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(11) |
EP 2 029 468 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.05.2017 Patentblatt 2017/18 |
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Anmeldetag: 23.05.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2007/004538 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2007/137737 (06.12.2007 Gazette 2007/49) |
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VERFAHREN ZUM BESTIMMEN DES VERSCHLIESS-ENDMOMENTS BEIM VERSCHLIESSEN VON FLASCHEN
ODER DERGLEICHEN BEHÄLTER
METHOD FOR DETERMINING THE FINAL CAP TORQUE REQUIRED FOR CAPPING BOTTLES OR LIKE CONTAINERS
PROCÉDÉ DE DÉTERMINATION DU COUPLE FINAL DE FERMETURE LORS DE LA FERMETURE DE BOUTEILLES
OU DE CONTENANTS SIMILAIRES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Priorität: |
31.05.2006 DE 102006025811
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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04.03.2009 Patentblatt 2009/10 |
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Patentinhaber: KHS GmbH |
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44143 Dortmund (DE) |
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Erfinder: |
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- SCHULZ, Enrico
81927 München (DE)
- LORENZ, Karl
55585 Niederhausen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 639 529 WO-A-2004/085304 US-A1- 2003 041 560
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EP-A1- 1 249 426 FR-A1- 2 856 394
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Bei Behältern, beispielsweise Flaschen, mit Schraubverschlüssen ist es erwünscht,
dass der Verbraucher zur Öffnung solcher Verschlüsse nur eine bestimmte Kraft, d.h.
nur ein bestimmtes, maximales Öffnungsmoment aufbringen muss, derartige Schraubverschlüsse
also nicht zu fest verschlossen sind. Allerdings ist es auch zwingend erforderlich,
dass Schraubverschlüsse ausreichend fest mit dem jeweiligen Behälter verschraubt sind,
um einen dichten Abschluss zu erreichen und beispielsweise das Entweichen von Inhaltsstoffen,
z.B. Kohlensäure, aber auch das Eindringen von Fremdstoffen, beispielsweise schädlichen
Keimen in den original verschlossenen Behälter zuverlässig zu vermeiden.
[0002] Aufgrund der Eigenschaften der Kombination Schraubverschluss und Behälter einerseits,
und bedingt durch den Aufbau und die Ansteuerung der zum Verschließen verwendeten
motorisch angetriebenen Verschließeinheiten ist das zum Öffnen eines Behälters benötigte
Moment bzw. Öffnungsmoment durch das maximale Moment (nachstehend Verschließ-Endmoment)
beim Verschrauben bzw. Verschließen des Behälters bestimmt.
[0003] Um den vorstehenden Anforderungen hinsichtlich Produktionssicherheit und Verbraucherfreundlichkeit
zu entsprechen, ist es erforderlich, das maximale Verschließ-Endmoment entsprechend
einzustellen. Weiterhin ist es auch erwünscht, die Öffnungsmomente aller verschlossener
Behälter innerhalb enger Toleranzgrenzen zu halten.
[0004] Bekannt ist es, das Verschließ-Endmoment bei motorisch angetriebenen Verschließeinheiten
einer Verschließmaschine empirisch einzustellen, und zwar beispielsweise dadurch,
dass in einer Einstell- oder Abgleichphase mehrere Behälter mit der jeweils einzustellenden
Verschließeinheit verschlossen und anschließend von Hand wieder geöffnet werden und
hierbei das Öffnungsmoment mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Torquemeter) gemessen
wird. Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist in der
WO 2004/085304 gezeigt. Durch einen Vergleich des Soll-Wertes des Öffnungsmomentes mit dem gemessenen
Ist-Wert dieses Momentes wird dann ggf. unter Berücksichtigung der Messwerte weiterer
Versuche die jeweilige Verschraub- oder Verschließeinheit eingestellt. Nachteilig
hierbei ist u.a., dass für diese Einstellung die Messung von Hand durch geschultes
Personal erforderlich ist, welches auch in der Lage ist, aus den Messwerten Rückschlüsse
für die Einstellung der jeweiligen Verschließeinheit zu ziehen. Nachteilig ist weiterhin,
dass die Messergebnisse beim Öffnen der Behälter während der Abgleichphase sehr ungenau
sind, und zwar allein schon wegen der manuell ausgeführten Öffnungsbewegung, die grundsätzlich
nicht konstant bzw. kontinuierlich erfolgen kann.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem der Abgleich rein
maschinell erfolgen kann. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren entsprechend
dem Patentanspruch 1 ausgebildet.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass für den Abgleich auch mehrerer
Verschraub- oder Verschließeinheiten einer Verschließmaschine praktisch kein Personal,
auf jeden Fall kein Personal erforderlich ist, welches von Hand spezielle Messungen
durchführen muss.
