(19)
(11) EP 2 025 859 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.02.2009  Patentblatt  2009/08

(21) Anmeldenummer: 07016204.5

(22) Anmeldetag:  17.08.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E21B 15/00(2006.01)
E21B 7/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK RS

(71) Anmelder: BAUER Maschinen GmbH
86529 Schrobenhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Weixler, Leonhard
    86672 Thierhaupten (DE)
  • Rieder, Otto
    85244 Röhrmoos (DE)

(74) Vertreter: Wunderlich, Rainer et al
Patentanwälte Weber & Heim Irmgardstrasse 3
81479 München
81479 München (DE)

   


(54) Tiefbohrvorrichtung und Verfahren zum Errichten einer Tiefbohrvorrichtung


(57) Die Erfindung betrifft eine Tiefbohrvorrichtung und ein Verfahren zum Errichten der Tiefbohrvorrichtung mit einem Mast (10) und einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes, wobei der Mastträger eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast vertikal verschiebbar geführt ist. Für ein effizientes Errichten ist vorgesehen, dass an dem Mast mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung (50) angeordnet ist und dass an dem Mastträger mindestens ein Antrieb mit Antriebsritzel (34) vorgesehen ist, weiches zum Heben und Senken des Mastes mit der linearen Verzahnungseinrichtung in Eingriff steht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Tiefbohrvorrichtung mit einem Mast und einem Mastträger zum Stützen des Mastes, wobei der Mastträger eine Mastführung aufweist, an welcher der Mast vertikal verschiebbar geführt ist.

[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Errichten einer Tiefbohrvorrichtung mit einem Mast, einem Mastträger zum Stützen des Mastes, wobei der Mastträger eine Mastführung aufweist, an welcher der Mast vertikal verschiebbar geführt wird.

[0003] Verschiedenste Tiefbohrvorrichtungen sind seit Langem bekannt, wobei unterschiedliche Methoden zum Errichten des relativ großen Mastes bestehen.

[0004] Aus der WO 2005/073495 A1 geht eine Vorrichtung für Tiefbohrungen hervor, bei welcher der Mast am Boden liegend in voller Länge montiert wird. Dieser wird dann von der Horizontalen in die Vertikale geschwenkt, wozu jedoch in der Regel ein separater Kran in entsprechender Größe notwendig ist. Bei dieser Methode ist das Montieren des Mastes am Boden liegend relativ einfach, jedoch ist das Aufrichten des fertig montierten Mastes sehr aufwändig und erfordert spezielle Vorrichtungen.

[0005] Gemäß einer anderen Methode, dem so genannten Top-Load-Verfahren, wird ein Mast aus mehreren Segmenten oder Mastgliedern zusammengesetzt. Dabei wird zunächst das bodenseitige Mastglied an einem Unterbau befestigt. Mittels eines Kranes werden dann die weiteren Mastglieder von oben aufgesetzt. Auch hierzu ist ein separater Kran notwendig und die Montage in relativ großer Höhe ist schwierig.

[0006] Aus der US-A-3,295,270 ist ein faltbarer Bohrmast bekannt, welcher aus zwei verschwenkbar zueinander angeordneten Mastgliedern besteht. Mittels eines internen Seilmechanismus kann der Bohrmast aus einer horizontalen Stellung in eine vertikale Stellung aufgefaltet werden.

[0007] Eine gattungsgemäße Tiefbohrvorrichtung und ein gattungsgemäßes Verfahren gehen aus der US-A-4,134,237 oder der US-A-4,885,893 hervor. Bei dem so genannten Down-Load-Verfahren wird zunächst ein erstes Mastglied mit Hilfe eines Kranes erstellt. In dieses erste Mastglied wird ein zweites Mastglied eingebaut, welches dann mittels eines internen Seilzuges nach oben bewegt wird. Weitere Mastglieder können am unteren Ende befestigt und über einen internen Seilzug mittels eines Umlenkrollenmechanismus ebenfalls nach oben gezogen werden.

[0008] Auch bei diesem bekannten Stand der Technik sind ein Kran sowie ein interner Seilzug in dem zu erstellenden Bohrmast erforderlich. Seilzüge bedürfen regelmäßiger Wartung und sind verschleißanfällig.

[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tiefbohrvorrichtung und ein Verfahren zum Errichten der Tiefbohrvorrichtung anzugeben, mit welchen ein einfaches und effizientes Errichten auch großer Bohrmasten möglich ist.

