[0001] Die Erfindung betrifft eine Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Zylindergehäuse, einem
eine Durchbrechung aufweisenden Kolben und einer eine Achse aufweisenden Kolbenstange,
wobei der Kolben über ein in der Durchbrechung angeordnetes Innengewinde mit einem
auf einem Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen Außengewinde ohne erhöhtes Anziehdrehmoment
verbunden ist.
[0002] Das Zylindergehäuse wird in der Regel durch eine Führungsbuchse ergänzt, in der die
Kolbenstange der Kolben/Zylinder-Einheit geführt und gelagert ist. Der Kolben weist
in der Regel neben seiner dynamischen Kolbendichtung ein Führungselement und eine
statische Dichtung auf. Die Kolbenstange kann in einem Lagerauge enden, mit dem sie
verdrehgesichert angeordnet ist. Auch das Zylindergehäuse ist mit einer Lagerung versehen,
beispielsweise einem Lagerauge. Der Kolben ist mit diesem in dem Zylindergehäuse beweglichen
Ende der Kolbenstange verbunden. Wenn die Dichtungen und/oder Führungselemente des
Kolbens ausgetauscht werden müssen, ist es lediglich erforderlich, die Führungsbuchse
gegenüber dem Zylindergehäuse zu lösen und die Kolbenstange mit dem daran hängenden
Kolben aus dem Zylindergehäuse herauszuziehen.
[0003] Wenn dagegen Führungselemente, Dichtungen und/oder Abstreifer, die der Kolbenstange
zugeordnet sind und die in der Regel in der Führungsbuchse angeordnet sind, ausgetauscht
werden müssen, ist es erforderlich, den Kolben von der Kolbenstange zu lösen, um die
innere Durchbrechung der Führungsbuchse zugänglich zu machen. Die lösbare Befestigung
des Kolbens an der Kolbenstange ist eine grundlegende Problematik für eine Kolben/ZylinderEinheit.
Die lösbare Befestigung muss so ausgebildet sein, dass der Kolben die durch das Fluid
erzeugten Axialkräfte aufnehmen und auf die Kolbenstange übertragen kann. Weiterhin
ist oft eine Abdichtung des Fluids zwischen Kolben und Kolbenstange erforderlich.
Im Falle einer Gewindeverbindung zwischen Kolben und Kolbenstange ist eine Verdrehsicherung
des Kolbens relativ zur Kolbenstange erforderlich, um ein selbsttätiges Lösen des
Kolbens unter Betriebslasten zu vermeiden.
[0004] Dabei werden vorgespannte Verbindungen und nicht-vorgespannte Verbindungen unterschieden.
Bei vorgespannten Verbindungen wird über die Gewindeverbindung ein Anziehdrehmoment
aufgebracht, so dass Kolben und Kolbenstange in der montierten Stellung vorgespannt
gegeneinander gepresst gehalten werden. Dabei ist in der Regel die Härtung von Stirnflächen
an Kolben und Kolbenstange erforderlich, um den zulässigen Flächenpressungen zu genügen,
wenn die erforderlichen hohen Anziehdrehmomente aufgebracht werden. Ein solches hohes
Anziehdrehmoment hat erhebliche Vorteile im Betrieb der Kolben/Zylinder-Einheit, indem
der Kolben nur einer schwellenden Belastung ausgesetzt wird und die durch das Anziehdrehmoment
hervorgerufene Axialkraft immer größer bleibt als die durch das Fluid herbeigeführte
Axialkraft. Das Anziehdrehmoment stellt die erste Sicherung des Kolbens gegen Lösen
unter Betriebsbedingungen dar. Zusätzlich ist oft eine zweite Sicherung vorgesehen.
Im Falle des Austausches der der Kolbenstange zugeordneten Dichtung und/oder der Führungselemente
stellt das Lösen eines mit hohem Anziehdrehmoment montierten Kolbens an einer Kolbenstange
jedoch ein erhebliches Problem dar, insbesondere wenn man sich vorstellt, dass die
Reparatur solcher Kolben/Zylinder-Einheiten beispielsweise an Baumaschinen, Baggern
u. dgl. in der Regel im freien Feld erfolgen muss, ohne dass werkstattmäßige Vorrichtungen
genutzt werden können.
STAND DER TECHNIK
[0005] Aus der
DE 101 56 504 C1 ist eine Kolben/Zylinder-Einheit der eingangs beschriebenen Art mit einem Zylindergehäuse,
einem eine Durchbrechung aufweisenden Kolben und einer eine gemeinsame Achse aufweisenden
Kolbenstange bekannt. Der Kolben weist eine Kolbendichtung und ein Führungselement
auf. Der Kolben ist über ein in der Durchbrechung angeordnetes Innengewinde mit einem
auf einem Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen Außengewinde ohne erhöhtes Anziehdrehmoment
verbunden ist. Das Innengewinde des Kolbens und das Außengewinde der Kolbenstange
sind dabei mit übereinstimmender Exzentrizität zu den jeweiligen Achsen des Kolbens
und der Kolbenstange vorgesehen. Der Kolben ist auf die Kolbenstange mit einer solchen
Winkelendlage aufgeschraubt, dass die Achsen von Kolben und Kolbenstange miteinander
fluchten. Die Exzentrizität wird als Verdrehsicherung eingesetzt. Diese durch die
Exzentrizität bewirkte Verdrehsicherung erfordert keine zusätzlichen Sicherungselemente.
Die Kolbenbefestigung besitzt also vorteilhaft wenige Bauteile und ist damit auch
kostengünstig herstellbar. Es sind nicht einmal Angriffsflächen für ein Verdrehwerkzeug
am Kolben erforderlich, weil der Kolben von Hand aufgeschraubt und gelöst werden kann.
