[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung zum Querschneiden wenigstens einer
Materialbahn gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine solche Schneidvorrichtung wird z. B. eingesetzt, um in einer Rollenrotationsdruckmaschine
bedruckte Papierbahnen in einzelne Signaturen zu zerlegen.
[0003] Bekannte Schneidvorrichtungen dieser Art umfassen einen Transportzylinder und einen
Schneidzylinder, die gemeinsam drehbar sind und einen Spalt begrenzen, durch den ein
Transportweg für die zu schneidende Materialbahn verläuft, und der Schneidzylinder
trägt wenigstens ein Messer, das jeweils eine Signatur von der Materialbahn abschneidet,
wenn es den Spalt durchläuft.
[0004] Die
DE 35 27 710 A1 und die
EP 0 627 310 A1 offenbaren Falzapparate, bei denen zwei Falzmesserzylinder mit einem Falzklappenzylinder
zusammen wirken. Jedem dieser Falzmesserzylinder ist ein einziger Messerzylinder zugeordnet.
[0005] Die
DE 93 20 814 U offenbart ein Verfahren zum Betrieb eines Falzapparates, wobei einem Transportzylinder
zwei Bahnen getrennt zugeführt werden.
[0006] Die
DE 239 837 C beschreibt eine Schneidvorrichtung zum Querschneiden von Materialbahnen mit einem
Schneid- und Transportzylinder, der mit zwei Gegenzylindern jeweils einen Schneidspalt
bildet.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schneidvorrichtung zum Querschneiden
wenigstens einer Materialbahn zu schaffen.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass sie
das Zusammenfügen von zwei Materialbahnen, die auf den zwei Transportwegen dem Transportzylinder
zugeführt werden, zu einem gemeinsamen Produkt ermöglicht bzw. die Verarbeitung einer
Materialbahn mit einer sehr großen Zahl von Lagen durch Zusammenfügen aus zwei Teilbahnen
erlaubt.
[0010] Die Verarbeitung von aus einer großen von Zahl von Lagen zusammengesetzten Materialbahnen
mit herkömmlichen Schneidvorrichtungen bereitet aus mehreren Gründen Schwierigkeiten.
Zum einen wirken Zugwalzen, die zum Einstellen einer erforderlichen Spannung der Materialbahn
herkömmlicherweise vorgesehen werden, nur auf die jeweils äußersten Lagen der Materialbahn
unmittelbar ein; auf die inneren Lagen wird ihre Kraft nur mittelbar durch Reibung
der Materiallagen aneinander übertragen. Diese Reibungskräfte sind nicht exakt kontrollierbar,
insbesondere dann nicht, wenn die Bahn um Kurven gelenkt werden muss, d. h. eine Walze
umschlingt. Daher ist die Spannung der inneren Lagen einer solchen Bahn um so schlechter
kontrollierbar, je größer die Zahl der Bahnen ist. Auch die zur Verarbeitung einer
Bahn erforderlichen Kräfte, sei es beim Schneiden oder beim Einstechen von Punkturlöchern
in die Bahn, sind um so größer, je größer die Zahl ihrer Lagen ist. Bei der Schneidvorrichtung
sind diese Kräfte reduziert. Infolgedessen kann die Schneidvorrichtung ohne Qualitätseinbuße
leichter und damit preiswerter als eine herkömmliche gebaut werden.
[0011] Um zu verhindern, dass beim Durchgang durch den zweiten Schneidspalt das zweite Schneidmesser
erneut in die erste Bahn schneidet, ist die Drehung der zwei Schneidzylinder vorzugsweise
so synchronisiert, dass das zweite Schneidmesser bei seinem Durchgang durch den zweiten
Schneidspalt auf einen vom ersten Schneidmesser erzeugten Schnitt in der ersten Bahn
trifft.
