[0001] Die Erfindung betrifft eine Spendervorrichtung zur im Wesentlichen simultanen Abgabe
einer Mehrzahl voneinander verschiedenen Zubereitungen mit einem Anschluss zur lösbaren
Fixierung von Portionspatronen, die insbesondere Additivstoffe enthalten.
Stand der Technik
[0002] Es besteht seit langem ein Bedürfnis darin, Produkte kundenspezifisch individualisieren
zu können oder durch den Kunden in einem gewissen Maße individualisieren zu lassen.
Ein besonders geeignetes Medium zur Individualisierung eines Produktes stellt seine
Verpackung dar, da diese die unmittelbare Schnittstelle zwischen Verbraucher und Produkt
ausbildet.
[0003] Daher ist es wünschenswert, Mittel zur Individualisierung oder weiteren Funktionalisierung
eines Produktes unmittelbar mit der Verpackung eines Produktes zu koppeln.
[0004] Insbesondere im Bereich der Parfümierung von Produkten wie beispielsweise Reinigungsmittel,
Waschmittel und dergleichen, ist es derzeit noch üblich die gesamte Verkaufseinheit
mit einem bestimmten Duft zu konfektionieren. Oft wünscht sich jedoch der Anwender,
dass für verschiedene Anwendungsgebiete ein unterschiedlicher Duft durch ein Reinigungsprodukt
abgegeben wird. So ist es beispielsweise wünschenswert, dass ein Reinigungsmittel
für den Toilettenbereich einen intensiveren Duft emittiert als im Wohnbereich, in
dem intensive Düfte oftmals eher als störend empfunden werden. Bislang war es daher
notwendig, eine Vielzahl von Spezialreinigern mit den entsprechenden Düften zu verwenden,
obwohl die reinigungsaktiven Zubereitungen jeweils gleich oder zumindest sehr ähnlich
sind.
[0005] Gerade bei sehr aggressiven Reinigungszubereitungen besteht darüber hinaus das Problem,
dass die aggressiven Reinigungskomponenten auch die in den Zubereitungen anhaltenden
Duftstoffe oder andere Wirksubstanzen zersetzen, so dass diese nur eine geringe Lagerstabilität
aufweisen.
[0006] Zur Lösung des Problems der geringen Lagerstabilität wurden unter anderem Mehrkammerbehältnisse
vorgeschlagen, in denen die nicht miteinander verträglichen Zusammensetzungen räumlich
voneinander getrennt gelagert und erst zum Zeitpunkt der Applikation miteinander vermischt
werden.
[0007] Zur konvenienten, insbesondere großflächigen und/oder schaumbildenden Applikation
von derartigen Reinigungszubereitungen sind unter anderem Spendervorrichtung in Form
von Trigger-Pumpen bekannt.
[0008] So ist beispielsweise aus
US 6036057 bzv.
US5857591 eine Spendervorrichtung zum simultanen Versprühen von zwei voneinander verschiedenen
Zubereitungen bekannt. Diese Schrift offenbart eine Triggerpumpe, die gleichzeitig
Zubereitungen aus voneinander getrennten Kammern einer Flasche fördert, wobei die
Abgabe an die Umgebung durch zwei voneinander räumlich getrennten Leitungssysteme
erfolgen kann, so dass es erst nach der Produktabgabe zu einer Vermischung beider
Zubereitungen kommt.
[0009] Bei dieser Lösung besteht der Nachteil, dass eine komplex geformte Mehrkammerflasche
verwendet wird. Die in
US5857591 offenbarte Triggerpumpe hat ferner den Nachteil, dass keine Auswahl der miteinander
zu dosierenden Zubereitungen erfolgen kann. Es können nur die in den beiden Kammern
befindlichen Zubereitungen in einem bestimmten Mischungsverhältnis zueinander versprüht
werden.
[0010] Eine Spendervorrichtung, die eine bestimmte Zubereitung aus einem Mehrkammerbehältnis
fördern kann, ist aus
US5152431 bekannt.
US5152431 offenbart eine Triggerpumpe, die drehbar auf dem Verschluss einer Mehrkammerflasche
angeordnet ist. Von einer Adapterplatte erstreckt sich jeweils ein Steigrohr in jede
der Kammern, die mit unterschiedlichen Zusammensetzungen befüllt sind. Durch Drehung
der Triggerpumpe kann ein saugseitiges Zuleitungsrohr, das mit der Pumpe verbunden
ist, über die Adapterplatte mit einem Steigrohr kommunizierend gekoppelt werden. Auf
diese Weise ist es möglich, wahlweise eine bestimmte Zubereitung aus einer der Kammern
zu versprühen.
