[0001] Die Erfindung betrifft einen Kugelgelenk-Abzieher zum Lösen von Kugelgelenkverbindungen
von Achs- und Lenksystemen, wie Lenkhebeln, Spurspangen, Stabilisatoren usw..
[0002] Kugelgelenke übertragen und nehmen Kräfte aus mehreren Richtungen auf. Im Fahrzeugbau
werden sie beispielsweise im Bereich der Lenkung bzw. der Spurstange sowie zur gelenkigen
Verbindung eines Querlenkers des Fahrwerks mit einem Achsschenkel oder einem Federdämpferbein
eingesetzt. Die Kugelgelenke weisen hierzu einen Kugelgelenkzapfen auf, d.h. einen
Bolzen mit einer an einem axialen Ende ausgebildeten Kugel. Üblicherweise ist der
Bolzen konisch und in einer entsprechend konisch ausgebildeten Lageraufnahme festgelegt.
Zur festsitzenden Montage wird der Kugelgelenkzapfen mittels einer Befestigungsmutter
in die Lageraufnahme eingezogen. Zum Abziehen bzw. Ausdrücken solcher Kugelgelenkzapfen
bzw. Kugelgelenke kommen die vorliegend als Kugelgelenk-Abzieher bezeichneten Vorrichtungen
zum Einsatz.
[0003] Eine solche Vorrichtung zählt beispielsweise durch die
DE 298 06 883 U1 zum Stand der Technik. Die Vorrichtung umfasst einen Stützhebel sowie einen Presshebel,
die über ein Stellelement im Abstand einstellbar voneinander gehalten sind. Ferner
ist eine Druckeinheit in Form einer mechanischen Spindel vorgesehen mittels der Presshebel
und Stützhebel gegeneinander verschwenkbar sind. An dem einen Ende von Stützhebel
und Presshebel greift die Spindel an. In der Mitte ist das Stellelement vorgesehen.
Am anderen Ende des Stützhebels ist eine gabelförmige Aufnahme vorgesehen, während
der Presshebel mit einem Pressabschnitt versehen ist.
[0004] Zum Abziehen einer Kugelgelenkverbindung wird der Kugelgelenk-Abzieher mittels des
Stellelements in der Höhe voreingestellt und an die Kugelgelenkverbindung angesetzt,
so dass der Stützhebel mit seiner gabelförmigen Aufnahme zwischen dem Kugelgelenk
und der Lageraufnahme des Kugelgelenkzapfens zur Anlage gelangt. Nach dem Justieren
von Presshebel und Stützhebel wird die Spindel betätigt. Hierdurch kommt es zu einer
Schwenkbewegung des Presshebels, der mit seinem Pressabschnitt oberseitig auf den
Kugelgelenkzapfen drückt, so dass dieser aus der Lageraufnahme herausgedrückt und
die Kugelgelenkverbindung abgezogen werden kann.
[0005] Bekannt ist aus dem
DE-296 07 447 U1 auch eine Ausführungsform eines Kugelgelenk-Abziehers, bei der die Spindel wahlweise
am Stützhebel oder am Presshebel angesetzt werden kann. Hierzu ist sowohl im Stützabschnitt
des Stützhebels als auch im Betätigungsabschnitt des Presshebels eine Gewindebohrung
vorgesehen, in welcher die Spindel eingeschraubt werden kann. Je nach zur Verfügung
stehenden Platzverhältnissen kann die Spindel getauscht und entweder von der Seite
des Stützhebels oder von der Seite des Presshebels her betätigt werden. Dies erleichtert
das Arbeiten, insbesondere unter beengten räumlichen Platzverhältnissen.
[0006] Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zu Grunde, einen
Kugelgelenk-Abzieher anwendungs- bzw. handhabungstechnisch zu verbessern.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in einem Kugelgelenk-Abzieher
gemäß den Merkmalen von Anspruch 1.
