[0001] Die Erfindung betrifft eine Pressenanordnung mit den oberbegrifflichen Merkmalen
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Herstellung von Leimbindern nach dem Oberbegriff
von Anspruch 15.
[0002] Bei der Herstellung von schichtverleimten Bauteilen werden mehrere Holz- oder Werkstofflamellen
miteinander zunächst beleimt, dann aufeinandergeschichtet und in geeigneten Pressen
zu stabilen Trägern verpresst. Aus diesen Schichtstapeln oder Bindern können große
tragende Bauteile mit komplexen Konstruktionen hergestellt werden, da die Binder in
beinahe beliebigen Längen und Formen hergestellt werden können. Herkömmlicherweise
werden die Binder aus Holz oder Holzwerkstoffen produziert. Werden die Binder aus
Brettschichtholz gefertigt, so kommen hier vorsortierte und von Fehlstellen befreite
Hölzer zum Einsatz. Durch die Verbindung der Hölzer zu Brettschichtholzelementen lässt
sich, bezogen auf identische Querschnitte, eine bis zu 80 Prozent höhere Tragkraft
als mit Vollholz erreichen. Im Vergleich zu Vollholz sind darüber hinaus größere Querschnitte
und die Herstellung gebogener Träger möglich. Gegenüber reinen Stahl- und Spannbetonkonstruktionen
bieten die Brettschichtholzelemente bei ähnlichem Preis Vorteile in Bezug auf Gewicht
und chemische Widerstandsfähigkeit.
[0003] Zur Herstellung der Brettschichtholzelemente werden die Schnitthölzer oder Lamellen
zunächst einer Gütesortierung und Paketbildung unterzogen. Es kann auch eine Keilverzinkung
der Lamellen durchgeführt werden, um größere Spannbreiten der fertigen Brettschichtholzelemente
realisieren zu können. Die Lamellen werden anschließend beleimt in eine spezielle
Presse eingeführt und verpresst. Nach Abbinden des Leimes erfolgt die Entnahme des
Brettschichtholzelements aus der Presse und die abschließende Hobelung, Verpackung
und der Abtransport der fertigen Binder.
[0004] Taktzeitbestimmend bei der Produktion der Binder ist die Verarbeitungs- und Aushärtezeit
des jeweils verwendeten Leims. Als Klebstoffe verwendet werden Kondensationsharze
wie beispielsweise Melamin- oder Resorcinharze, aber auch ein- oder mehrkomponentige,
feuchtigkeitsvernetzende Polyurethan- oder Emulsion-Polymer-Isocyanatklebstoffe. Die
flüssigen Klebstoffe härten unter Einfluss von Material- und Luftfeuchte und/oder
Umgebungs- sowie Materialtemperatur zu einer hochfesten, wasserbeständigen und dauerhaften
Klebefuge aus. Besondere Bedeutung kommt der Verarbeitungszeit, der sog. "offenen
Zeit" des Klebstoffes zu, die bei bisher verwendeten Klebstoffen zwischen 20 Minuten
und zwei Stunden beträgt. Während dieser Zeitspanne ist eine Stapelung und Ausrichtung
der Lamellen, die Einbringung der Stapel in die Presse und die Druckbeaufschlagung
der Stapel möglich. Unmittelbar an die Verarbeitungszeit schließt sich die Aushärtezeit
an, die zwischen einer und sieben Stunden beträgt. Während dieser Zeit muss der Leimbinder
im druckbeaufschlagten Zustand in der Presse verbleiben, damit die Klebestellen die
Anforderungen an die Anfangsfestigkeit nach Abschluss der Aushärtezeit erfüllen. Die
Endfestigkeit wird in der Regel erst nach mehreren Stunden erreicht, wobei ein Verbleib
der Werkstücke in der Presse hierbei nicht mehr obligatorisch ist. Durch die Verwendung
von Einkomponentenklebstoffen werden die Rüstzeiten bereits signifikant verkürzt und
zudem Fehlverleimungen infolge von Misch- und Dosierfehlern ausgeschlossen. Zudem
bedürfen moderne Klebstoffe keiner Temperaturzugabe und ermöglichen somit wirtschaftliche
Fertigungsabläufe.