Erhöhte Anziehdrehmomente werden nicht eingesetzt, so dass vorteilhaft auch die sonst
notwendige Härtung der Stirnflächen an Kolben und Kolbenstange entfallen. Die Kolbenverbindung
besitzt eine kurze Bauweise und trägt insoweit dazu bei, dass die Kolbenstange in
ihrer vollen Länge genutzt werden kann.
[0006] Im Stand der Technik ist weiter eine Kolbenbefestigung für eine Kolben/Zylinder-Einheit
bekannt, bei der ein Kolben mit einer axial durchgehenden Durchbrechung ohne Gewinde
auf einen Fortsatz der Kolbenstange aufgesteckt wird. Der Fortsatz der Kolbenstange
besitzt ein Außengewinde, auf welches nach dem Aufstecken des Kolbens eine Sicherungsmutter
aufgeschraubt wird. Die Sicherungsmutter besitzt eine Durchbrechung und ein zugeordnetes
Innengewinde. Die Sicherungsmutter ist beispielsweise mit einer Kunststoffeinlage
versehen, die als Sicherungselement gegen Losdrehen wirkt. Damit wird eine kraftschlüssige
Verdrehsicherung genutzt.
[0007] Es ist auch im Stand der Technik bereits bekannt, den Kolben und die Sicherungsmutter
zu einem einzigen Teil zusammenzufassen, so dass das zugehörige Innengewinde in einer
Durchbrechung des Kolbens vorgesehen ist. Als Sicherungselement wird eine radial im
Kolben vorgesehene Stiftschraube angewendet, die in der montierten Stellung auf den
Fortsatz der Kolbenstange drückt. Hier muss der Kolben entsprechende Angriffsflächen
für ein Verdrehwerkzeug aufweisen, um das notwendige hohe Anziehdrehmoment bei der
Montage sowie das entsprechende Lösemoment bei der Demontage aufbringen zu können.
Spezialwerkzeuge sind hierzu in der Regel unverzichtbar.
[0008] Beide bekannten Kolbenbefestigungen unter Einwirkung eines hohen Anziehdrehmoments
haben die folgenden Nachteile. Die hohen Momente bei der Montage und der Demontage
sind ohne Spezialwerkzeuge nicht aufbringbar. Der Kolben oder ein zusätzliches Sicherungselement
müssen entsprechende Angriffsflächen für das Spezialwerkzeug aufweisen. Zusätzliche
Bauteile für die Realisierung einer zusätzlichen Verdrehsicherung erweisen sich als
erforderlich und führen dazu, dass sich die Baulänge im Bereich des Kolbens vergrößert.
Die gegenseitig zur Anlage kommenden sich im Wesentlichen radial erstreckenden Stirnflächen
zwischen Kolben und Kolbenstange müssen in aufwändiger Weise gehärtet werden. Solche
Kolbenverbindungen sind aufwändig in der Herstellung und vergleichsweise wenig reparaturfreundlich.
[0009] Für den Fall, dass die Anordnung einer statischen Dichtung zwischen Kolben und Kolbenstange
erforderlich ist, sind Kolben und Kolbenstange so ausgeführt, dass sie sich in axialer
Richtung um einen für die Unterbringung der statischen Dichtung notwendigen Betrag
überdecken. Damit kann die ohnehin sorgfältig bearbeitete Oberfläche der Kolbenstange
auch als Gegenfläche für diese statische Dichtung genutzt werden.
[0010] Aus der
US 3,293,993 ist eine Kolben/Zylinder-Einheit bekannt. Sie besitzt ein Zylindergehäuse, einen
eine Achse aufweisenden Kolben und eine eine Achse aufweisende Kolbenstange. Der Kolben
ist über ein in einer Durchbrechung angeordnetes Innengewinde mit einem auf einem
Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen Außengewinde verbunden. Der Kolben wird mit
hohem Anziehdrehmoment auf das Gewinde auf dem Fortsatz der Kolbenstange aufgeschraubt,
so dass in diesem Teil der Kolbenstange hohe Zugkräfte auftreten. Die Achsen der Gewinde
und die Achsen von Kolbenstange und Kolben stimmen überein. Die bekannte Kolben/Zylinder-Einheit
zeigt keine Verdrehsicherung des Kolbens gegenüber der Kolbenstange und beschäftigt
sich auch nicht mit einer sicheren und reparaturfreundlichen Ausbildung.
[0011] Aus der
DE-OS 24 48 019 ist eine Kolbenanordnung für einen Strömungsmittelmotor bekannt, der eine Kolben/Zylinder-Einheit
mit einem Zylindergehäuse, einem eine Durchbrechung aufweisenden Kolben und einer
Kolbenstange aufweist. Der Kolben ist mit einem Spannschlüssel über ein in der Durchbrechung
angeordnetes Innengewinde auf ein auf einem Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen
Außengewinde mit erhöhtem Anziehdrehmoment so aufgeschraubt und festgezogen, dass
eine Kante des Kolbens in einen sich verjüngenden Abschnitt der Kolbenstange einbeißt.
Auf einen weiteren Abschnitt des Fortsatzes ist eine Sperrmutter aufgeschraubt, so
dass sie fest gegen den Kolben gesetzt ist. Die Gewinde der Sperrmutter und des weiteren
Abschnittes des Fortsatzes der Kolbenstange haben eine geringere Neigung und größere
Gangzahl als die Gewinde des Kolbens und des damit in Eingriff stehenden Abschnitts
der Kolbenstange. Alle Gewinde sind gleichsinnig ausgebildet und angeordnet. Damit
werden unter Einwirkung der sonst zu Lockerungen führenden Drehkräfte beim Betrieb
die Sperrmutter und der Kolben nur noch fester gegeneinander gezogen.
