[0001] Die Erfindung betrifft eine Streumaschine zur Bildung einer Pressgutmatte oder einer
Schicht derselben im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 und ein Verfahren zum Betreiben einer Streumaschine nach Patentanspruch
8.
[0002] Die ideale Feuchte- und Wärmeeinstellung der zu verpressenden Partikel in der Holzwerkstoffplattenherstellung
beschäftigt die Fachwelt seit langem. Speziell eine schonende Erwärmung auf oder bis
kurz unterhalb der Prozesstemperatur ohne Schädigung der verwendeten Partikel bzw.
des aufgebrachten Klebers wurde bereits vielfach in der Literatur diskutiert. Neben
Hochfrequenzstrahlung kann auch Heißluft, Dampf oder einem Luft-Dampfgemisch verwendet
werden um eine gestreute Pressgutmatte kurz vor einer Presse auf eine notwendige Temperatur
anzuwärmen. Dabei wird in der Regel immer kurz vor der Etagen-oder kontinuierlich
arbeitenden Presse vorgewärmt, teilweise auch um den eingesetzten Klebstoff zu aktivieren.
Bei der Erwärmung mit hochfrequenter Strahlung ist es notwendig eine homogene Feuchtigkeitsverteilung
zu erreichen, da entweder Hitzenester oder nicht genügend erwärmte Partitionen entstehen
können, die sich nachteilig in der hierbei produzierten Holzwerkstoffplatte auswirken
können. Auch eine Eindüsung von Fluiden in eine Pressgutmatte als Vorwärmung ist nicht
immer als optimal zu bewerten. Gerade bei sehr spezifisch geschichtet gestreuten Pressgutmatten
mit mehreren Schichten ist es nicht erwünscht diese mit einer starken Fluidströmung
zu beaufschlagen, die für eine Verschiebung und partielle Konzentration der gestreuten
Partikel sorgt. Es werden auch kostenintensive Anstrengungen unternommen eine Pressgutmatte
nach genau ermittelten Vorgaben zu streuen. Besonders bei orientierten Streuungen
wie bei der OSB- oder OSL-Plattenherstellung soll die Orientierung der Partikel mit
hohem Prozentsatz gewährleistet sein. Dort ist es kontraproduktiv eine orientierte
Streuung mit Fluidströmungen aus Heißluft oder Dampfgemischen zu beaufschlagen. Um
die Verschiebearbeit der Fluidströmungen zu kompensieren wird in der Regel eine Durchleitung
von Fluiden in so genannten Vorpressen vor einer Hauptpresse durchgeführt, wobei bereits
Druck auf eine gestreute Pressgutmatte ausgeübt wird. Bei Herstellung von Holzwerkstoffplatten
mit speziellen Deckschichten aus sehr kleinem Streugut führt es sogar dazu, dass die
kleinen Partikel aus der Deckschicht in die Mittelschicht transferiert werden. Aus
DE 44 34 876 C2 ist ein Verfahren und eine Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von Mehrschichtholzplatten
bekannt geworden, in der eine Pressgutmatte aus diversen Schichten verschiedener Mischungen
mit verschiedenen Streuvorrichtungen erstellt wird. Diese Pressgutmatte wird anschließend
in einer kontinuierlich arbeitenden Presse verpresst und ausgehärtet. In einem Nebenaspekt
dieses Verfahrens und der Anlage wird erwähnt, dass die Temperaturen des verwendeten
Materials für einzelne Schichten in den Streustationen eingestellt werden. Die Temperaturerhöhung
soll mittels Heißdampf oder Nassdampf erfolgen. Die Regelfeuchte der beleimten Späne
soll dabei unter das übliche Maß, welches ohne Vorwärmung eingestellt wird, gesenkt
werden. Eine konkrete Ausführung dieses Verfahrens oder einer Vorrichtung zur Vorwärmung
von Streugut wird in dieser Literatur nicht näher erläutert.
