[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Querschneiden eines
grünen, noch plastischen, nicht gehärteten quaderförmigen, in einer Querschneidestation
auf horizontal parallel auf Abstand nebeneinander angeordneten Roststäben liegenden,
z. B. 6 m langen Porenbetonblocks, in quaderförmige Porenbetonkörper.
[0002] Eine Querschneidestation der erfindungsgemäßen Art ist z. B. in der
DE 195 15 757 C1 erkennbar. Die Roststäbe stützen sich seitlich unverrückbar auf Querträgerstäben
eines Rostträgerrahmens oder auf Querträgerwellen ab, die sich horizontal und rechtwinklig
zu den Roststäben erstrecken und auf Abstand voneinander angeordnet sind, wobei auf
den Querträgerwellen drehbar Distanzrollen sitzen, auf denen die Roststäbe lose und
seitlich unverrückbar lagern (
AT-PS 65 954,
DE-AS 12 74 947).
[0003] Die Querschneidestation weist einen horizontal angeordneten, viereckigen Schneidrahmen
auf, in dessen Innenraum auf Abstand voneinander sich parallel zueinander und rechtwinklig
zu den Roststäben erstreckende Schneiddrähte gespannt sind. Der Schneidrahmen wird
in seinen Eckbereichen an ortsfesten vertikal stehenden Säulen in vertikalen Führungen
geführt. Antriebsmittel ermöglichen das Auf- und Abfahren des Schneidrahmens an den
Säulen. Zur Verringerung der Schneidkräfte ist vorgesehen, dass die Schneiddrähte
während des Hochfahrens des Schneidrahmens in ihrer Längserstreckung oszillierende
Hin- und Herbewegungen ausführen, so dass nicht nur drückend, sondern auch ziehend
geschnitten wird. Dafür sind die Drähte zwischen horizontalen Balken gespannt angeordnet,
die drehbar um ihre Längsachse im Schneidrahmen angeordnet sind und mit entsprechenden
Antrieben in Pendelbewegungen um ihre Längsachse versetzt werden. Dabei sind zweckmäßigerweise
an jeder Seite des Schneidrahmens jeweils zwei parallel nebeneinander angeordnete
Balken vorgesehen, die gegenläufig pendelnd angetrieben sind, wobei benachbarte Drähte
nicht auf demselben Balken angeordnet sind, so dass benachbarte Drähte gegenläufige
Schneidbewegungen ausführen.
[0004] Nachteilig ist, dass die Schneiddrähte, die sich beim Durchziehen durch den Porenbetonkörper
nach unten durchbiegen, beim Verlassen des Porenbetonblocks elastisch zurückfedern
und dabei größere Bruchstücke aus der Oberfläche des Porenbetonblocks herausreißen,
die zu unbrauchbaren Porenbetonkörpern und damit zu Ausschuss führen können.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist, den durch das Zurückfedern der Schneiddrähte beim Verlassen
des Porenbetonblocks verursachten Ausschuss zu vermeiden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 8 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung werden in den von diesen Ansprüchen abhängigen Unteransprüchen
gekennzeichnet.
[0007] Die Erfindung sieht somit ein Verfahren zum Querschneiden eines quaderförmigen, noch
plastischen Porenbetonblocks vor, der horizontal auf einem ebenen Tragelement und
sich quer zur Längserstreckung des Porenbetonblocks erstreckenden Schneiddrähten lagert.
Die Schneiddrähte sind in einem rechteckigen Schneidrahmen gatterartig, in Längsrichtung
des Porenbetonblocks auf bestimmten Abstand voneinander verteilt gespannt. Der Schneidrahmen
wird zum Schneiden von unten nach oben verfahren, wobei die Schneiddrähte durch den
Porenbetonblock gezogen werden. Während des Schneidens wird der Schneidrahmen zusammen
mit den Schneiddrähten um eine parallel zur Längserstreckung des Porenbetons verlaufende
horizontale Achse schräg nach oben verschwenkt, so dass die Schneiddrähte in einer
Schrägstellung durch den Porenbetonblock gezogen werden. Vorteilhaft ist, wenn der
Schneidrahmen erst nach Erreichen der halben Höhe des Porenbetonblocks verschwenkt
wird.
