I. Anwendungsgebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen hydrodynamischen Kavitationsmischer.
II. Technischer Hintergrund
[0002] Bekanntermaßen wird mit derartigen Mischern eine Suspension oder Emulsion mit geringem
Aufwand und ohne mechanisch angetriebene Teile hergestellt, indem in der dahinströmenden
Flüssigkeit zunächst dampfgefüllte Gasblasen erzeugt werden, die anschließend implosionsartig
wieder zusammenbrechen.
[0003] Wenn dieses Zusammenbrechen einer großen Anzahl von Blasen, der so genannten Kavitationsblasen,
in der Nähe der Grenzfläche zwischen zwei Phasenbereichen, also etwa großen Gasblasen
in Wasser, geschieht, wird dadurch die zweite Komponente, in diesem Fall die Gasblasen,
in kleinere Einheiten zerrissen und dadurch eine sehr feine Vermischung der beiden
Komponenten und damit ein sehr stabiles Gas-Wassergemisch erzeugt.
[0004] Die Erzeugung der Kavitationsblasen geschieht in einer strömenden Flüssigkeit durch
einen Abfall des statischen Druckes unter den Dampfdruck der Flüssigkeit, wodurch
sich dampfgefüllte Gasblasen bilden, z. B. aufgrund einer Stromeinengung.
[0005] Wenn anschließend der statische Druck durch eine Aufweitung des Strömungsquerschnitts
wieder zunimmt und der statische Druck wieder den Dampfdruck übersteigt, brechen die
Gasblasen zusammen.
[0006] Die Einengung und anschließende Aufweitung des Strömungsquerschnitts kann erreicht
werden, indem in einer Durchflusskammer ein Hinderniskörper angeordnet wird, wobei
der verbleibende Spalt z. B. zwischen Hinderniskörper und umgebendem Gehäuse der Durchflusskammer
die Engstelle bildet.
[0007] Durch mehrfache Anordnung solcher Hinderniskörper hintereinander, aus Platzgründen
vorzugsweise in Form von quer zur Strömungsrichtung stehenden Scheiben, wird der Kavitationseffekt
vervielfacht, besondern indem in Strömungsrichtung die Ringspaltfläche von einer Scheibe
zur nächsten jeweils abnimmt.
[0008] Zusätzlich entstehen dabei zu dem ersten, sich im Ringspaltbereich ausbildenden,
Kavitationsfeld ergänzende Kavitationsfelder in den durchströmbaren Hohlräumen zwischen
den Hinderniskörpern, und durch die räumliche Überlagerung der einzelnen Kavitationsfelder
entsteht ein so genanntes Super-Kavitationsfeld, was eine Vervielfachung der Kavitationswirkung
jedes einzelnen Kavitationsfeldes bewirkt.
[0009] Der statische Druck, dessen Unterschreitung zum Kavitationseffekt, wird bei Wasser
Null oder negativ, wenn die Strömungsgeschwindigkeit einen bestimmten, von Umgebungsbedingungen
abhängigen Wert von beispielsweise etwa 14 m/s an den Abrisskanten der Hinderniskörper
überschreitet.
[0010] Derartige Cavitatoren werden beispielsweise in Betrieben zur Mineralwasserabfüllung
oder Limonadenherstellung benutzt, um entweder das zugesetzte CO
2 möglichst vollständig im Wasser zu binden, und/oder auch den zugesetzten Limonaden-Grundstoff
(Sirup).
Dabei treten in der Praxis vor allem zwei Probleme auf:
[0011] Zum einen kann sich die pro Zeiteinheit angelieferte und zu verarbeitende Menge des
Produktes, also vor allem der Hauptkomponenten des Getränkes, stark ändern, abhängig
von dem Betriebszustand der vorgelagerten Anlagenteile oder auch der Verfügbarkeit.
[0012] Des Weiteren können sich z. B. durch Produktwechsel dessen Eigenschaften ändern,
beispielsweise dessen Temperatur, Viskosität, Anlieferungsdruck usw..
[0013] Um bei solchen wechselnden Bedingungen dennoch zuverlässig im Cavitator den Kavitationseffekt
zu bewirken, muss eine bestimmte Mindest-Fließgeschwindigkeit, insbesondere in den
Durchflussspalten bei den Hinderniskörpern, erreicht oder überschritten werden, die
jedoch von den genannten Umgebungsbedingungen abhängt.
III. Darstellung der Erfindung
a) Technische Aufgabe
[0014] Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe ein Cavitator bzw. eine Cavitator-Anlage,
die auch mehrere Cavitatoren umfassen kann, einem Wechsel der Betriebsbedingungen,
insbesondere variierende Durchflussmengen und Produktparameter, angepasst, insbesondere
automatisch angepasst werden kann.
b) Lösung der Aufgabe
[0015] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 2, 11, 13, 14 und 15 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0016] Da der zwischen dem Eingang und dem Ausgang des Cavitators feststellbare Druckabfall
mit der Fließgeschwindigkeit im Cavitator und insbesondere mit der Fließgeschwindigkeit
an den Hindernis-Körpern, also in den Engstellen des Cavitators, korreliert, kann
der Cavitator aufgrund des an der Cavitator-Strecke gemessenen Druckabfalls gesteuert
werden. Die Cavitator-Strecke kann aus einem oder mehreren, in diesem Fall dann in
der Regel parallel geschalteten, Cavitatoren bestehen.
[0017] Zunächst muss ein Mindest-Druckabfall festgelegt werden, der an der Cavitator-Strecke
auftreten muss, damit innerhalb des Cavitators tatsächlich Kavitation und damit der
gewünschte Effekt der Durchmischung auftritt.