[0010] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Tiefbohrvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und einer Tiefbohrvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe gemäß der Erfindung durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0011] Die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Mast mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung angeordnet ist und dass an dem Mast mindestens ein Antrieb mit Antriebsritzel vorgesehen ist, welches zum Heben und Senken des Mastes mit der linearen Verzahnungseinrichtung in Eingriff steht. Ein Aufbauen und Nachobenschieben des Mastes erfolgt damit nicht mittels eines Seilzugantriebes, sonders mittels eines Zahnradantriebes. Dabei kämmt ein Antriebsritzel in einer linearen Verzahnungseinrichtung, welche vorzugsweise eine Zahnstange oder eine leiterartige Bolzenstange ist. Hierdurch wird ein sehr kompakter und robuster Antrieb zum Heben und Senken des Mastes erreicht.

[0012] Grundsätzlich kann der Mast einstückig ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist es jedoch nach der Erfindung, dass der Mast aus zumindest zwei Mastgliedern aufgebaut ist, die über eine Verbindungseinrichtung miteinander verbunden sind. Der Mast kann somit schrittweise aus einzelnen Mastsegmenten oder Mastgliedern von unten aufgebaut werden. Die erlaubt eine einfache und sichere Montage auch großer Masten.

[0013] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung, dass ein Schlittenantrieb vorgesehen ist, der vertikal verschiebbar an dem Mast geführt ist, dass eine Befestigungseinrichtung zum Festlegen des Arbeitsschlittens an dem Mastträger vorgesehen ist und dass ein Schlittenantrieb den Antrieb zum Heben und Senken des Mastes bildet. Somit kann der Schlittenantrieb nicht nur zum Verschieben des Arbeitsschlittens relativ zum Mast verwendet werden. Vielmehr kann der Schlittenantrieb des Antriebsschlittens auch dafür eingesetzt werden, den Mast relativ zum Mastträger zu bewegen. Zu diesem Zwecke wird nach der Erfindung der Arbeitsschlitten am Mastträger mittels der Befestigungseinrichtung, etwa Riegel oder Bolzen, festgelegt. Wird der Schlittenantrieb dann betätigt, so kommt es zu einer Relativbewegung zwischen Mast und Arbeitsschlitten. Zum Aufstellen des Mastes sind somit keinerlei zusätzliche Hebemittel erforderlich. Es wird folglich eine besonders einfache und kostengünstige Tiefbohrvorrichtung erhalten.

[0014] Die Wirtschaftlichkeit kann nach der Erfindung weiter dadurch verbessert werden, dass an dem Arbeitsschlitten eine Aufnahme für ein Bohrgestänge vorgesehen ist und/oder dass am Arbeitsschlitten ein Drehmotor und/oder eine Zugeinrichtung für das Bohrgestänge vorgesehen ist. In diesem Fall kann der Arbeitsschlitten nicht nur zum Verstellen des Mastes relativ zum Mastträger sondern auch, insbesondere nachdem er vom Mastträger gelöst wurde, auch zur Handhabung des Bohrgestänges dienen.

[0015] Grundsätzlich kann der Mast aus Mastgliedern aufgebaut sein, welche bereits in der Horizontalen über ein Schwenkgelenk miteinander verbunden sind. Hierbei kann der Mast in einem so genannten Bootstrap-Verfahren aus der Horizontalen durch Umlenkung entlang der Schwenkgelenke in die Vertikale geschoben werden. Alternativ und besonders bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass der Mast aus mehreren Mastgliedern gebildet ist, dass der Mast in der hülsenförmigen Mastführung halterbar ist und dass unterhalb der hülsenförmigen Mastführung ein Freiraum zur Aufnahme und zur Montage eines Mastgliedes an dem Mast vorgesehen ist. Dabei wird das zunächst jeweils untere Mastglied in der hülsenförmigen Mastführung fixiert. Dieses Mastglied ist dabei oberhalb der Boden- oder Arbeitsfläche so angeordnet, dass ein neues Mastglied in dem Freiraum unterhalb der Mastführung angeordnet und aufgerichtet werden kann. In dieser Position kann dieses aufgerichtete neue Mastglied an dem bestehenden Mast montiert werden. Nach der Montage wird der so verlängerte Mast um zumindest ein Mastglied weiter nach oben geschoben werden. Darauf folgend kann die Montage eines oder mehrerer weiterer Mastglieder erfolgen. Dies erlaubt eine effektive Montage aus einzelnen Mastgliedern.