[0011] Nachteilig an dieser aus
US5152431 bekannten Lösung ist, dass die Herstellung von derartigen Mehrkammerflaschen vergleichsweise
kompliziert und kostenintensiv ist. Ferner kann durch die vorgeschlagene Lösung jeweils
nur eine bestimmte Zubereitung dosiert werden.
[0012] Es ist jedoch wünschenswert, den Benutzer einer derartigen Spenderflasche die miteinander
zu vermischenden Zubereitungen frei wählen zu lassen, um so beispielsweise das geförderte
Produkt mit einem bestimmten Duft zu versetzen oder andere Additivsubstanzen beizumengen.
Aufgabe der Erfindung
[0013] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung eine Spendervorrichtung zu schaffen, die die
bekannten Nachteile des Standes der Technik überwindet und in einer für den Benutzer
konvenienten Weise die simultane Förderung von wenigstens zwei unterschiedlichen Zusammensetzungen
erlaubt, wobei eine der Zusammensetzungen vom Benutzer aus einer Anzahl an Möglichkeiten
wählbar ist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Spendervorrichtung
derart auszugestalten, dass sie, ohne konstruktive Änderungen an Einkammerflaschen
vornehmen zu müssen, verwendet werden kann.
[0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Spendervorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0015] Durch die mit der Erfindung realisierbaren räumlichen Trennung bestimmter Wirksubstanzen
(Duft, Enzyme, Bleiche etc.) aus einer Zubereitung und deren portionierte Anordnung
in der Spendervorrichtung ist das im Packmittel befindliche Produkt auf einfache Art
zu konfektionieren.
[0016] Demnach ist ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Spendervorrichtung darin
zu sehen, dass dem Benutzer durch die Verwendung von Portionspatronen eine große Auswahl
an selbst zu wählenden Konfektionsmöglichkeiten für ein im Packmittel befindliches
Produkt bereitgestellt werden kann. Durch die Standardisierung der Portionspatronen
und deren Anschluss an die Spendervorrichtung können die Herstellungskosten verglichen
mit Lösungen aus dem Stand der Technik gering gehalten werden.
[0017] Ferner kann die erfindungsgemäße Spendervorrichtung mit nur einem Fördermittel zur
Abgabe der zwei voneinander verschiedenen Zubereitungen aus den Portionspatronen und
dem Packmittel betrieben werden, wodurch der konstruktive und somit der Kostenaufwand
gering gehalten werden kann.
[0018] Des Weiteren ist durch die Portionspatronen gewährleistet, dass beim Nachfüllen der
Spendervorrichtung kein physischer Kontakt zwischen dem Benutzer und der in der Patrone
befindlichen Zubereitung entstehen kann.
Anschluss
[0019] Die erfindungsgemäße Spendervorrichtung umfasst einen Anschluss an den lösbar Additivsubstanzzubereitung
enthaltene Portionspatronen koppelbar sind.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der Spendervorrichtung ist genau eine Portionspatrone
an den Anschluss koppelbar. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist
es jedoch denkbar, dass der Anschluss in der Gestalt ausgebildet ist, dass mindestens
zwei Portionspatronen gleichzeitig an den Anschluss gekoppelt sind.
Fördermittel
[0021] Im Sinne dieser Anmeldung ist ein Fördermittel eine Vorrichtung, die mit dem Betätigungselement
gekoppelt und geeignet ist, eine Zubereitung aus dem Packmittel in die Umgebung zu
fördern.
[0022] Insbesondere kann das Fördermittel als Pumpe ausgebildet sein. Die Pumpe kann mechanisch
oder elektrisch angetrieben sein.
[0023] Eine Pumpe kann ausgewählt sein aus der Gruppe der Verdrängerpumpen, Förderschnecken
(Archimedische Schraube), Balgpumpen, Kolbenpumpen, Rotationskolbenpumpen, Zahnradpumpen,
Membranpumpen, Drehschieberpumpen, Schlauchpumpen, Zahnriemenpumpen, Exzenterschneckenpumpen,
Schraubenpumpen, Strömungspumpen, Kreiselpumpen, Axialpumpen, Diagonalpumpen Schäumpumpen
oder Radialpumpen.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann das Fördermittel auch als
eine unter Druck stehende Aerosolverpackung ausgestaltet sein, wobei das Fördermittel
als solches durch das unter Druck stehende Treibmittel der Aerosolverpackung ausgebildet
ist.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform ist das Fördermittel als ein vorzugsweise elastisch
verformbarer Behälter ausgeführt, bei dem die zur Förderung der Zubereitung aus dem
Packmittel notwendige Druckerhöhung im Inneren des Packmittels durch ein ruckartiges
Zusammenquetschen der Packmittelmantelwände bewirkt wird. In diesem Fall sind das
Fördermittel und das Betätigungsmittel als eine Vorrichtung, nämlich den quetschbaren
Behälter, ausgeführt.
