[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verschlussanordnung für ein Behältnis, welches
einen Hohlraum zur Aufbewahrung von Substanzen aufweist. Die Verschlussanordnung umfasst
ein Deckelelement, das in einer Einsetzrichtung in eine mit dem Hohlraum in Verbindung
stehende Öffnung des Behältnisses einsetzbar ist und diese in einer Verschlussstellung
verschließt, sowie wenigstens ein dem Deckelelement zugeordnetes Spannorgan, das dann,
wenn sich das Deckelelement in seiner Verschlussstellung befindet, in Eingriff mit
einem Wandabschnitt in der Nähe der Öffnung des Behältnisses bringbar ist.
[0002] Zur Analyse und Behandlung von Substanzen, insbesondere im biochemischen Bereich
zur Aufbewahrung von biochemischen Flüssigkeiten, werden besonders ausgebildete Behältnisse
zur Aufbewahrung der zu behandelnden Substanzen bzw. Flüssigkeiten benötigt. Dies
gilt beispielsweise speziell im Hinblick darauf, dass viele biochemischen Substanzen
auf Gründen der Haltbarkeit in flüssigem Stickstoff gelagert werden müssen und deswegen
Behältnisse zur Aufbewahrung solcher Flüssigkeiten bis zu den tiefen Temperaturen
von flüssigem Stickstoff (etwa -80°C) soweit dicht schließen müssen, dass das Eindringen
von fremden Substanzen sicher ausgeschlossen ist.
[0003] Biochemische Proben in flüssiger Form werden häufig in zylinderförmigen Röhrchen
aufbewahrt, die an einer ihrer Stirnseiten durch einen Deckel verschlossen sind. Die
derzeit gängigsten Verschlusssysteme für solche Aufbewahrungsröhrchen verwenden zum
Einen Schraubdeckel, die ggf. über zusätzliche O-Ring-Dichtungen am Stirnende des
Röhrchens gedichtet sind und zum Anderen Propfen aus weichelastischem Material, die
in die Öffnung eindrückt sind und durch Anlage ihrer Mantelaußenfläche mit der Innenwand
des Röhrchens für Dichtigkeit sorgen.
[0004] Insbesondere bei modernen vollautomatisch arbeitenden Vorrichtungen, die beispielsweise
immer mehr zur vollautomatischen Analyse bzw. Behandlung von Flüssigkeiten eingesetzt
werden, besteht Bedarf nach Behältnissen, welche vollautomatisch geöffnet und verschlossen
werden können, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich wären. Die genannten gängigen
Röhrchen-Verschlusssysteme sind hierzu jedoch nur schlecht geeignet, weil die zum
Verschrauben auszuführenden Drehbewegungen nicht ohne weiteres zum Umfang der Manipulationen
gehören, die durch automatisierte Flüssigkeitsbehandlungsvorrichtungen bereitstellbar
sind, und der vollautomatisierte Umgang mit weichelastischen Materialien wegen deren
Nachgiebigkeit ohnehin nur durch sehr aufwändige und trickreiche Maßnahmen gelingt.
[0005] Es stehen demgemäß derzeit nur Verschlussanordnungen zur Verfügung, die es erforderlich
machen, dass zum Öffnen und Schließen entweder tatsächlich manuelle Operationen durchgeführt
werden, oder aber aufwändige mechanische Vorrichtungen vorgesehen werden, um diese
manuellen Operationen zu automatisieren.
[0006] Ein Beispiel für gerade im biochemischen Bereich zur Behandlung bzw. Analyse von
Flüssigkeiten häufig Verwendung findende weitgehend automatisiert arbeitende Flüssigkeitsdosiervorrichtungen
sind Pipettierroboter. Heutige Pipettierroboter verfügen über eine Vielzahl von Pipettierkanälen,
die nebeneinander an einem Pipettierkopf angeordnet sind, der sich am Ende eines Roboterarms
befindet. Alle Pipettierkanäle werden gemeinsam durch den Arm bewegt, verfügen jedoch
über voneinander unabhängige Pipettiereinrichtungen. Somit können eine Vielzahl von
Flüssigkeitsproben parallel und unabhängig voneinander pipettiert werden. Voraussetzung
ist allerdings, dass für jeden Pipettierkanal die zu pipettierende Flüssigkeit in
einem nach oben offenen Behältnis bereitsteht. Da wie oben bereits angesprochen Flüssigkeitsproben
in der Regel in geschlossenen Behältnissen aufbewahrt werden, ist eine bislang zeitraubende
Vorbehandlung der Flüssigkeitsproben erforderlich, bevor der Pipettierroboter seine
vollautomatische Arbeit beginnen kann.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Verschlussanordnung für
ein Behältnis mit einem Hohlraum zur Aufbewahrung von Substanzen bereitzustellen,
welche ein möglichst einfaches Öffnen und Verschließen des Behältnisses auf vollautomatisiertem
Wege ermöglicht. Darüber hinaus soll ein zum Verschließen durch die Verschlussanordnung
geeignetes Behältnis bereitgestellt werden.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Verschlussanordnung für ein
Behältnis, welches einen Hohlraum zur Aufbewahrung von Substanzen aufweist, umfassend
ein Deckelelement, das in einer Einsetzrichtung in eine mit dem Hohlraum in Verbindung
stehende Öffnung des Behältnisses einsetzbar ist und diese in einer Verschlussstellung
verschließt, wenigstens ein dem Deckelelement zugeordnetes Spannorgan, das dann, wenn
sich das Deckelelement in seiner Verschlussstellung befindet, in Eingriff mit einem
Wandabschnitt in der Nähe der Öffnung des Behältnisses bringbar ist, und eine zu einer
von dem Hohlraum abgewandten Seite des Deckelements hin offene Aufnahme, in die ein
Betätigungsglied einer Flüssigkeitsdosiervorrichtung bis zu einer Position einfahrbar
ist, in der das Spannorgan durch das Betätigungsglied wenigstens im Sinne einer Freigabe
des Eingriffs mit dem Wandabschnitt betätigbar ist.
