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EP 2 031 603 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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04.03.2009 Patentblatt 2009/10 |
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Anmeldetag: 31.08.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA HR MK RS |
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Anmelder: Essex Europe SAS |
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60200 Compiègne (FR) |
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Erfinder: |
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- Runge, Joachim
64454 Bad Arolsen (DE)
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Vertreter: Döring, Roger |
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Weidenkamp 2 D-30855 Langenhagen D-30855 Langenhagen (DE) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ. |
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Elektrisch leitfähiger Draht und Verfahren zu seiner Herstellung |
(57) Es wird ein elektrisch leitfähiger Draht (1) zur Herstellung einer in einem elektrischen
Gerät anzuordnenden Wicklung angegeben, in welchem sich ein die Wicklung umgebendes,
als Kühlmedium dienendes Öl befindet. Der Draht (1) ist von einer denselben lückenlos
bedeckenden Schicht (3) aus einem vernetzten polymeren Werkstoff umgeben, über welcher
eine Schicht (6) aus Papier angeordnet ist.
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrisch leitfähigen Draht, welcher von einer
Schicht aus Papier umgeben ist, zur Herstellung einer in einem elektrischen Gerät
anzuordnenden Wicklung, in welchem sich ein die Wicklung umgebendes, als Kühlmedium
dienendes Öl befindet sowie auf ein Verfahren zur Herstellung des Drahtes.
[0002] Es sind sogenannte, mit Papier isolierte Drilleiter mit aus Drähten bestehenden Teilleitern
für in Öl betriebene elektrische Geräte bekannt, bei denen die Drähte der Teilleiter
lackiert sind. Als Lack wird beispielsweise Polyvinylacetal verwendet, das ebenso
wie andere Lacke stark lösungsmittelhaltig ist. Ein solcher Lack wird in mehreren
Schichten auf den Draht aufgebracht. Er muß danach in einem speziellen Ofen eingebrannt
werden, wobei gleichzeitig das Lösungsmittel umweltfreundlich entfernt werden muß.
Ein dafür verwendbarer Ofen ist beispielsweise in der
DE-PS 1 242 511 beschrieben. Das Aufbringen des Lacks mit den nachfolgenden Arbeitsgängen Einbrennen
und Lösungsmittelentfernen ist aufwendig und auf Drähte mit relativ kleinen Abmessungen
beschränkt.
[0003] Ein Draht, wie er eingangs beschrieben ist, wird beispielsweise als Flachdraht mit
rechteckigem Querschnitt zur Herstellung von Wicklungen für Transformatoren und elektrische
Maschinen verwendet. Der Draht ist gemäß dem seit langen Jahren bekannten Stand der
Technik von einer Schicht aus Papier als Isolierung umgeben, die auch als Abstandshalter
zu benachbarten, in einer Wicklung angeordneten Windungen des Drahtes dient. Die Herstellung
eines solchen Drahtes und einer daraus gefertigten Wicklung ist gegenüber dem in Vorangehenden
geschilderten Draht wesentlich einfacher. Die Praxis hat jedoch gezeigt, daß ein derartiger
Draht auf Dauer nicht korrosionsbeständig ist. Es wird vielmehr während des Betriebes
eines mit einem solchen Draht ausgerüsteten elektrischen Geräts durch korrosive Bestandteile
des als Kühlmittel verwendeten Öls leitfähiges Kupfersulfid gebildet, durch welches
die Schicht aus Papier beschädigt wird. Eine entsprechend aufgebaute Wicklung wird
dann schnell unbrauchbar, so daß das zugehörige Gerät nicht mehr funktioniert.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den eingangs beschriebenen Draht so zu
gestalten, daß er bei weiter einfacher Herstellung eine verbesserte Korrosiönsfestigkeit
hat.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Draht von einer denselben
lückenlos bedeckenden Schicht aus einem vernetzten polymeren Werkstoff umgeben ist,
über welcher die Schicht aus Papier angeordnet ist.