[0018] Wie hoch dieser Mindest-Druckabfall sein muss, hängt von einer Vielzahl von Randbedingungen
ab, einerseits von Bauform und Größe des Cavitators, andererseits aber auch von Umgebungsbedingungen
wie den physikalischen Eigenschaften des mit dem Cavitator zu behandelnden Fluids
oder zumindest seiner Hauptkomponente im Fall von Mischungen, z. B. der Temperatur,
Viskosität und dem Druck, mit dem das zu bearbeitende Fluid angeliefert wird.
[0019] Wenn nun der Druckabfall während des Betriebes unter den vorgegebenen Mindest-Druckabfall
sinkt, wird am Ausgang der Cavitator-Strecke ein Teilstrom vom Hauptstrom abgezweigt
und im Kreis zur Hauptstrecke vor dem Beginn der Cavitator-Strecke zurückgeführt und
diesem erneut zugeführt, wodurch die der Cavitator-Strecke zugeführte Menge pro Zeiteinheit
künstlich erhöht wird, um das Auftreten von Kavitation sicherzustellen.
[0020] Im Detail kann die hierfür notwendige Steuerung unterschiedlich ausgeführt werden:
[0021] So kann beispielsweise bei Unterschreiten des Mindest-Druckabfalles immer ein feststehender,
bestimmter Anteil des Hauptstromes im Kreis zurückgeführt werden, beispielsweise immer
50% des Hauptstromes.
[0022] Besser ist es jedoch, den zurückgeführten Teilstrom hinsichtlich seiner Größe variieren
zu können, beispielsweise stufenweise oder auch kontinuierlich, was durch ein in die
Rückführleitung eingebautes Regelventil leicht zu realisieren ist. Dadurch kann erreicht
werden, dass der auftretende Druckabfall immer knapp oberhalb des vorgegebenen Mindest-Druckabfalls
liegt und damit Kavitation auftritt.
[0023] Ein deutliches Ansteigen des Druckabfalls über diesen Mindestwert bringt kaum einen
effektiven Nutzen, da die dann auftretende Kavitation quantitativ kaum größer wird,
also die Vermischung kaum verbessert wird. Dagegen treten mit Rückführung eines erheblichen
oder gar großen Teil des Hauptstromes andere Probleme auf:
[0024] Durch die mehrfache Behandlung im Cavitator wird die Temperatur des zu behandelnden
Mediums erhöht, was für viele Anwendungen von Nachteil ist. Ebenso wird das zu behandelnde
Fluid dadurch nicht nur einfach, sondern mehrfach den im Cavitator auftretenden Belastungen
unterworfen, beispielsweise hohen Scher-Kräften, was je nach zu behandelnden Fluid
von Nachteil sein kann.
[0025] Eine besonders einfache Art, den Anteil des zurückgeführten Teilstromes stufenweise
zu erhöhen, besteht darin, die Leitung in mehrere parallele Arme aufzuspalten und
in jedem dieser Arme ein einfaches Sperr-Ventil einzubauen, die wesentlich kostengünstiger
und einfacher anzusteuern sind als ein Regelventil.
[0026] Durch Sperren von mehreren oder wenigeren dieser Sperrventile und damit der Teiläste
der Rückführleitung kann der zurückgeführte Anteil des Hauptstromes variiert werden.
[0027] Die Rückführung des Teilstromes erfolgt zu einem Punkt vor der den Arbeitsdruck für
den Cavitator zur Verfügung stellenden Pumpe, so dass der zurückgeführte Teilstrom
mittels dieser Pumpe wiederum auf den gewünschten Arbeitsdruck gebracht wird.
[0028] Sofern der Cavitator als Mischer eingesetzt wird, erfolgt die Rückführung auch zu
einem Punkt vor dem Mischpunkt der zugeführten Komponenten in die Hauptkomponente.
[0029] Üblicherweise wird der Druckabfall kontinuierlich gemessen und die Ergebnisse der
Druckmessung einer Steuerung zugeführt, die den Durchfluss durch die Rückführstrecke
regelt. Eine besonders einfache Steuerung die dies bietet, ist ein einfacher Differenzdruckregler.
In der Regel wird jedoch eine komplexere Steuerung verwendet, die zusätzlich andere
Steuerungsfunktionen mit übernehmen kann.
[0030] So können beispielsweise neben dem auftretenden Druckabfall auch unmittelbar die
interessierenden physikalischen Eigenschaften des Produktes, beispielsweise Temperatur,
Viskosität etc. gemessen werden und ebenso der Druck, vorzugsweise der Druck nach
der Pumpe, also der Arbeitsdruck am Eingang in den Cavitator. Da der Druckabfall ohnehin
ermittelt wird durch Bestimmung der Drücke vor und hinter dem Cavitator, ist einer
dieser Einzeldrücke bereits der Druck am Eingang in den Cavitator.
[0031] Falls die Cavitator-Strecke nicht nur einen, sondern mehrere parallel geschaltete
Cavitatoren umfasst, kann die Anpassung an einen zu geringen Durchfluss auch dadurch
geschehen, dass - wiederum nach vorheriger Festlegung eines Mindest-Druckabfalles
über der Cavitator-Strecke - im Falle der Unterschreitung wenigstens ein Cavitator
oder der Reihe nach mehrere Cavitatoren deaktiviert, also verschlossen werden, bis
über die Cavitator-Strecke mit den restlichen im Betrieb befindlichen Cavitatoren,
also mindestens einem in Betrieb befindlichen Cavitator, der Mindest-Druckabfall erreicht
wird.
[0032] Wenn die Cavitator-Strecke zwei oder mehrere gleich dimensionierte Cavitatoren umfasst,
wird bei Unterschreiten des Mindest-Druckabfalls einer nach dem anderen dieser Cavitatoren
der Reihe nach stillgelegt, bis nur noch ein Cavitator betrieben wird.