[0009] Der Hohlraum ist derjenige Hohlraum des Behältnisses, in welchem die Substanz aufbewahrt
wird. Die Substanz wird durch eine in der den Hohlraum umgebenden Wand ausgebildete
Öffnung in den Hohlraum eingebracht bzw. umgekehrt aus diesem entfernt. Diese Öffnung
ist in der Verschlussstellung durch das Deckelelement verschlossen, wobei der Verschluss
entweder bis zu hinab zu Temperaraturen, die bei Lagerung des Behältnisses in flüssigem
Stickstoff auftreten, luftdicht sein kann oder falls gewünscht so sein kann, dass
auch in der Verschlussstellung noch ein gewisser Luftaustausch zwischen dem Hohlraum
und der Umgebung möglich ist. Jedoch kann in der Verschlussstellung das Deckelelement
nicht aus der Öffnung entfernt werden. Dafür sorgt das Spannorgan, das in der Verschlussstellung
des Deckelelements in eine Lage bringbar ist, in der es eine sichere mechanische Kopplung
zwischen einem Randabschnitt des Deckelelements und einem die Öffnung umgebenden Randabschnitt
des Behältnisses gewährleistet. Das Spannorgan ist hierzu bevorzugt an einem Element
der Verschlussanordnung angebracht und weist eine Eingriffsanordnung auf, mit der
es zumindest in der Verschlussstellung in Eingriff mit einem Wandabschnitt des Behältnisses
gelangen kann. Bevorzugt befindet sich dieser Wandabschnitt in unmittelbarer Umgebung
der Öffnung.
[0010] Das Deckelelement kann unter Umständen ohne Zuhilfenahme weiterer Werkzeuge auf die
Öffnung aufgesetzt werden, wenn das Spannorgan, beispielsweise durch entsprechende
Vorspannung, so ausgebildet ist, dass es beim Aufsetzen selbsttätig in Eingriff mit
dem Wandabschnitt gelangt. Um jedoch das Deckelelement aus der Öffnung entfernen zu
können, muss das Spannorgan in eine Freigabestellung überführt werden, in welcher
sein Eingriff mit dem Wandabschnitt aufgehoben ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch
erreicht, dass ein Betätigungsglied einer Flüssigkeitsdosiervorrichtung von der von
dem Hohlraum abgewandten Seite her in eine durch die Verschlussanordnung gebildete
Aufnahme einfahrbar und dort in eine Andockstellungbringbar ist, in der das Betätigungsglied
das Spannorgan wenigstens in einem solchen Sinne betätigen kann, dass es außer Eingriff
mit dem Wandabschnitt gelangt.
[0011] Als Betätigungsglied ist bevorzugt ein Koppelelelement eines Pipettierkopfs einer
Pipettiervorrichtung vorgesehen, welcher wenigstens einen Pipettierkanal trägt. Das
Koppelelelement ist genau einem der Pipettierkanäle zugeordnet und wird normalerweise
durch eine darauf aufgesetzte Pipettenspitze bestückt. Die Aufnahme ist daher vorzugsweise
entsprechend dem Aufsteckende einer solchen herkömmlichen Pipettenspitze ausgebildet
und weist demensprechende Strukturen zur Ankoppeln an das Betätigungsglied bzw. zum
Abkoppeln von dem Betätigungsglied auf. Es sei darauf hingewiesen, dass im Stand der
Technik bereits Mechanismen vorgeschlagen wurden, die es gestatten, eine auf einen
Pipettierkanal aufgesteckte Pipettenspitze sicher an dem jeweiligen Koppelelement
des Pipettierkanals zu arretieren und durch aktives Erzeugen einer Abwurfkraft zuverlässig
von dem Pipettierkanal abzuwerfen. Ein solcher Mechanismus, der darauf beruht, dass
zum Ankoppeln einer Pipettenspitze ein O-Ring durch Ausüben einer in axialer Richtung
wirkenden Kraft gequetscht und damit in seiner radialen Ausdehnung vergrößert wird,
ist in der
EP 1 171 240 B2 der Anmelderin beschrieben, auf deren Offenbarung hiermit ausdrücklich Bezug genommen
wird. Die erfindungsgemäße Verschlussanordung kann beispielsweise so ausgestaltet
sein, dass ein einen jeweiligen Pipettierkanal einer Pipettiervorrichtung umgebender
Koppelabschnitt einer Pipettiereinheit, wie er in der
EP 1 171 240 B2 gezeigt ist, zum Aufsetzen der Verschlussanordnung samt Ineingriffbringen des Spannorgans
verwendet werden kann. Vor allem ist daran gedacht, zum Lösen des Eingriffs des Spannorgans
von der Wand des Behältnisses so vorzugehen wie ein der
EP 1 171 240 B2 beschrieben, nämlich nach Einfahren der Pipettiereinheit in die Aufnahme der Verschlussanordnung
den O-Ring des Pipettiereinheit zu quetschen und durch dessen damit einhergehende
radiale Vergrößerung das Spannorgan zu betätigen.
[0012] Die Betätigung des Spannorgans kann so sein, dass durch Quetschen des O-Rings der
Eingriff des Spannorgans mit dem Wandabschnitt überhaupt erst entsteht und der Eingriff
wieder gelöst wird, indem die auf den O-Ring einwirkende Kraft freigegeben wird. Noch
einfacher handhabbar ist die Verschlussanordnung allerdings, wenn eine Betätigung
des Quetschmechanismus für den O-Ring nur erforderlich ist, um das Spannorgan außer
Eingriff mit dem Wandabschnitt zu bringen, weil das Spannorgan so ausgebildet ist,
dass es selbsttätig in Eingriff mit dem Wandabschnitt gelangt. Dann kann die Verschlussanordnung
auch ohne Zuhilfenahme eines Betätigungsglieds auf das Behältnis aufgesetzt und die
Öffnung des Behältnisses verschlossen werden.
[0013] Das Betätigungsglied kann ohne größere Schwierigkeiten in der Aufnahme sogar fluiddicht
fixierbar sein, etwa durch den oben beschriebenen Mechanismus gemäß
EP 1 171 240 B2.
[0014] Grundsätzlich wird in der Regel nur eine Freigabestellung vorgesehen sein, in welcher
das Deckelelement soweit verformt ist, dass es durch entsprechende Bewegung des Betätigungsglieds
aus der Öffnung entnommen werden kann. Es ist aber durchaus denkbar, mehrere Freigabestellungen
vorzusehen, beispielsweise dann, wenn das Deckelelement in der Verschlussstellung
luftdicht gegenüber der Umgebung an einem die Öffnung umgebenden Rand des Behältnisses
anliegt. Dann kann beispielsweise eine erste Freigabestellung vorgesehen sein, in
welcher zwar Luft zwischen dem ersten Hohlraum und der Umgebung ausgetauscht werden
kann, jedoch das Deckelelement noch nicht abgenommen werden kann, sowie eine zweite
Freigabestellung vorgesehen sein, in der schließlich das Deckelelement entfernt werden
kann.
