[0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerätesystem mit einem ersten und einem zweiten
am oder im Ohr eines Benutzers tragbaren Hörhilfegerät, die jeweils einen Eingangswandler
zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Eingangssignal,
eine Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung und Verstärkung des elektrischen
Eingangssignals und Abgabe eines elektrischen Ausgangssignals und einen Ausgangswandler
zur Wandlung des elektrischen Ausgangssignals in ein von dem Benutzer als akustisches
Signal wahrnehmbares Ausgangssignal umfassen, wobei das Hörhilfegerätesystem ferner
Mittel zur drahtlosen Signalübertragung zwischen den Hörhilfegeräten umfasst.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines derartigen Hörhilfegerätesystems.
[0003] Aus der
EP 0 941 014 A2 ist ein Hörhilfegerätesystem mit einem ersten und einem zweiten am Kopf eines Benutzers
tragbaren Hörhilfegerät bekannt, bei dem zwischen den Hörhilfegeräten eine drahtlose
Signalübertragung erfolgt. Dadurch können beispielsweise Steuersignale zwischen den
Hörhilfegeräten übertragen werden, so dass beide Hörhilfegeräte im gleichen Betriebsmodus
betrieben werden.
[0004] Aus der
DE 31 09 049 C2 ist ein Hörhilfegerät mit einem Reed-Kontakt bekannt, durch das ein Magnetfeld einer
bestimmten Feldstärke in unmittelbarer Nähe zu dem Hörhilfegerät erkannt wird. Dies
wird verwendet um zu erkennen, ob sich das Hörhilfegerät in unmittelbarer Nähe zu
einem Telefonhörer, von dem ein Magnetfeld ausgeht, befindet. Dadurch kann bei dem
betreffenden Hörhilfegerät der Betriebsmodus "Telefonieren" automatisch eingestellt
werden.
[0005] Aus der
EP 1 398 994 A2 ist ein System und eine Methode zur selektiven Ankopplung von Hörgeräten an ein elektromagnetisches
Signal bekannt. Erkennt dabei ein Hörgerät eines Hörgerätesystems mit zwei Hörgeräten,
dass es ein starkes induktives Signal empfängt, so wird ein aus dem induktiven Signal
resultierendes elektromagnetisches Signal auf das zweite Hörgerät des Hörgerätesystems
übertragen und ggf. von diesem weiterverarbeitet. Dadurch wird insbesondere gewährleistet,
dass im Telefonmodus, in dem nur ein Hörgerät des Hörgerätesystems ein starkes induktives
Signal empfängt, auch in dem zweiten Hörgerät das an das erste Hörgerät übertragene
induktive Signal zur Verfügung steht.
[0006] Um die Lebensdauer der Spannungsquelle eines Hörhilfegerätes zu erhöhen ist es sinnvoll,
das Hörhilfegerät unmittelbar nach jeder Benutzung auszuschalten. Das Ausschalten
eines Hörhilfegerätes unmittelbar nach der Benutzung kann jedoch von dem Benutzer
leicht vergessen werden. Weiterhin können durch die bei Hörhilfegeräten angestrebte
Miniaturisierung nur sehr kleine Bedienelemente an einem Hörhilfegerät angebracht
werden, was deren Betätigung und somit auch ein manuelles Ausschalten erschwert.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei einem Hörhilfegerätesystem der eingangs
genannten Art eine einfach realisierbare und zuverlässige automatische Abschaltung
der Geräte vorzusehen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Hörhilfegerätesystem mit den Merkmalen gemäß Anspruch
1 gelöst. Ferner wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren mit den Verfahrensschritten
gemäß Anspruch 5.
