[0001] Die Erfindung betrifft ein Ruder für Schiffe gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
Stand der Technik
[0002] Schiffsruder, wie Vollschwebe-Ruder oder Balance-Profilruder, mit oder ohne angelenkter
Flosse, sind in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt.
Aufgabe, Lösung, Vorteil
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Schiffsruder zu schaffen, bei dem Erosionserscheinungen
am Ruder durch Kavitationsbildung, insbesondere beim Einsatz bei schnellen Schiffen
mit hochbelasteten Propellern, vermieden werden und mit dem der Treibstoffverbrauch
gesenkt wird.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe bei einem Ruder gemäß der eingangs beschriebenen Art mit
den in den Ansprüchen 1 und 2 angegebenen Merkmalen.
[0005] Hiernach weist das erfindungsgemäße Ruder nach Anspruch 2 ein Ruderblatt mit zwei
übereinanderliegenden Ruderblattabschnitten auf, deren dem Propeller zugekehrten vorderen
Nasenleisten derart zueinander versetzt sind, dass die eine Nasenleiste nach Backbord
oder Steuerbord und die andere Nasenleiste nach Steuerbord oder Backbord versetzt
sind, wobei die beiden Seitenwandflächen des Ruderblattes in eine dem Propeller abgewandte
Endleiste zusammenlaufen.
[0006] Der Vorteil eines derart erfindungsgemäß ausgebildeten Ruders mit zwei spiegelverkehrten
Querschnittsprofilen besteht zum einen in der Verhinderung der Dampfblasenbildung
und zum anderen in der Verhinderung von Erosionserscheinungen am Ruder, die durch
Kavitationsbildung bei schnellen Schiffen mit hochbelasteten Propellern auftritt.
Die spezielle Ausgestaltung des Ruderblattes trägt zu einer Senkung des Treibstoffverbrauchs
bei. Neben einem erheblichen Kavitationsschutz ist auch eine Verbesserung des Wirkungsgrades
gegeben. Eine gravierende Gewichtseinsparung wird erreicht.
[0007] Dadurch, dass die Nasenleisten der beiden Ruderblattabschnitte zueinander versetzt
sind, so dass die Nasenleiste des oberen Ruderblattabschnittes nach Backbord und die
Nasenleiste des unteren Ruderblattabschnittes nach Steuerbord oder die Nasenleiste
des oberen Ruderblattabschnittes nach Steuerbord und die Nasenleiste des unteren Ruderblattabschnittes
nach Backbord versetzt sind, werden jeweils zwei zueinander spiegelverkehrte Querschnittsprofile
der beiden Ruderblattabschnitte erhalten.
[0008] Die weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung nach Anspruch 2 sieht die Anordnung des
Schiffsruders in Verbindung mit seinem Ruderschaft in einem Ruderkokerlager vor. Auch
bei dieser Ausgestaltung weist das Ruderblatt zwei übereinanderliegende Abschnitte
auf, deren dem Propeller zugekehrten vorderen Nasenleisten derart versetzt sind, dass
die eine Nasenleiste nach Backbord und die andere Nasenleiste nach Steuerbord verstellt
sind, wobei die beiden Seitenwandflächen des Ruderblattes in eine dem Propeller abgewandte
Endleiste zusammenlaufen, wobei das Ruderkokerlager als Kragträger mit einer mittigen
Innenlängsbohrung zur Aufnahme des Ruderschaftes für das Ruderblatt versehen ist und
bis in das mit dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt hineinreichend ausgebildet
ist, wobei zur Lagerung des Ruderschaftes ein Lager in der Innenlängsbohrung des Ruderkokerlagers
angeordnet ist, das mit seinem freien Ende in eine Ausnehmung, Einziehung o. dgl.
in dem Ruderblatt hineinreicht, wobei der Ruderschaft in seinem Endbereich mit einem
Abschnitt aus dem Ruderkokerlager herausgeführt und mit dem Ende dieses Abschnittes
mit dem Ruderblatt verbunden ist, wobei keine Lagerung zwischen dem Ruderblatt und
dem Ruderkokerlager vorgesehen ist und wobei die Verbindung des Ruderschaftes mit
dem Ruderblatt oberhalb der Propellerwellenmitte liegt, wobei das Innenlager für die
Lagerung des Ruderschaftes in dem Ruderkokerlager im Endbereich des Ruderkokerlagers
angeordnet ist.