[0008] Zweckmäßigerweise wird der Schneidrahmen um eine im Bereich eines seiner beiden horizontalen
Längsbalken vorgesehenen Achse verschwenkt. Insbesondere ist dabei vorteilhaft, wenn
die Schneiddrähte während des Schneidens im Schneidrahmen mit entsprechenden Antriebsmitteln
in eine Hin- und Herbewegung bzw. Pendelbewegung in Richtung ihrer Erstreckung versetzt
werden, wobei die Frequenz der Hin- und Herbewegung z. B. bis 300, insbesondere zwischen
2 und 15, vorzugsweise zwischen 3 und 8 Hertz liegt.
[0009] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
verfügt über ein horizontales, den Porenbetonblock lagerndes, fundamentabgestütztes
Schneidbett und einen rechteckigen, das Schneidbett umgreifenden, zwei Längsbalken
und zwei Querbalken aufweisenden Schneidrahmen. Innerhalb des Schneidrahmens sind
gatterartig parallel zu den Querbalken auf seitlichem Abstand Schneiddrähte oberhalb
des Schneidbetts gespannt. Zudem wird der Schneidrahmen mit Hubeinrichtungen auf-
und abfahrbahr an einem fundamentabgestützten Tragelement mit Führungselementen geführt,
wobei der Schneidrahmen zusammen mit den Schneiddrähten um eine horizontale, parallel
zu einem der Längsbalken verlaufende Schwenkachse schwenkbar an den Tragelementen
angeordnet ist. Zweckmäßigerweise ist die Schwenkachse im Bereich eines Längsbalkens
in scharnierenden Verbindungselementen zwischen dem Längsbalken und den dem Längsbalken
benachbarten Tragelementen angeordnet, wobei die Verbindungselemente in den Tragelementen
für das Auf- und Abfahren des Schneidrahmens vertikal geführt werden. Dabei kann nach
einer Ausführungsform der Erfindung auf Führungselemente zwischen dem anderen Längsbalken
und den dort benachbarten Tragelementen verzichtet werden. Insbesondere ist vorteilhaft,
wenn die Schneiddrähte innerhalb des Schneidrahmens mit entsprechenden Antriebsmitteln
in Richtung ihrer Ersteckung hin und her bewegbar angeordnet sind und jeweils benachbarte
Schneiddrähte sich gegenläufig hin und her bewegen können.
[0010] Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung weisen die Tragelemente vier
fundamentabgestützte Hubvorrichtungen auf, von denen jeweils eine unter einem Eckbereich
des Schneidrahmens festsitzend angeordnet ist, wobei die Hubvorrichtungen an der einen
Längsseite des Schneidrahmens unabhängig von den Hubvorrichtungen der anderen Längsseite
betätigbar sind. Zweckmäßigerweise steht an einer Längsseite des Schneidrahmens außerhalb
der beiden Eckbereiche je ein vertikales fundamentabgestütztes Säulenelement, wobei
zwischen den Säulenelementen und dem Schneidrahmen vertikale Führungseinrichtungen
mit einer scharnierenden Gelenkeinrichtung mit horizontaler Schwenkachse für das Verschwenken
des Schneidrahmens angeordnet sind. Vorteilhaft ist, wenn jede Hubvorrichtung zumindest
auf der einen Längsseite, vorzugsweise aber beidseitig der Querschneidevorrichtung
fundamentseitig und schneidrahmenseitig je ein beim Schwenken des Schneidrahmens wirksames
Gelenk aufweist.
[0011] Anhand der zeichnungen wird die Erfindung im folgenden beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer kompletten Schneidanlage für Porenbetonblöcke schräg
von oben,
- Fig. 2
- eine perspektivische Vorderseitenansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Querschneide- vorrichtung,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Vorderseitenansicht eines Teil- bereichs der erfindungsgemäßen Querschneidevorrich-
tung nach Fig. 2,
- Fig. 4
- eine perspektivische Frontansicht der Querschneid- vorrichtung nach Fig. 2 schräg
von oben,
- Fig. 5
- eine perspektivische Rückseitenansicht der Quer- schneidevorrichtung nach Fig. 2 schräg
von oben,
- Fig. 6
- einen perspektivischen Einblick in den frontseitigen Innenraum der Querschneidevorrichtung
nach Fig. 2,
- Fig. 7
- eine perspektivische Vorderseitenansicht einer weite- ren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Quer- schneidevorrichtung schräg von oben,
- Fig. 8
- eine perspektivische Rückseitenansicht der Quer- schneidevorrichtung nach Anspruch
7 während des Schneidens schräg von oben,
- Fig. 9
- einen perspektivischen Einblick in den frontseitigen Innenraum der Querschneidevorrichtung
nach Anspruch 7,
- Fig. 10
- eine perspektivische Rückseitenansicht der Quer- schneidevorrichtung nach Anspruch
7 nach dem Schneiden schräg von oben,
- Fig. 11
- schematisch eine Stirnansicht der Querschneide- vorrichtung mit einer gelenkigen Schwenkeinrichtung
für den Schneidrahmen.