[0008] Danach ist vorgesehen, dass die Druckeinheit über einen Steckzapfen mit integriertem,
federbelastetem Sperrkörper zumindest mittelbar mit einer Gewindebohrung des Stützhebels
oder des Presshebels koppelbar ist. Auf diese Weise wird eine Schnellkupplung für
die Festlegung der Druckeinheit bzw. eines zur Druckeinheit gehörenden Stützkörpers
geschaffen, wobei dieser in der Gewindebohrung des Stützhebels oder des Presshebels
montiert werden kann. Hierbei wird der Steckzapfen in die Gewindebohrung eingesteckt
ohne mit dem Gewinde der Gewindebohrung in Eingriff zu gelangen. Die Fixierung des
Steckzapfens erfolgt über den Sperrkörper. Auf diese Weise ist ein schneller Austausch
und je nach Ausführungsform der Druckeinheit auch ein Wechsel der Montageseite möglich.
Durch den Umbau kann der zur Verfügung stehende Raum besser ausgenutzt werden. Der
Umbau ist schnell und mit wenigen Handgriffen möglich.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des grundsätzlichen Erfindungsgedankens
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 12.
[0010] Der Steckzapfen durchsetzt die Gewindebohrung, wobei der Sperrkörper in seiner Sperrstellung
an einer Schulter der Gewindebohrung zur Anlage gelangt. Hierdurch ist eine zuverlässige
Lagefixierung des Steckzapfens bzw. der zugehörigen Komponente der Druckeinheit in
der Gewindebohrung möglich.
[0011] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst die Druckeinheit eine Spindelstange
und einen Stützkörper, wobei der Steckzapfen Bestandteil des Stützkörpers ist und
sich die Spindelstange mit ihrem Stangenkopf an einer Stützfläche des Stützkörpers
abstützt. Die Stützfläche ist insbesondere konkav ausgebildet. Der Stützkörper weist
an seinem spindelstangenseitigen Ende ein gegenüber dem Steckzapfen verbreitetes Kopfende
auf. Mit dem überstehenden Ringkragen am Kopfende liegt der Stützkörper je nach Einbausituation
entweder am Stellhebel oder am Presshebel an.
[0012] Zur Erleichterung der Betätigung und Verringerung der Reibung zwischen Spindelstange
und Stützfläche ist stirnseitig im Stangenkopf ein Rollkörper, beispielsweise eine
Kugel angeordnet. Hierzu ist der Rollkörper in einer Bohrung in der Stirnseite des
Stangenkopfs frei drehbar eingegliedert. Der Stangenkopf kann lösbar mit der Spindelstange
gekoppelt sein, so dass ein einfacher Austausch möglich ist.
[0013] Die Gewindebohrung, insbesondere die Gewindebohrung im Stützhebel, kann in einem
lösbar im Stützhebel festlegbaren Adaptereinsatz vorgesehen sein. Dies ermöglicht
den Einsatz verschiedener Druckeinheiten bzw. im Durchmesser verschieden großer Druckeinheiten,
wie mechanische Spindeln oder Fetthydraulik-Spindeln ebenso wie den Einsatz von Hydraulikzylindern
als Kraft erzeugende Komponente der Druckeinheit. Zur Montage des Adaptereinsatzes
im Stützhebel weist dieser ein Außengewinde auf, mit welchem der Adaptereinsatz in
eine entsprechende Gewindebohrung im Stützhebel festgelegt ist.
[0014] Wie erwähnt, kann die Druckeinheit einen Hydraulikzylinder umfassen. In diesem Fall
ist der Steckzapfen an den Hydraulikzylinder angegliedert. Hierdurch kann der Hydraulikzylinder
einfach und schnell wahlweise in der Gewindebohrung im Stützhebel oder im Presshebel
festgelegt werden.
