[0001] Die Erfindung betrifft eine Einspritzdüse zum Einspritzen von Brennstoff in einem
Dieselmotor, gemäss Oberbegriff von Anspruch 1 und einen Dieselmotor, insbesondere
einen Zweitakt-Grossdieselmotor mit mindestens einer derartigen Einspritzdüse.
[0002] In einigen Dieselmotoren und insbesondere in Zweitakt-Grossdieselmotoren herkömmlicher
Bauart, wie sie beispielsweise in Schiffen und Kraftwerken verwendet werden, kommen
Einspritzdüsen zum Einsatz, die einen Düsenkörper und einen mit diesem verbundenen
Düsenkopf umfassen, der eine Längsbohrung und eine oder mehrere Düsenöffnungen aufweist,
die von der Längsbohrung ausgehen, um Brennstoff in einen in einem Zylinder angeordneten
Verbrennungsraum des Dieselmotors einzuspritzen. Weiter umfassen derartige Einspritzdüsen
eine im Innern des Düsenkörpers angeordnete Ventilnadel und eine Ventilsitz, der mit
der Ventilnadel zusammenwirkt, um die Brennstoffzufuhr zur Längsbohrung und zu den
Düsenöffnungen zu steuern.
[0003] Typischerweise ist der Ventilsitz der Brennstoffeinspritzdüse entfernt von dem oder
den Düsenlöchern angeordnet, da er genügend stark abgestützt sein muss, um die Druckbelastungen,
die aus den hohen Einspritzdrücken resultieren, aufnehmen zu können. Dies verlangt
eine entsprechend robuste Bauweise, die relativ viel Platz in Anspruch nimmt. Da aber
typischerweise pro Zylinder mehrere Einspritzdüsen vorgesehen sind, wäre es aus Platzgründen
schwierig, die Bereiche der Einspritzdüsen, die sich in unmittelbarer Nähe des Verbrennungsraums
befinden, entsprechend robust auszulegen. Darüber hinaus ist bei einem Zweitakt-Dieselmotor
der Zylinderkopf üblicherweise so dick, dass diese Bereiche der Einspritzdüsen kaum
noch gekühlt würden und somit im Betrieb sehr hohen Temperaturen ausgesetzt wären,
wenn die Ventilsitze der Brennstoffeinspritzdüsen nicht wie üblich entfernt von den
Düsenlöchern angeordnet würden. Eine genügende Entfernung zwischen den Ventilsitzen
und den entsprechenden Düsenöffnungen stellt sicher, dass die Ventilsitze im Betrieb
nicht zu heiss werden und unter sämtlichen Betriebsbedingungen einwandfrei funktionieren.
[0004] Auf Grund der oben beschriebenen Bauweise ist das Volumen des Brennstoffs, der nach
dem Schliessen der Ventilnadel in der Längsbohrung des Düsenkopfs verbleibt, erheblich.
Der in der Längsbohrung verbleibende Brennstoff erwärmt sich und kann während der
Expansionsphase auf Grund des verringernden Drucks in den Verbrennungsraum austreten.
Zu diesem Zeitpunkt können die Temperaturen im Verbrennungsraum bereits derart gesunken
sein, dass sie für eine vollständige Verbrennung nicht mehr ausreichen. Versuche haben
gezeigt, dass das Volumen des in der Längsbohrung verbleibenden Brennstoffs einen
erheblichen Einfluss auf die Russemission des Dieselmotors hat.
[0005] In Dokument
WO 93/07386 wird eine Einspritzdüse beschrieben mit einem Düsenkopf, der eine Längsbohrung und
eine Düsenöffnung umfasst, und mit einem Ventil, das einen Ventilsitz und ein Schliessteil
umfasst, um die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf und zur Düsenöffnung zu öffnen und
zu schliessen. Die Einspritzdüse nach
WO 93/07386 umfasst zusätzlich ein als Hülse ausgebildetes Schliesselement, das fest mit dem
Schliessteil des Ventils verbunden ist, um die Düsenöffnung zu öffnen und zu verschliessen.
Mit dem zusätzlichen Schliesselement kann während der Expansionsphase der unerwünschte
Austritt von Brennstoff aus der Längsbohrung des Düsenkopfs unterbunden werden. Durch
die feste Verbindung zwischen dem Schliessteil des Ventils und dem zusätzlichen Schliesselement
werden hohe Anforderungen an die Fertigungstoleranzen gestellt, und der Querschnittsverlauf
im Ventilsitz des Ventils und an der Düsenöffnung müssen genau aufeinander abgestimmt
werden, damit der Brennstoffdruck die Hülse nicht zu stark aufweitet und dadurch beschädigt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Einspritzdüse zum Einspritzen von
Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere einem Zweitakt-Grossdieselmotor, zur
Verfügung zu stellen, deren Schliessteil und Schliesselement einfacher zu fertigen
sind, und die keine kritische Abstimmung zwischen dem Querschnittsverlauf im Ventilsitz
des Ventils und dem Querschnittsverlauf an der oder den Düsenöffnungen erfordert.
Eine weitere Aufgabe besteht darin, einen Dieselmotor, insbesondere einen Zweitakt-Grossdieselmotor
mit mindestens einer derartigen Einspritzdüse zur Verfügung zu stellen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die in Anspruch 1 definierte Einspritzdüse
und durch den in Anspruch 10 definierten Dieselmotor gelöst.
[0008] Die erfindungsgemässe Einspritzdüse zum Einspritzen von Brennstoff in einem Dieselmotor,
insbesondere einem Zweitakt-Grossdieselmotor, umfasst einen Düsenkörper und einen
mit diesem verbundenen Düsenkopf, der eine Längsbohrung und eine oder mehrere Düsenöffnungen
aufweist, die von der Längsbohrung ausgehen, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum
des Dieselmotors einzuspritzen. Weiter umfasst die Einspritzdüse eine im Innern des
Düsenkörpers angeordneten Ventilnadel und einen Ventilsitz, der mit der Ventilnadel
zusammenwirkt, um die Brennstoffzufuhr zur Längsbohrung und zu den Düsenöffnungen
zu steuern. In der Einspritzdüse ist in der Längsbohrung des Düsenkopfs zusätzlich
ein Schieber zum Öffnen und Verschliessen der Düsenöffnungen vorgesehen, der mit einem
eigenen Stellantrieb versehen ist, um den Schieber im Betrieb zeitlich versetzt von
der Ventilnadel zu betätigen.
