[0001] Die Erfindung betrifft eine Überstromschutzeinrichtung für den Einsatz in Überspannungsschutzgeräten
mit zusätzlichem mechanischen Auslöser, bevorzugt als Schlagbolzen ausgeführt, gemäß
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Überspannungsschutzgeräte werden in elektrischen und informationstechnischen Netzen
zum Schutz der Anlagen, Verbrauchern und Endgeräten eingesetzt.
[0003] Derartige Überspannungsschutzgeräte begrenzen insbesondere bei transienten Überspannungsereignissen,
z.B. Blitzereignissen, die Spannung auf unkritische Werte.
[0004] Die Begrenzung erfolgt bei Überspannungsereignissen durch die Ableitung von Impulsströmen
im Querpfad und damit im allgemeinen parallel zu den Verbraucheranschlüssen.
[0005] Als Überspannungsschutzelemente werden unter anderem Funkenstrecken, Varistoren,
Suppressordioden, Gasableiter, Kapazitäten und nichtlineare Widerstände sowie deren
Kombinationen eingesetzt.
[0006] Die vorstehend erwähnten Elemente besitzen im Allgemeinen ein nichtlineares Ansprechverhalten
bzw. eine nichtlineare Kennlinie.
[0007] Bei häufigem Ansprechen dieser Elemente bzw. bei Überlast in Folge von zu hohen bzw.
zu lange andauernden Überspannungen oder Strömen kann es zur allmählichen Alterung
oder zur Zerstörung der Überspannungsschutzgeräte kommen.
[0008] Bei der üblicherweise gestaffelten Anordnung von Überspannungsableitern mit unterschiedlicher
Leistungsfähigkeit und/oder unterschiedlichem Überspannungsschutzpegel kann infolge
der Alterung oder auch infolge von Änderungen der Anlage die Überlastgefahr selbst
bei ursprünglich richtiger Dimensionierung und Koordination der Überspannungsableiter
steigen.
[0009] Eine Überlastung derartiger koordinierter Geräte, häufig mit unterschiedlichen Wirkprinzipien,
kann zu ungewollten und teilweise die gesamte Anlage gefährdenden Schäden führen.
[0010] Die Ursachen für eine Überlastung sind hierbei vielfältig und spezifisch für das
jeweilige Schutzgerät.
[0011] Bei einem beispielhaft erwähnten Varistor können bei allmählicher Alterung durch
sehr kleine Leckströme über einen längeren Zeitraum Zerstörungen auftreten. Als Schutz
gegen derartige Belastungen werden daher in vielen Fällen thermische Abtrennvorrichtungen
eingesetzt.
[0012] Mittels thermischer Abtrennvorrichtungen kann innerhalb ihres Schaltvermögens bei
kleinen Leckströmen im Bereich von mA bis einigen A und im Niederspannungsbereich
des Varistors üblicherweise ein ausreichender Schutz realisiert werden.
[0013] Wird der Varistor mit Impulsströmen oberhalb seines Leistungsvermögens oder mit extrem
hohen Strom- und Spannungssteilheiten belastet, kann der Varistor durch- oder überschlagen
werden.
Bei der Belastung mit lang andauernden transienten bzw. netzfrequenten Überspannungen
kann es hingegen zum thermischen Durchlegierung oder zum Durchschlagen des Varistors
nach einem Zeitverlauf von einigen zehn ms kommen.
[0014] Letztgenannte Fehler können durch bekannte thermische Abtrennvorrichtungen nicht
beherrscht werden, da deren Ansprechzeit im Regelfall mehrere Sekunden beträgt.
[0015] Aus vorstehend genanntem Grund ist es daher üblich, Varistoren in Reihenschaltung
mit einer konventionellen elektrischen Schmelzsicherung oder Schaltgeräten zu betreiben.
[0016] Die Hersteller von Varistorscheiben geben für einen ausreichenden Schutz häufig den
maximalen Nennstromwert derartiger Vorsicherungen an. Übliche Schmelzsicherungen sprechen
bei Impulsstrombelastung im Allgemeinen bereits deutlich unterhalb ihres theoretischen
adiabatischen Schmelzintegralwerts an.
[0017] Bei kurzen, aber hohen Impulsströmen, mit denen die Varistoren belastet werden, liegt
jedoch die Belastungsgrenze der Varistoren bereits deutlich über dem theoretischen
Wert der Sicherungen und somit weit über den praktischen Maximalwerten dieser.
[0018] Dies bedeutet, Impulswerte, welche die Varistoren problemlos mehrfach ableiten, können
bereits bei einmaliger Belastung zur Zerstörung der Sicherung führen, die zum Schutz
der Varistorscheibe nach deren Herstellerangeben maximal zulässig ist.
[0019] Um das Leistungsvermögen der Varistorscheibe möglichst einfach auszunutzen, werden
von Herstellern von Überspannungsschutzgeräten daher häufig größere Sicherungen empfohlen.
Dies kann jedoch im Fehlerfall aufgrund der höheren I
2t-Belastung, welche infolge der zu späten Auslösung auftritt, zu erheblichen Schäden
an den Geräten führen.
[0020] Neben der Schutzfunktion des Überspannungsschutzelements wird das Ansprechen der
Sicherung häufig als Anzeigekriterium für die Überlastung und die Abtrennung des Überspannungsschutzelements
genutzt.
[0021] Hierzu wird die Stromunterbrechung bzw. der erhöhte Spannungsabfall über der Sicherung
ausgewertet.
Neben der optischen Anzeige wird das elektrische Signal auch für akustische Anzeigen
oder das Öffnen und Schließen von Schaltern zur Fernmeldung verwendet. Die Nutzung
der elektrischen Energie zur Signalabgabe besitzt jedoch mehrere Nachteile. Viele
Anzeigen benötigen Energie und verursachen ungewollte Leckströme. Die Abschaltung
bei Stoßstrombelastungen von Sicherungen ist häufig undefiniert und ungewollt.
Der Schmelzleiter von Sicherungen kann nach der Impulsbelastung verschiedenste Schäden
aufweisen, welche von der Auftrennung von einzelnen parallelen Engstellen bis hin
zur gesamten Zerstörung des Schmelzleiters führen können, ohne dass eine an sich gewünschte
hochohmige Unterbrechung eintritt.
[0022] Aufgrund vorstehender Erläuterungen sind Ströme im mA- oder auch im A-Bereich noch
möglich, ohne dass die Anzeigefunktion den Defekt des Geräts anzeigt. Dies kann bei
einem erneuten Überspannungsereignis trotz Kontrolle der Anlage zu erheblichen Schäden
führen.
[0023] Die Ursache für das geschilderte Verhalten liegt in der unterschiedlichen Funktionsweise
der Sicherung bei netzfrequenten Fehlerströmen im Längszweig und bei Impulsströmen
im Querzweig.
[0024] Bei einer netzfrequenten Stromüberhöhung im Längszweig, welche zum Ansprechen der
Sicherung führt, stellt die Schmelzleiterunterbrechung die einigste Unterbrechungsstelle
dar und die Spannungsfestigkeit der ausgelösten Sicherung muss höher sein als die
Netzspannung.
Dies führt zu einer hochohmigen und recht langen Trennstrecke innerhalb der Sicherung.
[0025] Im Querzweig hingegen wird die Netzspannungsfestigkeit im Allgemeinen durch das Überspannungsschutzgerät,
selbst noch bei mäßigen Überlasten, übernommen. Das heißt, die Sicherung wird selbst
nach ihrem Ansprechen nicht zwangsweise mit der Netzspannung belastet. Dies führt
mitunter zu einer undefinierten Trennstrecke innerhalb der Sicherung.