[0015] Der erfindungsgemäße Kugelgelenk-Abzieher wird anwendungstechnisch zusätzlich durch
die Ausgestaltung des Stellelements verbessert. Das Stellelement weist einen Stangenkörper
mit einem Gewindeabschnitt auf, welcher in einer Gewindebohrung im Stützhebel geführt
ist. An seinem presshebelseitigen Ende besitzt der Stangenkörper einen verdickten
Pendelkopf, welcher in einer an einem Durchbruch im Presshebel ausgebildeten Kalotte
zur Anlage gelangt. Koaxial zum Stangenkörper ist eine Schraubendruckfeder zwischen
dem Stützhebel und dem Presshebel angeordnet. Vorzugsweise stützt sich die Schraubendruckfeder
über einen Federteller am Presshebel ab. Durch das Einstellen des Stellelements mittels
des Stangenkörpers wird der Abstand zwischen dem Stützhebel und dem Presshebel voreingestellt.
Anschließend wird die Druckeinheit betätigt, so dass sich der Pressabschnitt des Presshebels
und der Gabelabschnitt des Stützhebels aufeinander zu bewegen und ein Ausdrücken des
Kugelgelenkzapfens aus der jeweiligen Lageaufnahme bewirkt wird. Der Pendelkopf am
presshebelseitigen Ende des Stangenkörpers ermöglicht hierbei eine begrenzt räumliche
Bewegung zwischen Presshebel und Stützhebel, auch quer zur eigentlichen Schwenkbewegung
zwischen den beiden Bauteilen. Auch diese Maßnahme erleichtert die Handhabung und
den Demontagevorgang beim Abziehen eines Kugelgelenks, insbesondere, wenn das Ansetzen
des Kugelgelenk-Abziehers nicht fluchtend möglich ist.
[0016] Um die begrenzt räumliche Schwenkbewegung des Pendelkopfes in der Kalotte zu ermöglichen
ist insbesondere vorgesehen, dass der Pendelkopf kugelabschnittsförmige Außenflächensegmente
und die Kalotte entsprechend an die Konfiguration der Außenflächensegmente angepasste,
kugelabschnittsförmige Innenflächensegmente aufweist.
[0017] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- in perspektivischer Darstellungsweise eine erste Ausführungsform eines Kugelgelenk-Abziehers;
- Figur 2
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 1 in der Seitenansicht;
- Figur 3
- die Darstellung von Figur 2 in der Draufsicht;
- Figur 4
- den Kugelgelenk-Abzieher in einer ersten Schnittdarstellung;
- Figur 5
- den Kugelgelenk-Abzieher in einer zweiten Schnittdarstellung;
- Figur 6
- in perspektivischer Darstellungsweise den Kugelgelenk-Abzieher entsprechend der Darstellung
von Figur 1, jedoch mit getauschter Handhabungsseite;
- Figur 7
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 6 in der Seitenansicht;
- Figur 8
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 7 in einer vertikalen Schnittdarstellung;
- Figur 9
- in perspektivischer Darstellungsweise eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Kugelgelenk-Abziehers;
- Figur 10
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 9 in der Seitenansicht;
- Figur 11
- die Darstellung der Figur 10 in einer vertikalen Schnittdarstellung;
- Figur 12
- in perspektivischer Darstellungsweise eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Kugelgelenk-Abziehers;
- Figur 13
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 12 in der Draufsicht;
- Figur 14
- den Kugelgelenk-Abzieher gemäß der Figur 12 in der Seitenansicht;
- Figur 15
- die Darstellung der Figur 14 in einer vertikalen Schnittdarstellung;
- Figur 16
- eine bei einem erfindungsgemäßen Kugelgelenk-Abzieher einsetzbare Druckeinheit in
Form eines Hydraulikzylinders in der Seitenansicht und
- Figur 17
- eine zweite Ausführungsform einer Druckeinheit in Form eines Hydraulikzylinders.
[0018] Einander entsprechende Bauteile bzw. Bauteilkomponenten tragen in allen Figuren die
gleichen Bezugszeichen.