[0009] Vorteilhafterweise ist der Schieber zum Öffnen und Verschliessen der Düsenöffnungen
in Längsrichtung des Düsenkopfes verschiebbar und/oder gegenüber diesem drehbar. Der
Schieber kann beispielsweise als Hülse oder Teil einer Hülse oder als zylinderförmiges
Teil oder Teil eines zylinderförmigen Teils ausgebildet sein.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Stellantrieb des Schiebers als elektrischer,
pneumatischer oder hydraulischer Aktuator ausgebildet, beispielsweise als Längskolben
oder als hydraulischer Drehschieberantrieb. Der Stellantrieb des Schiebers kann zum
Beispiel mit der Brennstoffzuführung zur Einspritzdüse verbunden sein, um den Schieber
mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs zu steuern. In einer weiteren vorteilhaften
Ausführungsform umfasst der Stellantrieb des Schiebers eine Rückstellfeder, mittels
welcher der Schieber beziehungsweise der Längskolben oder Drehschieberantrieb in eine
Ausgangs- oder Ruhelage gebracht werden kann.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Einspritzdüse einen Kreislauf
zum Kühlen des Düsenkörpers und/oder Düsenkopfs. Der Kreislauf kann beispielsweise
für Brennstoff ausgelegt und bei Bedarf mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem
Druck verbunden sein. In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst
die Einspritzdüse ein Steuerventil, das in einem oberen Teil oder Bereich der Einspritzdüse
angeordnet sein kann, um die Betätigung des Schiebers und/oder die Brennstoffzufuhr
zur Einspritzdüse und/oder, falls vorhanden, einen Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers
und/oder Düsenkopfs zu steuern.
[0012] Weiter umfasst die Erfindung einen Dieselmotor, insbesondere Zweitakt-Grossdieselmotor,
mit mindestens einer Einspritzdüse zum Einspritzen von Brennstoff gemäss einer oder
mehreren der oben beschriebenen Ausführungsformen und -varianten.
[0013] Dank des Schiebers in der Längsbohrung des Düsenkopfs und dank des eigenen Stellantriebs
für den Schieber kann bei den oben beschriebenen Einspritzdüsen während der Expansionsphase
der unerwünschte Austritt von Brennstoff aus der Längsbohrung des Düsenkopfs vermieden
werden. Damit unterbleibt auch die Russemission, die sonst mit der unvollständigen
Verbrennung von Brennstoff während der Expansionsphase entstehen würde. Weiter von
Vorteil ist, dass keine Spannungen von der Ventilnadel auf den Schieber in der Längsbohrung
übertragen werden, so dass dieser frei in der Bohrung bewegt werden kann, da in der
oben beschriebenen Einspritzdüse keine feste Verbindung zwischen der Ventilnadel und
dem Schieber besteht. Dank dem eigenen Stellantrieb für den Schieber kann die oben
beschriebene Einspritzdüse so gesteuert werden, dass sich der Schieber wenig oder
gar nicht bewegt, solange die Längsbohrung mit dem Brennstoffdruck beaufschlagt ist.
Auf diese Weise lässt sich der Verschleiss sowohl des Düsenkopfs, als auch des Schiebers
und Stellantriebs vermindern.
[0014] Die obige Beschreibung von Ausführungsformen und -varianten dient lediglich als Beispiel.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen aus den abhängigen Ansprüchen und der
Zeichnung hervor. Darüber hinaus können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch
einzelne Merkmale aus den beschriebenen oder gezeigten Ausführungsformen und -varianten
miteinander kombiniert werden, um neue Ausführungsformen zu bilden.
[0015] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der Ausführungsbeispiele und an Hand der
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine herkömmliche Einspritzdüse,
- Fig. 2A
- einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse gemäss vorliegender
Erfindung,
- Fig. 2B
- einen Längsschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse gemäss
vorliegender Erfindung,
- Fig. 3
- Längsschnitte durch ein drittes Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse und durch
ein Steuerventil gemäss vorliegender Erfindung,
- Fig. 3A,B,C
- Querschnitte zum Ausführungsbeispiel von Fig. 3, und
- Fig. 3D
- einen Längsschnitt durch das Steuerventil von Fig. 3 während einer Einspritzpause.
[0016] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine herkömmliche Einspritzdüse 10 zum Einspritzen
von Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere in einem Zweitakt-Grossdieselmotor.
Die Einspritzdüse 10 umfasst einen Düsenhalter 1, einen Düsenkörper 2 mit einer Zylinderbohrung
und einen Düsenkopf 3 mit einer Längsbohrung 5 und Düsenöffnungen 4, die von der Längsbohrung
ausgehen, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum des Dieselmotors einzuspritzen.
Weiter umfasst die Einspritzdüse 10 einen Kolben 8, der in der Zylinderbohrung bewegbar
angeordnet ist, eine Ventilnadel 6, die in der in Fig. 1 gezeigten Einspritzdüse am
Kolben 8 ausgebildet ist, und einen in der Verlängerung der Ventilnadel 6 angeordneten
Ventilsitz 7 sowie einen in der Verlängerung des Kolbens 8 angeordneten Stössel 11
und eine Druckfeder 9, deren Federkraft über den Stössel 11 auf den Kolben 8 übertragen
wird. Die mit dem Kolben verbundene Ventilnadel 6 wird somit, solange der an der Einspritzdüse
anliegende Brennstoffdruck gering ist, gegen den Ventilsitz 7 gedrückt, sodass die
Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 unterbrochen ist.