[0007] Weiterhin ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren in sehr viel kürzerer Zeit einen
Abgleich der Verschraub- oder Verschließeinheiten und führt zu reproduzierbaren Ergebnissen
bei geringeren Kosten.
[0008] Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine mit einem Schraubverschluss verschlossene Flasche;
- Fig. 2
- in vereinfachter Darstellung und in Draufsicht eine Verschließmaschine umlaufender
Bauart;
- Fig. 3
- eine der Verschraub- oder Verschließeinheiten der Verschließmaschine der Figur 2,
mit Verschraubspindel und mit zugehörigem Antrieb;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines dreigängigen Schraubverschlusses mit Zweidrittelwindungen;
- Fig. 5
- Diagramme der Winkelgeschwindigkeit sowie des Drehmomentes beim Verschließen, in Abhängigkeit
vom Dreh- bzw. Schraubwinkel.
[0010] In den Figuren ist 1 ein Behälter in Form einer Flasche, die durch einen aufgeschraubten,
in der Fig1 geschnitten dargestellten Verschluss 2 in Form einer Kappe verschlossen
ist. Das Verschließen der Flaschen 2 erfolgt in der dem Fachmann grundsätzlich bekannten
Weise in einer Verschließmaschine 3, von der in der Figur 2 nur schematisch ein um
eine vertikale Maschinenachse umlaufend angetriebener Rotor 4 dargestellt ist, an
dessen Umfang mehrere Verschließpositionen 5 gebildet sind. Die zu verschließenden
Flaschen 1 werden jeweils einer Verschließposition 5 an einem Flascheneinlauf 3.1
des Verschließers zugeführt. Die verschlossenen Flaschen 1 werden an einem Flaschenauslauf
3.2 einer weiteren Verwendung zugeführt.
[0011] Auf dem Winkelbereich der Drehbewegung (Pfeil A) des Rotors 4 zwischen dem Flascheneinlauf
3.1 und dem Flaschenauslauf 3.2 wird auf jede Flasche 1 ein Verschluss 2 aufgesetzt
und dieser dann auf das an der jeweiligen Flaschenmündung gebildete Gewinde 1.1 aufgeschraubt,
und zwar mit einem Verschließ-Endmoment, welches u.a. unter Berücksichtigung verschiedener
Flaschen- oder Verschlussparameter, wie Anzahl der Gewindegänge und der Steigung des
Gewindes 1.1, unter Berücksichtigung von Materialparameter usw. ein Öffnungsmoment
bedingt, welches von dem jeweiligen Benutzer beim Öffnen der Flasche 1 bzw. des Verschlusses
2 aufgebracht werden muss und somit eine Funktion des Verschließmomentes ist.