[0009] Bei einem Hörhilfegerät wird mittels eines Eingangswandlers ein Eingangssignal aufgenommen
und in ein elektrisches Eingangssignal überführt. Üblicherweise dient als Eingangswandler
wenigstens ein Mikrofon, welches ein akustisches Eingangssignal aufnimmt und in ein
elektrisches Eingangssignal wandelt. Moderne Hörhilfegeräte umfassen häufig ein Mikrofonsystem
mit mehreren Mikrofonen, um einen von der Einfallsrichtung akustischer Signale abhängigen
Empfang, eine Richtcharakteristik, zu erreichen. Als Eingangswandler sind jedoch auch
Telefonspulen oder Antennen zur Aufnahme elektromagnetischer Eingangssignale und Wandlung
in elektrische Eingangssignale üblich. Die durch den Eingangswandler in elektrische
Eingangssignale gewandelten Eingangssignale werden zur Weiterverarbeitung und Verstärkung
einer Signalverarbeitungseinheit zugeführt. Die Weiterverarbeitung und Verstärkung
erfolgt zum Ausgleich des individuellen Hörverlustes eines Benutzers in der Regel
in Abhängigkeit der Signalfrequenz des Einganssignals. Die Signalverarbeitungseinheit
liefert an ihrem Ausgang ein elektrisches Ausgangssignal, welches über einen Ausgangswandler
dem Gehör des Hörhilfegeräteträgers zugeführt wird, so dass dieser das Ausgangssignal
als akustisches Signal wahrnimmt. Als Ausgangswandler werden üblicher Weise Hörer
verwendet, die ein akustisches Ausgangssignal erzeugen. Es sind jedoch auch Ausgangswandler
zur Erzeugung mechanischer Schwingungen bekannt, die direkt bestimmte Teile des Gehörs,
wie beispielsweise die Gehörknöchelchen, zu Schwingungen anregen. Weiterhin sind Ausgangswandler
bekannt, die direkt Nervenzellen des Gehörs stimulieren. Ein Hörhilfegerät umfasst
ferner eine Spannungsquelle (Batterie oder Akku) zur Spannungsversorgung der elektronischen
Komponenten. Weiterhin können auch Bedienelemente (Ein-/Ausschalter, Programmumschalter,
Lautstärkesteller etc.) vorhanden sein.
[0010] Ferner umfasst jedes Hörhilfegerät des erfindungsgemäßen Hörhilfegerätesystems eine
Signalübertragungs- und Steuereinrichtung, durch die Daten und Steuersignale zwischen
den Hörhilfegeräten übertragen werden können. Dadurch kann die Signalverarbeitung
der beiden Hörhilfegeräte aufeinander abgestimmt werden.
[0011] Darüber hinaus umfassen die Hörhilfegeräte gemäß der Erfindung jeweils eine Sensoreinrichtung,
durch die Magnetfelder, in denen sich die Hörhilfegeräte befinden und die eine bestimmte
Feldstärke übersteigen, erfasst werden können. Die Sensoreinrichtungen sind in besonders
einfacher Weise als Reed-Kontakte ausgeführt. Es kommen jedoch auch andere Magnetfeldsensoren,
z.B. Hallsensoren, in Betracht. Durch die jeweilige Sensoreinrichtung kann festgestellt
werden, ob sich das Hörhilfegerät in unmittelbarer Nähe zu einem Telefonhörer befindet,
von dem ein detektierbares Magnetfeld ausgeht, so dass das Hörhilfegerät ggf. automatisch
in den Betriebsmodus "Telefonieren" geschaltet werden kann. Die Empfindlichkeit der
Sensoren ist dabei so bemessen, dass nur dann ein Magnetfeld erkannt wird, wenn sich
der Sensor in unmittelbarer Nähe zu dem das Magnetfeld erzeugenden Magnet befindet.
Dadurch wird nur das Hörhilfegerät automatisch in den Telefon-Modus geschaltet, welches
das Ohr versorgt, an das auch der Telefonhörer gehalten wird. Das Hörhilfegerät, welches
das andere Ohr versorgt, wird hingegen nicht sofort automatisch in den Telefon-Modus
geschaltet.
[0012] Weiterhin ist es bei Hörhilfegeräten wünschenswert, dass sich diese unmittelbar nach
der Benutzung automatisch ausschalten. Dies kann ebenfalls mit einer Sensoreinrichtung
zum Erfassen eines äußeren Magnetfeldes erreicht werden. Befindet sich z.B. in einer
Aufbewahrungsbox für das betreffende Hörhilfegerät ein Permanentmagnet, so kann auch
hier durch eine entsprechende Sensoreinrichtung festgestellt werden, dass sich das
Hörhilfegerät in der Aufbewahrungsbox befindet, so dass das Hörhilfegerät automatisch
ausgeschaltet wird. Weiterhin ist es möglich, dass auch in ausgeschaltetem Zustand
die Sensoreinrichtung aktiv bleibt, wodurch auch ein automatisches Wiedereinschalten
des betreffenden Hörhilfegerätes nach der Herausnahme aus der Aufbewahrungsbox ermöglicht
wird. Der Stromverbrauch der Sensoreinrichtung im ausgeschalteten Zustand ist sehr
gering und kann daher vernachlässigt werden.
[0013] Problematisch wird es dann, wenn von einem Benutzer sowohl eine automatische Erkennung
der Hörsituation "Telefonieren" als auch ein automatisches Abschalten des Hörhilfegerätes
nach dem Hineinlegen in die Aufbewahrungsbox gewünscht wird.