[0012] Um das Treffen dieses Schnitts zu erleichtern, sind vorzugsweise Mittel vorgesehen,
um die vom ersten Messer beim Schneiden der ersten Bahn an dieser erzeugten Schnittkanten
auseinander zu rücken, so dass das zweite Messer bei seinem Durchgang durch den Spalt
auf eine Lücke von nichtverschwindender Breite in der ersten Bahn stößt.
[0013] Verschiedene bevorzugte Ausgestaltungen von Mitteln zum Auseinanderrücken der Schnittkanten
sind in den Ausführungsbeispielen beschrieben.
[0014] Die Schneidvorrichtung ist vorzugsweise Teil eines Falzapparats, insbesondere kann
der Transportzylinder gleichzeitig als Falzmesserzylinder des Falzapparats fungieren.
[0015] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im folgenden näher beschrieben.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Falzapparats mit einer Schneidvorrichtung;
- Fig. 2 bis 5
- jeweils Teilschnitte des Transportzylinders und eines Schneidzylinders in unterschiedlichen
Ausgestaltungen der Erfindung;
- Fig. 6
- eine Darstellung einer Betriebsweise;
- Fig. 7
- eine Darstellung einer anderen Betriebsweise.
[0017] Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Falzapparates. Dieser Falzapparat
weist zwei Einläufe 01; 02 für mehrlagige Materialbahnen 03; 04, insbesondere Papierbahnen
03; 04 auf, die im folgenden als innere bzw. äußere Bahn 03; 04 bezeichnet werden.
Beide Bahnen 03; 04 durchlaufen jeweils ein Zugwalzenpaar 06; 07 zum Einstellen ihrer
Spannung und treffen auf einen Transportzylinder 11 jeweils in Höhe von Schneidspalten
08; 09 zwischen dem Transportzylinder 11 einerseits und einem der Schneidzylinder
12; 13 andererseits. Anstelle von zwei Einläufen 01; 02 und zwei Schneidspalten 08;
09 können auch drei oder mehr vorgesehen sein. Dabei kontaktieren die Bahnen 03; 04
vorzugsweise jeweils zuerst den Transportzylinder 11 und danach den Schneidzylinder
12; 13, d. h. die Bahnen 03; 04 umschlingen zuerst den Transportzylinder 11 und dann
den Schneidzylinder 12; 13.
[0018] Jeder Schneidzylinder 12 bzw.13 hat einen Umfang entsprechend mindestens einer, vorzugsweise
zweier Längen der aus den Bahnen 03; 04 herzustellenden Signaturen und trägt zwei
Schneidmesser 14.
[0019] Der Umfang des Transportzylinders 11 entspricht mehr als fünf, insbesondere sieben
Längen der Signatur. Sieben in gleichen Abständen in die Umfangsfläche des Transportzylinders
11 eingelassene Gegenschneidleisten, z. B. Hartgummistreifen, dienen als Widerlager
15, die jeweils beim Schneiden der Bahnen 03; 04 mit einem Schneidmesser 14 zusammenwirken.
Jedem der Widerlager 15 benachbart ist jeweils eine Halteeinrichtung 16, z. B. Punkturleiste
16 mit ausfahrbaren Punkturnadeln 23 (siehe Fig. 2 bis 5) am Transportzylinder 11
angeordnet.
[0020] In der in der Fig. 1 gezeigten Stellung durchlaufen ein Schneidmesser 14 des Schneidzylinders
12 und ein Widerlager 15 des Transportzylinders 11 soeben den Schneidspalt 08 und
durchtrennen dabei die innere Bahn 03. Der beim Schneiden entstandene führende Rand
der inneren Bahn 03 ist an den Punkturnadeln 23 einer kurz vor Erreichen des Schneidspalts
08 ausgefahrenen Punkturleiste 16 aufgespießt, die ihn auch beim weiteren Transport
fest an der Oberfläche des Transportzylinders 11 halten.