Packmittel
[0026] Ein Packmittel im Sinne dieser Anmeldung ist eine Vorrichtung, die dazu bestimmt
ist, eine Zubereitung derart zu umhüllen, dass sie versand-, lager- und/oder verkaufsfähig
wird.
[0027] Das Packmittel weist üblicherweise einen Boden und eine Mantelflächeauf, durch die
ein Volumen zur Aufnahme einer Zubereitung geformt wird. Ferner weist das Packmittel
regelmäßig eine Öffnung zur Abgabe der Zubereitung aus dem Packmittel auf, wobei die
Öffnung durch ein Verschließmittel verschließbar ist. Das Verschließmittel und die
Spendervorrichtung können bevorzugt als ein Bauelement ausgeführt sein, beispielsweise
in Form eines an der Spendervorrichtung angeformten, mit einem Innengewinde versehenen
Überwurfrings.
[0028] Ein Packmittel kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe der Flaschen, Container,
Dosen, Schachteln, Beutel etc.
[0029] Zur Verwendung mit Trigger-Spendervorrichtungen oder bei Spendervorrichtungen, die
zur Produktabgabe einen vertikalen Hub der des Betätigungsmittels benötigen, ist es
beispielsweise im Hinblick auf die Standfestigkeit bzw. Standstabilität eines derartigen
Packmittelsystems vorteilhaft, das Packmittel insbesondere als form- bzw. volumenstabiler
Behälter auszuformen.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, ist das Packmittel quetschbar
ausgeformt. Das Packmittel kann insbesondere in der Art elastisch ausgeformt sein,
dass das Packmittel nach einem Quetschen wieder seine ursprüngliche Form vor dem Quetschen
annimmt. Durch die quetschbare Ausformung des Packmittels ist es möglich, einen hinreichenden
Druck auf die im Packmittel befindliche Zubereitung auszuüben, der eine Abgabe der
Zubereitung aus dem Packmittel an die Umgebung bewirkt. Hierdurch kann das Packmittel
insbesondere die Funktion des Betätigungsmittels und des Fördermittels übernehmen.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Packmittel als Aerosolverpackung
ausgebildet. Hierbei formt eine Dose oder Flasche den druckfesten Grundkörper des
Aerosolbehälters in dem ein durch ein Treibmittel unter Druck stehendes flüssiges,
pastöses oder pulvriges Füllgut bei Betätigung eines Aerosolventils als Sprühnebel
oder Schaum entnommen werden kann.
[0032] Das Packmittel weist ein Füllvolumen von 100ml-5.000ml, bevorzugt 125ml-2.000ml,
besonders bevorzugt 150ml-1.500ml ganz besonders bevorzugt 175ml-1.250 ml auf.
Betätigungsmittel
[0033] Unter einem Betätigungsmittel wird im Sinne dieser Anmeldung eine Vorrichtung verstanden,
die derart direkt oder indirekt mit dem Fördermittel gekoppelt ist, dass durch Betätigung
des Betätigungsmittels durch den Benutzer die Abgabe einer Zubereitung aus einem Packmittel
bewirkt wird.
[0034] Das Betätigungsmittel kann insbesondere als angelenkter Hebel beispielsweise in Form
eines Triggers ausgebildet sein, wobei die Betätigung regelmäßig durch eine im Wesentlichen
horizontale Bewegung des freien Hebelendes erfolgt.
[0035] Es ist auch möglich das Betätigungsmittel als Pump-Spender auszuformen, der üblicherweise
eine vertikale Bewegungs- und Betätigungskinetik aufweist.
[0036] In einer Weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, ist das Packmittel quetschbar
ausgeformt. Durch die quetschbare Ausformung des Packmittels ist es möglich, einen
hinreichenden Druck auf die im Packmittel befindliche Zubereitung auszuüben, der eine
Abgabe der Zubereitung aus dem Packmittel an die Umgebung bewirkt. Hierdurch kann
das Packmittel insbesondere die Funktion des Betätigungsmittels und des Fördermittels
übernehmen.
[0037] Diese eingangs beschriebenen Betätigungsmittel sind hinlänglich aus dem Stand der
Technik bekannt, so dass auf sie hier nicht näher eingegangen wird.
Aufnahmemittel
[0038] Im Sinne dieser Anmeldung wird unter Aufnahmemittel eine Vorrichtung zur Aufnahme
einer Mehrzahl von Portionspatronen verstanden.