[0014] Die Sensoreinrichtung kann nämlich beim Detektieren eines äußeren Magnetfeldes nicht
erkennen, welche der beiden oben genannten Situationen vorliegt.
[0015] Dieses Problem wird gemäß der Erfindung durch eine drahtlose Signalübertragung zwischen
den beiden Hörhilfegeräten gelöst. Dabei überträgt wenigstens eines der Hörhilfegeräte
die Information, ob ein äußeres Magnetfeld detektiert wird, auf das andere Hörhilfegerät.
In diesem liegt somit die Information über das Vorhandensein eines äußeren Magnetfeldes
von beiden Hörhilfegeräten vor. Wird ein Telefonhörer, von dem ein Magnetfeld ausgeht,
an ein mit einem betreffenden Hörhilfegerät versorgtes Ohr gehalten, so wird das Magnetfeld
nur von diesem Hörhilfegerät, bedingt durch den Abstand der beiden Hörhilfegeräte
jedoch nicht von dem in oder an dem anderen Ohr des Benutzers getragenen Hörhilfegerät
erkannt. Es wird somit festgestellt, dass die Hörsituation "Telefonieren" vorliegt
und an welches der beiden Hörhilfegeräte der Telefonhörer gehalten wird. Detektieren
hingegen beide Hörhilfegeräte in ihrer unmittelbaren Umgebung ein relativ starkes
Magnetfeld, so ist dies Hinweis darauf, dass sich die Hörhilfegeräte in der Aufbewahrungsbox
befinden und ausgeschaltet werden können.
[0016] Die Erfindung kann bei allen gängigen Hörhilfegerätetypen, wie hinter dem Ohr tragbaren
Hörhilfegeräten (HdO), in dem Ohr tragbaren Hörhilfegeräten (IdO) etc angewendet werden.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Dabei zeigen:
- Figur 1
- ein Hörhilfegerätesystem gemäß der Erfindung und
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm zur Durchführung eines Verfahrens gemäß der Erfindung.
[0018] Figur 1 zeigt ein Hörhilfegerätesystem mit einem ersten am Kopf eines Benutzers tragbaren
Hörhilfegerät 1 und einem zweiten am Kopf eines Benutzers tragbaren Hörhilfegerät
11. Die Hörhilfegeräte 1 und 11 umfassen jeweils ein Mikrofon 2 bzw. 12 zur Aufnahme
eines akustischen Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Eingangssignal.
Eine Signalverarbeitungseinheit 3 bzw. 13 dient zur Verarbeitung und frequenzabhängigen
Verstärkung des elektrischen Eingangssignals. Das von der Signalverarbeitungseinheit
3 bzw. 13 generierte elektrische Ausgangssignal wird von einem Hörer 4 bzw. 14 in
ein akustisches Ausgangssignal gewandelt und dem Gehör eines Benutzers zugeführt.
Die Signalverarbeitung in den Signalverarbeitungseinheiten 3 bzw. 13 kann durch die
Einstellung einer Vielzahl an Parametern an unterschiedliche Hörumgebungen angepasst
werden. Es existieren beispielsweise Hörprogramme bzw. Betriebsmodi "Sprache in Ruhe",
"Sprache in Störlärm", "Telefonieren" usw. Die Einstellung der Parameter der einzelnen
Hörprogramme sowie die Einstellungen zum individuellen Ausgleich des Hörverlustes
eines Benutzers erfolgt mittels der Signalübertragungs- und Steuereinheiten 5 bzw.
15, an die zur drahtlosen Datenübertragung die Sende- und Empfangsspulen 7 bzw. 17
angeschlossen sind, in Verbindung mit einem externen Programmiergerät (nicht dargestellt).
Weiterhin kann durch die Signalübertragungs- und Steuereinheiten 5 bzw. 15 der Zustand
von Reed-Kontakten 6 bzw. 16 abgefragt werden. Befinden sich die Reed-Kontakte 6 bzw.