[0016] Nach der Erfindung ist es weiterhin vorteilhaft, dass an der Mastführung oder einem der Mastglieder eine Bohrbühne und/oder ein Bedienstand angeordnet sind. Die Bohrbühne sowie ein Bedienstand dienen zum Betreiben der Tiefbohrvorrichtung durch Bedienpersonal sowohl zu Zwecken der Montage und Demontage als auch zum Betreiben der Bohrvorrichtung.

[0017] Alternativ ist die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass der Mastträger einen U-förmigen Unterbau mit einem Querschenkel und zwei Längsschenkeln und eine zweibeinige Stütze mit der Mastführung aufweist, deren freie Enden an den Längsschenkeln des Unterbaus schwenkbar angelenkt sind, und dass zumindest ein Linearantrieb zum Verschwenken der Stütze zwischen dem Unterbau und der Stütze angeordnet ist.

[0018] Dies führt zu einer kompakten und robusten Anordnung des Unterteiles der Tiefbohrvorrichtung, so dass diese besonders stabil und gleichzeitig gut auf- und abzubauen ist. Die V-förmige gespreizte zweibeinige Stütze weist im Verbindungsbereich der beiden Stützbeine die hülsenförmige Mastführung auf. Die nach unten gerichteten freien Enden der Stützbeine sind etwa im Mittenbereich der beiden Längsschenkel des U-förmigen Unterbaus schwenkbar angelenkt. Mittels eines Linearantriebes, insbesondere hydraulischer Stellzylinder, kann die zweibeinige Stütze aus einer horizontalen Lage parallel zum U-förmigen Unterbau um etwa 90° in die Vertikale geschwenkt werden. Hierzu ist kein separater Kran und auch kein Seilzug erforderlich. Die Hydraulikzylinder können durch entsprechende Verriegelungen und gegebenenfalls zusätzliche Stützen und Balken zum Halten der zweibeinigen Stütze in der vertikalen Position beitragen. Die Kombination des U-förmigen Unterbaus mit einer darüber liegenden V-förmigen Stütze schafft bei einer stabilen Konstruktion einen gut zugänglichen Freiraum. Dies ist zur Montage oder Demontage des mehrgliedrig aufgebauten Mastes sowie für eine gute Zugänglichkeit des Bohrloches und eines hierin üblicherweise angeordneten Blowoutpreventers zur Sicherung von explosionsartig austretenden Gasen und Flüssigkeiten vorteilhaft.

[0019] Eine effiziente Montage wird nach der Erfindung noch dadurch unterstützt, dass insbesondere am Unterbau eine Handhabungseinrichtung zur Montage/Demontage zumindest eines Mastgliedes vorgesehen ist. Dies kann ein Greifer, ein Hebezeug oder eine Führungseinrichtung sein.

[0020] Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem Mast mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung angeordnet ist, dass an dem Mastträger mindestens ein Antrieb mit Antriebsritzel vorgesehen ist, welches mit der linearen Verzahnungseinrichtung in kämmender Verbindung steht, und dass der Mast durch Betätigen des Antriebes gehoben oder gesenkt wird. In diesem Verfahren ist auch ohne einen Seilzugantrieb ein schnelles Errichten eines Mastes nach der so genannten Down-Load-Methode effizient möglich.

[0021] Dabei ist es erfindungsgemäß, dass der Mast aus mehreren Mastgliedern aufgebaut wird, dass zumindest ein erstes Mastglied oberhalb eines Freiraumes in der Mastführung gehalten wird und dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung eines weiteres Mastglied angeordnet und mit dem darüber liegenden Mastglied in der Mastführung verbunden wird. Hierdurch kann ein Mast aus einzelnen Mastgliedern zügig errichtet werden.

[0022] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung dabei, dass die verbundenen Mastglieder mit dem Antrieb nach oben verschoben werden, so dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung ein weiteres Mastglied angeordnet und montiert werden kann. Es sind somit mit begrenzten Handhabungsvorrichtungen Masten auch mit sehr großer Höhe ohne weiteres zu erstellen.

[0023] Als Antrieb können grundsätzlich ein oder mehrere Drehmotore vorgesehen werden, welche fest an der hülsenförmigen Mastführung angeordnet sind. Ein besonders effizientes Verfahren zum Errichten des Mastes ergibt sich nach der Erfindung jedoch dadurch, dass ein Arbeitsschlitten entlang des Mastes an einer linearen Verzahnungseinrichtung verfahren wird und dass der Arbeitsschlitten mit einer Befestigungseinrichtung fest mit dem Mastträger verbunden wird, wobei ein Schlittenantrieb des Arbeitsschlittens den Antrieb zum Heben und Senken des Mastes bildet. Somit kann ein grundsätzlich vorhandener Arbeitsschlitten am Masten bei dessen Montage bzw. Demontage ohne größere Umbauten als Antrieb zum Heben bzw. Senken der Mastglieder eingesetzt werden.