[0033] Wenn die Cavitatoren einer Cavitator-Strecke dagegen unterschiedlich groß dimensioniert
sind, ist die Vorgehensweise eine andere:
[0034] Sofern der Ausgangszustand darin bestand, dass alle Cavitatoren der Strecke aktiviert
waren und dann der Druckabfall unter den Mindest-Druckabfall sinkt, so wird zunächst
der kleinste Cavitator stillgesetzt.
[0035] Wenn dies nicht ausreichend ist, wird der kleinste Cavitator aktiviert und stattdessen
der nächst größere Cavitator deaktiviert usw., bis der Mindestdruckabfall erreicht
ist.
[0036] Sollte dies mit dem Stilllegen eines einzigen Cavitators nicht erreichbar sein, so
wird der größte einzelne Cavitator deaktiviert belassen und mit den verbleibenden
aktivierten Cavitatoren der gleiche Durchlauf fortgesetzt und so fort, bis zum Schluss
zwei oder auch mehrere Cavitatoren stillgesetzt sind. Auf diese Art und Weise wird
der Mindest-Druckabfall knapp überschritten ohne zu stark anzusteigen, was lediglich
hohe Energieverluste bedeutet.
[0037] Auf diese Art und Weise kann beispielsweise mit drei unterschiedlich großen Cavitatoren
bereits eine sehr gute Steuerung der Cavitator-Anlage durchgeführt werden.
[0038] Vorzugsweise verhalten sich die einzelnen, jeweils nächst größeren Cavitatoren zueinander
immer im gleichen Größenverhältnis, beispielsweise 1:2 oder 1:4.
[0039] Sofern ein Betrieb mit einem oder mehreren stillgelegten Cavitatoren erfolgt, wird
nach einem vorgegebenen Zeitraum - sofern dies aufgrund gleicher Dimensionierung der
Cavitatoren möglich ist - der stillgelegte Cavitator gewechselt, um ein zu langes
Stehen des zu bearbeitenden Mediums im stillgelegten Cavitator zu vermeiden, was dort
die Möglichkeit für unerwünschte Keimbildung erhöhen würde.
[0040] Im umgekehrten Fall werden bei einer Cavitator-Strecke, bei der momentan nicht alle
Cavitatoren im Betrieb sind, dann zusätzliche Cavitatoren aktiviert, wenn der momentane
Druckabfall um mehr als 30%, insbesondere um mehr als 50% über dem vorgegebenen Mindest-Druckabfall
liegt. Dadurch wird ein zu hoher Energieverlust und zu hohe Scherbelastungen auf das
Medium vermieden.
[0041] Zur Stilllegung eines Cavitators werden sowohl die Zufuhrleitung und insbesondere
auch die Abfuhrleitung, also vor und hinter dem Cavitator, separat gesperrt.
[0042] Dies verhindert die Migration von Verkeimungen in und aus dem Cavitator, aber auch
Druckschläge aus dem aktivierten Bereich der Cavitator-Strecke in den stillgelegten
Cavitator hinein.
[0043] Wenn ferner der Cavitator oder die Cavitatoren einer Cavitator-Strecke hinsichtlich
der Spaltgröße - also der Größe des wirksamen Spaltes zwischen Hinderniskörpern und
äußerem Gehäuse des Cavitators zum Erzeugen der Kavitation - veränderbar ist, kann
eine Steuerung und Anpassung an schwankendem Durchfluss auch durch Veränderung der
Spaltgröße erfolgen.
[0044] In der Regel sind die Hinderniskörper axial hintereinander im Abstand angeordnete,
scheibenförmige Körper, die auf einer axial verlaufenden Stange angeordnet sind. Zur
Verstellung der Spaltgröße wird in der Regel nicht jeder einzelne Hinderniskörper
in seiner Axialposition innerhalb des meist konisch zulaufenden äußeren Gehäuses verschoben,
sondern die axiale Stange und mit ihm alle Hinderniskörper, also das gesamte Hindernis-Bäumchen.
[0045] Eine besonders einfache Ansteuerung ist dadurch möglich, dass das Hindernisbäumchen
lediglich zwischen zwei Endstellungen hin und her verstellt werden kann, was auf einfache
Art und Weise mittels eines Druckluft-Zylinder erfolgen kann.
[0046] Eine feinere Regelungsmöglichkeit ist gegeben, wenn die axiale Verstellung in mehreren
Stufen oder gar stufenlos erfolgen kann, wofür das Bäumchen beispielsweise mittels
eines Servomotors bewegt werden muss.
[0047] Vor allem die kontinuierliche Verstellung der Spaltgröße wird dann in direkter Abhängigkeit
von dem aktuell gemessenen Druckabfall über der Cavitator-Strecke durchgeführt, so
dass der erforderliche Mindest-Druckabfall gerade eben erreicht wird.
[0048] Bei einem Cavitator, dessen Spaltbreite nur zwischen zwei Stellungen variiert werden
kann, wird bei eingestellter großer Spaltbreite auf die kleinere Spaltbreite umgeschaltet,
sobald der Mindest-Druckabfall unterschritten wird. Umgekehrt wird von kleiner auf
große Spaltbreite umgestellt, sobald der Mindest-Druckabfall um mehr als 20% überschritten
wird.
[0049] Der Mindest-Druckabfall wird dabei so festgelegt, dass beispielsweise bei Wasser
als zu verarbeitenden Produkt, beziehungsweise einem Produkt, dessen Hauptkomponente
Wasser ist, bei einer Verarbeitungstemperatur von 20°C mit Abweichungen von +/- 2°C
eine Fließgeschwindigkeit von mindestens 15 m pro Sekunde im Cavitator, insbesondere
an allen Engstellen im Cavitator, erreicht oder überschritten wird. Dies entspricht
z. B. einem Mindest-Druckabfall von 4,0 bar über der Cavitator-Strecke.