[0021] Die auf diese Weise von der inneren Bahn 03 abgeschnittene Signatur wird am Transportzylinder
11 weiter gefördert zum Schneidspalt 09, wo sich die äußere Bahn 04 darüber legt und
ebenfalls von den Punkturnadeln 23 der Punkturleiste 16 aufgespießt wird.
[0022] Die Drehung der zwei Schneidzylinder 12; 13 ist so synchronisiert, das ein Schneidmesser
14 des Schneidzylinders 13 immer gleichzeitig mit einer schmalen Lücke zwischen zwei
aufeinander folgenden, aus der inneren Bahn 03 geschnittenen Signaturen und einem
Widerlager 15 den Schneidspalt 09 durchläuft. Unterschiedliche Techniken zur Erzeugung
dieser Lücke werden in folgenden noch anhand der Fig. 2 bis 5 erläutert.
[0023] Der Winkelabstand zwischen den zwei Schneidspalten 08; 09 beträgt beim hier gezeigten
Beispiel ca. 50°. Dieser Winkelabstand kann vom Winkelabstand der Punkturleisten 16
voneinander (51,5°) oder einem Vielfachen davon abweichen, damit nicht an den beiden
Schneidspalten 08; 09 gleichzeitig geschnitten wird; auch ein halbzahliges Vielfaches
dieses Werts ist unter dem Gesichtspunkt der Schwingungsvermeidung ungünstig.
[0024] Nach dem Durchgang durch den Schneidspalt 09 trägt jede Punkturleiste 16 ein Gesamtprodukt,
das jeweils aus einem von der inneren Bahn 03 abgeschnittenen Signatur und einem von
der äußeren Bahn 04 abgeschnittenen Signatur zusammengesetzt ist. Mit jeder Umdrehung
des Transportzylinders 11 werden sieben Produkte erzeugt, genauso, wie wenn beide
Bahnen 03; 04 in herkömmlicher Weise über einen gemeinsamen Einlauf 01; 02 zugeführt
würden. Da sich allerdings das Abschneiden jeder einzelnen Signatur auf zwei Schneidschritte
an den Schneidspalten 08; 09 verteilt, ist die in jedem Schneidschritt aufzubringende
Kraft geringer, und ein befriedigender Gleichlauf der Maschine ist leichter aufrechtzuerhalten.
[0025] Am Transportzylinder 11 sind ferner sieben in der Figur 1 nicht gezeigte Falzmesser
angebracht, die jeweils bei Erreichen eines Spalts 17 zwischen dem Transportzylinder
11 und einem Falzklappenzylinder 18 ausgefahren werden, um die am Transportzylinder
11 transportierten Signaturen an den Falzklappenzylinder 18 in an sich bekannter Weise
zu übergeben und zu falzen. Die gefalzten Produkte werden vom Falzklappenzylinder
18 an ein Schaufelrad 19 übergeben und von diesem auf ein Förderband 21 ausgelegt.
[0026] Fig. 2 zeigt eine Detailansicht des Schneidspalts 09 und seiner Umgebung gemäß einer
ersten Ausgestaltung der Erfindung. Zwei der sieben Punkturleisten 16 des Transportzylinders
11 sind in der Fig. 2 dargestellt und mit Punkturleisten 16'; 16" bezeichnet. Beide
sind jeweils um eine Welle 22 gesteuert schwenkbar und tragen Punkturnadeln 23, die
so orientiert sind, dass ihre aus dem Umfang des Transportzylinders 11 herausragende
Spitze jeweils weiter vom Mittelpunkt der Welle 22 entfernt ist als ihre innerhalb
des Transportzylinders 11 liegende Basis. Die Punkturnadeln 23 der Punkturleiste 16'
befinden sich in einer vergleichsweise weit ausgefahrenen Stellung, in der sie zuvor
auch den Schneidspalt 08 durchlaufen haben. Diese gleiche Stellung ist am Ort der
Punkturleiste 16" gestrichelt gezeichnet.