[0009] Der Vorteil, der sich bei einem derart erfindungsgemäß ausgebildeten Ruder ergibt,
bei dem der Ruderschaft im Endbereich des Ruderkokerlagers mittels eines Lagers gelagert
ist, wobei die Verbindung des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt oberhalb der Propellerwellenmitte
liegend ist, ohne dass es hiebei eines weiteren Lagers für das Ruderblatt an der Außenwandfläche
des Ruderkokerlagers bedarf, besteht darin, dass für das Auswechseln der Propellerwelle
der Ruderschaft nach der Abnahme des Ruderblattes aus dem Ruderkokerlager nicht mehr
herausgezogen zu werden braucht, da die Verbindung des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt
oberhalb der Propellerwellenmitte liegt. Hinzukommt, dass das Ruderblatt des Ruders
ein sehr schlankes Profil aufweisen kann.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] So sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass der obere Ruderblattabschnitt
des Ruderblattes ein Querschnittsprofil aufweist, das von einer sich von der vorderen
Nasenleiste bis zur rückwärtigen Endleiste erstrecken und sich bis zu einer größten
Profildicke konisch sich erweiternden vorderen Fläche sowie einer sich an die vordere
Fläche anschließenden und sich zur rückwärtigen Endleiste konisch sich verjüngenden
rückwärtigen Fläche gebildet wird, wobei die beiden von einer in Längsrichtung des
Ruderblattes verlaufenden Mittellinie gebildeten vorderen Flächenabschnitte unterschiedliche
Größen aufweisen, von denen der größere Flächenabschnitt backbordseitig liegend ist
und der kleinere Flächenabschnitt steuerbordseitig liegend ist, wobei die beiden von
der Mittellinie im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils gebildeten Flächenabschnitt
gleich ausgebildet sind, und dass der untere Ruderblattabschnitt des Ruderblattes
ein Querschnittsprofil ausweist, das von einer sich von der vorderen Nasenleiste bis
zur rückwärtigen Endleiste erstreckenden und sich zu einer größten Profildicke konisch
sich erweiternden vorderen Fläche sowie einer sich an die vordere Fläche anschließenden
und sich zur rückwärtigen Fläche gebildet wird, wobei die beiden von einer in Längsrichtung
des Ruderblattes verlaufenden Mittellinie gebildeten vorderen Flächenabschnitte unterschiedliche
Größen aufweisen, von denen der größere Flächenabschnitt steuerbordseitig liegend
ist und der kleinere Flächenabschnitt backbordseitig liegend ist, wobei die beiden
von der Mittellinie im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils gebildeten Flächenabschnitte
gleich ausgebildet sind, so dass die dem Propeller zugeordnete Nasenleiste des oberen
Ruderblattabschnittes backbordseitig der Mittellinie und die Nasenleiste des unteren
Ruderblattabschnittes steuerbordseitig der Mittellinie liegend ist.
[0012] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte des Querschnittsprofils des oberen
Ruderblattabschnittes weisen Randbereiche mit einem flachen Bogenverlauf und einem
gewölbten Bogenverlauf auf, wobei die beiden dem Propeller abgekehrten Flächenabschnitte
des Querschnittsprofils des oberen Ruderblattabschnittes tangential verlaufende Randbereich
aufweisen, wobei der Flächenabschnitt mit dem Randbereich mit gewölbtem Bogenverlauf
steuerbordseitig liegend ist.