[0026] Andererseits führen Impulsströme häufig zu einer erheblichen mechanischen Belastung
des Schmelzleiters und zu einer stark unterschiedlichen Stromverteilung in den üblicherweise
parallelen Engstellen des Schmelzleiters. Hierdurch kommt es häufig zur partiellen
Zerstörung des Schmelzleiters. Reicht der Energieinhalt des Impulses gerade noch aus,
um den Schmelzleiter durchgängig in allen Engstellenbereichen zu schmelzen, so führt
dies nicht zwangsweise zu einer hochohmigen Trennstelle. Die geschmolzenen Schmelzleiteireste
und der umgebende Füllstoff führen häufig zu einer noch leitfähigen Verbindung mit
einem Widerstand von einigen wenigen kOhm. Dies kann durchaus zu einer falschen Anzeige
einer herkömmlichen, auf elektrischer Energie basierenden Einrichtung führen. Neben
einer Fehlanzeige des Ableiterzustands kann dies bei erneuter Impulsbelastung zur
Zerstörung des Überspannungsableiters und/oder der Sicherung führen. Darüber hinaus
ist der Verbraucher aufgrund eines defekten Überspannungsschutzes gefährdet. Die Gefährdung
des Verbrauchers ist insbesondere in den Fällen stark erhöht, in denen so genannte
Kombiableiter eingesetzt werden. Bei diesen Geräten wird der Überspannungsschutz häufig
nur in einem Gerät realisiert, d.h. die sonst übliche Staffelung von unterschiedlich
leistungsfähigen Überspannungsableitern mit unterschiedlichen Schutzpegeln und gleichzeitig
redundanter Wirkung entfällt.
[0027] Die
DE 199 14 313 A1 zeigt die Absicherung einer so genannten Zündhilfe einer Funkenstrecke. Hierbei werden
Schmelzsicherungen bzw. reversible Sicherungen eingesetzt. Das Schmelzen der Sicherung
wird unter Zuhilfenahme elektronischer Schaltungen zur optischen, akustischen und/oder
elektronischen Anzeige genutzt. Nach dem Ansprechen der Sicherung soll die Funkenstrecke
ohne Zündhilfe eine redundante Schutzfunktion mit einem erhöhten Schutzpegel ausüben
können. Die Ableitung einer Anzeigefunktion aus dem Abschaltverhalten von Sicherungen
ist darüber hinaus aus der
EP 1 345247, der
DE 38 31 935, der
DE 197 51 470 oder beispielsweise der
DE 32 28 471 vorbekannt.
[0028] Die
US-PS 6,157,529 offenbart die Unterbrechung eines Stromkreises mit Hilfe der Abschaltung einer Sicherung
und einer Haltespule eines Schalters.
[0029] Zündhilfen, wie in der
DE 199 14 313 A1 beschrieben, werden auch bei Kombiableitern eingesetzt. Bei diesen Ableitern kann
die Zündhilfe selbst als eigenständiges Überspannungsschutzgerät ausgeführt werden,
welches erst bei der Gefahr der eigenen Überlastung über eine Triggerfunktion das
Kurzschlusselement, im allgemeinen eine Funkenstrecke, aktiviert. Ein Kombiableiter
ist beispielsweise in der
DE 198 38 776 C2 offenbart.
[0030] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Überstromschutzeinrichtung
für den Einsatz in Überspannungsschutzgeräten mit zusätzlichem mechanischen Auslöser,
bevorzugt als Schlagbolzen ausgeführt, anzugeben, welche eine hohe alterungsstabile
Impulsstromtragfähigkeit, eine mechanische Anzeigefunktion bzw. Unterstützung einer
derartigen Anzeige- und Signalfunktion sowie ein hohes Schaltvermögen aufweist.
[0031] Darüber hinaus soll die anzugebende Überstromschutzeinrichtung über eine geringe
Baugröße verfügen, montagefreundlich sein sowie eine hohe Peakstromfestigkeit und
eine hohe Schaltspannung besitzen.
[0032] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch eine Überstromschutzeinrichtung
gemäß der Merkmalskombination nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens
zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen darstellen.
[0033] Erfindungsgemäß ist demnach eine Kombination von Funktionseinheiten vorgesehen. Diese
Kombination umfasst eine für Impulsströme geeignete Schmelzsicherung mit parallel
geschalteter Indikatorsicherung, welche eine Schlagbolzenfunktion übernimmt. Der Schlagbolzen
kann zur mechanischen Auslösung einer optischen und/oder elektrischen Anzeige dienen.
Der Schlagbolzen und die Signalfunktion können potentialfrei oder potentialbehaftet
ausgeführt werden.
[0034] Die Impulsstrombelastbarkeit der eigentlichen Sicherung wird nahe am theoretischen,
d.h. dem materialspezifischen Schmelzintegralwert (I
2t-Wert) des Schmelzleiters herangeführt. Hierdurch kann eine ansonsten übliche Überdimensionierung
der Sicherung vermieden werden. Dies ist beim Stand der Technik notwendig, da die
üblichen Schmelzleiter aufgrund der dynamischen Stromkräfte, der unsymmetrischen Stromverteilung
und der Alterung bei Impulsströmen bereits deutlich unterhalb des theoretischen I
2t-Wertes überlastet werden. Ursache hierfür ist die Geometrie der Schmelzleiter, die
Art der Kontaktierung der Schmelzleiter, die Stromführung zum und im Schmelzleiter,
die Schmelzleiterfixierung und Zusatzstoffe, welche eine Alterung bzw. vorzeitige
Überlastung bewirken.
[0035] Die mit der Erfindung geschaffene kleine Bauform liegt im Bereich üblicher Geräteschutzsichemngen
von im wesentlichen 5x20 mm. Derartig kleine Einrichtungen können in besonders einfacher
Weise auf einer Leiterplatte, auch als SMD-Bauteil befestigt werden.
[0036] Erfindungsgemäß besteht die Möglichkeit, die vorgestellte Überstromschutzeinrichtung
für den Triggerkreis von Kombiableitern einzusetzen
[0037] Die Überstromschutzeinrichtung umfasst eine erste Funktionseinheit, die den mechanischen
Auslöser enthält. Diese erste Funktionseinheit weist ein erstes Schmelzelement auf.
[0038] Eine zweite Funktionseinheit ist als eigentlicher Überlastschutz ausgeführt und besitzt
ein zweites Schmelzelement.
[0039] Jede der Funktionseinheiten ist in einem Gehäuse angeordnet, wobei am jeweiligen
Gehäuse seitliche, gegenüberliegende Abschlusskappen befindlich sind und die Schmelzleiter
jeweils im Gehäuseinneren angeordnet sind und an den Abschlusskappen elektrisch angeschlossen
werden.
[0040] Die erste und die zweite Funktionseinheit sind elektrisch parallel geschaltet. Diese
Parallelschaltung liegt mit dem Überspannungsschutzgerät in Reihe.
[0041] Die Funktionseinheiten bilden einen gemeinsamen mechanischen Verbund, wobei jedes
Gehäuse von einem separaten oder beide Gehäuse von einem gemeinsamen elastischen Mantel
umgeben sind.
[0042] Die Abschlusskappen jeder Seite der jeweiligen Funktionseinheit gehen elektrisch
und mechanisch verbunden in einen Anschlussfortsatz über, welcher die bereits erwähnte
Leiterplattenmontage der Gesamteimichtung ermöglicht bzw. erleichtert.
[0043] An einer Abschlusskappe der ersten Funktionseinheit ist eine Kammer zur Aufnahme
eines federvorgespannten Schlagbolzens angeordnet, wobei der Schlagbolzen vom ersten
Schmelzelement in seiner Ruhestellung gehalten wird. Mit dem Aufschmelzen des ersten
Schmelzelements gelangt die Federvorspannkraft zur Wirkung und der Schlagbolzen bewegt
sich in seine maximal erreichbare Endposition.
[0044] Das erste Schmelzelement besteht aus einem Draht, welcher eine hohe Zugfestigkeit
und einen I
2t-Wert besitzt, welcher deutlich niedriger als derjenige des Materials des zweiten
Schmelzelements ist.
[0045] Das Gehäuse der ersten Funktionseinheit bildet einen Lichtbogenschaltraum, welcher
aus einem rohrförmigen Körper besteht, dem sich seitlich ein Hohlraum anschließt,
welcher die Kammer zur Aufnahme des Schlagbolzens bildet.