[0012] Die erfindungsgemäße Querschneidevorrichtung 1 zum Querschneiden eines Porenbetonblocks
2 kann Teilstation einer Porenbetonschneidanlage 3 sein, die zudem eine Stoßeinrichtung
4 und eine Längsschneidestation 5 aufweist (Fig. 1).
[0013] Die Querschneidestation 1 nimmt einen quaderförmigen Porenbetonblock 2 auf, der zwei
Stirnseiten 6, zwei Schmalseiten 7 und zwei Breitseiten 8 aufweist. Der Porenbetonblock
liegt horizontal mit einer Breitseite 8 in an sich bekannter Weise zum Beispiel auf
sich parallel zur Längserstreckung des Porenbetonblocks erstreckenden parallel und
horizontal nebeneinander auf Abstand angeordneten, ein Schneidbett bildenden Roststäben
9 auf (Fig. 3), die von einem fundamentfesten Untergestell 10 getragen werden.
[0014] Auf den Roststäben 9 sitzen sich rechtwinklig und horizontal dazu erstreckende, auf
bestimmten Abstand voneinander angeordnete Schneiddrähte 11 auf (Fig. 3). Die Schneiddrähte
11 sind Teil eines rechteckigen Schneidrahmens 12, der im wesentlichen aus zwei Längsbalken
13, 14 und zwei Querbalken 15, 16 besteht, wobei die Querbalken 15, 16 zweckmäßigerweise
auf die Endbereiche der Längsbalken 13, 14 aufgesetzt sind.
[0015] Benachbart und parallel zu den Längsbalken 13, 14 erstrecken sich rahmeninnenseitig
jeweils zwei Drahtträgerwellen 17, 18, die drehbar in unterhalb der Querbalken 15,
16 daran festsitzenden Lagerböcken 19 lagern.
[0016] Zwischen den Drahtträgerwellen 17, 18 sind die Schneiddrähte 11 gespannt, wobei ein
Schneiddraht 11 zwischen einer äußeren Drähtträgerwelle 17 und der auf der anderen
Seite des Schneidrahmens 12 angeordneten inneren Drahtträgerwelle 18 und der benachbarte
Schneiddraht 11 zwischen einer inneren Drahtträgerwelle 18 und der auf der anderen
Seite des Schneidrahmens 12 angeordneten äußeren Drahtträgerwelle 17 gespannt sind.
[0017] Die Drahtträgerwellen 17, 18 werden mit einem z. B. auf dem Querbalken 16 sitzenden
Motor, z. B. Getriebemotor 20, über Kurbelgestänge 21 um ihre Längsachse hin- und
her pendelnd angetrieben, und zwar derart, dass jeweils eine äußere Welle 17 mit der
auf der anderen Seite des Rahmens angeordneten inneren Welle 18 ein gemeinsam gleichzeitig
angetriebenes Wellenpaar bilden und die Wellenpaare gegensinnig pendelnd angetrieben
werden. Auf diese Weise kann ein ziehender Schnitt gewährleistet werden.
[0018] Der Schneidrahmen 12 ist nach oben ziehbar und nach unten absenkbar in einer fundamentfesten
Rahmenkonstruktion aufgehängt, z. B. bestehend aus vier außenseitig im Bereich der
Ecken des Schneidrahmens 12 fundamentfest stehenden Tragsäulen 22, wobei an den Stirnseiten
bzw. Querseiten der Querschneidestation 1 die Säulen 22 kopfseitig mit horizontalen
Querbalken 24 verstrebt sind und zumindest an der einen Längsseite der Querschneidestation
1 die Tragsäulen 22 kopfseitig mit einem horizontalen Längsbalken 23 verstrebt sein
können. Für die Führung des Schneidrahmens 12 bei der Auf- und Abwärtsbewegung sind
vertikale Führungselemente, vorzugsweise lediglich an der einen Längsseite, z. B.
an den mit dem Längsbalken 23 verstrebten Säulen 22 und den Schneidrahmeneckbereichen
vorgesehen, die Gelenke aufweisen und den Schneidrahmen 12 mit der Rahmenkonstruktion
bzw. den Tragsäulen verbinden.