[0012] Zum Aufbringen der Verschlüsse 2 auf die Flaschen 1 weist jede Verschließposition
5 in der dem Fachmann ebenfalls bekannten Weise eine Verschließeinheit 6 mit Schraubspindel
oder Verschließkopf 7 mit zugehörigem Antrieb auf, mit dem (Schraubkopf) der jeweilige
Verschluss 2 auf das Gewinde 1.1 an der Flaschenmündung aufgeschraubt wird. Jede Verschließeinheit
6 ist individuell ansteuerbar, und zwar zur Erzielung eines, dem jeweils gewünschten
Öffnungsdrehmomentes entsprechenden Verschließ-Endmomentes beim Verschließen, wie
dies nachstehend noch näher erläutert wird. Vorzugsweise handelt es sich bei den,
den einzelnen Verschließeinheiten 6 zugeordneten Antrieben um solche Antriebe, welche
eine individuelle, von den anderen Antrieben unabhängige Einstellung von Drehzahlen,
Drehrichtungen und/oder Drehmomenten erlauben. Dabei kann es sich z.B. um bekannte
Servo-, Schritt- oder Synchronmotoren handeln, bei welchen die gewünschten Betriebsparameter
in gesteuerter und/oder geregelter Weise vorgegeben und realisiert werden können.
[0013] Bei einer Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt beispielsweise ein
individueller Abgleich (Tuning) der einzelnen Verschließeinheiten 6 bzw. deren Antriebe,
und zwar in der Form, dass zunächst unter Berücksichtigung bekannter Parameter, wie
z. B. solcher betreffend die Ausbildung und/oder Geometrie des Gewindes 1.1, die Ausbildung
und Geometrie der Verschlüsse 2, die Art der jeweils verwendeten Materialien usw.,
sowie unter Berücksichtigung des gewünschten Öffnungsmomentes das Verschließ-Endmoment
bzw. das diesem entsprechende Moment am Schraub- oder Verschließkopf 7 berechnet wird,
und zwar beispielsweise anhand eines mathematischen Modells, welches auch die mechanischen
und/oder elektromagnetischen Gegebenheiten der Verschließeinheiten 6 abbildet bzw.
berücksichtigt.
[0014] Mit dieser Moment-Vorgabe erfolgt dann ein individueller Abgleich der Verschließeinheiten
6 an jeder Verschließposition 5 durchgeführt, und zwar derart, dass bei diesem Tuning
eine Flasche 1 mit der errechneten Moment-Vorgabe bzw. mit diesem errechneten Moment
verschlossen und anschließend wieder geöffnet wird. Die dabei auftretenden Momente,
Drehzahlen und Drehwinkel werden durch eine entsprechende Sensorik erfasst, aufgezeichnet
bzw. für nachfolgende Berechnungen und Optimierungen gespeichert.
[0015] Speziell die Messung der Momente kann durch geeignete Vorrichtungen, beispielsweise
Drehmomentdosen, Dehnungsmessstreifen, aber auch indirekt durch die Messung des Motorstromes
des Antriebs der jeweiligen Verschließeinheit 6 erfolgen. Grundsätzlich kann es ausreichend
sein, jeweils den Maximalwert der Drehmomente, Drehzahlen und/oder Drehwinkel zu erfassen
und zu speichern.
[0016] Bei der Bestimmung der Drehmomente durch Messung des Motorstromes werden beispielsweise
der Maximalwert des Stromes am Ende des Verschließens (als Messgröße für das Verschließ-Endmoment)
sowie auch der Maximalwert des Stromes beim Öffnen (als Messgröße für das Öffnungsmoment)
ermittelt. Weiterhin wird die Öffnungsdrehzahl ermittelt. Anhand einer für den jeweiligen
Antriebsmotor spezifischen Strom-Drehmoment-Kennlinie des Antriebsmotors und unter
Berücksichtigung der vorhandenen Getriebeübersetzung kann dann das das von der Verschließeinheit
6 bzw. deren Kopf 7 auf den Verschluss 2 ausgeübte Drehmoment beim Verschließen und
Öffnen mit hinreichender Genauigkeit berechnet werden.
[0017] Das beispielsweise anhand der Modellrechnung oder empirisch bestimmte ursprüngliche
Verschließ-Moment wird dann für jede Verschließeinheit 6 individuell anhand der während
der Abgleich- oder Tuningphase beim Öffnen ermittelten Messwerte, insbesondere anhand
des ermittelten Öffnungs-Drehmomentes so korrigiert, dass das aus dem Verschließ-Endmoment
resultierende Öffnungsmoment dem gewünschten Wert entspricht. Diese Korrektur erfolgt
beispielsweise durch Multiplikation des ursprünglich berechneten oder empirisch festgelegten
Verschließ-Endmomentes mit einem Korrekturfaktor, der dem Quotienten aus dem Sollwert
für das Öffnungsmoment und dem während der Abgleich-Phase ermittelten Ist-Wert des
Öffnungsmomentes entspricht.
