[0001] Die Erfindung betrifft eine Presse zur Herstellung von Werkstücken aus beleimten
Holz- und/oder Werkstoffstapeln mit den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruchs
1 sowie ein entsprechendes Verfahren.
[0002] Bei der Herstellung von schichtverleimten Bauteilen werden mehrere Holz- oder Werkstofflamellen
zunächst beleimt, dann aufeinandergeschichtet und in geeigneten Pressen zu stabilen
Trägern verpresst. Aus diesen Schichtstapeln oder Bindern können große tragende Bauteile
mit komplexen Konstruktionen hergestellt werden, da die Binder in beinahe beliebigen
Längen und Formen hergestellt werden können. Herkömmlicherweise werden die Binder
aus Holz oder Holzwerkstoffen produziert, es sind jedoch auch Mischkonstrukte mit
zwischen den Holzanteilen eingebrachten anderen Werkstoffen, beispielsweise Metall
oder Faserverbundwerkstoffen, realisierbar. Werden die Binder aus Brettschichtholz
gefertigt, so kommen hierbei vorsortierte und von Fehlstellen befreite Hölzer zum
Einsatz. Durch die Verbindung der Hölzer zu Brettschichtholzelementen lässt sich,
bezogen auf identische Querschnitte, eine bis zu 80 Prozent höhere Tragkraft als mit
Vollholz erreichen. Im Vergleich zu Vollholz sind darüber hinaus größere Querschnitte
und die Herstellung gebogener Träger möglich. Gegenüber Stahl- und Spannbetonkonstruktionen
bieten die Brettschichtholzelemente bei ähnlichem Preis bezogen auf die Tragfähigkeit
Vorteile in Bezug auf Gewicht und chemische Widerstandsfähigkeit. Zur Herstellung
von Brettschichtholzelementen werden die Schnitthölzer oder Lamellen zunächst einer
Gütesortierung und Paketbildung unterzogen. Fakultativ erfolgt eine Keilverzinkung
der Lamellen, um größere Spannbreiten der fertigen Brettschichtelemente realisieren
zu können. Die einzelnen Lamellen werden anschließend beleimt, gestapelt, in eine
spezielle Presse eingeführt und verpresst. Nach Abbinden des Leimes erfolgt die Entnahme
des Brettschichtholzelements (Leimbinder, Binder) aus der Presse und die abschließende
Hobelung, Verpackung und der Abtransport der fertigen Binder.
[0003] Taktzeitbestimmend bei der Produktion der Leimbinder ist die Verarbeitungs- und Aushärtezeit
des jeweils verwendeten Leims. Als Klebstoffe verwendet werden üblicherweise Kondensationsharze
wie beispielsweise Melamin- oder Resorcinharze, aber auch ein- oder mehrkomponentige,
feuchtigkeitsvernetzende Polyurethan- oder Emulsion-Polymer-Isocyanatklebstoffe. Die
flüssigen Klebstoffe härten unter Einfluss von Material- und Luftfeuchte und/oder
Umgebungs- sowie Materialtemperatur zu einer hochfesten, wasserbeständigen und dauerhaften
Klebefuge aus. Besondere Bedeutung kommt der Verarbeitungszeit oder sog. "offenen
Zeit" des Klebstoffes zu, die bei herkömmlichen Klebstoffen zwischen 20 Minuten und
zwei Stunden beträgt. Während dieser Zeitspanne ist eine Stapelung und Ausrichtung
der Lamellen, die Einbringung der Stapel in die Presse und die Druckbeaufschlagung
(mit meist 0,5 bis 0,8 N/mm
2)der Stapel möglich. Unmittelbar an die Verarbeitungszeit schließt sich die Aushärtezeit
an, die zwischen einer und sieben Stunden beträgt. Während dieser Zeit muss der Leimbinder
im druckbeaufschlagten Zustand (mit den vorstehend genannten Druckwerten) in der Presse
verbleiben, damit die Klebestellen die Anforderungen an die Anfangsfestigkeit nach
Abschluss der Aushärtezeit erfüllen. Die Endfestigkeit wird in der Regel erst nach
mehreren Stunden bis Tagen erreicht, wobei ein Verbleib der Werkstücke in der Presse
hierbei nicht mehr obligatorisch ist. Durch die Verwendung von Einkomponentenklebstoffen
werden die Rüstzeiten bereits signifikant verkürzt und zudem Fehlverleimungen infolge
von Misch- und Dosierfehlern ausgeschlossen. Zudem bedürfen moderne Klebstoffe keiner
Temperaturzugabe und ermöglichen somit wirtschaftliche Fertigungsabläufe.
[0004] Verstärkt werden jedoch Klebstoffe mit Verarbeitungszeiten von zwei bis fünf Minuten
und Aushärtezeiten zwischen acht und 15 Minuten angeboten, die die Taktzeiten bei
der Herstellung der Brettschichtholzelemente entsprechend weiter verkürzen. Mit den
kürzeren Verarbeitungszeiten einhergehen muss allerdings eine beschleunigte Bildung
der Lamellenstapel sowie die zügigere Beschickung der Pressen.
[0005] Um den Vorgaben moderner Leime gerecht zu werden und um möglichst kurze Taktzeiten
zu erreichen, schlägt beispielsweise die
EP 1 762 353 vor, die Lamellenstapel erst in der Presse zu bilden. Die beleimten Lamellen werden
hierzu über eine Fördereinrichtung einzeln in den Pressenraum eingeführt und nach
vollständiger Befüllung verpresst. Ebenfalls eine einzelbrettweise Beschickung der
Presse schlägt die
US 4,776,919 vor. Hier werden die einzelnen Lamellen von der Stirnseite der Presse her einzeln
in den Pressenraum eingeschossen, dieser anschließend geschlossen und der Lamellenstapel
druckbeaufschlagt.
