis 250 mm, auf.
[0044] Zwischen der Vorskimmerleiste 15 und der Skimmerleiste 8.1 ist im anfänglichen Bereich
des Skimmerkanals 12 ein vorzugsweise maschinenbreites Leitblech 24 derart angeordnet,
dass ein Teil des Strahls getrennt und in den Skimmerkanal 12 abgelenkt wird. Das
Leitblech 24 ist hierzu mittig oder annähernd mittig im anfänglichen Bereich des Skimmerkanals
12 angeordnet, um eine möglichst große Menge des Strahls in den vorderen Teil des
Skimmerkanals 12 zu lenken. Zudem weist es je nach Einbausituation eine zumindest
einfach, vorzugsweise mehrfach gewinkelte Blechkontur 25 auf. Befestigt ist das Leitblech
24 bevorzugt an der Vorskimmerleiste 15 mittels mehrerer und in mindestens einer,
vorzugsweise in mehreren quer zur Sieblaufrichtung S (Pfeil) verlaufenden Reihen angeordneter
Verbindungselemente 26. Die Verbindungselemente können beispielsweise handelsübliche
Schrauben sein.
[0045] Damit der Verschleiß an dem ersten Sieb 3 und etwaig entstehende Reibungswärmen möglichst
gering gehalten werden können, weist zumindest der das erste Sieb 3 berührende Teil
27 der Vorskimmerleiste 15 einen keramischen Werkstoff 28 auf.
[0046] Die Figur 3 zeigt nunmehr eine Detailansicht A der Figur 2, wobei die auf dem zweiten
Sieb 4 aufliegende und eine Faserstoffsuspensionshöhe H
0 aufweisende Faserstoffsuspension 2 im Bereich des Einlaufspalts 6 der Doppelsiebzone
5 an einer einstellbaren Einschneidestelle E in das erste Sieb 3 unter einem vorzugsweise
einstellbaren Einschneidewinkel α einschneidet.
[0047] Wie bereits ausgeführt, ist die Vorskimmerleiste 15 mittels der wenigstens einen
Positioniereinrichtung 17 zumindest in einer Richtung V (Doppelpfeil), vorzugsweise
in Sieblaufrichtung des ersten Siebs 3, positionierbar. Dadurch ergibt sich eine effektive
Siebumlenkung von +/- 0,5° in einem möglichen Bereich von 0,3 bis 3° Siebumlenkung.
Zudem führt eine Verschiebung der Vorskimmerleiste 15 zu einer Veränderung der Geometrie
des Skimmerkanals 12. Die in Sieblaufrichtung S (Pfeil) vordere Wand 23 der Skimmereinrichtung
11 weist zumindest im unteren Bereich 23.1 eine ausreichende Flexibilität auf, um
die Positionierung der Vorskimmerleiste 15 in ausreichendem Maße zu erlauben (vgl.
Figur 2).
[0048] Ferner weist die Vorskimmerleiste 15 von der Skimmerleiste 8.1 einen Abstand L
A entlang des Sieblaufs 19 des ersten, über eine Einlaufwalze 7 geführten Siebs 3 im
Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise von 150 bis 250 mm, auf.
[0049] Je nach Eintauchtiefe B der Skimmerleiste 8.1 und der Faserstoffsuspensionshöhe H
0 ergibt sich ein unterschiedlicher Abstand C zwischen der Ablaufkante der Vorskimmerleiste
15 und der Einschneidestelle E. Die Eintauchtiefe B entspricht der Reduzierung der
Faserstoffsuspensionshöhe um den Wert h
Δ.
[0050] Die Figur 4 zeigt eine schematische und geschnittene Darstellung eines Blattbildungssystems
29, welches einen Stoffauflauf 30 und einen Doppelsiebformer 1 aufweist.
[0051] Der dem Fachmann bekannte und gegebenenfalls mit einer bekannten Verdünnungswasserregelung
versehene Stoffauflauf 30 umfasst eine Stoffauflaufdüse 31, in der mindestens eine
Lamelle 32 zwecks Beeinflussung und Verbesserung der Strahlqualität angeordnet ist.