[0005] Neuerdings werden jedoch Klebstoffe mit Verarbeitungszeiten von zwei bis fünf Minuten
und Aushärtezeiten zwischen acht und 15 Minuten angeboten, die die Taktzeiten bei
der Herstellung von Brettschichtholzelementen entsprechend weiter verkürzen. Um diese
Taktzeitverkürzung für Produktionssteigerungen bei der Herstellung von Brettschichtholz
bzw. Leimbindern nutzen zu können, muss neben einer beschleunigten Bildung der Lamellenstapel
auch eine zügige Beschickung der Presse innerhalb der kurzen Bearbeitungszeit sowie
die Nutzung von mehreren, auf die ebenfalls verkürzten Aushärtezeiten der Klebstoffe
abgestimmten Pressen in Auge gefasst werden.
[0006] Die
DE 102 24 793 schlägt eine Anlage zum Herstellen von Brettschichtholz vor, bei der in der Produktionslinie
zwei Pressen parallel angeordnet sind und bei der das die Verleimstation verlassende
Schichtholz über eine Weicheneinrichtung wahlweise einer der beiden Pressen zugeführt
wird. Nach dem Pressvorgang werden die verpressten Werkstücke wiederum über eine Weicheneinrichtung
der Weiterbearbeitung zugeführt.
Als nachteilig an dieser Anlage ist anzusehen, dass kein linearer Transfer der vorbereiteten
Holz oder Werkstoffstapel innerhalb der Produktionslinie möglich ist, sondern stets
eine Umlenkung des Stapels erfolgt, was zu einem Verrutschen der Stapelbestandteile
führen kann. Es wird daher ein zusätzlicher Ausrichtungsschritt vor dem Schließen
der Presse nötig, der nur schwer in die sehr kurze "offene" Bearbeitungszeit des Klebstoffes
eingetaktet werden kann und bei eventuell auftretendem Materialstau dazu führt, dass
der gesamte Holz- oder Werkstoffstapel verworfen werden muss.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Pressenanordnung zur Verfügung
zu stellen, die die vorgenannten Nachteile überwindet, eine zügige und flexible Beschickung
mehrerer Pressen mit beleimten und ausgerichteten Holz- oder Werkstoffstapeln innerhalb
der Bearbeitungs- und Aushärtezeiten der verwendeten Klebstoffe ermöglicht und die
aufgrund einer linearen Förderung der Holz- oder Werkstoffstapel bzw. fertig verpressten
Werkstücke in Transferrichtung keine Neuausrichtung der Holz- oder Werkstoffstapel
im Pressenraum notwendig macht. Zudem soll ein entsprechendes Verfahren angegeben
werden.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Pressenanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 bzw. einem Verfahren nach Anspruch 15. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Pressenanordnung, insbesondere von Pressen zur Herstellung von
Brettschichtholz oder Leimbindern aus gepressten Holz- oder Werkstoffstapeln, ist
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Zuführvorrichtung für Holz- oder Werkstoffstapel,
wenigstens zwei Pressenräume und wenigstens eine von der Zuführvorrichtung unabhängige
Ausführvorrichtung für gepresste Holz- oder Werkstoffstapel vorgesehen sind. Die Pressenräume
und/oder die Zuführvorrichtung und/oder die Ausführvorrichtung sind dabei relativ
zueinander bewegbar angeordnet. Durch eine bewegliche Ausbildung der Anordnungselemente
können diese je nach Vorgabe durch die Taktzeiten ausgerichtet werden, sodass beispielsweise
das Entladen eines Pressenraumes erfolgen kann, während ein weiterer Pressenraum bereits
wieder beladen wird. Bedingt durch die Klebstoffparameter wie Bearbeitungszeit ("offene
Zeit") und Aushärtezeit können zwei oder mehr Pressen nebeneinander angeordnet werden,
wobei das Zeitintervall zur Beladung so gewählt wird, dass während der gesamten Aushärtezeit
der ersten Presse weitere, bevorzugt parallel angeordnete Pressenräume durch die bewegbare
Zuführvorrichtung beladen werden können. Eine Entladung erfolgt dann von der zuerst
beschickten Presse ausgehend in Richtung der letztbeladenen Presse durch eine ebenfalls
bewegbare Ausführvorrichtung. In einer weiteren denkbaren Ausgestaltung der Anordnung
sind nur die Pressenräume bewegbar angeordnet und werden jeweils vor die Zuführvorrichtung
verfahren, beladen und weitergeführt. Die Entladung erfolgt in entgegengesetzter Richtung
durch Verbringung des jeweils zu entladenden Pressenraumes vor die Ausführvorrichtung.