[0006] An den vorgenannten Vorrichtungen ist als nachteilig anzusehen, dass der zu verpressende
Lamellenstapel erst in der Presse gebildet wird. Daraus ergibt sich zum einen, dass
der Pressenraum zunächst vollständig entleert werden muss, bevor mit einer Neubeschickung
der Presse begonnen werden kann; zum anderen kann die abschließende Ausrichtung der
Lamellenstapel ebenfalls erst in der Presse erfolgen. Dies verlangt allerdings die
Anordnung entsprechender Ausrichtungselemente im Pressenraum. Die Nutzung eines Teils
der Aushärtezeit des in der Presse befindlichen Leimbinders zur Vorbereitung des nachfolgenden
Lamellenstapels außerhalb der Presse ist darüber hinaus ebenfalls nicht möglich. Bei
der Herstellung der Elemente kommt es somit zu einer Verlängerung der Taktzeiten mit
langen unproduktiven Phasen. Diese unproduktiven Phasen können nur dadurch vermieden
werden, dass wenigstens eine zusätzliche Presse vorgesehen ist, die während der Aushärtezeit
beschickt wird. Hieraus ergibt sich jedoch der Nachteil, dass die Anordnung einer
zweiten Presse mit nicht unerheblichen Kosten und erhöhtem logistischem Aufwand bei
der Beschickung bzw. Entleerung der Presse verbunden ist.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, bereits die Aushärtezeit von in
einer Presse befindlichen, aus beleimten Holz- und/oder Werkstoffstapeln gebildeten
Werkstücken unterschiedlicher Länge zur Vorbereitung und Ausrichtung der nachfolgend
zu verpressenden Holz- und/oder Werkstoffstapel zu nutzen, wobei gleichzeitig mit
dem Einführen eines Holz- und/oder Werkstoffstapels die Entleerung der Presse durchgeführt
werden kann, um so eine signifikante Verkürzung der Taktzeiten zu realisieren und
durch optimierte Auslastung der Presse eine schnelle und kostengünstige Herstellung
der Werkstücke zu erreichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Presse gemäß Anspruch 1 sowie ein zugehöriges Verfahren
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Presse verfügt über einen Pressenraum zur Herstellung von Werkstücken
aus beleimten Holz- und/oder Werkstoffstapeln, insbesondere zur Herstellung von Leimbindern,
durch Druckbeaufschlagung. Die Werkstoffstapel bestehen dabei beispielsweise aus unterschiedlich
langen, ggf. keilverzinkten Holzlamellen, bevorzugt aus Qualitätsnadelhölzern. Zusätzlich
sind auch Stapel aus verklebbaren Werkstoffen, wie beispielsweise Faserverbundwerkstoffe
oder Holzwerkstoffe, oder aber Mischstapel aus Holz oder Holzlamellen und eingefügten
Zwischenlagen aus anderen Werkstoffen denkbar, die eine Verpressung nach dem Auftrag
des Klebstoffes verlangen. Die entsprechende Druckbeaufschlagung erfolgt dabei in
Abhängigkeit von den Spezifikationen des jeweils verwendeten Klebstoffes, mit dem
die Oberflächen der Bestandteile der verwendeten Holz- und/oder Werkstoffstapel benetzt
wurden. Je nach Aushärtezeit des Klebstoffs kann die Druckbeaufschlagung, d.h. die
Pressenschlusszeit, zwischen einigen Minuten und mehreren Stunden liegen. Die verwendeten
Pressen können dabei in Längsrichtung entweder horizontal oder vertikal ausgerichtete
Pressenräume zum Liegend- oder Stehendpressen der Holz- und/oder Werkstoffstapel aufweisen.
Möglich ist auch die Verwendung von Pressen mit geneigten Pressräumen, Bogenpressen
oder sog. Stern- oder Rotationspressen mit mehreren an einem drehbar gelagerten Zylinder
angeordneten Pressen. Bevorzugt wird mit einem spezifischen Pressdruck von 1,5 bis
3,3 N/mm
2 verfahren, also gegenüber bislang empfohlenen Pressdrücken ein etwa doppelt so hoher
Pressdruck verwendet, da hierdurch der Klebstoff sehr gut in die Holzoberfläche eindringt
("penetriert"), wodurch überraschend die Gesamtauftragsmenge sehr stark reduziert
werden konnte. Zudem konnte bei diesem Verfahren zum Verkleben von Massivholzlamellen
mit spezifischen Pressdrücken von mehr als 1,5 N/mm
2 eine weitere erhebliche Presszeitverkürzung erzielt werden.
[0010] Die erfindungsgemäße Presse ist dabei
dadurch gekennzeichnet, dass dem Pressenraum an einer Stirnseite vorgelagert eine Zuführvorrichtung für beleimte
Holz- oder Holzwerkstoffstapel und an der gegenüberliegenden Stirnseite eine Ausführvorrichtung
für die verpressten Werkstücke angeordnet ist. Die Zuführvorrichtung gewährleistet
dabei, dass eine zügige Beschickung der Anlage, also insbesondere des Pressenraumes,
erfolgt. Die verwendete Presse wird an einer der Zuführvorrichtung zugewandten Stirnseite
be- und an der davon abgewandten rückseitigen Stirnseite durch die dort angeordnete
Ausführvorrichtung entladen. Das Werkstück kann somit durch die Presse hindurch von
einer Zuführ- zu einer Ausführvorrichtung transportiert werden.