[0039] Insbesondere kann das Aufnahmemittel eine Mehrzahl von Portionspatronen mit voneinander
verschiedenen Zubereitungen und Füllvolumen umfassen.
[0040] Das Aufnahmemittel weist eine Aufnahmekapazität zwischen 2-20 Portionspatronen, bevorzugt
zwischen 2-15 Portionspatronen, besonders bevorzugt zwischen 2-10 Portionspatronen,
ganz besonders bevorzugt zwischen 2-6 Portionspatronen auf.
[0041] Das Aufnahmemittel kann in einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
als eine revolverartige Trommel mit einer Mehrzahl von konzentrisch um die Trommeldrehachse
angeordneten Patronenkammern zur Aufnahme von jeweils einer Portionspatrone ausgeführt
sein. Die Portionspatronen können hierbei fest oder lösbar mit der Aufnahmetrommel
verbunden sein.
[0042] Besonders vorteilhaft ist es, die Aufnahmetrommel derart zu konfigurieren und drehbar
in der Spendervorrichtung anzuordnen, dass die in der Aufnahmetrommel angeordneten
Portionspatronen durch Drehung der Aufnahmetrommel in der Spendervorrichtung an den
Anschluss der Spendervorrichtung koppelbar sind.
[0043] Die Aufnahmetrommel kann mit Portionspatronen deren Additivstoff-Zubereitungen z.B.
auf einen bestimmten Verwendungszweck hin abgestimmt sind, vorkonfektioniert sein.
Es ist jedoch auch denkbar, dass der Benutzer die Aufnahmetrommel entsprechend einer
gegebenen Anwendungssituation bestückt.
[0044] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist das Aufnahmemittel als Magazin mit
einer Patronenkammer zur Aufnahme einer Mehrzahl an Portionspatronen ausgebildet.
Die Portionspatronen sind hierbei im Wesentlichen gerade über- bzw. nebeneinander
angeordnet.
[0045] Ferner ist es möglich, das Aufnahmemittel als Blisterverpackung auszugestalten, wobei
die Kavitäten des Blisters die Portionspatronen bilden und der Blisterstreifen das
eigentliche Aufnahmemittel.
[0046] Zur optischen Kontrolle des Füllstandes der Portionspatronen oder der jeweiligen
Bestückung einer Patronenkammer, kann das Aufnahmemittel Sichtfenster umfassen oder
aus einem zumindest teil-transparenten Material geformt sein.
Portionspatrone
[0047] Im Sinne dieser Anmeldung ist eine Portionspatrone ein zur Kopplung an den Anschluss
der Spendervorrichtung ausgeformtes Packmittel für eine zumindest einen Additivstoff
enthaltene Zubereitung, die von der Zubereitung im Packmittel verschieden ist.
[0048] Die in einer Portionspatrone einzeln verpackten, portionierbaren additiven Produkteinheiten
werden durch eine geeignete formschlüssige, kraftschlüssige oder stoffschlüssige Verbindung
lösbar am Anschluss der Spendervorrichtung fixiert. Besonders bevorzugte Verbindungsarten
sind Snap-In-Verbindungen, Schraub-, Steck- oder Pressverbindungen sowie Klebverbindungen.
[0049] Die Portionspatronen sind jeweils einzeln durch den Benutzer an den Anschluss koppelbar.
Es ist besonders konvenient die Portionspatronen, die an den Anschluss koppelbar sind,
an der Spendervorrichtung oder dem Packmittel für den Benutzer entnehmbar, insbesondere
einzeln entnehmbar, anzuordnen. Beispielsweise können an der Spendervorrichtung oder
dem Packmittel Aufnahmemittel vorgesehen sein, in oder an denen die Portionspatronen
lösbar fixiert sind, so dass der Benutzer zur Verwendung einer bestimmten Portionspatrone
diese dem Aufnahmemittel an der Spendervorrichtung oder Flasche entnehmen und an den
Anschluss koppeln kann.
[0050] Um ein manuelles Auswechseln einzelner Portionspatronen vom Anschluss durch den Benutzer
zu verhindern, kann eine Mehrzahl von Portionspatronen in einem Aufnahmemittel angeordnet
sein, wobei die Kopplung einer Portionspatrone an den Anschluss dann durch eine relative
Bewegung des Aufnahmemittels gegenüber dem Anschluss erfolgt, so dass zum Wechsel
einer Portionspatrone diese nicht mehr der Spendervorrichtung entnommen werden muss.
[0051] Zur optischen Kontrolle des Füllstandes kann eine Portionspatrone über ein Sichtfenster
verfügen oder aus einem zumindest teil-transparenten Material hergestellt sein.
