[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine variable Befestigungsvorrichtung zur Befestigung
von Ofenverkleidungselementen auf einer Ofenkörperoberfläche, wobei die Befestigungsvorrichtung
sowohl eine Schwenkbewegung als auch eine Verschiebebewegung ausführen kann. Darüber
hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Ofenverkleidungselement mit einer variablen
Befestigungsvorrichtung der zuvor genannten Art. Weiterhin betrifft die vorliegende
Erfindung einen Ofen mit wenigstens einer Befestigungsvorrichtung der zuvor genannten
Art oder mit wenigstens einem Ofenverkleidungselement der zuvor genannten Art.
[0002] Öfen sind Vorrichtungen zur kontrollierten Erzeugung von Wärme durch Verbrennung
von Brennstoffen. Für die verschiedenen Einsatzgebiete von Öfen gibt es unterschiedliche
Ofenbauweisen. Diese reichen von einfachen, überkuppelten Feuerstellen über Herdöfen,
Kachelöfen und Kaminöfen bis zu industriellen Hochöfen zum Erzeugen von Stahl.
[0003] Bei manchen Öfen ist der eigentliche Ofenkörper, in dem auch die Brennkammer angeordnet
ist, zusätzlich mit einer äußeren Verkleidung versehen. Beispielsweise ist an industriellen
Öfen häufig eine Verkleidung aus Gründen der Wärmedämmung bzw. Wärmeisolierung vorgesehen.
Bei Kachelöfen und Kaminöfen ist oft eine Verkleidung vorgesehen, um zwischen dem
Ofenkörper und der Verkleidung einen Zwischenraum zu bilden, in dem aus der Umgebung
angesaugte Raumluft erwärmt und danach an die Umgebung wieder abgegeben wird. Darüber
hinaus können die Verkleidungselemente von Heizöfen aus Materialien geformt sein,
die als Wärmespeicher dienen. Nicht zuletzt können Ofenverkleidungen auch dazu dienen,
dem Ofen eine bestimmte äußere Erscheinung zu verleihen.
[0004] Teilweise ist es gewünscht, eine Ofenverkleidung erst nach der Installation eines
Ofens an seinem Bestimmungsort an diesem anzubringen. Auf diese Weise können möglicherweise
stoß-oder schlagempfindliche Verkleidungselemente separat und besonders geschützt
an den Bestimmungsort transportieren zu können. Ferner kann es gewünscht sein, im
Laufe der Zeit beschädigte Verkleidungselemente auszutauschen oder sogar die gesamte
Verkleidung eines Ofens auszutauschen, um dessen äußere Erscheinung zu verändern.
[0005] Zur Anbringung von Verkleidungselementen an Öfen existieren auf dem Gebiet eine Reihe
von unterschiedlichen Befestigungsvorrichtungen. Vielen dieser Befestigungsvorrichtungen
ist gemein, daß eine Feinjustierung der einzelnen Verkleidungselemente gar nicht oder
nur sehr bedingt möglich ist.
[0006] Bei vielen Verkleidungselementen, die im Ofenbau üblicherweise zum Einsatz kommen,
bestehen aufgrund der speziellen Eigenschaften der verwendeten Materialien hohe Fertigungstoleranzen.
Dies ist insbesondere bei Verkleidungen aus Keramik oder Speckstein der Fall. Daher
werden auf dem Gebiet Befestigungsmittel benötigt, die es ermöglichen, diese Fertigungstoleranzen
durch Feinjustierung beim Anbringen der Verkleidungselemente auszugleichen.
[0007] DE 100 07 347 beschreibt Kacheln, die zum Zwecke der Befestigung an einem aus Stahl gefertigten
Kaminofen mit einem Permanentmagneten ausgestattet sind. In solcher Weise ausgestaltete
Verkleidungselemente können grundsätzlich zwar in gewünschter Ausrichtung an einem
metallischen Innenofen angebracht werden, der Abstand vom Verkleidungselement zum
Innenofen ist durch die Dicke des Permanentmagneten jedoch vorbestimmt und kann nicht
variiert werden, was auch dazu führen kann, daß einzelne Verkleidungselemente mit
anderen Verkleidungselementen nach außen hin nicht bündig abschließen, da nur der
Abstand zwischen den Verkleidungselementen variiert werden kann, nicht jedoch die
Lage der Ebene der äußeren Oberfläche des Verkleidungselements.
