[0001] Die Erfindung betrifft einen Rotor für eine axial durchströmbare Strömungsmaschine,
mit mehreren stapelweise angeordneten Rotorscheiben, die mittels mindestens eines
Zugankers axial miteinander verspannt sind.
[0002] Gattungsgemäße Rotoren sind aus dem allgemeinen Stand der Technik längst bekannt.
Die in dem Rotor verwendeten Rotorscheiben tragen bekanntermaßen an ihren äußeren
Seiten in einem Kranz angeordnete Laufschaufeln, mittels denen ein Arbeitsmedium komprimierbar
oder mittels denen die in einem Arbeitsmedium enthaltene Energie in die Drehbewegung
des Rotors umsetzbar ist. Die aneinanderliegenden gestapelten Rotorscheiben werden
dabei von mindestens einem Zuganker miteinander verspannt. Hierzu erstreckt sich der
Zuganker durch die Rotorscheiben und ist durch endseitig aufgeschraubte Muttern vorgespannt.
Der Zuganker gewährleistet das feste Aneinanderliegen der Rotorscheiben.
[0003] Ferner ist aus der
DE 199 14 227 B4 bekannt, dass ein zusammengeschweißter Rotor einen äußeren trommelförmigen Wärmeschutzmantel
zum Schutz des inneren Bereichs des Rotors aufweisen kann.
[0004] Gemäß allgemeinen Bestrebungen zur Steigerung von Wirkungsgrad und Leistung von zur
Erzeugung von Energie verwendeten Gasturbinen sind vergleichsweise große Verdichtermassenströme
bei gleichzeitig hohen Verdichterdruckverhältnissen erforderlich. Größere Verdichtermassenströme
treten beispielsweise bei Verdichtern von Gasturbinen auf, deren Nennleistung größer
als 50 MW ist. Das Verdichter-Druckverhältnis ist dabei größer als 1:16. Aufgrund
des vergleichsweise hohen Druckverhältnisses steigt die Temperatur der verdichteten
Luft auf mehrere Hundert Grad Celsius an. Die hohe Lufttemperatur heizt die benachbarten
Elemente des Verdichters, insbesondere im Bereich der hinteren Verdichterstufen auf,
so dass heutzutage aufgrund der gesteigerten Druckverhältnisse die bisher verwendeten
Materialien den nun auftretenden Temperaturen nicht mehr ausreichend standhalten können.
Bei der Verwendung von temperaturbeständigeren Materialen für Rotorscheiben treten
jedoch aufgrund der Baugröße von Verdichtern mit großen Massenströmen weitere Nachteile
in der Festigkeit und Bearbeitbarkeit auf, so dass diese nur bedingt geeignet und
nur bedingt einsetzbar sind. Zudem sind die temperaturbeständigeren Materialien auch
teuerer.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist daher die Bereitstellung eines Rotors für eine axial durchströmbare
Strömungsmaschine, vorzugsweise für einen Hochdruckverdichter mit einem Druckverhältnis
von größer 1:16 und einem vergleichsweise großen Verdichtermassenstrom, bei dem unter
Beibehaltung des Konzepts mit stapelweise aneinander liegenden Rotorscheiben eine
kostengünstige Konstruktion angegeben werden kann. Gleichzeitig soll der Rotor eine
besonders lange Lebensdauer aufweisen. Ferner soll die Effizienz des Verdichters weiter
verbessert werden.
[0006] Die vorgenannten Aufgaben werden durch einen Rotor der eingangs genannten Art gelöst,
bei dem eine mindestens zwei benachbarte Rotorscheiben ringförmig umgreifende Trommel
mit einem an ihrer Innenfläche endlos umlaufenden Steg vorgesehen ist, welcher Steg
zwischen zwei der umgriffenen Rotorscheiben axial verspannt ist.
[0007] Gemäß der Erfindung wird somit ein - in seine Radialrichtung gesehen - mehrteiliger
Rotor vorgeschlagen, bei dem die innen liegenden Rotorscheiben aus einem anderen Werkstoff
hergestellt sein können als die außen vorgesehene Trommel. Die am meisten geeigneten
Materialien können somit auf die unterschiedlichen Belastungen von Trommel und Rotorscheiben
ausgewählt werden. Somit kann sowohl die Trommel als auch die umgriffenen Rotorscheiben
aus jeweils einem Material gefertigt werden, mit dem eine besonders lange Lebensdauer
der Komponente erreicht werden kann. Gleichzeitig wird eine Vorrichtung angegeben,
durch welche die Trommel drehfest mit den Rotorscheiben verbunden werden kann. Eine
schlupfbehaftete Relativbewegung zwischen außen angeordneter Trommel und radial weiter
innen angeordneten Rotorscheiben ist somit nicht möglich, wodurch insgesamt die zwischen
den beteiligten Komponenten zu übertragenden Drehmomente und Kräfte verlustfrei weitergegeben
werden können. Außerdem ermöglicht die Trommel die Abdichtung von Spalten zwischen
den beiden Rotorscheiben, so dass ein an dieser Stelle beim Stand der Technik ggf.
vorhandener Leckagestrom hier unterdrückt werden kann. Dies steigert die Effizienz
des Verdichters.
[0008] Darüber hinaus können die Rotorscheiben aufgrund ihres verringerten Durchmessers
auch besser auf ggf. vorhandene Materialeinschlüsse, Fehlstellen und oder auch Risse
mittels der bekannten Ultraschall-Verfahren untersucht werden als die aus dem Stand
der Technik bekannten Rotorscheiben mit einem größeren Durchmesser.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Vorzugsweise sind die beiden - in Axialrichtung des Rotors gesehen - äußeren der
von der Trommel umgriffenen Rotorscheiben mit dieser zur Aufnahme von Fliehkraftbelastungen
verhakt. Die Trommel umgreift somit mindestens zwei Rotorscheiben, wobei jeweils die
beiden - in Axialrichtung gesehen - äußeren Rotorscheiben an ihren äußeren Umfängen
jeweils eine Verhakung vorsehen, die mit einem an der Innenseite der Trommel vorgesehenen
korrespondierenden Haken oder Nut jeweils in Eingriff gebracht werden können. Die
Richtung der Verhakung ist so gewählt, dass die auf die Trommel wirkenden Fliehkraftbelastungen
von den Rotorscheiben zumindest teilweise aufgenommen werden können. Hierdurch kann
die in diesem Abschnitt des Rotors auftretende Fliehkraftbelastung gleichmäßig von
der Trommel auf die radial weiter innen angeordneten Rotorscheiben verteilt werden.
Aufgrund der erforderlichen Montierbarkeit der stapelbaren Konstruktion mit radial
innen angeordneten Rotorscheiben und radial außen angeordneter Trommel ist es erforderlich,
dass zumindest die beiden äußeren Rotorscheiben mit der Trommel verhakt sind. Bei
einer Anordnung, bei der die Trommel lediglich zwei Rotorscheiben umgreift, sind somit
beide Rotorscheiben mit der Trommel verhakt.
[0011] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Trommel aus
einem wärmebeständigeren Material ausgebildet als die Rotorscheiben. Insbesondere
hierdurch kann ein besonders preiswerter Rotor angegeben werden, da das wärmebeständigere
und kostenintensivere Material lediglich für die Trommel zu verwenden ist. Die erfindungsgemäße
Konstruktion wird vorzugsweise in den hinteren Stufen eines Axialverdichters verwendet,
in denen während des Verdichtungsvorgangs besonders hohe Temperaturen im Bereich von
größer 400° C auftreten. Mit einer wärmebeständigeren Trommel kann die Lebensdauer
des Rotors zumindest aufrechterhalten werden, wenn nicht sogar weiter verlängert werden.
Da im Inneren des Rotors aufgrund der Temperaturgradienten im Trommelmaterial eine
geringere Temperatur vorherrscht als in der zu verdichtenden Luft, kann es ausreichend
sein, dass die Rotorscheiben aus einem Material gefertigt sind, welches bezüglich
der Temperaturbeständigkeit geringeren Anforderungen genügt. Dementsprechend kann
das Material der Rotorscheiben ein preisgünstigeres sein als das Material der Trommel.
Beispielsweise kann die Trommel aus einer Nickel-Basis-Legierung hergestellt sein
und die von ihr umgriffenen Rotorscheiben aus einem wärmebeständigen Stahl oder Legierung.
[0012] Um eine besonders feste und zuverlässige Verbindung zwischen der Trommel und den
Rotorscheiben angeben zu können, weist der Steg zwei gegenüberliegende flanschartige
Stirnflächen auf, die an flanschartigen Stirnflächen dazu benachbarter Rotorscheiben
anliegen. Vorzugsweise liegt die Stirnfläche der Rotorscheiben formschlüssig an der
Stirnfläche des Stegs an. Beispielsweise kann der Formschluss mittels einer Hirthverzahnung
hergestellt werden. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass
die Trommel mindestens eine Nut zur Aufnahme von mindestens einer Laufschaufel aufweist.
Vorzugsweise ist die Nut als Umfangsnut ausgebildet, so dass in die Umfangsnut alle
Laufschaufeln eines Laufschaufelkranzes eingesetzt werden können. Die Verwendung von
Umfangsnuten ermöglicht eine besonders große Anzahl von Laufschaufeln je Kranz. Außerdem
sind die Umfangsnuten preiswerter in ihrer Herstellung als in Axialrichtung verlaufende
Nuten für Laufschaufeln.
[0013] In einer besonders bevorzugten Variante der Erfindung kann die Anzahl der Umfangsnuten
größer sein als die Anzahl der von der Trommel umgriffenen Rotorscheiben. Bisher war
es beim Stand der Technik so, dass je Laufschaufelstufe eine Rotorscheibe mit einer
Umfangsnut vorgesehen war. Dies bedingte einen vergleichsweise großen axialen Bauraum
zur Befestigung der Laufschaufeln am Rotor. Mit der nun vorgeschlagenen Lösung kann
trotz der Verwendung des modularen Rotorkonzeptes mit Rotorscheiben ein vergleichsweise
kurzer axialer Bauraum für den Rotor und für das Gehäuse erzielt werden, da beispielsweise
bei der Verwendung von zwei Rotorscheiben es möglich ist, an den Außenumfang der Trommel
drei Umfangsnuten vorzusehen, in die jeweils Laufschaufeln unterschiedlicher Schaufelkränze
einsetzbar sind. Somit kann axialer Bauraum eingespart werden, was insbesondere die
Gehäusematerialkosten verringert. Zudem kann die Masse des Rotors verringert werden.
Insgesamt ist somit die Außenseite der Trommel zur Aufnahme von in Kränzen angeordneten
Laufschaufeln ausgebildet, wobei die Anzahl der montierbaren Schaufelkränze größer
sein kann als die Anzahl der von der Trommel umgriffenen Rotorscheiben.
[0014] Die Erfindung ist besonders zweckmäßig, wenn der Rotor in einem Verdichter mit einem
Druckverhältnis größer 1:16 eingesetzt wird, wobei der Verdichter vorzugsweise der
Verdichter einer stationären, zur Energieerzeugung eingesetzten Gasturbine ist. Vorzugsweise
ist die Nennleistung der Gasturbine größer 50 MW. Die Erfindung kann dabei prinzipiell
in jedem Abschnitt eines Verdichters eingesetzt werden. Da die aus dem Stand der Technik
genannten Probleme besonders bei großen Rotorscheiben mit einem Außendurchmesser von
1200 mm und größer auftreten, ist es von besonderem Vorteil, wenn insbesondere derartig
große Rotorscheiben durch die erfindungsgemäße Konstruktion mit Verdichterscheiben
kleineren Außendurchmessers und mit einer dieser umgebenden Trommel ersetzt wird.
Bevorzugtermassen hat somit auch die erfindungsgemäße Trommel ein Außendurchmesser
von 1200 mm und größer. Selbstverständlich kann die Erfindung aber auch in den Abschnitten
des Verdichters eingesetzt werden, wo - wenn nur Verdichterscheiben ohne eine Trommel
zum Einsatz kämen - diese einen kleineren Außendurchmesser als 1200 mm aufweisen würde.
Somit sind auch Trommelaußendurchmesser kleiner als 1200 mm möglich.
[0015] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Weitere Merkmale sowie
weitere Vorteile ergeben sich anhand der Figurenbeschreibung. Es zeigt:
- FIG 1
- einen Ausschnitt durch den Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Rotor und
- FIG 2
- den gleichen Ausschnitt wie FIG 1 mit einer modifizierten Trommel.
[0016] Die FIG 1 zeigt einen Ausschnitt durch den Längsschnitt eines mehrere Rotorscheiben
10 umfassenden Rotors 12 einer nicht näher dargestellten Gasturbine. Der Ausschnitt
des Rotors 12 ist dabei so gewählt, dass dieser im Hochdruckbereich des Axialverdichters
der Gasturbine liegt.
[0017] Die Rotorscheiben 14, 16 sind in bekannter Ausgestaltung gefertigt und weisen an
ihren äußeren Umfängen 18 jeweils eine in Umfangsrichtung verlaufende Umfangsnut 20
auf, welche zur Aufnahme von Laufschaufeln des Verdichters vorgesehen sind. Die Rotorscheiben
14, 16 liegen flanschartig an einer Kontaktfläche 22 aneinander, wobei in dieser Kontaktfläche
22 eine Hirthverzahnung zur formschlüssigen Verbindung vorgesehen ist.
[0018] Axial zur Rotorscheibe 16 benachbart sind zwei weitere Rotorscheiben 24, 26 vorgesehen,
welche verglichen mit den Rotorscheiben 14, 16 einen geringeren äußeren Durchmesser
aufweisen. Die beiden Rotorscheiben 24, 26 werden von einer im Längsschnitt T-förmigen
Trommel 28 umgriffen. Die Trommel 28 weist an ihrer Innenseite 30 einen radial nach
innen gerichteten endlos umlaufenden Steg 32 auf, welcher mit zwei einander gegenüberliegenden
Stirnflächen 34 versehen ist. Die Stirnflächen 34 liegen dabei einerseits an der Rotorscheibe
24 und andererseits an der Rotorscheibe 26 an Kontaktflächen 36, 38 an. Die Kontaktflächen
36, 38 sind derartig strukturiert, dass jeweils ein Formschluss in Form einer Hirthverzahnung
vorgesehen ist.
[0019] Jede der Rotorscheiben 24, 26 weist in ihrem äußeren Bereich einen sich in Axialrichtung
erstreckenden umlaufenden Haken 40, 42 auf. Dadurch ergibt sich jeweils eine zur Stirnseite
hin geöffnete Umfangsnut 41, 43. Die ringförmigen Haken 40, 42 greifen jeweils in
eine zur Stirnseite der Trommel 28 hin geöffnete, in dieser angeordneten endlos umlaufenden
Nut 44, 46 ein. Die Nuten 44, 46 bilden somit jeweils eine Aufnahme für die an den
Rotorscheiben 24, 26 angeordneten Haken 40, 42.
[0020] Die Trommel 28 weist an ihrer Außenseite zudem in Umfangsrichtung verlaufende Laufschaufelhaltenuten
48, 50, 52 auf, in denen jeweils Laufschaufeln eines Schaufelkranzes einsetzbar sind.
Die Laufschaufeln weisen dazu zu den Laufschaufelhaltenuten 48, 50, 52 korrespondierend
ausgebildete Schaufelfüße auf. Die in den Nuten 48, 50, 52 einsetzbaren Laufschaufeln
gehören zu den Schaufelstufen, welche die letzten Druckerhöhungen in dem zu komprimierenden
Medium durchführen. Dementsprechend sind den Laufschaufelhaltenuten 48, 50, 52 die
letzten drei Verdichterlaufschaufelkränze des Verdichters angeordnet. Aufgrund der
bei der Verdichtung des Mediums auftretenden hohen Temperaturen im Bereich der Trommel
28 ist diese aus einem wärmebeständigeren Material gefertigt als die von der Trommel
28 umgriffenen und somit radial weiter innen liegenden Rotorscheiben 24, 26. Die Rotorscheiben
24, 26 können somit aus einem weniger temperaturbeständigen Material gefertigt werden,
da in ihrem Bereich geringere Temperaturen auftreten als im Bereich der Trommel 28.
Außerdem ist der axiale Abstand zwischen den Nuten 48 und 50 sowie zwischen den Nuten
50 und 52 im Vergleich geringer als der Abstand bei der Verwendung von drei einzelnen
Rotorscheiben anstelle der Trommel 28, so dass axialer Bauraum im Verdichter eingespart
werden kann. Die Einsparung von axialem Bauraum ermöglicht insgesamt den Bau einer
preiswerteren Gasturbine bzw. den Bau eines preiswerteren Verdichters.
[0021] Obwohl die Trommel 28 einstückig ausgebildet ist und dementsprechend von den darin
vorgesehenen Rotorscheiben 24, 26 zentriert wird, hat es sich als vorteilhaft herausgestellt,
dass jede der Rotorscheiben 24, 26 mit der Innenseite 30 der Trommel 28 verhakt ist.
Selbst ein geringfügiges Aufstellen der beiden axial einander gegenüberliegenden Enden
54, 56 der Trommel 28 kann somit vermieden werden. Gleichzeitig können die von den
Laufschaufeln herrührenden mechanischen Fliehkraftbelastungen von der Trommel 28 an
die Rotorscheiben 24, 26 zumindest teilweise weitergeleitet werden, so dass die mechanischen
Belastungen der Trommel 28 innerhalb der zulässigen Grenzen des Trommelmaterials bleiben.
[0022] Anstelle eines sich zentral durch die Rotorscheiben 10 erstreckenden Zugankers 58
kann selbstverständlich auch eine Anzahl von mehreren, dezentral um die Maschinenachse
60 konzentrisch angeordneten Zugankern vorgesehen sein, um die Rotorscheiben fest
aneinander zu pressen.
[0023] FIG 2 zeigt den gleichen Ausschnitt aus der Gasturbine wie FIG 1, wobei gleiche Bauteile
mit identischen Bezugszeichen beschriftet sind.
[0024] Im Unterschied zu FIG 1 weist die in FIG 2 dargestellte Trommel 28 einen modifizierten
Steg 32 auf. Der Steg 32 gemäß der in FIG 2 dargestellten zweiten Ausgestaltung der
Trommel 28 erstreckt sich nach Innen nicht nur bis zu denjenigen Stirnflächen 34,
welche an den Kontaktflächen 22 der benachbarten Rotorscheiben 24, 26 anliegen, sondern
über diesen Bereich hinaus. Somit kann der Steg 32 auch einen weiteren Nabenbereich
62 umfassen, dessen radiales Ende wesentlich weiter Innen liegt als die Kontaktflächen
22 der Rotorscheiben 24, 26. Hierdurch kann eine größere Belastbarkeit der Trommel
28 erreicht werden.
[0025] Insgesamt betrifft die Erfindung somit einen Rotor 12 für eine axial durchströmbare
Strömungsmaschine mit mehreren stapelweise angeordneten Rotorscheiben 10, 14, 16,
24, 26, die mittels mindestens eines Zugankers 58 miteinander verspannt sind. Um einen
besonders preiswerten Rotor 12 bei kompakter Bauweise anzugeben, der insbesondere
für besonders hohe Druckverhältnisse bei vergleichsweise großen Verdichtermassenströmen
ausgelegt ist, wird vorgeschlagen, dass eine mindestens zwei benachbarte Rotorscheiben
24, 26 ringförmig umgreifende Trommel 28 mit einem an ihrer Innenfläche 30 endlos
umlaufenden Steg 32 vorgesehen ist, welcher Steg 32 zwischen zwei der umgriffenen
Rotorscheiben 24, 26 axial verspannt ist. Lediglich die Trommel 28 kann aus einem
wärmebeständigeren Material gefertigt sein. Die von ihr umgriffenen Rotorscheiben
24, 26, können dagegen aus einem preiswerteren Material gefertigt sein, was zu Kosteneinsparung
führt. Ferner kann die Trommel 28 zumindest einen Schaufelkranz mehr tragen als Rotorscheiben
24, 26, die von ihr umgriffen sind.
1. Rotor (12) für eine axial durchströmbare Strömungsmaschine, mit mehreren stapelweise
angeordneten Rotorscheiben (10, 14, 16, 24, 26), die mittels mindestens eines Zugankers
(58) miteinander verspannt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass eine mindestens zwei benachbarte Rotorscheiben (24, 26) ringförmig umgreifende Trommel
(28) mit einen an ihrer Innenfläche (30) endlos umlaufenden Steg (32) vorgesehen ist,
welcher Steg (32) zwischen zwei der umgriffenen Rotorscheiben (24, 26) axial verspannt
ist.
2. Rotor (12) nach Anspruch 1, bei dem die beiden - in Axialrichtung des Rotors (12)
gesehen - äußeren der von der Trommel (28) umgriffenen Rotorscheiben (24, 26) mit
dieser zur Aufnahme von Fliehkraftbelastungen verhakt sind.
3. Rotor (12) nach Anspruch 2, bei dem die beiden Rotorscheiben (24, 26) an ihrer Umfangsseite
einen ringförmigen, sich in Axialrichtung erstreckenden Haken (40, 42) aufweisen,
welche jeweils in eine an der Trommel (28) vorgesehenen Nut (44, 46) eingreifen.
4. Rotor (12) nach Anspruch 1, 2 oder 3, bei dem die Trommel (28) aus einem wärmebeständigeren
Material ausgebildet ist als die Rotorscheibe (24, 26).
5. Rotor (12) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem der Steg (32) zwei gegenüberliegende
flanschartige Stirnflächen (34) aufweist, die an flanschartigen Stirnflächen (36,
38) der benachbarten Rotorscheiben (24, 26) anliegen.
6. Rotor (12) nach Anspruch 5, bei dem die Stirnflächen (36, 38) der Rotorscheiben (24,
26) und die Stirnflächen (34) des Stegs (32) formschlüssig aneinander anliegen.
7. Rotor (12) nach Anspruch 6, bei dem der Formschluss mittels einer Hirthverzahnung
gebildet ist.
8. Rotor (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem die Trommel (28) mindestens eine
Nut (48, 50, 52) zur Aufnahme von mindestens einer Laufschaufel aufweist.
9. Rotor (12) nach Anspruch 8, bei dem die Nut (48, 50, 52) als Umfangsnut ausgebildet
ist.
10. Rotor (12) nach Anspruch 9, bei dem eine Anzahl von Umfangsnuten (48, 50, 52) vorgesehen
ist, welche größer ist als die Anzahl der von der Trommel (28) umgriffenen Rotorscheiben
(24, 26).
11. Rotor (12) nach Anspruch 8, bei dem die Außenseite der Trommel (28) zur Aufnahme von
in Kränzen angeordneten Laufschaufeln ausgebildet ist, wobei die Anzahl der montierbaren
Schaufelkränze größer ist als die Anzahl der von der Trommel (28) umgriffenen Rotorscheiben
(24, 26).
12. Verdichter mit einem Rotor nach einem der vorangehenden Ansprüche.
13. Gasturbine mit einem Verdichter nach Anspruch 12.