[0001] Die Erfindung betrifft eine Tiefbohrvorrichtung mit einem Mast und einem Mastträger
zum Stützen des Mastes, wobei der Mastträger eine Mastführung aufweist, an welcher
der Mast vertikal verschiebbar geführt ist.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Errichten einer Tiefbohrvorrichtung
mit einem Mast, einem Mastträger zum Stützen des Mastes, wobei der Mastträger eine
Mastführung aufweist, an welcher der Mast vertikal verschiebbar geführt wird.
[0003] Verschiedenste Tiefbohrvorrichtungen sind seit Langem bekannt, wobei unterschiedliche
Methoden zum Errichten des relativ großen Mastes bestehen.
[0004] Aus der
WO 2005/073495 A1 geht eine Vorrichtung für Tiefbohrungen hervor, bei welcher der Mast am Boden liegend
in voller Länge montiert wird. Dieser wird dann von der Horizontalen in die Vertikale
geschwenkt, wozu jedoch in der Regel ein separater Kran in entsprechender Größe notwendig
ist. Bei dieser Methode ist das Montieren des Mastes am Boden liegend relativ einfach,
jedoch ist das Aufrichten des fertig montierten Mastes sehr aufwändig und erfordert
spezielle Vorrichtungen.
[0005] Gemäß einer anderen Methode, dem so genannten Top-Load-Verfahren, wird ein Mast aus
mehreren Segmenten oder Mastgliedern zusammengesetzt. Dabei wird zunächst das bodenseitige
Mastglied an einem Unterbau befestigt. Mittels eines Kranes werden dann die weiteren
Mastglieder von oben aufgesetzt. Auch hierzu ist ein separater Kran notwendig und
die Montage in relativ großer Höhe ist schwierig.
[0006] Aus der
US-A-3,295,270 ist ein faltbarer Bohrmast bekannt, welcher aus zwei verschwenkbar zueinander angeordneten
Mastgliedern besteht. Mittels eines internen Seilmechanismus kann der Bohrmast aus
einer horizontalen Stellung in eine vertikale Stellung aufgefaltet werden.
[0007] Eine gattungsgemäße Tiefbohrvorrichtung und ein gattungsgemäßes Verfahren gehen aus
der
US-A-4,134,237 oder der
US-A-4,885,893 hervor. Bei dem so genannten Down-Load-Verfahren wird zunächst ein erstes Mastglied
mit Hilfe eines Kranes erstellt. In dieses erste Mastglied wird ein zweites Mastglied
eingebaut, welches dann mittels eines internen Seilzuges nach oben bewegt wird. Weitere
Mastglieder können am unteren Ende befestigt und über einen internen Seilzug mittels
eines Umlenkrollenmechanismus ebenfalls nach oben gezogen werden.
[0008] Auch bei diesem bekannten Stand der Technik sind ein Kran sowie ein interner Seilzug
in dem zu erstellenden Bohrmast erforderlich. Seilzüge bedürfen regelmäßiger Wartung
und sind verschleißanfällig.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Tiefbohrvorrichtung und ein Verfahren zum Errichten der Tiefbohrvorrichtung
anzugeben, mit welchen ein einfaches und effizientes Errichten auch großer Bohrmasten
möglich ist.
[0010] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Tiefbohrvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und einer Tiefbohrvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst.
Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe gemäß der Erfindung durch ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den
jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem
Mast mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung angeordnet ist und dass an dem
Mast mindestens ein Antrieb mit Antriebsritzel vorgesehen ist, welches zum Heben und
Senken des Mastes mit der linearen Verzahnungseinrichtung in Eingriff steht. Ein Aufbauen
und Nachobenschieben des Mastes erfolgt damit nicht mittels eines Seilzugantriebes,
sonders mittels eines Zahnradantriebes. Dabei kämmt ein Antriebsritzel in einer linearen
Verzahnungseinrichtung, welche vorzugsweise eine Zahnstange oder eine leiterartige
Bolzenstange ist. Hierdurch wird ein sehr kompakter und robuster Antrieb zum Heben
und Senken des Mastes erreicht.