[0008] DE 92 01 780 beschreibt eine Vorrichtung zur Befestigung von Ofenkacheln im Abstand von der Ofenaußenwand,
wobei an der Ofenaußenwand im Abstand zueinander zwei verstellbare Lagerstifte angeordnet
sind, in die eine Ofenkachel einhängbar ist. Diese Lagerstifte sind jeweils in dem
einen Ende einer Lasche angeordnet, wobei das andere Ende der Lasche um eine vertikale
Achse schwenkbar und festlegbar in an der Ofenaußenwand angeordneten Halterungen gelagert
sind. Durch in diesen Halterungen vorgesehene langlochartige Ausnehmungen sind die
Laschen senkrecht zur Ofenkörperoberfläche verschiebbar. Einer der Lagerstifte ist
außerdem in vertikaler Richtung verstellbar.
[0009] Diese Befestigungsvorrichtung liefert die für die Feinjustierung von Ofenverkleidungselementen
erforderlichen Freiheitsgrade jedoch nur dann, wenn jeweils zwei Befestigungseinheiten,
die jeweils aus einer Halterung, einer Lasche und einem Lagerstift bestehen, vorgesehen
sind.
[0010] Außerdem ist die Befestigungsvorrichtung gemäß
DE 92 01 780 in senkrechter Richtung zur Ofenkörperoberfläche sehr raumgreifend und der Abstand
des Verkleidungselements zum Innenofen ist immer mindestens so groß, wie die am Innenofen
angebrachte Halterung lang ist. Darüber hinaus hat dieses System den Nachteil, daß
die Verschiebung eines auf diese Weise angebrachten Verkleidungselements in der Horizontalen
nach rechts oder links meist auch mit einer Veränderung des Abstands des Verkleidungselements
zum Innenofen einhergeht. Außerdem führt die Verstellung des in vertikaler Richtung
verstellbaren Lagerstifts stets auch zu einem seitlichen Verkippen des Verkleidungselements.
[0011] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine raumsparende variable Befestigungsvorrichtung
bereitzustellen, die eine flexiblere Feinjustierung von an einem Innenofen angebrachten
Verkleidungselementen ermöglicht.
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine variable Befestigungsvorrichtung zur Befestigung
von Ofenverkleidungselementen auf einer Ofenkörperoberfläche mit einem am Ofenkörper
oder an der Ofenkörperoberfläche festlegbaren Schwenkelement und einem an dem Schwenkelement
festlegbaren und mit einem Ofenverkleidungselement verbindbaren Verschiebeelement,
wobei das an der Ofenkörperoberfläche angeordnete Schwenkelement um eine zur Ofenkörperoberfläche
im wesentlichen senkrecht angeordnete erste Achse schwenkbar ist, und wobei das Verschiebeelement
in einer zu der ersten Achse parallelen Ebene verschiebbar und um eine zur ersten
Achse im wesentlichen senkrecht angeordnete zweite Achse schwenkbar ist. Vorzugsweise
verläuft die zweite Achse senkrecht durch eine im wesentlichen parallel zur ersten
Achse verlaufende gedachte Achse und im wesentlichen parallel zur Ofenkörperoberfläche.
[0013] Durch das Vorsehen einer zweiten Schwenkachse bei der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
ergeben sich zusätzliche Variationsmöglichkeiten im Hinblick auf die Verstellbarkeit
eines an dieser befestigten Verkleidungselements. Durch die im wesentlichen senkrecht
zur Ofenkörperoberfläche angeordnete Schwenkachse wird durch bereits eine Befestigungsvorrichtung
mit den vorgenannten Merkmalen die Beweglichkeit des Verkleidungselements mit drei
Translationsfreiheitsgraden und einem Rotationsfreiheitsgrad ermöglicht, wohingegen
für diese Zwecke im Stand der Technik wenigstens zwei entsprechende Befestigungsvorrichtungen
erforderlich waren.