Dadurch dass sowohl die Pressenräume als auch die Zuführ-/Ausführvorrichtungen relativ
zueinander bewegbar sind, lassen sich eine Vielzahl von Belade-/Entladekonfigurationen
realisieren und so die ggf. kurzen Bearbeitungs- und Aushärtezeiten der verwendeten
Klebstoffe besonders effizient nutzen. Dies gilt auch für das vorgeschlagene Verfahren.
[0010] Bevorzugt sind wenigstens eine Zuführvorrichtung und wenigstens eine Ausführvorrichtung
an jeweils gegenüberliegenden Stirnseiten der Pressenräume angeordnet. Durch eine
derartige Anordnung wird eine weitere Senkung der Taktzeiten erreicht, da ein linearer
Transfer der zu verpressenden Holz- oder Werkstoffstapel durch die Pressenräume möglich
wird. Durch eine entsprechende Anordnung und Verschiebung der Pressenräume und/oder
der unabhängig voneinander bewegbaren Zuführ- bzw. Ausführvorrichtungen kann somit
gleichzeitig das Be- und Entladen von wenigstens zwei Pressenräumen durchgeführt werden,
ohne Konflikte zwischen den Positionen der Zuführ- bzw. Ausführvorrichtungen zu erzeugen.
[0011] Um eine reibungslose und unterbrechungsfreie Förderung der Holz- bzw. Werkstoffstapel
zu erreichen und um die Be- und Entladung der Pressenräume zügig durchführen zu können,
weisen die Zuführvorrichtung, die Pressenräume und die Ausführvorrichtung bevorzugt
synchronisierbare Förderelemente auf. Diese verfügen beispielsweise über entsprechende
Verbindungs- bzw. Kupplungsmittel, sodass nach dem Ausrichten der jeweiligen Anordnungsglieder
eine Verzahnung bzw. Verbindung der jeweiligen Förderelemente automatisiert erfolgen
kann. Die Förderelemente können dabei gleichartig sein, d.h. die Zuführvorrichtung
ebenso wie Pressenraum und Ausführvorrichtung weisen beispielsweise einen Rollenförderer
zum Transport der Holz- und Werkstoffstapel bzw. des verpressten Werkstückes auf.
Denkbar ist allerdings auch, dass die Anordnungsglieder über unterschiedliche Förderelemente
verfügen, die dann über entsprechende Steuerelemente synchronisiert werden, sobald
die Element im Produktionsprozess aufeinandertreffen.
[0012] Als besonders empfehlenswert wird angesehen, wenn die Förderelemente einen gemeinsamen
Antrieb aufweisen. Dadurch kann eine Synchronisierung der Förderelemente besonders
einfach und schnell erfolgen.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der Pressenanordnung verfügt die Zuführvorrichtung
über wenigstens ein Rahmenelement für die Ausrichtung der Holz- oder Werkstoffstapel.
Das Rahmenelement der im Produktionsprozess dem jeweiligen Pressenraum vorgelagerten
Zuführvorrichtung beaufschlagt dabei die noch unausgerichteten Holz- oder Werkstoffstapel
beispielsweise durch verschiebbare Schenkel, durch hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagbare
Druckelemente im Rahmen oder über Rollen, die im oder am Rahmen angeordnet sind. Wenigstens
eine dieser Rollen kann zusätzlich angetrieben sein, um das Einfördern der ausgerichteten
Holz- oder Werkstoffstapel in den Pressenraum zu unterstützen. Es kann somit unmittelbar
vor dem Zuführen in den Pressenraum eine bündige Ausrichtung der Stapelbestandteile
durch das entsprechende Rahmenelement erfolgen.
[0014] Je nach Transferlinienkonfiguration und Produktionslayout wird es als besonders günstig
angesehen, wenn die Zuführvorrichtung und die Ausführvorrichtung stationär und die
Pressenräume bewegbar angeordnet sind. Somit entfällt eine Anpassung der der Zuführvorrichtung
vorgelagerten bzw. der Ausführvorrichtung nachgelagerten Bearbeitungsstationen und
es wird ein kontinuierlicher Lineartransfer der vorbereiteten Holz- bzw. Werkstoffstapel
sowie der verpressten Werkstücke möglich.
