[0001] Die Erfindung betrifft eine Ölwanne für eine Verbrennungskraftmaschine in einem Kraftfahrzeug,
umfassend einen Grundkörper, der ein Volumen zur Aufnahme von Öl umschließt.
[0002] Derzeit werden Ölwannen im Allgemeinen aus metallischen Werkstoffen hergestellt.
Die Herstellung erfolgt dabei im Allgemeinen durch Tiefziehen oder Druckguss. Das
für den Motor benötigte Ölvolumen wird durch die Höhe der Ölwanne eingestellt. Jedoch
ist es aus Gründen des Fußgängerschutzes notwendig, den Abstand zwischen dem Motor
und der Motorhaube zu vergrößern, um einen zusätzlichen, elastisch verformbaren Bereich
zu erzielen. Dies wird vorzugsweise dadurch realisiert, dass die im Motorraum eingebauten
Teile nach unten versetzt werden. Mit den derzeit eingesetzten Ölwannen führt jedoch
ein tieferer Einbau des Motors dazu, dass die Bodenfreiheit, d. h. der Abstand zwischen
Motor und Boden, verringert wird. Bei Ölwannen, wie sie aus dem Stand der Technik
bekannt sind, kann dies dazu führen, dass hierdurch der Abstand zwischen Ölwanne und
Boden zu klein wird. Dies macht es erforderlich, ein flacher gebautes Aggregat einzusetzen.
Da jedoch das Intervall für Ölwechsel von der Menge des eingesetzten Öles abhängt,
ist es gewünscht, ein möglichst großes Ölvolumen zur Verfügung zu stellen. Wenn jedoch
die Ölwanne flacher gebaut wird, führt dies zunächst dazu, dass das Ölvolumen verringert
wird.
[0003] Neben Ölwannen aus einem metallischen Material, insbesondere aus Aluminium oder Stahl,
ist es zum Beispiel aus
DE-A 10 2004 050 666 auch bekannt, eine Ölwanne aus einem Kunststoffmaterial herzustellen. Um die notwendige
Stabilität zu erzielen, wird in Bereichen einer äußeren Belastung mindestens ein Element
zum Schutz des Grundkörpers aus dem Kunststoffmaterial form- und/oder kraftschlüssig
mit dem Grundkörper verbunden. Derartige Ölwannen aus Kunststoff werden zum Beispiel
bei Lastwagen eingesetzt. Jedoch wird auch durch die hier beschriebene Ölwanne die
Höhe der Verbrennungskraftmaschine nicht verringert.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Ölwanne bereitzustellen, die einen
flachen Aufbau zeigt und deren Ölvolumen mindestens genauso groß ist wie das der aus
dem Stand der Technik bekannten Ölwannen.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Ölwanne für eine Verbrennungskraftmaschine in
einem Kraftfahrzeug, umfassend einen Grundkörper, der ein Volumen zur Aufnahme von
Öl umschließt, wobei die Ölwanne mindestens eine seitlich am Körper angebrachte Tasche
aufweist, durch die das von dem Körper umschlossene Volumen der Ölwanne vergrößert
wird.
[0006] Vorteil der seitlich am Grundkörper angebrachten Tasche ist es, dass abhängig von
der Größe der Tasche ein beliebig großes Ölvolumen in der Ölwanne realisiert werden
kann. Ein weiterer Vorteil ist es, dass eine sehr flache Bauweise der Ölwanne möglich
ist.
[0007] Der Grundkörper der Ölwanne und/oder die seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen
können zum Beispiel aus einem metallischen Werkstoff, beispielsweise Aluminium oder
Stahl oder einem Polymermaterial gefertigt sein. Aus Gründen der Gewichtsersparnis
ist es bevorzugt, den Grundkörper und/oder die mindestens eine seitlich angebrachte
Tasche aus einem Polymermaterial zu fertigen.
[0008] Geeignete Polymere sind thermoplastische teilkristalline oder amorphe Polymere. Jedoch
sind auch Duroplaste oder Mischungen aus diesen Polymerklassen geeignet.