[0050] Eine Cavitator-Anlage kann nun mehrere Beeinflussungsmöglichkeiten gleichzeitig aufweisen:
[0051] Wenn die Anlage einerseits eine Rückführungsleitung besitzt und andererseits die
Cavitatoren hinsichtlich der Spaltbreite veränderbar sind, werden bei einem Absinken
des Druckabfalls unter den Mindest-Druckabfall zunächst der Reihe nach mehrere bis
zu allen Cavitatoren der Cavitator-Strecke von einem großen Spalt auf einen kleinen
Spalt reduziert, wenn nur zwei Stellungen der Spaltbreite möglich sind.
[0052] Sofern eine gestufte mehrfache Variation möglich ist, wird die Spaltbreite zunehmend
abgesenkt, vorzugsweise in allen Cavitatoren der Strecke parallel, bis der Mindest-Druckabfall
erreicht ist.
[0053] Sollte die Veränderung der Spaltbreite hierfür nicht ausreichen, wird in einem zweiten
Schritt zusätzlich die Rückführung zunehmend geöffnet, bis auf diese Art und Weise
durch beide Beeinflussungsverfahren gemeinsam der Mindest-Druckabfall erreicht wird.
[0054] Wenn die zur Verfügung stehende Cavitator-Anlage außer Rückführleitung und der Verstellung
der Spaltbreite über eine Cavitator-Strecke mit mehreren parallel gestalteten Cavitatoren
verfügt, die einzeln aktiviert und deaktiviert werden können, so ist das Abschalten
eines oder nacheinander mehrerer Cavitatoren die primär gewählte Beeinflussungsmöglichkeit
für den Druckabfall, und erst wenn dies nicht ausreicht, wird zusätzlich die Spaltbreiten-Verringerung
und die Erhöhung des Rückführanteils - in dieser Reihenfolge - zusätzlich benutzt.
[0055] Eine Alternative zu dieser Steuerungs-Priorität liegt darin, als erste Maßnahme die
Spaltbreite bei allen noch durchgängigen Cavitatoren der Cavitator-Strecke zu verringern,
und erst falls dies nicht ausreicht, einzelne oder mehrere Cavitatoren zu deaktivieren.
Auch hier ist die letzte Beeinflussungsstufe die Erhöhung des Rückführanteils durch
die Rückführleitung.
[0056] Der Rückfluss durch die Leitung wird im Praxisbetrieb nie vollständig geschlossen,
um Ablagerungen und Verkeimungen in der Leitung zu vermeiden. Ein Rückführanteil von
mindestens 2%, besser 5% des Hauptstromes ist hierfür ausreichend.
[0057] Eine Cavitator-Anlage zur Realisierung der zuvor beschriebenen Beeinflussungsmöglichkeiten
weist somit folgende Elemente auf:
- Eine Cavitator-Strecke mit mehreren, parallel zueinander geschalteten Cavitatoren,
die einzeln und unabhängig voneinander angesteuert werden können. Dabei können die
Cavitatoren sowohl vollständig abgeschaltet werden, als auch im geöffneten Zustand
ihre Spaltenbreite wenigstens zwischen einer großen und einer kleinen Spaltenbreite,
vorzugsweise stufenlos, verstellt werden,
- eine Pumpe in der Zufuhrleitung zur Cavitator-Strecke, um den für die Funktion der
Cavitatoren notwendigen Druck aufzubringen,
- eine Messvorrichtung, die den Differenzdruck zwischen zwei Messpunkten vor und nach
der Cavitator-Strecke und damit den Druckabfall über der Cavitator-Strecke misst,
- und - falls der Cavitator als Mischer betrieben wird - eine Einspeiseleitung für die
zuzuführende zweite Komponente der Mischung, wobei die Leitung in der Haupt-Strecke
der Cavitator-Anlage vor der Pumpe mündet,
- eine Steuerung, die die Signale der Differenzdruckmessvorrichtung als Input verwendet
und in Abhängigkeit davon sowohl die einzelnen Cavitatoren ansteuert, also schließt
oder öffnet, und im geöffneten Zustand die Spaltenbreite variiert.
[0058] Dabei können die Spaltbreiten innerhalb eines Cavitators an den einzelnen Hindernis-Körpern
in der Regel nur gemeinsam verstellt werden, beispielsweise durch axiales Verschieben
des gesamten, vom Außenumfang her konischen, Hindernis-Bäumchen ins ebenfalls konische
Gehäuse des Cavitators.
[0059] Wenn die Hauptleitung zusätzlich eine Rückführleitung von einem Punkt hinter der
Cavitator-Strecke zurück zu einem Punkt vor der Cavitator Strecke, insbesondere vor
der Pumpe der Cavitator Strecke, aufweist, deren Durchsatz mit Hilfe eines Regelventil
gesteuert werden kann, kann der Anteil des über die Rückleitung zurückgeführten Teilstromes
von der Steuerung ebenfalls abhängig von dem Druckabfall über der Cavitator-Strecke
gesteuert werden.
[0060] Zum Absperren, also Deaktivieren, der einzelnen Cavitatoren in der Cavitator-Strecke
besitzt jeder Cavitator vorzugsweise Sperrventile sowohl vor als auch hinter dem Cavitator,
um Rückschläge und Verunreinigungen in bzw. aus dem stillgelegten Cavitator zu verhindern.