[0015] Als besonders günstig erweist es sich, wenn die Pressenräume und/oder die Zuführvorrichtung
und/oder die Ausführvorrichtung frei und/oder geführt bewegbar sind. Die Verbringung
der Anordnungsglieder in ihre jeweils durch den Bearbeitungstakt vorgegebene Position
kann dabei nach Art eines fahrerlosen Transportfahrzeuges erfolgen. Das jeweilige
Anordnungsglied ist dabei in ein flurgebundenes Fördermittel mit eigenem Fahrantrieb
integriert, wird automatisch gesteuert und berührungslos geführt und verfügt über
eine Leitsteuerung, eine Einrichtung zur Standortbestimmung und zur Lageerfassung
sowie über Einrichtungen zur Datenübertragung. Die Produktionsstätte weist dann zusätzlich
eine entsprechende Infrastruktur und die zugehörigen peripheren Einrichtungen zum
Betrieb derartiger Systeme auf.
[0016] Eine einfachere Ausgestaltung der Anordnung sieht vor, dass die bewegbaren Anordnungsglieder
gleis- oder schienengebunden bewegt werden. Darüber hinaus ist die Verwendung aller
gängigen Lineargleit- oder Linearwälzführungen in Verbindung mit entsprechenden Linearantrieben
denkbar. Die Steuerung der Bewegung der Pressenräume und/oder der Zuführvorrichtung
und/oder der Ausführvorrichtung erfolgt dabei bevorzugt manuell oder automatisch über
eine Steuervorrichtung. Eine Steuervorrichtung kann dabei nach Art eines Steuerstandes
zentral für eine oder mehrere Anlagen oder dezentral an jedem Anordnungsglied vorgesehen
werden.
[0017] Als besonders günstig wird angesehen, wenn die Pressenräume, die Zuführvorrichtung
und die Ausführvorrichtung einen zentralen Antrieb aufweisen und die jeweilige Bewegung
der einzelnen Anordnungsteile über eine entsprechende Antriebssteuerung erfolgt. Als
empfehlenswert wird auch angesehen, wenn die Pressenräume und die Zuführvorrichtung
und/oder die Ausführvorrichtung getrennte Antriebe aufweisen. Als Antrieb ist hierbei
jegliche Art von Linearantrieb vorstellbar. Um eine möglichst genaue Positionierung
der Pressenräume, der Zuführvorrichtung und/oder der Ausführvorrichtung sicherzustellen,
sind Positionierhilfen, insbesondere variable Anschlagkeile, für die Anordnungsglieder
vorgesehen, die an oder in der jeweils verwendeten Linearführung vorgesehen sind.
Eine Einstellung der Positionierhilfen erfolgt dabei entweder manuell oder automatisiert.
[0018] Um eine möglichst genaue Produktionsdokumentation erstellen zu können, weisen die
Zuführvorrichtung und die Ausführvorrichtung bevorzugt Erfassungsmittel für die Parameter
des Holz- oder Werkstoffstapels bzw. des fertigen Werkstückes auf. Diese Erfassungsmittel
können beispielsweise einen Weggeber umfassen, der die Dimensionen des in den Pressenraum
eingeförderten Werkstoffstapels sowie des ausgeführten Werkstückes aufnimmt. Darüber
hinaus können durch optische Abtastverfahren z.B. die Jahrringlage der Lamellen und
die Qualität der Sichtflächen erfasst werden, um bereits vor dem abschließenden Hobeln
der Werkstücke Informationen für nachgeordnete Ausflickstationen bereitstellen zu
können. Ein weiteres Messelement ermittelt die für die Aushärtezeit wichtigen Parameter
Holz- und Umgebungsfeuchte sowie Temperatur des Werkstoffstapels, um basierend auf
diesen Werten die optimale Presszeit zu ermitteln. Um die gewonnenen Daten optimal
und ohne Zeitverzögerungen in den Produktionszyklus integriert auswerten zu können,
weist die erfindungsgemäße Pressenanordnung bevorzugt eine Speicher- und/oder Auswerteeinheit
für die ermittelten Parameter auf, die beispielsweise direkt mit dem Steuerstand der
Anlage verbunden ist und entweder Informationen an den Bediener ausgibt oder die Anlage
automatisch steuert bzw. an die ermittelten Parameter anpasst.