[0019] Anhand der Figuren 1 bis 5 bzw. 6 bis 8 wird eine erste Ausführungsform eines Kugelgelenk-Abziehers
1 erläutert. Eine zweite Ausführungsform eines Kugelgelenk-Abziehers 2 ist in den
Figuren 9 bis 11 dargestellt. Die Beschreibung einer dritten Ausführungsform eines
Kugelgelenk-Abziehers 3 erfolgt anhand der Figuren 12 bis 17. Der grundsätzliche Aufbau
der Kugelgelenk-Abzieher 1 - 3 ist gleich. Die Kugelgelenk-Abzieher 1 - 3 unterscheiden
sich im Wesentlichen durch die Art ihrer Betätigung mittels einer Druckeinheit 4.
Bei dem Kugelgelenk-Abzieher 1 kommt eine Druckeinheit 4 mit einer mechanischen Spindel
5 zum Einsatz. Zur Betätigung des Kugelgelenk-Abzieher 2 ist als Druckeinheit 4 eine
Fetthydraulik-Spindel 6 vorgesehen. Beim Kugelgelenk-Abzieher 3 ist die Druckeinheit
4 ein Hydraulikzylinder 7.
[0020] Jeder Kugelgelenk-Abzieher 1 - 3 umfasst einen Stützhebel 8 sowie einen Presshebel
9. Der Stützhebel 8 weist einen Gabelabschnitt 10 mit einer gabelförmigen Aufnahme
11, einen Übergangsabschnitt 12 sowie einen Stützabschnitt 13 auf. Der Presshebel
9 besitzt einen Pressabschnitt 14, einen Übergangsabschnitt 15 sowie einen Betätigungsabschnitt
16. Zwischen dem Übergangsabschnitt 12 des Stützhebels 8 und dem Übergangsabschnitt
15 des Presshebels 9 ist ein Stellelement 17 eingegliedert. Mittels des Stellelements
17 ist der Abstand A zwischen dem Stützhebel 8 und dem Presshebel 9 einstellbar. Die
Druckeinheit 4 ist zwischen dem Stützabschnitt 13 des Stützhebels 8 und dem Betätigungsabschnitt
16 des Presshebels 9 eingliederbar. Bei Betätigung der Druckeinheit 4 werden der Stützhebel
8 und der Presshebel 9 gegeneinander verschwenkt, wie dies anhand des Pfeils P in
der Figur 5 verdeutlicht ist.
[0021] Sowohl im Stützabschnitt 13 des Stützhebels 8 als auch im Betätigungsabschnitt 16
des Presshebels 9 ist jeweils eine Gewindebohrung 18 bzw. 19 vorhanden. Zur Druckeinheit
4 gehört ein Steckzapfen 20 mit integriertem, federbelastetem Sperrkörper 21. Über
den Steckzapfen 20 ist die Druckeinheit 4 an die Gewindebohrung 18 des Stützhebels
8 oder der Gewindebohrung 19 des Presshebels 9 koppelbar. Der Steckzapfen 20 wird
in die Gewindebohrung 18 bzw. 19 eingesteckt ohne mit dem Gewinde 22, 23 der Gewindebohrung
18 bzw. 19 in Eingriff zu gelangen. Auf diese Weise wird eine Schnellkupplung für
die Festlegung des Steckzapfens 20 geschaffen, wobei dieser je nach Ausführungsform
der Druckeinheit 4 wahlweise in der Gewindebohrung 18 des Stützhebels 8 oder der Gewindebohrung
19 des Presshebels 9 montiert werden kann. Die Fixierung des Steckzapfens 20 erfolgt
über den Sperrkörper 21. Der Sperrkörper 21 ist durch eine Kugel 24 gebildet, welche
unter Eingliederung einer Spiralfeder 25 in einer Querbohrung 26 des Steckzapfens
20 angeordnet ist. Der Steckzapfen 20 durchsetzt die jeweilige Gewindebohrung 18 bzw.