[0006] Der polymere Werkstoff kann mit in der Lackiertechnik üblichen Verfahren und Vorrichtungen
direkt auf den Draht aufgebracht und anschließend vernetzt werden, und zwar auch auf
Leiter mit größeren Abmessungen. Die Schicht aus Papier kann dann in üblicher Technik
um den Draht herumgeformt werden. Ein solcher polymerer Werkstoff enthält nur relativ
wenig Lösungsmittel, so daß keine aufwendige Nachbehandlung erforderlich ist. Das
gilt bezüglich des Werkstoffs auch dann, wenn derselbe auf ein Band aus Papier aufgetragen
wird, das anschließend so um den Draht herumgewickelt wird, daß der polymere Werkstoff
am Draht anliegend denselben lückenlos umgibt. Außerdem ist der polymere Werkstoff
gegenüber handelsüblichen Ölen auf Dauer beständig, so daß mit demselben aufgebaute
Wicklungen für mit Öl gekühlte Geräte eine wesentlich erhöhte Lebensdauer haben.
[0007] Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der Zeichnungen in Ausführungsbeispielen
erläutert.
[0008] Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Herstellung eines Drahtes nach
der Erfindung.
Fig. 2 einen Schnitt durch Fig. 1 längs der Linie II - II in vergrößerter Darstellung
Fig. 3 einen Schnitt durch Fig. 1 längs der Linie III - III in vergrößerter Darstellung.
Fig. 4 ein zum Umwickeln eines Drahtes verwendbares Band.
Fig. 5 einen mit einem Band umwickelten Draht.
Fig. 6 einen Schnitt durch Fig. 5 längs der Linie VI - VI in vergrößerter Darstellung.
[0009] Ein Draht nach der Erfindung wird in einer ersten Variante beispielsweise wie folgt
hergestellt:
[0010] Auf einen vorgefertigten flachen Draht 1 mit rechteckigem Querschnitt (Fig. 2), der
vorzugsweise aus Kupfer besteht, wird in einer Beschichtungsvorrichtung 2 rundum eine
Schicht 3 (Fig. 3) aus einem vernetzbaren, polymeren Werkstoff aufgetragen, und zwar
in mindestens einer Lage. Mit Vorteil besteht die Schicht 3 aus zwei Lagen aus dem
polymeren Werkstoff, die nacheinander mit einer Dicke von jeweils beispielsweise 0,01
mm auf den Draht 1 aufgetragen werden. Die Beschichtungsvorrichtung 2 kann eine in
der Lackiertechnik übliche Vorrichtung sein.
[0011] Der so beschichtete Draht 1 wird anschließend in eine Vernetzungseinrichtung 4 geführt,
in welcher der polymere Werkstoff durch Wärmezufuhr vernetzt wird. In Abhängigkeit
von den Abmessungen bzw. dem Querschnitt des Drahtes 1 erfolgt die Vernetzung beispielsweise
bei einer zwischen 300 °C und 350 °C liegenden Temperatur. Die Schicht 3 haftet danach
fest am Draht 1. Abschließend wird in einer Vorrichtung 5 eine Schicht 6 aus Papier
um den Draht 1 herumgeformt. Dazu kann beispielsweise ein Band aus handelsüblichem
Isolierpapier um den Draht 1 herumgewickelt werden.
[0012] Als polymerer Werkstoff ist besonders ein Epoxydharz geeignet. Es können auch Alkylharze
oder Polyesterimide, auch in modifizierter Form, eingesetzt werden.
[0013] In einer zweiten Variante zur Herstellung des Drahtes nach der Erfindung kann ein
Band 7 eingesetzt werden, das aus einem vorzugsweise einseitig auf seiner ganzen Oberfläche
mit einer Schicht 8 aus einem polymeren Werkstoff versehenen Papierband 9 besteht.
Grundsätzlich wäre es auch möglich, das Band 7 beidseitig mit polymerem Werkstoff
zu beschichten. Der polymere Werkstoff kann der gleiche, wie oben angegeben sein.
Das Papierband 9 kann wieder aus handelsüblichem Isolierpapier bestehen. Durch diese
Variante wird die Herstellung des Drahtes weiter vereinfacht, da beide Schichten -
polymerer Werkstoff einerseits und Papier andererseits - in nur einem Arbeitsgang
auf den Draht 1 aufgebracht werden.