[0012] Um die Kolbenbefestigung reparaturfreundlicher zu gestalten, ist im Stand der Technik
bereits eine Kolben/Zylinder-Einheit bekannt, bei der der Kolben und die Kolbenstange
über eine Gewindeverbindung mit Innengewinde und Außengewinde lose aufeinander aufgeschraubt
werden. Wesentlich ist bei dieser Verbindung eine Verdrehsicherung des Kolbens gegenüber
der Kolbenstange. Die Verbindung wird ohne Aufbringung eines Anziehdrehmoments hergestellt.
Als Verdrehsicherung wird ein Bolzen, eine Hülse oder dergleichen eingesetzt, die
in eine axial geführte Bohrung einragt, die so angeordnet ist, dass sie den Gewindebereich
zwischen Kolbenstange und Kolben durchsetzt. Während der Montage entstehen Späne,
wodurch in nachteiliger Weise eine Verschmutzungsgefahr vorhanden ist. Die Hülse,
der Bolzen oder dergleichen müssen zusätzlich noch gegen axiales Wandern gesichert
werden. Dies geschieht in der Regel mit einer Schraube mit Sicherungsscheibe, die
den Kolben in axialer Richtung durchsetzt und einen Anschlag für das Herauswandern
der Buchse, des Bolzens oder dergleichen darstellt. Eine solche Kolbenbefestigung
weist eine relativ große Anzahl zusätzlicher Bauteile auf, die die Verdrehsicherung
bewirken. Durch die Anordnung und Ausbildung der Elemente ergibt sich eine relativ
lange Bauweise im Bereich der Verbindung des Kolbens und der Kolbenstange. Die Kolbenbefestigung
ist aufwändig und verursacht in der Herstellung der einzelnen Elemente vergleichsweise
hohe Kosten. Vorteilhaft an dieser bekannten Kolbenbefestigung ist jedoch die Vermeidung
eines Anziehdrehmomentes, so dass diese Kolbenverbindung reparaturfreundlich ausgebildet
ist, weil sich der Kolben nach der Entfernung der Sicherungsmittel durch relativ einfaches
Verdrehen von der Kolbenstange lösen lässt.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kolben/Zylinder-Einheit, die unter
Vermeidung eines erhöhten Anziehdrehmomentes montiert wird, dahingehend zu verbessern,
dass die notwendige Verdrehsicherung eines auf eine Kolbenstange aufgeschraubten Kolbens
in anderer Weise als bisher erzielt wird. Dabei geht es um eine kostengünstige und
reparaturfreundliche Ausbildung Kolben/Zylinder-Einheit.
LÖSUNG
[0014] Erfindungsgemäß wird dies bei einer Kolben/Zylinder-Einheit der eingangs beschriebenen
Art dadurch erreicht, dass ein sich im Wesentlichen in Richtung der Achse erstreckendes,
axial wirkendes und das Losdrehen des Kolbens verhinderndes Sicherungselement über
eine Gewindepaarung mit der Kolbenstange verbunden ist. Die Gewindepaarung zwischen
dem Kolben und der Kolbenstange und die Gewindepaarung zwischen dem Sicherungselement
und der Kolbenstange sind dabei gegenläufig ausgebildet.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0015] Die Erfindung geht von der Idee aus, auf der Kolbenstange bzw. dem Fortsatz der Kolbenstange
zusätzlich zu dem Kolben ein sich im Wesentlichen in Richtung der Achse der Kolben/Zylinder-Einheit
erstreckendes und das Losdrehen des Kolbens verhinderndes axial wirkendes Sicherungselement
unterzubringen. Auch dieses Sicherungselement weist ein Gewinde auf und erstreckt
sich mit seiner Achse koaxial zu der gemeinsamen Achse der Kolben/Zylinder-Einheit
bzw. der Kolbenstange. Die Gewinde zwischen Kolben und Kolbenstange einerseits (die
erste "Gewindepaarung") und zwischen Sicherungselement und Kolbenstange andererseits
(die zweite "Gewindepaarung") sind gegenläufig ausgebildet, also eine der Gewindepaarungen
als Rechtsgewinde und die andere als Linksgewinde. Der Kolben und das Sicherungselement
liegen über Flächen aneinander an, die durch Reibung Kräfte übertragen. Damit wird
der Losdrehrichtung des einen Gewindes die Festdrehrichtung des anderen Gewindes zugeordnet,
so dass ein beginnendes Losdrehen des einen Elements, beispielsweise des Kolbens,
über eine Kontaktfläche zu dem Sicherungselement dazu führt, dass das Sicherungselement
in Festdrehrichtung mitgenommen wird.
[0016] Die neue Art der Sicherung des Kolbens auf der Kolbenstange steht im Gegensatz zu
dem bekannten Kontern einer Schraubenverbindung, bei der z. B. zwei Muttern auf ein
gemeinsames Gewinde einer Schraube aufgeschraubt werden. Hierbei werden beide Muttern
gegenläufig auf dem gemeinsamen Gewinde gegeneinander verdreht. Es wird somit eine
Spannung in der Schraube erzeugt, die die Vorspannkräfte derart erhöht, dass die an
den Gewindeflanken entstehenden Reibkräfte einem Lösen der Schraubverbindung entgegenwirken.
Nachteil dieser Schraubensicherung ist es, dass das zu sichernde Bauteil, nämlich
die zuerst aufgeschraubte Mutter, auf dem Gewinde der Schraube zurückgedreht wird
und somit seine sichernde Anlage der ersten Mutter an einem Bund der Schraube nicht
mehr gegeben ist.
[0017] Die neue Art der Sicherung des Kolbens auf der Kolbenstange setzt sich in Gegensatz
zu den bisherigen eingefahrenen Entwicklungsrichtungen, insbesondere der Entwicklungsrichtung,
die mit erhöhten Anziehdrehmomenten eines aufschraubbaren Kolbens arbeitet. Hieraus
ergibt sich eine vereinfachte Montage und Demontage. Sowohl der Kolben wie auch das
Sicherungselement müssen nur mit solchen Anziehdrehmomenten aufgeschraubt werden,
die in einem normalen Bereich liegen. Somit ist es ohne weiteres möglich, den Kolben
und/oder das Sicherungselement von Hand aufzuschrauben und auf die Anwendung von Werkzeugen
zu verzichten. Ebenso einfach kann der Kolben auch im Gelände ohne weiteres von der
Kolbenstange abgenommen werden, beispielsweise dann, wenn es erforderlich ist, die
Dichtungen in einer Führungshülse der Kolbenstange auszutauschen.