[0014] Vorzugsweise erstreckt sich die Verschieberichtung des Verschiebeelements senkrecht
zur zweiten Achse. Um die Möglichkeiten der Feinjustierung weiter zu steigern, ist
das Verschiebeelement der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung vorzugsweise auf
der zu der ersten Achse parallelen Ebene in zwei zueinander senkrechten Richtungen
verschiebbar.
[0015] Vorzugsweise ist das Verschiebeelement gegenüber der zweiten Achse in einer oder
in beiden Richtungen um bis zu 5 mm verschiebbar. Vorzugsweise ist das Verschiebeelement
um bis zu 10 mm verschiebbar, und besonders bevorzugt ist es um bis zu 20 mm verschiebbar.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Schwenkelement in Form
einer Winkelplatte vorgesehen. Hierbei ist üblicherweise einer der Winkelschenkel
schwenkbar mit dem Ofenkörper verbunden, während auf dem anderen Winkelschenkel das
Verschiebeelement verschiebbar angeordnet ist. Vorzugsweise sind die Winkelschenkel
der Winkelplatte jeweils rechteckig plattenförmig ausgestaltet. Besonders bevorzugt
stehen die Ebenen, auf denen die plattenförmigen Winkelschenkel liegen, im wesentlichen
senkrecht aufeinander. Besonders bevorzugt ist die Winkelplatte ungleichschenklig,
wobei das Längenverhältnis des mit dem Ofen verbundenen Schenkels und des mit dem
Verschiebeelement verbundenen Schenkels vorzugsweise in dem Bereich von 1:1,5 bis
1:3 liegt. Besonders bevorzugt sind die erfindungsgemäßen Winkel einstückig, was fertigungstechnisch
günstig zu realisieren ist und höchste Stabilität liefert.
[0017] Bei einer alternativen Ausführungsform sind die plattenförmigen Winkelschenkel an
den Kanten ihrer Schmalseiten miteinander verbunden. Bei einer weiteren alternativen
Ausführungsform ist die Kante an der Schmalseite eines ersten Winkelschenkels an der
Kante an der Längsseite des zweiten Winkelschenkels angeordnet. Vorzugsweise ist der
erste Winkelschenkel an der Längskante des zweiten Winkelschenkels endständig angeordnet.
Diese Ausführungsform zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß sie eine besonders
raumsparende Anordnung der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung ermöglicht, da
die Längsseite des zweiten Winkelschenkels hierdurch im wesentlichen parallel bzw.
tangential zur Ofenkörperoberfläche verläuft. Gleichzeitig liefert diese Ausführungsform
auch die gewünschten Variationsmöglichkeiten im Hinblick auf die Verstellbarkeit.
[0018] Vorzugsweise beträgt die Ausdehnung einer an einer Ofenkörperoberfläche angebrachten
erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung senkrecht zur Ofenkörperoberfläche etwa
10 bis 50 mm, besonders bevorzugt 20 bis 30 mm. Vorzugsweise ist der mit einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung einstellbare Abstand zwischen Ofenkörperoberfläche und Verkleidungselement
in dem Bereich von 1 bis 10 cm, besonders bevorzugt im Bereich von 2 bis 4 cm.
[0019] Insbesondere zum Zwecke der Höhenverstellbarkeit, aber auch zum Verschwenken eines
an der Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung angeordneten Verkleidungselements
um die senkrecht zur Ofenkörperoberfläche angeordnete erste Achse, ist bei einer bevorzugten
Ausführungsform der Schwenkwinkel des Schwenkelements durch eine an dem Schwenkelement
angeordnete, sich am Ofenkörper oder an der Ofenkörperoberfläche oder an einer an
der Ofenkörperoberfläche vorgesehenen Anschlagfläche abstützende Stellschraube einstellbar.