19, wobei der Sperrkörper 21 durch die Spiralfeder 25 in die Sperrstellung gedrückt
wird und hierbei an einer Schulter 27 der Gewindebohrung 18 bzw. 19 zur Anlage gelangt.
[0022] Bei dem Kugelgelenk-Abzieher 1 in der Ausführungsform gemäß der Figuren 1 bis 5 bzw.
6 bis 8 ist die Druckeinheit 4, wie erwähnt, durch die mechanische Spindel 5 gebildet.
Diese umfasst eine Spindelstange 28 mit Außengewinde 29 und einen im vertikalen Querschnitt
T-förmigen Stützkörper 30. Der Steckzapfen 20 ist Bestandteil des Stützkörpers 30.
Die Spindelstange 28 weist an einem Ende 31 einen Stangenkopf 32 und am anderen Ende
33 einen Betätigungsmehrkant 34 auf. Mit ihrem Stangenkopf 32 stützt sich die Spindelstange
28 bei der Betätigung an einer konkav ausgebildeten Stützfläche 35 des Stützkörpers
30 ab. Stirnseitig im Stangenkopf 32 ist eine Kugel 36 in einer Ausnehmung 37 angeordnet.
Hierdurch stützt sich die Spindelstange 28 mit ihrem Stangenkopf 32 bei der Betätigung
rollend an der Stützfläche 35 ab.
[0023] Beim Einsatz des Kugelgelenk-Abziehers 1 wie in den Figuren 1 bis 5 dargestellt,
ist der Stützkörper 30 mit seinem Steckzapfen 20 in die Gewindebohrung 19 des Presshebels
9 eingesteckt und dort mittels des Sperrkörpers 21 verriegelt. Die Spindelstange 28
ist in der Gewindebohrung 18 im Stützhebel 8 geführt. Die Gewindebohrung 18 selbst
ist in einem lösbar im Stützhebel 8 festlegbaren Adaptereinsatz 38 vorgesehen. Der
Adaptereinsatz 38 seinerseits weist ein Außengewinde 39 auf und ist über das Außengewinde
39 in einer im Durchmesser größeren, mit einem Innengewinde 40 versehenen Gewindebohrung
41 im Stützhebel 8 festgelegt. Zur einfachen Montage bzw. Demontage des Adaptereinsatzes
38 weist dieser einen Mutternkopf 42 mit Schlüsselansatzflächen 43 auf. Zur Betätigung
der Druckeinheit 4 bzw. der Spindel 5 wird die Spindelstange 28 mittels eines an den
Betätigungsmehrkant 34 angesetzten Werkzeuges gedreht und auf diese Weise der Abstand
A zwischen dem Stützabschnitt 13 des Stützhebels 8 und dem Betätigungsabschnitt 16
des Presshebels 9 verändert. Hierdurch wird die Schwenkbewegung zwischen Presshebel
9 und Stützhebel 8 bewirkt.
[0024] Beim Einsatz des Kugelgelenk-Abziehers 1 wie in den Figuren 6 bis 8 dargestellt erfolgt
die Betätigung der Spindel 5 von der anderen Seite her, d.h. die Komponenten der Druckeinheit
4 sind getauscht. Die Spindelstange 28 ist in die Gewindebohrung 19 des Presshebels
9 geschraubt, wohin gegen der Stützkörper 30 mit seinem Steckzapfen 20 in die Gewindebohrung
18 im Stützhebel 8 eingesteckt ist.
[0025] Bei dem Kugelgelenk-Abzieher 2, wie anhand der Figuren 9 bis 11 beschrieben, umfasst
die Druckeinheit 4 eine Fetthydraulik-Spindel 6. Diese weist ein Außenrohr 44 und
eine im Außenrohr 44 geführte Spindelstange 45 auf. Das Außenrohr 44 ist mit einem
Außengewinde 46 versehen. Zur Montage der Fetthydraulik-Spindel 6 wird diese mit dem
Außenrohr 44 in die Gewindebohrung 41 im Stützhebel 8 eingeschraubt. Ein gegebenenfalls
vorher im Stützhebel 8 eingeschraubter Adaptereinsatz 38 ist hierzu entfernt worden.