[0019] Weitere Vorteile, Merkmale und Besonderheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten, jedoch nicht beschränkenden Ausführungsform
der Erfindung anhand der schematischen und nicht maßstabsgetreuen Zeichnung. Es zeigt:
Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform der Pressenanordnung in Draufsicht.
Die in Fig. 1 dargestellte Pressenanordnung 10 umfasst insgesamt drei Pressenräume
11, die bewegbar angeordnet sind. Die Pressenräume 11 sind zu einem Zentralelement
der Pressenordnung 10 zusammengefasst, fest miteinander verbunden und werden zusammen
bewegt. Die Bewegung der Pressenräume 11 erfolgt senkrecht zu ihrer Längsrichtung,
also quer zur hier von links nach rechts verlaufenden Transferrichtung. Die Pressenräume
11 sind dabei auf Gleise 20 aufgesetzt, die die Bewegungsrichtung festlegen. Zur Bewegung
der Pressenräume 11 weist die Pressenanordnung 10 der Fig. 1 einen Linearantrieb in
Form eines Elektromotors 12 mit Spindeltrieb 18 auf, der aufgrund seiner Leistung
in der Lage ist, die drei Pressenräume 11 zu verschieben. Durch den Spindeltrieb 18
ist ein gut beherrschbares Anfahren und Abbremsen in einem engen Toleranzbereich möglich.
Die Pressenanordnung 10 umfasst auf der in Fig. 1 linken Seite zusätzlich eine ortsfest
angeordnete Zuführvorrichtung 13, die Förderelemente 14, im Ausführungsbeispiel der
Fig. 1 einen Gurtförderer, zum Einführen der Holzstapel 15 in den jeweils an die Zuführvorrichtung
13 angekoppelten Pressenraum 11 aufweist.
Dem Pressenraum 11 vorgelagert ist ein mit der Zuführvorrichtung 13 verbundener Rahmen
16 zur Ausrichtung der Holzstapel 15 vor dem Pressen. Die Pressenräume 11 weisen ebenfalls
Förderelemente 14 zum Transfer der Holzstapel 15 in den Pressenraum 11 und zum Ausfördern
der fertig verpressten Werkstücke (in Fig. 1 nicht dargestellt) zur Ausführvorrichtung
17. Die Förderelemente 14, im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 als Rollengang ausgebildet,
verfügen jeweils über einen eigenen Antrieb 19, der beim Ankoppeln der Zuführvorrichtung
13 an den Pressenraum 11 mit dem entsprechenden Antrieb 19 der Förderelemente 14 der
Zuführvorrichtung 13 automatisch synchronisiert wird. Die Ausführvorrichtung 17 ist
im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 auf der rechten Seite der Pressenräume 11 angeordnet,
sodass hier eine Be- bzw. Entladung der Pressenräume 11 an den jeweils gegenüberliegenden
Stirnseiten 21a,b der Pressenräume 11 erfolgt.
[0020] Denkbar ist allerdings auch eine parallele Anordnung der Zuführvorrichtung 13 und
der Ausführvorrichtung 17 auf einer der Stirnseiten 21 a,b der Pressenräume 11, sodass
der zu entladende Pressenraum 11 jeweils vor die Ausführvorrichtung 17 verfahren wird.