Vorzugsweise ist die Anschlagfläche eine im wesentlichen senkrecht zur Ofenkörperoberfläche
angeordnete Anschlagplatte.
[0020] Besonders bevorzugt ist die Stellschraube eine Schraube mit Feingewinde, so daß praktisch
eine stufenlose Höhenverstellung möglich ist. Der Schwenkwinkel des Schwenkelements
ist vorzugsweise stufenlos im Bereich von +/- 5° einstellbar. Besonders bevorzugt
ist der Schwenkwinkel im Bereich von +/- 10° und insbesondere bevorzugt im Bereich
von +/- 20° stufenlos einstellbar. Bei einer alternativen Ausführungsform ist der
Schwenkwinkel durch vorübergehendes Lösen eines auf der ersten Achse liegenden Mittels
zur Befestigung der Halterung, wie z.B. eine Flachkopfschraube, am Ofenkörper entsprechend
einstellbar.
[0021] Zum Zwecke der Verschiebbarkeit eines an der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
angeordneten Verkleidungselements ist das Verschiebeelement vorzugsweise in Form einer
Verschiebeplatte mit einer ersten Ausnehmung vorgesehen, wobei sich die Ausnehmung
um die zweite Achse erstreckt. Vorzugsweise ist diese erste Ausnehmung im wesentlichen
rechteckig, oval, kreisförmig oder als Langloch ausgestaltet. Durch diese erste Ausnehmung
erstreckt sich ein Mittel zum Verbinden des Verschiebeelements mit dem Schwenkelement,
wobei dieses Mittel im Sinne der Verschiebbarkeit der Verschiebeplatte vorzugsweise
einen deutlich geringeren Außenumfang aufweist als der Innenumfang der ersten Ausnehmung
beträgt.
[0022] Vorzugsweise beträgt das Verhältnis Außenumfang des Verbindungsmittels zu Innenumfang
der ersten Ausnehmung 1:2 bis 1:4. Vorzugsweise ist das Verhältnis des Durchmessers
des Verbindungsmittels zum Durchmesser der Ausnehmung in dem Bereich von 1:2 bis 1:4.
Besonders bevorzugt hat das Verbindungsmittel in der Ausnehmung auf der Ebene des
Verschiebeelements in jeder Richtung ein Spiel von wenigstens 1 mm, besonders bevorzugt
ein Spiel von wenigstens 2 mm. Besonders bevorzugt liegt das Spiel in dem Bereich
von 4 mm bis 6 mm. Noch bevorzugter in dem Bereich von 4 mm bis 10 mm
[0023] Bei einer alternativen Ausführungsform ist das Verschiebeelement mit dem Schwenkelement
über eine Zylinderschraube verbunden, die sich entlang der zweiten Achse und durch
die erste Ausnehmung erstreckt. Wie zuvor erwähnt, ist auch bei dem speziellen Verbindungsmittel
Zylinderschraube der Außenumfang des Schraubenstifts der Zylinderschraube vorzugsweise
deutlich geringer als der Innenumfang der ersten Ausnehmung.
[0024] Bei einer speziellen Ausführungsform ist die Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich eine mit einem Ofenverkleidungselement
verbindbare Aufhängevorrichtung aufweist, die in eine zweite Ausnehmung oder eine
Lasche des Verschiebeelements einhängbar ist. Insbesondere bevorzugt ist diese Aufhängevorrichtung
in Form einer Laschenscheibe vorgesehen, deren Laschenteil in eine zweite Ausnehmung
des Verschiebeelements einhängbar ist und deren Scheibenteil fest mit einem Ofenverkleidungselement
verbindbar ist.