[0019] Zu diesem Zweck ist beispielsweise eine vertikale Führungseinrichtung, z. B. eine
vertikale Führungsschiene oder Führungsnut 50 an den zugeinrichtungsseitigen Säulen
22 vorgesehen, wobei jeweils in der Führungsnut oder der Führungsschiene ein Gleitstück
51 geführt ist. Am Gleitstück 51 ist um eine horizontale parallel zum Längsbalken
14 liegende Achse 53 schwenkbar ein Verbindungssteg 52 angelenkt, der mit dem Längsbalken
14 in fester Verbindung steht. Im Bereich des Längsbalkens 13 ist, wie in Fig. 11
erkennbar, keine Führungseinrichtung an den Säulen 22 vorgesehen.
[0020] Der Schneidrahmen 12 hängt in seinen Eckbereichen an dort vertikal, insbesondere
umlenkbaren Zugelementen wie z. B. an geführten Ketten oder Seilen 25, 26 oder dergleichen.
Die Seile 25 verlaufen jeweils vertikal vom Längsbalken 13 und die Seile 26 jeweils
vertikal vom Längsbalken 14 nach oben.
[0021] Die vertikalen nach oben führenden Abschnitte der Seile 25 werden jeweils durch den
Querbalken 24 hindurchgeführt auf eine auf dem Querbalken 24 gelagerte Umlenkrolle
27 und um 90° parallel zum Querbalken 24 verlaufend umgelenkt zu einer weiteren Umlenkrolle
28, die am anderen Ende des Querbalkens 24 auf dem Querbalken angeordnet ist. Von
den Umlenkrollen 28 werden die Seile 25 vertikal nach unten und parallel zur Säule
22 verlaufend geführt zu jeweils einer Zugeinrichtung 29, die an einem Fundamentsockel
befestigt ist.
[0022] Die vertikalen nach oben führenden Abschnitte der Seile 26 werden jeweils ebenfalls
durch den Querbalken 24 hindurchgeführt auf eine auf dem Querbalken gelagerte Umlenkrolle
30 und ebenfalls um 90° parallel zum Querbalken 24 verlaufend umgelenkt zu einer weiteren
Umlenkrolle 31, von der die Seile 26 vertikal nach unten jeweils zur gleichen Zugeinrichtung
29 geführt werden. Mit der Zugeinrichtung 29 kann der Schneidrahmen 12 über die Seile
25, 26 auf und ab bewegt werden.
[0023] Zweckmäßigerweise stehen die an der einen Querseite angeordneten Rollen 31 und 28
mit den Rollen 31 und 28 an der anderen Querseite des Schneidrahmens 12 über eine
Welle 32 in Verbindung, die den Gleichlauf der Seile 25, 26 auf beiden Seiten gewährleistet.
[0024] Nach der Erfindung ist der Schneidrahmen 12 an der zugeinrichtungsseitigen Längsseite
um eine parallel zum Längsbalken 14 verlaufende horizontale Achse nach oben kippbar
bzw. schwenkbar angeordnet, wobei mit den Seilen 25 der Schneidrahmen in Pfeilrichtung
33 nach oben gekippt und entgegen der Pfeilrichtung 33 wieder heruntergelassen werden
kann (Fig. 4). Dabei kann z. B. jeweils die Zugeinrichtung 29 das Seil 25 im Vergleich
zum Seil 26 mit höherer Geschwindigkeit hochziehen.
[0025] Alternativ kann aber auch wie abgebildet eine Hubeinrichtung 44 vorgesehen sein,
die sich am Rahmenteil 24 abstützt und mit der in diesem Fall versetzbar angeordneten
Rolle 27 in Verbindung steht. Die Hubvorrichtung 44 kann die Rolle 27 anheben oder
nach vorne verschieben, woraus ein Anheben bzw. Kippen des Rahmens 12 bewirkt wird.