[0018] Die neue Art der Sicherung des Kolbens ermöglicht es auch, im Vergleich zum Stand
der Technik vergleichsweise größere Durchmesser im Bereich der Gewinde zu wählen und
anzuwenden. Der Verzicht auf erhöhte Anziehdrehmomente zieht den Wegfall der im Stand
der Technik erforderlichen bzw. auftretenden hohen Flächenpressungen nach sich, so
dass der Durchmesser des Außengewindes am Fortsatz, der zur Aufnahme des Innengewindes
des Kolbens bestimmt ist, nur geringfügig kleiner als der Außendurchmesser der Kolbenstange
bemessen sein muss, und zwar zweckmäßig so, dass er das Einschieben der Kolbenstange
in ein Führungselement nicht behindert und die dort untergebrachten Dichtungen nicht
beeinträchtigt. Die Verwirklichung größerer Durchmesser erhöht den Flächentraganteil
des Gewindes zwischen Kolben und Kolbenstange, so dass nicht nur weniger hochwertige
Werkstoffe für die Kolbenstange und den Kolben eingesetzt werden können, sondern das
Gewinde auch noch eine vergleichsweise kürzere Länge erhalten kann. Dies wirkt sich
auf die Baulänge der Kolben/Zylinder-Einheit positiv aus. Weiterhin entfallen Spezialmaßnahmen,
wie beispielsweise das Härten entsprechender Flächen an Kolbenstange und Kolben, wie
es für die Aufnahme hoher Anziehdrehmomente erforderlich war.
[0019] Das Gewinde zwischen Kolben und Kolbenstange kann auch mit einfachen Herstellmethoden,
beispielsweise durch Schneiden statt durch Rollen, aufgebracht werden. Dies vereinfacht
die Herstellung von Kleinserien, für die die Herstellung und Nutzung eines Rollwerkzeugs
zu aufwändig wäre.
[0020] Das Gewinde kann auch mit vergleichsweise größeren Steigungen ausgeführt werden.
Da der Kolben von Hand aufschraubbar ist, erübrigt sich die Anordnung spezieller Anziehflächen
am Kolben für ein Drehmomentwerkzeug, wie es für die Aufbringung erhöhter Anziehdrehmomente
unerlässlich ist.
[0021] Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist in der vergleichsweise geringeren Baulänge
des Zylinders zu sehen, weil der Kolben konstruktiv kürzer ausgeführt werden kann
und die Anordnung des axial wirkenden Sicherungselements nicht unbedingt die Baulänge
vergrößern muss. Zwar wird dann, wenn das Sicherungselement als Mutter ausgebildet
ist, die Schlüsselangriffsfläche an der Mutter zugänglich sein müssen, was eine geringfügige
Vergrößerung der Baulänge nach sich zieht. Wenn aber umgekehrt das axial wirkende
Sicherungselement als Schraube ausgebildet ist, besteht die Möglichkeit eine solche
Schraube, z. B. als Innensechskantschraube, ohne Vergrößerung der Baulänge der Kolben/Zylinder-Einheit
vorzusehen.
[0022] Zusätzlich kann das axial wirkende Sicherungselement eine Sicherung gegen Losdrehen
aufweisen. Diese Sicherung ist also dem Sicherungselement zugeordnet, nicht aber dem
Kolben. Die Sicherung erstreckt sich wirkungsmäßig immer auf das Sicherungselement.
Es sind hier alle Sicherungen denkbar, wie sie bei Schrauben und Muttern gegen Losdrehen
eingesetzt werden, angefangen von einem radial angeordneten Gewindestift, einer speziellen
Ausbildung der Anlageflächen, dem Einsatz von verbiegbaren Sicherungsscheiben oder
der Hinzufügung eines entsprechenden Sicherungsmittels in dem Gewinde. Die Sicherung
des Sicherungselements muss in allen Fällen lösbar ausgebildet sein, damit die vereinfachte
Demontage des Sicherungselements und nachfolgend des Kolbens möglich ist.
[0023] Der Kolben weist eine axial wirkende Anschlagfläche und das Sicherungselement eine
axial wirkende Gegenanschlagfläche auf. Die Anschlagfläche und die Gegenanschlagfläche
kommen aneinander zur Anlage, und zwar unter Reibschluss. Damit ist sichergestellt,
dass der Losdrehrichtung des einen Elements die Festdrehrichtung des anderen Elements
zugeordnet ist.
[0024] Zwischen dem Kolben und der Kolbenstange kann eine statische Dichtung vorgesehen
sein. Die Anordnung der Dichtung im Einzelnen kann an verschiedenen Stellen erfolgen.
Die statische Dichtung erhöht die Haftreibung des Kolbens an der Kolbenstange.
[0025] Das axial wirkende Sicherungselement erstreckt sich also im Wesentlichen in Richtung
der gemeinsamen Achse der Kolben/Zylinder-Einheit und kann durch eine Schraubbewegung
bewegt bzw. verdreht werden. Das axial wirkende Sicherungselement ist also in der
Regel als Mutter oder Schraube ausgebildet, deren Achsen koaxial zu der gemeinsamen
Achse der Kolben/Zylinder-Einheit angeordnet sind.