[0017] Fig. 2A zeigt einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse
zum Einspritzen von Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere einem Zweitakt-Grossdieselmotor,
gemäss vorliegender Erfindung. Die Einspritzdüse umfasst einen Düsenkörper 2 und einen
mit diesem verbundenen Düsenkopf 3, der eine Längsbohrung 5 und mindestens eine Düsenöffnung
4.1, 4.2 aufweist, die von der Längsbohrung ausgeht, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum
des Dieselmotors einzuspritzen. Weiter umfasst die Einspritzdüse eine im Innern des
Düsenkörpers 2 angeordnete Ventilnadel 6 und einen Ventilsitz 7, der mit der Ventilnadel
zusammenwirkt, um die Brennstoffzufuhr zur Längsbohrung 5 und zu der mindestens einen
Düsenöffnung 4.1, 4.2 zu steuern. In der Einspritzdüse ist in der Längsbohrung 5 des
Düsenkopfs 3 zusätzlich ein Schieber 14 zum Öffnen und Verschliessen der Düsenöffnung
oder-öffnungen 4.1, 4.2 vorgesehen, der mit Vorteil in Längsrichtung des Düsenkopfes
beweglich ist, und der mit einem eigenen Stellantrieb 8.2, 9.2, 15 versehen ist, um
den Schieber 14 im Betrieb zeitlich versetzt von der Ventilnadel 6 zu betätigen.
[0018] Weiter kann die Einspritzdüse des in Fig. 2A gezeigten Ausführungsbeispiels fallweise
einen Düsenhalter, der in Fig. 2A der Übersichtlichkeit wegen weggelassen ist, und/oder
einen Kolben 8.1, der zum Beispiel in einer Zylinderbohrung im Düsenkörper 2 beweglich
angeordnet ist und mit der Ventilnadel 6 in Verbindung, fallweise Wirkverbindung steht,
und/oder eine Rückstellfeder 9.1 umfassen, deren Federkraft fallweise auf den Kolben
8.1 und/oder die Ventilnadel 6 wirkt, um diese in den Einspritzpausen und im Ruhezustand
gegen den Ventilsitz 7 zu drücken und die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 zu unterbrechen.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante kann der mit der Ventilnadel verbundene
Kolben 8.1 über eine Brennstoffzuführung 12 mit dem Brennstoffdruck beaufschlagt werden,
um die Ventilnadel 6 mittels des Kolbens vom Ventilsitz 7 zu trennen und die Brennstoffzufuhr
zum Düsenkopf 3 freizugeben.
[0019] Der Schieber 14 kann beispielsweise, wie in Fig. 2A gezeigt, als Hülse oder fallweise
als Teil einer Hülse oder als zylinderförmiges Teil oder Teil eines zylinderförmigen
Teils ausgebildet sein, wobei in der Hülse beziehungsweise in den genannten Teilen
fallweise eine oder mehrere Öffnungen vorgesehen sind, die in Einspritzstellung des
Schiebers 14 die Brennstoffzufuhr zu der oder den Düsenöffnungen 4.1, 4.2 freigeben.
[0020] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Stellantrieb des Schiebers 14 als
hydraulischer Aktuator ausgebildet, beispielsweise als Längskolben 8.2, der zum Beispiel
in der Ventilnadel 6 und/oder in einem mit dieser verbundenen Kolben 8.1 beweglich
angeordnet ist. Der hydraulische Aktuator des Stellantriebs ist im Ausführungsbeispiel
mit dem Schieber 14 wirkverbunden, beispielsweise indem, wie in Fig. 2A gezeigt, die
Bewegung des Längskolbens 8.2 über einen Stift 15 auf den Schieber übertragen wird.
Der Stift 15 kann beispielsweise in einer Längsbohrung der Ventilnadel 6 beweglich
geführt sein. Fallweise kann der Stellantrieb des Schiebers mit der Brennstoffzuführung
12 der Einspritzdüse verbunden sein, beispielsweise über eine Ausgleichsöffnung 13
in der Ventilnadel 6, um den Schieber 14 mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs
zu betätigen.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst der Stellantrieb des Schiebers
14 eine Rückstellfeder 9.2, mittels welcher der Schieber beziehungsweise der Längskolben
8.2 in eine Ausgangs- oder Ruhelage gebracht werden kann, um die Düsenöffnung oder
-öffnungen 4.1, 4.2 zu verschliessen. Falls sowohl die Ventilnadel 6 als auch der
Stellantrieb des Schiebers 14 mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs betätigt werden,
so wird zweckmässigerweise die Federkonstante und -spannung der Rückstellfeder 9.1
der Ventilnadel 6 auf die Federkonstante und -spannung der Rückstellfeder 9.2 des
Schiebers 14 abgestimmt, und zwar mit Vorteil derart, dass die Düsenöffnung oder -öffnungen
4.1, 4.2 durch den Schieber freigegeben werden, bevor die Ventilnadel 6 bewegt und
die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 geöffnet wird.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst der mit der Ventilnadel
6 verbundene Kolben 8.1 eine spiralförmige Nut 8.1 a, welche die Brennstoffzuführung
12 der Einspritzdüse mit einem im Düsenkörper 2 ausgebildeten Hohlraum verbindet,
der den Vorderteil des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und Teile der Ventilnadel
umgibt. Auf diese Weise wird der Kolben 8.1 im Betrieb zentriert und geschmiert und
beim Zuführen von Brennstoff gleichzeitig der Druckanstieg im Hohlraum verlangsamt,
wodurch die Betätigung des mit der Ventilnadel 6 verbundenen Kolbens 8.1 verzögert
werden kann.
[0023] Der Einspritzvorgang wird im Folgenden an Hand des Ausführungsbeispiels von Fig.
2A erläutert. Wird der Einspritzdüse über die Brennstoffzuführung 12 Brennstoff zugeführt,
so steigt der Druck in dem im Düsenkörper 2 ausgebildeten Hohlraum, der den Vorderteil
des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und Teile der Ventilnadel 6 umgibt.