[0012] Grundsätzlich kann der Mast einstückig ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist
es jedoch nach der Erfindung, dass der Mast aus zumindest zwei Mastgliedern aufgebaut
ist, die über eine Verbindungseinrichtung miteinander verbunden sind. Der Mast kann
somit schrittweise aus einzelnen Mastsegmenten oder Mastgliedern von unten aufgebaut
werden. Die erlaubt eine einfache und sichere Montage auch großer Masten.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung, dass ein Schlittenantrieb vorgesehen
ist, der vertikal verschiebbar an dem Mast geführt ist, dass eine Befestigungseinrichtung
zum Festlegen des Arbeitsschlittens an dem Mastträger vorgesehen ist und dass ein
Schlittenantrieb den Antrieb zum Heben und Senken des Mastes bildet. Somit kann der
Schlittenantrieb nicht nur zum Verschieben des Arbeitsschlittens relativ zum Mast
verwendet werden. Vielmehr kann der Schlittenantrieb des Antriebsschlittens auch dafür
eingesetzt werden, den Mast relativ zum Mastträger zu bewegen. Zu diesem Zwecke wird
nach der Erfindung der Arbeitsschlitten am Mastträger mittels der Befestigungseinrichtung,
etwa Riegel oder Bolzen, festgelegt. Wird der Schlittenantrieb dann betätigt, so kommt
es zu einer Relativbewegung zwischen Mast und Arbeitsschlitten. Zum Aufstellen des
Mastes sind somit keinerlei zusätzliche Hebemittel erforderlich. Es wird folglich
eine besonders einfache und kostengünstige Tiefbohrvorrichtung erhalten.
[0014] Die Wirtschaftlichkeit kann nach der Erfindung weiter dadurch verbessert werden,
dass an dem Arbeitsschlitten eine Aufnahme für ein Bohrgestänge vorgesehen ist und/oder
dass am Arbeitsschlitten ein Drehmotor und/oder eine Zugeinrichtung für das Bohrgestänge
vorgesehen ist. In diesem Fall kann der Arbeitsschlitten nicht nur zum Verstellen
des Mastes relativ zum Mastträger sondern auch, insbesondere nachdem er vom Mastträger
gelöst wurde, auch zur Handhabung des Bohrgestänges dienen.
[0015] Grundsätzlich kann der Mast aus Mastgliedern aufgebaut sein, welche bereits in der
Horizontalen über ein Schwenkgelenk miteinander verbunden sind. Hierbei kann der Mast
in einem so genannten Bootstrap-Verfahren aus der Horizontalen durch Umlenkung entlang
der Schwenkgelenke in die Vertikale geschoben werden. Alternativ und besonders bevorzugt
ist es nach der Erfindung, dass der Mast aus mehreren Mastgliedern gebildet ist, dass
der Mast in der hülsenförmigen Mastführung halterbar ist und dass unterhalb der hülsenförmigen
Mastführung ein Freiraum zur Aufnahme und zur Montage eines Mastgliedes an dem Mast
vorgesehen ist. Dabei wird das zunächst jeweils untere Mastglied in der hülsenförmigen
Mastführung fixiert. Dieses Mastglied ist dabei oberhalb der Boden- oder Arbeitsfläche
so angeordnet, dass ein neues Mastglied in dem Freiraum unterhalb der Mastführung
angeordnet und aufgerichtet werden kann. In dieser Position kann dieses aufgerichtete
neue Mastglied an dem bestehenden Mast montiert werden. Nach der Montage wird der
so verlängerte Mast um zumindest ein Mastglied weiter nach oben geschoben werden.
Darauf folgend kann die Montage eines oder mehrerer weiterer Mastglieder erfolgen.
Dies erlaubt eine effektive Montage aus einzelnen Mastgliedern.
[0016] Nach der Erfindung ist es weiterhin vorteilhaft, dass an der Mastführung oder einem
der Mastglieder eine Bohrbühne und/oder ein Bedienstand angeordnet sind. Die Bohrbühne
sowie ein Bedienstand dienen zum Betreiben der Tiefbohrvorrichtung durch Bedienpersonal
sowohl zu Zwecken der Montage und Demontage als auch zum Betreiben der Bohrvorrichtung.
[0017] Alternativ ist die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass
der Mastträger einen U-förmigen Unterbau mit einem Querschenkel und zwei Längsschenkeln
und eine zweibeinige Stütze mit der Mastführung aufweist, deren freie Enden an den
Längsschenkeln des Unterbaus schwenkbar angelenkt sind, und dass zumindest ein Linearantrieb
zum Verschwenken der Stütze zwischen dem Unterbau und der Stütze angeordnet ist.