[0014] Das Band 7 wird so um den Draht 1 herumgewickelt, daß sich eine der Schicht 3 entsprechende,
den Draht 1 lückenlos umgebende Schicht 8 aus polymerem Werkstoff ergibt. Dazu kann
das Band 7 Stoß an Stoß um den Draht 1 herumgewickelt werden. Es wird jedoch in bevorzugter
Ausführungsform mit Überlappung um den Draht 1 herumgewickelt. Das ist in Fig. 5 durch
gestrichelt eingezeichnete Linien angedeutet.
[0015] Der polymere Werkstoff kann auch bei dieser Variante der Herstellung des Drahtes
abschließend vernetzt werden. Auf diesen Schritt kann aber auch verzichtet werden,
weil Wicklungen aus einem solchen Draht nach ihrer Fertigstellung durch Erwärmung
bei Temperaturen getrocknet werden, die auch zur Vernetzung des polymeren Werkstoffs
ausreichen.
1. Elektrisch leitfähiger Draht, welcher von einer Schicht aus Papier umgeben ist, zur
Herstellung einer in einem elektrischen Gerät anzuordnenden Wicklung, in welchem sich
ein die Wicklung umgebendes, als Kühlmedium dienendes Öl befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) von einer denselben lückenlos bedeckenden Schicht (3,8) aus einem vernetzten
polymeren Werkstoff umgeben ist, über welcher die Schicht (6,9) aus Papier angeordnet
ist.
2. Draht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) von einem Band (7) aus einseitig mit einer Schicht (8) aus dem polymeren
Werkstoff versehenem Papier umgeben ist, das mit der Schicht aus dem polymeren Werkstoff
am Draht anliegend um denselben herumgewickelt ist.
3. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Draht (1) in einer Beschichtungsvorrichtung (2) in mindestens einer Lage
eine Schicht (3) aus einem vernetzbaren polymeren Werkstoff aufgebracht wird, der
anschließend durch Wärmezufuhr vernetzt wird, und daß danach die Schicht (6) aus Papier
aufgebracht wird.
4. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß um den Draht (1) ein Band (7) aus einem zumindest einseitig mit einer Schicht (8)
aus polymerem Werkstoff versehenem Papier so herumgewickelt wird, daß der polymere
Werkstoff am Draht anliegt.
5. Draht nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) mit Überlappung um den Draht (1) herumgewickelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als polymerer Werkstoff Epoxydharz verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als polymerer Werkstoff ein modifiziertes Alkydharz oder ein modifizierter Polyesterimid
verwendet wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Elektrisch leitfähiger Draht, welcher von einer Schicht aus Papier umgeben ist, zur
Herstellung einer in einem elektrischen Gerät anzuordnenden Wicklung, in welchem sich
ein die Wicklung umgebendes, als Kühlmedium dienendes Öl befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) von einer denselben lückenlos bedeckenden Schicht (3,8) aus einem vernetzten
polymeren Werkstoff umgeben ist, über welcher die Schicht (6,9) aus Papier angeordnet
ist.
2. Draht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) von einem Band (7) aus einseitig mit einer Schicht (8) aus dem polymeren
Werkstoff versehenem Papier umgeben ist, das mit der Schicht aus dem polymeren Werkstoff
am Draht anliegend um denselben herumgewickelt ist.
3. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Draht (1) in einer Beschichtungsvorrichtung (2) in mindestens einer Lage
eine Schicht (3) aus einem vernetzbaren polymeren Werkstoff aufgebracht wird, der
anschließend durch Wärmezufuhr vernetzt wird, und daß danach die Schicht (6) aus Papier
aufgebracht wird.
4. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß um den Draht (1) ein Band (7) aus einem zumindest einseitig mit einer Schicht (8)
aus polymerem Werkstoff versehenem Papier so herumgewickelt wird, daß der polymere
Werkstoff am Draht anliegt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) mit Überlappung um den Draht (1) herumgewickelt wird.
6. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als polymerer Werkstoff Epoxydharz verwendet wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines Drahtes nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als polymerer Werkstoff ein modifiziertes Alkylharz oder ein modifiziertes Polyesterimid
verwendet wird.

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