[0009] Als thermoplastische Polymere kommen alle dem Fachmann bekannten Thermoplaste in
Betracht. Beispielsweise werden geeignete thermoplastische Polymere im Kunststoff-Taschenbuch,
Herausgeber Saechling, 25. Auflage, Hansa-Verlag, München, 1992, insbesondere Kapitel
4, sowie darin zitierte Verweise, und im Kunststoff-Handbuch, Herausgeber G. Becker
und D. Braun, Bände 1-11, Hansa-Verlag, 1966-1996, beschrieben.
[0010] Geeignete Polymere sind zum Beispiel ungefülltes oder faserverstärktes und/oder mineralgefülltes
Polyamid-6 und Polyamid-6.6, Polyethylen- und Polybutylenterephthalat, Polyoximethylen,
Polysulfon oder Polyethersulfon, ferner Polyphenylensulfid, Polypropylen oder Acrylnitril-Butadien-Styrol.
[0011] Die Polymere können darüber hinaus übliche Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsmittel
enthalten. Geeignete Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsmittel sind zum Beispiel Gleit-oder
Entformungsmittel, Kautschuke, Antioxidantien, Stabilisatoren gegen Lichteinwirkung,
Antistatika, Flammschutzmittel oder faser-, kugel- und pulverförmige Füll- oder Verstärkungsmittel
sowie andere Zusatzstoffe oder deren Mischungen.
[0012] Als Beispiele für faserförmige, kugelförmige bzw. pulverförmige Füll- und Verstärkungsstoffe
seien Kohlenstoff- oder Glasfasern in Form von Glasgeweben, Glasmatten oder Glasseidenrovings,
Schnittglas sowie Glaskugeln genannt. Besonders bevorzugt sind Glasfasern. Die verwendeten
Glasfasern können aus E-, A- oder C-Glas sein und sind vorzugsweise mit einer Schlichte,
zum Beispiel auf Epoxyharz-, Silan-, Aminosilan- oder Polyurethanbasis und einem Haftvermittler
auf Basis funktionalisierter Silane ausgerüstet. Die Einarbeitung der Glasfasern kann
sowohl in Form von Kurzglasfasern als auch in Form von Endlossträngen (Rovings) erfolgen.
[0013] Als teilchenförmige Füllstoffe eignen sich zum Beispiel Ruß, Graphit, amorphe Kieselsäure,
Whisker, Aluminiumoxidfasern, Magnesiumcarbonat (Kreide), gepulverter Quarz, Glimmer,
Mica, Bentonite, Talkum, Feldspat oder insbesondere Calciumsilikate, wie Wollastonit
und Kaolin. Des Weiteren können die Polymere auch Farbmittel oder Pigmente enthalten.
[0014] Wenn der Grundkörper und/oder die seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen aus
einem Polymermaterial gefertigt sind, so ist es bevorzugt, dass im Grundkörper bzw.
den seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen metallische Einlegeteile enthalten
sind. Die metallischen Einlegeteile dienen der Erhöhung der Stabilität des Grundkörpers
und der seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen. Die metallischen Einlegeteile
können dabei zum Beispiel vom Polymermaterial umspritzt sein. Weiterhin ist es auch
möglich, dass die metallischen Einlegeteile an der Außenseite des Polymermaterials
anliegen. Dabei ist es einerseits möglich, dass die metallischen Einlegeteile im Inneren
des Grundkörpers und der seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen angeordnet sind
oder an der Außenseite des Grundkörpers und/oder der angebrachten Taschen. Weiterhin
ist es auch möglich, dass die metallischen Einlegeteile sowohl an der Innenseite als
auch an der Außenseite des Grundkörpers und der seitlich am Grundkörper angebrachten
Taschen angebracht sind.
[0015] Das metallische Einlegeteil kann zum Beispiel in Form von Platten, Streifen, Gittern
oder anderen Formteilen verwendet werden. Die Befestigung des metallischen Einlegeteils
erfolgt zum Beispiel kraftschlüssig oder formschlüssig. Eine kraftschlüssige Befestigung
erfolgt beispielsweise durch Verschrauben des metallischen Einlegeteils mit dem Grundkörper
oder den seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen.
[0016] Bevorzugt wird das metallische Einlegeteil jedoch formschlüssig mit dem Polymermaterial
des Grundkörpers bzw. der seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen verbunden,
zum Beispiel indem das metallische Einlegeteil in ein Spritzgusswerkzeug eingelegt
wird und anschließend mit der Polymermasse umspritzt wird. Durch den Spritzgussprozess
wird gleichzeitig der Grundkörper bzw. die seitlich am Grundkörper angebrachte Tasche
geformt.