[0003] In
DE 103 14 623 B3 wurde eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
offenbart; hier werden Holzspäne zu einem ein- oder mehrlagigen Vlies gestreut und
anschließend unter Druck- und Temperatureinfluss zu einer Holzwerkstoffplatte verpresst,
wobei mindestens eine Walze beheizt in der Streuvorrichtung ausgeführt ist. Neben
der Frage, ob die Beheizung erwärmter Walzen eine ausreichende Wärmeübertragung auf
das Streugut sicherstellt ist diese Methode der Streugutvorwärmung in einer Streustation
aufgrund der überproportionalen Heizkosten nicht wirtschaftlich.
[0004] Mit
DE 10 2005 035 244 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt geworden, wobei zur Einstellung der
Feuchte und der Temperatur der Partikel während des Herabfallens aus dem Streubunker
oder in den Streukopf aus Düsen in den Partikelvorhang Wasserdampf mit einer Temperatur
von 100° - 180° C, bevorzugt 105 - 130° C injiziert wird. Dabei werden in der Streumaschine
zwischen Dosierbunker und Streukopf und/oder im Streukopf an Leitblechen Dampfleisten
mit Dampfdüsen über die gesamte Breite des Streukopfes angebracht und entsprechend
mit Dampf beaufschlagt.
[0005] Das verfahrenstechnische Prinzip und die Anwendung der Dampfdüsen im Bereich des
Streukopfes haben sich grundsätzlich bewährt und zu einer Verbesserung der Qualität
des Endproduktes und zu einer möglichen Produktionssteigerung geführt. Gerade bei
der Dünnplattenproduktion mit geringen Durchsätzen ist eine optimales Feuchte- und
Temperaturprofil des verwendeten Streugutes einstellbar. Es hat sich nun gezeigt,
dass sich im Anfahr-, im Wechselbetrieb und im Dauerbetrieb bei unterschiedlichen
Temperaturzuständen kritische Kondensationszustände auftreten können. Zum einen entsteht
Feuchtigkeit durch Kondensatbildung aufgrund des einströmenden feuchten Dampfes an
kälteren Anlagenteilen, beispielsweise an den Düsen, den Leitblechen und/oder im Umfeld
des Düsenbereiches. Die Feuchtigkeit fällt nach kurzer Zeit als Wassertropfen in oder
auf die Pressgutmatte und führt zu Kondensatflecken auf dem Endprodukt. Weiter können
sich an Feuchtigkeitsansammlungen Anbackungen bzw.
[0006] Verklumpungen bilden. Besonders im Zuge der Herstellung von Dünnplatten sind Kondensatflecken
auf der Oberfläche inakzeptabel. Weiter sind Anbackungen bzw. Verklumpungen von Streugut
schädlich für die Gesamtanlage und auch für das herzustellende Produkt. Da in der
Regel schnell aushärtende Leime bzw. Klebstoffe verwendet werden, härten die Anbackungen
bzw. Verklumpungen aus und fallen unwillkürlich irgendwann wieder ab und werden somit
der Produktion zugeführt. Bei der Herstellung von Dünnplatten werden beispielsweise
20 mm hohe Pressgutmatten in einer kontinuierlich arbeitenden Presse auf ein Zehntel,
entspricht einem Endmaß von 2 mm, verdichtet. Findet sich in einer derartig verwendeten
Streugutmatte ein ausgehärteter Leimklumpen, so weist dieser eine höhere Dichte auf
und wird während der Verpressung zu Schäden am Stahlblech (Taktpresse) oder Stahlband
(kontinuierlich arbeitende Presse) führen. Üblicherweise werden die verwendeten Pressen
durch Sicherheitssysteme geschützt. Allerdings führen gerade bei kontinuierlich arbeitenden
Pressen Notstopps zu ungewünschten Produktionsausfällen, die in der Regel eine manuelle
Entsorgungen der Streugutmatte aus dem Einlaufbereich einer kontinuierlich arbeitenden
Presse mit entsprechendem Zeitaufwand bedingt. Erst anschließend kann nach kurzem
Kalibrierbetrieb die Produktion wieder aufgenommen werden.