[0026] Nach der Erfindung wird ein Porenbetonblock 2 auf das Schneidbett bestehend aus den
Roststäben 9 und den Querschneiddrähten 11 mit einer Breitseite 8 gelegt. Dann wird
die Pendelbewegung der Schneiddrähte mit dem Getriebemotor 20 initiiert und der Schneidrahmen
12 mit den Zugeinrichtungen 29 an den Seilen 25, 26 nach oben gezogen. Dabei kann
die Schrägstellung bzw. das Kippen des Schneidrahmens 12 sogleich oder während des
Schneidens, bevor die Schneiddrähte 11 den Porenbetonblock 2 verlassen, erfolgen,
so dass die Schneiddrähte 11 zuerst an der Seite des Längsbalkens 13 aus dem Porenbetonblock
2 heraustreten, während sie sich an der anderen Seite des Längsbalkens 14 noch im
Porenbetonblock 2 befinden. Somit wandert der Schnittspalt an der Oberfläche des Porenbetonblocks
von einer Ecke zur anderen Ecke. (Fig. 6). Auf diese Weise gelingt es, die schräg
gestellten Drähte nahezu gestreckt und damit relativ spannungsfrei allmählich bzw.
nicht gleichzeitig an beiden Enden bzw. mit ihrer vollen Länge aus dem Porenbetonblock
zu führen, wodurch ein Herausreißen von Materialbrocken bzw. Bruchstücken vermieden
werden kann. Der Winkel der Schrägstellung bezüglich der Horizontalen richtet sich
nach der Materialzusammensetzung bzw. der Schneidbarkeit des Porenbetonmaterials.
Er liegt vorzugsweise unter 20° und z. B. zwischen 5 und 10°, insbesondere zwischen
6 und 8°. Ebenso ist die Pendelgeschwindigkeit auf die Zusammensetzung des Materials
des Porenbetonblocks abzustellen.
[0027] Die Hochfahrgeschwindigkeit des Schneidrahmens 12 richtet sich schließlich auch nach
der Materialzusammensetzung des Porenbetonblocks. Sie beträgt vorzugsweise 0,01 bis
0,03 m/sec, insbesondere 0,015 bis 0,02 m/sec.
[0028] Nach einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Querschneidevorrichtung,
die in den Fig. 7 bis 10 abgebildet ist, lagert der Schneidrahmen 12, der mit den
anhand der Fig. 1 bis 6 beschriebenen Schneidrahmen 12 übereinstimmt, in seinen vier
Eckbereichen auf je einer fundamentabgestützten, z. B. die Längsbalken 13, 14 untergreifenden
Hubvorrichtung 40, die z. B. mechanisch oder pneumatisch oder hydraulisch betrieben
werden kann und zweckmäßigerweise eine Kolbenzylindereinheit aufweist.
[0029] Zudem befindet sich außerhalb des Schneidrahmens 12 jeweils im Eckbereich z. B. eines
Längsbalkens, z. B. des Längsbalkens 14 eine vertikale fundamentabgestützte Tragsäule
41. zwischen den Säulen 41 und dem Längsbalken 14 oder den Querbalken 15, 16 (nicht
dargestellt) befindet sich jeweils eine Führungseinrichtung 42 für eine vertikale
Führung des Schneidrahmens 12 an oder in den Tragsäulen 41, die eine Gelenkeinrichtung
43 aufweist, wobei die Gelenkeinrichtung um eine horizontale, parallel zum Längsbalken
14 angeordnete Achse scharnieren kann. Zudem weisen die Hubvorrichtungen 40, die den
Schneidrahmen 12 tragen und z. B. die die Längsbalken 13, 14 abstützen, schneidrahmenseitig,
z. B. längsbalkenseitig jeweils eine Gelenkeinrichtung (nicht dargestellt) auf, so
dass der Winkel zwischen dem Schneidrahmen 12 bzw. zwischen der Ebene des Schneidrahmens
und der Längserstreckung der Hubeinrichtungen 40 veränderbar ist. Zweckmäßigerweise
weisen die Hubvorrichtungen 40, die den Längsbalken 13 auf der den Tragsäulen 41 abgewandten
Seite des Schneidrahmens 12 abstützen, auch fundamentseitig eine z. B. gleiche Gelenkeinrichtung
(nicht dargestellt) auf.
[0030] Mit den Hubeinrichtungen 40, die auf der einen Längsseite des Schneidrahmens 12 unabhängig
von denen auf der anderen Seite betreibbar sind, kann der Schneidrahmen 12 auf und
ab gefahren werden, wobei der Schneidrahmen 12 mit der Führungseinrichtung 42 an den
Säulen 41 geführt wird. Dabei können die Hubvorrichtungen 40 unter dem Längsbalken
13 höher gefahren werden, so dass der Schneidrahmen 12 nach oben gekippt wird, wobei
er um die Achse der Gelenkeinrichtungen 43 schwenkt und die Gelenkeinrichtungen zwischen
den Hubvorrichtungen 40 und dem Schneidrahmen 12 sowie die fundamentseitigen Gelenkvorrichtungen
der Hubvorrichtungen 40 scharnieren.