[0018] Nach dem Abgleich bzw. Tuning sämtlicher Verschließeinheiten 6 an den Verschließpositionen
5, d.h. nach Beendigung der Abgleichphase erfolgt dann in einer anschließenden Produktionsphase
das Verschließen der Flaschen 1 mit den Verschlüssen 2 durch Verschrauben in der Weise,
dass sich für jede Flasche 2 ein Öffnungsdrehmoment mit dem gewünschten Wert ergibt.
[0019] Hierbei besteht insbesondere die Möglichkeit, die Anpassung der einzelnen Verschließeinheiten
6 so vorzunehmen, dass ursprüngliche Verschließ-Endmoment für die Verschließelemente
6 sämtlicher Verschließpositionen 5 als gemeinsamer Wert in einer Steuereinheit 8
abgelegt wird und für jede Verschließeinheit 6 individuell der Korrektur- bzw. Tuningfaktor.
[0020] Bei Elektroantrieben mit gleichstrommaschinen-ähnlichem Betriebsverhalten ist die
Strom-Drehmoment-Kennlinie in der Regel auch abhängig von der Drehzahl, so dass bei
der Bestimmung des Drehmomentes, insbesondere auch des maximalen Öffnungsmomentes
die Drehzahl der jeweiligen Verschließeinrichtung 6 bzw. des Kopfes 7 berücksichtigt
wird.
[0021] Weiterhin ist das Drehmoment auch abhängig von der jeweiligen Einbausituation und
den spezifischen mechanischen Gegebenheiten einer jeden Verschließeinheit 6, so dass
es für die Verbesserung des Abgleichs zumindest sinnvoll ist, durch Messung des Leerlaufstromes,
das Leerlaufdrehmoment jeder einzelnen Verschließeinheit 6 zu ermitteln und in dem
Speicher der Steuereinrichtung 8 individuell für jede Verschließeinheit 6 abzulegen,
so dass dieses Leerlaufdrehmoment dann bei der Ermittlung des Korrektur- oder Tuningfaktors
jeder Verschließeinheit und/oder aber später in der Produktionsphase beim Verschließen
der Flaschen 1 mit dem korrigierten Ausgangswert des Verschließ-Endmomentes zusätzlich
zu dem jeweiligen Korrekturfaktor berücksichtigt werden kann.
[0022] Für die Ermittlung des Tuning-Faktors ist es lediglich erforderlich, den jeweiligen
Verschluss 2 an der betreffenden Flasche 1 zu lockern, wozu eine Drehbewegung um einen
geringen Winkelbetrag, beispielsweise 90° ausreichend ist. Durch eine Absenkung der
Drehzahl des Rotors 4 der Verschließmaschine 3 während der Ermittlung des Tuningfaktors,
wird es ermöglicht, die betreffende Flasche 2 während ihres weiteren Durchlaufs durch
die Verschließmaschine 3 nach dem Öffnen wieder zu verschließen, so dass auch während
des Abgleichs anfallender Ausschuss vermieden wird.
[0023] Bei dem beschriebenen Abgleich bzw. bei der beschriebenen Ermittlung des Korrekturfaktors
können weiterhin auch Messwerte berücksichtigt werden, die per Hand außerhalb der
Verschließmaschine beispielsweise durch Messen des Öffnungsdrehmomentes ermittelt
wurden. Weiterhin lassen sich auch durch den Vergleich verschiedener Öffnungsmethoden,
nämlich beispielsweise der Öffnung durch die jeweilige Verschließeinheit 6 und durch
die Öffnung außerhalb der Verschließmaschine 3 per Hand weitere Faktoren oder Erkenntnisse
ermitteln, die für den Abgleich bzw. für die Ermittlung des Korrektor- oder Tuningfaktors
verwendet werden können.