[0011] Die Zuführ- und Ausführvorrichtung werden dabei bevorzugt simultan betätigt, wobei
selbstverständlich auch eine unabhängige, zeitversetzte bzw. konsekutive Betätigung
möglich ist, sodass der Pressenraum bereits vollständig entleert ist, bevor ein neuer
Holz- oder Werkstoffstapel eingeführt wird. In der Regel erfolgt jedoch im Zuge der
Beschickung, d.h. der Einführung oder Einförderung eines vorbereiteten und beleimten
Holz- oder Werkstoffstapels in den Pressenraum, gleichzeitig die Entladung bzw. Ausförderung
des aus dem vorherigen Holz- oder Werkstoffstapel gebildeten und nunmehr fertig verpressten
Werkstückes aus der Presse. Dazu weist die Zuführvorrichtung gegebenenfalls ein Schubelement
auf, das den Leimbinder aus dem Pressenraum ausschiebt, während gleichzeitig der nachfolgend
zu verpressende Holz- oder Werkstoffstapel in den Pressenraum eingefördert wird. Das
Schubelement kann beispielsweise als an einem Bandförderer installierter Mitnehmer
ausgebildet sein. In einer einfacheren Vorrichtung kann auch der eingeführte Holz-
oder Werkstoffstapel dazu verwendet werden, das fertige Werkstück durch Angriff an
dessen dem Holz- oder Werkstoffstapel zugewandter Stirnseite aus der Presse zu fördern.
Die der jeweiligen Presse bzw. dem Pressenraum vorgelagerte Zuführvorrichtung verfügt
zusätzlich über wenigstens eine angetriebene Rolle zum Einfördern der ausgerichteten
Holz- oder Werkstoffstapel in den Pressenraum. Auch die Ausführvorrichtung kann eine
oder mehrere angetriebene Rollen aufweisen, wobei hier ein Antrieb nicht zwingend
erforderlich ist.
[0012] Für den Transport des ausgerichteten Holz- oder Werkstoffstapels in den Pressenraum
ist die Anordnung von wenigstens zwei, besser von drei oder vier Rollen vorzuziehen.
Die Rollen sind bevorzugt an den Mantelflächen des Werkstückes anlegbar und ermöglichen
den gleichmäßigen und gut beherrschbaren Transport des Holz- oder Werkstoffstapels
in die Presse. Des Weiteren wird es als günstig angesehen, wenn der Holz- oder Werkstoffstapel
über die Rollen druckbeaufschlagbar ist und eine Ausrichtung somit über die an den
Oberflächen des Holz- oder Werkstoffstapels anliegenden Rollenflächen erfolgt. Die
Rolle weist dabei bevorzugt einen unabhängigen Antrieb, beispielsweise einen Elektromotor,
auf und realisiert somit den optimalen Vorschub des Holz- oder Werkstoffstapels in
den Pressenraum. Werden mehrere Rollen verwendet, so ist es denkbar, dass jede der
Rollen über einen eigenen Antrieb verfügt oder Rollenpaare antriebstechnisch zusammengefasst
werden. Die Vorschubgeschwindigkeit wird dabei v.a. durch die Gestalt bzw. den Ausrichtungsbedarf
des Holz- oder Werkstoffstapels bestimmt. Der Rollenantrieb kann darüber hinaus allerdings
auch mit dem Antrieb eines bevorzugt der Zuführvorrichtung vorgelagerten Fördersystems,
beispielsweise eines Gurt- oder Rollenförderers, gekoppelt und mit diesem synchronisiert
werden, um so die gleichmäßige Bewegung des Holz- oder Werkstoffstapels sicherzustellen.
Wird über das Einführen des Holz- oder Werkstoffstapels in den Pressenraum das dort
befindliche, fertig verpresste Werkstück aus dem Pressenraum ausgefördert, wird die
Leistung des Rollenantriebs dieser Maximalbelastung entsprechend ausgelegt.
[0013] Bevorzugt ist die Rolle in und/oder an einem Rahmenelement, über das eine Ausrichtung
der Holz- oder Werkstoffstapel durchgeführt werden kann, angeordnet. Ist die Rolle
bzw. bei Verwendung mehrerer Rollen, sind die Rollen in das Rahmenelement integriert,
erfolgt die bündige Ausrichtung der Bestandteile des Holz- oder Werkstoffstapels über
die Rollen. Sind die Rollen dem Rahmenelement nachgeordnet, so wird der Holz- oder
Werkstoffstapel zunächst durch das Rahmenelement ausgerichtet und anschließend eine
Weiterförderung des Stapels durch die Rolle(n) vorgenommen. Die Rollen sind dabei
in oder an speziellen Halterungen am Rahmenelement gelagert; die Beabstandung der
Rollen zum Holz- oder Werkstoffstapel kann dann beispielsweise über eine Verschiebung
der Rahmenteile oder nur der Halterungen erfolgen. Eine Ausrichtung des Holzstapels
kann dabei auch dadurch erfolgen, dass die dem Rahmenelement vorgelagerten Rollen
den Holz- oder Werkstoffstapel erfassen und durch den starren Rahmen fördern, wobei
der Stapel bündig ausgerichtet wird.
[0014] Zur Verwendung der Zuführvorrichtung mit unterschiedlich ausgerichteten Pressentypen,
beispielsweise Liegend- oder Stehendpressen aber auch mit Rotationspressen oder Pressen
mit geneigten Pressenräumen, ist die Zuführvorrichtung bevorzugt um die Pressenlängsachse
kippbar ausgebildet.