[0027] Im Vergleich hierzu ist die Punkturleiste 16" ein Stück weit ins Innere des Transportzylinders
11 zurückgeschwenkt. Diese Schwenkbewegung bewirkt eine Verschiebung des Schnittpunktes
zwischen den Punkturnadeln 23 und der Oberfläche des Transportzylinders 11 entgegen
dessen Drehrichtung. Durch diese Verschiebung ist die von der Punkturleiste 16" gehaltene
Signatur 24 im Vergleich zu der Stellung, in der es am Schneidspalt 08 von der inneren
Bahn 03 abgeschnitten wurde, geringfügig entgegen der Drehrichtung des Transportzylinders
11 verschoben. Nach dem Durchlauf durch den Schneidspalt 09 kehrt die Punkturleiste
16" in die gestrichelt gezeigte Stellung zurück oder geht gar in eine noch weiter
ausgefahrene Stellung über, um so die Rückwärtsverschiebung der Signatur 24 wieder
aufzuheben bzw. überzukompensieren. Auf diese Weise entsteht jeweils zwischen der
Signatur 24 und einer unmittelbar zuvor abgeschnittenen Signatur 27 eine schmale Lücke
26, in die das Schneidmesser 14 eingreifen und so die äußere Bahn 04 gegen das Widerlager
15 pressen und durchtrennen kann, ohne Gefahr zu laufen, erneut auch eine der Signaturen
24; 27 zu schneiden.
[0028] Fig. 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung des Transportzylinders 11 und des Schneidzylinders
13 in einem Teilschnitt analog dem der Fig. 2. Der Schneidzylinder 13 weist zu jedem
Schneidmesser 14 eine über seinen äußeren Umfang vorspringende Leiste 28 auf, die
den Schneidspalt 09 jeweils kurz vor dem zugeordneten Schneidmesser 14 durchläuft.
Eine komplementär geformte Rille 29 am Transportzylinder 11 liegt der Leiste 28 bei
jedem Spaltdurchgang gegenüber, so dass die Leiste 28 einen nacheilenden Randbereich
des von der inneren Bahn 03 abgeschnittenen Signatur 27 sowie die äußere Bahn 04 in
die Rille 29 hineindrückt. Dadurch wird der nacheilende Rand der Signatur 27 vorgezogen
und die Lücke 26 geöffnet. Es ist daher bei dieser Ausgestaltung nicht erforderlich,
dass die Punkturleiste 16" nach ihrem Durchgang durch den Schneidspalt 09 wieder auswärts
schwenkt, um die Lücke 26 zu erzeugen.
[0029] Eine dritte Ausgestaltung ist in Fig. 4 wiederum anhand eines Teilschnittes des Transportzylinders
11 und des Schneidzylinders 13 dargestellt. Der Schneidzylinder 13 ist identisch mit
dem der Fig. 2, der Transportzylinder 11 unterscheidet sich durch die Anordnung der
Wellen 22, um die die Punkturleisten 16 schwenkbar sind. Während bei den Ausgestaltungen
der Fig. 2 und 3 diese Wellen 22 in Drehrichtung des Transportzylinders 11 vor den
Punkturnadeln 23 liegen, sind sie bei der Ausgestaltung der Fig. 4 hinter diesen angeordnet.
Die Orientierung der Punkturnadeln 23 in Bezug auf die Oberfläche des Transportzylinders
11 ist in allen Fällen die gleiche, sie sind gegen die Oberflächennormale geringfügig
in Drehrichtung des Transportzylinders 11 nach vorn geneigt, so dass eine auf an den
Punkturnadeln 23 aufgespießtes Material wirkende Spannung dieses gegen die Oberfläche
des Transportzylinders 11 gedrückt hält.