[0018] Dies führt zu einer kompakten und robusten Anordnung des Unterteiles der Tiefbohrvorrichtung,
so dass diese besonders stabil und gleichzeitig gut auf- und abzubauen ist. Die V-förmige
gespreizte zweibeinige Stütze weist im Verbindungsbereich der beiden Stützbeine die
hülsenförmige Mastführung auf. Die nach unten gerichteten freien Enden der Stützbeine
sind etwa im Mittenbereich der beiden Längsschenkel des U-förmigen Unterbaus schwenkbar
angelenkt. Mittels eines Linearantriebes, insbesondere hydraulischer Stellzylinder,
kann die zweibeinige Stütze aus einer horizontalen Lage parallel zum U-förmigen Unterbau
um etwa 90° in die Vertikale geschwenkt werden. Hierzu ist kein separater Kran und
auch kein Seilzug erforderlich. Die Hydraulikzylinder können durch entsprechende Verriegelungen
und gegebenenfalls zusätzliche Stützen und Balken zum Halten der zweibeinigen Stütze
in der vertikalen Position beitragen. Die Kombination des U-förmigen Unterbaus mit
einer darüber liegenden V-förmigen Stütze schafft bei einer stabilen Konstruktion
einen gut zugänglichen Freiraum. Dies ist zur Montage oder Demontage des mehrgliedrig
aufgebauten Mastes sowie für eine gute Zugänglichkeit des Bohrloches und eines hierin
üblicherweise angeordneten Blowoutpreventers zur Sicherung von explosionsartig austretenden
Gasen und Flüssigkeiten vorteilhaft.
[0019] Eine effiziente Montage wird nach der Erfindung noch dadurch unterstützt, dass insbesondere
am Unterbau eine Handhabungseinrichtung zur Montage/Demontage zumindest eines Mastgliedes
vorgesehen ist. Dies kann ein Greifer, ein Hebezeug oder eine Führungseinrichtung
sein.
[0020] Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Mast mindestens
eine lineare Verzahnungseinrichtung angeordnet ist, dass an dem Mastträger mindestens
ein Antrieb mit Antriebsritzel vorgesehen ist, welches mit der linearen Verzahnungseinrichtung
in kämmender Verbindung steht, und dass der Mast durch Betätigen des Antriebes gehoben
oder gesenkt wird. In diesem Verfahren ist auch ohne einen Seilzugantrieb ein schnelles
Errichten eines Mastes nach der so genannten Down-Load-Methode effizient möglich.
[0021] Dabei ist es erfindungsgemäß, dass der Mast aus mehreren Mastgliedern aufgebaut wird,
dass zumindest ein erstes Mastglied oberhalb eines Freiraumes in der Mastführung gehalten
wird und dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung eines weiteres Mastglied angeordnet
und mit dem darüber liegenden Mastglied in der Mastführung verbunden wird. Hierdurch
kann ein Mast aus einzelnen Mastgliedern zügig errichtet werden.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung dabei, dass die verbundenen Mastglieder
mit dem Antrieb nach oben verschoben werden, so dass in dem Freiraum unterhalb der
Mastführung ein weiteres Mastglied angeordnet und montiert werden kann. Es sind somit
mit begrenzten Handhabungsvorrichtungen Masten auch mit sehr großer Höhe ohne weiteres
zu erstellen.
[0023] Als Antrieb können grundsätzlich ein oder mehrere Drehmotore vorgesehen werden, welche
fest an der hülsenförmigen Mastführung angeordnet sind. Ein besonders effizientes
Verfahren zum Errichten des Mastes ergibt sich nach der Erfindung jedoch dadurch,
dass ein Arbeitsschlitten entlang des Mastes an einer linearen Verzahnungseinrichtung
verfahren wird und dass der Arbeitsschlitten mit einer Befestigungseinrichtung fest
mit dem Mastträger verbunden wird, wobei ein Schlittenantrieb des Arbeitsschlittens
den Antrieb zum Heben und Senken des Mastes bildet. Somit kann ein grundsätzlich vorhandener
Arbeitsschlitten am Masten bei dessen Montage bzw. Demontage ohne größere Umbauten
als Antrieb zum Heben bzw. Senken der Mastglieder eingesetzt werden.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert,
die schematisch in den beigefügten Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Tief- bohrvorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 2
- eine Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 in einem Transport- zustand;
- Figuren 3 und 4
- Seitenansichten der Vorrichtung aus Fig. 1 in aufeinander folgenden Verfahrensstadien
beim Errichten des Mastes.
