[0001] Die Erfindung betrifft eine Abgaskühlvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine,
die ein Gehäuse mit einem Abgaseinlass, einem Abgasauslass, einer Ventilvorrichtung
und einer U-förmigen Wärmetauschereinheit mit einer Hinlauf- und einer Rücklaufstrecke
aufweist.
[0002] Eine derartige Abgaskühlvorrichtung ist beispielsweise aus der
DE 10 2004 019 554 A1 bekannt. Bei der gezeigten Ausführungsform wird das zunächst heiße Abgas in einen
sogenannten U-förmigen Wärmetauscher geleitet, wobei der Wärmetauscher in Strömungsrichtung
verlaufende Rippen aufweist, die einen verbesserten Wärmeübergang zwischen dem Abgas
und dem Kühlmittel gewährleisten sollen. Während der Durchströmung dieses Wärmetauschers
findet mit zunehmender Abgastemperaturreduzierung eine Versottung bzw. Verrußung des
Wärmetauschers statt, die die Durchströmung behindern. Diese Versottung tritt insbesondere
in der Rücklaufstrecke des U-förmigen Wärmetauschers auf, da hier bereits das Abgas
stark abgekühlt wurde. Um bei einer geringeren Versottung einen besseren Wärmeübergang
zu erreichen, ist es aus weiteren Schutzrechten, beispielsweise aus der
DE 20 2006 009 464 U1, bekannt, eine besondere Rippenanordnung und/ oder Rippenform zu wählen. All diese
Bemühungen konnten einer Versottung über die Lebensdauer gesehen jedoch nicht grundlegend
verhindern.
[0003] Daher ist es Aufgabe der Erfindung eine Abgaskühlvorrichtung zur Verfügung zu stellen,
die mit möglichst geringem Fertigungs- und Kostenaufwand die Versottung in der Wärmetauschereinheit
noch weiter verringert.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Gehäuse an der offenen Seite des U-förmigen
Wärmetauschers ein ersten, zweiten und dritten Raum vorsieht, wobei der erste Raum
den Abgaseinlass fluidisch mit dem zweiten Raum verbindet und der dritte Raum den
zweiten Raum fluidisch mit dem Abgasauslass verbindet, wobei im zweiten Raum die Ventilvorrichtung
derart angeordnet ist, dass der zweite Raum in zwei Teilräume unterteilbar ist, wobei
der erste fluidisch mit der Hinlaufstrecke und der zweite fluidisch mit der Rücklaufstrecke
verbunden ist. Auf diese Weise wird eine Abgaskühlvorrichtung geschaffen, bei der
durch einfaches Betätigen der Ventilvorrichtung die Durchströmrichtung des U-förmigen
Wärmetauschers kurzfristig geändert werden kann und somit der "kalte" Teil des Wärmetauschers,
also die Rücklaufstrecke, mit heißem Abgas beaufschlagt und somit gereinigt wird.
[0005] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Ventilvorrichtung als zentrisch gelagertes
Klappenventil ausgebildet, wobei eine Klappe mit metallkreisförmigen Mantelflächen
des ersten und zweiten Raumes in Wirkverbindung steht. Auf diese Weise wird eine besonders
einfach zu montierende Abgaskühlvorrichtung vorgesehen. In diesem Zusammenhang ist
es auch vorteilhaft, wenn das Gehäuse aus zwei Gehäuseschalen besteht, wobei die erste
die Wärmetauschereinheit aufnimmt und in der zweiten die Ventilvorrichtung gelagert
ist.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Abgasrückführsystem mit einer Abgaskühlvorrichtung,
wobei ein die Wärmetauschereinheit umgehender Bypasskanal und ein Abgasrückführventil
vorgesehen sind. Dabei kann der Bypasskanal unabhängig von der Abgaskühlvorrichtung
vorgesehen werden oder, wie später noch beschrieben, in dieser integriert werden.
Das Abgasrückführventil wird der Abgaskühlvorrichtung auf bekannte Weise vor- oder
nachgeschaltet und regelt die Menge des zurückzuführenden Abgases. Dabei ist es besonders
vorteilhaft, wenn der Bypasskanal in der Klappe der Ventilvorrichtung ausgebildet
ist.
[0007] Des weiteren wird ein Verfahren zum Reinigen eines U-förmigen Wärmetauschers eines
Abgasrückführsystems beansprucht, bei dem die Rücklaufstrecke im Reinigungsmodus mit
einem Abgaseinlass des Wärmetauschers verbunden wird, wodurch die Strömungsrichtung
des Abgases durch den Wärmetauscher umgekehrt wird, derart, dass eine Rücklaufstrecke
des Wärmetauschers mit heißem Abgas beaufschlagt wird. Im Folgenden wird eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
[0008] Es zeigen:
- Figur 1
- zeigt eine Schnittansicht der erfindungsgemäßen Abgaskühlvorrichtung,
- Figur 2
- eine Vorderansicht der Ventilvorrichtung der erfindungsgemäßen Abgaskühlvorrichtung
während des Kühlerbetriebes,
- Figur 3
- eine Vorderansicht der Ventilvorrichtung der erfindungsgemäßen Abgaskühlvorrichtung
in der Bypassstellung, und
- Figur 4
- eine Vorderansicht der Ventilvorrichtung der erfindungsgemäßen Abgaskühlvorrichtung
im Reinigungsmodus.