[0046] Zwischen dem Lichtbogenschaltraum und dem Hohlraum ist ein oder sind mehrere isolierende
Plättchen angeordnet, durch welches bzw. welche das erste Schmelzelement hindurchgeführt
ist.
[0047] Der Lichtbogenschaltraum ist mit einem Löschmittel gefüllt.
[0048] Der Hohlraum mit dem Schlagbolzen wird von einer Stülpkappe begrenzt, wobei die vom
Lichtbogenbrennraum abgewandte Seite der Stülpkappe einen Anschlag für die Schlagplatte
des Schlagbolzens und damit eine Wegebegrenzung bildet.
[0049] Die Schlagplatte selbst kann von einer Isolierkappe umgeben werden.
[0050] Die Schlagplatte ist auch als Schlagdorn oder Schlagstift ausgeführt, wobei der Verschiebeweg
durch einen Anschlag und eine Ausnehmung innerhalb einer Haubenkappe begrenzbar ist.
[0051] Das erste Schmelzelement kann aus einem zusammengesetzten Material bestehen und mindestens
eine Engstelle und/oder einen Abschnitt mit unterschiedlicher Impedanz oder unterschiedlichem
Widerstand besitzen.
[0052] Die zweite Funktionseinheit weist ein hohlzylindrisches Gehäuse mit seitlichen Abschlusskappen
auf, wobei das zweite Schmelzelement als Band, Draht oder in Hohlzylinderform von
Kappe zu Kappe geführt ist.
[0053] Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass auch das Gehäuse der ersten Funktionseinheit
die Form eines Rohrs oder eines Hohlzylinders besitzen kann.
[0054] Das Draht- oder hohlzylindrische Schmelzelement der zweiten Funktionseinheit ist
durch Kraft- und/oder Formschluss mit den Innenseiten oder mit entsprechenden Durchbrüchen
in oder an den Kappen verbunden.
[0055] Der Hohlzylinder des zweiten Schmelzelements kann definierte Engstellen und/oder
Verjüngungen aufweisen.
[0056] Auch das Gehäuse der zweiten Funktionseinheit weist eine Füllung auf. Diese Füllung
kann aus einem hochverdichtbaren Schüttmaterial bestehen oder aber auch kompressible
Materialien enthalten.
[0057] Bei der Ausführungsform des zweiten Schmelzelements als Band besteht dieses Band
aus Flachdraht mit einem Verhältnis Breite zu Dicke kleiner 4:1.
[0058] Das zweite Schmelzelement kann von im Gehäuse befindlichen Führungsstegen, Führungsringen
oder dergleichen Mitteln gehalten werden.
[0059] Sowohl die erste als auch die zweite Funktionseinheit können von einem gemeinsamen
Außengehäuse umgeben sein oder in einem solchen Gehäuse angeordnet werden.
[0060] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0062] Fig. 1 eine prinzipielle Darstellung der elektrischen Anordnung der Überstromschutzeinrichtung;
[0063] Fig. 2 eine Seitenansicht auf eine Ausführungsvariante der Überstromschutzeinrichtung
in elektrischer und geometrischer Parallelschaltung;
[0064] Fig. 3 eine Schnittdarstellung durch eine bevorzugte Ausführungsform der ersten Funktionseinheit;
[0065] Fig. 4a bis 4c weitere Ausführungsformen der Funktionseinheit mit Varianten der Schlagbolzengestaltung;
[0066] Fig. 5 Varianten zur Veränderung der Schmelzleiterimpedanz der ersten Funktionseinheit;
[0067] Fig. 6 die Anordnung eines Widerstandsmaterials im Lichtbogenschaltraum der ersten
Funktionseinheit;
[0068] Fig. 7 den prinzipiellen Aufbau der zweiten Funktionseinheit mit Sichenungsband oder
Sicherungsdraht;
[0069] Fig. 8 eine Schnittdarstellung der Ausführungsform ähnlich der Fig. 7, jedoch mit
Führungsstegen;
[0070] Fig. 9 eine Schnittdarstellung einer Kombination der beiden Funktionseinheiten mit
erkennbarem Innenaufbau;
[0071] Fig. 10 eine weitere Variante der Kombination der Funktionseinheiten mit geänderter
interner Stromführung zwischen erster und zweiter Funktionseinheit;
[0072] Fig. 11 und 12 alternative Anordnungen zur Befestigung der Funktionseinheiten und
[0073] Fig. 13 Schnittansicht der Möglichkeit der Ausführung der ersten Funktionseinheit,
welche separat von der zweiten Funktionseinheit wie beispielsweise nach den Fig. 11
oder 12 auf einer Leiterplatte in elektrischer Parallelschaltung, jedoch nicht im
geometrischen Verbund angeordnet sein kann.
[0074] Fig. 1 zeigt eine prinzipielle Darstellung der Erfindung. Das erfindungsgemäße Gerät
A besteht aus zwei Funktionseinheiten. Eine Funktionseinheit A1 übernimmt den Überlastschutz
für das Überspannungselement B und bildet die eigentliche Überstromschutzeinrichtung.
Eine weitere Funktionseinheit A2 realisiert nach dem Ansprechen der Funktionseinheit
A1 die mechanische Anzeige- und Signalfunktion mit Hilfe eines bevorzugt eingesetzten
Schlagbolzens.
[0075] Die vorgestellte Überstromschutzeinrichtung für Überspannungsschutzgeräte besteht
bevorzugt aus einem elektrisch sowie geometrisch, d.h. räumlich parallel angeordneten
festen Verbund von zwei Funktionseinheiten 1 und 2.
[0076] Die elektrische Kontaktierung erfolgt bevorzugt gemeinsam über Leiterplattenkontaktierbare
Anschlüsse 6, welche gleichzeitig zur mechanischen Fügung der parallelen Funktionseinheiten
1 und 2 dienen können.
[0077] Die in der Fig. 2 gezeigten Anschlüsse 6 können eine Verjüngung besitzen, wodurch
die Position des Schlagbolzens bezogen auf die Platine (nicht gezeigt) eindeutig definierbar
ist.
[0078] Durch die Verbindung der beiden Funktionseinheiten 1; 2 wird eine montagefreundliche
Lösung geschaffen und gleichzeitig der Anspruch an eine geringe Baugröße unterstützt.
Wie aus der Fig. 2 ersichtlich, befinden sich die Funktionseinheiten 1 und 2 übereinander.
[0079] Bei entsprechender Abwinklung der Anschlüsse 6 können die beiden verbundenen Funktionseinheiten
auch eine zur nicht dargestellten Leiterplatte parallele Lage oder eine beliebige
Winkellage einnehmen.
[0080] Jede Funktionseinheit 1; 2 wird von einem elastischen Mantel 4 umfangsseitig sowie
von gemeinsamen seitlichen Anschlusskappen 3 umhüllt bzw. umgeben und ist dadurch
mechanisch stabilisiert und fixiert.
[0081] Der elastische Mantel 4 kann in einer einfachen Form als Schlauch bzw. Schrumpfschlauch
mit oder ohne Gewebeelementen, aber auch als zweites Rohr, z.B. aus einem elastischen
Kunststoffmaterial ausgeführt sein.
[0082] Vorstehend genannte Maßnahmen und die Fixierung auf der Leiterplatte führen zu einer
Erhöhung des Schaltvermögens der Funktionseinheiten.
[0083] Die erste Funktionseinheit 1 realisiert die gewünschte mechanische Anzeigefunktion
mittels eines Schlagbolzens oder einer Schlagbolzenplatte 5 sowie die Erzeugung einer
hohen Schaltspannung.
[0084] Die zweite Funktionseinheit 2 übernimmt die weiteren, bereits erwähnten Aufgaben.
[0085] Durch die zweckmäßige Trennung in Funktionseinheiten kann trotz geringer Abmessungen
bei einem hohen I
2t-Wert der Einheit ein hohes Schaltvermögen und eine funktionssichere Schlagbolzenauslösung
realisiert werden.