[0052] Damit die während des Einsetzens einer Portionspatrone in ein Aufnahmemittel oder
beim Koppeln einer Portionspatrone an den Anschluss auf die Portionspatrone einwirkenden
Kräfte nicht zu einer Verformung der Portionspatrone führen, die den Druck auf die
Zubereitung in der Patrone derart erhöht, dass unbeabsichtigt Zubereitung aus der
Portionspatrone austritt, ist die Portionspatrone bevorzugt aus einem form- bzw. volumenstabilen
Material geformt.
[0053] Eine Portionspatrone kann ein Füllvolumen aufweisen, das eine Einmaldosierung der
Additivstoff enthaltenden Zubereitung erlaubt. Dies bedeutet, dass durch ein Betätigen
des Betätigungselements nahezu der gesamte Inhalt der Portionspatrone der aus dem
Packmittel geförderten Zubereitung beigemengt wird.
[0054] Es ist jedoch auch denkbar, dass eine Portionspatrone ein Füllvolumen aufweist, das
eine Mehrfachdosierung der Additivstoff enthaltenden Zubereitung erlaubt, wobei durch
ein Betätigen des Betätigungselements lediglich ein Teil des Inhalts der Portionspatrone
der aus dem Packmittel geförderten Zubereitung beigemengt wird.
[0055] Um die Notwendigkeit eines manuellen Öffnens der Portionspatrone vor Gebrauch durch
den Benutzer zu verhindern oder mechanisch aufwendige Öffnungsvorrichtungen in der
Spendervorrichtung vorzusehen, kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
die Portionspatrone einen Verschluss umfassen, der derart ausgeführt ist, dass durch
den im Anschluss bei Betätigung des Fördermittels und der durch die Strömung in der
Saugleitung oder Druckleitung entstehenden Unterdruck zumindest ein Teil der Zubereitung
aus der Portionspatrone abgegeben wird. Hierzu kann der Verschluss beispielsweise
als Membran oder Silikonventil ausgestaltet sein. Ferner kann der Verschluss derart
geformt sein, dass aufgrund der Oberflächenspannung bzw. Viskosität der Zubereitung
ein Herauslaufen verhindert wird.
[0056] Eine Portionspatrone weist ein Füllvolumen von 1 ml-200ml, bevorzugt 2ml-100ml, besonders
bevorzugt 2,5 ml-50ml, ganz besonders bevorzugt 3ml-25ml auf.
[0057] Die Portionspatronen weisen zum Packmittel ein Volumenverhältnis zwischen 1:5000
und 1:20, bevorzugt zwischen 1:2500 und 1:25, besonders bevorzugt zwischen 1:1750
und 1:50 auf.
[0058] Eine an den Anschluss der Spendervorrichtung gekoppelte Portionspatrone kann direkt
mit dem Fördermittel verbunden sein, wodurch eine genaue Einstellung der Druckverhältnisse
eine exakte Dosierung der Zubereitung aus der Portionspatrone möglich ist. Ferner
werden die Zubereitung aus der Portionspatrone und dem Packmittel erst unmittelbar
in oder nach dem Fördermittel zusammengeführt, wodurch die Gefahr möglicher unerwünschter
Effekte durch die Reaktion der beiden Zubereitungen, beispielsweise in Form von Ablagerungen
oder Vergelung, die ein Verstopfen von Zuleitungen bewirken könnten, reduziert wird.
[0059] Um eine einfachere Adaption des Anschlusses für Portionspatronen ohne konstruktive
Änderungen eines bestehenden Fördermittels zu realisieren, ist es jedoch auch denkbar,
dass eine Portionspatrone indirekt, d.h. über eine mit dem Fördermittel bestehende
Zuleitung ausgebildet ist. Eine Freisetzung der in der Portionspatrone enthaltenen
Zubereitung erfolgt dann beispielsweise durch einen Venturi-Effekt, der durch die
Strömung eines Fluids in der Zuleitung zum Fördermittel einen Unterdruck im Anschluss
der Portionspatrone bewirkt.
[0060] Die Portionspatrone kann eine Zubereitung enthalten, die mit der im Packmittel befindlichen
Zubereitung eine Emulsion oder Suspension bildet. So kann die Portionspatrone beispielsweise
einen Feststoff in Form eines Pulvers beinhalten wobei das Pulver beispielsweise als
Schleifkörper fungiert.
[0061] Der Inhalt der Portionspatronen kann aus einem oder mehreren gleichen oder unterschiedlichen
Produkten oder Additiven wie beispielsweise, Duftstoffen, Reinigungssubstanzen, Farbstoffen,
Enzymen, hygroskopische Substanzen und dergleichen bestehen.