[0017] Weiterhin ist es auch möglich, zum Beispiel am metallischen Einlegeteil einen kantigen
Ziehrand auszubilden, der in das Polymermaterial des Grundkörpers bzw. der seitlich
am Grundkörper angebrachten Taschen eindringt und sich auf diese Weise mit dem Grundkörper
bzw. der Tasche verbindet. Ein derartiges Verfahren ist zum Beispiel aus
DE-A 10 2004 050 666 bekannt.
[0018] Als Material für das metallische Einlegeteil eignen sich alle beliebigen Metalle
oder Metalllegierungen. Bevorzugte Metalle sind jedoch Stahl oder Aluminium.
[0019] Anstelle eines metallischen Einlegeteils ist es auch möglich, ein Einlegeteil aus
einem anderen Material, zum Beispiel aus Keramik oder einem Kunststoffmaterial, welches
vom Polymermaterial des Grundkörpers bzw. der seitlich am Grundkörper angebrachten
Taschen unterschiedlich ist, einzusetzen.
[0020] Zur Verbindung der Ölwanne mit der Verbrennungskraftmaschine ist die Ölwanne vorzugsweise
mit einem Rahmen aus einem metallischen Werkstoff verbunden. Der metallische Rahmen
trägt ebenfalls zur Erhöhung der Stabilität der Ölwanne bei. Die Verbindung des metallischen
Rahmens mit der Ölwanne kann kraftschlüssig oder formschlüssig erfolgen. Im Allgemeinen
ist der metallische Rahmen lediglich mit dem Grundkörper der Ölwanne verbunden. Hierzu
ist es zum Beispiel möglich, dass der metallische Rahmen beim Spritzgussprozess vom
Polymermaterial des Grundkörpers umschlossen wird. Weiterhin ist es auch möglich,
dass der metallische Rahmen mit dem Grundkörper verschraubt ist. Bevorzugt wird der
Rahmen jedoch mit dem Grundkörper verklebt.
[0021] Als Klebstoffe zum Verkleben des Rahmens mit dem Grundkörper eignen sich zum Beispiel
Silikone, (Meth)acrylate, Phenolharze, Polyurethane.
[0022] Um eine flüssigkeitsdichte Verbindung zu erzielen, ist es in diesem Fall bevorzugt,
wenn zwischen dem metallischen Rahmen und dem Grundkörper ein Dichtungselement aufgenommen
ist. Das Material für diesen metallischen Rahmen ist vorzugsweise Aluminium. Der metallische
Rahmen wird zum Beispiel durch ein Aluminiumdruckgussverfahren hergestellt. Weitere
geeignete Materialien für den Rahmen sind z.B. auch Grauguss oder Magnesium.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform sind im metallischen Rahmen Lagerschalen zur
Aufnahme einer Kurbelwelle ausgebildet. Vorteil der Lagerschalen im metallischen Rahmen
ist, dass eine stabile Lagerung der Kurbelwelle gewährleistet wird, da die mechanische
Stabilität eines metallischen Rahmens größer ist als von einem Kunststoffbauteil.
So ist insbesondere die Neigung zu Verzug geringer.
[0024] Um Vibrationen zu unterbinden und eine ausreichende Steifigkeit zu erzielen, ist
es bevorzugt, wenn an dem Grundkörper ein Flansch ausgebildet ist, an dem ein Getriebegehäuse
montiert werden kann. Vorzugsweise wird der Flansch mit einem Einlegeteil verstärkt.
[0025] In einer alternativen Ausführungsform ist es auch möglich, dass der Flansch zur Befestigung
des Getriebegehäuses am Rahmen ausgebildet ist. Ein am Rahmen ausgebildeter Flansch
zur Befestigung des Getriebegehäuses ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Grundkörper
lösbar mit dem Rahmen verbunden ist. Auf diese Weise lässt sich nämlich der Grundkörper
vom Rahmen entfernen, ohne dass dieser vom Getriebe gelöst werden muss.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform ist in mindestens einer der seitlich am Grundkörper
angebrachten Taschen mindestens ein Funktionselement aufgenommen. Auf diese Weise
ist es möglich, die Funktionselemente direkt in der Ölwanne zu positionieren. Eine
Anordnung außerhalb der Ölwanne, die zusätzlichen Bauraum unter der Motorhaube erfordern
würde, ist nicht erforderlich.