[0026] Auch für die Sicherung des Sicherungselements ergeben sich die verschiedenen konstruktiven
Möglichkeiten, insbesondere eine im Kolben gelagerte radial angeordnete und an einer
Verdrehfläche des Sicherungselements angreifende Stiftschraube. Es versteht sich,
dass diese Sicherung, also die Stiftschraube, bei der Demontage zunächst gelöst werden
muss, um das Sicherungselement in Losdrehrichtung verdrehen zu können. Ist das Sicherungselement
von dem Fortsatz der Kolbenstange abgedreht, so lässt sich der Kolben auf seinem gegenläufigen
Gewinde sehr leicht und ohne nennenswerte Kraftaufbringung verdrehen und abdrehen.
[0027] Das Innengewinde des Kolbens und das zugehörige Außengewinde des Fortsatzes können
eine Steigung im Bereich zwischen 1 mm und 5 mm aufweisen. Es sind alle gängigen Gewindeformen
denkbar, insbesondere solche mit großer Steigung und geringer Baulänge.
[0028] Der Kolben wird in der Regel von Hand auf- bzw. abgeschraubt. Das Sicherungselement
wird vorzugsweise mit einem Drehmoment im Bereich zwischen 20 Nm und 50 Nm gegen den
Kolben aufgeschraubt. Solche Drehmomente lassen sich ohne Verwendung von Spezialwerkzeugen
realisieren.
[0029] Der Kolben und das Sicherungselement können so angeordnet sein, dass sie sich zumindest
teilweise axial überdecken, um die Baulänge nicht mehr als erforderlich zu vergrößern.
Dies gilt insbesondere für die Ausbildung des Sicherungselements als Mutter. Bei der
Ausbildung des Sicherungselements als Schraube lässt sich diese Schraube sogar innerhalb
der Baulänge des Kolbens unterbringen, so dass es zu keinerlei Vergrößerung der Baulänge
kommt. Die Schraube kann insbesondere als Innensechskantschraube ausgebildet sein.
[0030] Die Gewinde, mit denen der Kolben einerseits und das Sicherungselement andererseits
aufgeschraubt sind, sind gegenläufig ausgebildet und angeordnet. Vorzugsweise werden
der Kolben und die Kolbenstange über ein Linksgewinde und das Sicherungselement und
die Kolbenstange über ein Rechtsgewinde miteinander verbunden. Dies vereinfacht die
Verfügbarkeit eines Sicherungselementes und erleichtert die Handhabung, weil ein Benutzer,
z. B. beim Lösen, ein normales Rechtsgewinde erwartet.
[0031] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibungseinleitung genannten
Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft
und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend
von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Weitere Merkmale sind
den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen
mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung -
zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der
Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls abweichend
von den gewählten Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich und wird hiermit angeregt.
Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt sind
oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen
unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können in den Patentansprüchen
aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung entfallen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0032] Die Erfindung wird anhand zweier Ausführungsbeispiele weiter verdeutlicht und beschrieben.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer ersten Ausführungsform.
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer zweiten Ausführungsform.
- Fig. 3
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer dritten Ausführungsform.
- Fig. 4
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer vierten Ausführungsform.
- Fig. 5
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer fünften Ausführungsform.
- Fig. 6
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer sechsten Ausführungsform.
- Fig. 7
- einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in einer siebten Ausführungsform.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0034] Die in
Fig. 1 dargestellte Kolben/Zylinder-Einheit 1 weist wie üblich ein Zylindergehäuse 2 auf,
welches rohrförmig ausgebildet ist und an seinem einen Ende in ein Lager 3 übergeht.
Am anderen Ende der Kolben/Zylinder-Einheit 1 ist ein Lager 4 vorgesehen. Dem Lager
4 zugekehrt trägt das Zylindergehäuse 2 z. B. eine eingeschraubte Führungsbuchse 5.
Die Führungsbuchse 5 greift über ein Gewinde 6 in das Zylindergehäuse 2 ein, ist aber
für die vorliegende Erfindung von untergeordneter Bedeutung.
[0035] In dem Zylindergehäuse 2 ist ein Kolben 7 gleitend und dichtend verschiebbar gelagert.
Der Kolben 7 besitzt eine äußere Umfangsfläche 8, die, wie üblich, zylindrisch ausgebildet
ist. Konzentrisch zu der Umfangsfläche 8 weist der Kolben 7 eine Achse 9 auf, die
mit der Achse der Kolben/Zylinder-Einheit 1 zusammenfällt. Auf der äußeren Umfangsfläche
8 des Kolbens 7 sind Führungs- und Dichtelemente angeordnet, hier ein Führungsband
10 und eine dynamische Dichtung 11. Der Kolben 7 weist eine erste Anschlagfläche 12
und eine zweite Anschlagfläche 13 auf. Der Kolben 7 besitzt ansonsten eine Durchbrechung
14, die hier gestuft ausgebildet ist. Ein Teil der gestuften Durchbrechung 14 ist
mit einem Innengewinde 15 versehen, während ein anderer Teil der gestuften Durchbrechung
14 als zylindrische Bohrung 16 ausgebildet ist. Im Bereich dieser zylindrischen Bohrung
16 ist eine statische Dichtung 17 angeordnet. Die Durchbrechung 14 mit ihrem Innengewinde
15 und die Bohrung 16 mit ihrer Dichtung 17 sind zentrisch zu der gemeinsamen Achse
9 der Kolben/Zylinder-Einheit 1 angeordnet.
[0036] Die Kolben/Zylinder-Einheit 1 weist eine Kolbenstange 18 auf, die einen Außendurchmesser
19 besitzt, der den äußeren Umfang der Kolbenstange 18 bildet. Die Kolbenstange 18
besitzt an ihrem dem Kolben 7 zugekehrten Ende einen Fortsatz 21. Der Fortsatz 21
ist in Abstimmung auf die Durchbrechung 14 ebenfalls gestuft ausgebildet. Ein Teil
des Fortsatzes 21 weist eine zylindrische Umfangsfläche 22 auf. Ein anderer Teil des
Fortsatzes 21 ist mit einem Außengewinde 23 versehen, das zu dem Innengewinde 15 korrespondiert.