[0025] Um die Befestigungsvorrichtung möglichst einfach und schnell so verstellen zu können,
daß eine optimale Ausrichtung eines an dieser Befestigungsvorrichtung angeordneten
Verkleidungselements möglich ist, sind bei der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
vorzugsweise die Mittel zur Einstellung des Schwenkwinkels des Schwenkelements und
die Mittel zur Einstellung des Verschiebegrads des Verschiebeelements so angeordnet,
daß sie durch aus einer Richtung erfolgenden Eingriff verstellbar sind. Besonders
bevorzugt sind die Mittel zur Einstellung des Schwenkwinkels des Schwenkelements und
die Mittel zur Einstellung des Verschiebegrads des Verschiebeelements bei einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung so gestaltet, daß sie durch Einsatz des gleichen Werkzeuges,
wie z. B. einen Schraubenzieher oder einen Sechskantschlüssel, verstellbar sind.
[0026] Zweckmäßigerweise ist eine Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
mit einem Ofenverkleidungselement verbunden. Besonders bevorzugt besteht dieses Ofenverkleidungselement
im wesentlichen aus Keramik oder Speckstein. Besonders bevorzugt ist ein solches Ofenverkleidungselement
dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ofenverkleidungselement eine Bohrung oder eine
Sackbohrung vorgesehen ist, in welche eine Steckhülse eingesteckt ist, in welche wiederum
ein Stift einsteckbar ist, über den eine in eine Ausnehmung eines Verschiebeelements
einhängbare Laschenscheibe an dem Ofenverkleidungselement festlegbar ist.
[0027] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird weiterhin ein Ofen mit wenigstens einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung oder mit wenigstens einem erfindungsgemäßen Ofenverkleidungselement
beansprucht. Vorzugsweise weist ein erfindungsgemäßer Ofen wenigstens eine erfindungsgemäße
Befestigungsvorrichtung pro verstellbarem Ofenverkleidungselement auf. Insbesondere
ist es bevorzugt, daß ein erfindungsgemäßer Ofen zwei erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtungen
pro verstellbarem Ofenverkleidungselement aufweist. Es ist weiterhin bevorzugt, daß
ein erfindungsgemäßer Ofen vier erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtungen pro verstellbarem
Ofenverkleidungselement aufweist. Es ist insbesondere bevorzugt, daß es sich bei dem
erfindungsgemäßen Ofen um einen Kachelofen oder einen Kaminofen handelt.
[0028] Bei einem erfindungsgemäßen Ofen sind vorzugsweise die Mittel zur Einstellung des
Schwenkwinkels des Schwenkelements und die Mittel zur Einstellung des Verschiebegrads
des Verschiebeelements der wenigstens einen Befestigungsvorrichtung so angeordnet,
daß sie auch dann verstellbar sind, wenn ein Ofenverkleidungselement mit der Befestigungsvorrichtung
verbunden ist. Auf diese Weise ist es möglich eine Feinjustierung der Ausrichtung
eines Verkleidungselements auch dann noch vorzunehmen, wenn das Verkleidungselement
am Ofen angebracht ist, d.h. ohne daß es erforderlich ist, das Verkleidungselement
bei der Feinjustierung vorübergehend wieder abzunehmen. Dies bedeutet eine wesentliche
Erleichterung und geht mit einer beachtlichen Zeitersparnis einher. Außerdem ist es
hierdurch grundsätzlich möglich, daß die Feinjustierung auch vom Laien vorgenommen
werden kann.
[0029] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ofens ist
in einem Abstand zu der wenigstens einen Befestigungsvorrichtung eine verstellbare
Abstandsschraube am Ofenkörper oder an der Ofenkörperoberfläche angeordnet, die es
auf einfache Weise ermöglicht, den Abstand des Verkleidungselements vom Ofenkörper
an dieser Stelle zu verändern.
[0030] Für Zwecke der ursprünglichen Offenbarung wird darauf hingewiesen, daß sämtliche
Merkmale, wie sie sich aus der vorliegenden Beschreibung, den folgenden Zeichnungen
und den anhängenden Ansprüchen für einen Fachmann erschließen, auch wenn sie konkret
nur im Zusammenhang mit bestimmten weiteren Merkmalen beschrieben werden, sowohl einzeln
als auch in beliebigen Zusammenstellungen mit anderen der hier offenbarten Merkmale
oder Merkmalsgruppen kombinierbar sind, soweit dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen
wird oder technische Gegebenheiten derartige Kombinationen unmöglich oder sinnlos
machen. Auf die umfassende, explizite Darstellung sämtlicher denkbarer Merkmalskombinationen
wird hier nur der Kürze und der Lesbarkeit der Beschreibung wegen verzichtet.