Der Durchmesser der Gewindebohrung 41 ist angepasst auf den Durchmesser des Außenrohrs
44. Die Spindelstange 45 weist an einem Ende 47 einen Betätigungsmehrkant 48 und an
ihrem anderen Ende 49 einen Stangenkopf 50 auf. Dieser ist lösbar mit dem Ende 49
verbunden, beispielsweise verschraubt. Im Stangenkopf 50 ist, wie zuvor beschrieben,
eine Kugel 36 gelagert. Der Stützkörper 30 ist mit seinem Steckzapfen 20 in die Gewindebohrung
19 im Presshebel 9 eingesteckt.
[0026] Bei dem Kugelgelenk-Abzieher 3, wie anhand der Figuren 12 bis 15 dargestellt, umfasst
die Druckeinheit 4 einen Hydraulikzylinder 7, welcher mit einer Spindelstange 51 zusammenwirkt.
An der Unterseite 52 des Hydraulikzylinders 7 ist ein Steckzapfen 53 angegliedert.
In diesen ist, wie zuvor beschrieben, eine federbelastete Kugel 24 als Sperrkörper
21 integriert. Mittels des Steckzapfens 53 kann der Hydraulikzylinder 7 in der Gewindebohrung
41 an Stützhebel 8 festgelegt werden. Die Kraftübertragung zwischen Stützhebel 8 und
Presshebel 9 erfolgt vom Hydraulikzylinder 7 über die Spindelstange 51, welche in
die Gewindebohrung 19 im Presshebel 9 eingeschraubt ist.
[0027] Der in der Figur 17 dargestellte Hydraulikzylinder 7 weist einen im Durchmesser kleineren
Steckzapfen 54 auf. Diese Ausführungsform ist dazu geeignet wahlweise in die Gewindebohrung
18 im Stützhebel 8 bzw. im Adaptereinsatz 38 oder in die Gewindebohrung 19 im Presshebel
9 eingesteckt zu werden.
[0028] Das Stellelement 17 weist einen Stangenkörper 55 mit einem Gewindeabschnitt 56 auf,
welcher in einer Gewindebohrung 57 im Stützhebel 8 geführt ist. An seinem presshebelseitigen
Ende 58 besitzt der Stangenkörper 55 einen verdickten Pendelkopf 59. Der Pendelkopf
59 kommt in einer Kalotte 60 im Presshebel 9 zur Anlage. Die Kalotte 60 ist an der
Außenseite 61 des Presshebels 9 an einem Durchbruch 62 im Presshebel 9 ausgebildet.
Koaxial zum Stangenkörper 55 ist eine Schraubendruckfeder 63 zwischen dem Stützhebel
8 und dem Presshebel 9 angeordnet. Diese stützt sich über einen Federteller 64 am
Presshebel 9 ab. Durch einstellen des Stellelements 17 wird der Abstand A zwischen
dem Stützhebel 8 und dem Presshebel 9 voreingestellt. Hierzu wird der Stangenkörper
55 durch eine Schraubbewegung in der Gewindebohrung verlagert. Die Schraubbewegung
zum Verlagern des Stangenkörpers 55 erfolgt vom Pendelkopf 59 aus.
[0029] Der Pendelkopf 59 weist kugelabschnittsförmige Außenflächensegmente 65 auf. Die Kalotte
60 besitzt entsprechend an die Konfiguration der Außenflächensegmente 65 angepasste
kugelabschnittsförmige Innenflächensegmente 66. Hierdurch ist eine begrenzte räumliche
Bewegung zwischen Presshebel 9 und Stützhebel 8 auch quer zur eigentlichen Schwenkbewegung
möglich.