[0025] Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Tiefbohrvorrichtung 1 ist
in Fig. 1 dargestellt. Die Tiefbohrvorrichtung 1 weist einen Mastträger 20 mit einem
U-förmigen Unterbau 25 auf, der auf dem Boden steht. Der U-förmige Unterbau 25 umfasst
einen Querschenkel 46 und zwei Längsschenkel 47. Im Mittenbereich der Längsschenkel
47 des U-förmigen Unterbaus 25 sind die beiden freien Enden einer zweibeinigen Stütze
26 vorgesehen, die V-förmig angeordnet ist und die um eine horizontale Schwenkachse
schwenkbar am Unterbau 25 angelenkt sind. Im Scheitel dieser Stütze 26 ist eine als
Führungshülse mit etwa rechteckigem Innenquerschnitt ausgebildete Mastführung 21 vorgesehen.
In dieser Mastführung 21 ist ein mit etwa quadratischem Außenquerschnitt ausgebildeter
Mast 10 linear verschiebbar gelagert.
[0026] Überdies weist der Mastträger 20 zwei als Hydraulikzylinder ausgebildete Linearantriebe
27 auf, die einerseits am Unterbau 25 und andererseits an der Mastführung 21 angelenkt
sind. Diese Linearantriebe ermöglichen ein Verschwenken der Stütze 26 mit der Mastführung
21 aus einer in Fig. 1 dargestellten vertikalen Betriebsposition in eine in Fig. 2
dargestellte horizontale Transportposition und umgekehrt.
[0027] Im Bereich des Scheitels des U-förmigen Unterbaus 25 ist eine Führungsauflage 29
als Teil einer Handhabungseinrichtung zum Führen von weiter unten näher beschriebenen
modular ausgebildeten Mastgliedern 11 beim Aufbau des Mastes 10 vorgesehen. Diese
Führungsauflage 29 ist mittig bezüglich der beiden Linearantriebe 27 angeordnet.
[0028] Wie Fig. 1 weiter zeigt, ist am Mast 10 ein Arbeitsschlitten 30 längs verschiebbar
gelagert. Wie insbesondere in Fig. 2 erkennbar ist, sind an diesem Arbeitsschlitten
30 eine Aufnahme 37 und ein Drehmotor 38 für ein in den Figuren nicht dargestelltes
Bohrgestänge vorgesehen.
[0029] Der in Fig. 1 dargestellte Mast 10 umfasst insgesamt vier Mastglieder 11, 11', 11"
und 11''', die jeweils etwa dieselbe Länge aufweisen. Längs der einzelnen Mastglieder
11 bis 11''' und somit längs des Mastes 10 verlaufen zwei als Zahnstangen ausgebildete
lineare Verzahnungseinrichtungen 50, 50'. Diese Zahnstangen sind im Bereich einer
dem Arbeitsschlitten 30 zugewandten Mastvorderseite 17 des Mastes 10 angeordnet. Die
beiden Zahnstangen sind dabei auf gegenüberliegenden Mastseiten im Bereich der zur
Mastvorderseite 17 hin gebildeten Mastvorderkanten angeordnet.
[0030] Der Arbeitsschlitten 30 ist mit einer etwa rechteckigen Grundplatte ausgebildet.
In den vier Ecken dieser Grundplatte ist jeweils ein Antriebsmotor 33, 33', 33", 33'''
angeordnet. Wie lediglich am Beispiel des Antriebsmotors 33''' gezeigt ist, ist jedem
Antriebsmotor 33 bis 33''' ein Antriebsritzel 34 zugeordnet, wobei die Antriebsritzel
34 der Motoren 33, 33' in die rechte Zahnstange und die Antriebsritzel 34 der Antriebsmotoren
33", 33''' in die linke Zahnstange eingreifen. Durch Betätigung der Antriebsmotoren
33 ist der Arbeitsschlitten 30 folglich längs des Mastes 10 über einen Zahnstangenantrieb
verstellbar. Die Antriebsmotoren 33 bis 33''' bilden dabei mit ihren Antriebsritzeln
34 einen Schlittenantrieb 31.