[0031] Weitere Merkmale und Merkmalskombinationen sowie bevorzugte Ausführungsformen und
deren Vorteile ergeben sich aus den anhängenden Figuren sowie deren folgender Beschreibung.
Hierbei zeigen:
Fig. 1: Drei verschiedene perspektivische Ansichten (Abbildungen a) - c)) einer schematischen
Darstellung einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung,
Fig. 2: eine Explosionszeichnung einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung,
Fig. 3: die Anordnung einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung zwischen dem
Ofenkörper und einem Verkleidungselement,
Fig. 4: drei schematische Darstellungen (a) - c)) einer an einem Ofenkörper angebrachten
erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung, an der ein Verkleidungselement befestigt
ist, und
Fig. 5: eine Draufsicht von oben auf einen erfindungsgemäßen Ofen, an dem zwei erfindungsgemäße
Befestigungsvorrichtungen angebracht sind, die ein Verkleidungselement tragen.
[0032] In den Abbildungen a) - c) von Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung
1 in verschiedenen perspektivischen Ansichten dargestellt. In den verschiedenen Abbildungen
ist zu erkennen, daß die Halterung 4 in Form einer Winkelplatte vorgesehen ist, bei
der ein Winkelschenkel an der Längskante des anderen Winkelschenkels endständig angeordnet
ist. Der nach unten weisende Winkelschenkel der Halterung 4 weist entlang der Achse
7 eine Bohrung auf, durch die eine Flachkopfschraube 22 gesteckt ist. Der waagerecht
liegende Winkelschenkel der Halterung 4 weist eine mit einem Innengewinde (nicht dargestellt)
versehene Bohrung auf, in die eine Feingewindeschraube 13 als Stellschraube zum Zwecke
der Höhenverstellbarkeit eingeschraubt ist. An einem Ende des waagerechten Schenkels
der Halterung 4 ist ein Verschiebeelement 6 über eine sich entlang der Achse 8 erstreckende
Zylinderschraube 10 mit der Halterung 4 verbunden. Die Zylinderschraube 10 greift
hierbei in eine mit einem Innengewinde versehene zweite Bohrung in dem waagerechten
Schenkel der Halterung 4 ein. Zwischen dem Schraubenkopf der Schraube 10 und dem Verschiebeelement
6 ist eine Unterlegscheibe 21 angeordnet. Unterhalb der Unterlegscheibe 21 befindet
sich die in dem Verschiebeelement 6 vorgesehene erste Ausnehmung (nicht dargestellt).
An einem Ende des Verschiebeelements 6 befindet sich eine zweite Ausnehmung, in die
eine Laschenscheibe 5 als Aufhängevorrichtung eingehängt ist.
[0033] In Fig. 2 ist die in Fig. 1 dargestellte Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer Explosionszeichnung dargestellt. In dieser Darstellung sind die
Flachkopfschraube 22 sowie die in dem horizontalen Schenkel der Halterung 4 vorgesehene
Bohrung 23 für die Stellschraube 13 und die in der Halterung 4 vorgesehene Bohrung
24 zur Befestigung des Verschiebeelements 6 deutlich zu erkennen. Außerdem sind der
Schraubenstift 11 der Zylinderschraube 10 sowie die Ausnehmungen 9 und 12 in der Verschiebeplatte
6 gut zu erkennen.
[0034] Darüber hinaus ist die bei dieser Ausführungsform realisierte Befestigung der Aufhängevorrichtung
5 in Form einer Laschenscheibe 5 mittels eines Gewindestifts 19 und einer Steckhülse
14 deutlich erkennbar dargestellt.