[0086] Die erste Funktionseinheit 1 beinhaltet einen Mechanismus zur Auslösung des Schlagbolzens.
[0087] Durch den Schlagbolzen kann in einer Entfernung bis maximal der Hälfte der Gesamtlänge
der Funktionseinheit eine definierte Kraft auf ein Auslösesystem oder eine Anzeigeeinrichtung
ausgeübt werden.
[0088] Die Höhe der übertragbaren Kraft kann von ca. 1 N bis mehreren 10 N in einem definierten
Abstand variabel eingestellt und vorgegeben werden.
[0089] In einer bevorzugten Ausführungsform werden hierfür vorgespannte Druckfedern eingesetzt.
Selbstverständlich kann der Schlagbolzen selbst als optische Anzeige in analoger Weise
zu einem einfachen üblichen Kennmelder genutzt werden.
[0090] Alternativ zur vorerwähnten Feder können auch Gasgeneratoren oder Zündladungen für
die Schlagbolzenfunktion vorgesehen sein.
[0091] Bei der Verwendung einer Feder wird die notwendige hohe und alterungsstabile Vorspannung
mit Draht realisiert, welcher über eine hohe Zugfestigkeit verfügt. Der I
2t-Wert des Drahtes wird so abgestimmt, dass dieser deutlich kleiner als der I
2t-Wert der zweiten Funktionseinheit ist. Bevorzugt wird ein Wert kleiner 1%. Der Meterwiderstand
des Drahtes ist hingegen deutlich höher als der in der zweiten Funktionseinheit. Bevorzugt
werden größere Verhältnisse als 1:100 angewendet. Zudem kann der Draht auf einen Träger
gewickelt sein, um eine zusätzliche Impedanz aufzuweisen.
[0092] Durch die vorstehend genannte Abstimmung wird erreicht, dass der Draht der ersten
Funktionseinheit bei Impulsbelastung nahezu unbelastet bleibt. Im Fehlerfall, also
der Unterbrechung der Stromführung in der zweiten Funktionseinheit, wird auch der
Schmelzleiter nahezu verzugsfrei durch einen Strom unterbrochen, welcher bei einem
Vielfachen seiner Stromtragfähigkeit liegt. Dies ist auch bei Fehlern infolge von
netzfrequenten Strömen der Fall. Bevorzugt werden Überlastfaktoren von ca. 20 bis
1000. Diese Faktoren garantieren eine adiabatische Erwärmung des Drahtes und einen
so genannten Streifenzerfall des Schmelzleiters.
Dieser Streifenzerfall führt zu einer hohen Schaltspannung. Die Höhe dieser Spannung
kann durch die geometrische Gestaltung und die Materialwahl des Drahtes beeinflusst
werden. Die Höhe der Schaltspannung wird auch durch den Fehlerfall und die Impedanzverhältnisse
des Fehterstromkreises bestimmt.
Bei Triggerhilfen, welche häufig einen Impulsübertrager beinhalten, kann die erzeugte
Lichtbogenspannung aufgrund der Erhöhung der Induktivität des Stromkreises erhöht
werden.
[0093] Bei geeigneter Abstimmung können somit selbst bei geringen Abmessungen der Funktionseinheiten
Schaltspannungen von einigen 100 V bis zu mehreren kV erzeugt werden. Diese Spannungen
sind im Regelfall ausreichend, um insbesondere Funkenstrecken mit Gleitentladungsstrecken
zu zünden.
[0094] Fig. 3 zeigt einen bevorzugten Aufbau der ersten Funktionseinheit.
[0095] In dieser Darstellung ist nicht die elastische Umhüllung 4 und auch nicht die Ausbildung
der gemeinsamen Kappen 3 gezeigt. Die Funktionseinheit 1 besteht aus einem Lichtbogenschaltraum
17 und einem Hohlraum 16, welcher zur Aufnahme des Schlagbolzens 5 dient. Der Lichtbogenschaltraum
17 und der Hohlraum 16 liegen auf einer gemeinsamen Achse nebeneinander.
[0096] Der Lichtbogenschaltraum 17 wird durch ein festes Rohr 7, z.B. aus Keramik, und die
Kappen 8 und 9 begrenzt. Der im Inneren angeordnete Schmelzleiter 11 wird durch den
Lichtbogenschaltraum 17 und den Hohlraum 16 zum Schlagbolzen 5 geführt.
Hierfür ist in der Kappe 9 eine Bohrung vorgesehen.
Zur besseren Abschottung des Lichtbogenschaltraums 17 sind eine oder zwei isolierende
Plättchen 10 vorgesehen. Die Plättchen 10 werden bevorzugt aus einem elastischen und
lichtbogenbeständigen Isolationsmaterial gefertigt. Dies erlaubt ein leichtes Durchstechen
des Materials und ein enges Anschmiegen an den Schmelzleiter 11, wodurch ein unerwünschter
Spalt zwischen Plättchen und Schmelzleiter vermieden werden kann.
[0097] Der Lichtbogenschaltraum kann mit einem Löschmittel 15, z.B. aus Quarzsandmaterial
gefüllt werden.
[0098] Der Hohlraum 16 befindet sich umschlossen von einer speziellen Anschlusskappe 9.
Der Schlagbolzen 5 besitzt einen äußeren Schirm, welcher eine größere Abmessung als
der Hohlraum 16 besitzt. Der Schlagbolzen 5 weist auch eine Bohrung auf, durch welche
der Schmelzleiter 11 geführt und befestigbar ist. Im Hohlraum 16 befindet sich eine
vorgespannte Feder 12, welche zur Ausführung der Schlagbolzenfunktion dient.
[0099] Die Fig. 4a bis 4c zeigen alternative Gestaltungsvarianten der Schlagbolzenausführung.
[0100] Gemäß Fig. 4a befindet sich der komplette Schlagbolzen im Hohlraum der Kappe 9.
[0101] Gemäß Fig. 4b ist ein z.B. elektrisch leitender Schlagbolzen durch eine zusätzliche
Kappe 13 aus Isolationsmaterial abgedeckt. Dadurch wird die Kontaktgabe des Schlagbolzens
potentialfrei ausgeführt und die Kappe 13 dient als zusätzlicher Schutz gegen austretende
Gase oder Verschmutzungen.
[0102] Die Ausführung des Schlagbolzens nach Fig. 4c ist auch ohne äußeren Anschlag unverlierbar.
[0103] Der Hubweg und die Endkraft des Schlagbolzens sind durch den Anschlag an dem Rand
der Haubenkappe 21 definiert.
[0104] Bei diese Ausführungsform ist es sehr einfach möglich, zusätzlich zur Federkraft
auch den im Schaltraum entstehenden Druck unterstützend zu nutzen. Hierzu kann auf
das Plättchen 10 vor dem Hohlraum der Kappe 9 verzichtet werden. Die Abdichtung zur
Vermeidung des Ausblasens von Plasma wird durch die Gestaltung des Schlagbolzens gemäß
Fig. 4c selbst realisiert. Eine solche Gestaltungsvariante ist auch zur Realisierung
eines pyrotechnischen Schlagbolzens geeignet.
[0105] Besondere Bedeutung ist den isolierenden Plättchen 10 zugewiesen. Diese Plättchen
10 dienen der Abdichtung des Schaltraums, wodurch ein Austritt von ionisiertem Plasma
verhindert wird. Dieses Plasma würde im Gegensatz zu dem nicht ausblasenden Verhalten
der Ableiter stehen und bei den engen Raumverhältnissen eine Gefährdung bedeuten.
[0106] Das isolierte Plättchen 10 verhindert im übrigen ein stabiles Fußen des Schaltlichtbogens
an der entgegengesetzten Anschlusskappe, wodurch die Schaltleistung und somit die
Belastung der ersten Einheit reduziert wird.
[0107] Anstelle der Plättchen 10 können auch massive Isoliermaterialien verwendet werden.