[0007] Die Aufgabe vorliegender Erfindung besteht darin, im Streubereich der Holzwerkstoffplatte
eine Vorrichtung zu schaffen, mit der die erwähnte Möglichkeit einer Feuchte- und/oder
Temperatureinstellung mittels Dampf ohne die Entstehung von Anbackungen und/oder Verklumpungen
des Streugutes möglich ist. Weiter soll ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen
Vorrichtung (Bedampfungsvorrichtung) geschaffen werden.
[0008] Die Lösung der Aufgabe für eine Streumaschine nach Patentanspruch 1 besteht darin,
dass in der Dampfleiste zur Beheizung der Kontaktflächen und/oder des Dampfkanals
und/oder der Dampfdüsen auf eine Temperatur oberhalb des Verwendung findenden Dampfes
eine Heizvorrichtung angeordnet ist.
[0009] Weiterbildung und vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0010] Das Verfahren zum Betreiben einer Streumaschine besteht darin, dass die Dampfleiste
und/oder das Leitblech und/oder die Kontaktflächen mittels einer Heizvorrichtung auf
eine Temperatur aufgeheizt werden, die oberhalb des verwendeten Dampfes liegt.
[0011] Durch die Möglichkeit, die entsprechenden Maschinen- bzw. Anlagenteile separat und
bereits vor Verwendung der Dampfleiste auf eine Temperatur oberhalb des verwendeten
Dampfes vorzuwärmen werden Anbackungen und/oder Verklumpungen sicher vermieden und
es kann somit nicht zu Schädigungen im Produktionsprozess folgender Anlagenteile,
beispielsweise einer kontinuierlich arbeitenden Presse, kommen.
Weiter ist sofort nach Inbetriebnahme einer vorgeheizten Dampfleiste sichergestellt,
dass das an der Dampfleiste vorbei fallende Streugut mit optimalem Dampfdruck und
optimaler Dampftemperatur beaufschlagt werden. Bei nicht beheizten Dampfleisten bilden
sich zum einen in einer kalten Dampfleiste Kondensate, die im weiteren Betrieb unkontrolliert
mit ausgetragen werden und zum anderen wird in der Anfahrphase der Dampfleiste bis
zum Erreichen einer Temperatur, die der verwendeten Dampftemperatur entspricht, immer
ein gegenüber dem eingestellten Wert kälterer Dampf ausgetragen, so dass in dieser
Anfahrphase keine optimale Bedampfung des Streugutes bzw. der Partikel möglich ist.
[0012] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform bildet eine Heizvorrichtung, die aus
einem Doppelrohr besteht und somit das bestehende Dampfrohrsystem ummantelt. Bei einer
derartigen Konstruktion kann mit der gleichen Energiequelle, einem Dampferzeuger,
sowohl Heizdampf für die Heizvorrichtung, als auch Dampf für die Bedampfung des Streuguts
hergestellt werden. Besonders vorteilhaft ist dabei die Verwendung des primär hergestellten
Dampfes aus dem Dampferzeuger zuerst zur Beheizung in der Heizvorrichtung und anschließend
als Dampf zur Beaufschlagung des Streuguts in der Dampfleiste der Streumaschine zu
verwenden.
[0013] Es können somit grundsätzlich vereinfachte Anlagen zur Dampfbereitstellung verwendet
und betrieben werden, die die Anlagenkosten deutlich senken. Auch die energetische
Bilanz eines Zweikreissystems, mit erster Verwendung des Dampfes in der Heizeinrichtung
und anschließender Verwendung als Dampf für eine Bedampfung, ist von Vorteil. Analog
wäre bei einer Verwendung von Thermoöl als Heizmedium in der Heizvorrichtung denkbar
dieses aus dem Kreislauf für die Beheizung einer Takt- oder kontinuierlich arbeitenden
Presse zu entnehmen. Je nach Temperaturbereich der Presse wird das Thermoöl vor oder
nach der Verwendung in der Presse abgezweigt. Natürlich sind auch rein elektrische
Heizungen in der Heizvorrichtung denkbar, aber diese sind zum einen sehr teuer in
Aufbau und Betrieb und in der Temperaturregelung eher träge. Diese bieten sich eher
an, wenn eine regelmäßige (andauernde) Dampfvorwärmung des Streugutes bzw. des Partikelstromes
durchgeführt werden muss.