[0013] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte des Querschnittsprofils des unteren
Ruderblattabschnittes weisen Randbereich mit einem flachen Bogenverlauf und einem
gewölbten Bogenverlauf auf, wobei die beiden dem Propeller abgekehrten Flächenabschnitte
des Querschnittsprofils des unteren Ruderblattabschnittes tangential verlaufende Randbereiche
aufweisen, wobei der Flächenabschnitt mit dem Randbereich mit gewölbtem Bogenverlauf
backbordseitig liegend ist.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ruderanordnung aus einem Ruderblatt mit einem Ruderschaft und mit einem dem Ruderblatt
zugeordneten Propeller,
- Fig. 2A
- eine schaubildliche Ansicht des Ruderblattes,
- Fig. 2B
- eine Vorderansicht des Ruderblattes gemäß Fig. 2A,
- Fig. 3
- das Ruderblatt gemäß Fig. 2A mit eingezeichneten Querschnittsformen im oberen Ruderblattabschnitt
und im unteren Ruderblattabschnitt,
- Fig. 4
- eine Ansicht von oben auf das Querschnittsprofil des oberen Ruderblattabschnittes
des Ruders,
- Fig. 5
- eine Ansicht von oben auf das Querschnittsprofil des unteren Ruderblattabschnittes
des Ruders,
- Fig. 6
- die Ruderanordnung mit in dem Ruderkokerlager gelagerten Ruderschaft und dem oberhalb
der Propellerwellenmitte liegenden Befestigungspunkt des Ruderschaftes mit dem Ruderblatt,
- Fig. 7
- einen senkrechten Schnitt gemäß Linie VII-VII in Fig. 6 und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung der Lageranordnung zwischen dem Ruderschaft und dem
Ruderkoker.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0015] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ruderausgestaltung ist mit 110 ein Schiffskörper,
mit 120 ein Ruderkokerlager, mit 100 ein Ruderblatt und mit 140 ein Ruderschaft bezeichnet.
Dem Ruderblatt 100 ist einem Propeller 220 zugeordnet.
[0016] Das Ruderblatt 100 gemäß Fig. 2A, 2B und 3 weist zwei übereinanderliegende Ruderabschnitte
10, 20 auf, deren dem Propeller 220 zugekehrten vorderen Nasenleisten 11, 31 derart
versetzt sind, dass die eine Nasenleiste 11 nach Backbord BB und die andere Nasenleiste
21 nach Steuerbord SB versetzt sind. Die beiden Seitenwandflächen 100a, 100b des Ruderblattes
100 laufen in eine dem Propeller 220 abgewandte Endleiste 30 zusammen.
[0017] Der obere und der untere Ruderblattabschnitt 10, 20 des Ruderblattes 100 sind dabei
wie folgt ausgebildet:
[0018] Der obere Ruderblattabschnitt 10 weist gemäß Fig. 4 ein Querschnittsprofil 12 auf,
das von einer sich von der vorderen Nasenleiste 11 bis zur Endleiste 30 bis zu einer
größten Profildicke 13 konisch sich erweiternden vorderen Fläche 14 gebildet wird.
An diese vordere Fläche 14 schließt sich eine zur Endleiste 30 erstreckende rückwärtige
Fläche 15 an, die sich zu der Endleiste 30 verjüngt. Die vordere Fläche 14 wird von
einer in Längsrichtung des Ruderblattes 100 verlaufenden Mittellinie M1 in zwei Flächenabschnitte
14a, 14b unterteilt, die unterschiedliche Größen aufweisen.
[0019] Der größere Flächenabschnitt 14a liegt dabei backbordseitig und der kleinere Flächenabschnitt
14b ist der Steuerbordseite zugekehrt. Die rückwärtige Fläche 15 wird ebenfalls von
der Mittellinie M1 in zwei Flächenabschnitte 15a, 15b unterteilt. Hier sind die beiden
Flächenabschnitte 15a, 15b gleich groß und weisen gleiche Formen auf.
[0020] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte 14a, 14b des Querschnittsprofils 12
des oberen Ruderblattabschnittes 10 weisen Randbereiche 16, 16a mit einem flachen
Bogenverlauf 16'a auf, wobei die beiden dem Propeller 220 abgekehrten Flächen 15a,
15b des Querschnittsprofils 12 des oberen Ruderblattabschnittes 10 tangential verlaufende
Randbereiche 17, 17a aufweisen.
