[0001] Die Erfindung betrifft ein Elektrohandwerkzeuggerät mit einem Aussengehäuse, in dem
ein Motor, ein Getriebe, ein Schlagwerk und eine Steuerungselektronik sowie ein geschlossener
Kühlkreislauf für ein Kühlmedium zur Kühlung der vorgenannten Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes
vorgesehen ist.
[0002] Bei Elektrohandwerkzeuggeräten mit Schlagwerk, wie Bohr-, Kombi- oder Meisselhämmer,
wird die vom Motor gelieferte mechanische Energie über das Getriebe und das Schlagwerk
in eine Dreh- und/oder Schlagbewegung für das in dem Elektrohandwerkzeuggerät angeordnete
Werkzeug umgewandelt.
[0003] Um die dabei entstehende Wärme abzuführen, sind durchzugsbelüftete Elektrohandwerkzeuggeräte
bekannt, bei denen über einen Lüfter Kühlluft von aussen durch das Elektrohandwerkzeuggerät
getrieben wird. Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass diese Elektrohandwerkzeuggeräte
keinen oder nur mit grossem konstruktiven Aufwand einen Schutz der Schutzart "IPX4"
oder "IPX5" hinsichtlich Feuchtigkeit bieten. Unter Schutzart wird in diesem Zusammenhang
der Schutzstandard verstanden, wie er in den entsprechenden Normen dargelegt ist.
IP steht gemäss DIN (Deutsche Industrienorm) für "International Protection" oder im
englischen Sprachraum für "Ingress Protection" (= Eindringschutz). Die Schutzart gibt
die Eignung eines Gerätes für verschiedene Umgebungsbedingungen an.
[0004] Aus der
DE 100 37 418 A1 ist ein Elektrohandwerkzeuggerät mit einem Aussengehäuse bekannt, in dem ein Motor,
ein Getriebe, ein Schlagwerk und eine Steuerungselektronik sowie ein geschlossener
Kühlkreislauf für ein flüssiges Kühlmedium zur Kühlung der vorgenannten Komponenten
des Elektrohandwerkzeuggerätes vorgesehen sind. Durch den geschlossenen Kühlkreislauf
kann das Elektrohandwerkzeuggerät vollständig nach aussen abgedichtet werden und weist
daher ohne besonderen Aufwand eine Schutzart von IPX4 und mehr auf.
[0005] Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass das Kühlmedium im längeren Betrieb die
aufgenommene Wärme nicht ausreichend an die Umgebung abgeben kann und sich daher aufheizt.
Bis zum Erreichen eines ausreichend tiefen Temperaturniveaus des Kühlmediums muss
der Einsatz des bekannten Elektrohandwerkzeuggerätes ausgesetzt werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Elektrohandwerkzeuggerät mit einem geschlossenen
Kühlkreislauf zur Kühlung der Komponenten zu schaffen, wobei das Elektrohandwerkzeuggerät
eine Schutzart von IPX4 und höher aufweist und einen Dauerbetrieb des Elektrohandwerkzeuggerätes
über einen längeren Zeitraum ermöglicht.
[0007] Die Aufgabe ist durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0008] Gemäss der Erfindung ist im Kühlkreislauf zur Kühlung des Kühlmediums ein fest mit
dem Elektrohandwerkzeuggerät verbundener Wärmetauscher vorgesehen.
[0009] Aufgrund des im Kühlkreislauf angeordneten Wärmetauschers wird dem erwärmten Kühlmedium
fortlaufend die von den Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes aufgenommene Wärme
entzogen und ein ausreichend tiefes Temperaturniveau des Kühlmediums zur Kühlung der
Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes gewährleistet. Das Kühlmedium ist vorteilhaft
flüssig und umfasst beispielsweise Wasser. Das Elektrohandwerkzeuggerät kann wesentlich
länger im Dauerbetrieb betrieben werden, als es mit zumindest teilweise schlagenden
Elektrohandwerkzeuggeräten der bekannten Art möglich ist.