[0030] Die Kugelgelenk-Abzieher 1 - 3 kommen zum Lösen von in den Zeichnungen nicht dargestellten
Kugelgelenkverbindungen an Achs- und Lenksystemen, wie Lenkhebeln, Spurstangen oder
Stabilisatoren usw. zum Einsatz. Zum Abziehen einer Kugelgelenkverbindung wird der
Kugelgelenk-Abzieher 1 - 3 mittels des Stellelements 17 in der Höhe bzw. in Abstand
A voreingestellt und an die Kugelgelenkverbindung angesetzt, so dass der Stützhebel
8 mit seiner gabelförmigen Aufnahme 11 zwischen dem Kugelgelenk und der Lageaufnahme
des Kugelgelenkzapfens zur Anlage gelangt. Nach dem Justieren von Presshebel 9 und
Stützhebel 8 wird die Druckeinheit 4 betätigt. Hierdurch kommt es zu einer Schwenkbewegung
P zwischen Presshebel 9 und Stützhebel 8, wobei der Presshebel 9 mit seinem Pressabschnitt
14 oberseitig auf den Kugelgelenkzapfen drückt. Infolge dessen wird der Kugelgelenkzapfen
aus der Lageaufnahme herausgedrückt und die Kugelgelenkverbindung kann abgezogen werden.
Bezugszeichen:
[0031]
- 1 -
- Kugelgelenk-Abzieher
- 2 -
- Kugelgelenk-Abzieher
- 3 -
- Kugelgelenk-Abzieher
- 4 -
- Druckeinheit
- 5 -
- Spindel
- 6 -
- Fetthydraulik-Spindel
- 7 -
- Hydraulikzylinder
- 8 -
- Stützhebel
- 9 -
- Presshebel
- 10 -
- Gabelabschnitt
- 11 -
- Aufnahme
- 12 -
- Übergangsabschnitt
- 13 -
- Stützabschnitt
- 14 -
- Pressabschnitt
- 15 -
- Übergangsabschnitt
- 16 -
- Betätigungsabschnitt
- 17 -
- Stellelement
- 18 -
- Gewindebohrung in 13
- 19 -
- Gewindebohrung in 16
- 20 -
- Steckzapfen
- 21 -
- Sperrkörper
- 22 -
- Gewinde
- 23 -
- Gewinde
- 24 -
- Kugel
- 25 -
- Spiralfeder
- 26 -
- Querbohrung
- 27 -
- Schulter
- 28 -
- Spindelstange
- 29 -
- Außengewinde
- 30 -
- Stützkörper
- 31 -
- Ende von 28
- 32 -
- Stangenkopf
- 33 -
- Ende von 28
- 34 -
- Betätigungsmehrkant
- 35 -
- Stützfläche
- 36 -
- Kugel
- 37 -
- Ausnehmung
- 38 -
- Adaptereinsatz
- 39 -
- Außengewinde
- 40 -
- Innengewinde
- 41 -
- Gewindebohrung
- 42 -
- Mutternkopf
- 43 -
- Schlüsselansatzfläche
- 44 -
- Außenrohr v. 6
- 45 -
- Spindelstange
- 46 -
- Außengewinde
- 47 -
- Ende v. 45
- 48 -
- Betätigungsmehrkant
- 49 -
- Ende v. 45
- 50 -
- Stangenkopf
- 51 -
- Spindelstange
- 52 -
- Unterseite v. 7
- 53 -
- Steckzapfen
- 54 -
- Steckzapfen
- 55 -
- Stangenkörper
- 56 -
- Gewindeabschnitt
- 57 -
- Gewindebohrung
- 58 -
- Ende v. 55
- 59 -
- Pendelkopf
- 60 -
- Kalotte
- 61 -
- Außenseite v. 9
- 62 -
- Durchbruch
- 63 -
- Schraubendruckfeder
- 64 -
- Federteller
- 65 -
- Außenflächensegmente
- 66 -
- Innenflächensegmente
- A -
- Abstand
- P -
- Schwenkbewegung
1. Kugelgelenk-Abzieher zum Lösen von Kugelgelenkverbindungen an Achs- und Lenksystemen,
welcher einen Stützhebel (8) sowie einen Presshebel (9) umfasst, wobei der Stützhebel
(8) einen Gabelabschnitt (10) mit einer gabelförmigen Aufnahme (11), einen Übergangsabschnitt
(12) sowie einen Stützabschnitt (13) aufweist und der Presshebel (9) einen Pressabschnitt
(14), einen Übergangsabschnitt (15) sowie einen Betätigungsabschnitt (16) aufweist
und zwischen dem Übergangsabschnitt (12) des Stützhebels (8) und dem Übergangsabschnitt