[0030] Aus der veränderten Anordnung der Wellen 22 resultiert ein veränderter Ablauf der
Schwenkbewegung der hier mit 16*; 16** bezeichneten Punkturleisten. Die Punkturleiste
16*, die noch weit vom Schneidspalt 09 entfernt ist, befindet sich in einer vergleichsweise
wenig ausgefahrenen Position, in der ihre Punkturnadeln 23 weit genug über den Umfang
des Transportzylinders 11 hinausreichen, um die innere Bahn 03 zu halten. Erst kurz
vor Erreichen des Schneidspalts 09 wird die Punkturleiste 16* weiter ausgefahren,
um auch die äußere Bahn 04 zu punktieren, wie an der Punkturleiste 16** zu erkennen.
Bei dieser Ausgestaltung bewirkt die Auswärtsbewegung der Punkturnadeln 23 eine Verschiebung
von deren Schnittpunkt mit dem Umfang des Transportzylinders 11 entgegen dessen Bewegungsrichtung
und damit ein Abrücken des führenden Randes der von der Punkturleiste 16** gehaltenen
Signatur 24 vom Auftreffpunkt des Schneidmessers 14 auf das Widerlager 15. Die Punkturnadeln
23 der Punkturleiste 16*** sind demgegenüber wieder ein Stück weiter in den Transportzylinder
11 zurückgezogen, um so die von ihnen gehaltene Signatur 27 in Umfangsrichtung vorzurücken
und so die Lücke 26 in Höhe des Widerlagers 15 zu öffnen
[0031] Bei dieser Ausgestaltung werden mehrere Richtungswechsel in der Bewegung der Punkturnadeln
23 im Laufe einer Umdrehung des Transportzylinders 11 vermieden.
[0032] Eine vierte Ausgestaltung der Schneidvorrichtung ist in Fig. 5 wiederum in einer
zur Fig. 4 analogen Ansicht dargestellt.
[0033] Bei dieser Ausgestaltung sind am Umfang des Transportzylinders 11 jeweils zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Punkturleisten 16*, 16**, 16***,... Segmente 32*, 32**,
... zur Umfangsvergrößerung angeordnet. Jedes dieser Segmente 32*, 32**, ... setzt
sich zusammen aus einer Mehrzahl von flexiblen Lamellen, die in axialer Richtung des
Transportzylinders 11 nebeneinander angeordnet und durch Spalte beabstandet sind.
Diese Spalte dienen bei der Übergabe der fertig geschnittenen Signaturen 24; 27 an
den Falzklappenzylinder 18 jeweils als Austrittsöffnungen für Zinken eines (nicht
dargestellten) Falzmessers. Die Enden der Lamellen sind jeweils an in Umfangsrichtung
des Transportzylinders 11 verschiebbaren Kopfleisten 33 verankert.
[0034] Das Segment 32* befindet sich in einer Konfiguration, in der der Verlauf seiner Lamellen
der Zylinderform des Transportzylinders 11 entspricht. Nach Durchgang eines solchen
Segments 32* durch den Schneidspalt 09 werden dessen Kopfleisten 33 aufeinander zu
verschoben, so das seine Lamellen, wie am Segment 32** gezeigt, einen über den Umfang
des Transportzylinders 11 hinausgreifenden Vorsprung bilden. In Folge dieses Vorsprungs
ist der entlang der Oberfläche des Transportzylinders 11 gemessene Abstand zwischen
den Punkturleisten 16** und 16*** größer als der zwischen den Punkturleisten 16* und
16**, letzterer entspricht der Länge der am Schneidspalt 08 erzeugten Signaturen 24;
27. Die Ausbuchtung des Segments 32** bewirkt daher, dass zwischen den Signaturen
24 und 27 die Lücke 26 entsteht, in die das Schneidmesser 14 des Schneidzylinders
13 eingreifen kann.
[0035] Die zweite Querschneideinrichtung 11, 13 ist auf den Umfang des Transportzylinder
11 phasenversetzt schneidend angeordnet.
[0036] Der Schnitt der ersten Querschneideinrichtung 11, 12 auf den Transportzylinder 11
erfolgt kurz neben, insbesondere 10 mm neben, dem andern Schnitt der zweiten Querschneideinrichtung
11, 13.