[0061] Die Messpunkte, die für die Messvorrichtung, welche die Druckdifferenz über der Cavitator-Strecke
misst, befinden sich einerseits zwischen dem Ende der Cavitator-Strecke und der Abzweigung
zur Rückführung, also noch auf der unverzweigten Hauptstrecke hinter dem Cavitator
und andererseits zwischen der Pumpe und dem Eingang in die Cavitator-Strecke, um den
vollen anfänglichen Arbeitsdruck zur Cavitator-Strecke hin zu erfassen.
[0062] Das Regelventil in der Rückführleitung ist vorzugsweise nahe dem Ende der Rückführleitung,
also dem Mündungspunkt im Hauptstrang, angeordnet.
[0063] Sofern eine Einspeiseleitung für eine zweite Komponente vorhanden ist, befindet sich
diese hinsichtlich ihrer Mündung im Hauptstrang zwischen der Mündung der Rückführleitung
und der Pumpe, besitzt vorzugsweise jedoch eine Querverbindung zur Rückführleitung,
die stromaufwärts des Regelventiles in der Einspeiseleitung mündet.
c) Ausführungsbeispiele
[0064] Ausführungsformen gemäß der Erfindung sind im Folgenden beispielhaft näher beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- Eine erfindungsgemäße Cavitator-Anlage, und
- Fig. 2:
- einen dabei verwendeten Cavitator.
[0065] Figur 1 zeigt eine Cavitator-Anlage, bei dem in der Haupt-Durchflussrichtung 10 ein
zu bearbeitendes Fluid, meist Wasser oder ein Produkt, dessen Hauptkomponente Wasser
ist, zugeführt und über eine Cavitator-Strecke 1 geleitet wird, die aus ein oder mehreren,
in diesem Fall zwei gleichen, parallel geschalteten Cavitatoren 1a, b besteht.
[0066] Damit in den Cavitatoren der gewünschte Kavitationseffekt auftritt, wird das zu bearbeitende
Fluid durch eine Pumpe 4, die vor der Cavitator-Strecke 1 im Hauptstrang angeordnet
ist, auf den dafür erforderlichen Druck gebracht, der abhängig von den physikalischen
Eigenschaften des zu bearbeitenden Fluids und weiterer Parameter ist.
[0067] Im vorliegenden Fall wird die Cavitator-Anlage als Mischer eingesetzt, weshalb dem
in Hauptdurchflussrichtung 10 strömenden Fluid über eine Einspeiseleitung 17 eine
zweite Komponente, in diesem Falle CO
2, zugeführt wird.
[0068] Die Einspeiseleitung mündet im Hauptstrang in einem Mischpunkt 5, der stromaufwärts
der Pumpe 4 mündet, damit das komplette Gemisch der Druckerhöhung durch die Pumpe
4 zugeführt wird.
[0069] Von der Hauptdurchflussrichtung 10, also dem Hauptstrang, zweigt nach der Cavitator-Strecke
1 eine Rückführleitung 3 am Punkt 3a ab und führt einen Teilstrom 2 des Hauptstromes
2 im Kreis wieder zurück zur Hauptstrecke an einen Punkt 3b, der stromaufwärts der
Pumpe 4 und auch stromaufwärts des Mischpunktes 5 für die zweite Komponente liegt.
[0070] Diese Rückführung, also eine Kreisführung, dient lediglich dazu, bei in Hauptdurchflussrichtung
gering angelieferten Mengen an zu bearbeitendem Fluid pro Zeiteinheit die notwendige
Mindestdurchflussmenge durch die Cavitator-Strecke 1 aufrechtzuerhalten, die notwendig
ist, um den für die Funktion der Cavitatoren notwendigen Mindestdruckabfall über der
Cavitator-Strecke zu erzielen.
[0071] Zu diesem Zweck wird der Druckabfall über der Cavitator-Strecke von einer Differenzdruck-Messvorrichtung
15 gemessen, die Ihre Ergebnisse an eine Steuerung 6 weitergibt, welche mit der Differenzdruck-Messvorrichtung
auch funktionsvereinigt sein kann.
[0072] Diese Steuerung 6 steuert das in der Rückführleitung 3 angeordnete Stellventil 7,
welches ein Regelventil ist und den Durchfluss durch die Rückführleitung 3 stufenlos
steuern kann.
[0073] Die Druck-Messpunkte 16a, b liegen einerseits zwischen der Pumpe 4 und dem Eingang
in die Cavitator-Strecke 1 und andererseits zwischen der Cavitator-Strecke 1 und dem
Abzweigungspunkt 3a der Rückführstrecke 2a.
[0074] Ferner wird ergänzend mittels Durchflussmessern 21a, b der Durchfluss einerseits
im Hauptstrang 10 stromaufwärts des Punktes 3b, in dem die Rückführstrecke 2a mündet,
und andererseits in der Einspeiseleitung 17 gemessen und der Steuerung 6 zur Verbesserung
des Regelverhaltens zur Verfügung gestellt.
[0075] Das Regelventil 7 sitzt vorzugsweise nahe des Mündungspunktes 3b der Rückführleitung
im Hauptstrang 10.
[0076] Ferner kann jeder der parallel geschalteten Cavitatoren 1a,b der Cavitator-Strecke
1 durch vor und hinter dem jeweiligen Cavitator 1a angeordneten Sperrventile 18a,
b separat stillgelegt, also verschlossen, werden.
[0077] Auch diese Sperrventile 18a, b bei jedem Cavitator 1a,b ... werden von der Steuerung
6 angesteuert, so dass jeder einzelne Cavitator aktivierbar und deaktivierbar ist.
[0078] Hierfür wäre bei jedem einzelnen Kavitator auch nur ein einzelnes Sperrventil ausreichend,
jedoch soll durch die beiden Sperrventile verhindert werden, dass einseitig durchmischte
Flüssigkeit und damit Keime oder auch Druckschläge von dem Hauptstrang aus auf den
stillgesetzten Cavitator einwirken.