(15) des Presshebels (9) ein Stellelement (17) eingegliedert ist, wobei der Abstand
(A) zwischen dem Stützhebel (8) und dem Presshebel (9) über das Stellelement (17)
einstellbar ist und zwischen dem Stützabschnitt (13) und dem Betätigungsabschnitt
(16) eine Druckeinheit (4) eingliederbar ist, bei deren Betätigung Stützhebel (8)
und Presshebel (9) gegeneinander verschwenkbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (4) über einen Steckzapfen (20, 53, 54) mit integriertem, federbelastetem
Sperrkörper (21) zumindest mittelbar mit einer Gewindebohrung (18, 19, 41) des Stützhebels
(8) oder des Presshebels (9) koppelbar ist.
2. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckzapfen (20, 53, 54) die Gewindebohrung (18, 19, 41) durchsetzt und der Sperrkörper
(21) in seiner Sperrstellung an einer Schulter (27) der Gewindebohrung (18, 19, 41)
zur Anlage gelangt.
3. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (4) eine Spindelstange (28, 45) und eine Stützkörper (30) umfasst,
wobei der Steckzapfen (20) Bestandteil des Stützkörpers (30) ist und sich die Spindelstange
(28, 45) mit ihrem Stangenkopf (32, 50) an einer Stützfläche (35) des Stützkörpers
(30) abstützt.
4. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass stirnseitig im Stangenkopf (32) eine Kugel (36) angeordnet ist.
5. Kugelgelenk-Abzieher nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenkopf (50) lösbar mit der Spindelstange (45) gekoppelt ist.
6. Kugelgelenk-Abzieher nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützfläche (35) konkav ausgebildet ist.
7. Kugelgelenk-Abzieher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebohrung (18) in einem lösbar im Stützhebel (8) festlegbaren Adaptereinsatz
(38) vorgesehen ist.
8. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Adaptereinsatz (38) ein Außengewinde (39) aufweist und über das Außengewinde
(39) in einer Gewindebohrung (41) im Stützhebel (8) festgelegt ist.
9. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (4) einen Hydraulikzylinder (7) umfasst, wobei der Steckzapfen (53,
54) an den Hydraulikzylinder (7) angegliedert ist.
10. Kugelgelenk-Abzieher nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (17) einen Stangenkörper (55) mit einem Gewindeabschnitt (56) umfasst,
welcher in einer Gewindebohrung (57) im Stützhebel (8) geführt ist und der Stangenkörper
(55) an seinem presshebelseitigen Ende (58) einen verdickten Pendelkopf (59) aufweist,
welcher in einer an einem Durchbruch (62) im Presshebel (9) ausgebildeten Kalotte
(60) zur Anlage gelangt, und wobei eine Schraubendruckfeder (63) koaxial zum Stangenkörper
(55) zwischen dem Stützhebel (8) und dem Presshebel (9) angeordnet ist.
11. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubendruckfeder (63) über einen Federteller (64) am Presshebel (9) abgestützt
ist.
12. Kugelgelenk-Abzieher nach Anspruche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Pendelkopf (59) kugelabschnittsförmige Außenflächensegmente (65) und die Kalotte
(60) an die Konfiguration der Außenflächensegmente (65) angepasste kugelabschnittsförmige
Innenflächensegmente (66) aufweist.