[0009] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Abgaskühlvorrichtung 1. Es ist zu erkennen, dass
dabei ein Gehäuse 2 vorgesehen ist, das im wesentlichen aus zwei Gehäuseschalen 12,
13 besteht, wobei die erste Gehäuseschale 12 eine Wärmetauschereinheit 6 aufnimmt
und in der zweiten Gehäuseschale 13 eine Ventilvorrichtung 5 gelagert ist. Des weiteren
weist die zweite Gehäuseschale 13 einen Abgaseinlass 3 und einen Abgasauslass 4 auf.
Die Wärmetauschereinheit 6 ist U-förmig mit einer Hinlaufstrecke 7 und einer Rücklaufstrecke
8 ausgebildet. Im vorliegenden Fall besteht die Wärmetauschereinheit 6 aus einem Unterteil
25 und einen nicht dargestellten Deckel. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind
auf bekannte Weise umlaufende Rippen 14 an Unterteil 25 und Deckel vorgesehen, die
einen verbesserten Wärmeübergang zwischen dem Abgas, das sich auf der Hin- und Rücklaufstrecke
7, 8 befindet und dem sich im Kühlmittelmantel 16 befindlichen Kühlmittel gewährleisten.
Die Hin- und Rücklaufstrecke 7, 8 werden dabei gebildet durch eine auf bekannte Weise
vorgesehene Mittelwand 15 der U-förmigen Wärmetauschereinheit 6. Diese Mittelwand
15 bildet hier auch noch eine Lagerstelle 24 für die Ventilvorrichtung 5. Ein Kühlmitteleinlass
und ein Kühlmittelauslass sind in dem dargestellten Schnitt nicht dargestellt.
[0010] Die zweite Gehäuseschale 13 ist derart ausgestaltet, dass ein erster Raum 9, ein
zweiter Raum 10 und ein dritter Raum 11 vorgesehen sind. Dabei verbindet der erste
Raum 9 den Abgaseinlass 3 fluidisch mit dem zweiten Raum 10. Der dritte Raum 11 verbindet
den zweiten Raum 10 fluidisch mit dem Abgasauslass 5. Der zweite Raum 10 weist neben
den vorgehend beschriebenen Verbindungen eine Verbindung zur Hinlaufstrecke 7 und
eine Verbindung zur Rücklaufstrecke 8 der U-förmigen Wärmetauschereinheit 6 auf. Dabei
ist im zweiten Raum 10 die Ventilvorrichtung 5 derart angeordnet, dass der zweite
Raum 10 in zwei Teilräume 17, 18 unterteilbar ist, wobei der erste Teilraum 17 fluidisch
mit der Hinlaufstrecke 7 und der zweite Teilraum 18 fluidisch mit der Rücklaufstrecke
8 verbunden ist.
[0011] Eine besondere Ausführungsform und die Wirkungsweise der Abgaskühlvorrichtung bzw.
eines Abgasrückführsystems für Verbrennungskraftmaschinen ist den Figuren 2 bis 4
zu entnehmen. Figur 2 zeigt nun eine Vorderansicht im Schnitt des erfindungsgemäßen
Abgasrückführsystems 19, das neben der erfindungsgemäßen Abgaskühlvorrichtung ein
in Strömungsrichtung vorgelagertes, nicht näher dargestelltes Abgasrückführventil
aufweist, sowie einen die Wärmetauschereinheit 6 umgehenden Bypasskanal 20, wobei
der Bypasskanal 20 besonders vorteilhaft in der Ventilvorrichtung 5 integriert angeordnet
ist. Die Ventilvorrichtung 5 ist hierbei als zentrisch gelagertes Klappenventil ausgebildet,
wobei eine Klappe 23 mit teilkreisförmigen Mantelflächen 21 bzw. 22 des ersten Raumes
9 und des dritten Raumes 11 derart in Wirkverbindung steht, dass je nach Stellung
des Klappenventils 5 der erste Raum 9 über den Teilraum 17 mit der Hinlaufstrecke
7 verbunden ist oder über den Teilraum 18 mit der Rücklaufstrecke 8 verbunden ist.
Im dargestellten Beispiel der Figur 2 ist die Stellung des Klappenventils 5 derart,
dass das Abgas über den Abgaseinlass 3 in den ersten Raum 9 strömt und von diesem
durch den Teilraum 17 durch die Hinlaufstrecke und nachfolgend durch die Rücklaufstrecke
8 abgekühlt wird, bevor es in den Teilraum 18 eintritt und dann in den dritten Raum
11 strömt um über den Abgasauslass 4 das Abgasrückführsystem zu verlassen.