Der Fortsatz 21 weist einen Bund 25 auf, gegen den der Kolben 7 beim Aufschrauben
mit seiner Anlagefläche 13 zur Anlage gelangt. Die bei der Anlage in Kontakt kommenden
Teile der Anlagefläche 13 und des Bundes 25 können vergleichsweise klein gestaltet
werden, da erhöhte Flächenpressungen nicht auftreten. Damit kann das Außengewinde
23 des Fortsatzes 21 vorteilhaft auf einem großen Durchmesser verwirklicht werden.
[0037] Die Kolbenstange 18 ist in der Führungsbuchse 5 gleitend und dichtend geführt. Zu
diesem Zweck sind in der Führungsbuchse 5 verschiedene Elemente untergebracht, die
jedoch für die vorliegende Erfindung nicht wichtig sind. Die Kolbenstange weist weiterhin
an ihrem dem Kolben 7 abgekehrten Ende das Lager 4 auf, über welches der Anschluss
eines Arbeitsgerätes oder dergleichen erfolgen kann. An ihrem durch den Kolben 7 hindurchreichenden
Ende weist der Fortsatz 21 einen Anschlag 26 auf, der sich in der Ausgangsstellung
an einer Stirnwand des Zylindergehäuses 2 abstützt. Eine etwa auf die Kolbenstange
18 einwirkende Kraft wird in dieser Stellung unter Umgehung des Kolbens 7 direkt in
das Zylindergehäuse 2 bzw. dessen Lager 3 weitergeleitet. Die Kolben/Zylinder-Einheit
1 ist hier doppelt wirkend ausgebildet, d. h. die beidseitig des Kolbens 7 gebildeten
Druckräume können jeweils mit einem Fluid, insbesondere mit hydraulischer Flüssigkeit,
beaufschlagt werden. Dies geschieht in bekannter Weise über ein entsprechendes Steuerventil.
Die Erfindung lässt sich jedoch auch bei einfach wirkenden Zylindern (Fig. 6) anwenden
und einsetzen.
[0038] Dem Kolben 7 ist ein Sicherungselement 20 zugeordnet, welches hier in Form einer
Mutter ausgebildet ist. Das Sicherungselement 20 weist eine Durchbrechung 28 und in
dieser ein Gewinde 24, hier ein Innengewinde 24, auf. Der Fortsatz 21 besitzt passend
zu dem Sicherungselement 20 einen im Durchmesser kleineren Teil, auf dem ein Gewinde
27, hier ein Außengewinde 27, vorgesehen ist, welches mit dem Innengewinde 24 des
Sicherungselements 20 korrespondiert. Das Sicherungselement 20 besitzt eine Gegenanschlagfläche
29, über die das Sicherungselement 20 an der Anschlagfläche 12 des Kolbens 7 zur Anlage
kommt. Die Anschlagfläche 12 und die Gegenanschlagfläche 29 sind so ausgebildet, dass
sie aufeinander reiben, also Reibung übertragen können.
[0039] Die Gewindepaarung 15, 23, also zwischen Kolben 7 und Fortsatz 21, ist gegenläufig
zu den der Gewindepaarung 24/27, also den Gewinden zwischen Sicherungselement 20 und
dem Fortsatz 21, ausgebildet. So können z. B. die Gewinde 15, 23 als Linksgewinde
und die Gewinde 24, 27 als normale Rechtsgewinde ausgebildet sein.
[0040] Zur Montage der Kolben/Zylinder-Einheit 1 werden zunächst die Elemente an der Führungsbuchse
5 montiert. Anschließend wird die Kolbenstange 18 durch die Führungsbuchse 5 hindurchgesteckt
und der Kolben 7 nach dem Einsetzen der statischen Dichtung 17 aufgeschraubt. Der
Kolben 7 wird vor dem Aufschrauben mit dem Führungsband 10 und den Dichtungen 11 und
17 vormontiert. Das Aufschrauben kann von Hand erfolgen, da lediglich entsprechende
Reibungskräfte zu überwinden sind. Bei diesem Aufschraubvorgang legt sich der Kolben
7 mit seiner zweiten Anlagefläche 13 an den Bund 25 der Kolbenstange 18 an, so dass
die Flächenpressung am Bund 25 entsprechend gering ist. Die Kontaktfläche am Bund
25 kann konstruktiv sehr klein gewählt werden, so dass vorteilhaft ein relativ großer
Durchmesser an den Gewinden 15/23 resultiert. Die Gewinde 15/23 können vergleichsweise
kürzer als im Stand der Technik gestaltet werden, was sich insgesamt vorteilhaft auf
eine geringe Baulänge der Kolben/Zylinder-Einheit 1 auswirkt. Bei Ausbildung der Gewinde
15/23 als Linksgewinde erfolgt eine entsprechende Aufschraubbewegung.
[0041] Anschließend wird das Sicherungselement 20 aufgeschraubt. Da die Gewinde gegenläufig
ausgebildet sind, erfolgt nunmehr der Aufschraubvorgang im Rechtsdrehsinne. Auch dieser
Aufschraubvorgang kann von Hand erfolgen. Der Aufschraubvorgang wird beendet, indem
sich die Anschlagfläche 12 des Sicherungselements 20 an die Gegenanschlagfläche 29
des Kolbens 7 anlegt. An diesen Flächen 12, 29 entsteht Reibschluss und somit die
Sicherungswirkung. Sollte sich der Kolben 7 im Betrieb der Kolben/Zylinder-Einheit
1 in Losdrehrichtung bewegen wollen oder eine entsprechende Tendenz zeigen, führt
dies dazu, dass das Sicherungselement 20 über den Reibschluss in Festdrehrichtung
mitgenommen bzw. beaufschlagt wird, so dass die Sicherungswirkung nicht verlorengeht.