[0079] Ferner ist bei jedem Cavitator 1a,b das - in Figur 2 näher dargestellte - Hindernisbäumchen
12 mit den daran befestigten Hinderniskörpern 14a, b in Axialrichtung 10 des Cavitators
zwischen zwei Endstellungen mittels eines Druckluftzylinders 13 verschiebbar, wodurch
aufgrund der konischen Gestaltung sowohl des Hindernisbäumchens als auch des umgebenden
Cavitatorgehäuses die Spaltbreite 11 von großer auf kleiner Spaltbreite und umgekehrt
verstellt werden kann.
[0080] Auch die diese Verstellung bewirkenden Druckluftzylinder 13a, b werden von der Steuerung
6 aus angesteuert.
[0081] Die Messpunkte für die Differenzdruckmessung durch die Messvorrichtung 15 liegen
stromabwärts der Cavitator-Strecke 1 zwischen dem Ende der Cavitator-Strecke 1 und
der Abzweigung 3a für die Rückführung 3 und stromaufwärts der Cavitator-Strecke 1
zwischen der Pumpe 4 und der Cavitator-Strecke 1.
[0082] Zwischen der Einspeiseleitung 17 für die zweite Komponente und der Rückführleitung
3 besteht ferner eine Verbindungsleitung 19, die in der Einspeiseleitung 17 zwischen
dem Dosierventil 20 und dem Mischpunkt 5 mit dem Hauptstrang abzweigt.
[0083] Diese Verbindungsleitung sowie die weiteren in Einspeiseleitung und Verbindungsleitung
19 enthaltenen Ventile dienen sowohl in der Einspeiseleitung als auch in der Rückführleitung
zu Reinigungszwecken.
[0084] Auch das Dosierventil 20 in der Einspeiseleitung 17, welche die Zufuhr an zweiter
Komponente regelt, kann vorteilhafterweise direkt ebenfalls von der vorhandenen Steuerung
6 gesteuert werden.
[0085] Damit steuert eine Steuerung 6 die drei hier wesentlichen Beeinflussungsmöglichkeiten
für den Druckabfall über der Cavitator-Strecke, der für eine einwandfreie Funktion
und Aufbringung des Kavitationseffektes nicht unter einen für jeden Einzelfall der
anlagespezifischen Mindest-Druckabfall sinken soll:
- Einerseits das Zu- und Abschalten einzelner Cavitatoren 1a, b der Cavitator-Strecke
1,
- andererseits das zunehmende Öffnen oder Schließen der Rückführstrecke 3 und damit
des vom Hauptstrom zurückgeführten Teilstromes 2a, und
- Vergrößern oder Verkleinern der Spaltbreite in den einzelnen Cavitatoren, in diesem
Fall durch Umschalten von großer auf kleiner Spaltbreite und zurück separat und unabhängig
für jeden einzelnen Cavitator 1a, b....
BEZUGSZEICHENLISTE
[0086]
- 1
- Cavitator-Strecke
- 1a, b
- Cavitator
- 2
- Hauptstrom
- 2a
- Teilstrom
- 3
- Rückführstrecke
- 3a, b
- Punkt
- 4
- Pumpe
- 5
- Mischpunkt
- 6
- Steuerung
- 7
- Stellventil
- 8
- Zufuhrleitung
- 9
- Abführleitung
- 10
- Durchflussrichtung
- 11
- Spaltbreite
- 12
- Hindernisbäumchen
- 13
- Druckluftzylinder
- 14a, b
- Hinderniskörper
- 15
- Differenzdruckmessvorrichtung
- 16a, b
- Messpunkte
- 17
- Einspeiseleitung
- 18a, b
- Sperrventile
- 19
- Verbindungsleitung
- 20
- Dosierventil
- 21a, b
- Durchflussmesser
1. Verfahren zur Durchflussanpassung einer Cavitator-Anlage mit einer Cavitator-Strecke
(1), die einen Cavitator (1a) oder mehrere parallel geschaltete Cavitatoren (1a, b...)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Mindest-Druckabfall über der Cavitator-Strecke (1) unter Berücksichtigung der
Eigenschaften, insbesondere der Temperatur, des zu verarbeitenden Fluids ermittelt
wird,
- bei Unterschreiten des Mindestdruckabfalls ein Teilstrom (2a) vom Ende der Cavitator-Strecke
(1) im Kreislauf über eine Rückführstrecke (3) vor den Beginn der Cavitator-Strecke
(1) zurückgeführt wird.
2. Verfahren zur Durchflussanpassung einer Cavitator-Anlage mit einer Cavitator-Strecke
(1), die einen Cavitator (1a) oder mehrere parallel geschaltete Cavitatoren (1a, b)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke (1) bzw. dem einzigen, insbesondere
dem einzigen in Betrieb befindlichen, Cavitator (1a) festgelegt wird,
- bei Unterschreiten des Mindestdruckabfalls die Spaltgröße (11) des bzw. der Cavitatoren
(1a) verringert wird, insbesondere durch axiale Verstellung des Hindernis-Bäumchens
(12).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Anteil des zurückgeführten Teilstromes (2a) ein fixer Anteil, insbesondere 50%,
des Hauptstromes (2) ist, oder
- der Anteil des zurückgeführten Teilstromes (2a) stufenweise erhöht werden kann,
insbesondere durch Öffnen der Sperrventile in mehreren parallelen Armen der Rückführstrecke
(3), oder
- der Anteil des rückgeführten Teilstromes (2a) kontinuierlich verändert wird, so
dass der Mindestdruckabfall gerade erreicht wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Rückführung an einen Punkt vor der den Arbeitsdruck für die Cavitator-Strecke
(1) liefernde Pumpe (4) erfolgt, und/oder
- bei einer als Mischer eingesetzten Cavitator-Anlage die Rückführung an einen Punkt
vor dem Mischpunkt (5) der beiden Komponenten erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Druckabfall kontinuierlich gemessen wird und einer Steuerung (6) zugeführt wird,
die den Durchfluss durch die Rückführstrecke (3), insbesondere ein dort installiertes
Stellventil (7), regelt, und/oder
- als Steuerung (6) ein Differenzdruckregler verwendet wird, und/oder
- die den Mindestdruckabfall beeinflussenden Eigenschaften des Produktes, insbesondere
Anlieferungsdruck, Temperatur, Viskosität des Produktes bzw. wenigstens seiner Hauptkomponente
ständig oder in Intervallen gemessen und der Mindestdruckabfall in Abhängigkeit davon
von der Steuerung (6) verändert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Cavitator-Strecke (1) zwei oder mehr gleichdimensionierte Cavitatoren (1a, b..)