[0035] In Fig. 3 ist die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung 1 in Verbindung mit einem Ofenkörper, an dessen Ofenkörperoberfläche
3 die Befestigungsvorrichtung 1 angebracht ist, dargestellt. Darüber hinaus ist zu
erkennen, daß über die Aufhängevorrichtung 5 ein Verkleidungselement 2 in der Befestigungsvorrichtung
aufgehängt wurde. Außerdem sind die Stellschraube 13 zur Höhenverstellung, die Zylinderschraube
10 zur lösbaren Verbindung der Halterung 4 mit dem Verschiebeelement 6 sowie die zwischen
dem Schraubenkopf der Zylinderschraube 10 und dem Verschiebeelement 6 über der Ausnehmung
in dem Verschiebeelement 6 angeordnete Unterlegscheibe 21 gut zu erkennen. Ferner
ist zu erkennen, daß die Halterung 4 über die Flachkopfschraube 22 mit der Ofenkörperoberfläche
3 schwenkbar verbunden ist.
[0036] Die Abbildungen a) bis c) von Fig. 4 zeigen die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung 1 in verschiedenen Querschnittsansichten
durch den erfindungsgemäßen Ofen. In den Abbildungen a) und c) ist zu erkennen, daß
an der Ofenkörperoberfläche 3 eine Anschlagplatte 16 vorgesehen ist, auf der sich
die Stellschraube 13 abstützt. Durch Drehen der Stellschraube 13 kann daher die Ebene
des im wesentlichen horizontalen Schenkels der Halterung 4 nach oben bzw. nach unten
hin geneigt werden.
[0037] In Fig. 5 ist ein erfindungsgemäßer Ofen dargestellt, an dem ein Verkleidungselement
2 über zwei erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtungen am Ofenkörper gehalten wird.
Die beiden Befestigungsvorrichtungen sind dabei so angeordnet, daß sie auf einer horizontalen
Ebene liegen, wobei die Verschiebeelemente 6 bezogen auf das Verkleidungselement 2
weiter außen liegen als die Halterungen 4.
Bezugszeichenliste:
[0038]
- 1
- Befestigungsvorrichtung
- 2
- Ofenverkleidungselement
- 3
- Ofenkörperoberfläche
- 4
- Schwenkelement
- 5
- Aufhängevorrichtung
- 6
- Verschiebeelement
- 7
- erste Achse
- 8
- zweite Achse
- 9
- erste Ausnehmung
- 10
- Zylinderschraube
- 11
- Schraubenstift
- 12
- zweite Ausnehmung
- 13
- Stellschraube
- 14
- Steckhülse
- 15
- Abstandsschraube
- 16
- Anschlagplatte
- 17
- gedachte Achse
- 18
- (Sack-)Bohrung
- 19
- Stift
- 20
- Schraubenkopf
- 21
- Unterlegscheibe
- 22
- Flachkopfschraube
- 23
- Bohrung für Stellschraube
- 24
- Bohrung zur Befestigung des Verschiebeelements
1. Variable Befestigungsvorrichtung (1) zur Befestigung von Ofenverkleidungselementen
(2) auf einer Ofenkörperoberfläche (3) mit einem am Ofenkörper oder an der Ofenkörperoberfläche
(3) festlegbaren Schwenkelement (4) und einem an dem Schwenkelement (4) festlegbaren
und mit einem Ofenverkleidungselement (2) verbindbaren Verschiebeelement (6), wobei
das an der Ofenkörperoberfläche (3) angeordnete Schwenkelement (4) um eine zur Ofenkörperoberfläche
(3) im wesentlichen senkrecht angeordnete erste Achse (7) schwenkbar ist, und wobei
das Verschiebeelement (6) in einer zu der ersten Achse (7) parallelen Ebene verschiebbar
und um eine zu dieser Ebene im wesentlichen senkrecht angeordnete zweite Achse (8)
schwenkbar ist.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeelement (6) auf der zu der ersten Achse (7) parallelen Ebene in zwei
zueinander senkrechten Richtungen verschiebbar ist.
3. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeelement (6) gegenüber der zweiten Achse (8) in einer oder in beiden
Richtungen um bis zu 5 mm, vorzugsweise um bis zu 10 mm und besonders bevorzugt um
bis zu 20 mm verschiebbar ist.
4. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenkelement (4) in Form einer Winkelplatte vorgesehen ist.
5. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkwinkel des Schwenkelements (4) durch eine an dem Schwenkelement (4) angeordnete,
sich am Ofenkörper oder an der Ofenkörperoberfläche oder an einer an der Ofenkörperoberfläche
vorgesehenen Anschlagfläche (16) abstützende Stellschraube (13) einstellbar ist.
6. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkwinkel des Schwenkelements stufenlos im Bereich von +/- 5°, vorzugsweise
im Bereich von +/- 10° und besonders bevorzugt im Bereich von +/- 20° einstellbar
ist.
7. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeelement (6) in Form einer Verschiebeplatte mit einer ersten Ausnehmung
(9), die sich um die zweite Achse (8) erstreckt, vorgesehen ist, wobei diese erste
Ausnehmung (9) vorzugsweise im wesentlichen rechteckig, oval, kreisförmig oder als
Langloch ausgestaltet ist.
8. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschiebeelement (6) mit dem Schwenkelement (4) über eine Zylinderschraube (10)
verbunden ist, die sich entlang der zweiten Achse (8) und durch die erste Ausnehmung
(9) erstreckt, wobei der Außenumfang des Schraubenstifts (11) der Zylinderschraube
(10) geringer ist als der Innenumfang der ersten Ausnehmung (9).
9. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich eine mit einem Ofenverkleidungselement (4) verbindbare Aufhängevorrichtung
(5) aufweist, die in eine zweite Ausnehmung (12) oder eine Lasche des Verschiebeelements
(6) einhängbar ist, wobei die Aufhängevorrichtung (5) vorzugsweise in Form einer Laschenscheibe
(5) vorgesehen ist, deren Laschenteil in eine zweite Ausnehmung (12) des Verschiebeelements
(6) einhängbar ist und deren Scheibenteil fest mit einem Ofenverkleidungselement (2)
verbindbar ist.
10. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Einstellung des Schwenkwinkels des Schwenkelements (4) und die Mittel
zur Einstellung des Verschiebegrads des Verschiebeelements (6) so angeordnet sind,
daß sie durch Einsatz des gleichen Werkzeugs und/oder durch aus einer Richtung erfolgenden
Eingriff verstellbar sind.
11. Ofenverkleidungselement (2), mit einer Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 10.
12. Ofenverkleidungselement (2) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ofenverkleidungselement (2) eine Bohrung oder eine Sackbohrung (18) vorgesehen
ist, in welche eine Steckhülse (14) eingeklebt ist, in die ein Stift (19) einsteckbar
ist, über den eine in eine Ausnehmung (12) eines Verschiebeelements (6) einhängbare
Laschenscheibe (5) an dem Ofenverkleidungselement (2) festlegbar ist.
13. Ofen mit wenigstens einer Befestigungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
10 oder mit wenigstens einem Ofenverkleidungselement nach einem der Ansprüche 11 oder
12, wobei der Ofen pro verstellbarem Ofenverkleidungselement vorzugsweise wenigstens
1 und besonders bevorzugt 2 oder 4 Befestigungsvorrichtungen (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 15 pro verstellbarem Ofenverkleidungselement aufweist.
14. Ofen nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Einstellung des Schwenkwinkels des Schwenkelements (4) und die Mittel
zur Einstellung des Verschiebegrads des Verschiebeelements (6) der wenigstens einen
Befestigungsvorrichtung (1) so angeordnet sind, daß sie auch dann verstellbar sind,
wenn ein Ofenverkleidungselement mit der Befestigungsvorrichtung (1) verbunden ist.
15. Ofen nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Abstand zu der wenigstens einen Befestigungsvorrichtung (1) eine verstellbare
Abstandsschraube (15) am Ofenkörper oder an der Ofenkörperoberfläche angeordnet ist.