[0015] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist eine Dichtlippe vorgesehen, die in
der Verschlussstellung das Deckelelement in dichtende Anlage mit einem um die Öffnung
umlaufenden Dichtrand des Behältnisses bringt. Dann kann in der Verschlussstellung
ein luftdichter Abschluss der Öffnung gegenüber der Umgebung erreicht werden, so dass
die gespeicherte Substanz hermetisch abgeschlossen ist. Die Anlage der Dichtlippe
an dem Umfangsrand kann in gewissen Grenzen durch das Spannorgan beeinflusst werden,
wobei eine gewisse Vorspannung des Spannorgans im Eingriffszustand in der Regel zu
einer verbesserten Dichtigkeit führt. Diese macht es möglich, auch bei Temperaturen
bis hinab zu -80°C einen im Wesentlichen luftdichten Verschluss der Öffnung zu gewährleisten,
so dass Proben ohne weiteres auch über längere Zeiträume hinweg in flüssigem Stickstoff
gelagert werden können.
[0016] Das Deckelelement kann integral mit der Dichtlippe ausgebildet sein, beispielsweise
dadurch, dass in einem Zweikomponenten-Spritzgussverfahren zunächst das eigentliche
Deckelelement aus einem, z.B. harten Kunststoffmaterial gespritzt wird und dann die
Dichtlippe, ggf. aus einem anderen, z.B. weichelastischen Kunststoffmaterial, an dieses
angespritzt wird. Es ist auch möglich, die Dichtlippe separat von dem Deckelelement
auszubilden, z. B. die Dichtlippe als Dichtungselement, etwa als O-Ring, auszubilden,
das zwischen dem Deckelelement und dem Dichtrand angeordnet ist.
[0017] Vorzugsweise ist die Dichtlippe derart ausgebildet, dass sie in der Verschlussstellung
mit einem an einer Stirnseite des die Öffnung umgebenden Wandabschnitts angeordneten
Dichtrand in Anlage kommt. Die Dichtlippe liegt dann nämlich in der Einsetzrichtung
zwischen dem Randabschnitt des Deckelelements und der Stirnseite des Wandabschnitts
des Behältnisses. Bringt man das Spannorgan in Eingriff mit dem Wandabschnitt des
Behältnisses und übt dabei Vorspannung in der Einsetzrichtung auf die Dichtlippe aus,
so legt sich die Dichtippe gemäß der Vorspannung an den Dichtrand an.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Spannorgan derart ausgebildet, dass
es in der Verschlussstellung an einer von dem Deckelelement abgewandten inneren Seite
eines Vorsprungs angreift, der wenigstens abschnittsweise in Umfangsrichtung um die
Öffnung verläuft und - bezogen auf die Mitte der Öffnung - radial nach außen vorsteht.
Das Spannorgan wird dann beim Aufsetzen der Verschlussanordung in der Einsetzrichtung
radial außen an dem Vorsprung vorbei geführt und greift dann von radial außen in den
Vorsprung ein. Es ist grundsätzlich ausreichend, wenn der Vorsprung in Umfangsrichtung
der Öffnung dort ausgebildet ist, wo das Spannorgan angreift. Bevorzugt ist jedoch
der Vorsprung in Umfangsrichtung um den Rand der Öffnung umlaufend ausgebildet, so
dass das Spannorgan eine beliebige radiale Lage in Bezug auf die Öffnung haben kann.
[0019] Bevorzugt ist weiterhin vorgesehen, dass eine Mehrzahl von Spannorganen derart angeordnet
sind, dass sie in der Verschlussstellung um den Umfang der Öffnung verteilt sind.
Die durch die einzelnen Spannorgane in der Verschlussstellung ausgeübte Klemmkraft
kann so gleichmäßig über den Umfang des Rands der Öffnung verteilt werden. Beispielsweise
können insgesamt vier Spannorgane vorgesehen sein.
[0020] Es ist darüber hinaus günstig, wenn die Verschlussanordnung ein Verschlussgehäuse
umfasst, an dem das Deckelelement vorgesehen ist. Das Verschlussgehäuse kann entweder
so ausgebildet sein, dass es in der Verschlussstellung des Deckelelements von dem
Behältnis nach außen vorsteht oder so ausgebildet sein, dass es in der Verschlussstellung
in das innere des Behältnisses ragt. In beiden Fällen kann das Verschlussgehäuse für
die Ausbildung der Aufnahme sorgen, und an der Innnenseite der Aufnahme entsprechende
Koppelstrukturen zum Ankoppeln des Betätigungsglieds und zur Übertragung der vom Betätigungsglied
ausgeübten Betätigungskraft zum Lösen und ggf. Bewerkstelligen des Eingriffs des Spannorgans
mit dem Wandabschnitt auf dasselbe aufweisen.
[0021] Das Verschlussgehäuse ist dabei bevorzugt aus einem harten Material, insbesondere
einem harten Kunststoffmaterial hergestellt. Unter einem harten Material soll hierbei
ein Material verstanden werden, welches bei Erzeugung eines Unterdrucks oder Überdrucks
in einem Hohlraum, mit dem das Verschlussgehäuse, insbesondere die Aufnahme, in Fluidverbindung
steht, seine Form nicht ändert. Das Verschlussgehäuse erleichert die Ankopplung eines
Betätigungsglieds, insbesondere einer Pipettiereinheit wie oben beschrieben, in der
Aufnahme der Verschlussanordnung. Sofern die Pipettiereinheit sogar luftdicht in der
Aufnahme fixierbar ist, erleichtert es auch das Abnehmen der Verschlussanordnung,
da die von dem Hohlraum abgewandte Seite des Deckelelements in Fluidkontakt mit einem
in dem Pipettierkanal der Pipettiereinheit ausgebildeten Hohlraum gebracht werden
kann, in welchem zum Pipettieren ein Unterdruck oder Überdruck erzeugbar ist.