[0024] Der zum Aufschrauben des jeweiligen Verschlusses 2 auf eine Flasche 1 bis zum endgültigen
Verschließen erforderliche Verschraubwinkel ist ganz entscheidend beeinflusst durch
die Geometrie des Verschlusses 2 bzw. des Gewindes 1.1. Das anschließende Beispiel
eines dreigängigen Verschlusses mit Zweidrittelwindungen in der Draufsicht verdeutlicht
dies.
[0025] Wird mit N
G die Anzahl der Gewindegänge und mit N
W die Anzahl der Windungen eines Gewindeganges bezeichnet, dann entspricht die mit
T bezeichnete Gewindeteilung dem Winkel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gewindeanfängen
und berechnet sich aus dem Verhältnis des Vollwinkels zur Anzahl der Gewindegänge:

[0026] Der maximale Verschraubwinkel entspricht der Windungszahl eines Ganges in rad:

[0027] Der minimale Verschraubwinkel ist um eine Teilung kleiner, als der maximale:

[0028] Das anschließende Beispiel eines dreigängigen Verschlusses mit Zweidrittelwindungen
in der Draufsicht verdeutlicht dies. Die übereinander liegenden Gewindegänge wurden
zur besseren Darstellung ineinander gezeichnet, wobei der weiße Punkt dem Gewindeanfang
und der schwarze Punkt dem Gewindeende entspricht.
[0029] Den Verschraubvorgang kann man sich nun so vorstellen, dass ein gedachter Punkt des
Flaschengewindes an jeder beliebigen Stelle der jeweils äußersten Linien angreifen
kann. Durch die Drehung im mathematisch negativen Sinn wird zugeschraubt. Erreicht
der gedachte Flaschengewindepunkt die schwarz dargestellte Endlage, beginnt die Verspannung
von Verschluss und Flasche.
[0030] Die Figur 5 zeigt in den Diagrammen a bzw. b den typischen Verlauf der Winkelgeschwindigkeit
der jeweiligen Verschließeinheit 6 bzw. des Kopfes 7 und des auf einen Verschluss
2 übertragenen Drehmomentes beim Verschließen einer Flasche 1 mit dem Verschluss während
der Produktionsphase.
[0031] Wie im Diagramm a dargestellt, erfolgt zunächst bei einer im Wesentlichen konstanten
Dreh- oder Winkelgeschwindigkeit w die Übernahme des jeweiligen Verschlusses 2 durch
eine Verschließeinheit 6 und dann das Aufsetzen des Verschlusses 2 auf die jeweilige
Flasche 1. Das Verschrauben erfolgt dann bei erhöhter Winkelgeschwindigkeit ω, wobei
auch entsprechend dem Diagramm b das Drehmoment mit zunehmendem Verschraubwinkel ϕ
zunimmt. Sobald ein Umschaltmoment erreicht ist, wird die Drehgeschwindigkeit w der
Verschließeinrichtung 6 reduziert, bis dann bei Erreichen eines Verschließ-Endmomentes
eine Reduzierung auf den Wert Null erfolgt, und zwar unter Aufrechterhaltung des Verschließ-Endmomentes,
so dass noch ein Nachdrehen des Verschlusses 2 bei einem Angleich der Gewindegänge
erfolgen kann und der Verschluss 2 dann mit dem dem gewünschten Öffnungsmoment entsprechenden
Verschließ-Endmoment auf die Flasche 1 bzw. auf das Gewinde 1.1 aufgedreht ist.
[0032] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht
sich, dass zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne dass hierdurch
der der Erfindung tragende Gedanke verlassen wird.