Ebenso kann die gesamte Durchführung aus einem Isolationsmaterial bestehen. In diesem
Fall erfolgt die Stromführung über die vordere Hohlzylinderkappe und den Schlagbolzen
zum Draht.
[0108] Ist nur der Innenbereich der Durchführung aus einem Isolationsmaterial gefertigt,
kann die Stromführung über die Feder zum Draht erfolgen, wenn der Federdurchmesser
größer als der isolierte Bereich ist.
[0109] Es können auch weitere Varianten der Drahtdurchführung für die Befestigung des Schlagbolzens
genutzt werden. Ebenso können für den Draht als Schmelzleiter zusammengesetzte Drahtmaterialien
Anwendung finden.
[0110] Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform mit einem mehrfach zusammengesetzten Schmelzleiter.
Diese Gestaltungsvariante besitzt den Vorteil, dass der Schmelzleiter nur im Bereich
der Engstelle verdampft. Damit kann der Lichtbogenbereich optimal innerhalb der Lichtbogenlöschkammer
positioniert werden und es ist die Gefahr des Ausblasens von Plasma reduziert.
[0111] Gemäß der Darstellung nach Fig. 5 ist zusätzlich zur Schmelzleiterimpedanz eine weitere
Impedanz geschaltet, und zwar beispielsweise in Form eines Widerstands 22. Diese Gestaltungsvariante
besitzt den Vorteil, dass der Strom bis und auch nach dem Schmelzen des Schmelzleiters
begrenzbar ist. Hieraus folgt ein positives Schaltvermögen.
[0112] Gemäß der Darstellung nach Fig. 6 wird ein Widerstandsmaterial 20 in den Lichtbogenschaltraum
eingebracht, an dem der eigentliche Schmelzleiter kontaktiert wird. Alternativ zur
Einbringung von Widerständen bzw. Widerstandsmaterialien können auch sonstige Impedanzen
eingesetzt werden.
[0113] Impedanzen können jedoch auch bereits außerhalb der Funktionseinheit angeordnet werden,
was bei getrennten Funktionseinheiten problemlos möglich ist. Aber auch bei einem
Verbund gemäß Fig. 2 kann eine solche Anordnung von Impedanzen ohne Aufwand erfolgen.
Hierzu kann das Kappenmaterial 8, 9 der Funktionseinheit 1 aus einem Widerstandsmaterial
bestehen. Eine gemeinsame Verbindungskappe 3 kann oberhalb des Stromübergangs zur
Funktionseinheit 2 aus Widerstandsmaterial bestehen oder es können Maßnahmen zur Erhöhung
der Impedanz, z.B. Engstellen oder Mäander, in den Verbindungsbereich zwischen den
Funktionseinheiten 1 und 2 angeordnet werden.
[0114] Die Reduktion der Vorspannung und die Zentrierung des Drahtes kann durch eine Lötbefestigung
im Durchfühmngsbereich erfolgen. Dabei ist die Durchführung und das Lot (z.B. niedrige
Schmelztemperatur, geringes Volumen) so gewählt, dass der entstehende Lichtbogen die
Befestigung des Drahtes löst.
[0115] Der Draht kann zudem mehrfach zur Verteilung der Kraft um die Feder gewickelt werden.
Der Bolzen kann lose oder unverlierbar ausgeführt sein. Ebenso sind elektrisch leitfähige
Ausführungen des Bolzens, aber auch isolierte Varianten möglich.
[0116] Elektrisch leitfähige Ausführungen können neben den Grundfunktionen zusätzlich zur
Übertragung von elektrischen Signalen genutzt werden. Dagegen gewährleisten die isolierten
Ausführungen eine gewünschte Potentialfreiheit möglicher Anzeigemittel.
[0117] Fig. 7 zeigt beispielhaft eine Ausführungsvariante der zweiten Funktionseinheit.
Diese zweite Funktionseinheit realisiert die Grundfunktionen des Schutzgeräts.
[0118] Zur Erzielung einer hohen Impulsstromtragfähigkeit werden folgende Maßnahmen genutzt.
Die Befestigung des Schmelzleiters 30 erfolgt nur mit einem minimalen Einsatz oder
unter Verzicht auf Medien, welche im Normalzustand oder bei Erwärmung eine Alterung
des Schmelzleiters, z.B. durch Oxidation oder durch Diffusion bewirken können. Solche
negativen Medien sind Lote, Lötstoffe sowie sonstige Materialien, die zur Diffusion
oder zur Reaktion mit dem Schmelzleiter neigen. Dies trifft auch auf das Füllmedium
zu.
Anstelle einer Lötverbindung werden bevorzugt großflächige Klemmverbindungen unter
Vermeidung von Einengungen oder aber auch Schweißverbindungen genutzt.
[0119] Der Schmelzleiter 30 ist zur Erzielung einer maximalen Impulsstromtragfähigkeit einstückig
in Drahtform oder als Hohlzylinder ausbildbar.
[0120] Bei hohen Schmelzleiterquerschnitten ist die Hohlzylinderform einer üblicher Aufteilung
paralleler Schmelzleiter vorzuziehen, da sie trotz ähnlich hohen Schaltvermögens geringere
Nachteile hinsichtlich der Alterung und einer möglicherweise ungleichmäßigen Stromaufteilung
bietet.
[0121] Zur Realisierung von separaten Engstellen zur Erhöhung des Schaltvermögens können
allmähliche Schmelzleiterverjüngungen auf dem Zylinder eingebracht sein. Die Verjüngungen
sind so zu gestalten, dass auch bei hohen Stromsteilheiten eine nahezu gleichmäßige
Stromdichteverteilung in jedem axialen Abschnitt des Schmelzleiters und insbesondere
des Engstellenbereichs erreicht wird.
[0122] Die Verjüngungen können sowohl im Umfang als auch in der Schichtdicke erfolgen. Alternativ
hierzu können auch Stege elektrisch leitend oder nicht leitend ausgebracht werden,
wodurch der Lichtbogen aufgeteilt bzw. partiell extrem eingeschnürt werden kann.
[0123] Dabei kann der Hohlleiter als Hohlzylinder, aber auch als leitfähige Beschichtung
eines Zylinders ausgeführt sein.
[0124] Bei der Wahl eines Hohlzylinders kann dieser mit dem gleichen Löschmedium oder mit
einem anderen Löschmedium als der übrige Lichtbogenbrennraum gefüllt sein. Bei der
Beschichtung eines Zylinders kann dieser aus Isolationsmaterial bzw. halbleitendem
Material bestehen. Durch geeignete Materialwahl des Zylinders kann die Lichtbogenlöschung
unterstützt werden. Das Material kann z.B. gasabgebend sein. Bei dieser Ausführungsform
ist eine hohe mechanische Festigkeit, ein ausreichendes Schaltvermögen und eine hohe
Impulsstromtragfähigkeit gegeben. Sind die räumlichen Abmessungen der gesamten Funkenstrecke
begrenzt, kann eine Ausführungsform als Hohlzylinder mit Innenbeschichtung sinnvoll
sein. Eine solche Gestaltung bewirkt zudem eine gleichmäßige Verteilung der Druckwelle
zur Außenwand bzw. zum Außengehäuse. Bei sehr großen Bauvolumen der Überstromschutzeinrichtung
kann der Hohlleiter auch die Möglichkeit der Integration des Schlagbolzens trotz separaten
Lichtbogenschaltraums bieten.
[0125] Als Material für den Schmelzleiter werden bevorzugt Kupfer, Silber oder deren Legierungen
eingesetzt. Bei der Verwendung von Kupfer ist es zweckmäßig, eine Schutzschicht gegen
Oxidation aufzubringen. Die Führung des Schmelzleiters erfolgt zentral durch das Gehäuse
31. Die Stromzuführung zu den Kappen 32 wird ohne oder nur mit geringen Stromschleifen
vorgenommen.
[0126] Das Füllmedium 33 ist so gewählt, dass es keine dynamischen Bewegungen des Schmelzleiters
30 ermöglicht.