[0022] Das Verschlussgehäuse ist im einfachsten Fall einteilig mit dem Deckelabschnitt ausgebildet,
beispielsweise als ein Spritzgussteil gespritzt oder als eine Zweikomponenten-Spritzgussteil
mit an einen Körper angespritztem Deckelelement. Alternativ kann es auch integral
durch zwei Teile gebildet sein, die mittels eines entsprechenden Fügeverfahrens, z.B.
Schweißen, zu einem integralen Teil verbunden sind. In manchen Fällen mag auch eine
zweiteilige Ausgestaltung von Deckelement und Verschussgehäuse in Betracht kommen,
wobei z. B. das Deckelelement in gewissen Grenzen verlagerbar in eine in dem Verschlussgehäuse
ausgebildete Öffnung eingesetzt ist.
[0023] Das Verschlussgehäuse kann einen Mantelabschnitt mit zwei gegenüberliegenden Stirnöffnungen
aufweisen, in dessen in Einsetzrichtung vordere Stirnöffnung das Deckelement, integral
oder als separates Teil, eingesetzt ist. Der Mantelabschnitt ist bevorzugt im Wesentlichen
zylindrisch ausgebildet, so dass die vordere und die hintere Öffnung einen in etwa
gleichen Querschnitt haben. Auch eine sich, z.B. kegelstumpfförmig, zum offenen Ende
der Aufnahme hin erweiternde Form des Verschlussgehäuses kann Vorteile bieten, um
das Einführen des Betätigungsglieds in die Aufnahme zu erleichtern.
[0024] Während das Verschlussgehäuse aus einem aus einem harten Material hergestellt ist,
kann das Deckelelement, falls gewünscht, ganz oder auch nur zu einem Teil (z.B. der
Dichtlippe) aus einem weichelastischen Material (z.B.Naturkautschuk, synthetischer
Kautschuk, insbesondere Silikonkautschuk, thermoplastische Elastomere und Mischungen
derselben ) hergestellt sein.
[0025] Das Verschlussgehäuse und ggf. das Deckelelement kann ein thermoplastisches Kunststoffmaterial
umfassen, das ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Polyethylen (PE), Polpropylen
(PP), Polyamid (PA) oder Mischungen derselben.
[0026] Da das Verschlussgehäuse bevorzugt aus eine harten Material hergestellt ist, behält
es seine Form während des Aufsetzens sowie Abnehmens einer Verschlussanordnung bei
und sorgt daher für eine sichere Ankopplung bzw.
[0027] Abkopplung des Betätigungsglieds von der Verschlussanordnung sowie für ein sauberes
Aufsetzen bzw. Abheben der Verschlussanordnung von der Öffnung zum Hohlraum. Auch
bei der Lagerung eines geschlossenen Behältnisses in beliebig rauher Umgebung behält
es seine Form unverändert bei, so dass keine Dichtigkeitsprobleme zu erwarten sind.
[0028] Das Spannorgan ist in bevorzugter Ausgestaltung an dem Verschlussgehäuse beweglich
zu demselben angebracht, und zwar vorzugsweise um Achse schwenkbar angebracht, die
in einer zu der Öffnung parallelen Ebene liegt. Damit kann das Spannorgan ausgelenkt
werden, wenn es beim Aufsetzen der Verschlussanordnung und Schließen der Öffnung über
einen entsprechenden vorspringenden Abschnitt des Gehäuses geführt wird.
[0029] Es ist darüber hinaus günstig, wenn die Aufnahme eine Koppelanordnung umfasst, durch
die das Betätigungsglied in der Aufnahme in einer vorbestimmten Betätigungsstellung
zumindest gegenüber Bewegung in der Einsetzrichtung fixierbar ist. Die Koppelanordnung
kann in einfacher Weise durch einen axialen Anschlag realisiert sein, mit dem das
Betätigungsglied in Anlage gelangt, wenn es in der Einsetzrichtung in der Aufnahme
bewegt wird.
[0030] Ein an dem Spannorgan ausgebildeter Angriffsabschnitt zur Betätigung des Spannorgans
wenigstens im Sinne eines Freigabe des Eingriffs mit dem Wandabschnitt kann sich beispielsweise
an einer zu der Aufnahme hin gewandten inneren Seite des Spannorgans befinden.
[0031] Das Spannorgan kann krallenförmig ausgebildet sein, mit einem an dem Verschlussgehäuse
angelenkten oberen Ende eines im Wesentlichen in Einsetzrichtung verlaufenden Krallenarms,
der an seinem anderen Ende eine Eingriffsanordnung zum Eingriff mit dem Wandabschnitt
in der Nähe der Öffnung trägt. In diesem Fall kann der Angriffsabschnitt zur Betätigung
des Spannorgans zwischen dem oberen Ende und und dem anderen Ende angeordnet sein,
und zwar möglichst nahe an dem oberen Ende, da dann durch eine nur geringe Auslenkung
eines Betätigungselementes des Betätigungsglieds sich eine entsprechend große Auslenkung
des Eingriffsanordnung am anderen Ende ergibt, die diese außer Eingriff mit dem Wandabschnitt
bringt.
[0032] Das Spannorgan ist bevorzugt mit einer gewissen Vorspannung zum Vorschlussgehäuse
hin angelenkt, so dass bei Auslenkung des Spannorgans an seinem oberen Ende eine Rückstellkraft
erzeugt wird, die das Spannorgan in seine Ausgangslage zurücktreibt. Das Spannorgan
kann somit beim Aufsetzen der Verschlussanordnung von selbst in Eingriff mit dem Wandabschnitt
des Behältnisses gelangen und behält die Eingriffstellung sicher bei. Um einem einmal
erfolgten Eingriff des Spannorgans mit dem Wandabschnitt wieder zu lösen, muss eine
gewisse radial nach außen wirkende Betätigungskraft aufgebracht werden.
[0033] Das Deckelelement kann eine zentrale und im Wesentlichen quer zur Einsetzrichtung
verlaufende Deckelwand aufweisen, die an ihrem Rand in einem Winkel in eine im Wesentlichen
in Einsetzrichtung verlaufende Führungswand übergeht, welche in der Verschlussstellung
an einer die Öffnung umgebenden Wand des Behältnisses anliegt, wobei am freien Rand
der Führungswand ein radial nach außen vorstehender Flansch ausgebildet ist, an dem
in der Verschlussstellung die Stirnwand des Behältnisses, ggf. über eine zwischen
Flansch und Stirnwand angeordnete Dichtung, anliegt. Durch großflächige Anlage der
Führungswand an der die Öffnung umgebenden Wand des Behältnisses ergibt sich einerseits
ein stabiler Sitz des Deckelelements in der Öffnung und kann andererseits die Dichtigkeit
noch verbessert werden.