Über die Ausgleichsöffnung 13 in der Ventilnadel wird der Druckanstieg auf den Längskolben
8.2 des Schiebers 14 übertragen, wobei der Längskolben bewegt wird, sobald die Kraftwirkung
des Brennstoffdrucks auf den Längskolben die Federkraft der auf den Längskolben wirkenden
Rückstellfeder 9.2 übersteigt. Die Bewegung des Längskolben 8.2 wird über den Stift
15 auf den Schieber 14 übertragen, wobei der Schieber in eine Stellung bewegt wird,
in der die Öffnung oder Öffnungen im Schieber mit der oder den Düsenöffnungen 4.1,
4.2 im Düsenkopf 3 übereinstimmen und diese freigegeben werden. Steigt der Brennstoffdruck
im Hohlraum weiter, so wird der mit der Ventilnadel 6 verbundene Kolben 8.1 bewegt,
sobald die Kraftwirkung des Brennstoffdrucks auf den Kolben die Federkraft der auf
den Kolben wirkenden Rückstellfeder 9.1 übersteigt. Damit wird die Ventilnadel 6 vom
Ventilsitz 7 wegbewegt und die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 und zu der oder den
Düsenöffnungen 4.1, 4.2 geöffnet. Der durch die Düsenöffnung oder -öffnungen austretende
Brennstoff wird nun in einen Verbrennungsraum des Dieselmotors eingespritzt.
[0024] Der Einspritzvorgang wird beendet, indem die Zufuhr von Brennstoff zur Einspritzdüse
gestoppt wird. In diesem Fall sinkt der Brennstoffdruck im Hohlraum und der mit der
Ventilnadel 6 verbundene Kolben 8.1 drückt die Ventilnadel 6 gegen den Ventilsitz
7, sobald die Federkraft der auf den Kolben wirkenden Rückstellfeder 9.1 die Kraftwirkung
des Brennstoffdrucks auf den Kolben übersteigt. Damit wird die Brennstoffzufuhr zum
Düsenkopf 3 geschlossen. Sinkt der Brennstoffdruck im Hohlraum weiter, so wird der
Längskolben 8.2 des Schiebers 14 bewegt, sobald die Federkraft der auf den Längskolben
wirkenden Rückstellfeder 9.2 die Kraftwirkung des Brennstoffdrucks auf den Längskolben
übersteigt. Dabei wird die Bewegung des Längskolben 8.2 über den Stift 15 auf den
Schieber 14 übertragen, wobei der Schieber in eine Stellung bewegt wird, in welcher
die Düsenöffnung oder -öffnungen 4.1, 4.2 im Düsenkopf 3 verschlossen sind. Damit
kann, wenn der Einspritzvorgang beendet ist, ein unerwünschter Austritt von Brennstoff
aus der Längsbohrung des Düsenkopfs vermieden werden.
[0025] Fig. 2B zeigt einen Längsschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse
zum Einspritzen von Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere einem Zweitakt-Grossdieselmotor,
gemäss vorliegender Erfindung. Das in Fig. 2B gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich von dem in Fig. 2A gezeigten hauptsächlich durch eine geänderte Ausführung der
Brennstoffzufuhr und durch eine weitere Ausführungsvariante, in der eine Leckölleitung
16, 16' vorgesehen ist. Die Einspritzdüse umfasst im zweiten Ausführungsbeispiel einen
Düsenkörper 2 und einen mit diesem verbundenen Düsenkopf 3, der eine Längsbohrung
5 und eine oder mehrere Düsenöffnungen 4.1, 4.2 aufweist, die von der Längsbohrung
ausgehen, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum des Dieselmotors einzuspritzen.
Weiter umfasst die Einspritzdüse eine im Innern des Düsenkörpers 2 angeordnete Ventilnadel
6 und einen Ventilsitz 7, der mit der Ventilnadel zusammenwirkt, um die Brennstoffzufuhr
zur Längsbohrung 5 und zu den Düsenöffnungen 4.1, 4.2 zu steuern. In der Einspritzdüse
ist in der Längsbohrung 5 des Düsenkopfs 3 zusätzlich ein Schieber 14 zum Öffnen und
Verschliessen der Düsenöffnungen 4.1, 4.2 vorgesehen, der mit Vorteil in Längsrichtung
des Düsenkopfes beweglich ist, und der mit einem eigenen Stellantrieb 8.2, 9.2, 15
versehen ist, um den Schieber 14 im Betrieb zeitlich versetzt von der Ventilnadel
6 zu betätigen.
[0026] Weiter kann die Einspritzdüse des in Fig. 2B gezeigten Ausführungsbeispiels fallweise
einen Düsenhalter, der in Fig. 2B der Übersichtlichkeit wegen weggelassen ist, und/oder
einen Kolben 8.1, der zum Beispiel in einer Zylinderbohrung im Düsenkörper 2 beweglich
angeordnet ist und mit der Ventilnadel 6 in Verbindung, fallweise Wirkverbindung steht,
und/oder eine Rückstellfeder 9.1 umfassen, deren Federkraft fallweise auf den mit
der Ventilnadel verbundenen Kolben 8.1 und/oder die Ventilnadel 6 wirkt, um diese
nach dem Einspritzen von Brennstoff und im Ruhezustand gegen den Ventilsitz 7 zu drücken
und die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 zu unterbrechen.
[0027] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Stellantrieb des Schiebers 14 als
hydraulischer Aktuator ausgebildet, beispielsweise als Längskolben 8.2, der zum Beispiel
in der Ventilnadel 6 und/oder in einem mit dieser verbundenen Kolben 8.1 beweglich
angeordnet ist. Der hydraulische Aktuator des Stellantriebs ist im Ausführungsbeispiel
mit dem Schieber 14 wirkverbunden, beispielsweise indem, wie in Fig. 2B gezeigt, die
Bewegung des Längskolbens 8.2 über einen Stift 15 auf den Schieber übertragen wird.