[0027] Funktionselemente, die in den seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen aufgenommen
sein können, sind zum Beispiel Ölkühler, Ölfilter, Ölpumpe oder Ansaugschnorchel.
Damit das Öl durch das Funktionselement hindurchströmt und dieses so seine Aufgabe
erfüllen kann, ist es weiterhin bevorzugt, wenn in der Tasche zusätzlich eine Pumpe
enthalten ist, welche das Öl durch das Funktionselement fördert. Zudem ist es bevorzugt,
dass die mindestens eine seitlich am Grundkörper angebrachte Tasche über einen Zulauf
und einen Ablauf mit dem vom Grundkörper umschlossenen Volumen verbunden ist. Hierdurch
wird sichergestellt, dass das Öl das in der Tasche enthaltene Funktionselement durchströmt
und so das Funktionselement seine Aufgabe ausführen kann.
[0028] Die seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen können mit dem Grundkörper lösbar
oder unlösbar verbunden sein. Wenn die Taschen mit dem Grundkörper lösbar verbunden
sind, so sind diese zum Beispiel mit dem Grundkörper verschraubt. Weiterhin ist es
zum Beispiel auch möglich, dass die Taschen mit dem Grundkörper durch Klammern verbunden
werden.
[0029] Wenn die seitlich angebrachten Taschen unlösbar mit dem Grundkörper verbunden werden,
so ist die Verbindung vorzugsweise formschlüssig. Die Taschen können zum Beispiel
mit dem Grundkörper verschweißt oder verklebt werden. Insbesondere wenn die Taschen
und der Grundkörper aus einem thermoplastischen Material gefertigt sind, ist es bevorzugt,
wenn der Grundkörper und die Taschen miteinander verschweißt werden.
[0030] Als Klebstoff, wenn die Taschen und der Grundkörper untereinander verklebt werden,
eignen sich zum Beispiel Silikone, (Meth)acrylate, Phenolharze, Polyurethane.
[0031] Um die Ölwanne an einen Motorblock einer Verbrennungskraftmaschine befestigen zu
können, sind in einer bevorzugten Ausführungsform im Rahmen und in der Ölwanne durchgehende
Schraubenlöcher ausgebildet, durch die Schrauben geführt werden können. Es ist bevorzugt,
wenn die Schraubenlöcher im Bereich des Grundkörpers in Form von Hülsen ausgebildet
sind, die die Oberseite und die Unterseite des Grundkörpers miteinander verbinden.
Die Hülsen werden durch die Schraubenlöcher am Rahmen verlängert. Auf diese Weise
können die Schrauben durch die Hülsen im Grundkörper und die Schraubenlöcher im Rahmen
geführt werden, um die Ölwanne am Motorblock zu befestigen. Auf diese Weise ist es
möglich, die Ölwanne samt Rahmen vom Motorblock zu lösen. Eine Trennung des Grundkörpers
vom Rahmen ist nicht erforderlich. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der
Rahmen mit dem Grundkörper durch eine formschlüssige Verbindung verbunden ist, zum
Beispiel wenn der Grundkörper direkt an den Rahmen angespritzt ist oder wenn Grundkörper
und Rahmen miteinander verklebt sind.
[0032] Damit während des Betriebes der Verbrennungskraftmaschine kein Öl nach oben spritzt,
zum Beispiel wie dies durch Eintauchen der Kurbelwelle erfolgen würde, ist in der
Ölwanne im Allgemeinen ein Spritzschutz enthalten. Der Spritzschutz kann dabei jede
übliche, dem Fachmann bekannte Form annehmen, wie sie auch bei den aus dem Stand der
Technik bekannten Ölwannen eingesetzt wird.