[0014] Es ist dem Fachmann verständlich, dass die Vorrichtung und das Verfahren zur Bedampfung
von Spänen, Fasern oder ähnlichen lignozellulosehaltigen Teilchen in allen Herstellungsverfahren
für Span-, Faser- und Schnitzelplatten Anwendung finden kann. Auch Streugutmischungen
mit Anteilen von Kunststoffen oder dergleichen können mit vorliegender Vorrichtung
oder dem Verfahren behandelt werden. Besonders steht die Produktion von HDF, MDF,
LDF und OSB im Vordergrund.
[0015] Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung der Zeichnung hervor.
[0016] Es zeigen:
- Figur 1
- Schematische Seitenansicht einer Streumaschine nach der Erfindung mit Anordnung der
Dampfleiste an den Leitblechen im Streukopfbereich,
- Figur 2
- Vergrößerte Ansicht nach Figur 1 mit Anordnung der Dampfleisten im Fallbereich des
Streuguts zwischen Dosierbunker und Streukopf mit mehreren Varianten,
- Figur 3
- ein Schnitt quer über die Breite der Pressgutmatte nach Figur 1 mit Ansicht der Dampfleisten
und Dampfdüsen und
- Figur 4
- eine Ausschnittvergrößerung einer Dampfleiste mit zugehörigem Leitblech nach Figur
1.
[0017] Nach den Zeichnungen besteht eine Streumaschine 1 zur Herstellung von orientiert
gestreuten Schichten aus einem Dosierbunker 2 mit darunter angeordnetem Streukopf
3. Üblicherweise wird das Streugut 6 über die Breite des Streukopfes 3 im Dosierbunker
2 je nach Anforderung der herzustellenden Holzwerkstoffplatte mittels dem Austragsband
13 und den Austragswalzen 12 ausgetragen und in den Streukopf gefördert. Dabei trifft
das Streugut 6 in einem ersten Ausführungsbeispiel nach der Erfindung auf eine verstellbare
Leitklappe 4, die das Streugut 6 gezielt auf Aufteilwalzen 5 lenkt, die das Streugut
6 im Streukopf 3 verteilen. Nach eventuell weiterer Aufteilung durch weitere Walzen
wird das Streugut 6 schließlich über Leitbleche 7 auf die Orientierungswalzen 9 geführt.
Die Orientierungswalzen 9 legen dabei das Streugut je nach Notwendigkeit orientiert
oder auch nicht orientiert auf das Formband 10 ab und formen damit die Pressgutmatte
11 oder bei mehreren hintereinander angeordneten Streumaschinen 1 auch nur eine Schicht
einer Pressgutmatte 11. Bei einem MDF-Streukopf finden entweder keine Orientierungswalzen
oder reine Streuwalzen Anwendung. Die Pressgutmatte 11 wird anschließend so schnell
wie möglich in einer Presse (nicht dargestellt) verpresst. Dies kann je nach Ausstattung
eine Etagen- oder kontinuierlich arbeitende Presse zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
sein. Die Herstellung von Holzwerkstoffplatten oder Kunststoffplatten ist dem Fachmann
aus dem hinreichend diskutierten Stand der Technik geläufig und muss hier nicht weiteren
Eingang finden. Das gleiche gilt auch für die Herstellung und Vorbehandlung der möglichen
Arten an Streugut wie Späne, Fasern, Schnitzel oder dergleichen.