[0127] Wird als Füllmedium Quarzsand gewählt, kann eine optimale Korngrößenverteilung und
eine optimierte Verdichtung ausreichend sein.
[0128] Zusätzlich können Führungsstege 34 entsprechend Fig. 8 vorgesehen sein. Die Führungsstege
34 können isolierend oder aber auch als Metallplatten zur Unterteilung des Lichtbogens
ausgeführt werden.
[0129] Die Stege 34 können untereinander zur mechanischen Führung verbunden werden oder
sich in einer weiteren Variante parallel beabstandet an der Innenwand des Gehäuses
31 abstützen.
[0130] Bei einer Variante des Füllmaterials kommt so genannter Stonesand zum Einsatz. Alternativ
sind auch hochverdichtbare Schüttmaterialien zur Füllung geeignet. Neben Schüttmaterialien
sind auch Füllmedien auf Expoxid- bzw. Silikonbasis mit oder ohne Aushärtung anwendbar.
Diesen Materialien können hohe Anteile an Beimengungen von Löschmedien, wie Sand,
Keramik, Glas oder gasabgebende Stoffe zugefügt werden.
[0131] Werden einfache Löschschläuche über den Schmelzleiter gezogen, kann zusätzlich eine
Sandfüllung genutzt werden oder es ist der Einsatz von Stabilisierungsstegen bzw.
stabilisierenden Flüssigkeiten zur Bewegungsdämpfung von Vorteil.
[0132] Bei der Verwendung von massiven, nicht kompressiblen Füllungen und auch bei der Anwendung
von Stonesand ist zu berücksichtigen, dass diese Materialien die Druckwellen bei der
Lichtbogenbildung relativ ungedämpft auf das Gehäuse 31 übertragen. Es sind daher
sehr hohe dynamische Gehäusefestigkeiten erforderlich. Alternativ können kompressible
Füllmedien vorgesehen werden oder es werden Möglichkeiten zur Dämpfung der Druckwelle
realisiert. Dies können einerseits Maßnahmen zur Gleichverteilung des Druckes sein.
Hierzu können zusätzlich elastische, aber auch steife Zylinder zwischen dem Schmelzleiter
und der Gehäusewand realisiert werden. In dem Füllmedium können aber auch Sollbruchwände
und Ausgleichsräume geschaffen werden. Die Füllmedien können auch implosive Bestandteile
beinhalten. Hier können Hohlkugeln aus Glas oder Keramik Anwendung finden.
[0133] Anstelle von Füllmedien kann der Schmelzleiter auch in Festkörpern geführt werden.
Diese Festkörper können zur Unterstützung des Löschvermögens gasabgebend ausgeführt
sein. Als gasabgebende Stoffe kommen z.B. Polymere wie POM, Hartgas oder auch Keramiken
oder Stoffe mit solchen Beimengungen zum Einsatz.
[0134] Durch die vorstehend erläuterte Anordnung wird eine sehr hohe Impulsstromtragfähigkeit
erreicht, die nahe am theoretischen Wert des Schmelzleiters liegt. Die beschriebene
Ausführungsform ist für die Anforderung von Überstromschutzeinrichtungen für zahlreiche
Überspannungsschutzgeräte ausreichend.
[0135] Bei der Verwendung der Erfindung für Kombiableiter können aufgrund spezieller Anforderungen
auch andere Wichtungen der Forderungen an die jeweiligen Schutzeinrichtungen für deren
Auslegung und Ausführungsform sinnvoll sein. Sollen sehr hohe Impulsstromtragfähigkeiten
erzielt werden, führt dies selbst bei Kupfer zu nennenswerten Querschnitten des Schmelzleiters.
Aufgrund der geringen Baugröße der Funktionseinheiten für diese Anwendung ist die
maximale Lichtbogenschaltleistung in Abhängigkeit von der Gehäusegestaltung vorgegeben.
Einfache Runddrähte oder aber auch Hohlleiter führen bei größeren Durchmessern zur
Überschreitung der Belastungsgrenze. Zur Erzielung eines hohen Schaltvermögens ist
es daher zweckmäßig, eine variierende Gestaltung des Schmelzleiters zu wählen.
[0136] Sind die räumlichen Abmessungen stark begrenzt und ist die gewünschte Impulsstromfestigkeit
sehr hoch, kann als Schmelzleiter ein Flachdraht eingesetzt werden. Bevorzugt kommen
hier Flachdrähte mit einem Verhältnis von Breite zu Dicke von < 4:1 zum Einsatz.
[0137] Die Ausführung des Schmelzleiters als Flachdraht führt zwar mit abnehmendem Verhältnis
von Dicke zu Breite zu einer Reduzierung der maximalen Impulsbelastung gegenüber Runddrähten
gleicher Querschnittsfläche, jedoch kann hier das Schaltvermögen deutlich erhöht werden.
[0138] Die Realisierung des Schmelzleiters als Flachdraht erlaubt zudem zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten.
So kann die Höhe der Peakstromfestigkeit in recht einfacher Weise geregelt werden.
Dieser Wert ist insbesondere für den Schutz von Varistoren in so genannten Triggerkreisen
von Kombiableitern von Bedeutung.
[0139] Die Lage des Flachdrahts in der Sicherung beeinflusst neben der geometrischen Ausführung
der Anschlüsse der zweiten Funktionseinheit die Wirkung der dynamischen Stromkräfte
auf den Schmelzleiter. Steht die flache Kante des Schmelzleiters senkrecht zur Stromkraftwirkung
und sind die Anschlusslängen der zweiten Funktionseinheit möglichst gerade, kann ein
sehr hoher Peakstromwert beherrscht werden (siehe Prinzipanordnung gemäß Fig. 9).
[0140] Ist hingegen die breite Seite des Schmelzleiters den Stromkräften ausgesetzt und
ist die Stromzuführung zudem schleifenförmig ausgeführt, übersteigt der maximale Peakstrom
nur unbedeutend die Höhe des maximalen Impulsstroms (siehe Prinzipdarstellung nach
Fig. 10).
[0141] Das Überstromschutzgerät spricht im letztgenannten Fall nahezu ausschließlich aufgrund
der Stromkräfte und nicht aufgrund der adiabatischen Erwärmung an. Die thermische
Belastung liegt dabei unterhalb des Schmelzintegralwerts.
[0142] Die Länge der Stromzuführung kann bei parallel übereinander angeordneten Funktionseinheiten
bereits durch die Variation der Reihenfolge der Funktionseinheiten ohne Veränderung
der Konstruktionsteile erreicht werden. Bei der Führung des Schmelzleiters in festen
Stoffen oder auch in üblichen Füllstoffen können zur weiteren Herabsetzung der Peakstromfestigkeit
und zur Erhöhung des Löschvermögens Mäander oder Wicklungen eingearbeitet werden.
[0143] Die Funktionseinheiten 1 und 2 besitzen hochfeste Gehäuse. Als Materialien für diese
Gehäuse können spezielle Keramiken, aber auch gewickelte Glasfasermaterialien Anwendung
finden.
[0144] Zusätzlich wird jedes Gehäuse oder auch beide Gehäuse gemeinsam von einem elastischen
Zylinder umschlossen. Dieser dient bei Überlastung der Gehäuse oder bei Gasaustritten
zwischen den Kappen und dem Gehäuse als zusätzlicher Schutz. Des weiteren werden die
äußeren Überschlagsstrecken verlängert und kritische Feldstärkeerhöhungen bzw. gefährdete
Gleitstrecken vermieden.
[0145] Das Material der elastischen Zylinder kann zudem aus einem gasabgebenden Stoff bestehen
oder mit einem solchen Material beschichtet sein. Dies führt beim Ausgasen von heißem
Gas bzw. Ruß aus der Sicherung zur Gasabgabe, wodurch gleichmäßige Berußungen vermieden
werden und Oberflächenentladungen unterbindbar sind. Außerdem können weitere Teile,
z.B. in Form von Stegen, die zur Wegverlängerung dienen, vorgesehen sein.