[0033] Um eine ausreichende Ölversorgung der bewegten Teile der Verbrennungskraftmaschine
zu erzielen, ist es bevorzugt, wenn im Grundkörper ein Ölansaugschnorchel integriert
ist. Über den Ölansaugschnorchel wird das Öl zur Verbrennungskraftmaschine transportiert
und kann so die bewegten Teile der Verbrennungskraftmaschine schmieren. Der Ölansaugschnorchel
kann dabei als zusätzliches Bauteil ausgeführt sein, welches am Grundkörper befestigt
ist. Die Befestigung des Ölansaugschnorchels erfolgt dabei zum Beispiel durch Verschweißen
oder Verkleben. Bevorzugt wird der Ölansaugschnorchel jedoch mit dem Grundkörper verschweißt.
[0034] Alternativ ist es auch möglich, dass der Ölansaugschnorchel einteilig mit dem Grundkörper
ausgebildet ist. In diesem Fall ist es zum Beispiel möglich, den Ölansaugschnorchel
durch Gasinnendrucktechnik oder Wasserinnendrucktechnik herzustellen. Weiterhin ist
es auch möglich, den Ölansaugschnorchel zum Beispiel durch ein kombiniertes Gasinnendruck/Wasserinnendruckverfahren
zu formen. Die Gasinnendrucktechnik und Wasserinnendrucktechnik sind übliche Verfahren
zur Herstellung von Hohlprofilen und dem Fachmann bekannt.
[0035] Die erfindungsgemäß gestaltete Ölwanne kann sowohl bei Personenkraftwagen als auch
bei Lastkraftwagen eingesetzt werden. Bevorzugt wird die erfindungsgemäß gestaltete
Ölwanne jedoch bei Personenkraftwagen eingesetzt, da hierdurch ermöglicht wird, den
Motorblock tiefer im Motorraum zu positionieren, wodurch der Abstand zwischen Motor
und Motorhaube vergrößert wird, was einem verbesserten Fußgängerschutz dient. Durch
die seitlich am Grundkörper angesetzten Taschen wird das in der Ölwanne enthaltene
Ölvolumen vergrößert, wodurch die Ölwechselintervalle vergrößert werden. Die Ölmenge,
die von der Ölwanne aufgenommen werden kann, liegt in für Verbrennungskraftmaschinen
üblichen Rahmen. So werden die Taschen vorzugsweise in einer Größe ausgebildet, dass
die Ölwanne ein Ölvolumen von im Allgemeinen 4 bis 6 Litern aufnehmen kann.
[0036] Durch die seitlich am Grundkörper angesetzten Taschen ergibt sich eine Ersparnis
an Bauhöhe im Vergleich zu den üblichen aus dem Stand der Technik bekannten Ölwannen
von bis zu 50 %.
[0037] Eine Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäß ausgebildeten Ölwanne von
oben,
- Figur 2
- eine dreidimensionale Darstellung einer Tasche mit darin enthaltenem Funktionselement,
- Figur 3
- eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäß ausgebildeten Ölwanne von
unten.
[0038] In Figur 1 ist eine dreidimensionale Darstellung einer Ölwanne in Draufsicht auf
die Oberseite der Ölwanne dargestellt.
[0039] Eine erfindungsgemäß ausgebildete Ölwanne 1 umfasst einen Grundkörper 3, an den seitlich
Taschen 5 angesetzt sind. Die Taschen 5 nehmen ein Teil des in der Ölwanne 1 enthaltenen
Ölvolumens auf. Vorzugsweise liegt das in den Taschen 5 enthaltene Ölvolumen im Bereich
von 5 bis 50 Vol.-% des gesamten in der Ölwanne 1 enthaltenen Ölvolumens.
[0040] Um die Taschen 5 am Grundkörper 3 anzubringen, ist es zum Beispiel möglich, dass
am Grundkörper 3 und an den Taschen 5 jeweils ein Flansch ausgebildet ist und die
Taschen 5 durch den Flansch mit dem Grundkörper 3 verschraubt werden. Auch ist es
möglich, dass die Taschen 5 am Grundkörper 3 angeklammert werden. Bevorzugt ist es
jedoch, dass die Taschen 5 unmittelbar mit dem Grundkörper 3 verbunden sind. Derartige
Verbindungen sind zum Beispiel Schweißverbindungen oder Klebverbindungen. Um eine
ausreichend stabile Verbindung des Grundkörpers 3 mit den Taschen 5 zu erzielen, ist
es auch bei einer Schweiß- oder Klebverbindung bevorzugt, wenn am Grundkörper 3 und
an den Taschen 5 ein umlaufender Flansch 7 ausgebildet ist.