[0012] Figur 3 zeigt wiederum die Vorderansicht des erfindungsgemäßen Abgasrückführsystems,
wobei die Stellung des Klappenventils 5 nun so gewählt ist, dass eine Durchströmung
des Bypasskanals 20 und damit eine Umgehung des U-förmigen Wärmetauschers 6 stattfindet.
Hierzu ist in einer besonderen Ausführungsform der Bypasskanal 20 in der Klappe 23
der Ventilvorrichtung 5 ausgebildet. Im Bypassbetrieb wird dann der Bypasskanal direkt
mit dem ersten Raum 9 und dem dritten Raum 11 verbunden, was zur Folge hat, dass das
Abgas auf kürzestem Wege vom Abgaseinlass 3, ohne abgekühlt zu werden, zum Abgasauslass
4 strömt. Es sollte deutlich sein, dass es natürlich auch möglich ist, den Bypasskanal
nicht in die Ventilvorrichtung 5 zu integrieren. Dazu würde der Bypasskanal auf bekannte
Weise außerhalb der Ventilvorrichtung ausgebildet und durch ein entsprechendes Bypassventil
geöffnet oder geschlossen.
[0013] Figur 4 zeigt nun eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Abgasrückführsystems,
bei dem das Klappenventil der Ventilvorrichtung 5 eine derartige Stellung aufweist,
dass der Abgaseinlass 3 über den ersten Raum 9 direkt mit der Rücklaufstrecke 8 verbunden
ist. Demzufolge ist die Hinlaufstrecke 8 über den dritten Raum 11 mit dem Abgasauslass
4 verbunden. Auf diese Weise kann nun ein besonders vorteilhaftes Verfahren zum Reinigen
des U-förmigen Wärmetauschers 6 bereitgestellt werden. Das heiße Abgas tritt über
den Abgaseinlass 3 in den ersten Raum 9 ein und wird dann über den Teilraum 18 in
die Rücklaufstrecke geführt, wo aufgrund der hohen Temperatur des Abgases Versottungen
und erkaltete Abgasrückstände an den Rippen 14, 15 aufgelöst werden können. Auch in
diesem Falle wird das heiße Abgas durch die Wärmetauschereinheit 6 abgekühlt und wird
nachfolgend über die Hinlaufstrecke 7 zum Abgasauslass 4 geführt.
1. Abgaskühlvorrichtung (1) für eine Verbrennungskraftmaschine, die ein Gehäuse (2) mit
einem Abgaseinlass (3), einem Abgasauslass (4), einer Ventilvorrichtung (5) und einer
U-förmigen Wärmetauschereinheit (6) mit einer Hinlauf-(7) und einer Rücklaufstrecke
(8) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) an der offenen Seite des U-förmigen Wärmetauschers (6) einen ersten
(9), zweiten (10) und dritten Raum (11) vorsieht, wobei der erste Raum (9) den Abgaseinlass
(3) fluidisch mit dem zweiten Raum (10) verbindet und der dritte Raum (11) den zweiten
Raum (10) fluidisch mit dem Abgasauslass (4) verbindet, wobei im zweiten Raum (10)
die Ventilvorrichtung (5) derart angeordnet ist, dass der zweite Raum (10) in zwei
Teilräume (17; 18) unterteilbar ist, wobei der erste (17) fluidisch mit der Hinlaufstrecke
(7) und der zweite (18) fluidisch mit der Rücklaufstrecke (8) verbunden ist.
2. Abgaskühlvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilvorrichtung (5) als zentrisch gelagertes Klappenventil ausgebildet ist,
wobei eine Klappe (23) mit teilkreisförmigen Mantelflächen (21, 22) des ersten und
dritten Raumes (9, 11) in Wirkverbindung steht.
3. Abgaskühlvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse aus zwei Gehäuseschalen (12, 13) besteht, wobei die erste die Wärmetauschereinheit
(6) aufnimmt und in der zweiten die Ventilvorrichtung (5) gelagert ist.
4. Abgasrückführsystem für eine Verbrennungskraftmaschine mit einer Abgaskühlvorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Wärmetauschereinheit (6) umgehender Bypasskanal (20) und ein Abgasrückführventil
vorgesehen sind.
5. Abgasrückführsystem für eine Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bypasskanal (20) in der Klappe (23) der Ventilvorrichtung (5) angeordnet ist.
6. Abgasrückführsystem für eine Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bypasskanal (20) in der Klappe (23) des Klappenventils (5) ausgebildet ist.
7. Verfahren zum Reinigen eines U-förmigen Wärmetauschers eines Abgasrückführsystems,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rücklaufstrecke (8) im Reinigungsmodus mit einem Abgaseinlass (3) des U-Wärmetauschers
(6) verbunden wird, wodurch die Strömungsrichtung des Abgases durch den U-Wärmetauscher
(6) umgekehrt wird, derart, dass eine Rücklaufstrecke (6) des U-Wärmetauschers (6)
mit heißem Abgas beaufschlagt wird.