[0033] So wurde vorstehend davon ausgegangen, dass der Abgleich bzw. das Tuning jeweils
vor einer anschließenden Produktionsphase erfolgt. Grundsätzlich besteht auch die
Möglichkeit, diesen Abgleich beispielsweise kontinuierlich oder jeweils in bestimmten
Zeitintervallen während einer Produktionsphase vorzunehmen. Dieser periodische Abgleich
während einer Produktionsphase hat dann den Vorteil, dass bei dem Abgleich während
der Produktion eintretende Änderungen der Betriebsparameter, beispielsweise durch
Verschleiß bedingte Änderungen insbesondere an den Verschraub- und Verschließeinheiten
6 bzw. deren Köpfen 7 berücksichtigt werden und sich hierdurch eine besonders hohe
Produktionssicherheit ergibt.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Flasche
- 1.1
- Gewinde an der Flaschenmündung
- 2
- kappenartiger Verschluss
- 3
- Verschließmaschine
- 4
- Rotor
- 5
- Verschließpositionen
- 6
- Verschließeinheit mit Schraubspindel
- 7
- Antrieb der Verschließeinheit
- 8
- Steuereinheit
1. Verfahren zur Bestimmung des Verschließmomentes beim Verschließen von Flaschen oder
dergleichen Behälter mit aufschraubbaren Verschlüssen (2) unter Verwendung einer motorisch
angetriebenen Verschließeinheit (6) einer Verschließmaschine (3), bei dem in einer
Abgleichphase wenigstens ein Verschluss (2) eines zuvor verschlossenen Behälters (1)
wieder geöffnet, hierbei zumindest das für dieses Wiederöffnen erforderliche Öffnungsmoment
als korrigierender Wert ermittelt wird und das anschließende Verschließen der Behälter
(1) durch die Verschließeinheit (6) mit einem diesen korrigierenden Wert berücksichtigenden
Verschließ-Endmoment erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgleichphase der wenigstens eine Verschluss (2) durch die Verschließeinheit
(6) wieder geöffnet und hierbei zumindest das für dieses Wiederöffnen erforderliche
Öffnungsmoment der Verschließeinheit (6) und/oder eines Antriebes der Verschließeinheit
(6) als korrigierender Wert ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Beginn der Abgleichphase das Leerlaufmoment der wenigstens einen Verschließeinheit
(6) ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Leerlaufmoment bei der Bestimmung des korrigierten Verschließ-Endmoment berücksichtigt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Leerlaufmoment bei Bestimmung des Öffnungsmomentes während der Abgleichphase
berücksichtigt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus den beim Wiederöffnen des wenigstens einen Behälters (1) während der Abgleichsphase
ermittelten Messwerten ein Korrekturfaktor gebildet wird, mit dem ein ursprüngliches,
empirisch oder durch Berechnung ermitteltes Verschließ-Endmoment korrigiert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung einer Verschließmaschine (3) mit wenigstens zwei Verschließeinheiten
(5) der Abgleich für jede Verschließeinheit individuell erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für jede Verschließeinheit das Leerlaufmoment und/oder der Korrekturfaktor individuell
ermittelt und/oder gespeichert werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an eine Abgleichphase jeweils eine Produktionsphase anschließt, an der die Behälter
(1) mit dem korrigierten Verschließ-Endmoment verschlossen werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der Produktionsphase kontinuierlich oder in vorgegebenen Zeitabständen jeweils
ein Abgleich erfolgt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das korrigierte Verschließ-Endmoment durch die Multiplikation eines Ausgangs-Verschließ-Endmomentes
mit dem Korrekturfaktor erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturfaktor als Quotient aus einem gewünschten Wert für das Öffnungsmoment
und dem Wert des während der Abgleichsphase gemessenen Öffnungsmomentes ausgebildet
ist.
1. Method for determining the cap torque required for capping bottles or the like containers
with screw caps (2), using a motor-driven capping unit (6) of a capping machine (3),
with which, in a phase of adjustment, at least one cap (2) of a previously capped
container (1) is reopened, with in this situation at least the opening torque required
for the said reopening being determined as the corrective value and the subsequent
capping of the containers (1) being carried out by the capping unit (6) with a final
cap torque that takes into consideration this corrective value, characterised in that in the phase of adjustment the at least one cap (2) is reopened by the capping unit
(6), and in this situation at least the opening torque of the capping unit (6) and/or
of a drive of the capping unit (6) required for this reopening is determined as a
corrective value.