Selbstverständlich kann in der Stoffauflaufdüse 31 des Stoffauflaufs 30 auch keine
Lamelle angeordnet sein.
[0052] Der Doppelsiebformer 1 hingegen weist anfangsseitig eine Brustwalze 33 auf, über
die das zweite Sieb 4 geführt ist. Anschließend nimmt das zweite Sieb 4 die von dem
Stoffauflauf 30 abgegebene Faserstoffsuspension 2 oberseitig auf. Unterseitig ist
in diesem Bereich des zweiten Siebs 4 ein lediglich angedeuteter Siebtisch 34 angeordnet,
dessen vorzugsweise keramischer Belag jedoch vorzugsweise mit Öffnungen, insbesondere
Schlitzen oder Löchern, versehen ist. Dadurch wird eine Verbesserung der Strahlauftreffbedingungen
erreicht.
[0053] Weiterhin ist der ersten Leiste 8.1 des Entwässerungskastens 9 des Doppelsiebformers
1, also der Skimmerleiste 8.1, in Sieblaufrichtung S (Pfeil) des ersten Siebs 3 eine
vorzugsweise positionierbare und eine Einlaufleiste 16 für den Skimmerkanal 12 bildende
Vorskimmerleiste 15 vorgeordnet. Die Vorskimmerleiste 15 ist entsprechend der in der
Figur 2 dargestellten und beschriebenen Vorskimmerleiste 15 ausgeführt.
[0054] Sowohl der erfindungsgemäße Doppelsiebformer 1 als auch das erfindungsgemäße Blattbildungssystem
29 eignen sich in hervorragender Weise zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
aus mindestens einer Faserstoffsuspension.
[0055] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Erfindung ein Doppelsiebformer,
ein Blattbildungssystem und ein Verfahren der eingangs genannten Arten geschaffen
werden, die Störungen insbesondere während des initialen Blattbildungsprozesses im
Bereich der Einschneidestelle selbst unter schwierigen Bedingungen größtmöglich wirksam
vermeiden.
Bezugszeichenliste
[0056]
- 1
- Doppelsiebformer
- 2
- Faserstoffsuspension
- 3
- Erstes Sieb
- 4
- Zweites Sieb
- 5
- Doppelsiebzone
- 6
- Einlaufspalt
- 7
- Einlaufwalze
- 8
- Leiste
- 8.1
- Erste Leiste (Skimmerleiste)
- 9
- Entwässerungskasten
- 10
- Leiste
- 11
- Skimmereinrichtung
- 12
- Skimmerkanal
- 13
- Mittel
- 14
- Nachgiebiges Element
- 15
- Vorskimmerleiste
- 16
- Einlaufleiste
- 17
- Positioniereinrichtung
- 18
- Siebwasser (Pfeildarstellung)
- 19
- Sieblauf
- 20
- Saugeinrichtung
- 21
- Unterdruckquelle
- 22
- Elektromotor
- 23
- Vordere Wand
- 23.1
- Unterer Bereich
- 24
- Leitblech
- 25
- Blechkontur
- 26
- Verbindungselement
- 27
- Berührender Teil
- 28
- Keramischer Werkstoff
- 29
- Blattbildungssystem
- 30
- Stoffauflauf
- 31
- Stoffauflaufdüse
- 32
- Lamelle
- 33
- Brustwalze
- 34
- Siebtisch
- A
- Detailansicht
- A8
- Gegenseitiger Abstand
- B
- Eintauchtiefe
- C
- Abstand
- E
- Einschneidestelle
- H
- Höhenrichtung (Doppelpfeil)
- hΔ
- Faserstoffsuspensionshöhendifferenz
- H0
- Faserstoffsuspensionshöhe
- K14
- Kraft (Pfeil)
- LA
- Abstand
- LB
- Länge
- pu
- Unterdruck
- S
- Sieblaufrichtung (Pfeil)
- V
- Richtung (Doppelpfeil)
- α
- Einschneidewinkel
1. Doppelsiebformer (1) einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, aus mindestens einer Faserstoffsuspension (2), mit
zwei umlaufenden endlosen Sieben (3, 4), die zumindest streckenweise miteinander eine
einen keilförmigen Einlaufspalt (6) aufweisende Doppelsiebzone (5) bilden, wobei in
der Doppelsiebzone (5) das erste Sieb (3) über mehrere Leisten (8) läuft, die mit
gegenseitigem Abstand (A8) starr an einem vorzugsweise bewegbaren Entwässerungskasten
(9) angeordnet sind, dessen erste Leiste (8) eine Skimmerleiste (8.1) und ein Teil
einer einen vorzugsweise einstellbaren Skimmerkanal (12) aufweisenden Skimmereinrichtung