[0034] Die Erfindung betrifft ferner ein Behältnis, umfassend ein Verschlusselement der
vorangehend beschriebenen Art. Das Behältnis ist bevorzugt als ein im Wesentlichen
zylinderförmiges Röhrchen ausgebildet, wobei sich die Öffnungen an einem der Stirnenden
befindet.
[0035] Die Öffnung weist bevorzugt einen Rand auf, der einen in Umfangsrichtung wenigstens
abschnittsweise radial nach außen vorstehenden Vorsprung bildet, mit dessen von der
Einsetzrichtung abgewandter Fläche das an der Verschlussanordnung ausgebildete Spannorgan
in der Verschlussstellung in Eingriff gelangt.
[0036] Erfindungsgemäß ist weiterhin bevorzugt vorgesehen, dass das Behältnis zur Aufbewahrung
von Flüssigkeiten, insbesondere von zu pipettierenden Flüssigkeiten, ausgebildet ist.
Die zu pipettierenden Flüssigkeiten sind bevorzugt biochemische Flüssigkeiten, die
in kalter Umgebung, in der Regel in flüssigem Stickstoff, gelagert werden müssen.
[0037] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die angefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- in schematischer Ansicht ein Stirnende eines Röhrchens zur Aufbewahrung von biochemischen
Flüssigkeiten und eine Verschlussanordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, die auf das Stirnende aufgesetzt werden soll,
- Fig. 2
- eine weitere schematische Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Röhrchens mit aufgesetzter
und sich in Verschlussstellung befindlicher Verschlussanordnung,
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittsansicht des Röhrchens gemäß Fig. 1 und 2, in einem Zustand,
in welchem die Verschlussanordnung auf das Stirnende aufgesetzt ist, aber das Spannorgan
noch nicht vollständig in einen am Stirnende ausgebildeten Flansch des Behältnisses
eingreift,
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht gemäß Fig. 3, die den in Fig. 2 gezeigten Zustand wiedergibt,
in dem die Verschlussanordnung aufgesetzt ist und sich in Verschlussstellung befindet,
und
- Fig. 5
- eine schematische Querschnittsansicht des Röhrchens gemäß Fig. 3 und 4 in einem Zustand,
in welchem der Koppelansatz einer Pipettiervorrichtung in einer Aufnahme der Verschlussanordnung
aufgenommen ist, wobei sich das Deckelelement in seiner Freigabestellung befindet
und von dem Stirnende des Röhrchens abgenommen ist.
[0038] In Fig. 1 bis 5 ist ein im Wesentlichen zylinderförmiges Behältnis zur Aufbewahrung
von Flüssigkeiten in einem Ausschnitt um eines der Stirnenden schematisch dargestellt
und allgemein mit 10 bezeichnet. Das Behältnis 10 ist gebildet durch einen im Wesentlichen
zylinderförmigen Mantel 12, der sich an seinem einen Stirnende erweitert und einen
nach radial außen vorstehenden Ringflansch 12a bildet. Der Zylindermantel 12 kann
beispielsweise aus Glas oder einem Kunststoffmaterial gebildet sein.
[0039] An dem in Fig. 1 bis 5 gezeigten Stirnende weist das Behältnis 10 eine kreisförmige
Öffnung 14 auf, durch die Flüssigkeit in das Behältnis 10 einführbar ist oder aus
dem Behältnis 10 entnehmbar ist. In Fig. 2, 3, und 4 ist die Öffnung 14 durch ein
Deckelelement 18 einer erfindungsgemäßen Verschlussanordnung 16 verschlossen, und
zwar in dem Zustand gemäß Fig. 2 und 4 gegenüber Austritt der im Behältnis 10 gespeicherten
Flüssigkeit dicht und darüber hinaus auch luftdicht gegenüber der Umgebung. In den
Fig. 2 und 4 befindet sich das Deckelelement 18 daher in seiner Verschlussstellung.
Demgegenüber zeigen Fig. 1 und 5 einen Zustand, in dem in dem Behältnis 10 gespeicherte
Flüssigkeit durch die Öffnung 14 in die Umgebung austreten kann, da zwischen dem Deckelelement
18 und der Wand 12 des Behältnisses nunmehr ein Spalt 20 gebildet ist.
[0040] Fig. 3 zeigt einen Zustand während des Aufsetzens der Verschlussanordnung auf die
Öffnung 14. Hierzu wird die Verschlussanordnung 16 in der Einsetzrichtung E (in der
gezeigten Ausführungsform mit nach oben offenem Stirnende entlang der axialen Richtung
des Zylinders nach unten) bewegt, bis das Deckelelement 18 in Anlage mit dem Behältnis
10 gelangt und der Verschlussanordnung 16 zugeordnete Spannorgane 20 in Eingriff mit
dem die Öffnung umgebenden Ringflansch 12a des Behältnisses 10 gelangen.
[0041] Die Verschlussanordnung der in Fig. 1 bis 5 gezeigten Ausführungsform weist insgesamt
4 Spannorgane auf, die in gleichmäßgen Abständen von 90° um den Umfang der Verschlussanordnung
herum angeordnet sind. Jedes Spannorgan 20 ist krallenförmig ausgebildet mit einem
länglichen Krallenkörper, der sich im Wesentlichen entlang der Einsetzrichtung erstreckt
und an seinem einen Ende 20a an der Verschlussanordnung 16 angebracht ist. Das andere
Ende des Krallenkörpers ist in der Form eines Vorsprungs 20c ausgebildet, der in der
Verschlussstellung mit dem Ringflansch 12a des Behältnisses 10 in Eingriff gelangt.
In dem in Fig. 3 gezeigten Zustand ist dieser Eingriff noch nicht vollständig erfolgt
und die Spannorgane 20 verlaufen nicht exakt parallel, sondern in einem spitzen Winkel
zu der Einsetzrichtung und stehen an ihrem den Vorsprung 20c tragenden Ende radial
nach außen ab.