[0015] Eine weitere, als besonders vorteilhaft angesehene Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Presse sieht vor, dass das Rahmenelement um die Pressenlängsachse drehbar ist. Somit
kann der beleimte und ausgerichtete Holz- oder Werkstoffstapel, der in das Rahmenelement
eingespannt ist, vor dem Einführen in die Presse an die Ausrichtung des Pressenraumes
angepasst werden, ohne dass es einer Verkippung oder Verschwenkung der Zuführvorrichtung
bedarf. Darüber hinaus ist durch das drehbare Rahmenelement auch die simultane Ausrichtung
und Verschwenkung des Stapels möglich.
[0016] Vorteilhafterweise werden die Holz- und/oder Werkstoffstapel über das Rahmenelement
druckbeaufschlagt. Somit erfolgt die bündige Ausrichtung des Stapels durch das Rahmenelement,
das an die Stapeloberflächen angelegt wird und diese in einer Hauptachse ausrichtet.
Dabei kann ein Schenkel des Rahmens als Gegenhalt für den Stapel festgelegt werden
und der Stapel von einem diesem gegenüber angeordneten beweglichen Schenkel druckbeaufschlagt
werden. Zusätzlich ist auch die Anordnung von hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagbaren
Druckelementen im Rahmen denkbar.
[0017] Bevorzugt weist die Presse ein Rahmenelement auf, das als rechteckiger Rahmen oder
aber auch nach Art eines Gatters oder Portals mit wenigstens zwei beweglichen Schenkeln
ausgebildet ist. Durch diese Ausführung des Rahmens kann die Zuführvorrichtung flexibel
an verschiedenen Pressen verwendet werden und in Abhängigkeit von den Dimensionen
des jeweils auszurichtenden Werkstoffstapels erweitert oder verengt werden. Durch
ein Rahmenelement mit beweglichen Schenkeln ist es zudem auch möglich, die Holz- oder
Werkstoffstapel für gebogene oder geschwungene Werkstücke auszurichten, da die beweglichen
Schenkel in Anpassung an die Form des Werkstückes an diese angelegt werden können.
Als besonders günstig wird in diesem Zusammenhang angesehen, wenn die Schenkel in
Abhängigkeit vom Querschnitt des Werkstückes relativ zueinander verschiebbar angeordnet
sind und die Verschiebung bevorzugt manuell oder automatisch einstellbar ist. Die
automatische Einstellung der Verschiebung kann dabei von einem Steuerstand aus durch
den Bediener der Anlage erfolgen. Beim Einsatz einer vollautomatischen Produktionsstraße
können allerdings auch die entsprechenden vorher abgespeicherten Daten für die (Tages-)Produktion
für die Einstellung der Verschiebung herangezogen werden, um so einen reibungslosen
Ablauf des gesamten Produktionsvorganges zu gewährleisten.
[0018] Um eine kontinuierliche Kontrolle der Produktion durchführen zu können und um gleichzeitig
eine lückenlose Dokumentation der erzeugten Produkte oder einen Nachweis im Verlauf
eines Zertifizierungsverfahrens erstellen zu können, wird als besonders empfehlenswert
angesehen, wenn die Zuführvorrichtung Erfassungsmittel für die Parameter des Holz-
oder Werkstoffstapels aufweist.
[0019] Die Erfassungsmittel können beispielsweise einen Weggeber für die Aufnahme der Dimensionen
des in den Pressenraum eingeförderten Werkstoffstapels umfassen. Darüber hinaus können
beispielsweise durch optische Abtastverfahren die Jahresringlage der Lamellen und
die Qualität der Sichtfläche erfasst werden, um bereits hier Informationen für nachgeordnete
Ausflickstationen bereitstellen zu können. Ein weiteres Messelement ermittelt die
für die Aushärtezeit wichtigen Parameter Holz- und Umgebungsfeuchte sowie Temperatur
des Werkstoffstapels, um basierend auf diesen Werten die optimale Presszeit zu ermitteln.
Um die gewonnenen Daten optimal und in den Produktionszyklus ohne Zeitverzögerungen
integriert auswerten zu können, weist die erfindungsgemäße Presse bevorzugt eine Speicher-
und/oder Auswerteeinheit für die ermittelten Parameter auf, die direkt mit dem Steuerstand
der Anlage verbunden ist und entweder Informationen an den Bediener ausgibt oder die
Anlage automatisch steuert bzw. an die ermittelten Parameter anpasst.
[0020] Um eine noch bessere bündige Ausrichtung der Holz- oder Werkstoffstapelbestandteile
zu erreichen und um eine stabile und möglichst gut beherrschbare Förderung des Werkstoffstapels
in den Pressenraum zu gewährleisten, weist die Zuführvorrichtung günstigerweise eine
oder mehrere Rollen auf, die als Zwillingsrolle(n) ausgebildet ist (sind). Die Rolle(n)
ist (sind) dabei bevorzugt an die Holz- oder Werkstoffstapel anlegbar, und beaufschlagen
die Holz- oder Werkstoffstapel. Zur Förderung der Holz- oder Werkstoffstapel können
auch die als Zwillingsrolle(n) ausgebildeten Rollen einen unabhängigen Antrieb aufweisen.
[0021] Die derzeit realisierbaren Leimbinder können Spannweiten von mehr als 20 Meter aufweisen.
Um die dafür notwendigen Holz- oder Werkstoffstapel ohne eine Veränderung der Ausrichtung
über die entsprechend lange Pressraumstrecke zu führen, weist eine besonders bevorzugte
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Presse wenigstens eine weitere Zuführvorrichtung
im Pressenraum auf. Über diese Zuführvorrichtung kann gegebenenfalls auch eine Nachjustierung
der in die Presse eingeführten Holz- oder Werkstoffstapel vor der Druckbeaufschlagung
erfolgen.