[0021] Der Flächenabschnitt 14b mit dem Randbereich 16a mit stark gewölbtem Bogenverlauf
16'a ist steuerbordseitig liegend.
[0022] Der untere Ruderblattabschnitt 20 weist gemäß Fig. 5 ein spiegelverkehrtes Querschnittsprofil
22 auf. Dieses Querschnittsprofil 20 erstreckt sich von einer sich von der vorderen
Nasenleiste 21 bis zur Endleiste 30 und zwar bis zu einer größten Profildicke 23 konisch
sich erweiternden Fläche. An diese vordere Fläche 24 schließt sich eine zur Endleiste
30 erstreckende Fläche 25 an, die sich zu der Endleiste 30 verjüngt. Die vordere Fläche
24 wird von einer in Längsrichtung des Ruderblattes 100 verlaufende Mittellinie M2
in zwei Flächenabschnitte 24a, 24b unterteilt, die unterschiedliche Größen aufweisen.
Der größere Flächenabschnitt 24b liegt dabei steuerbordseitig und der kleiner Flächenabschnitt
24a ist der Backbordseite zugekehrt. Die rückwärtige Fläche 25 wird ebenfalls von
der Mittellinie M2 in zwei Flächenabschnitte 25a, 25b aufgeteilt. Hier sind die beiden
Flächenabschnitte 25a, 25b gleich groß und weisen gleiche Formen auf.
[0023] Die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte 24a, 24b des Querschnittsprofils 22
des oberen Ruderblattabschnittes 20 weisen Randbereiche 26, 26a mit einem flachen
Bogenverlauf 26' und einem gewölbten Bogenverlauf 26'a auf, wobei die beiden dem Propeller
220 abgekehrten Flächen 25a, 25b des Querschnittsprofils 22 des unteren Ruderblattabschnittes
20 tangential verlaufende Randbereiche 27, 27a aufweisen.
[0024] Der Flächenabschnitt 24b mit dem Randbereich 26'a mit stark gewölbtem Bogenverlauf
26'a ist backbordseitig liegend.
[0025] Die Ausgestaltung und Anordnung der beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 erbringt,
dass die dem Propeller 220 zugeordnete Nasenleiste 11 des oberen Ruderblattabschnittes
10 backbordseitig zur Mittellinie M1 und die Nasenleiste 21 des unteren Ruderblattabschnittes
20 steuerbordseitig zur Mittellinie M2 liegend sind, wobei die beiden Ruderblattabschnitte
10, 20 im rückwärtigen Bereich des Ruderblattes 100 in einer Endleiste 30 zusammengeführt
sind.
[0026] Nach den Fig. 2A, 2B, 3, 4 und 5 sind die beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 des
Ruderblattes 100 mit ihren Querschnittsprofilen 12, 22 derart zueinander angeordnet,
dass die Seitenwandabschnitte des Ruderblattes, die im Bereich der stark gekrümmten
Bogenverläufe 16'a und 26'a der Flächenabschnitte 14b und 24b steuerbordseitig und
backbordseitig liegen, dann dem Flächenabschnitt 14b des Querschnittsprofils 12 der
Steuerbordseite und der Flächenabschnitt 24b des Querschnittsprofils 22 der Backbordseite
zugekehrt sind, so dass die Nasenleisten 11, 21 der beiden Ruderblattabschnitte 10,
20 backbordseitig und steuerbordseitig liegen.
[0027] Die Erfindung schließt jedoch auch eine Ausgestaltung des Ruders mit ein, nach der
die beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 des Ruderblattes 100 mit ihren Querschnittsprofilen
12, 22 derart zueinander angeordnet sind, dass die Seitenwandabschnitte des Ruderblattes,
die im Bereich der stark gekrümmten Bogenverläufe 16'a und 26'a der Flächenabschnitte
14b und 24b backbordseitig und steuerbordseitig liegen, wobei dann der Flächenabschnitt
14b des Querschnittsprofils 12 der Backbordseite und der Flächenabschnitt 24b des
Querschnittsprofils 22 der Steuerbordseite zugekehrt sind, so dass die Nasenleisten
11, 21 der beiden Ruderblattabschnitte 10, 20 steuerbordseitig und backbordseitig
liegen.