[0010] Unter einem Wärmetauscher wird in diesem Zusammenhang eine Einrichtung verstanden,
welche die Oberfläche zwischen dem Kühlmedium, z. B. einem flüssigen Kühlmedium wie
Wasser, und einem anderen Medium, z. B. ein gasförmiges Medium wie Luft, vergrössert.
Vorteilhaft ist der Wärmetauscher aus einem Material gefertigt, das eine gute Wärmeleitung
und grosse Oberfläche aufweist. Der Wärmetauscher weist beispielsweise Röhren oder
Hohlplatten aus Metall auf, welche auf einem begrenzten Raum hin- und hergeführt sind
und von dem Kühlmedium durchströmt werden. Damit steht eine grössere Oberfläche zur
Übertragung von Wärme vom Kühlmedium auf das andere Medium zur Verfügung, als bei
einer reinen Leitungsführung, wie sie beispielsweise aus der
DE 100 37 418 A1 bekannt ist. Derartige Wärmetauscher werden auch als Wärmeübertrager bezeichnet.
Der Wärmeaustausch erfolgt vorteilhaft durch freie Konvektion. Alternativ erfolgt
der Wärmeaustausch durch eine erzwungene Konvektion, beispielsweise mittels eines
an dem Wärmetauscher angeordneten Lüfters.
[0011] Aufgrund des im Aussengehäuse angeordneten geschlossenen Kühlkreislaufs und dem fest
mit dem Elektrohandwerkzeuggerät verbundenen Wärmetauscher ist bei Gewährleistung
einer ausreichenden Kühlung der Komponenten eine vollständige Kapselung der Komponenten
des Elektrohandwerkzeuggerätes ermöglicht. Die Anforderungen für eine Schutzart von
IPX4 und höher sind bei einer einfachen konstruktiven Ausgestaltung des Elektrohandwerkzeuggerätes
erfüllbar. Der Anwender kann das Elektrohandwerkzeuggerät auch bei Regen im Freien
oder unter feuchten Umgebungsbedingungen nutzen. Zudem ist das Elektrowerkzeuggerät
vielseitig und ohne Behinderung durch von diesem abragende Elemente einsetzbar, da
bei Gewährleistung einer ausreichenden Kühlung der Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes
kein externes Kühlaggregat oder ein externer Anschluss für das Kühlmedium mehr erforderlich
ist.
[0012] Vorzugsweise ist der Wärmetauscher im Kühlkreislauf der Steuerungselektronik vorgeschaltet,
was eine vorteilhafte Kühlung der Steuerungselektronik gewährleistet, da das vom Wärmetauscher
abgekühlte Kühlmedium noch nicht wieder von einer anderen, wärmeabgebenden Komponente
des Elektrohandwerkzeuggerätes vorgängig aufgeheizt wurde. Dies gewährleistet einen
hohen Schutz der elektronischen Bauteile vor einer Überhitzung auch bei einem Dauerbetrieb
des Elektrohandwerkzeuggerätes.
[0013] Bevorzugt ist der Wärmetauscher für eine direkte Wärmeübertragung mit der Umgebungsluft
am Aussengehäuse des Elektrohandwerkzeuggerätes angeordnet. Dies gewährleistet eine
vorteilhafte Wärmeübertragung von dem Kühlmedium an die das Elektrohandwerkzeuggerät
umgebende Luft und ermöglicht eine einfache Ausgestaltung des Elektrohandwerkzeuggerätes.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Wärmetauscher für eine verbesserte
Wärmeübertragung aussenseitig an dem Aussengehäuse angeordnet. Die Leitungen des Kühlkreislaufs
sind durch das Aussengehäuse geführt, wobei die Durchführung vorteilhaft abgedichtet
wird.
[0015] Vorzugsweise ist eine druckerzeugende Pumpe für das Kühlmedium vorgesehen, wobei
die Pumpe im Kühlkreislauf dem Wärmetauscher nachgeschaltet ist. Das Kühlmedium wird
von der Pumpe permanent durch den Wärmetauscher gezogen und für eine ausreichende
Kühlung der Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes auf ein tiefes Niveau gebracht.
Vorteilhaft ist die Pumpe zwischen der Steuerelektronik und dem Motor angeordnet und
für ihren Antrieb mechanisch mit dem Motor gekoppelt.