[0037] Die erste und zweite Querschneideinrichtungen 11, 13 sind im Umfangsrichtung am Transportzylinder
11 angeordnet.
[0038] Anstelle des Falzklappenzylinders 18 kann in allen Betriebsweisen auch ein weiterer
Transportzylinder zur Übernahme der Signaturen nachgeschalten sein, dem wiederum ein
Falzklappenzylinder oder ein Bändersystem nachgeschaltet sein kann.
[0039] Auch ist es möglich das jede der Bahnen 03; 04 gleiche Muster A bzw. B hintereinander,
d. h. in Transportrichtung aufweist. Diese Muster A und B werden vorzugsweise mit
mindestens einem Formzylinder einer Druckeinheit bedruckt, der am Umfang zwei gleiche
Muster A oder B trägt. Die Bahnen 03; 04 werden übereinander geführt, so dass Signaturen
mit übereinanderliegenden Muster A und B entstehen, die jeweils im Spalt 17 zu den
nachfolgenden Falklappenzylinder 18 übergehen. Dazu muß der Transportzylinder 11 nicht
zwingend eine ungeradzahlige Teilung aufweisen, sondern kann auch eine geradzahlige
Teilung, vorzugsweise größer 4 oder 6 aufweisen.
[0040] Die Muster A, B, C, D bezeichnen vorzugsweise jeweils zwei Zeitungsseiten, wobei
A1, A2; B1, B2; C1, C2; D1, D2 jeweils eine Zeitungsseite bezeichnen.
[0041] Unter der Bezeichnung Bahn 03; 04 ist mindestens eine Bahn 03; 04 zu verstehen, vorzugsweise
ist darunter jedoch jeweils ein aus mehreren aufeinanderliegenden Bahnen 03; 04 bestehender
Strang zu verstehen.
[0042] Dabei können die Bahnen 03; 04 jeweils mit Formzylindern von Druckeinheiten bedruckt
werden, die entweder ein Muster A bzw. B am Umfang tragen (Einfach-Umfang) oder zwei
Muster A bzw. B am Umfang (Doppel-Umfang) tragen. Bei Doppel-Umfang-Formzylinder können
zwei gleiche Muster A, A und B, B oder zwei verschiedene Muster A, B am Umfang angeordnet
sein.
[0043] Es sind daher vier Betriebsweisen möglich.
[0044] In einer ersten und zweiten Betriebsweise werden beide Bahnen 03; 04 vor dem ersten
Einlauf 01; 02 auf dem Transportzylinder 11 zusammengeführt und mittels eines einzigen
Schneidvorgangs getrennt.
[0045] Dabei tragen die Bahnen 03; 04 in einer ersten Betriebsweise hintereinander gleiche
Muster A bzw. C und es werden auf dem Transportzylinder 11 hintereinander bei jeder
Umdrehung gleiche Produkte gebildet und direkt an den nachfolgenden Falzklappenzylinder
18 abgegeben.
[0046] In einer zweiten Betriebsweise tragen die Bahnen 03; 04 hintereinander alternierende
Muster A, B bzw. C, D die bei einer ersten Umdrehung des mit einer ungeraden Anzahl
von Feldern versehenen Transportzylinders 11 (= Sammelzylinder) alternierend auf den
Transportzylinder 11 abgelegt werden und bei der zweiten Umdrehung zusätzlich mit
einer zweiten Lage des falzenden Produktteiles versehen werden.
[0047] In einer dritten und vierten Betriebsweise werden zwei Bahnen 03; 04 getrennt zugeführt,
wobei in der dritten Betriebsweise die Bahnen 03; 04 hintereinander alternierend Muster
A, B bzw. C, D tragen.