[0031] Wie Fig. 1 überdies zeigt, weist die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung 1 eine
Bohrbühne 5 auf, die sich in der Horizontalen erstreckt, sowie einen Bedienstand 9,
der an der Bohrbühne 5 angeordnet ist. Die Bohrbühne 5 kann beispielsweise am untersten
Mastglied 11 angeordnet sein. Zusätzlich oder alternativ kann sie am Mastträger 20,
insbesondere an der Mastführung 21, befestigt sein. Unterhalb der Bohrbühne 5 ist
ein Blowoutpreventer 2 vorgesehen.
[0032] Aufeinander folgende Verfahrenstadien beim Aufrichten des Mastes 10 der Vorrichtung
1 aus Fig. 1 sind in den Figuren 3 und 4 dargestellt. Wie in den Figuren 3 und 4 angedeutet,
ist zwischen benachbarten Mastgliedern 11 jeweils eine Verbindungseinrichtung 15 mit
vorgesehen. Diese Verbindungseinrichtung 15 ermöglicht es, benachbarte Mastglieder
beim Auf- oder Abbau lösbar miteinander zu verbinden.
[0033] Wie Figuren 3 und 4 zeigen, wird der Arbeitsschlitten 30 zum Errichten des Mastes
10 relativ zum Mastträger 20 festgelegt. Zu diesem Zwecke ist im oberen Bereich der
Mastführung 21 eine Befestigungseinrichtung 40 mit Anschlag vorgesehen, auf dem der
Arbeitsschlitten 30 aufliegt. Wird nun der Schlittenantrieb 31 mit den Antriebsmotoren
33 betätigt, so bewegt sich über den Zahnstangenantrieb der Mast 10 nicht nur relativ
zum Arbeitsschlitten 30 sondern auch zum Mastträger 20, an dem der Arbeitsschlitten
30 festgelegt ist. Durch Betätigen des Schlittenantriebes 31 kann somit der Mast 10
angehoben werden. Im unteren Bereich des Mastes 10 werden dabei untere angebaute Mastglieder,
im dargestellten Ausführungsbeispiel das Mastglied 11, vom jeweils darüber angeordneten
Mastglied, im dargestellten Ausführungsbeispiel das Mastglied 11', über die Verbindungseinrichtung
15 mitgenommen und angehoben.
[0034] Insbesondere kann nach der Erfindung vorgesehen sein, zunächst den Unterbau 25, den
Mastträger 20 und die Mastführung 21 zusammenzubauen. Zum Aufstellen des Mastes 10
wird zunächst die Stütze 26 mit der Mastführung 21 mittels der Linearantriebe 27 aufgestellt,
wobei lediglich das oberste Mastglied 11''' aufgerichtet wird und die verbleibenden
Mastglieder 11 bis 11" am Boden verbleiben. Nun wird mittels des mit der Mastführung
21 verbundenen Schlittenantriebes 31 der Mast 10 so weit angehoben, bis das darauf
folgende Mastglied 11" in den Freiraum 23 unterhalb der Mastführung 21 in etwa senkrecht
gestellt und an die Unterseite des obersten Mastgliedes 11''' angelegt werden kann.
Die beiden obersten Mastglieder 11''' und 11'' werden dann fest miteinander verbunden.
Daraufhin werden die Mastglieder 11''' und 11" mittels des Schlittenantriebes 31 weiter
nach oben in Richtung der Bohrstellung bewegt, so dass auch das nächste folgende Mastglied
11' in den Freiraum 23 gebracht und in die Vertikale gedreht und mit dem darüber liegenden
Mastglied 11" verbunden werden kann. Auf diese Weise wird der gesamte Mast 10 durch
Betätigen des Antriebes 31 sukzessive nach oben gefahren. Hat der Mast 10 seine Betriebshöhe
erreicht und befindet er sich in seiner Bohrstellung, das heißt sind insbesondere
alle gleich ausgebildeten Mastglieder 11 in der Vertikalposition, kann der Mast 10
mit dem Mastträger 20, insbesondere im Bereich der Mastführung 21, fest verbunden
werden. Mit einem Mastglied 11' kann die Bohrbühne 5 nach oben zur Mastführung 21
gefahren und daran befestigt werden. Abschließend kann im Freiraum 23 der Blowoutpreventer
12 angeordnet werden.