[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert, die schematisch in den beigefügten Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Tief- bohrvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2
eine Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 in einem Transport- zustand;
Figuren 3 und 4
Seitenansichten der Vorrichtung aus Fig. 1 in aufeinander folgenden Verfahrensstadien beim Errichten des Mastes.


[0025] Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Tiefbohrvorrichtung 1 ist in Fig. 1 dargestellt. Die Tiefbohrvorrichtung 1 weist einen Mastträger 20 mit einem U-förmigen Unterbau 25 auf, der auf dem Boden steht. Der U-förmige Unterbau 25 umfasst einen Querschenkel 46 und zwei Längsschenkel 47. Im Mittenbereich der Längsschenkel 47 des U-förmigen Unterbaus 25 sind die beiden freien Enden einer zweibeinigen Stütze 26 vorgesehen, die V-förmig angeordnet ist und die um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar am Unterbau 25 angelenkt sind. Im Scheitel dieser Stütze 26 ist eine als Führungshülse mit etwa rechteckigem Innenquerschnitt ausgebildete Mastführung 21 vorgesehen. In dieser Mastführung 21 ist ein mit etwa quadratischem Außenquerschnitt ausgebildeter Mast 10 linear verschiebbar gelagert.

[0026] Überdies weist der Mastträger 20 zwei als Hydraulikzylinder ausgebildete Linearantriebe 27 auf, die einerseits am Unterbau 25 und andererseits an der Mastführung 21 angelenkt sind. Diese Linearantriebe ermöglichen ein Verschwenken der Stütze 26 mit der Mastführung 21 aus einer in Fig. 1 dargestellten vertikalen Betriebsposition in eine in Fig. 2 dargestellte horizontale Transportposition und umgekehrt.

[0027] Im Bereich des Scheitels des U-förmigen Unterbaus 25 ist eine Führungsauflage 29 als Teil einer Handhabungseinrichtung zum Führen von weiter unten näher beschriebenen modular ausgebildeten Mastgliedern 11 beim Aufbau des Mastes 10 vorgesehen. Diese Führungsauflage 29 ist mittig bezüglich der beiden Linearantriebe 27 angeordnet.

[0028] Wie Fig. 1 weiter zeigt, ist am Mast 10 ein Arbeitsschlitten 30 längs verschiebbar gelagert. Wie insbesondere in Fig. 2 erkennbar ist, sind an diesem Arbeitsschlitten 30 eine Aufnahme 37 und ein Drehmotor 38 für ein in den Figuren nicht dargestelltes Bohrgestänge vorgesehen.

[0029] Der in Fig. 1 dargestellte Mast 10 umfasst insgesamt vier Mastglieder 11, 11', 11" und 11''', die jeweils etwa dieselbe Länge aufweisen. Längs der einzelnen Mastglieder 11 bis 11''' und somit längs des Mastes 10 verlaufen zwei als Zahnstangen ausgebildete lineare Verzahnungseinrichtungen 50, 50'. Diese Zahnstangen sind im Bereich einer dem Arbeitsschlitten 30 zugewandten Mastvorderseite 17 des Mastes 10 angeordnet. Die beiden Zahnstangen sind dabei auf gegenüberliegenden Mastseiten im Bereich der zur Mastvorderseite 17 hin gebildeten Mastvorderkanten angeordnet.

[0030] Der Arbeitsschlitten 30 ist mit einer etwa rechteckigen Grundplatte ausgebildet. In den vier Ecken dieser Grundplatte ist jeweils ein Antriebsmotor 33, 33', 33", 33''' angeordnet. Wie lediglich am Beispiel des Antriebsmotors 33''' gezeigt ist, ist jedem Antriebsmotor 33 bis 33''' ein Antriebsritzel 34 zugeordnet, wobei die Antriebsritzel 34 der Motoren 33, 33' in die rechte Zahnstange und die Antriebsritzel 34 der Antriebsmotoren 33", 33''' in die linke Zahnstange eingreifen. Durch Betätigung der Antriebsmotoren 33 ist der Arbeitsschlitten 30 folglich längs des Mastes 10 über einen Zahnstangenantrieb verstellbar. Die Antriebsmotoren 33 bis 33''' bilden dabei mit ihren Antriebsritzeln 34 einen Schlittenantrieb 31.