[0146] Durch die gemeinsame Fixierung der beiden Funktionseinheiten mit gemeinsamen stabilen
und formschlüssigen Anschlusskappen wird eine hohe mechanische Stabilisierung der
Funktionseinheiten untereinander, aber auch der einzelnen Bauteile der Funktionseinheiten,
insbesondere der Kappen am Gehäuse erreicht. Durch die Fixierung dieser gemeinsamen
Anschlusskappen auf einer Leiterplatte ist die mechanische Festigkeit weiter erhöhbar.
Durch diese Maßnahmen kann das Schaltvermögen gegenüber einer einzelnen Funktionseinheit
weiter erhöht werden. Die aufgezeigten Maßnahmen führen zu einem Leistungsvermögen,
welches gegenüber konventionellen Geräteschutzsicherungen gleicher Baugröße deutlich
erhöht werden konnte. Dies betrifft sowohl die Impulsstromtragfähigkeit als auch das
Schaltvermögen.
[0147] Die Fig. 11 und 12 zeigen alternative Anordnungen zur Befestigung der zweiten Funktionseinheit
2 auf einer Platine. Diese Anordnungen sollen zu einer möglichst geringen Stromschleifenbildung
führen.
[0148] Gemäß Fig. 1 besitzt die äußere Kappe Lotanschlusslaschen 40, welche auch für SMD-Montage
geeignet sind. Fig. 12 zeigt eine Variante, bei welcher die Funktionseinheit direkt
in die Leiterplatte 41 einlötbar ist, wobei hierfür lötfähige Klemmen 42 verwendet
wird.
[0149] Die Befestigung der elektrisch parallelen Funktionseinheit 1 kann auch entsprechend
Fig. 13 erfolgen. Hier wird zwischen der Funktionseinheit 1 und 2 die elektrische
Verbindung über Leiterbahnen einer Platine vorgenommen sowie bei Bedarf über gedruckte
bzw. diskrete Impedanzen realisiert.
[0150] Wenn das Schaltvermögen einer einfachen Platinensicherung ausreichend ist, kann die
zweite Funktionseinheit 2 auch als derartige Sicherung ausgeführt werden.
1. Überstromschutzeinrichtung für den Einsatz in Überspannungsschutzgeräten mit zusätzlichem
mechanischen Auslöser, bevorzugt als Schlagbolzen ausgeführt, wobei eine erste Funktionseinheit
(A2;1), den mechanischen Auslöser enthaltend, ein erstes Schmelzelement (11) aufweist,
eine zweite Funktionseinheit (A1;2) als Überlastschutz ausgeführt ein zweites Schmelzelement
(30) aufweist,
dadurch gekennzeichner dass,
jede Funktionseinheit in einem Gehäuse (7;31) angeordnet ist, wobei am jeweiligen
Gehäuse (7;31) seitliche, gegenüberliegende Abschlusskappen (3) befindlich sind und
die Schmelzleiter oder Schmelzelemente sich jeweils im Gehäuseinneren befinden und
an den Abschlusskappen (3) elektrisch angeschlossen sind,
die erste und die zweite Funktionseinheit elektrisch parallel geschaltet und diese
Parallelschaltung mit dem Überspannungsschutzgerät in Reihe geschaltet ist und die
Funktionseinheiten einen gemeinsamen mechanischen Verbund bilden.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abschlusskappen (3) jeder Seite der jeweiligen Funktionseinheit elektrisch und
mechanisch verbunden in einen Anschlussfortsatz (6) übergehen, welcher eine Leiterplattenmontage
der Einrichtung ermöglicht.
3. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
an einer Abschlusskappe (3) der ersten Funktionseinheit (1) eine Kammer zur Aufnahme
eines federvorgespannten Schlagbolzens angeordnet ist, wobei der Schlagbolzen (5)
vom ersten Schmelzelement (11) in seiner Ruhestellung gehalten ist.
4. Schutzeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Schmelzelement (11) aus einem Draht besteht, welcher eine hohe Zugfestigkeit
und einen I2t-Wert besitzt, welcher deutlich kleiner als derjenige des Materials des zweiten Schmelzelements
(30) ist.
5. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gehäuse (7) einen Lichtbogenschaltraum (17) bildet, welcher aus einem rohrförmigen
Körper besteht, dem sich seitlich ein Hohlraum (16) anschließt, welcher die Kammer
zur Aufnahme des Schlagbolzens (5) bildet.
6. Schutzeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen Lichtbogenschaltraum (17) und Hohlraum (16) ein isolierendes Plättchen (10)
angeordnet wird, durch welches das erste Schmelzelement hindurchgeführt ist.
7. Schutzeinrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Lichtbogenschaltraum (17) mit einem Löschmittel gefüllt ist.
8. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 5, 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Hohlraum von einer Stülpkappe (9) begrenzt ist, wobei die vom Lichtbogenbrennraum
(17) abgewandte Seite der Stülpkappe (9) einen Anschlag für eine Schlagplatte des
Schlagbolzens (5) bildet.
9. Schutzeinrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schlagplatte von einer Isolierkappe (13) umgeben ist.
10. Schutzeinrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schlagplatte als Schlagdorn oder Schlagstift ausgeführt ist, wobei der Verschiebeweg
durch einen Anschlag und eine Ausnehmung innerhalb einer Haubenkappe (21) begrenzt
ist.
11. Schutzeinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Schmelzelement (11) aus einem zusammengesetzten Material besteht und mindestens
eine Engstelle und/oder einen Abschnitt mit unterschiedlicher Impedanz oder unterschiedlichem
Widerstand besitzt.
12. Schutzeinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Funktionseinheit ein hohlzylindrisches Gehäuse (31) mit seitlichen Abschlusskappen
(3) aufweist, wobei das zweite Schmelzelement als Band, Draht oder in Hohlzylindenorm
(30) von Kappe zu Kappe geführt ist.
13. Schutzeinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Draht- oder hohlzylindrische Schmelzelement (30) durch Kraft- und/oder Formschluss
mit den Kappen (3) verbunden ist.
14. Schutzeinrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Hohlzylinder des zweiten Schmelzelements Engstellen und/oder Verjüngungen aufweist.
15. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gehäuse (31) eine Füllung (33) enthält.
16. Schutzeinrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Füllung (33) aus einem hochverdichtbaren Schüttmaterial besteht.
17. Schutzeinrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Füllung (33) kompressible Materialien enthält.
18. Schutzeinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Band als Flachdraht mit einem Verhältnis Breite zur Höhe < 4:1 ausgeführt ist.
19. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zweite Schmelzelement von im Gehäuse (31) befindlichen Führungsstegen gehalten
ist.
20. Schutzeinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein gemeinsames, de Funktionseinheiten umgebendes Außengehäuse vorgesehen ist.
21. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Gehäuse (7; 31) von einem separaten oder beide Gehäuse von einem gemeinsamen
elastischen Mantel (4) umgeben sind.
1. Over-current protection device for use in over-voltage protection devices with an
additional mechanical tripping device, preferably configured as a striking bolt, wherein
a first functional unit (A2; 1) containing the mechanical tripping device has a first
fusible element (11), a second functional unit (A1; 2), configured as an overload
protection, has a second fusible element (30),
characterized in that
each functional unit is arranged in a housing (7; 31), wherein on the respective housing
(7; 31) lateral end caps (3) are located on opposite sides and the fusible conductors
or fusible elements are each located in the interior of the housing and are electrically
connected to the end caps (3),
the first and the second functional units are electrically connected in parallel and
this parallel circuit is connected in series with the over-voltage protection device
and the functional units form a common mechanical grouping.
2. Protection device according to claim 1,
characterized in that
the end caps (3) on each side of the respective functional unit extend electrically
and mechanically connected into a connection prolongation (6) which permits a printed
circuit board assembly of the device.