1. Tiefbohrvorrichtung mit
- einem Mast (10) und
- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),
- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10)
vertikal verschiebbar geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an dem Mast (10) mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung (50) angeordnet ist
und
- dass an dem Mastträger (20) mindestens ein Antrieb 31) mit Antriebsritzel (34) vorgesehen
ist, welches zum Heben und Senken des Mastes (10) mit der linearen Verzahnungseinrichtung
(50) in Eingriff steht.
2. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus zumindest zwei Mastgliedern (11) aufgebaut ist, die über eine Verbindungseinrichtung
miteinander verbunden sind.
3. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass ein Antriebsschlitten (30) vorgesehen ist, der vertikal verschiebbar an dem Mast
(10) geführt ist,
- dass eine Befestigungseinrichtung (40) zum Festlegen des Arbeitsschlittens (30) an dem
Mastträger (20) vorgesehen ist und
- dass ein Schlittenantrieb den Antrieb (31) zum Heben und Senken des Mastes (10) bildet.
4. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Arbeitsschlitten (30) eine Aufnahme (37) für ein Bohrgestänge vorgesehen ist
und/oder
dass an dem Arbeitsschlitten (30) ein Drehmotor (38) und/oder eine Zugeinrichtung für
das Bohrgestänge vorgesehen ist.
5. Tiefbohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus mehreren Mastgliedern (11) gebildet ist,
dass der Mast (10) in der hülsenförmigen Mastführung (21) halterbar ist und dass unterhalb
der hülsenförmigen Mastführung (21) ein Freiraum (23) zur Aufnahme und zur Montage
eines Mastgliedes (11) an den Mast (10) vorgesehen ist.
6. Tiefbohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Mastführung (21) eine Bohrbühne (5) und/oder ein Bedienstand (9) angeordnet
sind.
7. Tiefbohrvorrichtung mit
- einem Mast (10) und
- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),
- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10)
vertikal verschiebbar geführt ist,
- insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Mastträger (20) einen U-förmigen Unterbau (25) mit einem Querschenkel (46) und
zwei Längsschenkeln (47) und eine zweibeinige Stütze (26) mit der Mastführung (21)
aufweist, deren freie Enden an den Längsschenkeln (47) des Unterbaus (25) schwenkbar
angelenkt sind, und
- dass zumindest ein Linearantrieb (27) zum Verschwenken der Stütze (26) zwischen dem Unterbau
(25) und der Stütze (26) angeordnet ist.
8. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass insbesondere am Unterbau (25) eine Handhabungseinrichtung zur Montage/Demontage zumindest
eines Mastgliedes (11) vorgesehen ist.
9. Verfahren zum Errichten einer Tiefbohrvorrichtung (1), insbesondere einer Tiefbohrvorrichtung
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit
- einem Mast (10) und
- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),
- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10)
vertikal verschiebbar geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an dem Mast (10) mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung (50) angeordnet ist,
- dass an dem Mastträger (20) mindestens ein Antrieb (31) mit Antriebsritzel (34) vorgesehen
ist, welches mit der linearen Verzahnungseinrichtung (50) in kämmender Verbindung
steht, und
- dass der Mast (10) durch Betätigen des Antriebes gehoben oder gesenkt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus mehreren Mastgliedern (11) aufgebaut wird,
dass zumindest ein erstes Mastglied (11) oberhalb eines Freiraumes in der Mastführung
(21) gehalten wird und
dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung (21) ein weiteres Mastglied (11) angeordnet
und mit dem darüber liegenden Mastglied (11) in der Mastführung (21) verbunden wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die verbundenen Mastglieder (11) mit dem Antrieb (31) nach oben verschoben werden,
so dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung (21) ein weiteres Mastglied (11)
angeordnet und montiert werden kann.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Arbeitsschlitten (30) entlang des Mastes (10) an einer linearen Verzahnungseinrichtung
(50) verfahren wird und
dass der Arbeitsschlitten (30) mit einer Befestigungseinrichtung (40) fest mit dem Mastträger
(20) verbunden wird, wobei ein Schlittenantrieb des Arbeitsschlittens (30) den Antrieb
(31) zum Heben oder Senken des Mastes (10) bildet.