[0042] Anschließend wird die vormontierte Einheit mit der Kolbenstange 18, dem aufgeschraubten
Kolben 7 und dem aufgeschraubten Sicherungselement 20 in das Zylindergehäuse 2 eingeschoben.
Schließlich wird die Führungsbuchse 5 mit Hilfe des Gewindes 6 in das Zylindergehäuse
2 eingeschraubt und festgezogen. Die Kolben/Zylinder-Einheit 1 ist damit einsatzfähig
montiert. Bei auftretenden Defekten nach entsprechendem Betrieb, beispielsweise auftretenden
Leckagen, erfolgt die Demontage in umgekehrter Reihenfolge, so dass sämtliche Dichtelemente,
die möglicherweise ausgetauscht werden müssen, leicht und einfach zugänglich werden.
Die Kolben/Zylinder-Einheit 1 ist damit sehr reparatur- und servicefreundlich ausgebildet.
[0043] Bei der Ausführungsform der Kolben/Zylinder-Einheit 1 gemäß
Fig. 2 ist zunächst eine grundsätzlich ähnliche Befestigung des Kolbens 7 an der Kolbenstange
18 vorgesehen, wie dies anhand der Ausführungsform der Fig. 1 beschrieben worden ist.
Auch hier besitzen die Teile gegenläufige Gewinde 15/23 und 24/27. Auch die weitere
konstruktive Ausbildung ist durchaus vergleichbar ausgebildet, so dass hierauf verwiesen
werden kann. Der Kolben 7 besitzt an seinem dem Lager 3 zugekehrten Ende jedoch eine
Ausnehmung 30, deren axiale Länge so bemessen ist, dass sie einen Teil des Sicherungselements
20, hier ebenfalls als Mutter ausgebildet, aufnimmt. Das Sicherungselement 20 kann
auch vollständig in der axialen Länge des Kolbens 7 aufgenommen sein. In diesem Fall
muss die Ausnehmung 30 so dimensioniert sein, dass die Mutter z.B. mit einem Steckschlüssel
erreichbar ist. Die axialen Längen zwischen Kolben 7 und Sicherungselement 20 überdecken
einander ganz oder teilweise, was sich vorteilhaft auf eine Gesamtbaulänge der Kolben/Zylinder-Einheit
1 auswirkt. Es versteht sich, dass die Anschlagfläche 12 und die Gegenanschlagfläche
29 an entsprechender Stelle im Kolben 7 gebildet sind. Auch die Anordnungsstelle der
statischen Dichtung 17 ist verändert. An dem Fortsatz 21 entfällt ein entsprechender
Gegenabsatz, der mit der statischen Dichtung 17 zusammenarbeitet, so dass hier die
ohnehin präzise bearbeitete Oberfläche der Kolbenstange 18 als Gegenfläche für die
Dichtung 17 benutzt wird. Es ist erkennbar, dass hier der Teil des Fortsatzes 21,
der dem Lager 3 zugekehrt aus dem Sicherungselement 20 überragt, kurz gestaltet ist
und vorteilhaft die Baulänge nur minimal verlängert. Sinn einer solchen Gestaltung
ist es, Kräfte in der Kolbenstange 18 über einen an ihrem freien Ende gebildeten Anschlag
31 direkt in dem Lager 3 aufzunehmen. Auch diese Kolben/Zylinder-Einheit 1 gemäß Fig.
2 ist als doppelt wirkende Einheit ausgebildet. Entsprechende Zuleitungen zu den entsprechenden
Wirkräumen sind ohne weiteres erkennbar.
[0044] Die Ausführungsform der Kolben/Zylinder-Einheit gemäß
Fig. 3 schließt an die Ausbildung gemäß Fig. 2 an. Zusätzlich zu der gegenläufigen Ausbildung
der Gewinde ist dem Sicherungselement 20 selbst eine Sicherung 33 zugeordnet. Die
Sicherung 33 weist eine Stiftschraube 34 auf, die im Kolben 7 radial zu der gemeinsamen
Achse 9 angeordnet ist. Nach der Montage des Kolbens 7 und des Sicherungselements
20 über die gegenläufigen Gewinde 15/23 und 24/27 an dem Fortsatz 21 der Kolbenstange
18 wird die Stiftschraube 34 so angezogen, dass sie radial gegen eine Fläche an dem
Sicherungselement 20, also beispielsweise an eine Schlüsselangriffsfläche einer üblichen
Mutter, anliegt. Mit dieser Sicherung 33 wird das Sicherungselement 20 selbst gegen
Losdrehen zusätzlich gesichert.
[0045] An sich kann die Sicherung 33 für das Sicherungselement 20 in jeder denkbaren Ausführungsform
verwirklicht werden, wie dies auch bei Schrauben und Muttern gegen Losdrehen bekannt
ist, also insbesondere in der Form von Splinten, Sicherungsschrauben, Unterlegscheiben,
usw.
[0046] Die Ausführungsform gemäß
Fig. 4 stimmt in weiten Bereichen mit den zuvor dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen
überein. Das Sicherungselement 20 ist hier jedoch als Sechskantschraube 36 ausgebildet
und erstreckt sich mit seinem Schraubenschaft in das Innere der Kolbenstange 18 hinein,
so dass die von dem Kolben 7 festgelegte Baulänge nur durch den Kopf 32 der Sechskantschraube
36 vergrößert wird. Auch bei dieser Ausführungsform sind die Gewindepaarungen 15/23
und 24/27 gegenläufig ausgebildet und angeordnet. Dabei ist allerdings das Gewinde
24 des Sicherungselements 20 hier als Außengewinde 24 und das Gewinde 27 der Kolbenstange
18 als Innengewinde 27 ausgebildet.