3. Protection device according to claim 1 or 2,
characterized in that
a chamber for receiving a spring-preloaded striking bolt is arranged at an end cap
(3) of the first functional unit (1), wherein the striking bolt (5) is held in its
unoperated position by the first fusible element (11).
4. Protection device according to claim 3,
characterized in that
the first fusible element (11) is formed of a wire having a high tensile strength
and a I2t-value which is clearly smaller than that of the material of the second fusible element
(30).
5. Protection device according to one of claims 3 or 4,
characterized in that
the housing (7) forms an arc switch room (17) which is formed of a tubular body joined,
at the side, by a hollow space (16) which forms the chamber for receiving the striking
bolt (5).
6. Protection device according to claim 5,
characterized in that
an insulating plate (10) is arranged between the arc switch room (17) and the hollow
space (16), through which the first fusible element is passed.
7. Protection device according to claim 5 or 6,
characterized in that
the arc switch room (17) is filled with an extinguishing medium.
8. Protection device according to one of claims 5, 6 or 7,
characterized in that
the hollow space is defined by a slip-on cap (9), wherein the side of the slip-on
cap (9) facing away from the arc combustion space (17) forms a stop for a striking
plate of the striking bolt (5).
9. Protection device according to claim 8,
characterized in that
the striking plate is surrounded by an insulating cap (13).
10. Protection device according to claim 8,
characterized in that
the striking plate is configured as a striking mandrel or striking pin, wherein the
travel distance is limited by a stop and a recess inside a hood cap (21).
11. Protection device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the first fusible element (11) is made of a compound material and has at least one
constriction and/or a portion with a different impedance or different resistance.
12. Protection device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the second functional unit comprises a hollow-cylindrical housing (31) with lateral
end caps (3), wherein the second fusible element is passed in the form of a tape,
wire or in a hollow-cylindrical shape (30) from cap to cap.
13. Protection device according to claim 12,
characterized in that
the fusible element (30) in the form of a wire or hollow cylinder is connected to
the caps (3) in a non-positive and/or positive manner.
14. Protection device according to claim 12 or 13,
characterized in that
the hollow cylinder of the second fusible element comprises constrictions and/or tapers.
15. Protection device according to one of claims 12 to 14,
characterized in that
the housing (31) contains a filling (33).
16. Protection device according to claim 15,
characterized in that
the filling (33) is made of a highly compressible fill material.
17. Protection device according to claim 15,
characterized in that
the filing (33) contains compressible materials.
18. Protection device according to claim 12,
characterized in that
the tape is formed as a ribbon wire with a width to height ratio < 4:1.
19. Protection device according to one of claims 12 to 18,
characterized in that
the second fusible element is held by guide webs located in the housing (31).
20. Protection device according to one of the preceding claims,
characterized in that
a common outer housing surrounding the functional units is provided.
21. Protection device according to claim 1,
characterized in that
each housing (7; 31) is surrounded by a separate or both housings by one common elastic
jacket (4).
1. Système de protection contre les surintensités de courant, pour l'utilisation dans
des appareils de protection antisurtension avec déclencheur mécanique supplémentaire,
de préférence réalisé comme percuteur,
dans lequel
une première unité fonctionnelle (A2 ; 1), qui contient le déclencheur mécanique,
comprend un premier élément fusible (11), une seconde unité fonctionnelle (A1 ; 2),
qui est réalisée à titre de protection anti-surcharge, comprend un second élément
fusible (30),
caractérisé en ce que
chaque unité fonctionnelle est agencée dans un boîtier (7 ; 31), dans lequel des capuchons
de terminaison latéraux opposés (3) se trouvent sur le boîtier respectif (7 ; 31),
et les conducteurs fusibles ou éléments fusibles se trouvent respectivement à l'intérieur
du boîtier et sont raccordés sur le plan électrique aux capuchons de terminaison (3),
la première et la seconde unité fonctionnelle sont branchées électriquement en parallèle
et ce branchement parallèle est branché en série avec l'appareil de protection antisurtension,
et les unités fonctionnelles forment un assemblage mécanique commun.
2. Système de protection selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les capuchons de terminaison (3) de chaque côté de l'unité fonctionnelle respective
se transforment, en étant électriquement et mécaniquement reliés, en un prolongement
de raccordement (6) qui permet un montage du système sur une carte à circuits.
3. Système de protection selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'une chambre destinée à recevoir un percuteur chargé par ressort est ménagée sur un
capuchon de terminaison (3) de la première unité fonctionnelle (1), le percuteur (5)
étant tenu dans sa position de repos par le premier élément fusible (11).
4. Système de protection selon la revendication 3,
caractérisé en ce que le premier élément fusible (11) est un fil qui présente une forte résistance à la
traction et une valeur I2t qui est nettement inférieure à celle du matériau du second élément fusible (30).
5. Système de protection selon l'une des revendications 3 ou 4,
caractérisé en ce que le boîtier (7) forme un espace pour arc électrique (17), lequel est constitué d'un
corps tubulaire auquel se raccorde latéralement une cavité (16) qui forme la chambre
pour recevoir le percuteur (5).
6. Système de protection selon la revendication 5,
caractérisé en ce qu'une plaquette isolante (10) est agencée entre l'espace pour arc électrique (17) et
la cavité (16), plaquette à travers laquelle est passé le premier élément fusible.
7. Système de protection selon la revendication 5 ou 6,
caractérisé en ce que l'espace pour arc électrique (17) est rempli d'un agent d'extinction.
8. Système de protection selon l'une des revendications 5, 6 ou 7,
caractérisé en ce que la cavité est délimitée par un capuchon à retrousser (9), et le côté, détourné de
l'espace pour arc électrique (17), du capuchon à retrousser (9) forme une butée pour
une plaque de percussion du percuteur (5).
9. Système de protection selon la revendication 8,
caractérisé en ce que la plaque de percussion est entourée par un capuchon isolant (13).
10. Système de protection selon la revendication 8,
caractérisé en ce que la plaque de percussion est réalisée sous forme de goujon de percussion ou de tige
de percussion, de sorte que le trajet de déplacement est limité par une butée et par
un évidement à l'intérieur d'un capuchon-capot (21).
11. Système de protection selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le premier élément fusible (11) et en un matériau composite, et possède au moins
un emplacement rétréci et/ou un tronçon avec une impédance différente ou avec une
résistance différente.
12. Système de protection selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la seconde unité fonctionnelle comprend un boîtier cylindrique creux (31) avec des
capuchons de terminaison latéraux (3), et l'élément fusible est passé de capuchon
à capuchon sous forme de bande, de fil ou sous forme cylindrique creuse (30).
13. Système de protection selon la revendication 12,
caractérisé en ce que l'élément fusible (30) sous forme de fil ou sous forme cylindrique creuse est relié
avec les capuchons (3) par coopération de forces et/ou par coopération de formes.
14. Système de protection selon la revendication 12 ou 13,
caractérisé en ce que le cylindre creux du second élément fusible comporte des emplacements étroits et/ou
des rétrécissements.
15. Système de protection selon l'une des revendications 12 à 14,
caractérisé en ce que le boîtier (31) contient un remplissage (33).
16. Système de protection selon la revendication 15,
caractérisé en ce que le remplissage (33) est constitué d'un matériau en vrac capable d'être fortement
compacté.
17. Système de protection selon la revendication 15,
caractérisé en ce que le remplissage (33) contient des matériaux compressibles.
18. Système de protection selon la revendication 12,
caractérisé en ce que la bande est réalisée sous forme de fil plat avec un rapport largeur sur hauteur
< 4:1.
19. Système de protection selon l'une des revendications 12 à 18,
caractérisé en ce que le second élément fusible est tenu par des barrettes de guidage qui se trouvent dans
le boîtier (31).
20. Système de protection selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il est prévu un boîtier extérieur commun qui entoure les unités fonctionnelles.
21. Système de protection selon la revendication 1,
caractérisé en ce que chaque boîtier (7 ; 31) est entouré par une enveloppe élastique séparée, ou bien
les deux boîtiers sont entourés par une enveloppe élastique commune (4).