[0062] So wäre es beispielsweise denkbar, Substanzen mit unterschiedlichen Düften in jeweils
separaten Portionspatronen anzuordnen um unterschiedliche Parfümierungen des Inhalts
des Packmittels zu erlauben. So kann beispielsweise bei der Verwendung einer duftneutralen
Reinigungsflüssigkeit, bei jeder Produktabgabe aus dem Packmittel ein Duftstoff aus
einer anderen Portionspatrone zudosiert werden. Dies verhindert zum einen die olfaktometrische
Anpassung an einen bestimmten Duft, zum anderen kann ein Duft gemäß den Anforderungen
eines speziellen Anwendungsraumes (Toilette, Wohnzimmer, Küche) ausgewählt werden.
Hierzu bedarf es dann nicht mehr der Verwendung mehrerer speziell parfümierter Reinigungssubstanzen,
was auch unter Umweltschutzaspekten und Ressourcenschonung wünschenswert ist.
[0063] Des Weiteren ist es vorteilhaft, in den Portionspatronen saure oder alkalische Lösungen
vorzusehen, wodurch, insbesondere mit einer im Wesentlichen neutralen Lösung in dem
Packmittel, der pH-Wert der vermischten Zubereitung eingestellt werden kann. So ist
es beispielsweise denkbar, bei einer Verwendung der erfindungsgemäßen Spendervorrichtung
zur Reinigung von Badoberflächen von Kalkablagerungen einen geringen pH-Wert einzustellen,
während beispielsweise bei der Lösung von fetthaltigen Ablagerungen durch die Auswahl
der entsprechenden Portionspatrone ein hoher pH-Wert ausgewählt werden kann.
Zubereitung
[0064] Eine Zubereitung im Sinne dieser Anmeldung ist eine flüssige, pastöse, ' gelförmige
oder pulverförmige, föderfähige Substanz oder ein Substanzgemisch.
[0065] Die Zubereitung kann als Lösung, Mischung, Emulsion oder Suspension von mehreren
Substanzen vorhanden sein.
Additiv
[0066] Unter Additiv im Sinne dieser Anmeldung wird eine Substanz oder Substanzgemisch verstanden,
welches geeignet ist durch Vermischung mit dem im Behältnis befindlichen Produkt eine
Eigenschaft des Produktes zu erreichen oder zu beeinflussen, insbesondere zu verbessern,
herzustellen, herauszuheben, abzuschwächen, einen zeitlichen Prozess zu beschleunigen
oder zu verlangsamen, eine Reaktion zu initiieren, inhibitieren oder zu katalysieren.
Ferner soll unter Additiv auch eine Substanz oder ein Substanzgemisch verstanden werden,
welches geeignet ist, eine Eigenschaft des Behältnisses zu erreichen oder zu beeinflussen,
insbesondere Duft- und/oder Wirkstoffabgabe, Adsorption oder Absorption am oder im
Behältnis.
[0067] Das Additiv kann beispielsweise eine oder mehrere Substanzen aus der Gruppe der Duftstoffe,
Bleichmittel, Reinigungssubstanzen, Lösemittel, Tenside, Farbstoffe, Enzyme, hygroskopische
Substanzen, Flammhemmer, Härter, Verlaufsmittel, Netzmittel, Dispergiermittel, Schaumbildner,
Entschäumer, Entlüfter, Korrosionsschutzmittel, Biozide, Wasserenthärter, Konservierungsmittel,
Emulgatoren, Stabilisatoren, Vitamine, Mineralien und dergleichen umfassen
Duftstoffe
[0068] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzelne
Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen Produkte vom Typ der Ester, Ether,
Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Riechstoffverbindungen
vom Typ der Ester sind z.B. Benzylacetat, Phenoxyethylisobutyrat, p-tert.-Butylcyclohexylacetat,
Linalylacetat, Dimethylbenzyl-carbinylacetat, Phenylethylacetat, Linalylbenzoat, Benzylformiat,
Ethylmethylphenyl-glycinat, Allylcyclohexylpropionat, Styrallylpropionat und Benzylsalicylat.
Zu den Ethern zählen beispielsweise Benzylethylether, zu den Aldehyden z.B. die linearen
Alkanale mit 8-18 C-Atomen, Citral, Citronellal, Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd,
Hydroxycitronellal, Lilial und Bourgeonal, zu den Ketonen z.B. die Jonone, ∝-Isomethylionon
und Methylcedrylketon, zu den Alkoholen Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Linalool,
Phenylethylalkohol und Terpineol, zu den Kohlenwasserstoffen gehören hauptsächlich
die Terpene wie Limonen und Pinen. Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener
Riechstoffe verwendet, die gemeinsam eine ansprechende Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle
können auch natürliche Riechstoffgemische enthalten, wie sie aus pflanzlichen Quellen
zugänglich sind, z.B. Pine-, Citrus-, Jasmin-, Patchouly-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl.