[0048] Dabei werden bei einer ersten Umdrehung des Transportzylinders 11 (= Sammelzylinder)
auf allen und jeder zweiten Punkturleiste 16 erst Signaturen mit Mustern A, C jeder
Bahn 03; 04 geführt, so dass jetzt jede zweite Punkturleiste 16 eine Signatur mit
Mustern A; C trägt und bei der zweiten Umdrehung werden dann nochmals von jeder Bahn
03; 04 zwei Signaturen mit Mustern B, D auf die Punkturleisten 16 geführt.
[0049] Bei der zweiten Umdrehung der Transportzylinder 11 sind daher Signaturen von Mustern
A, C, B, D auf den Punkturleisten 16 alternierend mit Punkturleisten 16, die lediglich
Signaturen mit Mustern A, C tragen, wobei die Signaturen, d. h. das Produkt mit Mustern
A, C, B, D jedes zweiten Feldes und den Falzklappenzylinder 18 übergeben werden.
[0050] In einer vierten Betriebsweise weisen die Bahnen 03; 04 hintereinander gleiche Muster
A, A bzw. C, C auf, so dass bei jeder Umdrehung der Transportzylinder 11 jede Punkturleiste
16 Produkte mit Mustern A, C trägt, die bei Erreichen des Falzklappenzylinders 18
direkt an diesen übergeben werden.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 01
- Einlauf
- 02
- Einlauf
- 03
- Materialbahn, Papierbahn, erste Bahn, innere Bahn
- 04
- Materialbahn, Papierbahn, zweite Bahn, äußere Bahn
- 05
- -
- 06
- Zugwalzenpaar
- 07
- Zugwalzenpaar
- 08
- Schneidspalt
- 09
- Schneidspalt
- 10
- -
- 11
- Transportzylinder
- 12
- Schneidzylinder
- 13
- Schneidzylinder
- 14
- Schneidmesser
- 15
- Widerlager
- 16
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 17
- Spalt
- 18
- Falzklappenzylinder
- 19
- Schaufelrad
- 20
- -
- 21
- Förderband
- 22
- Welle
- 23
- Punkturnadeln
- 24
- Signatur, Produkt
- 25
- -
- 26
- Lücke
- 27
- Signatur, Produkt
- 28
- Leiste
- 29
- Rille
- 30
- -
- 31
- -
- 32
- Segment
- 33
- Kopfleiste
- 16'
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 16"
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 16*
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 16**
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 16***
- Halteeinrichtung, Punkturleiste
- 32*
- Segment
- 32**
- Segment
- A
- Muster, Signatur mit Muster, Produkt mit Muster
- B
- Muster, Signatur mit Muster, Produkt mit Muster
- C
- Muster, Signatur mit Muster, Produkt mit Muster
- D
- Muster, Signatur mit Muster, Produkt mit Muster
1. Schneidvorrichtung zum Querschneiden wenigstens einer Materialbahn (03; 04) mit einem
Transportzylinder (11), wobei der Transportzylinder (11) mit einer ersten Querschneideinrichtung
(11, 12) einen ersten Schneidspalt (08) bildend angeordnet ist, wobei der Transportzylinder
(11) zusätzlich mit einer zweiten Querschneideinrichtung (11, 13) einen zweiten Schneidspalt
(09) bildend angeordnet ist, wobei erste Querschneideinrichtung (11, 12) und zweite
Querschneideinrichtung (11, 13) am Transportzylinder (11) in Umfangsrichtung versetzt
angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung der zwei Schneidzylinder (12; 13) so synchronisiert ist, dass das zweite
Schneidmesser (14) bei seinem Durchgang durch den zweiten Schneidspalt (09) auf einen
vom ersten Schneidmesser (14) erzeugten Schnitt in der ersten Materialbahn (03) trifft.
2. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschneideinrichtung (11, 12; 11, 13) jeweils einen Schneidzylinder (12; 13)
aufweist.
3. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportzylinder (11) Widerlager (15) für Schneidmesser (14) aufweist.
4. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Querschneideinrichtung (11, 12) eine erste Materialbahn (03) und die zweite
Querschneideinrichtung (11, 13) eine zweite Materialbahn (04) durchtrennend angeordnet
ist.
5. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Querschneideinrichtung (11, 13) auf dem Umfang des Transportzylinders
(11) phasenversetzt schneidend angeordnet ist.
6. Schneidvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Transportzylinder (11) der Schnitt der ersten Querschneideinrichtung (11,
12) kurz neben, insbesondere weniger als 10 mm, neben einem Schnitt der zweiten Querschneideinrichtung
(11, 13) erfolgt.
7. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportzylinder (11) und ein erster Schneidzylinder (12) gemeinsam drehbar
sind und einen ersten Schneidspalt (08) begrenzen, durch den ein erster Transportweg
für eine erste zu schneidende Materialbahn (03) verläuft, wobei der erste Schneidzylinder
(12) wenigstens ein Schneidmesser (14) zum Abschneiden einer ersten Signatur (24)
von der ersten Materialbahn (03) beim Durchgang des Schneidmessers (14) durch den
ersten Schneidspalt (08) trägt, dass ein zweiter Transportweg für eine zweite zu schneidende
Materialbahn (04) am Transportzylinder (11) auf den ersten Transportweg trifft, und
dass ein zweiter Schneidzylinder (13) mit dem Transportzylinder (11) gemeinsam drehbar
ist und mit diesem einen zweiten Schneidspalt (09) begrenzt, durch den beide Transportwege
verlaufen, wobei der zweite Schneidzylinder (13) wenigstens ein Schneidmesser (14)
zum Abschneiden einer zweiten Signatur (27) von der zweiten Materialbahn (04) beim
Durchgang des Schneidmessers (14) durch den zweiten Schneidspalt (09) trägt.
8. Schneidvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung der zwei Schneidzylinder (12; 13) so synchronisiert ist, dass das zweite
Schneidmesser (14) bei seinem Durchgang durch den zweiten Schneidspalt (09) auf einen
vom ersten Schneidmesser (14) erzeugten Schnitt in der ersten Materialbahn (03) trifft.
9. Schneidvorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch Mittel (16; 16'; 16"; 16*; 16**; 16***; 32*; 32**, 33) zum Auseinanderrücken der
vom ersten Schneidmesser (14) beim Schneiden der ersten Materialbahn (03) an dieser
erzeugten Schnittkanten.
10. Schneidvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16; 16'; 16"; 16*; 16**; 16***; 32*; 32**, 33) zum Auseinanderrücken
der Schnittkanten eine Halteeinrichtung (16"; 16**) zum Halten der abgeschnittenen
ersten Signatur (24) und zum Verschieben der ersten Signatur (24) entgegen der Transportrichtung
vor Erreichen des zweiten Schneidspalts (09) umfassen.
11. Schneidvorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16; 16'; 16"; 16*; 16**; 16***; 32*; 32**, 33) zum Auseinanderrücken
der Schnittkanten eine Halteeinrichtung (16"', 16***) zum Halten der abgeschnittenen
zweiten Signatur (27) und zum Verschieben der zweiten Signatur (27) in der Transportrichtung
nach Durchgang durch den zweiten Schneidspalt (09) umfassen.
12. Schneidvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (16; 16'; 16"; 16*; 16**; 16***) eine Punkturleiste (16; 16';
16"; 16*; 16**; 16***) ist.
13. Schneidvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16; 16'; 16"; 16*; 16**; 16***; 32*; 32**, 33) zum Auseinanderrücken
der Schnittkanten eine Rille (29) am Transportzylinder (11) und eine mit der Rille
(29) zusammenwirkende Leiste (28) am zweiten Schneidzylinder (13) umfassen.
14. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang des Transportzylinders (11) wenigstens fünf Signaturlängen beträgt.
15. Schneidvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Materialbahn (03; 04) ein Einlauf (01; 02) zugeordnet ist.