(11) ist, und wobei in der Doppelsiebzone (5) das zweite Sieb (4) über mehrere Leisten
(10) läuft, die vorzugsweise gegenseitig der Leisten (8) des vorzugsweise bewegbaren
Entwässerungskastens (9) angeordnet sind, die mittels nachgiebiger Elemente (14) abgestützt
sind und die mit einer wählbaren Kraft (K14) gegen das zweite Sieb (4) andrückbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Skimmerleiste (8.1) in Sieblaufrichtung (S) des ersten Siebs (3) eine vorzugsweise
positionierbare und eine Einlaufleiste (16) für den Skimmerkanal (12) bildende Vorskimmerleiste
(15) vorgeordnet ist, die das erste Sieb (3) auf einer Länge (LB) von mindestens 5
mm berührt und die derart angeordnet ist, dass das von dem ersten Sieb (3) mitgeführte
Siebwasser (18) störungsfrei über die Vorskimmerleiste (15) mitgeführt werden kann.
2. Doppelsiebformer (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sieblauf (19) des ersten Siebs (3) zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der
Skimmerleiste (8.1) mittel- oder unmittelbar mittels wenigstens einer vorzugsweise
steuer-/regelbaren Saugeinrichtung (20) besaugbar ist, wobei die Saugeinrichtung (20)
einen Unterdruck (pU) im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugt.
3. Doppelsiebformer (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sieblauf (19) des ersten Siebs (3) zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der
Skimmerleiste (8.1) mittelbar über den Skimmerkanal (12) mittels wenigstens einer
vorzugsweise steuer-/regelbaren Saugeinrichtung (20) besaugbar ist, wobei die Saugeinrichtung
(20) einen Unterdruck (pU) im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugt.
4. Doppelsiebformer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorskimmerleiste (15) mittels wenigstens einer Positioniereinrichtung (17) zumindest
in einer Richtung (V), vorzugsweise in Sieblaufrichtung des ersten Siebs, (3) positionierbar
ist.
5. Doppelsiebformer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorskimmerleiste (15) von der Skimmerleiste (8.1) einen Abstand (LA) entlang des Sieblaufs (19) des ersten Siebs (3) im Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise
von 150 bis 250 mm, aufweist.
6. Doppelsiebformer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der Skimmerleiste (8.1) im anfänglichen Bereich
des Skimmerkanals (12) mindestens ein vorzugsweise maschinenbreites Leitblech (24)
derart angeordnet ist, dass ein Teil des Strahls getrennt und in den Skimmerkanal
(12) abgelenkt wird.
7. Doppelsiebformer (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Leitblech (24) mittig oder annähernd mittig im anfänglichen Bereich des Skimmerkanals
(12) angeordnet ist, um eine möglichst große Menge des Strahls in den vorderen Teil
des Skimmerkanals (12) zu lenken.
8. Blattbildungssystem (29) einer Maschine zur Herstellung einer vorzugsweise mehrlagigen
Faserstoffbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, aus mindestens einer Faserstoffsuspension
(2), mit mindestens einem Stoffauflauf (30), der eine Stoffauflaufdüse (31) aufweist,
und mit mindestens einem dem Stoffauflauf (30) nachgeordneten Doppelsiebformer (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Stoffauflaufdüse (31) des Stoffauflaufs (39) vorzugsweise mindestens eine
Lamelle (32) zwecks Beeinflussung und Verbesserung der Strahlqualität angeordnet ist
und
dass der Doppelsiebformer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.