[0041] Die erfindungsgemäß ausgebildete Ölwanne umfasst weiterhin einen Rahmen 9. Der Rahmen
9 ist mit dem Grundkörper 3 verbunden. Die Verbindung des Rahmens 9 mit dem Grundkörper
3 erfolgt zum Beispiel durch Verkleben. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Klebung
zwischen Grundkörper 3 und Rahmen 9 flüssigkeitsdicht ist, damit kein Öl aus der Ölwanne
1 austreten kann. Es ist jedoch auch möglich, dass der Rahmen 9 lösbar mit dem Grundkörper
3 verbunden wird. Hierzu ist es zum Beispiel möglich, den Grundkörper 3 mit dem Rahmen
9 zu verschrauben. Auch ist es möglich, dass der Grundkörper 3 bei der Herstellung
an den Rahmen 9 angespritzt wird. Dies ist zum Beispiel dann möglich, wenn der Grundkörper
3 ein Polymermaterial ist und durch ein Spritzgussverfahren hergestellt wird. Bevorzugt
ist es jedoch, dass der Rahmen 9 mit dem Grundkörper 3 verklebt wird.
[0042] In der hier dargestellten Ausführungsform ist am Rahmen 9 ein Getriebeflansch 11
ausgebildet. Der Getriebeflansch 11 dient zur Verbindung mit einem Getriebegehäuse.
Dabei ist an der Ölwanne 1 nur der untere Teil des Getriebeflansches 11 ausgebildet.
Der obere Teil des Getriebeflansches 11 ist im Allgemeinen am Motorblock ausgebildet.
Die Zweiteilung des Getriebeflansches 11 ist insbesondere deshalb erforderlich, um
eine Kurbelwelle montieren zu können. Zur Aufnahme der Kurbelwelle sind im Rahmen
9 Lagerschalen 13, 15 ausgebildet. Eine erste Lagerschale 13 ist auf der dem Getriebeflansch
11 gegenüberliegenden Seite des Rahmens 9 ausgebildet und eine zweite Lagerschale
15 im Getriebeflansch 11. In die Lagerschalen 13, 15 werden im Allgemeinen Lager oder
Dichtungen eingesetzt, in welchen die Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine geführt
ist.
[0043] Um das Getriebegehäuse am Getriebeflansch 11 befestigen zu können, sind im Getriebeflansch
11 Durchgangsbohrungen 17 ausgebildet, durch die Schrauben gesteckt werden können,
mit denen das Getriebegehäuse am Getriebeflansch 11 angeschraubt wird.
[0044] Um die notwendige Steifigkeit zu erzielen, ist in der hier dargestellten Ausführungsform
der Getriebeflansch 11 mit Verstärkungsrippen 19 ausgebildet. Der Vorteil der Verstärkungsrippen
19 ist, dass der Getriebeflansch nicht aus einem massiven Metallstück gefertigt wird
sondern in einer dünnen Wandstärke ausgeführt werden kann, um Gewicht einzusparen.
[0045] Bei der hier dargestellten Ausführungsform sind im Rahmen 9 Durchgangsbohrungen 21
ausgebildet, durch die Schrauben geführt werden können, mit denen die Ölwanne am Motorblock,
der hier nicht dargestellt ist, befestigt werden kann. Hierbei ist es einerseits möglich,
dass zunächst der Rahmen 9 am Motorblock befestigt wird und anschließend der Grundkörper
3 am Rahmen 9. Bevorzugt ist es jedoch, dass die Durchgangsbohrungen 21 durch den
Grundkörper 3 verlängert werden, so dass zunächst eine Montage des Grundkörpers 3
mit dem Rahmen 9 erfolgen kann und anschließen die gesamte Ölwanne 1 mit Rahmen 9
und Grundkörper 3 am Motorblock befestigt wird. Zur Verlängerung der Durchgangsbohrungen
21 sind an den Positionen, an denen sich die Durchgangsbohrungen 21 im Rahmen 9 befinden,
Hülsen 23 im Grundkörper 3 ausgebildet. Die Hülsen sind dabei so ausgebildet, dass
durch diese Schrauben hindurchgeführt werden können. Vorzugsweise nimmt in den Hülsen
23 der Durchmesser der durchgehenden Bohrung ab. Hierdurch ist es möglich, dass eine
Schraube mit dem Schraubenkopf an der Durchmesserverengung aufliegt und so die Befestigung
der Ölwanne 1 am Motorblock ermöglicht wird.