[0028] Bei der in Fig. 6 bis 8 dargestellten Ruderausgestaltung ist mit 110 ein Schiffskörper,
mit 120 ein Ruderkokerlager, mit 100 ein Ruderblatt und mit 140 ein Ruderschaft bezeichnet.
An das Ruderblatt 100 ist eine Flosse 135 angelenkt. Das Ruderblatt 100 weist eine
vorzugsweise zylindrische Einziehung 155 zur Aufnahme des freien Endes 120b des Ruderkokerlagers
120 auf.
[0029] Das Ruderkokerlager 120 ist als Kragträger mit einer mittigen Innenlängsbohrung 125
zur Aufnahme des Ruderschaftes 140 für das Ruderblatt 100 versehen. Außerdem ist das
Ruderkokerlager 120 bis an das mit dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt 100 hinreichend
ausgebildet. In seiner Innenbohrung 125 weist das Ruderkokerlager 120 ein Lager 150
zur Lagerung des Ruderschaftes 140 auf, wobei vorzugsweise dieses Lager 150 im unteren
Endbereich 120b des Ruderkokerlagers 120 angeordnet ist. Der Ruderschaft 140 ist mit
seinem Ende 140b mit einem Abschnitt 145 aus dem Ruderkokerlager 120 herausgeführt.
Das freie untere Ende dieses verlängerten Abschnittes 145 des Ruderschaftes 140 ist
mit dem Ruderblatt 100 bei 170 fest verbunden, wobei jedoch auch hier eine Verbindung
vorgesehen ist, die ein Lösen des Ruderblattes 100 von dem Ruderschaft 140 ermöglicht,
wenn die Propellerwelle ausgetauscht werden soll. Die Verbindung des Ruderschaftes
140 im Bereich 170 mit dem Ruderblatt 100 liegt dabei oberhalb der Propellerwellenmitte
200, so dass für den Ausbau der Propellerwelle lediglich das Ruderblatt 100 von dem
Ruderschaft 140 abgenommen werden muss, während dagegen ein Herausziehen des Ruderschaftes
140 aus dem Ruderkokerlager 120 nicht erforderlich ist, da sowohl das freie untere
Ende 120b des Ruderkokerlagers 120 als auch das freie untere Ende des Ruderschaftes
140 oberhalb der Propellerwellenmitte liegen. Bei dieser in Fig. 1 bis 3 gezeigten
Ausführungsform ist nur ein einziges Innenlager 150 für die Lagerung des Ruderschaftes
140 in dem Ruderkokerlager 120 vorgesehen; ein weiteres Lager für das Ruderblatt 100
an der Außenwand des Ruderkokerlagers 120 entfällt. Zur Aufnahme des freien unteren
Endes 120b des Ruderkokerlagers 120 ist das Ruderblatt 100 mit einer bei 160 angedeuteten
Einziehung bzw. Ausnehmung versehen.
[0030] Bei dem Ruder ist das Ruderkokerlager 120 als Kragträger mit einer mittigen Innenlängsbohrung
125 zur Aufnahme des Ruderschaftes 140 für das Ruderblatt 100 versehen. Des Weiteren
ist das Ruderkokerlager 120 bis in das in dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt
100 hineinreichend ausgebildet und weist in seiner Innenbohrung 125 ein Lager 150
zur Lagerung des Ruderschaftes 140 in dem Ruderkokerlager 120 auf. Mit seinem freien
Ende 120b ist das Ruderkokerlager 120 in einer Ausnehmung oder Einziehung 160 in dem
Ruderblatt 100 hineinreichend, wobei der Ruderschaft 140 in seinem Endbereich 140b
mit einem Abschnitt 145 aus dem Ruderkokerlager 120 herausgeführt ist. Mit dem freien
Ende dieses verlängerten Abschnittes 145 ist der Ruderschaft 140 mit dem Ruderblatt
100 verbunden, wobei die Verbindung des Ruderschaftes 140 mit dem Ruderblatt 100 oberhalb
der Propellerwellenmitte 200 liegend ist. Im Endbereich 120b des Ruderkokerlagers
120 ist vorzugsweise das Innenlager 150 vorgesehen.