[0042] Das Deckelelement 18 umfasst eine zentrale kreisförmige Deckelwand 24, die sich im
Wesentlichen quer zu der Zylinderachse erstreckt, sowie eine sich daran anschließende
zylindrische Führungswand 26, die in der in Fig. 2 und 4 gezeigten Verschlussstellung
und in der Stellung gem. Fig. 3 sich im Wesentlichen ringförmig parallel zu der Wand
12 des Behältnisses 10 erstreckt und an deren Innenseite anliegt. Die Deckelwand 24
und die Führungswand 26 stehen in einem rechten Winkel α aufeinander.
[0043] Am freien Ende der Führungswand 26 ist ein Ringflansch 28 ausgebildet, der in einem
rechten Winkel zu der Führungswand 26 radial nach außen vorsteht und in der Verschlussstellung
unter Vermittlung eines O-Rings 22 luftdicht der Stirnwand des Behältnisses 10 anliegt.
[0044] Das Deckelelement 18 geht an dem radial äußeren Ende des Ringflanschs 28 einstückig
in ein im Wesentlichen ringförmiges Verschlussgehäuse 30 über. Das Verschlussgehäuse
30 steht somit radial über die Teile (Deckelwand 24, Führungswand 26) des Deckelements
18 über, welche in die Öffnung 14 eingesetzt werden. In der Verschussstellung des
Deckelelements 18 liegt das Verschlusssgehäuse 30 daher an der Stirnwand des Behältnisses
10 an und verlängert das Behältnis 10 in Richtung der Zylinderachse. In dem Verschlussgehäuse
30 sind rechteckige Ausnehmungen 32 ausgespart, die in Umfangsrichtung in gleichmäßigen
Abständen verteilt angeordnet sind. Die Ausnehmungen 32 erstrecken sich von dem in
den Ringflansch 28 übergehenden Ende des Verschlussgehäuses 30 aus in axialer Richtung.
In diesen Ausnehmungen 32 sind die Spannorgane 20 aufgenommen, und zwar derart, dass
die Spannorgane 20 in ihrer Ruhestellung das Verschlussgehäuse 30 in Umfangsrichtung
im Wesentlichen fortsetzen, sich aber in axialer Richtung bis über den in den Ringflansch
28 übergehenden Rand des Verschlussgehäuses 30 hinaus erstrecken.
[0045] Die Spannorgane 20 erstrecken sich entsprechend den Ausnehmungen 32 in Richtung der
Achse des Verschlussgehäuses 30 und damit im Wesentlichen in Einsetzrichtung. Sie
sind an ihrem einen Ende 20a an dem den axialen Rand der jeweiligen Ausnehmung 32
bildenden Abschnitt des Verschlussgehäuses 30 angebracht, wobei sie um eine Achse
tangential zur Umfangsrichtung und orthogonal zur Achse des Verschlussgehäuses 30
gegen eine Vorspannung, die sie in ihre das Verschlussgehäuse 30 fortsetzende Ruhestellung
zurücktreibt, auslenkbar sind. Zwischen den beiden Enden 20a und 20c sind die Spannorgane
20 an ihren Innenseiten mit je einer nach innen hervor ragenden Verdickung 20b versehen.
Diese Verdickung, die im Ruhezustand der Spannorgane 20 über die Innenwand des Verschlussgehäuses
30 hinaus in die Aufnahme ragt, bildet einen Anlageabschnitt für ein Betätigungsglied.
[0046] Sowohl das Deckelelement 18 als auch das Verschlussgehäuse 30 samt Spannorganen 20
sind aus einem harten thermoplastischen Kunststoffmaterial, beispielsweise Polyethylen
(PE), Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA) gebildet.
[0047] Das Verschlussgehäuse 30 umschließt eine im Wesentlichen in der Form eines abgestuften
Zylinders ausgebildete Aufnahme 32, die bis zu der Deckelwand 24 hinab reicht. Die
Aufnahme 32 ist zu der von dem Deckelelement 18 in axialer Richtung abgewandten Seite
hin offen und an ihrem Innenumfang derart strukturiert, dass ein Koppelansatz 40 einer
Pipettiereinheit (s. Fig. 5), die zu dem Kopf einer automatischen Pipettiervorrichtung
gehört, von dem dem Deckelelement 18 abgewandten Ende her in die Aufnahme 32 einführbar
ist und in einer in Fig. 5 gezeigten Einführstellung in der Aufnahme 32 fixierbar
ist. Hierzu dient insbesondere ein in Fig. 5 angedeuteter O-Ring 42, die in der Andockstellung
des Koppelansatzes 40 gemäß Fig. 5 an der Innenseite der die Aufnahme 32 umgebenden
Umfangswand des Verschlussgehäuses 30 anliegt.
[0048] Zum Aufsetzen dieser Verschlussanordnung auf ein Behältnis 10 wird zunächst das Verschlussgehäuse
30 mit dem daran vorgesehenen Deckelelement 18 in die kreisförmige Öffnung 14 am Stirnende
des Behältnisses 10 eingesetzt und in der Einführrichtung E in so weit in die Öffnung
geschoben, bis der Ringflansch 28 bzw. der O-Ring 22 in Anlage mit dem Ringflansch
12a an Stirnwand des Behältnisses 10 gelangt. Dieser Zustand, der in Fig. 3 gezeigt
ist, kann sowohl unter Zuhilfenahme eines in die Aufnahme 32 eingeführten Betätigungsglieds
erreicht werden als auch bei leerer Aufnahme durch einfaches Aufstecken des Verschlussgehäuses
30 und manuelles Verschieben des Verschlussgehäuses 30 in der Einsetzrichtung bis
zum Anschlag erreicht werden. Der an dem in den Figuren unteren Ende der Spannorgane
20 vorgesehene nach innen vorstehende Vorsprung 20c ist an seinem radial inneren Ende
mit einer Einführschräge ausgebildet. Er kann somit bei Bewegung des Verschlussgehäuses
30 in der Einsetzrichtung über den radial äußersten Punkt des Ringflansches 28 hinweggleiten,
wobei die Spannorgane 20 etwas nach außen ausgelenkt werden und dabei unter Vorspannung
gesetzt werden.
[0049] Verschiebt man das in die Öffnung 14 eingesetzte Verschlussgehäuse 39 in der Einsetzrichtung,
bis das Deckelelement 18 und der O-Ring 22 lose an der Stirnwand anliegen, wie es
in Fig. 3 gezeigt ist, so stehen die die Vorsprünge 20c der Spannorgane 20 in axialer
Richtung noch nicht weit genug über den Ringflansch 28 hinaus, um diesen hintergreifen
zu können. Sie liegen vielmehr an der radialen Außenseite des Ringflansches 28 an.
