[0001] Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät mit einer Bedieneinrichtung nach dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zum Bedienen eines Haushaltsgeräts.
[0002] Moderne, insbesondere programmgesteuerte Haushaltsgeräte haben einen hohen Funktionsumfang.
Die Handhabung ist dementsprechend kompliziert und überfordert dadurch viele Anwender.
Die Bemühungen der Hersteller in Richtung zu mehr Bedienungskomfort und Bedieneffizienz
sind daher hoch und gehen einher mit der Notwendigkeit zur Bewältigung zunehmender
Komplexität und mit der Forderung nach niedrigen Herstellkosten. Typischerweise werden
Bedieneinheiten von Haushaltsgeräten durch elektromechanische Vorrichtungen realisiert.
Diese umfassen beispielsweise Dreh- und Schieberegler, Schaltelemente und optische
Anzeigelemente. Mit zunehmender Komplexität nehmen bei solchen Bedieneinheiten allerdings
auch Ausfallwahrscheinlichkeit, Herstellungs- und Montagekosten sowie die Umständlichkeit
der Bedienung zu.
[0003] Aus der
DE 10 2005 014 935 A1 ist eine Bedienvorrichtung für ein elektrisches Haushaltsgerät bekannt, die eine
Steuerung, mehrere mit der Steuerung gekoppelte elektro-mechanische Bedien-, Schalt-
und/oder Betätigungselemente sowie elektrische und/oder optische Anzeigeelemente,
die durch einen Benutzer bedienbar bzw. beobachtbar sind, und einen Träger zum Halten
der mechanischen Betätigungselemente und/oder optischen Anzeigeelemente aufweist.
Die mechanischen Betätigungselemente, sowie die optischen Anzeigeelemente und der
Träger sind als ein integrales Funktionsmodul ausgebildet, das als Ganzes montiert
wird.
[0004] Als nachteilig an den bekannten Bedienvorrichtungen ist anzusehen, dass sie eine
hohe elektro-mechanische Komplexität und daher hohe Herstell- und Montagekosten, sowie
hohe Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen. Darüber hinaus ist das Konfigurieren von
Steuerprogrammen mit erheblichem Aufwand für den Nutzer verbunden.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Haushaltsgerät mit einer Bedieneinrichtung
zu schaffen, welche bezüglich Bedienbarkeit, Montagekosten und Ausfallwahrscheinlichkeit
dem Stand der Technik überlegen ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Haushaltsgerät mit den Merkmalen gemäß
Patentanspruch 1 und durch ein Verfahren gemäß Anspruch 7 gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung mit zweckmäßigen Weiterbildungen sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Das erfindungsgemäße Haushaltsgerät umfasst somit eine Bedieneinrichtung, wobei ein
Programm des Haushaltsgeräts als eine Abfolge einzelner Programmschritte definiert
ist, bei denen jeweils Arbeitsschritte des Haushaltsgeräts durchgeführt werden. Die
Bedieneinrichtung weist Mittel zum Bedienen einer grafischen Benutzeroberfläche auf,
an der grafische Symbole bereitgestellt sind, die einzelne Programmschritte repräsentieren
und die durch Betätigen der Mittel zum Bedienen untereinander verbindbar und/oder
verschiebbar sind. Dadurch ist das Programm mittels Anordnen der grafischen Symbole
gestaltbar.
[0009] Das erfindungsgemäße Bedienen eines Haushaltsgeräts erfolgt derart, dass das Programm
mittels Verschieben und/oder Verbinden von grafischen Symbolen an einer grafischen
Benutzeroberfläche, die die Programmschritte repräsentieren, durch Betätigen von Mitteln
zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche erstellt wird. Das Programm wird durch
Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche begonnen und/oder
beendet.
[0010] Durch die Erfindung wird es dem Benutzer ermöglicht, eine Folge von Arbeitsschritten
eines Haushaltsgeräts selbst vorab festzulegen. Dadurch, dass das Arbeitsprogramm
des Haushaltsgeräts wie ein Computerprogramm zusammenstellbar ist, besteht eine besonders
hohe Flexibilität beim Aufbau des Arbeitsprogramms. Der mündige Benutzer kann auf
den von ihm erworbenen einfachen Kenntnissen aufbauen, wie ein Computerprogramm funktioniert.
Bevorzugt ist naturgemäß die grafische Benutzeroberfläche selbst erklärend.
[0011] Die grafischen Symbole sind hierbei Grundelemente für die Gestaltung eines Programms
und umfassen Programmelemente und Verbindungselemente, die miteinander zu einer Symbolkette
kombinierbar sind. Das Programmelement entspricht einem Programmschritt und das Verbindungselement
verbindet zwei Programmelemente miteinander. Das Resultat der Verkettung von zumindest
zwei Programmelementen ist die Symbolkette. Somit ist eine Programmausführung, die
ein Ausführen einer Abfolge von Programmschritten darstellt, auffassbar als Ausführen
von Übergängen von einem Programmelement zum nächsten, bis die gesamte Symbolkette
und das damit verbundene Programm abgearbeitet ist.