umfasst und bei Unterschreitung des Mindestdruckabfalls die Cavitatoren der Reihe
nach stillgelegt werden bis nur noch ein Cavitator (1b) durchflossen wird, und/oder
- bei Betrieb nur eines Teils der Cavitatoren (1a, b...), insbesondere bei einer Cavitator-Strecke
mit zwei Cavitatoren (1a, b) nur ein Cavitator, in Betrieb ist, die im Betrieb befindlichen
Cavitatoren bzw. der eine im Betrieb befindliche Cavitator (1b) oder (1a) nach einer
festgelegten Zeitspanne im Turnus gewechselt wird, und/oder
- bei Betrieb nur eines Teils der Cavitatoren der Cavitator-Strecke (1) die stillgesetzten
Cavitatoren (a, b) nacheinander oder allesamt zugeschaltet werden, wenn der Druckabfall
über der nur teilweise betriebenen Cavitator-Strecke (1) um 30 %, insbesondere besser
um 50% über dem Mindestdruckabfall liegt bzw. 5,5 Bar, besser 6,0 Bar erreicht hat.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Mindestdruckabfall unter Berücksichtigung der Eigenschaften des zu verarbeitenden
Produktes, insbesondere wenigstens der Eigenschaften der Hauptkomponente des Produktes,
festgelegt wird, und/oder
- der Zeitraum des Wechsels in Abhängigkeit von den Eigenschaften des zu verarbeitenden
Produktes, insbesondere wenigstens der Hauptkomponente des zu verarbeitenden Produktes,
festgelegt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zur Stilllegung eines Cavitatos sowohl die Zufuhrleitung (8) als auch die Abführleitung
(9) vor und hinter dem Cavitator (1a) gesperrt wird, und/oder
- in der Cavitator-Strecke (1) unterschiedlich groß dimensionierte Cavitatoren eingesetzt
werden und bei Unterschreiten des Druckabfalls zunächst der kleinste Cavitator stillgelegt
wird, sofern dies nicht ausreicht anstelle des kleinsten der nächst größere usw.,
bis das Stilllegen nur eines Cavitators nicht mehr ausreicht und analog fortgefahren
wird mit der Stilllegung eines zweiten Cavitators, und/oder
- bei Überschreiten des Mindestdruckabfalls um 20 % die zuletzt durchgeführte Durchflusssteigerungsmaßnahme
rückgängig gemacht wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die axiale Verstellung des Hindernisbäumchens (12) zwischen zwei Endlagen erfolgt
und insbesondere mittels eines Druckluftzylinders (13) durchgeführt wird, und/oder
- die axiale Verstellung in Stufen oder stufenlos kontinuierlich, insbesondere mittels
eines Servomotors, durchgeführt wird, und/oder
- bei kontinuierlicher Spaltverstellung in direkter Abhängigkeit von dem Druckabfall
so durchgeführt wird, dass der erforderliche Mindestdruckabfall gerade erreicht wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Mindestdruckabfall so festgelegt wird, dass bei Wasser als zu verarbeitendes
Produkt bzw. Hauptkomponente des zu verarbeitenden Produktes bei einer Temperatur
von 20° C +/- 2° (14a, b...) eine Fließgeschwindigkeit von mindestens 15 m/s an den
einzelnen Hinderniskörpern erreicht oder überschritten, insbesondere an allen Hinderniskörpern
erreicht oder überschritten wird, und/oder
- der Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke (1) bei der Behandlung von Wasser
oder von Produkten mit Wasser als Hauptkomponente, insbesondere bei einer Verarbeitungstemperatur
von 20° C +/- 2° C 4,0 Bar beträgt, und/oder
- ein Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke (1) festgelegt wir, insbesondere
unter Berücksichtigung der Eigenschaften, beispielsweise der Temperatur des zu verarbeitenden
Produktes.
11. Verfahren zur Durchflussanpassung einer Cavitator-Anlage mit einer Rückführung von
einem Punkt nach der Cavitator-Strecke (1) zu einem Punkt vor dem Cavitator und einer
Spaltbreitenverstellung des Cavitators zwischen großem und kleinem Spalt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke ermittelt wird,
- bei Absinken des Druckabfalls unter den Mindestdruckabfall der Cavitator (1a) von
großen Spalt (12) auf kleinen Spalt (12') reduziert wird, und
- bei weiterem Unterschreiten des Mindestdruckabfalls die Rückführung (3) zunehmend
geöffnet wird, bis der Mindestdruckabfall erreicht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei Betrieb des Cavitators (1a) mit kleiner Spaltbreite (12') auf große Spaltbreite
(12) umgeschaltet wird, wenn der Mindestdruckabfall um mindestens 30%, besser mindestens
50%, überschritten wird.