Ebenfalls geeignet sind Muskateller, Salbeiöl, Kamillenöl, Nelkenöl, Melissenöl, Minzöl,
Zimtblätteröl, Lindenblütenöl, Wacholderbeeröl, Vetiveröl, Olibanumöl, Galbanumöl
und Labdanumöl sowie Orangenblütenöl, Neroliol, Orangenschalenöl und Sandelholzöl.
[0069] Die allgemeine Beschreibung der einsetzbaren Parfüme (siehe oben) stellt dabei allgemein
die unterschiedlichen Substanzklassen von Riechstoffen dar. Um wahrnehmbar zu sein,
muß ein Riechstoff flüchtig sein, wobei neben der Natur der funktionellen Gruppen
und der Struktur der chemischen Verbindung auch die Molmasse eine wichtige Rolle spielt.
So besitzen die meisten Riechstoffe Molmassen bis etwa 200 Dalton, während Molmassen
von 300 Dalton und darüber eher eine Ausnahme darstellen. Auf Grund der unterschiedlichen
Flüchtigkeit von Riechstoffen verändert sich der Geruch eines aus mehreren Riechstoffen
zusammengesetzten Parfüms bzw. Duftstoffs während des Verdampfens, wobei man die Geruchseindrücke
in "Kopfnote" (top note), "Herz- bzw. Mittelnote" (middle note bzw. body) sowie "Basisnote"
(end note bzw. dry out) unterteilt. Da die Geruchswahmehmung zu einem großen Teil
auch auf der Geruchsintensität beruht, besteht die Kopfnote eines Parfüms bzw. Duftstoffs
nicht allein aus leichtflüchtigen Verbindungen, während die Basisnote zum größten
Teil aus weniger flüchtigen, d.h. haftfesten Riechstoffen besteht. Bei der Komposition
von Parfüms können leichter flüchtige Riechstoffe beispielsweise an bestimmte Fixative
gebunden werden, wodurch ihr zu schnelles Verdampfen verhindert wird. Bei der nachfolgenden
Einteilung der Riechstoffe in "leichter flüchtige" bzw. "haftfeste" Riechstoffe ist
also über den Geruchseindruck und darüber, ob der entsprechende Riechstoff als Kopf-
oder Herznote wahrgenommen wird, nichts ausgesagt.
[0070] Durch eine geeignete Auswahl der genannten Duftstoffe bzw. Parfümöle kann auf diese
Weise für erfindungsgemäße Mittel sowohl der Produktgeruch unmittelbar beim Öffnen
des fabrikneuen Mittels als auch der Gebrauchsduft, beispielsweise beim Einsatz in
einer Geschirrspülmaschine, beeinflußt werden. Diese Dufteindrücke können selbstverständlich
gleich sein, können sich aber auch unterscheiden. Für den letzteren Geruchseindruck
ist die Verwendung haftfesterer Riechstoffe vorteilhaft, während zur Produktbeduftung
auch leichterflüchtige Riechstoffe einsetzbar sind. Haftfeste Riechstoffe, die im
Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind, sind beispielsweise die ätherischen
Öle wie Angelikawurzelöl, Anisöl, Amikablütenöl, Basilikumöl, Bayöl, Bergamottöl,
Champacablütenöl, Edeltannenöl, Edeltannenzapfenöl, Elemiöl, Eukalyptusöl, Fenchelöl,
Fichtennadelöl, Galbanumöl, Geraniumöl, Gingergrasöl, Guajakholzöl, Gurjunbalsamöl,
Helichrysumöl, Ho-Öl, Ingweröl, Irisöl, Kajeputöl, Kalmusöl, Kamillenöl, Kampferöl,
Kanagaöl, Kardamomenöl, Kassiaöl, Kiefemnadelöl, Kopaivabalsamöl, Korianderöl, Krauseminzeöl,
Kümmelöl, Kuminöl, Lavendelöl, Lemongrasöl, Limetteöl, Mandarinenöl, Melissenöl, Moschuskömeröl,
Myrrhenöl, Nelkenöl, Neroliöl, Niaouliöl, Olibanumöl, Orangenöl, Origanumöl, Palmarosaöl,
Patschuliöl, Perubalsamöl, Petitgrainöl, Pfefferöl, Pfefferminzöl, Pimentöl, Pine-Öl,
Rosenöl, Rosmarinöl, Sandelholzöl, Sellerieöl, Spiköl, Stemanisöl, Terpentinöl, Thujaöl,