[0046] Neben der hier dargestellten Ausführungsform, bei der der Getriebeflansch 11 am Rahmen
9 angebracht ist, ist es auch möglich, dass der Getriebeflansch 11 direkt am Grundkörper
3 ausgebildet ist. In diesem Fall ist es bevorzugt, wenn der Getriebeflansch 11 bei
einem Grundkörper 3 aus einem Polymermaterial mit metallischen Einlegeteilen verstärkt
ist, um eine ausreichende mechanische Stabilität zu gewährleisten. Wenn der Grundkörper
3 aus einem Metall gefertigt ist, ist es auch möglich, dass Grundkörper 3 und Rahmen
9 einteilig ausgebildet werden. In diesem Fall entfällt die Verbindung von Rahmen
9 mit dem Grundkörper 3. Wenn sowohl der Grundkörper 3 und der Rahmen 9 aus einem
Metall gefertigt sind und eine zweiteilige Ausführung vorgesehen ist, so ist es zum
Beispiel möglich, den Rahmen 9 mit dem Grundkörper 3 zu verschweißen.
[0047] In einer bevorzugten Ausführungsform ist in mindestens einer der Taschen 5 ein Funktionselement
22 enthalten, wie es in Figur 2 dargestellt ist. Derartige Funktionselemente 22 sind
zum Beispiel Ölfilter, Ölkühler, Ölpumpe oder Ansaugschnorchel. Damit das Öl durch
den Ölkühler oder den Ölfilter transportiert wird, ist es bevorzugt, wenn in der Tasche
5 weiterhin auch eine Pumpe enthalten ist. Zudem ist es in dem Fall, dass in einer
der Taschen 5 ein Funktionselement 22 enthalten ist, bevorzugt, wenn die Tasche 5
nicht über ihren gesamten Querschnitt zum Grundkörper 3 hin offen ist, sondern lediglich
einen Zulauf und einen Ablauf aufweist. In diesem Fall kann das Öl über den Zulauf
in die Tasche 5 einströmen, durch das Funktionselement weiterströmen und aus dem Ablauf
in den Ölkreislauf des Motors fließen.
[0048] Alternativ ist es, wie in Figur 2 dargestellt, auch möglich, dass das in der Tasche
5 enthaltene Funktionselement 22 einen Zulauf 26 und einen Ablauf 28 aufweist. In
diesem Fall ist in das Funktionselement 22 vorzugsweise eine Pumpe integriert, um
einen Durchfluss des Öls zu realisieren.
[0049] Um das zur Schmierung der Verbrennungskraftmaschine benötigte Öl aus der Ölwanne
1 zu den bewegten Teilen der Verbrennungskraftmaschine zu fördern, ist in der Ölwanne
1 ein Ölansaugschnorchel 24 ausgebildet. Der Ölansaugschnorchel 24 ist in der hier
dargestellten Ausführungsform direkt am Grundkörper 3 und dem Rahmen 9 ausgeformt.
Hierzu ist im Grundkörper 3 ein rohrförmiger Anteil 29 ausgebildet, der durch ein
entsprechend geformtes Stück am Rahmen 9 verlängert wird. Bei der Verbindung von Grundkörper
3 und Rahmen 9 werden der rohrförmige Anteil 29 im Grundkörper 3 und der Teil des
Ölansaugschnorchels 24 im Rahmen 9 ebenfalls durch eine Verklebung oder Verschweißung
miteinander verbunden, so dass die Verbindung zwischen Grundkörper 3 und Rahmen 9
im Bereich des Ölansaugschnorchels 24 gas-und flüssigkeitsdicht ist, damit keine Luft
angesaugt wird.
[0050] Figur 3 zeigt die Ölwanne gemäß Figur 1 von unten.