[0012] Das Programm wird bevorzugt durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen
Benutzeroberfläche auch begonnen und/oder beendet. Diese Mittel umfassen zumindest
einen Arbeitsbereich zum Anordnen der grafischen Symbole, zumindest ein Fenster zum
Anordnen der Arbeitsbereiche, sowie ein als "Ziehen und Loslassen" (englisch: "Drag
and Drop") bezeichnetes Vorgehen, bei dem ein grafisches Symbol von einem AusgangsBereich
an einen Ziel-Bereich hinbewegt bzw. hinkopiert wird, wobei beide Bereiche der grafischen
Benutzeroberfläche angehören. Der Zugang zu einem Kontingent an grafischen Symbolen
zur Gestaltung der Programme wird von der grafischen Benutzeroberfläche in Form einer
Symbolbibliothek zur Verfügung gestellt.
[0013] Als Arbeitserleichterung für den Nutzer ist ein Erstellen selbstdefinierter grafischer
Symbole vorgesehen. Ein Programm, repräsentiert durch eine Symbolkette, die aus mindestens
zwei, über Verbindungselemente gekoppelten Programmelementen besteht, kann als neues,
nutzereigenes Programmelement definiert werden, indem ihm ein weiteres grafisches
Symbol zugeordnet wird. Dieses Programmelement ist als solches ausführbar, ist aber
auch in einem weiteren Programm einsetzbar und daher zur Gestaltung komplexerer Programme
nutzbar. Auf diese Weise sind hierarchische Programmstrukturen gestaltbar. Das neue
Programmelement kann der Symbolbibliothek hinzugefügt werden und steht somit auch
für weitere Programmkonfigurationen zur Verfügung.
[0014] Die physikalische Handhabung der Bedieneinrichtung ist durch Mittel zum Bedienen
der grafischen Benutzeroberfläche gewährleistet, die einen Tastbildschirm und/oder
ein Tastenfeld umfassen. Der Tastbildschirm bietet, über die Funktionalität eines
modernen Computerbildschirms hinaus, umfangreiche Bedienmöglichkeiten, die weitgehend
eine Computer- Maus ersetzen können. Alternativ zum Tastbildschirm ist auch eine Kombination
aus einem LCD-Bildschirm und einem mausersetzenden Touchpad einsetzbar. Alle Informationen
zum Programmablauf bzw. zu Status und Betrieb des Haushaltsgeräts sind im Tastbildschirm,
bzw. im LCD-Bildschirm anzeigbar. Ergänzend dazu ist optional ein Tastaturfeld zur
alphanumerischen Eingabe vorgesehen, wobei dieses auch als Teil der grafischen Benutzeroberfläche
ausgebildet sein kann.
[0015] Die Schritte für das Bedienen des Haushaltsgeräts sehen wie folgt aus:
- a) Auswählen der grafischen Symbole aus einer Symbolbibliothek;
- b) Konfigurieren des Programms durch Verbinden und/oder Verschieben der grafischen
Symbole;
- c) Beginnen des Programms durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche;
- d) Beenden des Programms durch Ausführen des Programms oder durch Betätigen der Mittel
zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche.
[0016] Die Erfindung stellt somit eine effiziente Möglichkeit dar, die Nutzerfreundlichkeit
der Bedieneinrichtung eines Haushaltsgeräts zu verbessern. Eine Reduktion der Montagekosten
aufgrund der kompakten Bausweise sowie eine erhöhte Betriebssicherheit bzw. niedrige
Ausfallwahrscheinlichkeit durch weitgehenden Verzicht auf mechanische, einem erhöhten
Verschleiß ausgesetzte Komponenten zählen zu den weiteren Vorzügen der Erfindung.
[0017] Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung unter Bezug auf die
Zeichnungen beschrieben, in der
- Fig. 1
- ein Schaubild der Komponenten eines erfindungsgemäßen Haushaltsgeräts mit dem Signalfluss
zeigt,
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Bedienen des Haushaltsgeräts
zeigt.
[0018] Fig. 1 zeigt schematisch ein Haushaltsgerät 10, in dem eine Bedieneinrichtung 12,
ein Speicher 14 mit einem Programm und eine Hardware des Haushaltsgeräts 16 angeordnet
sind. Die Bedieneinrichtung 12 ist in der Lage, mit dem im Speicher 14 abgelegten
Programm zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Die Bedieneinrichtung 12
versendet an den Speicher 14 Konfigurationsdaten des Programms sowie einen Befehl
zum Beginnen und ggf. einen Befehl zum Beenden des Programms. Das im Speicher 14 abgelegte
Programm versendet während der Ausführung Statusinformationen, die von der Bedieneinrichtung
12 angezeigt werden. Ferner ist der Speicher 14 mit der Hardware des Haushaltsgeräts
16 verbunden, wobei das Programm an die Komponenten Steuerbefehle versendet und entsprechende
Ausführungs- und Hardwarediagnose- Informationen zurückbekommt.