9. Verfahren zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
aus mindestens einer Faserstoffsuspension (2) in einem Doppelsiebformer (1), mit einer
einen keilförmigen Einlaufspalt (6) aufweisenden Doppelsiebzone (5), die von zwei
umlaufenden endlosen Sieben (3, 4) zumindest streckenweise gebildet wird, von denen
das erste, über eine vorzugsweise positionierbare Einlaufwalze (7) geführte Sieb (3)
in der Doppelsiebzone (5) über mehrere mit gegenseitigem Abstand (A8) starr an einem
vorzugsweise bewegbaren Entwässerungskasten (9) angeordnete Leisten (8) geführt wird,
wobei die erste Leiste (8) eine Skimmerleiste (8.1) und ein Teil einer einen vorzugsweise
einstellbaren Skimmerkanal (12) aufweisenden Skimmereinrichtung (11) ist, und von
denen das zweite Sieb (4) in der Doppelsiebzone (5) über mehrere und vorzugsweise
gegenseitig der Leisten (8) des vorzugsweise bewegbaren Entwässerungskastens (9) angeordnete
Leisten (10) geführt wird, die mittels nachgiebiger Elemente (14) abgestützt werden
und die mit einer wählbaren Kraft (K14) gegen das zweite Sieb (4) angedrückt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Vorsehen einer der Skimmerleiste (8.1) in Sieblaufrichtung (S) des ersten
Siebs (3) vorgeordneten, vorzugsweise positionierbaren und eine Einlaufleiste (16)
für den Skimmerkanal (12) bildenden Vorskimmerleiste (15) einem oberseitigen Eindringen
von Luft in die Doppelsiebzone (5) wirksam entgegen gewirkt wird, wobei das erste
Sieb (3) auf einer Länge (LB) von mindestens 5 mm von der Skimmerleiste (8.1) berührt
wird und wobei die Vorskimmerleiste (15) derart angeordnet wird, dass das von dem
ersten Sieb (3) mitgeführte Siebwasser (18) störungsfrei über die Vorskimmerleiste
(15) mitgeführt werden kann.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sieblauf (19) des ersten Siebs (3) zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der
Skimmerleiste (8.1) mittel- oder unmittelbar mittels wenigstens einer vorzugsweise
steuer-/regelbaren Saugeinrichtung (20) besaugt wird, wobei die Saugeinrichtung (20)
einen Unterdruck (pU) im Bereich von 0,5 kPa bis 10 kPa bar, vorzugsweise im Bereich von 3 kPa, erzeugt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sieblauf (19) des ersten Siebs (3) zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der
Skimmerleiste (8.1) mittelbar über den Skimmerkanal (12) mittels wenigstens einer
vorzugsweise steuer-/regelbaren Saugeinrichtung (20) besaugt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorskimmerleiste (15) mittels wenigstens einer Positioniereinrichtung (17) zumindest
in einer Richtung (V), vorzugsweise in Sieblaufrichtung des ersten Siebs (3), positioniert
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorskimmerleiste (15) von der Skimmerleiste (8.1) in einem Abstand (LA) entlang des Sieblaufs (19) des ersten Siebs (3) im Bereich von 100 bis 500 mm, vorzugsweise
von 150 bis 250 mm, angeordnet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Vorskimmerleiste (15) und der Skimmerleiste (8.1) im anfänglichen Bereich
des Skimmerkanals (12) mindestens ein vorzugsweise maschinenbreites Leitblech (24)
derart angeordnet wird, dass ein Teil des Strahls getrennt und in den Skimmerkanal
(12) abgelenkt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Leitblech (24) mittig oder annähernd mittig im anfänglichen Bereich des Skimmerkanals
(12) angeordnet wird, um eine möglichst große Menge des Strahls in den vorderen Teil
des Skimmerkanals (12) zu lenken.