[0031] Wie Fig. 1 überdies zeigt, weist die erfindungsgemäße Tiefbohrvorrichtung 1 eine Bohrbühne 5 auf, die sich in der Horizontalen erstreckt, sowie einen Bedienstand 9, der an der Bohrbühne 5 angeordnet ist. Die Bohrbühne 5 kann beispielsweise am untersten Mastglied 11 angeordnet sein. Zusätzlich oder alternativ kann sie am Mastträger 20, insbesondere an der Mastführung 21, befestigt sein. Unterhalb der Bohrbühne 5 ist ein Blowoutpreventer 2 vorgesehen.

[0032] Aufeinander folgende Verfahrenstadien beim Aufrichten des Mastes 10 der Vorrichtung 1 aus Fig. 1 sind in den Figuren 3 und 4 dargestellt. Wie in den Figuren 3 und 4 angedeutet, ist zwischen benachbarten Mastgliedern 11 jeweils eine Verbindungseinrichtung 15 mit vorgesehen. Diese Verbindungseinrichtung 15 ermöglicht es, benachbarte Mastglieder beim Auf- oder Abbau lösbar miteinander zu verbinden.

[0033] Wie Figuren 3 und 4 zeigen, wird der Arbeitsschlitten 30 zum Errichten des Mastes 10 relativ zum Mastträger 20 festgelegt. Zu diesem Zwecke ist im oberen Bereich der Mastführung 21 eine Befestigungseinrichtung 40 mit Anschlag vorgesehen, auf dem der Arbeitsschlitten 30 aufliegt. Wird nun der Schlittenantrieb 31 mit den Antriebsmotoren 33 betätigt, so bewegt sich über den Zahnstangenantrieb der Mast 10 nicht nur relativ zum Arbeitsschlitten 30 sondern auch zum Mastträger 20, an dem der Arbeitsschlitten 30 festgelegt ist. Durch Betätigen des Schlittenantriebes 31 kann somit der Mast 10 angehoben werden. Im unteren Bereich des Mastes 10 werden dabei untere angebaute Mastglieder, im dargestellten Ausführungsbeispiel das Mastglied 11, vom jeweils darüber angeordneten Mastglied, im dargestellten Ausführungsbeispiel das Mastglied 11', über die Verbindungseinrichtung 15 mitgenommen und angehoben.

[0034] Insbesondere kann nach der Erfindung vorgesehen sein, zunächst den Unterbau 25, den Mastträger 20 und die Mastführung 21 zusammenzubauen. Zum Aufstellen des Mastes 10 wird zunächst die Stütze 26 mit der Mastführung 21 mittels der Linearantriebe 27 aufgestellt, wobei lediglich das oberste Mastglied 11''' aufgerichtet wird und die verbleibenden Mastglieder 11 bis 11" am Boden verbleiben. Nun wird mittels des mit der Mastführung 21 verbundenen Schlittenantriebes 31 der Mast 10 so weit angehoben, bis das darauf folgende Mastglied 11" in den Freiraum 23 unterhalb der Mastführung 21 in etwa senkrecht gestellt und an die Unterseite des obersten Mastgliedes 11''' angelegt werden kann. Die beiden obersten Mastglieder 11''' und 11'' werden dann fest miteinander verbunden. Daraufhin werden die Mastglieder 11''' und 11" mittels des Schlittenantriebes 31 weiter nach oben in Richtung der Bohrstellung bewegt, so dass auch das nächste folgende Mastglied 11' in den Freiraum 23 gebracht und in die Vertikale gedreht und mit dem darüber liegenden Mastglied 11" verbunden werden kann. Auf diese Weise wird der gesamte Mast 10 durch Betätigen des Antriebes 31 sukzessive nach oben gefahren. Hat der Mast 10 seine Betriebshöhe erreicht und befindet er sich in seiner Bohrstellung, das heißt sind insbesondere alle gleich ausgebildeten Mastglieder 11 in der Vertikalposition, kann der Mast 10 mit dem Mastträger 20, insbesondere im Bereich der Mastführung 21, fest verbunden werden. Mit einem Mastglied 11' kann die Bohrbühne 5 nach oben zur Mastführung 21 gefahren und daran befestigt werden. Abschließend kann im Freiraum 23 der Blowoutpreventer 12 angeordnet werden.