[0031] Es liegt im Rahmen der Erfindung anstelle der beschriebenen Hubvorrichtung mit Seilen
oder Ketten kranartige Einrichtungen oder Hydraulik- oder Pneumatikkolbenzylinderantriebe
zu verwenden.
1. Verfahren zum Querschneiden eines quaderförmigen, noch plastischen Porenbetonblocks,
der horizontal auf einem ebenen Tragelement und sich quer zur Längserstreckung des
Porenbetonblocks erstreckenden Schneiddrähten lagert, wobei die Schneiddrähte in einem
rechteckigen Schneidrahmen gatterartig in Längsrichtung des Porenbetonblocks auf bestimmtem
Abstand voneinander verteilt gespannt sind und der Schneidrahmen zum Schneiden von
unten nach oben verfahren wird, wobei die Schneiddrähte durch den Porenbetonblock
gezogen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Schneidens der Schneidrahmen mit den Schneiddrähten um eine parallel zur
Längserstreckung des Porenbetonblocks verlaufende horizontale Achse schräg nach oben
verschwenkt wird und die Schneiddrähte in der Schrägstellung durch den Porenbetonblock
gezogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schneidrahmen erst nach Erreichen der halben Höhe des Porenbetonblocks verschwenkt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schneidrahmen um eine im Bereich eines seiner beiden horizontalen Längsbalken
vorgesehenen Achse verschwenkt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schneiddrähte während des Schneidens im Schneidrahmen mit Antriebsmitteln in eine
Hin- und Herbewegung in Richtung ihrer Erstreckung versetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
die Frequenz der Hin- und Herbewegung unter 15, insbesondere zwischen 3 und 8 Hertz
liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 4 und/oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils benachbarte Schneiddrähte sich gegenläufig hin und her bewegen.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Porenbetonblock auf einer Breitseite liegend geschnitten wird.
8. Vorrichtung zum Querschneiden eines quaderförmigen noch plastischen Porenbetonblocks,
insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 7 mit
a) einem horizontalen, den Porenbetonblock lagernden, fundamentabgestützten Schneidbett,
b) einem rechteckigen, das Schneidbett umgreifenden zwei Längsbalken (13, 14) und
zwei Querbalken (15, 16) aufweisenden Schneidrahmen (12), wobei
c) innerhalb des Schneidrahmens (12) gatterartig parallel zu den Querbalken (15, 16)
auf seitlichen Abstand Schneiddrähte (11) oberhalb des Schneidbetts gespannt sind,
und
d) der Schneidrahmen (12) mit Hubeinrichtungen auf und ab fahrbar an fundamentabgestützten
Tragelementen mit Führungselementen geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schneidrahmen (12) zusammen mit den Schneiddrähten (11) jeweils um eine horizontale
parallel zu den Längsbalken (13, 14) verlaufende Schwenkachse schwenkbar an den Tragelementen
angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
lediglich eine Schwenkachse (53) im Bereich eines Längsbalkens (13 oder 14) vorgesehen
ist, wobei vorzugsweise im Bereich des anderen Längsbalkens (14 oder 13) zwischen
dem Schneidrahmen (12) und den Tragelementen keine Führungselemente vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7 und/oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schneiddrähte (11) innerhalb des Schneidrahmens (12) mit Antriebsmitteln in Richtung
ihrer Erstreckung hin und her bewegbar angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils benachbarte Schneiddrähte (11) sich gegenläufig hin und her bewegend angeordnet
sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebsmittel je zwei paarweise benachbart und sich jeweils parallel zu einem
Längsbalken (13, 14) erstreckende im Bereich der Querbalken (15, 16) drehbar lagernde
Drahtträgerwellen (17, 18) aufweisen, wobei zwischen den Drahtträgerwellen (17, 18)
die Schneiddrähte (11) gespannt sind, indem ein Schneiddraht (11) zwischen der äußeren
Drahtträgerwelle (17) auf der einen Seite des Längsbalkens (13) und der inneren Drahtträgerwelle
(18) auf der Seite des Längsbalkens (14) und der jeweils benachbarte Schneiddraht
(11) zwischen der inneren Drahtträgerwelle (18) auf der einen Seite des Längsbalkens
(13) und der äußeren Drahtträgerwelle (17) auf der anderen Seite des Längsbalkens
(14) gespannt sind und die Drahtträgerwellen (17, 18) motorisch z. B. mit einem z.