Der Stift 15 kann beispielsweise in einer Längsbohrung des mit der Ventilnadel verbundenen
Kolbens 8.1 und/oder in der Ventilnadel 6 beweglich geführt sein.
[0028] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst der Stellantrieb des Schiebers
14 eine Rückstellfeder 9.2, mittels welcher der Schieber beziehungsweise der Längskolben
8.2 in eine Ausgangs- oder Ruhelage gebracht werden kann, um die Düsenöffnung oder
-öffnungen 4.1, 4.2 zu verschliessen.
[0029] In dem in Fig. 2B gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst die Einspritzdüse eine Brennstoffzuführung
12, die mit einem im Düsenkörper 2 ausgebildeten Hohlraum verbunden ist, der den Vorderteil
des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und Teile der Ventilnadel umgibt.
Auf diese Weise kann der Kolben 8.1 mit dem Brennstoffdruck beaufschlagt werden, um
die Ventilnadel 6 mittels des Kolbens vom Ventilsitz 7 zu trennen und die Brennstoffzufuhr
zum Düsenkopf 3 freizugeben. Fallweise kann der Stellantrieb des Schiebers mit der
Brennstoffzuführung 12 der Einspritzdüse verbunden sein, beispielsweise über eine
Ausgleichsöffnung 13 in der Ventilnadel 6, um den Schieber 14 mit dem Druck des zugeführten
Brennstoffs zu betätigen.
[0030] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist zur Druckentlastung der Führung des
Stiftes 15 eine Leckölleitung 16, 16' vorgesehen. Falls, wie in Fig. 2B gezeigt, der
Stift 15 in einer Längsbohrung des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und/oder
in der Ventilnadel 6 beweglich geführt ist, kann ein erster Teil 16 der Leckölleitung
beispielsweise in dem mit der Ventilnadel verbundenen Kolben 8.1 und/oder in der Ventilnadel
6 ausgebildet sein und ein zweiter Teil 16' im Düsenkörper 2, wobei die beiden Teile
durchgehend verbunden sind, wenn die Ventilnadel 6 auf dem Ventilsitz 7 aufliegt und
die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 geschlossen ist. Dank der Leckölleitung kann
verhindert werden, dass Brennstoff entlang des Stiftes 15 in die Längsbohrung 5 des
Düsenkopfs gelangt und der Druck des Brennstoffs in der Längsbohrung ansteigt, bevor
die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf durch die Ventilnadel 7 freigegeben wird.
[0031] Weitere Ausführungsformen, -varianten und Einzelheiten zur Auslegung der in Fig.
2B gezeigten Einspritzdüse können der Beschreibung zu Fig. 2A entnommen werden. Darüber
hinaus bezieht sich die im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel von Fig. 2A vorgebrachte
Erläuterung des Einspritzvorgangs auch auf das in Fig. 2B gezeigte Ausführungsbeispiel.
[0032] Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel einer Einspritzdüse
zum Einspritzen von Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere einem Zweitakt-Grossdieselmotor,
sowie ein Steuerventil gemäss vorliegender Erfindung. Die Einspritzdüse umfasst im
dritten Ausführungsbeispiel einen Düsenkörper 2 und einen mit diesem verbundenen Düsenkopf
3, der eine Längsbohrung 5 und eine oder mehrere Düsenöffnungen 4.1, 4.2 aufweist,
die von der Längsbohrung ausgehen, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum des Dieselmotors
einzuspritzen. Weiter umfasst die Einspritzdüse eine im Innern des Düsenkörpers 2
angeordnete Ventilnadel 6 und einen Ventilsitz 7, der mit der Ventilnadel zusammenwirkt,
um die Brennstoffzufuhr zur Längsbohrung 5 und zu den Düsenöffnungen 4.1, 4.2 zu steuern.
In der Einspritzdüse ist in der Längsbohrung 5 des Düsenkopfs 3 zusätzlich ein Schieber
14' zum Öffnen und Verschliessen der Düsenöffnungen 4.1, 4.2 vorgesehen, der mit Vorteil
bezüglich des Düsenkopfs 3 drehbar ist, und der mit einem eigenen Stellantrieb 8.3,
9.3 versehen ist, um den Schieber 14' im Betrieb zeitlich versetzt von der Ventilnadel
6 zu betätigen.
[0033] Weiter kann die Einspritzdüse des in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiels fallweise
einen Düsenhalter, der in Fig. 3 der Übersichtlichkeit wegen weggelassen ist, und/oder
einen Kolben 8.1, der zum Beispiel in einer Zylinderbohrung im Düsenkörper 2 beweglich
angeordnet ist und mit der Ventilnadel 6 in Verbindung, fallweise Wirkverbindung steht,
und/oder eine Rückstellfeder umfassen, deren Federkraft fallweise auf den mit der
Ventilnadel verbundenen Kolben 8.1 und/oder die Ventilnadel 6 wirkt, um diese in den
Einspritzpausen und im Ruhezustand gegen den Ventilsitz 7 zu drücken und die Brennstoffzufuhr
zum Düsenkopf 3 zu unterbrechen. In einer vorteilhaften Ausführungsvariante kann der
mit der Ventilnadel verbundene Kolben 8.1 über eine Brennstoffzuführung 12 mit dem
Brennstoffdruck beaufschlagt werden, um die Ventilnadel 6 mittels des Kolbens vom
Ventilsitz 7 zu trennen und die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 freizugeben.
[0034] Der Schieber 14' ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als Drehschieber ausgeführt,
der beispielsweise, wie in den Figuren 3 und 3A gezeigt, als Teil, das über den grösseren
Teil des Umfangs zylindrisch geformt ist, oder fallweise als Teil eines zylinderförmigen
Teils oder als Hülse oder Teil einer Hülse ausgebildet sein kann, wobei in den genannten
Teilen beziehungsweise in der genannten Hülse fallweise eine oder mehrere Öffnungen
vorgesehen sind, die in Einspritzstellung des Schiebers 14' die Brennstoffzufuhr zu
der oder den Düsenöffnungen 4.1, 4.2 freigeben. Bei Bedarf kann der Schieber 14' drehbar
im Düsenkopf 3 geführt und/oder gelagert sein, beispielsweise in der Längsbohrung
5 des Düsenkopfs.