[0018] Zur Temperierung des Streuguts 6 sind in oder nach den Leitblechen 7 Dampfleisten
8 angeordnet, die Dampf in das vorbei streichende Streugut 6 eindüsen. Dabei ist es
im Sinne der Erfindung nicht wesentlich, ob die Dampfleisten 8 im oberen oder unteren
Bereich der Leitbleche 7 angeordnet sind, entscheiden ist, dass die Leitbleche 7 das
Streugut 6 schonend und ohne Stauungen um die Dampfleiste 8 herumführen. Es ist dem
Fachmann offensichtlich, dass es sich um eine reine Definition handelt und die Dampfleiste
8 per se in der äußeren Form bereits als Leitblech ausgeführt sein kann. Dies ist
konstruktionstechnisch abhängig von der Notwendigkeit eines Leitbleches. Um Streufehler
zu vermeiden ist es üblich die Anordnung der Leitbleche 7 im Verbund mit dem Dampfleisten
so zu konstruieren, dass Anbackungen oder Häufungen von Streugut, speziell auf der
Rückseite, vermieden werden. Dem lesenden Konstrukteur ist es überlassen, wie die
Dampfleisten 8 anzuordnen oder zu kapseln sind um eine reibungslose Streuung zu gewährleisten.
In einem zweiten Ausführungsbeispiel nach Figur 2, das auch in Kombination mit dem
ersten auftreten kann, finden sich die Dampfleisten 8 direkt oberhalb der Aufteilwalzen
5, bzw. unterhalb des Dosierbunkers 2. Damit soll klargestellt sein, dass die Vorwärmung
des Streuguts 6 auch im Waagebereich oder in vorgeschalteten Förderbereichen zum Streukopf
3 Verwendung finden kann. Dabei muss die Schüttung des Streuguts 6 nicht zwingend
aus einem Dosierbunker 2 erfolgen, sondern kann auch direkt aus einer Blow-Line oder
über andere Fördervarianten für Streugut 6 erfolgen. In einer bevorzugten Variante
wird dem aus den Dosierbunker 2 austretenden Streugut 6 in dem Moment mittels der
Dampfleiste 8 bedampft, wenn er auf die Leitklappe 4 trifft. Es ist aber auch möglich
eine Bedüsung unterhalb der Leitklappe 4 vorzusehen und/oder die Bedüsung in einem
Winkel von 20° (dargestellt) bis 160° (nicht dargestellt) zum fallenden/rutschenden
Streugut 6 durchzuführen. Die Bedüsung findet dabei über die gesamte Breite des Streuguts
6 statt und kann auch von zwei Seiten, aber parallel zur Transportrichtung des Formbandes
10, stattfinden, um Streufehler zu vermeiden. Bei der Bedüsung mit Wasserdampf kann
dieser bevorzugt eine Temperatur von 100° bis 180° C aufweisen.
Bei einer Verwendung von mehreren Streumaschinen 1 entsteht eine mehrschichtige Pressgutmatte
11 die zu einer Mehrschichtholzwerkstoffplatte verpresst werden kann. Dabei kommt
in der Regel unterschiedliches Streugut 6 in den verschiedenen Streumaschinen 1 zur
Anwendung. Je nach Verwendung des Streuguts für Mittel- oder Deckschichten einer Mehrschichtpressgutmatte
müssen demzufolge auch unterschiedliche Parameter in den Streumaschinen eingestellt
werden, speziell um ein ausgeprägtes Dichteprofil über die Dicke der Holzwerkstoffplatte
zu erhalten.
[0019] In Figur 4 ist eine vergrößerte Detailzeichnung einer einzelnen Dampfleiste 8 mit
zugehörigem Leitblech 7 dargestellt. Erfindungswesentlich ist hierbei, dass der Dampfkanal
16 von einer eigenständig ansteuerbaren Heizvorrichtung 17 umhüllt ist. Diese Heizvorrichtung
kann beispielsweise als elektrische Widerstandsheizung oder als Strömungsheizung mit
entsprechenden Fluiden wie Dampf, Öl oder dergleichen ausgeführt sein.