Ansprüche

1. Tiefbohrvorrichtung mit

- einem Mast (10) und

- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),

- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10) vertikal verschiebbar geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,

- dass an dem Mast (10) mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung (50) angeordnet ist und

- dass an dem Mastträger (20) mindestens ein Antrieb 31) mit Antriebsritzel (34) vorgesehen ist, welches zum Heben und Senken des Mastes (10) mit der linearen Verzahnungseinrichtung (50) in Eingriff steht.


 
2. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus zumindest zwei Mastgliedern (11) aufgebaut ist, die über eine Verbindungseinrichtung miteinander verbunden sind.
 
3. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,

- dass ein Antriebsschlitten (30) vorgesehen ist, der vertikal verschiebbar an dem Mast (10) geführt ist,

- dass eine Befestigungseinrichtung (40) zum Festlegen des Arbeitsschlittens (30) an dem Mastträger (20) vorgesehen ist und

- dass ein Schlittenantrieb den Antrieb (31) zum Heben und Senken des Mastes (10) bildet.


 
4. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Arbeitsschlitten (30) eine Aufnahme (37) für ein Bohrgestänge vorgesehen ist und/oder
dass an dem Arbeitsschlitten (30) ein Drehmotor (38) und/oder eine Zugeinrichtung für das Bohrgestänge vorgesehen ist.
 
5. Tiefbohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus mehreren Mastgliedern (11) gebildet ist,
dass der Mast (10) in der hülsenförmigen Mastführung (21) halterbar ist und dass unterhalb der hülsenförmigen Mastführung (21) ein Freiraum (23) zur Aufnahme und zur Montage eines Mastgliedes (11) an den Mast (10) vorgesehen ist.
 
6. Tiefbohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Mastführung (21) eine Bohrbühne (5) und/oder ein Bedienstand (9) angeordnet sind.
 
7. Tiefbohrvorrichtung mit

- einem Mast (10) und

- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),

- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10) vertikal verschiebbar geführt ist,

- insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,

- dass der Mastträger (20) einen U-förmigen Unterbau (25) mit einem Querschenkel (46) und zwei Längsschenkeln (47) und eine zweibeinige Stütze (26) mit der Mastführung (21) aufweist, deren freie Enden an den Längsschenkeln (47) des Unterbaus (25) schwenkbar angelenkt sind, und

- dass zumindest ein Linearantrieb (27) zum Verschwenken der Stütze (26) zwischen dem Unterbau (25) und der Stütze (26) angeordnet ist.


 
8. Tiefbohrvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass insbesondere am Unterbau (25) eine Handhabungseinrichtung zur Montage/Demontage zumindest eines Mastgliedes (11) vorgesehen ist.
 
9. Verfahren zum Errichten einer Tiefbohrvorrichtung (1), insbesondere einer Tiefbohrvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit

- einem Mast (10) und

- einem Mastträger (20) zum Stützen des Mastes (10),

- wobei der Mastträger (20) eine Mastführung (21) aufweist, an welcher der Mast (10) vertikal verschiebbar geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,

- dass an dem Mast (10) mindestens eine lineare Verzahnungseinrichtung (50) angeordnet ist,

- dass an dem Mastträger (20) mindestens ein Antrieb (31) mit Antriebsritzel (34) vorgesehen ist, welches mit der linearen Verzahnungseinrichtung (50) in kämmender Verbindung steht, und

- dass der Mast (10) durch Betätigen des Antriebes gehoben oder gesenkt wird.


 
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (10) aus mehreren Mastgliedern (11) aufgebaut wird,
dass zumindest ein erstes Mastglied (11) oberhalb eines Freiraumes in der Mastführung (21) gehalten wird und
dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung (21) ein weiteres Mastglied (11) angeordnet und mit dem darüber liegenden Mastglied (11) in der Mastführung (21) verbunden wird.
 
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die verbundenen Mastglieder (11) mit dem Antrieb (31) nach oben verschoben werden, so dass in dem Freiraum unterhalb der Mastführung (21) ein weiteres Mastglied (11) angeordnet und montiert werden kann.
 
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Arbeitsschlitten (30) entlang des Mastes (10) an einer linearen Verzahnungseinrichtung (50) verfahren wird und
dass der Arbeitsschlitten (30) mit einer Befestigungseinrichtung (40) fest mit dem Mastträger (20) verbunden wird, wobei ein Schlittenantrieb des Arbeitsschlittens (30) den Antrieb (31) zum Heben oder Senken des Mastes (10) bildet.
 




Zeichnung










Recherchenbericht













Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente