[0001] Die Erfindung betrifft eine Gehäuseanordnung für eine stationäre Strömungsmaschine,
mit zwei flanschartig aneinander liegenden, miteinander verschraubten Gehäusekomponenten,
von denen zumindest eine der beiden Gehäusekomponenten für jede eine die beide Gehäusekomponenten
miteinander verspannende Verschraubung eine Aufnahme aufweist, wobei jede Verschraubung
einen sich durch die Aufnahme erstreckenden Spannbolzen umfasst, der mit einem radialen
Spiel in der Aufnahme sitzt.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind flanschartig aneinander liegende Gehäuseober- und
Gehäuseunterteile von stationären Strömungsmaschinen bekannt, die durch eine Vielzahl
von Verschraubungen dicht miteinander verbunden sind. Jede dieser Verschraubungen
umfasst einen Spannbolzen, der sich durch in den Flanschen angeordnete, fluchtende
Bohrungen erstreckt. Beidseits der Flansche ist der Spannbolzen mit Schraubenmuttern
versehen, wodurch die beiden Flansche fest aneinander gepresst werden. Ggf. sind zwischen
den Schraubenmuttern und den Flanschen der Gehäusekomponenten noch Unterlegscheiben
vorhanden. Um eine formschlüssige Verbindung,der beiden Flansche zu erreichen, sind
große Vorspannungen für die Verschraubungen erforderlich, so dass die Spannbolzen
im verschraubten Zustand und ohne Betriebsbeanspruchung (ohne höhere Temperatur und
Betriebsdruck) bereits ihre Streckgrenze erreichen.
[0003] Sofern im Inneren des Gehäuses vergleichsweise hohe Temperaturen auftreten, werden
die Flanschverschraubungen in besonderer Art und Weise mechanisch als auch thermisch
beansprucht. Die Beanspruchung ist umso größer, je größer der Unterschied der Wanddicken
des Gehäuses und der Flansche ist. Bei der Aufheizung des bei einem Kaltstart noch
kalten Gehäuses der Strömungsmaschine verteilt sich die Wärme von innen nach außen.
Dementsprechend sind die Materialdehnungen der unterschiedlich massiven Gehäusebereiche
während des Aufheizvorganges unterschiedlich groß. Die den Innenraum unmittelbar umgebenden
Materialbereiche des Gehäuses werden als erste Bereiche des Gehäuses aufgeheizt und
dehnen sich demnach zuerst. Die äußeren Schichten des Gehäuses werden aufgrund der
kühleren Umgebungstemperatur erst nach und nach aufgeheizt, so dass deren thermischen
Dehnungen anfänglich ein geringeres Ausmaß aufweisen. Dieser Effekt ist im Bereich
der Flansche mit ihren zusätzlichen Wandaufdickungen resp. Materialanhäufungen noch
verstärkt. Die Spannbolzen heizen sich verglichen mit dem Gehäuse nur sehr verzögert
auf, da diese nur über die Schraubenmuttern und über die Flansche mit der Heizquelle
im Inneren des Gehäuses in Verbindung stehen. Gleichzeitig stellt die Verschraubungsfläche
zwischen Schraubengewinde und Schraubenmutter die kleinste Kontaktfläche dar und somit
den größten Wärmefluss-Widerstand in der Strecke von Heizquelle zu Spannbolzen. Folglich
wird der Schraubenbolzen wesentlich langsamer erwärmt als das homogene Material eines
nicht durchbohrten Flansches an vergleichbarer Position. Aufgrund der thermischen
Dehnungen der Flansche der Gehäusekomponenten werden die anfänglich noch kühlen Spannbolzen
weiter gestreckt. Dies kann bei der Erstinbetriebnahme resp. bei einem Kaltstart der
Strömungsmaschine dazu führen, dass die Spannbolzen derart gestreckt werden, dass
sich eine plastische Verformung einstellt. Damit geht ein Vorspannungsverlust einher,
der zu Undichtigkeiten der Flanschverbindung führen kann.
[0004] Ferner tritt aufgrund der Tatsache, dass das Gehäuse sich von innen nach außen verzögert
erwärmt, eine Biegebelastung der vorgespannten Schraubenbolzen ein, welche die Gesamtbelastung
weiter erhöht. Insgesamt wird dadurch die Größe des Anpressdrucks der Gehäuseanordnung
reduziert, so dass im ungünstigsten Falle die Flanschverbindung auch dadurch undicht
werden kann. Dann treten Verluste vom im Gehäuse geführten Arbeitsmedium auf, welche
prinzipiell zu vermeiden sind.
[0005] Neben der beschriebenen Überdehnung der Spannbolzen und dem daraus resultierenden
Vorspannungsverlust, entstehen durch die inhomogenen Wärmedehnungen außerdem auch
in der Gehäusewand resp. in den Flanschen selbst, lokale Spannungsüberhöhungen. Diese
können dazu führen, dass ein Ermüdungsanriss entsteht, der dann bei jedem weiteren
Kaltstart fortschreitet.
[0006] Insbesondere treten die vorgenannten Symptome bei den Gehäusen von schweren stationären
Gasturbinen und Hochdruck-, Mitteldruck- und Niederdruckdampfturbinen auf. Diese weisen
vorgenannte Gehäuseanordnungen auf, wobei die beiden miteinander verschraubten Gehäusekomponenten
beispielsweise eine untere Gehäusehälfte und eine obere Gehäusehälfte sein können.
Gleichfalls können die beiden miteinander verschraubten Gehäusekomponenten auch Teile
davon sein, sofern beispielsweise die obere resp. die untere Gehäusehälfte entlang
der Axialrichtung der Strömungsmaschine in zwei oder mehrere Gehäuseabschnitte weiter
unterteilt sind.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist daher die Bereitstellung einer Gehäuseanordnung der
eingangs genannten Art, bei der die Undichtigkeiten von miteinander verschraubten
Gehäusekomponenten vermieden werden soll bei gleichzeitiger Entlastungen der Verschraubung,
um die bei einem Kaltstart auftretende Belastung möglichst gering zu halten. Ferner
sollen in der Gehäuseanordnung möglichst keine Ermüdungsanrisse entstehen.
[0008] Zur Lösung der Aufgabe wird eine eingangs genannte Gehäuseanordnung vorgeschlagen,
bei der der radiale Spielraum zumindest einer Verschraubung mit einem wärmeleitfähigen
Füllstoff ausgefüllt ist. Vorzugsweise koppelt der Füllstoff die zylindrische Oberfläche
des Spannbolzens und die dieser Oberfläche gegenüberliegende Seitenwand der Aufnahme
wärmetechnisch besonders effizient. Insgesamt geht die Erfindung von der Erkenntnis
aus, dass sich der Spannbolzen vergleichsweise spät aufheizt, verglichen mit dem Gehäuse
und dessen Flanschen. Hierdurch wird der bereits vorgestreckte Spannbolzen im vergleichsweise
kalten Zustand weiter gestreckt, wodurch sich bisher die plastische Verformung einstellte.
Gemäß der Erfindung soll diese zeitliche Verzögerung minimiert werden. Hierzu wird
vorgeschlagen, dass der Spannbolzen an den Flansch wärmetechnisch gekoppelt wird,
indem ein den Spielraum ausfüllender Füllstoff, welcher besonders wärmeleitfähig ist,
einen weiteren Kontakt zwischen Spannbolzen und Aufnahme im Bereich der Aufnahme herstellt.
Hierdurch kann somit eine Wärmebrücke bereitgestellt werden, die zu einer deutlich
schnelleren Aufheizung des Spannbolzens beim Kaltstart der Strömungsmaschine führt.
Der Wärmefluss erfolgt nicht mehr nur über das Gewinde der Schraubenmuttern in den
Spannbolzen, sondern zusätzlich über Gehäuseflansch und Füllstoff. Folglich dehnt
sich der Spannbolzen ähnlich schnell wie die Flansche, was ein plastisches Verformen
des Spannbolzens verhindern kann. Dementsprechend kann die initial eingebrachte Vorspannung
aufrechterhalten werden. Vorspannungsverluste können somit sowohl beim erstmaligen
Betrieb der Strömungsmaschine als auch bei wiederkehrendem Betrieb vermieden werden.
[0009] Aufgrund der Vermeidung der Vorspannungsverluste der Spannbolzen können auch Undichtigkeiten
zwischen den beiden flanschartig aneinander liegenden Gehäusekomponenten weiter vermieden
werden. Dies führt tendenziell zu einer Leistungssteigerung der Strömungsmaschine
sowie zu weniger anspruchsvollen Hilfssystemkomponenten, da deren thermische Belastung
mit der abnehmenden Leckage ebenfalls zurückgeht.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Zweckmäßigerweise kann der Füllstoff ein festes Material, eine Paste oder eine Flüssigkeit
sein. Als festes Material kommen beispielsweise metallische Formteile, Metallwolle,
oder ein metallisches Granulat in Frage. Als Paste könnte beispielsweise Wärmeleitpaste
zum Einsatz gelangen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die in Frage kommenden
Materialien temperaturbeständig sind, d.h. den beim Betrieb maximal in der Flanschverbindung
auftretenden Temperaturen standhalten können. Die Wärme leitende Füllung kann auch
in Form von vorgeformten Halbschalen aus Metallwolle bereitgestellt werden, wobei
zwei Halbschalen einen Spannbolzen umgreifen können. Die Abmessungen von beispielsweise
Halbschalen sind dabei so gewählt, dass eine einfache Montage gewährleistet ist bei
gleichzeitiger inniger Verbindung von Spannbolzen und Wand der Aufnahmen. Beispielsweise
kann der Innendurchmesser der Halbschale so gewählt sein, dass diese sich am zylindrischen
Abschnitt des Spannbolzens besonders passgenau anschmiegen kann. Der Außendurchmesser
der Halbschale kann geringfügig größer sein als der Durchmesser der Aufnahme, in der
der Spannbolzen sitzt. Durch vorgenannte Konstruktion kann der radiale Spielraum zwischen
Spannbolzen und seiner Aufnahme zur Erreichung der vorgenannten Vorteile mit einem
wärmeleitfähigen Füllstoff vollständig ausgefüllt werden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist die Ausgestaltung, bei der beim Verspannen der Verschraubung
der Füllstoff komprimierbar, spreizbar und/oder deformierbar ist. Beispielsweise kann
die Länge der Halbschalen etwas größer bemessen sein als der zu füllende Spielraum.
Die Abmessungen der Halbschalen in Radialrichtung können dann etwas kleiner sein als
die Abmessungen des Spielraums in gleicher Richtung. Um den Füllstoff zu komprimieren
bzw. deformieren und dabei in innigen Kontakt mit dem Spannbolzen und der Seitenwand
der Aufnahmen zu bringen, kann der Spannbolzen im Bereich der Aufnahme von zwei ringförmigen
Druckringen umgriffen werden, zwischen denen der Füllstoff vorgesehen ist. Die beiden
Druckringe liegen an den Schraubenmuttern oder an den Unterlegscheiben an und werden
beim Verschrauben der Schraubenmuttern gleichzeitig mit diesen aufeinander zu bewegt,
wodurch eine Komprimierung resp. Deformierung des Füllstoffs erreicht werden kann,
die eine Verdickung des Füllstoffes quer dazu nach sich zieht. Alternativ ist denkbar,
dass zusätzlich Druckhülsen zwischen den Druckringen und den Unterlegscheiben vorgesehen
sind. Da beim Verspannen der Spannbolzen die beiden Druckringe aufeinander zu bewegt
werden, kann der ggf. elastische Füllstoff sich aufgrund der erzwungenen Querverdickung
an sämtliche, ihn umgebende Flächen besonders großflächig und innig anschmiegen, wodurch
eine besonders effiziente wärmetechnische Kopplung des Flansches mit dem Spannbolzen
erreicht werden kann.
Folglich kann mit vorgeschlagener Konstruktion eine besonders service- und montagefreundliche
Erfindung angegeben werden, da im kalten, spannungsfreien Zustand alle an der Verschraubung
beteiligten Bauteile ohne weitere Hilfsmittel positionierbar sind.
[0013] Insgesamt kann somit durch die Bereitstellung der thermischen Brücke im Bereich der
Aufnahme die Wärmeleitung in einem ähnlich hohen Maße wie im Flansch erreicht werden,
so dass sich die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile, wenn überhaupt, nur
im verringerten Maße einstellen. Die plastische Verformung des Spannbolzens kann aufgrund
der vergleichsweise schnellen Aufheizung und damit rechtzeitig herbeigeführten thermischen
Dehnung vermieden werden. Gleichzeitig wird auch die zwischenzeitige Schrägstellung
der Auflageflächen für die Schraubenmutter mit der daraus resultierenden Biegebeanspruchung
des Spannbolzens erheblich reduziert. Damit verringern sich auch der Betrag der Überdehnung
und der Betrag des Vorspannungsverlustes. Die Dichtigkeit des Teilfugenflansches bzw.
der Flanschverbindung kann insgesamt wesentlich verbessert werden.
[0014] Zweckmäßigerweise sind die Aufnahmen als in Flanschen angeordnete Löcher ausgebildet.
Folglich handelt es sich bei dem Bereich der Aufnahmen, in dem die Wärmebrücke bereitgestellt
werden kann, um die zylindrischen Seitenwände der vorzugsweise gebohrten Löcher.
[0015] In vorteilhafter Weise weist jede Gehäusekomponente für jede Verschraubung jeweils
eine dabei einander gegenüberliegende Aufnahme auf, durch die sich der zugeordnete
Spannbolzen erstreckt. Dann können beide Gehäusekomponenten mittels zweier beidseitig
am Spannbolzen aufgeschraubter Schraubenmuttern miteinander verspannt werden. Hierdurch
können beide Gehäusekomponenten unter hoher Spannung besonders dicht aneinander gepresst
werden.
[0016] Alternativ zu vorgenannter Ausgestaltung ist es möglich, dass eine der beiden Gehäusekomponente
für jede Verschraubung ein Gewinde mit darin unmittelbar eingeschraubtem Spannbolzen
aufweist. Das andere der beiden Gehäusehälften weist dann eine dem Gewinde gegenüberliegende
Aufnahme für den Spannbolzen auf. Zum Verspannen der beiden Gehäusehälften ist dann
nur eine Schraubenmutter erforderlich, welche an dem dem Gewinde gegenüberliegendem
Ende des Spannbolzens aufgeschraubt werden. Diese platzsparende Art des einseitig
in das Gehäuse eingeschraubten Spannbolzens ist auch als Stehbolzen bekannt.
[0017] Besonders vorteilhaft ist die Ausgestaltung, bei der mehrere bzw. jeder Spannbolzen
von einem Füllstoff umgeben in seinen zugeordneten Aufnahmen sitzt. Somit wird jeder
Spannbolzen besonders effizient an den Flansch wärmetechnisch gekoppelt. Zweckmäßigerweise
ist der Spannbolzen als Schraubenbolzen ausgebildet. Ebenso zweckmäßig ist die Verwendung
der erfindungsgemäßen Gehäuseanordnung in einer stationären Strömungsmaschine wie
beispielsweise eine Gasturbine oder eine Dampfturbine.
[0018] Weitere Vorteile und weitere Merkmale der Erfindung werden in einer schematischen
Zeichnung dargelegt. Es zeigt:
- FIG 1
- einen Ausschnitt durch den Querschnitt einer Gehäuseanordnung mit zwei flanschartig
aneinander liegenden und miteinander verspannten Gehäusekomponenten,
- FIG 2
- einen Ausschnitt durch den Querschnitt einer Gehäuseanordnung mit geringfügig zueinander
- FIG 3
- versetzten Gehäusekomponenten und die Draufsicht auf den Ausschnitt gemäß FIG 2.
[0019] Die FIG 1 zeigt den Querschnitt durch eine Anordnung 8 von zwei flanschartig aneinander
liegenden Gehäusekomponenten 10, 12 einer axial durchströmten stationären Gasturbine.
Bei den Gehäusekomponenten 10, 12 handelt es sich um eine Gehäuseoberteil und eine
Gehäuseunterteil. Es könnte sich aber auch um zwei Gehäuseabschnitte des Oberteils
oder des Unterteils handeln. Im Inneren 14 des die beiden Gehäusekomponenten 10, 12
umfassenden Gehäuses 16 tritt beim Betrieb der Gasturbine ein vergleichsweise hoher
Druck bei vergleichsweise hohen Temperaturen auf, so dass die flanschartig aneinander
liegenden Gehäusekomponenten 10, 12 zur Abdichtung ihres zwischen den aneinander liegenden
Flanschen 18, 20 gebildeten Spalts fest miteinander verschraubt sind.
[0020] Prinzipiell weist die Gehäuseanordnung 8 eine Vielzahl von Verschraubungen 22 auf,
um eine möglichst dichte und zuverlässige Flanschverbindung zu erreichen.
[0021] Die Erfindung wird exemplarisch an einer der Schraubverbindungen 22 näher erläutert,
wobei jedoch selbstverständlich ist, dass vorteilhafterweise jede der die beiden Flansche
18, 20 aneinander pressenden Verschraubungen 22 erfindungsgemäß ausgestaltet sein
kann.
[0022] Die Verschraubung 22 umfasst einen als Schraubenbolzen ausgebildeten Spannbolzen
24, der sich durch beide Flansche 18, 20 hindurch erstreckt. Hierzu weisen die beiden
Flansche 18, 20 einander gegenüberliegende Aufnahmen 26, 28 auf, welche als im Wesentlich
fluchtende Bohrungen ausgeführt sind. Um die beiden Flansche 18, 20 entlang einer
Kontaktfläche 30 mit einer hohen Vorspannkraft gegeneinander zu pressen, ist beidseitig
des Spannbolzens 24 jeweils eine Schraubenmutter 32 auf den Spannbolzen 24 aufgeschraubt,
so dass der Spannbolzen 24 im verschraubten Zustand auf Zugspannung beansprucht wird.
Die Zugspannung ist so groß gewählt, dass der Spannbolzen 24 bis kurz vor seine Streckgrenze
gestreckt wird. Zwischen den Schraubenmuttern 32 und den Flanschen 18, 20 ist jeweils
eine Unterlegscheibe 34 zur besseren Verteilung der durch die Schraubenmuttern 32
am Flansch erzeugten Anpresskraft vorgesehen. Der Spannbolzen 24 weist in seinem axialen
Abschnitt, welcher innerhalb der Aufnahmen 26, 28 liegt, einen Dehnschaft mit vermindertem
Durchmesser auf, so dass ein Freiraum 36 zwischen seiner zylindrischen Oberfläche
38 und einer dieser gegenüberliegenden Seitenwand 40 vorhanden ist. Der Freiraum 36
ist dabei im Querschnitt - bezogen auf den Spannbolzen 24 - ringförmig um diesen ausgebildet.
[0023] Beim Stand der Technik wurde die beim Betrieb der Gasturbine auftretende Wärme aus
dem Inneren 14 in den Spannbolzen 24 über folgenden Weg geleitet. Die Gehäusekomponenten
10, 12 wärmen sich beim Kaltstart von innen nach außen auf, so dass die Wärmeleitung
die freien Enden der Flansche 18, 20 erreicht. Aufgrund der flächigen Anlage der Unterlegscheiben
34 an den Flanschen 18, 20 und der an den Unterlegscheiben 34 anliegenden Schraubenmuttern
32 gelangt die Wärme über die ineinander greifenden Gewinde 33 von Schraubenmuttern
32 und Spannbolzen 24 weiter in diesen, so dass dessen in den Aufnahmen 26, 28 befindlicher
Abschnitt aufgrund des Wärmeleitwiderstandes zeitlich gesehen als letzter Abschnitt
von beiden Enden her aufgeheizt wird. Um die Verzögerung der Aufheizung des Dehnschafts
so gering wie möglich zu halten schlägt die Erfindung vor, dass der Freiraum 36 resp.
Spielraum mit einem besonders wärmeleitfähigen Füllstoff 42 teilweise oder vollständig
ausgefüllt ist. Der Füllstoff 42 koppelt die zylindrische Oberfläche 38 des Spannbolzens
24 an die Seitenwand 40 der Aufnahmen 26, 28, so dass nun beim Kaltstart der Gasturbine
eine besonders schnelle Aufheizung des mittleren Abschnitts des Spannbolzens 24 erfolgen
kann. Erfindungsgemäß wird insbesondere derjenige Abschnitt des Spannbolzens 24, welcher
innerhalb der Aufnahmen 26, 28 liegt, nun wesentlich schneller aufgeheizt, verglichen
mit einer aus dem Stand der Technik bekannten Bolzenverschraubung. Insbesondere hierdurch
lassen sich plastische Verformungen des Spannbolzens bei einem Kaltstart der Gasturbine
vermeiden, so dass die bei der Montage des Spannbolzens aufgebrachte Vorspannung dauerhaft
erhalten werden kann.
[0024] Um eine besonders kompakte und großflächige Anbindung des Füllstoffs 42 an die Seitenwand
40 und an die zylindrische Oberfläche 38 zu erreichen, kann der Spannbolzen 24 im
Bereich der Aufnahmen 26, 28 von zwei ringförmigen Druckringen 46 umgriffen sein,
zwischen denen der Füllstoff 42 vorgesehen ist. Bei der Herstellung der Verschraubung
bzw. beim Verschrauben der Schraubenmuttern 32 auf den Spannbolzen 24 können die beiden
Druckringe 46 durch beispielsweise zwischen den Unterlegscheiben 34 und den Flanschen
18, 20 vorgesehene Druckhülsen 48 aufeinander zu bewegt werden, wodurch der Füllstoff
42 komprimiert bzw. so deformiert wird, dass er sich besonders innig an die Oberflächen
38, 40 anschmiegt. Durch den innigen Kontakt von Füllstoff 42 und den Oberflächen
38, 40 kann dann der Wärmeübergangswiderstand zwischen dem Material der Gehäusekomponenten
10, 12 und dem Füllstoff 42 sowie dem letztgenannten und dem Spannbolzen 24 vorteilhaft
verringert werden, so dass eine besonders schnelle Aufheizung des Spannbolzens 24
im Bereich der Aufnahmen 26, 28 beim Kaltstart erzielt wird.
[0025] Als Füllstoff 42 kann beispielsweise Stahlwolle, Kupferwolle oder ein metallisches
Granulat verwendet werden. Je nach Ausgestaltung der Gehäuseanordnung 8 besteht aber
auch die Möglichkeit, eine Paste oder Flüssigkeit als Füllstoff zu verwenden.
[0026] Der Füllstoff 42 kann als vorgeformtes Element in den Spielraum eingebracht werden.
Beispielsweise kann das vorgeformte Element zweiteilig und halbschalenförmig ausgebildet
sein, wobei dies mit geringem Übermaß versehen sein kann.
[0027] In FIG 2 ist ein ähnlicher Ausschnitt zu FIG 1 gezeigt, jedoch fluchten die beiden
Bohrungen 26, 28 in welchen der Spannbolzen 24 sitzt, herstellungs- und/oder toleranzbedingt
nicht vollständig. Um trotzdem eine innige Wärmekopplung zu erreichen, sind als Füllstoff
insgesamt vier metallische Ringe vorgesehen 50, 52, 54, 56, wovon jeweils zwei als
Ringpaar 51, 55 die thermische Anbindung des Dehnschafts an die obere bzw. untere
Gehäusekomponente 10, 12 bezwecken. Jedes Ringpaar 51, 55 umfasst einen äußeren Ring
50, 54, welcher jeweils eine äußere, zylindrische Mantelfläche 58 und eine innere,
konische Innenfläche 60 aufweist. Der jeweils zweite Ring 52, 56 eines jeden Ringpaares
51, 55 ist in den äußeren Ring 50 resp. 54, eingesetzt und weist jeweils eine äußere,
konische Mantelfläche 62 und eine innere, zylindrische Innenfläche 64 auf. Die beiden
Ringe 50, 52 resp. 54, 56 eines jeden Paares 51, resp. 55 sind so angeordnet, dass
der Außenkonus 62 des inneren Rings 52, 56 an dem Innenkonus 60 des äußeren Rings
50, 54 anliegt. Die Neigung der Konusse ist dabei so gewählt, dass beim Verspannen
der Verschraubung eine - in Axialrichtung des Spannbolzens 24 gesehen gerichtete -
Kraft auf die Ringe 50, 52, 54, 56 ausüben, so dass diese ineinander gepresst werden.
Aufgrund des konischen Kontaktfläche resultiert daraus eine in Radialrichtung gerichtete
Kraft, welche für einen besonders innigen Kontakt von Spannbolzen 24 an die innere
Ringe 52, 56, von inneren Ringen 52, 56 an die äußeren Ringe 50, 54 und von äußeren
Ringen 50, 54 an die Seitenwände 40 der Aufnahmen 26, 28 sorgt, so dass eine besonders
effiziente Wärmebrücke erreicht werden kann. Von weiterem Vorteil ist die Verwendung
von Federelementen, beispielsweise Schraubenfedern 66, zwischen den Ringen 50, 52
resp. 54, 56 und den Druckhülsen.
[0028] Wie auf FIG 3 deutlich hervorgeht, kann die innere zylindrische Innenfläche 64 der
inneren Ringe 52, 56 und/oder die innere konische Innenfläche 60 der äußeren Ringe
50, 54 außermittig, d.h. exzentrisch, angeordnet sein, damit insbesondere bei nicht
fluchtenden Aufnahmen 26, 28 jeweils eine besonders großflächige Anbindung zwischen
sich berührenden Teilen erreichbar ist. Um eine einfache Montage zu erreichen können
die Ringe 50, 52, 54, 56 jeweils aus zwei Ringhälften gebildet sein, wie dies FIG
3 zeigt.
[0029] Selbstverständlich kann die in FIG 2 und FIG 3 gezeigte Ausgestaltung auch bei der
Verwendung von einem in die Gehäusekomponente 10 oder 12 unmittelbar eingeschraubten
Stehbolzen angewandt werden. Es versteht sich dann von selbst, dass aufgrund des Vorhandenseins
von nur einer Aufnahme 26 resp. 28 dann lediglich ein Ringpaar 51, resp. 55 notwendig
ist. Auch die in FIG 1 dargestellte Ausgestaltung einer Wärmebrücke kann als Stehbolzenausführung
ausgebildet sein.
[0030] Aufgrund der verbesserten Flanschverbindung der Gehäusekomponenten 10, 12 kann die
Leckageströmung entlang einer Kontaktfläche 30 verhindert bzw. reduziert werden. Hierdurch
ergibt sich tendenziell ein höherer Gesamtwirkungsgrad der Gasturbine. Gleichzeitig
kann ein verringerter technischer Aufwand für die hochtemperaturfesten Hilfssystemkomponenten
erreicht werden. Daraus ergibt sich ein verringerter technischer Aufwand für deren
Konstruktion. Auch kann durch die Erfindung eine zuverlässigere Gehäuseverbindung
angegeben werden. Prinzipiell ist durch die erfindungsgemäße Verwendung auch ein kleinerer
Durchmesser des Spannbolzens 24 möglich oder es können auch preisgünstigere Werkstoffe
verwendet werden.
[0031] Insgesamt wird mit der vorliegenden Gehäuseanordnung 8 eine wesentlich verbesserte
Flanschverbindung angegeben, bei der die ansonsten hoch belasteten Spannbolzen 24
eine verbesserte Materialausnutzung aufweisen bei gleichzeitig verbesserter Abdichtung
der Flanschverbindung. Um dies zu erreichen, ist die Gehäuseanordnung 8 einer stationären
Strömungsmaschine mit sich durch Bohrungen oder Aufnahmen 26, 28 erstreckenden Spannbolzen
24 verschraubt. Der radiale Freiraum 36 bzw. Spielraum 36 zwischen dem Spannbolzen
24 und der Bohrung ist zumindest bei einer Verschraubung mit einem wärmeleitfähigen
Füllstoff 42 zumindest teilweise ausgefüllt, um eine wärmetechnische Brücke zwischen
demjenigen Abschnitt des Spannbolzens 24 und den Flanschen 18, 20 zu erreichen, welcher
innerhalb der Bohrungen liegt.
1. Gehäuseanordnung (8) für eine stationäre Strömungsmaschine, mit zwei flanschartig
aneinander liegenden, miteinander verschraubten Gehäusekomponenten (10, 12), von denen
zumindest eine der beiden Gehäusekomponenten (12) für jede eine die beide Gehäusekomponenten
(10, 12) miteinander verspannende Verschraubung (22) eine Aufnahme (26, 28) aufweist,
wobei jede Verschraubung (22) einen sich durch die Aufnahme (26, 28) erstreckenden
Spannbolzen (24) umfasst, der mit einem Spielraum (36) in der Aufnahme (26, 28) sitzt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spielraum (36) zumindest einer Verschraubung (22) mit einem wärmeleitfähigen
Füllstoff (42) zumindest teilweise ausgefüllt ist.
2. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 1, bei der der Füllstoff (42) die zylindrische
Oberfläche (38) des Spannbolzens (24) und die dieser Oberfläche (38) gegenüberliegende
Seitenwand (40) der Aufnahme (26, 28) wärmetechnisch koppelt.
3. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Füllstoff (42) ein festes
Material, eine Paste oder eine Flüssigkeit ist.
4. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 1, 2 oder 3, bei der der Füllstoff (42) Metallwolle,
Stahlwolle, Kupferwolle oder ein metallisches Granulat ist.
5. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der beim Verspannen der
Verschraubung (22) der Füllstoff (42) komprimierbar, spreizbar oder deformierbar ist.
6. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der Füllstoff (42)
als vorgeformtes Element ausgebildet ist, welches einteilig oder mehrteilig mit geringem
Übermaß oder Untermaß in die Aufnahmen (26, 28) eingesetzt ist.
7. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Spannbolzen (24)
im Bereich der Aufnahmen (26, 28) von zwei ringförmigen Druckringen (46) umgriffen
ist, zwischen denen der Füllstoff (42) vorgesehen ist.
8. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 5 und 7, bei der zur Komprimierung resp.
Deformierung des Füllstoffs (42) jede Verschraubung (22) zwei an den Druckringen (46)
anliegende Druckhülsen (48) aufweist, die beim Verspannen der Verschraubung (22) die
Druckringe (46) aufeinander zu bewegt.
9. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der die Aufnahme (26, 28)
als in Flanschen (18, 20) angeordnetes Loch oder Aussparung ausgebildet ist.
10. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der jede Gehäusekomponente
(10, 12) für jede Verschraubung (22) jeweils eine dabei einander gegenüberliegende
Aufnahme (26, 28) aufweist, durch die sich der Spannbolzen (24) erstreckt und bei
der die Gehäusekomponenten (10, 12) mittels zweier beidseitig am Spannbolzen (24)
aufgeschraubter Schraubenmuttern (32) miteinander verspannt sind.
11. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem eine der beiden Gehäusekomponente
(10) für jede Verschraubung (22) ein Gewinde mit darin eingeschraubtem Spannbolzen
(24) aufweist und der Spannbolzen (24) an seinem dem Gewinde gegenüberliegendem Ende
eine Schraubenmuttern (32) zum Verspannen der beiden Gehäusehälften (10, 12) miteinander
aufgeschraubt ist.
12. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 8 und 10, bei der zusätzlich zwischen Druckring
(46) und Schraubenmutter (32) ein Federelement vorgesehen ist.
13. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, mit mehreren Spannbolzen (24),
die jeweils zumindest teilweise von dem Füllstoff (42) umgeben sind.
14. Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei der der Spannbolzen (24)
als Schraubenbolzen ausgebildet ist.
15. Stationäre Strömungsmaschine mit einer Gehäuseanordnung (8) nach einem der Ansprüche
1 bis 12.