Wichtig ist, dass die Heizvorrichtung 17 in der Lage ist nicht nur die Dampfkanäle
16 mit den Dampfdüsen 15 auf eine Temperatur aufzuheizen, die über dem verwendeten
Dampf liegt, sondern nötigenfalls auch vollständig die Kontaktflächen 14 der Dampfleiste
8 aufheizen kann. Dabei definiert sich die Kontaktfläche 14 als diejenige Fläche einer
Dampfleiste oder zugehöriger Anbauten, die mit dem Streugut (oder dessen Staub) in
Kontakt treten und die oben beschriebenen Nachteile einhergehend mit Kondensationseffekten
aufweisen können. Je nach Ausführung oder Einbau der Dampfleiste 8 mit einem Leitblech
7 kann oder muss dieses Leitblech 7 ebenfalls aufgeheizt werden. Bei der dargestellten
Form einer Heizvorrichtung 17 als Fluidheizung mittels Heizdampf 22 oder Thermoöl
sind Lösungen wie die Durchströmung eines Mantelrohrs oder eines vierkantigen Mantelrohrs
mit Heizdampf 22 oder Thermoöl denkbar. Dabei ist das Mantelrohr um den Dampfkanal
15 herum angeordnet. Das Mantelrohr kann auch nicht dargestellte Anschlüsse oder Verzweigungen
in den Bereich des Leitbleches 7 aufweisen um dies ordnungsgemäß aufzuheizen. Am einfachsten
stellt sich aber eine Kontaktheizung des Leitbleches mit geeigneten wärmeleitenden
Verbindungsstücken 21 dar.
[0020] Je nach Ausgestaltung der Dampfleisten 8 können die Dampfdüsen 15 als Flachstrahldüsen
ausgebildet sein und/oder dicht an dicht und auch in mehreren Reihen (über dem Formband
10) angeordnet sein um den Dampf 18 linienförmig und/oder gefächert in das Streugut
6 einzudüsen. Dabei ist es möglich die Reihen der Dampfdüsen 15 in unterschiedlichen
Winkeln zum Streugut 6 zu stellen um die Effizienz der Dampfeindüsung zu erhöhen.
Dabei ist in einer bevorzugten Ausführungsform der Dampfkanal 16 ggf. in Verbindung
mit der Heizvorrichtung 17 drehbar angeordnet, oder das gesamte System bestehend aus
Dampfleiste 8 und/oder Leitblech 7 ist mittels einer Verdrehvorrichtung 19 an der
Verstrebung 20 verdrehbar. Die Dampfdüsen 15 in der Dampfleiste 8 können in einem
Ausführungsbeispiel gegenüber der Kontaktfläche 14 versenkt angeordnet sein. Dies
ist je nach verwendetem Streugut ggf. notwendig um im Bereich der Kontaktfläche 14
bereits eine flächigen Eintritt des Dampfes 18 in das sich bewegende Streugut 6 zu
etablieren. Auch ist es in einer bevorzugten Ausführungsform von Vorteil, wenn der
Dampfkanal 16 von den beiden Endseiten her gleichzeitig mit Dampf beaufschlagt wird,
um eine optimale Dampfausdüsung über die Dampfdüsen 15 zu erhalten. Für eine energetisch
sinnvolle Ausnutzung des Dampfes kann es sinnvoll sein den Heizdampf 22 nach der Verwendung
in der Heizvorrichtung 17 dem Dampfkanal 16 als Dampf 18 der Dampfleiste 8 zuzuführen.
[0021] Wie bereits ausgeführt ist der dargestellte Streukopf nach Figur 1 ein Streukopf
für die Herstellung von orientiert gestreuten Span- oder Schnitzelschichten einer
Pressgutmatte. Der Streukopf kann natürlich mit entsprechender Ausgestaltung auch
ein Streukopf für die Streuung von Fasern oder Werkstoffen anderer Geometrie sein.