[0031] Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die vorangehend beschriebenen und in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsformen. Abweichungen in der Anordnung des Lagers im Bereich
des Ruderkokerlagers 120 und des Ruderschaftes 140 liegen ebenso im Rahmen der Erfindung
wie eine andere Ausbildung der zylindrischen Einziehung 160 im Ruderblatt 11. Die
erfindungsgemäß ausgebildete Ruderanordnung ist sowohl bei Schiffen als auch bei schwimmenden
Plattformen o. dgl. anwendbar.
1. Ruder für Schiffe, bestehend aus einem Ruderblatt (100) und einem dem Ruder zugeordneten,
auf einer antreibbaren Propellerachse (225) angeordneten Propeller (220),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ruderblatt (100) zwei übereinander liegende Ruderblattabschnitte (10, 20) aufweist,
deren dem Propeller (220) zugekehrten vorderen Nasenleisten (11, 21) derart versetzt
sind, dass die eine Nasenleiste (11) nach Backbord (BB) oder Steuerbord (SB) und die
andere Nasenleiste (21) nach Steuerbord (SB) oder Backbord (BB) versetzt sind, wobei
die beiden Seitenwandflächen des Ruderblattes (100) in eine dem Propeller (220) abgewandte
Endleiste (30) zusammenlaufen, wobei an das Ruderblatt (100) im Bereich der für den
oberen Ruderblattabschnitt (10) und den unteren Ruderblattabschnitt (20) gemeinsamen
Endleiste (30) eine Flosse (135) angelenkt ist.
2. Ruder für Schiffe, bestehend aus einem Ruderblatt (100) und einem dem Ruder zugeordneten,
auf einer antreibbaren Propellerachse (225) angeordneten Propeller (220),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ruderblatt (100) zwei übereinanderliegende Abschnitte (10, 20) aufweist, deren
dem Propeller (220) zugekehrten vorderen Nasenleisten (11, 21) derart versetzt sind,
dass die eine Nasenleiste (11) nach Backbord (BB) und die andere Nasenleiste (21)
nach Steuerbord (SB) versetzt sind, wobei die beiden Seitenwandflächen (100a, 100b)
des Ruderblattes (100) in eine dem Propeller (220) abgewandte Endleiste (30) zusammenlaufen,
an das Ruderblatt (100) im Bereich der für den oberen Ruderblattabschnitt (10) und
den unteren Ruderblattabschnitt (20) gemeinsamen Endleiste (30) eine Flosse (135)
angelenkt ist, und dass das Ruderkokerlager (120) als Kragträger mit einer mittigen
Innenlängsbohrung (125) zur Aufnahme des Ruderschaftes (140) für das Ruderblatt (100)
versehen ist und bis in das mit dem Ruderschaftende verbundene Ruderblatt (100) hineinreichend
ausgebildet ist, wobei zur Lagerung des Ruderschaftes (140) ein Lager (150) in der
Innenlängsbohrung (125) des Ruderkokerlagers (120) angeordnet ist, das mit seinem
freien Ende (120b) in eine Ausnehmung, Einziehung o. dgl. (160) in dem Ruderblatt
(100) hineinreicht, wobei der Ruderschaft (140) in seinem Endbereich (140b) mit einem
Abschnitt (145) aus dem Ruderkkokerlager (120) herausgeführt und mit dem Ende dieses
Abschnittes (145) mit dem Ruderblatt (100) verbunden ist, wobei keine Lagerung zwischen
dem Ruderblatt (100) und dem Ruderkokerlager (120) vorgesehen ist und wobei die Verbindung
des Ruderschaftes (140) mit dem Ruderblatt (100) oberhalb der Propellerwellenmitte
(200) liegt, wobei das Innenlager (150) für die Lagerung des Ruderschaftes (140) in
dem Ruderkokerlager (120) im Endbereich des Ruderkokerlagers (120) angeordnet ist.