16 in unmittelbarer Nähe zu einem Magnetfeld, dessen Feldstärke einen bestimmten Schwellenwert
übersteigt, so schließen sich die Reed-Kontakte 6 bzw. 16. Daraus erkennt das entsprechende
Hörhilfegerät in einfacher Weise, ob es sich in unmittelbarer Nähe zu einem Magnet
befindet. Erkennt eines der beiden Hörhilfegeräte 1 bzw. 11 in der angegebenen Weise,
dass es sich in einem Magnetfeld befindet, so wird diese Information mittels der Signalübertragungs-
und Steuereinheiten 5 bzw. 15 und der Sende- und Empfangsspulen 7 bzw. 17 auf das
andere Hörhilfegerät übertragen. Wird nur von einem der beiden Hörhilfegeräte ein
Magnetfeld erkannt, so wird dieses automatisch in den Betriebsmodus "Telefonieren"
überführt. Durch ein entsprechendes, an das andere Hörhilfegerät übertragenes Steuersignal
kann wahlweise auch dieses in einen an diese Hörsituation ("Telefonhörer am gegenüberliegenden
Ohr") angepassten Betriebsmodus überführt werden.
[0019] Wird jedoch von beiden Hörhilfegeräten 1 und 11 gleichzeitig ein Magnetfeld detektiert,
so kann daraus geschlossen werden, dass sich beide Hörhilfegeräte in einer mit wenigstens
einem entsprechenden Magnet ausgestatteten Aufbewahrungsbox befinden. Sobald diese
Situation erkannt wird, schalten sich die beiden Hörhilfegeräte 1 und 11 automatisch
ab. Vorteilhaft wird auch im abgeschalteten Zustand eine Reststromversorgung aufrechterhalten,
durch die der Zustand der Reed-Kontakte 6 und 16 weiterhin abgefragt werden kann.
Dadurch erkennen die Hörhilfegeräte 1 und 11, wenn sie aus der Aufbewahrungsbox entnommen
werden. Damit kann auch ein automatisches Wiedereinschalten der Hörhilfegeräte 1 und
11 realisiert werden. Manuell betätigbare Ein- und Ausschalter erübrigen sich dadurch.
[0020] Die Spannungsquellen 8 und 18 zur Spannungsversorgung der Hörhilfegeräte 1 und 11
sind vorzugsweise wiederaufladbar und die Aufbewahrungsbox für die Hörhilfegeräte
1 und 11 ist vorteilhaft zugleich als Ladegerät für die Spannungsquellen 8 und 18
ausgebildet. Damit werden die Hörhilfegeräte 1 und 11 bei der Aufbewahrung in der
Aufbewahrungsbox nicht nur automatisch ausgeschaltet, sondern darüber hinaus auch
nachgeladen.
[0021] Figur 2 zeigt ein Ablaufschema zum automatischen Erkennen der Hörsituation "Telefonieren"
sowie zum automatischen Abschalten zweier Hörhilfegeräte eines Hörhilfegerätesystems
gemäß der Erfindung. Dabei überwacht ein Hörhilfegerät eines betreffenden Hörhilfegerätesystems
permanent oder zyklisch das Vorhandensein eines äußeren Magnetfeldes. Solange kein
Magnetfeld detektiert wird, befindet sich das Hörhilfegerät im "normalen Betrieb".
Wird ein Magnetfeld erkannt, so wird diese Information auf das zweite Hörhilfegerät
im Hörhilfegerätesystem übertragen. Darüber hinaus überprüft das Hörhilfegerät, ob
auch das andere Hörhilfegerät des Hörhilfegerätesystems die Information sendet, dass
es sich in einem Magnetfeld befindet. Erkennt das andere Hörhilfegerät kein Magnetfeld,
so wird die Signalverarbeitungseinheit des Hörhilfegerätes in einen Telefonmodus überführt,
bei dem Parameter zur Steuerung der Signalverarbeitung speziell an die Hörsituation
"Telefonieren" angepasst sind. Darüber hinaus wird ein Informationssignal an das zweite
Hörhilfegerät übertragen, aus dem hervorgeht, dass sich das erste Hörhilfegerät im
Betriebsmodus "Telefonieren" befindet. Gegebenenfalls kann dann auch das zweite Hörhilfegerät
in einen an diese Betriebsart angepassten Betriebsmodus überführt werden.
[0022] Wird erkannt, dass sich beide Hörhilfegeräte gleichzeitig in einem Magnetfeld befinden,
so ist dies ein Hinweis darauf, dass sich die Hörhilfegeräte in einer mit wenigstens
einem Permanentmagnet ausgestatteten Aufbewahrungsbox befinden. Die Hörhilfegeräte
werden daraufhin in einen Abschaltbetrieb überführt, in dem die Hörhilfegeräte weitgehend
abgeschaltet sind und lediglich eine Reststromversorgung für die Sensoreinrichtung
aufrechterhalten wird. Sobald kein äußeres Magnetfeld mehr anliegt, erkennt das betreffende
Hörhilfegerät, dass es wieder aus der Aufbewahrungsbox entnommen wurde. Es schaltet
es sich dann augenblicklich selbsttätig ein.