[0016] Bevorzugt ist ein Bypass im Kühlkreislauf zur Umgehung des Wärmetauschers vorgesehen,
der vorteilhaft temperaturgesteuert das Kühlmedium um den Wärmetauscher herumleitet.
[0017] Bei tiefen Umgebungstemperaturen lässt sich schnell eine optimale Betriebstemperatur
des Elektrohandwerkzeuggerätes erreichen. Sobald die Betriebstemperatur erreicht ist,
wird das Kühlmedium für eine ausreichende Kühlung der einzelnen Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes
wieder durch den Wärmetauscher geleitet. Vorteilhaft sind in Abhängigkeit der zur
Anwendung kommenden Steuerung entsprechend ausgebildete Ventile an den Enden des Bypasses
vorgesehen.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung eines Elektrohandwerkzeuggerätes
in Seitenansicht.
[0019] Das in der Figur dargestellte flüssigkeitsgekühlte Elektrohandwerkzeuggerät 11 weist
ein Aussengehäuse 12 mit einem Handgriff 13 auf. Im Aussengehäuse 12 sind ein Motor
16, ein Getriebe 17, ein Schlagwerk 18 und eine Steuerungselektronik 19 angeordnet.
Zur Kühlung der vorgenannten Komponenten des Elektrohandwerkzeuggerätes 11 ist weiter
ein vollständig im Aussengehäuse 12 angeordneter, geschlossener Kühlkreislauf 21 mit
einem Wärmetauscher 26 zur Kühlung des flüssigen Kühlmediums vorgesehen, wobei der
Wärmetauscher 26 mit der Umgebung in Verbindung steht und dazu direkt an dem Aussengehäuse
12 angeordnet ist.
[0020] Der Wärmetauscher 26 ist im Kühlkreislauf 21 der Steuerungselektronik 19 vorgeschaltet.
Für eine ausreichende Fliessgeschwindigkeit des Kühlmediums im Kühlkreislauf ist eine
druckerzeugende Pumpe 31 vorgesehen, welche im Kühlkreislauf dem Wärmetauscher 26
nachgeschaltet ist.
[0021] Unter "vorgeschaltet" und "nachgeschaltet" wird in diesem Zusammenhang eine Anordnung
vor beziehungsweise nach einer Komponente jeweils bezogen auf die Fliessrichtung des
Kühlmediums verstanden. Die Fliessrichtung des Kühlmediums wird in dieser Darstellung
durch die Pfeile 22 und 23 angedeutet.
[0022] Des Weiteren ist ein Bypass 24 im Kühlkreislauf 21 zur Umgehung des Wärmetauschers
26 vorgesehen, über den das Kühlmedium bis zum Erreichen der optimalen Betriebstemperatur
des Elektrohandwerkzeuggerätes 11 um den Wärmetauscher 26 herum geleitet werden kann.
1. Elektrohandwerkzeuggerät mit einem Aussengehäuse (12), in dem ein Motor (16), ein
Getriebe (17), ein Schlagwerk (18) und eine Steuerungselektronik (19) sowie ein geschlossener
Kühlkreislauf (21) für ein Kühlmedium zur Kühlung der vorgenannten Komponenten des
Elektrohandwerkzeuggerätes (11) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass
im Kühlkreislauf (21) zur Kühlung des Kühlmediums ein fest mit dem Elektrohandwerkzeuggerät
(11) verbundener Wärmetauscher (26) vorgesehen ist.
2. Elektrohandwerkzeuggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (26) im Kühlkreislauf (21) der Steuerungselektronik (19) vorgeschaltet
ist.
3. Elektrohandwerkzeuggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (26) am Aussengehäuse (12) angeordnet ist.
4. Elektrohandwerkzeuggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine druckerzeugende Pumpe (31) für das Kühlmedium vorgesehen ist, wobei die Pumpe
(31) im Kühlkreislauf dem Wärmetauscher (26) nachgeschaltet ist.
5. Elektrohandwerkzeuggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bypass (24) im Kühlkreislauf (21) zur Umgehung des Wärmetauschers (26) vorgesehen
ist.