[0022] Als empfehlenswert wird angesehen, wenn die dem Pressenraum vorgeordnete Zuführvorrichtung
vom Pressenraum beabstandet angeordnet ist. Somit stellt die Zuführvorrichtung ein
vom Pressenraum unabhängiges Element der Pressenanordnung dar und kann, insbesondere
bei der Verwendung von mobilen Zuführwagen, besonders einfach und ohne Demontageaufwand
beispielsweise für weitere Pressen verfügbar gemacht werden. Dadurch lässt sich eine
weitere Flexibilisierung der Produktionsabläufe und ein optimaler Werkzeugeinsatz
realisieren.
[0023] Als im Zusammenhang mit der vorbeschriebenen Presse günstig, jedoch von eigenständiger
erfinderischer Bedeutung, wird eine Presse angesehen, die einen in Längsrichtung segmentierten
Pressenraum aufweist, wobei die Segmente über zentral angeordnete Druckelemente zur
Beaufschlagung der Holz- oder Werkstoffstapel verfügen. Die erfindungsgemäße Presse
ist dabei dadurch gekennzeichnet, dass das der Zuführvorrichtung unmittelbar nachgeordnete
Segment eine Vielzahl von Druckelementen aufweist. Herkömmliche Pressen weisen in
der Regel nur ein Druckelement pro Segment auf. Um eine stabile Lage des zu verpressenden
Holz- oder Werkstoffstapels während des Pressvorganges gewährleisten zu können, muss
mindestens die Hälfte der Druckfläche des Druckelementes an der Oberfläche der durch
das jeweilige Druckelement zu beaufschlagenden Holz- oder Werkstoffstapeloberfläche
anliegen. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einer ungleichmäßigen Beaufschlagung
und unregelmäßigen Ausformung des fertigen Werkstückes.
[0024] Aufgrund dieser Tatsache lassen sich mit herkömmlichen Pressen nur Werkstücke herstellen,
deren Länge ein Vielfaches der Hälfte der Segmentlänge bzw. der Auflagefläche des
Druckelements beträgt. Weist nun das erste, der Zuführvorrichtung unmittelbar nachgeordnete
Segment des Pressenraumes eine Vielzahl von Druckelementen auf, so wird durch diese
Anordnung auch eine entsprechend unterteilte Auflagefläche auf der Längsfläche des
Holz- oder Werkstoffstapels erreicht. Die Druckbeaufschlagung kann somit variabel
erfolgen, insbesondere mit den vorstehend genannten, spezifischen Druckwerten von
mehr als 1,5 N/mm
2 zum verbesserten Eindringen in die Holzoberfläche. Mit der erfindungsgemäßen Presse
können somit auch beliebige Zwischenlängen des Holz- oder Werkstoffstapels verpresst
werden und somit beispielsweise bereits bei der Herstellung von Leimbindern auf Konstruktionsvorgaben
eingegangen werden, ohne eine aufwändige Nachbearbeitung bzw. Anpassung der Werkstücklänge
oder Umbauten an den Pressen durchführen zu müssen.
[0025] Als besonders günstig wird angesehen, wenn die Presse zusätzlich an dem der Ausführvorrichtung
unmittelbar vorgeordneten Segment wenigstens zwei Druckelemente aufweist. Durch diese
zusätzliche Segmentunterteilung mit mehreren Druckelementen kann die Längenvariabilität
der zu verpressenden Holz- oder Werkstoffstapel zusätzlich erweitert werden.
[0026] Unabhängig von der Anzahl der Druckelemente je Segment verfügen diese stets über
die gleiche Druckleistung, sodass keine Stabilitätsbeeinträchtigung der fertigen Werkstücke
aufgrund von ungleichmäßiger Druckbeaufschlagung befürchtet werden muss.
[0027] Um eine optimale Druckbeaufschlagung, insbesondere im Bereich zwischen 1,5 bis 3,3
N/mm
2 bei möglichst kurzen Stellwegen zu realisieren, weist die Presse bevorzugt Druckelemente
auf, die als pneumatisch oder hydraulisch beaufschlagbare Druckzylinder oder Spindelantriebe
ausgebildet sind.
[0028] Bevorzugt verfügen die Druckelemente über Druckschuhe, die auf den Holz- oder Werkstoffstapel
aufsetzbar sind. Durch die aufgrund der Druckschuhe vergrößerte Auflagefläche wird
eine bessere Druckverteilung auf den Längsflächen der Holz- oder Werkstoffstapel erreicht
und die Verformung der Auflagefläche minimiert.
[0029] Um das chargenweise Verpressen kürzerer Holz- oder Werkstoffstapel durchführen zu
können, wird als empfehlenswert erachtet, wenn der Pressenraum weitere, bevorzugt
mittig im Pressenraum angeordnete Segmente mit einer Vielzahl von Druckelementen aufweist.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Besonderheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter, jedoch nicht beschränkender Ausführungsformen
der Erfindung anhand der schematischen und nicht maßstabsgetreuen Zeichnungen. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Presse mit vorgelagerter Zuführvorrichtung,
- Fig. 2
- eine bevorzugte Ausführungsform eines mit der Zuführvorrichtung verwendbaren Rollenelements
in Seitenansicht, und
- Fig. 3
- eine bevorzugte Ausführungsform einer Presse mit segmentiertem Pressenraum in Seitenansicht.