[0035] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Stellantrieb des Schiebers 14' als
hydraulischer Aktuator ausgebildet, beispielsweise, wie in den Figuren 3, 3B und 3C
gezeigt, als Drehantrieb mit mindestens einem drehbar gelagerten Zapfen 8.3a und einem
daran ausgebildeten Nocken 8.3, der in einem zylinderförmigen Hohlraum oder einem
Sektor eines zylinderförmigen Hohlraumes drehbar geführt ist, und der den Hohlraum
abschliesst, so dass der Nocken und Zapfen eine Drehbewegung ausführen, wenn der Hohlraum
mit einem unter Druck stehenden Medium beaufschlagt wird. Der hydraulische Aktuator
des Stellantriebs ist im Ausführungsbeispiel mit dem Schieber 14' wirkverbunden, beispielsweise
über eine Schlitzkupplung. Der Drehantrieb kann zum Beispiel zwischen dem Ventilsitz
7 und dem Düsenkopf 3 angeordnet sein. Es ist aber beispielsweise auch möglich den
Drehantrieb im oberen Teil der Einspritzdüse anzuordnen und zum Beispiel über eine
Welle mit dem Schieber 14' zu verbinden, bei Bedarf unter Zwischenschaltung von Zahnrädern.
Fallweise kann der hydraulische Aktuator auch mit einem Steuerschieber eines Steuerventils
kombiniert werden.
[0036] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst der Stellantrieb des Schiebers
14' eine Rückstellfeder 9.3, die beispielsweise, wie in Fig. 3C gezeigt, als Spiralfeder
ausgebildet sein kann, mittels welcher der Schieber beziehungsweise der Drehantrieb
in eine Ausgangs- oder Ruhelage gebracht werden kann, um die Düsenöffnung oder -öffnungen
4.1, 4.2 zu verschliessen.
[0037] Fallweise kann der Stellantrieb des Schiebers mit der Brennstoffzuführung 12 der
Einspritzdüse verbunden sein, um den Schieber 14' mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs
zu betätigen. Falls sowohl die Ventilnadel 6 als auch der Stellantrieb des Schiebers
14' mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs betätigt werden, so wird zweckmässigerweise
die Federkonstante und - spannung der Rückstellfeder 9.1 der Ventilnadel 6 auf die
Federkonstante und -spannung der Rückstellfeder 9.3 des Schiebers 14' abgestimmt,
und zwar mit Vorteil derart, dass die Düsenöffnung oder -öffnungen 4.1, 4.2 durch
den Schieber freigegeben werden, bevor die Ventilnadel 6 bewegt und die Brennstoffzufuhr
zum Düsenkopf 3 geöffnet wird.
[0038] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Einspritzdüse einen Kreislauf
zum Kühlen des Düsenkörpers 2 und/oder Düsenkopfs 3. Der Kreislauf kann beispielsweise
für Brennstoff ausgelegt und bei Bedarf mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem
Druck verbunden sein.
[0039] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Einspritzdüse ein
Steuerventil 20, das in einem oberen Teil oder Bereich der Einspritzdüse angeordnet
sein kann, um die Betätigung des Schiebers 14, 14' und/oder die Brennstoffzufuhr zur
Einspritzdüse und/oder, falls vorhanden, einen Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers
2 und/oder Düsenkopfs 3 zu steuern.
[0040] In Fig. 3 ist im oberen Teil ein Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines
derartigen Steuerventils gezeigt. Das Steuerventil 20 umfasst einen Steuerschieber
21, der sich in Fig. 3 in einer Stellung zum Einspritzen von Brennstoff befindet,
sowie einen in Fig. 3 nicht gezeigten Hilfsantrieb, wie zum Beispiel einen Hydraulikzylinder,
zum Betätigen des Steuerschiebers. Das Steuerventil kann fallweise ein Ventil zur
Steuerung der Brennstoffzufuhr enthalten mit einem Ventilsitz, einem Schliessteil
22 und einer Rückstellfeder 23, um den Schliessteil gegen den Ventilsitz zu drücken.
In der in Fig. 3 gezeigten Stellung des Steuerschiebers 21 wird der Schliessteil 22
durch denselben vom Ventilsitz weggedrückt, und die Zufuhr des Brennstoffs von der
Brennstoffzuführung 12' des Steuerventils zur Ventilnadel 6 der Einspritzdüse über
die Brennstoffzuführung 12 der Einspritzdüse freigegeben. Weiter kann das Steuerventil
20 eine Steuerfunktion, die beispielsweise als 2/2-Wege- oder 3/2-Wege-Ventil ausgebildet
ist, zur Steuerung des Schiebers 14, 14' enthalten, sowie fallweise eine Steuerleitung
18, über die das Steuerventil mit dem Stellantrieb des Schiebers verbunden ist. Die
entsprechende Zuführung eines unter Druck stehenden Mediums zum Steuerventil erfolgt
beispielsweise über einen Einlass 24, der mit der Brennstoffzuführung verbunden sein
kann oder mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem Druck. In der in Fig. 3 gezeigten
Stellung des Steuerschiebers 21 ist der Einlass 24 mit der Steuerleitung 18 verbunden,
um den Schieber 14, 14' zu betätigen und die Düsenöffnungen 4.1, 4.2 freizugeben.
[0041] Falls die Einspritzdüse einen Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers 2 und/oder Düsenkopfs
3 umfasst, kann im Steuerventil 20 eine Steuerfunktion zur Steuerung des Kreislaufs
vorgesehen sein, die beispielsweise ein 2/2-Wege-Ventil umfasst. Vorteilhafterweise
ist das Steuerventil zu diesem Zweck über eine Rückführung 17 mit der Kühleinrichtung
der Einspritzdüse verbunden. Als Kühleinrichtung können beispielsweise, wie in Fig.