In diesem Zustand mit in die Öffnung 14 eingesetztem und diese überdeckendem Deckelelement
18, aber dennoch noch unvollständigem Eingriff der der Verschlussanordnung 16 zugeordneten
Spannorgane 20 mit dem Ringflansch 12a des Behältnisses 10, kann die zwar die gespeicherte
Flüssigkeit nicht oder nur erschwert austreten, es findet aber gleichwohl noch ein
gewisser Luftaustausch zwischen dem in dem Behältnis gebildeten Hohlraum zur Aufbewahrung
von Flüssigkeit und der Umgebung statt. Das in Fig. 3 abgebildete Deckelelement 18
befindet sich daher noch in einer Freigabestellung.
[0050] Um das Deckelelement in seine in von Fig. 4 gezeigte Verschlussstellung zu überführen,
in der der Hohlraum hermetisch abgeschlossen ist, ist es erforderlich, weiter in der
Einsetzrichtung E Kraft auf das Deckelelement 18 auszuüben, um den O-Ring 22 so weit
zu quetschen, dass die Spannorgane 20 sich in Einsetzrichtung E mit den an ihren Enden
vorgesehenen nach innen vorstehenden Vorsprüngen 20c über das von dem Deckelelement
18 abgewandte Ende des Ringflanschs 12a hinaus verschieben und in Eingriff mit dem
Ringflansch 12a gelangen können. Auch diese Betätigung zum endgültigen Überführen
des Deckelelements in seine Verschlussstellung, in der es die Öffnung 14 luftdicht
verschließt, kann entweder manuell geschehen oder aber mit Hilfe eines Betätigungsglieds
40, z.B. dem Koppelansatz einer Pipettiereinheit, die durch einen Arm einer Vorrichtung
zum automatischen Pipettieren von Flüssigkeiten bewegt wird, durchgeführt werden.
Ist der O-Ring ausreichend gequetscht, schnappen die Vorsprünge 20c der Spannorgane
20 aufgrund ihrer Vorspannung nach radial innen und gelangen in dauerhaften Eingriff
mit dem Ringflansch 28. Nun kann die Betätigungskraft in der Einsetzrichtung E freigegeben
werden. Der Eingriff der Spannorgane 20 mit dem Ringflansch 28 sorgt dafür, dass der
O-Ring 22 stets in axialer Richtung etwas gequetscht bleibt und aufgrund seiner Elastizität
dauerhaft auf der einen Seite an der Stirnwand des Ringflanschs 12a des Behältnisses
10 und auf der anderen Seite an der von der Führungswand 26 vorstehenden Wand des
Ringflanschs 28 anliegt und daher die Öffnung 14 luftdicht verschließt.
[0051] Will man die durch die Verschlussanordnung 16 verschlossene Öffnung 14 wieder öffnen,
so muss zunächst der Eingriff der Vorsprünge 20c der Spannorgane 20 mit dem Ringflansch
12a am Stirnende des Behältnisses 10 gelöst werden. Hierzu müssen die in den Figuren
unteren Enden der Spannorgane 20, an welchen die Vorsprünge 20c ausgebildet sind,
nach radial außen ausgelenkt werden. Dies geschieht mit Hilfe des bereits angesprochenen
Koppelansatzes 40 einer Pipettiereinheit. Zunächst wird der Koppelansatz 40 in die
Aufnahme 32 der Verschlussanordnung eingefahren und dort an einem axialen Anschlag
arretiert. In dieser Andockstellung, die in Fig. 5 angedeutet ist, liegt ein an dem
Koppelansatz 40 vorgesehener O-Ring 42, dessen Achse im Wesentlichen parallel zur
Einsetzrichtung E verläuft, an den an den Innenseiten der Spannorgane 20 ausgebildeten
Betätigungsabschnitten 20b derselben an, ohne allerdings eine nennenswerte Auslenkung
der Spannorgane 20 zu verursachen.
[0052] Der Koppelansatz 40 gestattet es, über einen nicht im Einzelnen dargestellten Mechanismus
(siehe hierzu die
EP 1 171 240 B2, die ein Beispiel für einen solchen Mechanismus zeigt und auf die ausdrücklich Bezug
genommen wird) eine in axialer Richtung, d.h. in dem in Fig. 5 gezeigten Zustand,
in Einsetzrichtung E gerichtete Kraft auf den O-Ring 42 auszuüben und damit einhergehend
den O-Ring 42 zu quetschen. Auf die Quetschung reagiert der O-Ring 42 mit einer Vergrößerung
seines Umfangs und drückt daher die Spannorgane 20 an deren Angriffsabschnitten 20b
radial nach außen. Bei genügender Quetschung des O-Rings 42 gelangen dann die Vorsprünge
20c außer Eingriff mit dem Ringflansch 12a und die Verschlussanordnung kann vollständig
von der Öffnung 14 in der in Fig. 5 angedeuteten Abnahmerichtung A abgenommen werden.
Die Abnahme kann in einfacher Weise durch Verfahren des Roboterarms erfolgen, an dem
der Koppelansatz 40 vorgesehen ist, da der gequetschte O-Ring 42 nicht nur an den
Angriffsabschnitten 20b der Spannorgane 20 anliegt, sondern von innen auch gegen die
Innenwand des Verschlussgehäuses 30 gedrückt wird.
[0053] Will man die Verschlussanordnung 16 wieder von dem Koppelansatz abwerfen, z.B. um
sie zu entsorgen, kann dies ebenfalls in einfacher Weise dadurch erfolgen, die Quetschung
des O-Rings 42 aufgehoben wird, so dass der O-Ring in nicht mehr in Anlage bzw. allenfalls
noch in loser Anlage mit der Innenwand des Verschlussgehäuses 30 steht.