[0031] Fig. 1 zeigt in Frontansicht eine Presse 10 zur Herstellung von aus einem Holzlamellenstapel
21 gebildeten Leimbindern 20. Die Presse 10 verfügt dabei über einen Pressenraum 11
sowie diesem vorgelagert über eine Zuführvorrichtung 30, die neben geeigneten Förderelementen
40 auch einen rechteckigen Rahmen 31 zur Ausrichtung der beleimten Holzlamellenstapel
21 aufweist. Die bodenseitig an der Zuführvorrichtung 30 angeordneten Förderelemente
40 sind im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 als Rollengang 41 ausgebildet und vermitteln
den Transfer des Holzlamellenstapels 21 von der vorgelagerten Beleimungsstation (nicht
dargestellt) zur Zuführvorrichtung 30 sowie weiter durch den Rahmen 31 in den Pressenraum
11. Der Rollengang 41 verfügt über eine Vielzahl von in Reihe angeordneten Rollen
29 und ist im Ausführungsbeispiel fest mit dem Boden 12 des Pressenraumes 11 verbunden.
Innerhalb des Pressenraumes 11 sind dem Rollengang 41 beidseitig zugeordnete Sättel
18 angeordnet, die die unterseits des in den Pressenraum 11 eingeführten Holzlamellenstapels
21 anliegende Gegendruckplatte 13 bei Beaufschlagung des Holzlamellenstapels 21 aufnehmen
und den Rollengang 41 während des Pressvorganges entlasten. Die Sättel 18 sind beweglich
gelagert und können an die Breite des eingeführten Holzlamellenstapels 21 bzw. der
verwendeten Gegendruckplatte 13 angepasst werden.
[0032] Der in den Pressenraum 11 eingeführte Holzlamellenstapel 21 wird oberseitig über
eine Andruckplatte 15 durch die hydraulisch beaufschlagbaren Hubzylinder 16 der Presse
10 druckbeaufschlagt. Der Hubzylinder 16 ist dabei ortsfest im Pressenraum 11 angeordnet.
Die Kolben 14 sind längenvariabel und können so an verschiedene Höhen der eingeführten
Holzlamellenstapel 21 angepasst werden. Zur weiteren Verkürzung des Abstandes zwischen
Kolben 14 und Holzlamellenstapel 21, beispielsweise bei der Herstellung niedriger
Leimbinder 20, kann eine als I- oder Doppel-T-Träger ausgebildete Profilschiene 19
zwischen Kolben 14 und Andruckplatte 15 angebracht werden. Darüber hinaus ist es auch
denkbar, dass die oberen Querstreben 17 des Pressenraumes 11, an denen die Hubzylinder
16 angeordnet sind, als verstellbare Joche ausgebildet sind, die je nach Höhe der
zu verpressenden Holzlamellenstapel 21 versetzt werden können. Zu diesem Zweck können
beispielsweise in oder an den der Zuführvorrichtung 30 nachgeordneten Längsstreben
45 des Pressenraumes 11 entsprechend beabstandete Ausnehmungen angebracht sein, mit
denen die passenden Halteelemente an der Querstrebe 17 in Eingriff gebracht werden.
[0033] Die Zuführvorrichtung 30 weist im Ausführungsbeispiel zwei senkrecht zum Pressenraum
11 angeordnete Schenkel 23 auf, die an die Längsseiten 24 des Holzlamellenstapels
21 angelegt werden. Über die Schenkel 23 wird die bündige Ausrichtung der Lamellen
des Holzlamellenstapels 21 durchgeführt. Die Schenkel 23 sind verschwenkbar gelagert
und verfügen an beiden Enden 25 über entsprechende Hebel 26 für die parallelogrammartige
Verschwenkung.
[0034] Im Bereich des Hubzylinders 16 weist die Presse 10 einen Aktor 28 für die Verschwenkung
der Schenkel 23 auf. Dieser wirkt über die an Scheiben 34 angeordneten Hebel 26 auf
die Schenkel 23 und presst diese an den Holzlamellenstapel 21. Da nur ein Aktor 28
für die Verschwenkung vorgesehen ist, verfügt die Zuführvorrichtung 30 der Fig. 1
zur synchronen Verschwenkung beider Schenkel 23 über Ketten 27 (in Fig. 1 nur abschnittsweise
gezeigt), die die rechts- und linkseitig des Pressenraumes 11 angeordneten Schenkel
23 verbinden. Die Ketten 27 werden dazu über die den Hebeln 26 zugeordneten Scheiben
34 geführt. Durch Verkürzung des Aktors 28 erfolgt eine Verschwenkung des mit dem
Aktor 28 verbundenen Hebels 26, der an der in Fig. 1 linken Scheibe 34 als Kurbel
angeordnet ist. Mit der Verschwenkung der Hebel 26 kommt es zu einer kreisförmigen
Bewegung der Scheibe 34, verbunden mit der Zugbeaufschlagung der an der Scheibe 34
befestigten Ketten 27. Es erfolgt dadurch die synchrone Verschwenkung der gegenüberliegenden
Schenkel 23 bis zum Anliegen beider Schenkel 23 an den Seitenflächen des Holzlamellenstapels
21. Durch weitere Verkürzung des Aktors 28 kann die weitere Beaufschlagung des Holzlamellenstapels
21 und damit dessen bündige Ausrichtung durchgeführt werden. Zur Justierung der Schenkel
23 verfügen die Ketten 27 über Stellschrauben 22, über die die Länge der Ketten 27
und damit die Beabstandung der Schenkel 23 einstellbar ist. Zum Anlegen und Beaufschlagen
der Schenkel 23 ist selbstverständlich auch die Verwendung von jeweils an den Schenkeln
23 angeordneten, unabhängig oder gekoppelt angetriebenen Kniehebelmechanismen, Linearantrieben
o. dgl. denkbar.