3. Ruder nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der obere Ruderblattabschnitt (10) des Ruderblattes (100) ein Querschnittsprofil
(12) aufweist, das von
a.) einer sich von der vorderen Nasenleiste (11) bis zur rückwärtigen Endleiste (30)
erstreckenden und sich bis zu einer größten Profildicke (13) konisch sich erweiternden
vorderen Fläche (14) sowie
a1.) einer sich an die vordere Fläche (14) anschließenden und sich zur rückwärtigen
Endleiste (30) konisch sich verjüngenden rückwärtigen Fläche (15)
gebildet wird, wobei
a2.) die beiden von einer in Längsrichtung des Ruderblattes (100) verlaufenden Mittellinie
(M1) gebildeten vorderen Flächenabschnitte (14a; 14b) unterschiedliche Größen aufweisen,
a3.) von denen der größere Flächenabschnitt (14a) backbordseitig liegend ist,
a4.) und der kleinere Flächenabschnitt (14b) steuerbordseitig liegend ist, wobei
a5.) die beiden von der Mittellinie (M1) im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils
(12) gebildeten Flächenabschnitt (15a, 15b) gleich ausgebildet sind,
und
dass der untere Ruderblattabschnitt (20) des Ruderblattes (100) ein Querschnittsprofil
(22) aufweist, das von
b.) einer sich von der vorderen Nasenleiste (21) bis zur rückwärtigen Endleiste (30)
erstreckenden und sich zu einer größten Profildicke (23) konisch sich erweiternden
vorderen Fläche (24) sowie
b1.) einer sich an die vordere Fläche (24) anschließenden und sich zur rückwärtigen
Endleiste (30) konisch sich verjüngenden rückwärtigen Fläche (25) gebildet wird, wobei
b2.) die beiden von einer in Längsrichtung des Ruderblattes (100) verlaufenden Mittellinie
(M2) gebildeten vorderen Flächenabschnitte (24a; 24b) unterschiedliche Größen aufweisen,
b3.) von denen die größere Fläche (24b) steuerbordseitig liegend ist und
b4.) die kleinere Fläche (24a) backbordseitig liegend ist, wobei
b5.) die beiden von der Mittellinie (M2) im rückwärtigen Bereich des Querschnittsprofils
(22) gebildeten Flächenabschnitt (25a, 25b) gleich ausgebildet sind,
so dass die dem Propeller (220) zugekehrte Nasenleiste (11) des oberen Ruderblattabschnittes
(10) backbordseitig zur Mittellinie (M1) und die Nasenleiste (21) des unteren Ruderblattabschnittes
(20) steuerbordseitig zur Mittellinie (M2) liegend ist.
4. Ruderblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte (14a, 14b) des Querschnittsprofils
(12) des oberen Ruderblattabschnittes (10) Randbereiche (16, 16a) mit einem flachen
Bogenverlauf (16') und einem gewölbten Bogenverlauf (16'a) aufweisen, wobei die beiden
dem Propeller (220) abgekehrten Flächenabschnitte (15a, 15b) des Querschnittsprofils
(12) des oberen Ruderblattabschnittes (10) tangential verlaufende Randbereiche (17,
17a) aufweisen, wobei der Flächenabschnitt (14b) mit dem Randbereich (16a) mit gewölbtem
Bogenverlauf (16'a) steuerbordseitig liegend ist.
5. Ruderblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden propellerseitigen Flächenabschnitte (24a, 24b) des Querschnittsprofils
(22) des unteren Ruderblattabschnittes (20) Randbereiche (26, 26a) mit einem flachen
Bogenverlauf (26') und einem gewölbten Bogenverlauf (26'a) aufweisen, wobei die beiden
dem Propeller (220) abgekehrten Flächenabschnitte (25a, 25b) des Querschnittsprofils
(22) des unteren Ruderblattabschnittes (20) tangential verlaufende Randbereiche (27,
27a) aufweisen, wobei der Flächenabschnitt (24b) in dem Randbereich (26a) mit gewölbtem
Bogenverlauf (26'a) backbordseitig liegend ist.