[0019] Die grafische Benutzeroberfläche 18, die vom Nutzer über einen Tastbildschirm 20
und ein Tastenfeld 22 bedient wird, ist das zentrale Element der Bedieneinrichtung
12. Die grafische Benutzeroberfläche 18 stellt mittels einer Symbolbibliothek 24 einen
Zugang zu grafischen Symbolen 26 zur Verfügung, die zu einer Symbolkette 28 angeordnet
und miteinander verbunden werden können.
[0020] Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren unter Bezug auf Fig. 2 als Funktionsweise
der Komponenten im erfindungsgemäßen Haushaltsgerät nach Fig. 1 beschrieben.
[0021] Der Normalzustand des Haushaltsgeräts 10 ist der inaktive Ruhezustand (Schritt S10).
Aus diesem Zustand heraus kann der Nutzer, mittels der Bedieneinrichtung 12, das Haushaltsgerät
in Betrieb nehmen (Schritt S12) um anschließend, ebenfalls mit Hilfe der Bedieneinrichtung
12, das im Speicher 14 abgelegte Programm zu konfigurieren (Schritt S14). Nach Fertigstellen
der Konfiguration kann das Programm gestartet werden (Schritt S16). Während des Programmbetriebs
(Schritt S18) wird das Programm bis zu seinem Ende (Schritt S20) ausgeführt, oder
es wird durch manuellen Zugriff des Nutzers mittels Bedieneinrichtung 12 beendet (Schritt
S20). Der Nutzer hat in jeder Situation die Möglichkeit, den Betrieb des Haushaltgeräts
mittels der Bedieneinrichtung 12 zu beenden und es in den Ruhezustand (Schritt S10)
überzuführen.
[0022] In der Konfigurationsphase (Schritt S14) kann der Nutzer das verfügbare Material
an grafischen Symbolen 26, mittels Ziehen und Loslassen, zu einer Symbolkette 28 zusammenstellen,
die einem Programm entspricht. Der Nutzer kann in dieser Phase die Symbolkette mittels
einer Kompilierung in eine Befehls-Folge überführen, die er mit Hilfe eines Texteditors
editieren kann. Dies schafft die Möglichkeit, Details am Programm zu konfigurieren,
die mit Hilfe der grafischen Benutzeroberfläche (18) (im grafischen Konfigurationsmodus)
nicht gestaltbar sind.
1. Haushaltsgerät (10), insbesondere Geschirrspülmaschine, mit einer Bedieneinrichtung
(12), wobei ein Programm des Haushaltsgeräts (10) als eine Abfolge einzelner Programmschritte
definiert ist, bei denen jeweils Arbeitsschritte des Haushaltsgeräts (10) durchgeführt
werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (12) Mittel zum Bedienen einer grafischen Benutzeroberfläche
(18) aufweist, an der grafische Symbole (26) bereitgestellt sind, die einzelne Programmschritte
repräsentieren und die durch Betätigen der Mittel zum Bedienen untereinander verbindbar
und/oder verschiebbar sind, wodurch das Programm mittels Anordnen der grafischen Symbole
(26) gestaltbar ist.
2. Haushaltsgerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche (18) ein
Beginnen und/oder ein Beenden des Programms auslösbar ist.
3. Haushaltsgerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Bedienen das Anordnen der grafischen Symbole (26) an der grafischen
Benutzeroberfläche (18) durch Ziehen und Loslassen ermöglichen.
4. Haushaltsgerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die grafische Benutzeroberfläche (18) den Zugang zu einer Symbolbibliothek zum Bereitstellen
der Symbole (26) ermöglicht.
5. Haushaltsgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die grafische Benutzeroberfläche (18) es ermöglicht, Programmen, die mittels Anordnen
von zumindest zwei grafischen Symbolen (26) gestaltet wurden, als Ganzen ein weiteres
grafisches Symbol zuzuordnen und es dann in die Systembibliothek aufzunehmen.
6. Haushaltsgerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche (18) einen Tastbildschirm
(20) und/oder ein Tastenfeld (22) umfassen.
7. Verfahren zum Bedienen eines Haushaltsgeräts (10), wobei ein Programm des Haushaltsgeräts
(10) durch Ausführen einer Abfolge einzelner Programmschritte durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Programm mittels Verbindens und/oder Verschiebens von grafischen Symbolen (26)
an einer grafischen Benutzeroberfläche (18), die die Programmschritte repräsentieren,
durch Betätigen von Mitteln zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche (18) erstellt
wird, und dass das Programm durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen
Benutzeroberfläche (18) begonnen und/oder beendet wird.
8. Verfahren zum Bedienen eines Haushaltsgeräts (10) nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) Auswählen der grafischen Symbole (26) aus einer Symbolbibliothek;
b) Konfigurieren des Programms durch Verschieben und/oder Verbinden der grafischen Symbole (26);
c) Beginnen des Programms, insbesondere durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche (18);
d) Beenden des Programms durch Ausführen des Programms oder durch Betätigen der Mittel zum Bedienen der grafischen Benutzeroberfläche (18).