[0035] Fig. 2 zeigt ein Rollenelement 32, das anstelle der in Fig.1 beschriebenen Schenkel
23 beidseitig in der Zuführvorrichtung 30 verwendet werden kann. Das Rollenelement
32 weist im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 vier an einer zentralen, angetriebenen
Achse 33 angeordnete Walzen 37 auf. Diese werden an den die Zuführvorrichtung 30 durchlaufenden
Holzlamellenstapel 21 angelegt und führen eine Ausrichtung des Holzlamellenstapels
21 durch. Durch den Antrieb des Rollenelementes 32 erfolgt gleichzeitig mit der Ausrichtung
des Holzlamellenstapels 21 dessen Transfer in den Pressenraum 11. Um ein Abrutschen
der Walzen 37 an den Längsseiten 24 des Holzlamellenstapels 21 zu verhindern, weisen
diese einen elastischen, reibungserhöhenden Belag 35 auf, der die Holzoberfläche nicht
beschädigt. Der Antrieb der Achse 33 erfolgt durch den Anschluss geeigneter Antriebselemente
am in Fig. 2 oberen Ende 42, entsprechend dem Ende 25 in Fig. 1. Der Zapfen 43 am
unteren Ende 44 wird in entsprechende Lagerbuchsen (nicht dargestellt) an der Zuführvorrichtung
30 eingesetzt. Je nach Höhe des zu verpressenden Holzlamellenstapels 21 können Walzen
27 von der Achse entfernt oder hinzugefügt werden. Eine Entnahme erfolgt nach Lösen
der beiden in der Walze 27 versenkt angeordneten Spannschrauben 38.
[0036] Neben einer Anordnung des Rollenelementes 32 anstelle von Schenkeln 23 ist auch eine
Anordnung zusätzlich zu den Schenkeln 23 möglich. Die Rollenelemente 32 können dabei
an den beiden Seitenflächen 36 der Zuführvorrichtung 30 vor oder nach den Schenkeln
23 angebracht werden. Das Anlegen an die Längsseiten 24 des Holzlamellenstapels 21
erfolgt dann synchron mit dem Verschwenken der Schenkel 23.
[0037] Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Presse 10 in Seitenansicht.
Der Pressenraum 11 ist im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 auf Ständern 54 gelagert
und in insgesamt vier Segmente 46a, b, c, d unterteilt, die jeweils durch Längsstreben
45 begrenzt werden. Die beiden mittleren Segmente 46b, c weisen zentral angeordnete
Hubzylinder 16 auf, die den in den Pressenraum 11 eingeförderten Holzlamellenstapel
21 beaufschlagen. Die Hubzylinder 16 weisen an ihren dem Holzlamellenstapel 21 zugewandten
Enden 47 Druckschuhe 48 auf, die eine effektivere und gleichmäßigere Druckbeaufschlagung
des Holzlamellenstapels 21 bewirken.
[0038] Die in Fig. 3 dargestellte Presse 10 verfügt auf ihrer in der Darstellung linken
Stirnseite 49a über eine vorgelagerte Zuführvorrichtung 30. Die Zuführvorrichtung
30 weist ebenso wie der Pressenraum 11 ein umlaufendes Förderband 52a, b zur Förderung
des Holzlamellenstapels 21 in bzw. durch den Pressenraum 11 auf. An der gegenüberliegenden
Stirnseite 49b des Pressenraumes 11 ist eine Ausführvorrichtung 50 angeordnet, die
ebenfalls über ein Förderband 52c verfügt, über das der Abtransport des fertig verpressten
Holzlamellenstapels 21 bewerkstelligt wird. Die Förderbänder 52a, b, c der drei Komponenten
(Zuführvorrichtung 30, Pressenraum 11 und Ausführvorrichtung 50) der in Fig. 3 dargestellten
Presse 10 können synchronisiert werden, um so einen reibungslosen und unterbrechungsfreien
Transport der vorbereiteten bzw. verpressten Holzlamellenstapel 21 durch die Presse
10 zu gewährleisten. Das Förderband 52b im Pressenraum 11 weist im Ausführungsbeispiel
zusätzlich Mitnehmer 53 auf, die nach Art eines Schubelementes die Positionierung
des Holzlamellenstapels 21 sowie das Entleeren des Pressenraumes 11 unterstützen.