3 gezeigt, die Brennstoffzuführung 12, der im Düsenkörper 2 ausgebildete Hohlraum,
der den Vorderteil des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und Teile der Ventilnadel
umgibt, und die Rückführung 17 verwendet werden. Der Kreislauf kann beispielsweise
für Brennstoff ausgelegt und bei Bedarf mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem
Druck verbunden sein, um Pumpleistung zu sparen. In der in Fig. 3 gezeigten Stellung
des Steuerschiebers 21 ist die Rückführung 17 geschlossen, da in der gezeigten Variante
während dem Einspritzen von Brennstoff keine Umwälzung im Kühlkreislauf vorgesehen
ist.
[0042] Fig. 3D zeigt einen Längsschnitt durch das Steuerventil von Fig. 3 während einer
Einspritzpause. Das Steuerventil 20 umfasst einen Steuerschieber 21, der sich in Fig.
3D in einer Ruhestellung befindet, die der Stellung während den Einspritzpausen entspricht.
Das Steuerventil kann fallweise ein Ventil zur Steuerung der Brennstoffzufuhr enthalten
mit einem Ventilsitz, einem Schliessteil 22 und einer Rückstellfeder 23. In der in
Fig. 3D gezeigten Stellung des Steuerschiebers 21 ist derselbe vom Schliessteil 22
getrennt, so dass der Schliessteil durch die Rückstellfeder 23 gegen den Ventilsitz
gedrückt wird und die Brennstoffzufuhr von der Brennstoffzuführung 12' des Steuerventils
zur Ventilnadel 6 der Einspritzdüse unterbrochen ist. Weiter kann das Steuerventil
20 eine Steuerfunktion, die beispielsweise als 2/2-Wege- oder 3/2-Wege-Ventil ausgebildet
ist, zur Steuerung des Schiebers 14, 14' enthalten, sowie fallweise eine Steuerleitung
18, über die das Steuerventil mit dem Stellantrieb des Schiebers verbunden ist. In
der in Fig. 3D gezeigten Stellung des Steuerschiebers 21 ist die Steuerleitung 18
mit einem Auslass 25 verbunden, der beispielsweise mit einem Lecköltank in Verbindung
stehen kann, um den Stellantrieb des Schiebers zu entlasten und die Düsenöffnung oder
-öffnungen 4.1, 4.2 zu verschliessen.
[0043] Falls die Einspritzdüse einen Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers 2 und/oder Düsenkopfs
3 umfasst, kann im Steuerventil 20 eine Steuerfunktion zur Steuerung des Kreislaufs
vorgesehen sein, die beispielsweise zwei 2/2-Wege-Ventile umfasst. Vorteilhafterweise
ist das Steuerventil zu diesem Zweck über eine Rückführung 17 mit der Kühleinrichtung
der Einspritzdüse verbunden. Der Kreislauf kann beispielsweise für Brennstoff ausgelegt
und bei Bedarf, mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem Druck verbunden sein, um
Pumpleistung zu sparen. In der in Fig. 3D gezeigten Stellung des Steuerschiebers 21
ist die Rückführung 17 mit einem Auslass 26 verbunden, der beispielsweise an einen
Tank des Brennstoffsystems mit reduziertem Druck angeschlossen sein kann. Zusätzlich
ist in der gezeigten Stellung des Steuerschiebers 21 der Einlass 24, der beispielsweise
mit dem Brennstoffsystem mit reduziertem Druck verbunden sein kann, mit der Brennstoffzuführung
12 der Einspritzdüse verbunden. Auf diese Weise kann Brennstoff mit reduziertem Druck
durch die Kühleinrichtung der Einspritzdüse geleitet werden. Als Kühleinrichtung können
beispielsweise, wie in Fig. 3 gezeigt, der im Düsenkörper 2 ausgebildete Hohlraum,
der den Vorderteil des mit der Ventilnadel verbundenen Kolbens 8.1 und Teile der Ventilnadel
umgibt, sowie die Brennstoffzuführung 12 und die Rückführung 17 verwendet werden,
die mit dem Hohlraum in Verbindung stehen.
[0044] Mittels des Steuerventils 20 kann je nach Ausführung der Ablauf des Einspritzvorgangs
und/oder die Betätigung des Schiebers 14, 14' im Düsenkopf 2 und/oder ein Kreislauf
zum Kühlen des Düsenkörpers 2 und/oder Düsenkopfs 3 gesteuert werden. Mit Vorteil
werden der Kühlkreislauf und gegebenenfalls der Stellantrieb zur Betätigung des Schiebers
aus einem Niederdrucksystem, wie beispielsweise einem Brennstoffsystem mit reduziertem
Druck, gespeist, um die Pumpverluste im Kühlkreislauf gering zu halten. Mit Beginn
des Einspritzvorgangs unterbricht der Steuerschieber 21 fallweise die Zufuhr zur Kühleinrichtung
in der Einspritzdüse sowie die Rückführung 17 des Kühlkreislaufs und/oder öffnet die
Verbindung zwischen dem mit einem Drucksystem verbundenen Einlass 24 und der Steuerleitung
18, die das Steuerventil mit dem Stellantrieb für den Schieber verbindet. Dadurch
wird der Schieber im Düsenkopf in Einspritzstellung gebracht und die Düsenöffnung
oder -öffnungen 4.1, 4.2 werden freigegeben. Der eigentliche Einspritzvorgang wird
durch eine weitere Verschiebung des Steuerschiebers 21 ausgelöst, die ein im Steuerventil
vorgesehenes Ventil zur Steuerung der Brennstoffzufuhr öffnet, wodurch der Brennstoff
zur Ventilnadel 6 in der Einspritzdüse gelangt. Durch den Brennstoffdruck wird der
mit der Ventilnadel 6 verbundene Kolben 8.1 und die Ventilnadel vom Ventilsitz 7 weggedrückt
und die Brennstoffzufuhr zum Düsenkopf 3 und zu der oder den Düsenöffnungen 4.1, 4.2
geöffnet. Der durch die Düsenöffnung oder -öffnungen austretende Brennstoff wird nun
in einen Verbrennungsraum des Dieselmotors eingespritzt.