B. am Schneidrahmen (12) angeordneten Motorantrieb (20) über schneidrahmenabgestützte
Kurbelgestänge (21) um ihre Längsachse hin und her pendelnd antreibbar sind.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tragelemente des Schneidrahmens (12) vier außenseitig angeordnete, fundamentfest
stehende Tragsäulen (22) aufweisen, die vorzugsweise zumindest auf der einen Längsseite
der Querschneidevorrichtung mit einem horizontalen Längsbalken (23) und an den Stirnseiten
der Querschneidevorrichtung mit horizontalen Querbalken (24) verstrebt sind, wobei
die Hubeinrichtungen mit den Tragelementen in Verbindung stehen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hubeinrichtungen jeweils in den Eckbereichen des Schneidrahmens (12) paarweise
befestigte Zugelemente wie Seile (25 und 26) oder Ketten aufweisen, wobei die Seile
(25) jeweils vertikal über dem Längsbalken (13) und die Seile (26) jeweils vertikal
über dem Längsbalken (14) angeordnet sind, die Seile (25) jeweils durch den Querbalken
(24) hindurchgeführt werden, auf einer auf dem Querbalken (24) gelagerten Umlenkrolle
(27) um 90° parallel zum Querbalken (24) verlaufend umgelenkt werden zu einer weiteren
Umlenkrolle (28), die am anderen Ende des Querbalkens (24) auf dem Querbalken angeordnet
ist, wobei von der Umlenkrolle (28) das Seil (25) vertikal nach unten und parallel
zur Säule (22) verlaufend geführt wird zu einer Zugeinrichtung (29), die an einem
Fundamentsockel befestigt ist, und wobei das Seil (26) jeweils ebenfalls durch den
Querbalken (24) hindurchgeführt wird, auf eine auf dem Querbalken (24) gelagerte Umlenkrolle
(30) und dort ebenfalls um 90° umgelenkt wird und danach parallel zum Querbalken (24)
verlaufend zu einer weiteren Umlenkrolle (31) und von dort vertikal nach unten zur
gleichen Zugeinrichtung (29) geführt wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rollen (31, 28) an der einen Querseite mit den Rollen (31, 28) an der anderen
Querseite des Schneidrahmens (12) über eine Welle (32) in Verbindung stehen.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 15,
gekennzeichnet durch
eine Führungseinrichtung zwischen den zugeinrichtungsseitigen Säulen (22) und dem
Schneidrahmen (12).
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungseinrichtung eine vertikale Führungsschiene oder Führungsnut (50) an den
Säulen (22) aufweist, in der jeweils ein Gleitstück (51) geführt ist, wobei am Gleitstück
(51) um eine horizontale parallel zum Längsbalken (14) liegende Achse (53) schwenkbar
ein Verbindungssteg (52) angelenkt ist, der mit dem Längsbalken (14) in fester Verbindung
steht.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tragelemente vier fundamentabgestützte Hubvorrichtungen (40) aufweisen, von denen
jeweils eine unter einem Eckbereich des Schneidrahmens (12) festsitzend angeordnet
ist, wobei die Hubvorrichtungen (40) an der einen Längsseite des Schneidrahmens (12)
unabhängig von den Hubvorrichtungen an der anderen Längsseite betätigbar sind.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hubvorrichtungen (40) zumindest auf der einen Längsseite der Querschneidevorrichtung,
vorzugsweise beidseits fundamentseitig und schneidrahmenseitig je eine beim Schwenken
des Schneidrahmens wirksame Gelenkeinrichtung aufweisen.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18 und/oder 19,
dadurch gekennzeichnet, dass
außerhalb der beiden Eckbereiche an einer Längsseite des Schneidrahmens (12) je ein
vertikales fundamentabgestütztes Säulenelement (41) steht und zwischen den Säulenelementen
(41) und dem Schneidrahmen (12) vertikale Führungseinrichtungen (42) mit einer scharnierenden
Gelenkeinrichtung (43) mit horizontaler Schwenkachse angeordnet sind.