13. Verfahren zur Durchflussanpassung einer Cavitator-Anlage mit einer Rückführung von
einem Punkt nach der Cavitator-Strecke (1) zu einem Punkt vor der Cavitator-Strecke
(1) und einer Spaltbreitenverstellung der Cavitatoren (1a, b) zwischen großem und
kleinem Spalt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke (1) ermittelt wird, wobei ausgehend
von einem Betriebszustand, bei dem alle Cavitatoren (1a, b) in Betrieb sind und auf
große Spaltbreite (12) gestellt sind und die Rückführleitung (3) weitestgehend geschlossen
ist, bei einem Absinken des Druckabfalls unter dem Mindestdruckabfall,
- zuerst einer oder nacheinander mehrere Cavitatoren (1a, b..) geschlossen werden,
- danach der verbleibende letzte Cavitator (1b) oder bei mehreren in Betrieb befindlichen
Cavitatoren wenigstens einer der in Betrieb befindlichen Cavitatoren die Spaltweite
von groß (12) auf klein (12') verstellt wird, und
- als letztes bei nur noch einem in Betrieb befindlichen Cavitator (1b) mit, insbesondere
geringer Spaltbreite (12') die Rückführleitung (3) zunehmend geöffnet wird, bis der
Mindestdruckabfall erreicht ist, und insbesondere die Rückführleitung (3) im regulären
Betrieb nie geschlossen wird, sondern immer mindestens 2%, besser mindestens 5% des
Hauptstromes (2) durch die Rückführleitung (3) zurückgeführt werden.
14. Verfahren zur Durchflussanpassung einer Cavitator-Anlage mit zwei gleich großen separat
stilllegbaren, parallel geschalteten Cavitatoren sowie mit einer Rückführung (3) von
einem Punkt nach der Cavitator-Strecke (1) zu einem Punkt vor der Cavitator-Strecke
(1) und einer Spaltbreitenverstellung der Cavitatoren (1a....) zwischen großem und
kleinen Spalt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- bei Abfallen der angelieferten Produktmenge pro Zeiteinheit unter 75% der maximalen
Durchsatzmenge der Anlage einer der Cavitatoren (1a) von großer auf kleine Spaltbreite
verstellt wird, der andere noch auf großer Spaltbreite belassen wird,
- bei Absinken der Anliefermenge auf die Hälfte der maximalen Durchsatzleistung der
Cavitator, der auf kleine Spaltweite verstellt war, ganz geschlossen wird,
- bei Absinken der Anlieferungsmenge auf oder unter 25% der maximalen Durchsatzmenge
der im Betrieb befindliche Cavitator auf kleine Spaltbreite verstellt wird und
- wenn in diesem Zustand der erforderliche Mindestdruckabfall über der Cavitator-Strecke
(1) immer noch erreicht wird, die Rückführleitung (3) zunehmend geöffnet wird, so
dass der Mindestdruckabfall nach Möglichkeit erreicht wird.
15. Cavitator-Anlage (1) mit
- einer Cavitator-Strecke mit mehreren parallel zueinander geschalteten Cavitatoren
(1a, b), wobei die Spaltbreite in den Cavitatoren verstellbar ist, insbesondere zwischen
einer großen (12) und einer kleinen (12') Spaltbreite (1a, b), insbesondere mittels
Druckluftzylinder (13),
- einer Pumpe in der Zufuhrleitung zur Cavitator-Strecke,
- einer Differenzdruck-Messvorrichtung (15) zwischen Punkten (16a, b) nach und vor
der Cavitator-Strecke (1), und
- gegebenenfalls einer Einspeiseleitung (17) für eine zweite Komponente, die in der
Hauptstrecke vor der Pumpe (4) mündet,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Cavitatoren (1a,b...) einzeln und unabhängig voneinander sowohl abschaltbar
durch Sperren der Zu- und Abführleitung (8, 9)zu den einzelnen Cavitatoren (1a, b...)
als auch
- verstellbar hinsichtlich ihrer Spaltbreite sind,
- eine Steuerung (6) vorhanden ist, die in Abhängigkeit des von der Differenzdruck-Messvorrichtung
gemessenen Druckabfalls über der Cavitator-Strecke die einzelnen Cavitatoren (1a,
b..) ansteuert hinsichtlich sowohl Öffnen und Schließen als auch im geöffneten Zustand
Verstellen von großer (12) auf kleine (12') Spaltbreite und umgekehrt.
16. Cavitator-Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Anlage eine Rückführleitung (3) von einem Punkt (3a) nach der Cavitator-Strecke
(1) zu einem Punkt (3b) vor der Pumpe (4), insbesondere dem Zuführpunkt für die zweite
Komponente aufweist, mit einem Regelventil (7) in der Rückführleitung (3), welches
ebenfalls von der Steuerung (6) angesteuert wird, und/oder
- jeder Cavitator (1a,b..) durch Sperrventile (18a, b) sowohl vor als auch hinter
dem Cavitator (1a...) verschließbar ist, und/oder
- das Regelventil (7) in der Rückführstrecke (3) nahe am Mündungspunkt (3b) der Rückführstrecke
im Hauptstrang angeordnet ist.
17. Cavitator-Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Messpunkte für die Druckmessung der Differenzdruck-Messvorrichtung einerseits
zwischen dem Ende der Cavitator-Strecke (1) und der Abzweigung (3a) für die Rückführung
(3) liegt und andererseits zwischen der Pumpe (4) und der Cavitator-Strecke (1), und/oder
- zwischen der Einspeiseleitung (17) für die zweite Komponente und der Rückführleitung
(3) eine Verbindungsleitung (19) besteht, die insbesondere in der Zuführleitung (17)
zwischen dem Dosierventil (20) und dem Mündungspunkt der Einspeiseleitung (17) im
Hauptstang ansetzt.