Der zu entladende Pressenraum 11 ist dabei so weit vom nächsten zu beladenden Pressenraum
11 beabstandet, dass simultan mit der Entladung des einen Pressenraumes 11 die Beladung
des nächsten erfolgen kann. Auch die Ausführvorrichtung 17 weist entsprechende Förderelemente
14 auf, deren Antrieb 19 mit den Antrieben 19 der Förderelemente 14 der Pressenräume
11 und der Zuführvorrichtung 13 synchronisierbar ist. Durch die gezeigte Anordnung
von Zuführvorrichtung 13, Pressenräumen 11 und Ausführvorrichtung 17 kann ein Holzstapel
15 bzw. ein fertiges Werkstück in Transferrichtung ohne Umlenken und/oder Richtungswechsel
durch alle Produktionsstationen transportiert werden, wodurch eine nicht unerhebliche
Reduzierung der Taktzeiten bei der Leimbinderherstellung einhergeht, die neben Kapazitätssteigerungen
auch zu Kosteneinsparungen aufgrund besserer Anlagenauslastung führt. Diese Vorteile
gelten auch für das angegebene Verfahren, das bevorzugt die vorstehend beschriebene
Pressenanordnung verwendet.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 10
- = Pressenanordnung
- 11
- = Pressenraum
- 12
- = Elektromotor
- 13
- = Zuführvorrichtung
- 14
- = Förderelemente
- 15
- = Holzstapel
- 16
- = Rahmen
- 17
- = Ausführvorrichtung
- 18
- = Spindeltrieb
- 19
- = Antrieb
- 20
- = Gleis
- 21a, b
- = Stirnseite
1. Pressenanordnung (10), insbesondere von Pressen zur Herstellung von Leimbindern aus
gepressten Holz- oder Werkstoffstapeln (15),
dadurch gekennzeichnet, dass
- wenigstens eine Zuführvorrichtung (13) für Holz- oder Werkstoffstapel (15),
- wenigstens zwei Pressenräume (11) und
- wenigstens eine von der Zuführvorrichtung (13) unabhängige Ausführvorrichtung (17)
für gepresste Holz- oder Werkstoffstapel (15) vorgesehen sind, und wobei die Pressenräume
(11) und/oder die Zuführvorrichtung (13) und/oder die Ausführvorrichtung (17) relativ
zueinander bewegbar angeordnet sind.
2. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Zuführvorrichtung (13) und wenigstens eine Ausführvorrichtung (17)
jeweils an gegenüberliegenden Stirnseiten (21 a, 21 b) der Pressenräume (11) angeordnet
sind.
3. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenräume (11) parallel angeordnet sind.
4. Pressenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführvorrichtung (13), die Pressenräume (11) und die Ausführvorrichtung (17)
synchronisierbare Förderelemente (14) aufweisen.
5. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Förderelemente (14) einen gemeinsamen Antrieb (19) aufweisen.
6. Pressenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführvorrichtung (13) wenigstens ein Rahmenelement (16) für die Ausrichtung
der Holz- oder Werkstoffstapel (15) aufweist.
7. Pressenanordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführvorrichtung (13) und die Ausführvorrichtung (17) stationär und die Pressenräume
(11) bewegbar angeordnet sind.
8. Pressenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenräume (11) und/oder die Zuführvorrichtung (13) und/oder die Ausführvorrichtung
(17) frei und/oder geführt, insbesondere gleisgebunden bewegbar sind.
9. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenräume (11), die Zuführvorrichtung (13) und/oder die Ausführvorrichtung
(17) eine manuelle und/oder automatische Steuervorrichtung für die Bewegungen aufweisen.
10. Pressenanordnung (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenräume (11), die Zuführvorrichtung (13) und die Ausführvorrichtung (17)
einen zentralen Antrieb (19) aufweisen.
11. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenräume (11) und die Zuführvorrichtung (13) und/oder die Ausführvorrichtung
(17) getrennte Antriebe (19) aufweisen.
12. Pressenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass Positionierhilfen für die Pressenräume (11), die Zuführvorrichtung (13) und/oder
die Ausführvorrichtung (17), insbesondere variable Anschlagkeile vorgesehen sind.
13. Pressenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführvorrichtung (13) und die Ausführvorrichtung (17) Erfassungsmittel für die
Parameter der Holz- oder Werkstoffstapel (15) und des Leimbinders aufweisen.
14. Pressenanordnung (10) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Speicher- und/oder Auswerteeinheit für die ermittelten Parameter vorgesehen
ist.
15. Verfahren zur Herstellung von Leimbindern aus gepressten Holz- oder Werkstoffstapeln
(15), die entlang einer Zuführrichtung einer Presse zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Holz- oder Werkstoffstapel (15) wechselweise einem von zwei oder mehr Pressenräumen
(11) zugeführt werden und dann die Pressenräume (11) und/oder eine Zuführvorrichtung
(13) und/oder eine Ausführvorrichtung (17) relativ zueinander quer zur Zuführrichtung
bewegt werden.