Bezugszeichenliste: DP 1344 EP
[0022]
- 1. Streumaschine
- 2. Dosierbunker
- 3. Streukopf
- 4. Leitklappe
- 5. Aufteilwalzen
- 6. Streugut
- 7. Leitblech
- 8. Dampfleiste
- 9. Orientierungswalzen
- 10. Formband
- 11. Pressgutmatte
- 12. Austragswalze
- 13. Austragsband
- 14. Kontaktfläche
- 15. Dampfdüsen
- 16. Dampfkanal
- 17. Heizvorrichtung
- 18. Dampf
- 19. Verdrehvorrichtung
- 20. Verstrebung
- 21. Verbindungsstücke
- 22. Heizdampf
1. Streumaschine, bestehend aus einem Streukopf und ggf. einem Dosierbunker oder einer
anderen geeigneten Zuführvorrichtung für Streugut, zur Bildung einer Pressgutmatte
oder einer Schicht derselben im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten, wobei das
Streugut zur Bildung der Pressgutmatte auf ein sich bewegendes kontinuierliches Formband
gestreut wird, die anschließend unter Anwendung von Druck und Wärme mittels einer
Presse in eine Endform gebracht und ausgehärtet wird, wobei in der Streumaschine das
Streugut mittels einer oder mehrerer Dampfleisten mit Dampf beaufschlagt wird,
dadurch gekennzeichnet,dassinzumindesteiner Dampfleiste (8) zur Beheizung der Kontaktflächen (14) und/oder des
Dampfkanals (16) und/oder der Dampfdüsen (15) auf eine Temperatur oberhalb des Verwendung
findenden Dampfes (18) in der Dampfleiste (8) eine Heizvorrichtung (17) angeordnet
ist.
2. Streumaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beheizung des Leitbleches (7) und/oder der zugehörigen Kontaktflächen (14) über
die Heizvorrichtung (17) Wärme leitende Verbindungsstücke (21) angeordnet sind oder
ein weitere Heizvorrichtung (17) vorgesehen ist.
3. Streumaschine nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampfkanal (16) und/oder die Heizvorrichtung (17) als Mantelrohr oder als vierkantiges
Mantelrohr ausgebildet ist.
4. Streumaschine nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung des Bedüsungswinkels der Dampfkanal (16), ggf. mit der Heizvorrichtung
(17) schwenkbar angeordnet ist.
5. Streumaschine nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung des Bedüsungswinkels die Dampfleiste (8), ggf. mit dem Leitblech
(7) mittels einer Verdrehvorrichtungen (19) schwenkbar angeordnet ist.
6. Streumaschine nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf beiden Seiten des Dampfkanals (16) der Dampfleiste (8) eine Dampfversorgung angeschlossen
ist.
7. Streumaschine nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfdüsen (15) in der Dampfleiste (8) gegenüber der Kontaktfläche (14) versenkt
angeordnet sind.
8. Verfahren zum Betreiben einer Streumaschine, bestehend aus einem Streukopf und ggf.
einem Dosierbunker oder einer anderen geeigneten Zuführvorrichtung für Streugut, zur
Bildung einer Pressgutmatte oder einer Schicht derselben im Zuge der Herstellung von
Holzwerkstoffplatten, wobei das Streugut zur Bildung der Pressgutmatte aus einem Gemisch
von mit Bindemittel versetzten feinen, gröberen und/oder langen lignozellulose und/oder
zellulosehaltigen Streugut, wie Späne, Faser oder Langschnitzel, auf ein sich bewegendes
kontinuierliches Formband gestreut wird, die anschließend unter Anwendung von Druck
und Wärme mittels einer Presse in eine Endform gebracht und ausgehärtet wird, wobei
in der Streumaschine das Streugut mit einer oder mehreren Dampfleisten mit Dampf beaufschlagt
wird,
dadurch gekennzeichnet,dasszumindesteine Dampfleiste (8) und/oder das Leitblech (7) und/oder die Kontaktflächen
(14) mittels einer Heizvorrichtung (17) auf eine Temperatur aufgeheizt werden, die
oberhalb des verwendeten Dampfes (18) liegt.
9. VerfahrennachAnspruch8,dadurch gekennzeichnet, dass der Dampfkanal (16) der Dampfleiste (8) von beiden Seiten her mit Dampf (18) beaufschlagt
wird.
10. VerfahrennachAnspruch8,dadurch gekennzeichnet, dass der Dampf (18) im Dampfkanal (16) durch die Heizvorrichtung (17) nochmals zusätzlich
aufgeheizt wird.
11. VerfahrennachAnspruch8,dadurch gekennzeichnet, dass der Heizdampf (22) nach der Verwendung in der Heizvorrichtung (17) dem Dampfkanal
(16) der Dampfleiste (8) zugeführt wird.