2. Method according to claim 1, characterised in that, at the beginning of the phase of adjustment, the no-load torque of the at least
one capping unit (6) is determined.
3. Method according to claim 2, characterised in that the no-load torque is taken into consideration in the determination of the corrected
final cap torque.
4. Method according to claim 2 or 3, characterised in that the no-load torque is taken into consideration in the determination of the opening
torque during the phase of adjustment.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, from the measured values determined at the reopening of the at least one container
(1) during the phase of adjustment, a corrective factor is formed, with which a final
cap torque is corrected, this torque being original, empirical, or determined by calculation.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, with the use of one capping machine (3) with at least two capping units (5), the
adjustment for each capping unit is carried out individually.
7. Method according to claim 6, characterised in that, for each capping unit, the no-load torque and/or the corrective factor are determined
and/or stored individually.
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that in each case a production phase follows on from a phase of adjustment, in which the
containers (1) are capped with the corrected final cap torque.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, during the production phase, in each case an adjustment takes place continuously
or at predetermined time intervals.
10. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the corrected final cap torque is determined by the multiplication of an initial
final cap torque by the corrective value.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the corrective value is formed as a quotient from a desired value for the opening
torque and the value of the opening torque measured during the phase of adjustment.
1. Procédé servant à définir le couple de fermeture lors de la fermeture de bouteilles
ou de contenants similaires avec des systèmes de fermeture (2) pouvant être vissés
en utilisant une unité de fermeture (6) entraînée par moteur électrique d'une machine
de fermeture (3), dans le cadre duquel, lors d'une phase de réglage, au moins un système
de fermeture (2) d'un contenant (1) fermé antérieurement est réouvert, dans le cas
présent au moins le couple d'ouverture requis pour la réouverture est déterminé en
tant que valeur de correction et la fermeture subséquente des contenants (1) est effectuée
par l'unité de fermeture (6) avec un couple final de fermeture tenant compte de ladite
valeur de correction, caractérisé en ce que lors de la phase de réglage, l'au moins un système de fermeture (2) est réouvert
par l'unité de fermeture (6), et en ce que dans le cas présent au moins le couple d'ouverture, requis pour ladite réouverture,
de l'unité de fermeture (6) et/ou d'un entraînement de l'unité de fermeture (6) est
déterminé en tant que valeur de correction.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le couple de marche à vide de l'au moins une unité de fermeture (6) est déterminé
au début de la phase de réglage.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le couple de marche à vide est pris en compte lors de la définition du couple final
de fermeture corrigé.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le couple de marche à vide est pris en compte au cours de la phase de réglage lors
de la définition du couple d'ouverture.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'est obtenu, à partir des valeurs de mesure déterminées lors de la réouverture de l'au
moins un contenant (1) au cours de la phase de réglage, un facteur de correction,
qui permet de corriger un couple final de fermeture initial déterminé de manière empirique
ou par calcul.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors de l'utilisation d'une machine de fermeture (3) à l'aide au moins de deux unités
de fermeture (5), le réglage est effectué pour chaque unité de fermeture de manière
individuelle.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que pour chaque unité de fermeture, le couple de marche à vide et/ou le facteur de correction
sont déterminés et/ou mémorisés de manière individuelle.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une phase de réglage est immédiatement suivie respectivement d'une phase de production,
lors de laquelle les contenants (1) sont fermés à l'aide du couple final de fermeture
corrigé.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au cours de la phase de production, respectivement un réglage est effectué en continu
ou à des intervalles de temps spécifiés.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le couple final de fermeture corrigé est effectué par la multiplication d'un couple
final de fermeture de départ au facteur de correction.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le facteur de correction est réalisé sous la forme d'un quotient entre une valeur
souhaitée pour le couple d'ouverture et la valeur du couple d'ouverture mesuré au
cours de la phase de réglage.
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