[0039] Das der Zuführvorrichtung 30 unmittelbar nachgeordnete Segment 46a verfügt im Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 über fünf in der Längsachse des Pressenraumes 11 angeordnete Hubzylinder
16 mit gegenüber den Hubzylindern 16 der mittig angeordneten Segmente 46b, c verkleinerten
Druckschuhen 48. Der in Fig. 3 in den Pressenraum 11 eingeführte Holzlamellenstapel
21 nimmt nur einen Teil des Pressenraumes 11 ein. Um dennoch eine stabile Lage des
Holzlamellenstapels 21 während des Pressvorganges zu gewährleisten, sollte mindestens
die Hälfte der Fläche des Druckschuhs 48 an der Oberfläche 51 des zu beaufschlagenden
Holzlamellenstapels 21 anliegen. Da das erste, der Zuführvorrichtung 30 unmittelbar
nachgeordnete Segment 46a des Pressenraumes 11 fünf Hubzylinder 16 mit Druckschuhen
48 aufweist, kann bei frei wählbarer Länge des bevorzugt mit mehr als 1,5 bis 3,3
N/mm
2 verpressten Holzlamellenstapels 21 sichergestellt werden, dass stets wenigstens die
Hälfte der Fläche eines der Druckschuhe 48 der Hubzylinder 16 im ersten Segment 46a
des Pressenraumes 11 an der Oberfläche 51 des Lamellenstapels 21 anliegt. Mit der
im Ausführungsbeispiel dargestellten Presse 10 können somit beliebige Zwischenlängen
der Holzlamellenstapel 21 verpresst werden, ohne bauliche Veränderungen am Pressenraum
11 vornehmen zu müssen. Die in Fig. 3 dargestellte Presse 10 weist zusätzlich zu den
vorgenannten fünf Hubzylindern 16 in dem der Ausführvorrichtung 50 unmittelbar vorgeordneten
Segment 46d zwei Hubzylinder 16 auf. Durch diese zusätzliche Unterteilung des letzen
Segmentes 46d durch zwei Hubzylinder 16 mit daran angeordneten Druckschuhen 48 wird
die Längenvariabilität der mit der gezeigten Presse verpressten Holzlamellenstapel
21 nochmals erweitert.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 10 =
- Presse
- 11 =
- Pressenraum
- 12 =
- Boden
- 13 =
- Gegendruckplatte
- 14 =
- Kolben
- 15 =
- Andruckplatte
- 16 =
- Hubzylinder
- 17 =
- Querstrebe
- 18 =
- Sattel
- 19 =
- Profilschiene
- 20 =
- Leimbinder
- 21 =
- Holzlamellenstapel
- 22 =
- Stellschraube
- 23 =
- Schenkel
- 24 =
- Längsseite
- 25 =
- Ende
- 26 =
- Hebel
- 27 =
- Kette
- 28 =
- Aktor
- 29 =
- Rolle
- 30 =
- Zuführvorrichtung
- 31 =
- Rahmen
- 32 =
- Rollenelement
- 33 =
- Achse
- 34 =
- Scheibe
- 35 =
- Belag
- 36 =
- Seitenfläche
- 37 =
- Walze
- 38 =
- Spannschraube
- 40 =
- Förderelement
- 41 =
- Rollenbahn
- 42 =
- oberes Ende
- 43 =
- Zapfen
- 44 =
- unteres Ende
- 45 =
- Längsstrebe
- 46a,b, c, d =
- Segment
- 47 =
- Ende
- 48 =
- Druckschuh
- 49a,b =
- Stirnseite
- 50 =
- Ausführvorrichtung
- 51 =
- Oberfläche
- 52a,b, c =
- Förderband
- 53 =
- Mitnehmer
- 54 =
- Ständer
1. Presse (10) mit einem Pressenraum (11) zur Herstellung von Werkstücken aus beleimten
Holz- und/oder Werkstoffstapeln (21), insbesondere zur Herstellung von Leimbindern
(20),
dadurch gekennzeichnet, dass
dem Pressenraum (11) an einer Stirnseite (49a) vorgelagert eine Zuführvorrichtung
(30) für die beleimten Holz- oder Werkstoffstapel (21) angeordnet ist, wobei die Zuführvorrichtung
(30), insbesondere wenigstens eine angetriebene Rolle (29), zum Einfördern der ausgerichteten
Holz- oder Werkstoffstapel (21) in den Pressenraum (11) aufweist und eine Ausführvorrichtung
(50) für die verpressten Holz- oder Werkstoffstapel (21) an der gegenüberliegenden
Stirnseite (49b) des Presseraumes (11) angeordnet ist.
2. Presse (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Rolle (29) in und/oder an einem Rahmenelement (31) für die Ausrichtung der Holz-
oder Werkstoffstapel (21) angeordnet ist.
3. Presse (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführvorrichtung (30) und die Ausführvorrichtung (50) simultan oder konsekutiv
betätigbar ausgebildet sind.
4. Presse (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführvorrichtung (30) um die Pressenlängsachse kippbar ausgebildet ist.
5. Presse (10) nach einem Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rahmenelement (31) um die Pressenlängsachse drehbar ausgebildet ist.
6. Presse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Holz- und/oder Werkstoffstapel (21) über das Rahmenelement (31) druckbeaufschlagbar
sind.
7. Presse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rahmenelement als rechteckiger Rahmen (31) mit wenigstens zwei beweglichen Schenkeln
(23) ausgebildet ist.
8. Presse (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Schenkel (23) in Abhängigkeit vom Querschnitt des Werkstückes (21) relativ zueinander
verschiebbar angeordnet sind.
9. Presse (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Verschiebung manuell oder automatisch einstellbar ist.
10. Presse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführvorrichtung (30) Erfassungsmittel für die Parameter der Holz- oder Werkstoffstapel
(21) aufweist.
11. Presse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rolle (29) einen unabhängigen Antrieb aufweist.
12. Presse (10), insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit in Längsrichtung
segmentiertem Pressenraum (11), wobei die Segmente (46a,b,c,d) zentral angeordnete
Druckelemente zur Beaufschlagung der Holz- oder Werkstoffstapel (21) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass
das der Zuführvorrichtung (30) unmittelbar nachgeordnete Segment (46a) eine Vielzahl
von Druckelementen aufweist.
13. Presse (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckelemente als pneumatisch oder hydraulisch beaufschlagbare Hubzylinder (16)
ausgebildet sind.
14. Presse (10) nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckelemente auf den Holz- oder Werkstoffstapel (21) aufsetzbare Druckschuhe
(48) aufweisen.
15. Verfahren zum Verkleben von Massivholzlamellen, insbesondere zur Herstellung von Leimbindern
unter Verwendung einer Presse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Massivholzlamellen (21) mit einem spezifischen Pressdruck von mehr als 1,5 N/mm2, insbesondere im Bereich von 1,5 bis 3,3 N/mm2 beaufschlagt werden.