[0045] Der Einspritzvorgang wird beendet, indem der Steuerschieber 21 des Steuerventils
zuerst das in demselben vorgesehene Ventil zur Steuerung der Brennstoffzufuhr schliesst.
In diesem Fall sinkt der Brennstoffdruck an dem mit der Ventilnadel 6 verbundenen
Kolben 8.1 und die Ventilnadel 6 wird durch die Federkraft der auf den Kolben wirkenden
Rückstellfeder 9.1 gegen den Ventilsitz 7 gedrückt. Damit wird die Brennstoffzufuhr
zum Düsenkopf 3 geschlossen. Durch eine weitere Verschiebung des Steuerschiebers kann
die Verbindung zwischen dem mit einem Drucksystem verbundenen Einlass 24 und der Steuerleitung
18, die das Steuerventil mit dem Stellantrieb für den Schieber verbindet, unterbrochen
werden. Dadurch wird der Schieber in eine Stellung bewegt, in welcher die Düsenöffnung
oder -öffnungen 4.1, 4.2 im Düsenkopf 3 verschlossen sind. Auf diese Weise kann, wenn
der Einspritzvorgang beendet ist, ein unerwünschter Austritt von Brennstoff aus der
Längsbohrung des Düsenkopfs vermieden werden. Falls ein Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers
2 und/oder Düsenkopfs 3 vorhanden ist, kann die Zufuhr zur Kühleinrichtung in der
Einspritzdüse sowie die Rückführung 17 des Kühlkreislaufs mittels des Steuerschiebers
geöffnet werden, um den Düsenkörper und/oder Düsenkopf in den Einspritzpausen oder
in der Ruhestellung der Einspritzdüse zu kühlen.
[0046] Dank dem eigenen Stellantrieb für den Schieber ist es möglich, die Einspritzdüse,
wie oben stehend beschrieben, so zu steuern, dass sich der Schieber wenig oder gar
nicht bewegt, solange die Längsbohrung im Düsenkopf mit dem Brennstoffdruck aus der
Brennstoffzuführung beaufschlagt ist. Dies hat den Vorteil, dass sowohl der Verschleiss
des Düsenkopfs, als auch der Verschleiss des Schiebers und Stellantriebs vermindert
werden kann.
1. Einspritzdüse zum Einspritzen von Brennstoff in einem Dieselmotor, insbesondere einem
Zweitakt-Grossdieselmotor, mit einem Düsenkörper (2), einem mit diesem verbundenen
Düsenkopf (3), der eine Längsbohrung (5) und eine oder mehrere Düsenöffnungen (4.1,
4.2) aufweist, die von der Längsbohrung ausgehen, um Brennstoff in einen Verbrennungsraum
des Dieselmotors einzuspritzen, sowie mit einer im Innern des Düsenkörpers (2) angeordneten
Ventilnadel (6) und mit einem Ventilsitz (7), der mit der Ventilnadel zusammenwirkt,
um die Brennstoffzufuhr zur Längsbohrung (5) und zu den Düsenöffnungen (4.1, 4.2)
zu steuern, dadurch gekennzeichnet, dass in der Längsbohrung des Düsenkopfs (3) zusätzlich ein Schieber (14, 14') zum Öffnen
und Verschliessen der Düsenöffnungen (4.1, 4.2) vorgesehen ist, der mit einem eigenen
Stellantrieb (8.2, 8.3, 9.2, 9.3, 15) versehen ist, um den Schieber (14, 14') im Betrieb
zeitlich versetzt von der Ventilnadel (6) zu betätigen.
2. Einspritzdüse nach Anspruch 1, wobei der Schieber (14, 14') zum Öffnen und Verschliessen
der Düsenöffnungen (4.1, 4.2) in Längsrichtung des Düsenkopfes (3) verschiebbar und/oder
gegenüber diesem drehbar ist.
3. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Schieber (14, 14') als
Hülse oder Teil einer Hülse oder als zylinderförmiges Teil oder Teil eines zylinderförmigen
Teils ausgebildet ist.
4. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Stellantrieb (8.2, 8.3,
9.2, 9.3, 15) des Schiebers (14, 14') als hydraulischer Aktuator ausgebildet ist.
5. Einspritzdüse nach Anspruch 4, wobei der hydraulischer Aktuator als Längskolben (8.2)
oder als hydraulischer Drehschieberantrieb (8.3) ausgebildet ist.
6. Einspritzdüse nach Anspruch 4 oder 5, wobei der Stellantrieb (8.2, 8.3, 9.2, 9.3,
15) des Schiebers (14, 14') mit der Brennstoffzuführung zur Einspritzdüse verbunden
ist, um den Schieber mit dem Druck des zugeführten Brennstoffs zu steuern.
7. Einspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Stellantrieb (8.2,
8.3, 9.2, 9.3, 15) des Schiebers (14, 14') eine Rückstellfeder (9.2, 9.3) umfasst.
8. Einspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche umfassend einen Kreislauf zum
Kühlen des Düsenkörpers (2) und/oder Düsenkopfs (2), insbesondere einen Kreislauf
für Brennstoff, der zum Beispiel mit einem Brennstoffsystem mit reduziertem Druck
verbunden ist.
9. Einspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend ein Steuerventil (20),
um die Betätigung des Schiebers (14, 14') und/oder die Brennstoffzufuhr zur Einspritzdüse
und/oder, falls vorhanden, einen Kreislauf zum Kühlen des Düsenkörpers und/oder Düsenkopfs
zu steuern.
10. Dieselmotor, insbesondere Zweitakt-Grossdieselmotor, mit mindestens einer Einspritzdüse
nach einem der Ansprüche 1 bis 9.