1. Verschlussanordnung (16) für ein Behältnis (10), welches einen Hohlraum zur Aufbewahrung
von Substanzen aufweist, umfassend ein Deckelelement (18), das in einer Einsetzrichtung
(E) in eine mit dem Hohlraum in Verbindung stehende Öffnung (14) des Behältnisses
(10) einsetzbar ist und diese in einer Verschlussstellung verschließt, wenigstens
ein dem Deckelelement (18) zugeordnetes Spannorgan (20), das dann, wenn sich das Deckelelement
(18) in seiner Verschlussstellung befindet, in Eingriff mit einem Wandabschnitt (12a)
in der Nähe der Öffnung (14) des Behältnisses (10) bringbar ist, und eine zu einer
von dem Hohlraum abgewandten Seite des Deckelements (18) hin offene Aufnahme (32),
in die ein Betätigungsglied (40) einer Flüssigkeitsdosiervorrichtung bis zu einer
Position einfahrbar ist, in der das Spannorgan (20) durch das Betätigungsglied (40)
wenigstens im Sinne einer Freigabe des Eingriffs mit dem Wandabschnitt (12a) betätigbar
ist.
2. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 1,
wobei eine Dichtlippe (22) vorgesehen ist, die in der Verschlussstellung in dichtende
Anlage mit einem um die Öffnung (14) umlaufenden Dichtrand des Behältnisses (10) bringbar
ist.
3. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 2,
wobei das Deckelelement (18) integral mit der Dichtlippe ausgebildet ist.
4. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 2,
wobei die Dichtlippe eine zwischen Deckelelement (18) und Dichtrand angeordnete Dichtung
(22) gebildet ist.
5. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
wobei die Dichtlippe (22) zur Anlage mit einem an einer Stirnseite des die Öffnung
(14) umgebenden Wandabschnitts (12a) angeordneten Dichtrand ausgebildet ist.
6. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei das Spannorgan (20) derart ausgebildet ist, dass es in der Verschlussstellung
an einer von dem Deckelelement (18) abgewandten inneren Seite eines Vorsprungs (12a)
angreift, der wenigstens abschnittsweise in Umfangsrichtung um die Öffnung (14) verläuft
und - bezogen auf die Mitte der Öffnung (14) - radial nach außen vorsteht.
7. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 6,
wobei der Vorsprung (12a) vollständig um die Öffnung (14) umläuft.
8. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei eine Mehrzahl von Spannorganen (20) derart angeordnet sind, dass sie in der
Verschlussstellung um den Umfang der Öffnung (14) verteilt sind.
9. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 8,
wobei insgesamt vier Spannorgane (20) vorgesehen sind.
10. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei die Verschlussanordnung (16) ein Verschlussgehäuse (30) umfasst, an dem das
Deckelelement (18) vorgesehen ist, wobei in der Verschlussstellung des Deckelelements
(18) das Verschlussgehäuse (30) von dem Behältnis (10) vorsteht oder in das innere
des Behältnisses (10) ragt.
11. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 10,
wobei das Verschlussgehäuse (30) einteilig mit wenigstens einem Körper des Deckelelements
(18) ausgebildet ist.
12. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 10 oder 11,
wobei das Verschlussgehäuse (30) einen Mantelabschnitt mit zwei gegenüberliegenden
Stirnöffnungen aufweist, in dessen in Einsetzrichtung (E) vordere Stirnöffnung das
Deckelement (18) eingesetzt ist.
13. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 12,
wobei der Mantelabschnitt im Wesentlichen zylindrisch ist.
14. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
wobei das Verschlussgehäuse (30) und ggf. das Deckelement (18) aus einem harten Material
hergestellt ist.
15. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 14,
wobei das Verschlussgehäuse (30) ein thermoplastisches Kunststoffmaterial umfasst,
das ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Polyethylen (PE), Polypropylen (PP),
Polyamid (PA) oder Mischungen derselben.
16. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 10 bis 15,
wobei das Spannorgan (20) an dem Verschlussgehäuse (30) beweglich zu demselben angebracht
ist.
17. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 10 bis 16,
wobei die Aufnahme (32) eine Koppelanordnung umfasst, durch die das Betätigungsglied
(40) in der Aufnahme (32) in einer vorbestimmten Betätigungsstellung zumindest gegenüber
Bewegung in der Einsetzrichtung (E) fixierbar ist.
18. Verschlussanordnung (16) nach Anspruch 17,
wobei an dem Spannorgan (20) ein Angriffsabschnitt (20b) zur Betätigung des Spannorgans
(20) wenigstens im Sinne eines Freigabe des Eingriffs mit dem Wandabschnitt (12b)
ausgebildet ist, wobei der Angriffsabschnitt (20b) sich an einer zu der Aufnahme (32)
hin gewandten inneren Seite des Spannorgans (20) befindet.
19. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 10 bis 18,
wobei das Spannorgan (20) krallenförmig ausgebildet ist, mit einem an dem Verschlussgehäuse
(30) angelenkten oberen Ende (20a) eines im wesentlichen in Einsetzrichtung (E) verlaufenden
Krallenarms, der an seinem anderen Ende eine Eingriffsanordnung (20c) zum Eingriff
mit dem Wandabschnitt (12a) in der Nähe der Öffnung (14) trägt.
20. Verschlussanordnung (16) nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
wobei das Deckelelement (18) eine zentrale und im Wesentlichen quer zur Einsetzrichtung
(E) verlaufende Deckelwand (24) aufweist, die an ihrem Rand in einem Winkel in eine
im Wesentlichen in Einsetzrichtung (E) verlaufende Führungswand (16) übergeht, welche
in der Verschlussstellung an einer die Öffnung (14) umgebenden Wand des Behältnisses
(10) anliegt, wobei am freien Rand der Führungswand (26) ein radial nach außen vorstehender
Flansch (28) ausgebildet ist, an dem in der Verschlussstellung die Stirnwand des Behältnisses
(10), ggf. über eine zwischen Flansch (18) und Stirnwand angeordnete Dichtung (22),
anliegt.
21. Behältnis (10), umfassend ein Verschlusselement (16) nach einem der vorangehenden
Ansprüche.
22. Behältnis (10) nach Anspruch 21,
wobei das Behältnis (10) als im Wesentlichen zylinderförmiges Röhrchen ausgebildet
ist, wobei sich die Öffnung (14) an einem der Stirnenden befindet.
23. Behältnis (10) nach Anspruch 21 oder 22,
wobei die Öffnung (14) einen Rand aufweist, der einen in Umfangsrichtung wenigstens
abschnittsweise radial nach außen vorstehenden Vorsprung (12a) bildet
24. Behältnis (10) nach einem der Ansprüche 21 bis 23,
wobei das Behältnis (10) zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten ausgebildet ist.