[0047] Die Ausführungsform gemäß
Fig. 5 baut auf derjenigen gemäß Fig. 4 auf. Zusätzlich ist dem Sicherungselement 20 eine
Sicherung 33 gegen Losdrehen zugeordnet. Wesentliches Element dieser Sicherung 33
ist eine Sicherungsscheibe 35. Die Sicherung 33 kann auch auf andere Weise realisiert
werden, z. B. als sperrendes Element, als kraftschlüssig federndes Element, als formschlüssig
sperrendes Element oder in Form einer auf das Gewinde aufzubringenden Masse. Auch
bei dieser Ausführungsform sind die Gewindepaarungen 15/23 und 24/27 gegenläufig ausgebildet
und angeordnet. Dabei ist allerdings das Gewinde 24 des Sicherungselements 20 hier
als Außengewinde 24 und das Gewinde 27 der Kolbenstange 18 als Innengewinde 27 ausgebildet.
[0048] Die Ausführungsform der
Fig. 6 verwendet als Sicherungselement 20 ebenfalls eine Schraube, hier eine Innensechskantschraube
37. Als Sicherung 33 kann ein Klebemittel in den Gewinden 24/27 Anwendung finden.
Diese Ausführungsform ergibt eine besonders kurze Baulänge, da die Innensechskantschraube
37 innerhalb der Erstreckung des Kolbens 7 untergebracht werden kann. Die Ausführungsform
gemäß Fig. 6 verdeutlicht zugleich, dass die Erfindung generell auch bei einfach wirkenden
Kolben/Zylinder-Einheiten 1 anwendbar ist. Die Belüftung des Raumes um die Kolbenstange
18 erfolgt durch eine Bohrung 38. Auch bei dieser Ausführungsform sind die Gewindepaarungen
15/23 und 24/27 gegenläufig ausgebildet und angeordnet. Dabei ist allerdings das Gewinde
24 des Sicherungselements 20 hier als Außengewinde 24 und das Gewinde 27 der Kolbenstange
18 als Innengewinde 27 ausgebildet.
[0049] Die Ausführungsform der
Fig. 7 verwendet als Sicherungselement 20 eine Nutmutter 39, die durch eine Verstemmung
40 gesichert wird.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0050]
- 1
- Kolben/Zylinder-Einheit
- 2
- Zylindergehäuse
- 3
- Lager
- 4
- Lager
- 5
- Führungsbuchse
- 6
- Gewinde
- 7
- Kolben
- 8
- Umfangsfläche
- 9
- Achse
- 10
- Führungsband
- 11
- Dichtung
- 12
- Anschlagfläche
- 13
- Anschlagfläche
- 14
- Durchbrechung
- 15
- Innengewinde
- 16
- Bohrung
- 17
- Dichtung
- 18
- Kolbenstange
- 19
- Durchmesser
- 20
- Sicherungselement
- 21
- Fortsatz
- 22
- Umfangsfläche
- 23
- Außengewinde
- 24
- Gewinde
- 25
- Bund
- 26
- Anschlag
- 27
- Gewinde
- 28
- Durchbrechung
- 29
- Gegenanschlagfläche
- 30
- Ausnehmung
- 31
- Anschlag
- 32
- Kopf
- 33
- Sicherung
- 34
- Gewindestift
- 35
- Sicherungsscheibe
- 36
- Sechskantschraube
- 37
- Innensechskantschraube
- 38
- Bohrung
- 39
- Nutmutter
- 40
- Verstemmung
1. Kolben/Zylinder-Einheit (1), mit
einem Zylindergehäuse (2),
einem eine Durchbrechung (13) aufweisenden Kolben (7), und
einer eine Achse (9) aufweisenden Kolbenstange (18), wobei der Kolben (7) über ein
in der Durchbrechung (13) angeordnetes Innengewinde (15) mit einem auf einem Fortsatz
(21) der Kolbenstange (18) vorgesehenen Außengewinde (23) ohne erhöhtes Anziehdrehmoment
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
ein axial wirkendes Sicherungselement (20), das sich im Wesentlichen in Richtung der
Achse (9) erstreckt und das Losdrehen des Kolbens (7) verhindert, vorgesehen ist,
wobei das Sicherungselement (20) ein Gewinde (24) aufweist und mit diesem mit einem
zweiten Gewinde (27) der Kolbenstange (18) verbunden ist, und
die Gewindepaarung (15/23) zwischen dem Kolben (7) und der Kolbenstange (18) und die
Gewindepaarung (24/27) zwischen dem Sicherungselement (20) und der Kolbenstange (18)
gegenläufig ausgebildet sind.
2. Kolben/Zylinder-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungselement (20) eine Sicherung (33) gegen Losdrehen aufweist.
3. Kolben/Zylinder-Einheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (7) eine axial wirkende Anschlagfläche (12) und das Sicherungselement
(20) eine axial wirkende Gegenanschlagfläche (29) aufweist.
4. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungselement (20) als Mutter oder Schraube ausgebildet ist.
5. Kolben/Zylinder-Einheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherung (33) gegen Losdrehen eine im Kolben (7) radial gelagerte und an einer
Verdrehfläche des Sicherungselements (20) angreifende Stiftschraube (34) ist.
6. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (15) des Kolbens (7) und das zugehörige Außengewinde (23) des Fortsatzes
(21) eine Steigung im Bereich zwischen 1 mm und 5 mm aufweisen.
7. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungselement (20) mit einem Drehmoment im Bereich zwischen 20 Nm und 50
Nm gegen den Kolben (7) aufgeschraubt ist.
8. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (7) und das Sicherungselement (20) unter zumindest teilweiser axialer
Überdeckung angeordnet sind.
9. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (7) und die Kolbenstange (18) über ein Linksgewinde und das Sicherungselement
(20) und die Kolbenstange (18) über ein Rechtsgewinde verbunden sind.
10. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Kolben (7) und der Kolbenstange (18) eine statische Dichtung (17) vorgesehen
ist.