[0023] Durch den gezeigten Ablauf erkennen die Hörhilfegeräte in einfacher Weise sowohl
ob sie sich in der Aufbewahrungsbox befinden als auch ob die Hörsituation "Telefonieren"
vorliegt. In jedem Hörhilfegerät ist für diese Unterscheidung lediglich ein einziger
Magnetfeldsensor erforderlich.
1. Hörhilfegerätesystem mit einem ersten und einem zweiten am oder im Ohr eines Benutzers
tragbaren Hörhilfegerät (1, 11), die jeweils einen Eingangswandler (2, 12) zur Aufnahme
eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Eingangssignal, eine Signalverarbeitungseinheit
(3, 13) zur Verarbeitung und Verstärkung des elektrischen Eingangssignals und Abgabe
eines elektrischen Ausgangssignals und einen Ausgangswandler (4, 14) zur Wandlung
des elektrischen Ausgangssignals in ein von dem Benutzer als akustisches Signal wahrnehmbares
Ausgangssignal umfassen, wobei das Hörhilfegerätesystem ferner Mittel (5, 7; 15, 17)
zur drahtlosen Signalübertragung zwischen den Hörhilfegeräten (1, 11) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Hörhilfegeräte (1, 11) eine Sensoreinrichtung zum Erkennen eines äußeren
Magnetfeldes, das eine bestimmte Feldstärke übersteigt, aufweist, wobei Daten bezüglich
des Vorhandenseins eines äußeren Magnetfeldes von wenigstens einem der Hörhilfegeräte
(1, 11) auf das andere (11, 1) übertragbar sind, wobei eines der Hörhilfegeräte (1,
11) automatisch in einen an die Hörsituation "Telefonieren" angepassten Betriebsmodus
schaltbar ist, wenn dessen Sensoreinrichtung ein Magnetfeld erkennt und gleichzeitig
das zweite Hörhilfegerät kein Magnetfeld erkennt und wobei beide Hörhilfegeräte (1,
11) automatisch ausschaltbar sind, wenn deren Sensoreinrichtungen gleichzeitig jeweils
ein Magnetfeld erkennen.
2. Hörhilfegerätesystem nach Anspruch 1, wobei die Sensoreinrichtung einen Reed-Kontakt
(6, 16) umfasst.
3. Hörhilfegerätesystem nach Anspruch 1, wobei die Sensoreinrichtung einen Hall-Sensor
umfasst.
4. Hörhilfegerätesystem nach Anspruch 1, wobei die Hörhilfegeräte (1, 11) jeweils wenigstens
eine wiederaufladbare Spannungsquelle (8, 18) umfassen und wobei die Hörhilfegeräte
(1, 11) automatisch in einen Betriebsmodus zum Wiederaufladen der Spannungsquellen
(8, 18) schaltbar sind, wenn deren Sensoreinrichtungen gleichzeitig jeweils ein Magnetfeld
erkennen.
5. Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätesystems mit einem ersten und einem zweiten
am oder im Ohr eines Benutzers tragbaren Hörhilfegerät (1, 11), wobei in jedem der
beiden Hörhilfegeräte (1, 11) jeweils ein Eingangswandler ein Eingangssignal aufnimmt
und in elektrisches Eingangssignal wandelt, eine Signalverarbeitungseinheit (3, 13)
das elektrische Eingangssignal verarbeitet und ein elektrisches Ausgangssignal erzeugt
und ein Ausgangswandler (4, 14) das elektrische Ausgangssignal in ein von dem Benutzer
als akustisches Signal wahrnehmbares Ausgangssignal wandelt, und wobei zwischen den
Hörhilfegeräten (1, 11) eine drahtlose Signalübertragung erfolgt, dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Hörhilfegerät (1, 11) das Vorhandensein eines äußeres Magnetfeldes, das eine
bestimmte Feldstärke übersteigt, erkennt und Daten bezüglich des Vorhandenseins eines
äußeren Magnetfeldes von wenigstens einem der Hörhilfegeräte (1, 11) auf das andere
übertragen werden, wobei ein Hörhilfegerät (1) automatisch in einen an die Hörsituation
"Telefonieren" angepassten Betriebsmodus schaltet, wenn dieses ein Magnetfeld erkennt
und gleichzeitig das andere Hörhilfegerät (11) kein Magnetfeld erkennt und wobei beide
Hörhilfegeräte (1, 11) automatisch ausgeschaltet werden, wenn diese gleichzeitig ein
Magnetfeld erkennen.