[0051] Bei der Ansicht der Unterseite des Grundkörpers 3 sind Durchgangsbohrungen 25 zu
erkennen, die durch den Grundkörper 3 hindurchragen und welche die Durchgangsbohrungen
21 im Rahmen 9 verlängern. Die Durchgangsbohrungen 25 sind diejenigen, die von den
Hülsen 23 umschlossen sind und durch welche Schrauben geführt werden können, um die
Ölwanne 1 am Motorblock zu befestigen.
[0052] Um das Ölvolumen der Ölwanne 1 weiter vergrößern zu können, ist es möglich, zusätzlich
zu den hier dargestellten Taschen 5, die an den Seiten des Grundkörpers 3 angebracht
sind, eine weitere Tasche vorzusehen, die an der Stirnseite 27 des Grundkörpers angebracht
wird. Auch ist es möglich, wenn ein kleineres Ölvolumen ausreichend ist, nur eine
Tasche 5 vorzusehen.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Ölwanne
- 3
- Grundkörper
- 5
- Tasche
- 7
- Flansch
- 9
- Rahmen
- 11
- Getriebeflansch
- 13
- erste Lagerschale
- 15
- zweite Lagerschale
- 17
- Durchgangsbohrungen im Getriebeflansch 11
- 19
- Verstärkungsrippen
- 21
- Durchgangsbohrungen im Rahmen 9
- 22
- Funktionselement
- 23
- Hülsen
- 24
- Ölansaugschnorchel
- 25
- Durchgangsbohrungen im Grundkörper 3
- 26
- Zulauf
- 27
- Stirnseite des Grundkörpers 3
- 28
- Ablauf
- 29
- rohrförmiger Anteil
1. Ölwanne für eine Verbrennungskraftmaschine in einem Kraftfahrzeug, umfassend einen
Grundkörper (3), der ein Volumen zur Aufnahme von Öl umschließt, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölwanne (1) mindestens eine seitlich am Grundkörper (3) angebrachte Tasche (5)
aufweist, durch die das Öl aufnehmende Volumen der Ölwanne (1) vergrößert wird.
2. Ölwanne gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (3) und/oder die seitlich am Grundkörper angebrachten Taschen (5)
aus einem Polymermaterial gefertigt ist.
3. Ölwanne gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verstärkung im Grundkörper (3) aus Polymermaterial und/oder den seitlich am Grundkörper
(3) angebrachten Taschen (5) metallische Einlegeteile enthalten sind.
4. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölwanne (1) mit einem Rahmen (9) aus einem metallischen Werkstoff verbunden ist.
5. Ölwanne gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen (9) Lagerschalen (13, 15) zur Aufnahme einer Kurbelwelle ausgebildet sind.
6. Ölwanne gemäß Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (9) einen Getriebeflansch (11) zur Befestigung eines Getriebegehäuses
aufweist.
7. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Grundkörper (3) ein Getriebeflansch (11) ausgebildet ist, an dem ein Getriebegehäuse
montiert werden kann.
8. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer der seitlich am Grundkörper (3) angebrachten Taschen (5) mindestens
ein Funktionselement aufgenommen ist.
9. Ölwanne gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionselement ein Ölkühler, ein Ölfilter, eine Ölpumpe oder ein Ansaugschnorchel
ist.
10. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine seitlich am Grundkörper (3) angebrachten Tasche (5) über einen
Zulauf und einen Ablauf mit dem vom Grundkörper (3) umschlossenen Volumen verbunden
ist.
11. Ölwanne gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymermaterial für den Grundkörper (3) ein thermoplastischer, teilkristalliner
oder amorpher Kunststoff ist.
12. Ölwanne gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff Zusatzstoffe und Verarbeitungsmittel enthält.
13. Ölwanne gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die metallischen Einlegeteile aus Aluminium oder Stahl gefertigt sind.
14. Ölwanne gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Werkstoff des Rahmens (9) Aluminium, Grauguss oder Magnesium ist.
15. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Tasche (5) lösbar am Grundkörper (3) befestigt ist.
16. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Tasche (5) formschlüssig mit dem Grundkörper (3) verbunden ist.
17. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 4 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen (9) und in der Ölwanne (1) durchgehende Schraubenlöcher (21, 25) ausgebildet
sind, durch die Schrauben geführt werden können, um die Ölwanne (1) an einem Motorblock
zu befestigen.
18. Ölwanne gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass im Grundkörper (3) ein Ölansaugschnorchel (24) integriert ist.