Thymianöl, Verbenaöl, Vetiveröl, Wacholderbeeröl, Wermutöl, Wintergrünöl, Ylang-Ylang-Öl,
Ysop-Öl, Zimtöl, Zimtblätteröl, Zitronellöl, Zitronenöl sowie Zypressenöl. Aber auch
die höhersiedenden bzw. festen Riechstoffe natürlichen oder synthetischen Ursprungs
können im Rahmen der vorliegenden Erfindung als haftfeste Riechstoffe bzw. Riechstoffgemische,
also Duftstoffe, eingesetzt werden. Zu diesen Verbindungen zählen die nachfolgend
genannten Verbindungen sowie Mischungen aus diesen: Ambrettolid, α-Amylzimtaldehyd,
Anethol, Anisaldehyd, Anisalkohol, Anisol, Anthranilsäuremethylester, Acetophenon,
Benzylaceton, Benzaldehyd, Benzoesäureethylester, Benzophenon, Benzylalkohol, Benzylacetat,
Benzylbenzoat, Benzylformiat, Benzylvalerianat, Borneol, Bomylacetat, α-Bromstyrol,
n-Decylaldehyd, n-Dodecylaldehyd, Eugenol, Eugenolmethylether, Eukalyptol, Farnesol,
Fenchon, Fenchylacetat, Geranylacetat, Geranylformiat, Heliotropin, Heptincarbonsäuremethylester,
Heptaldehyd, Hydrochinon-Dimethylether, Hydroxyzimtaldehyd, Hydroxyzimtalkohol, Indol,
Iron, Isoeugenol, Isoeugenolmethylether, Isosafrol, Jasmon, Kampfer, Karvakrol, Karvon,
p-Kresolmethylether, Cumarin, p-Methoxyacetophenon, Methyl-n-amylketon, Methylanthranilsäuremethylester,
p-Methylacetophenon, Methylchavikol, p-Methylchinolin, Methyl-β-naphthylketon, Methyl-n-nonylacetaldehyd,
Methyl-n-nonylketon, Muskon, β-Naphtholethylether, β-Naphtholmethylether, Nerol, Nitrobenzol,
n-Nonylaldehyd, Nonylakohol, n-Octylaldehyd, p-Oxy-Acetophenon, Pentadekanolid, β-Phenylethylalkohol,
Phenylacetaldehyd-Dimethyacetal, Phenylessigsäure, Pulegon, Safrol, Salicylsäureisoamylester,
Salicylsäuremethylester, Salicylsäurehexylester, Salicylsäurecyclohexylester, Santalol,
Skatol, Terpineol, Thymen, Thymol, γ-Undelacton, Vanilin, Veratrumaldehyd, Zimtaldehyd,
Zimtalkohol, Zimtsäure, Zimtsäureethylester, Zimtsäurebenzylester. Zu den leichter
flüchtigen Riechstoffen zählen insbesondere die niedriger siedenden Riechstoffe natürlichen
oder synthetischen Ursprung, die allein oder in Mischungen eingesetzt werden können.
Beispiele für leichter flüchtige Riechstoffe sind Alkyisothiocyanate (Alkylsenföle),
Butandion, Limonen, Linalool, Linaylacetat und -Propionat, Menthol, Menthon, Methyl-n-heptenon,
Phellandren, Phenylacetaldehyd, Terpinylacetat, Zitral, Zitronellal.
[0071] Bevorzugt werden die Kunststoffpartikel bei einer Temperatur von 15 bis 30°C, vorzugsweise
von 20 bis 25°C, mit dem ausgewählten Duftstoff beladen. Hierzu werden die Partikel
mit der entsprechenden Menge des Duftstoffs versetzt und durchmischt. In jedem Fall
sollte die Temperatur aber unterhalb der Schmelz- oder Zersetzungstemperatur des Kunststoffs
und auch unterhalb des Flammpunkts des Parfumöls liegen. Der Duftstoff wird vorrangig
durch Adhäsions-, Diffusions- und/oder Kapillarkräfte vom polymeren Trägermaterial
oder von im Partikel enthaltenen weiteren Parfümträgermaterialien aufgenommen, wobei
diese im Laufe dieses Vorgangs geringfügig quellen können.
Weitere Aktivsubstanzen
[0072] Wie zuvor erwähnt, können erfindungsgemäße Mittel außer den zur Beduftung und Desodorierung
notwendigen Bestandteilen weitere Aktivsubstanzen enthalten. Von den Mitteln, welche
ausschließlich der Beduftung dienen, lassen sich demnach weitere Produktgruppen unterscheiden,
welche zusätzlich zu den vorgenannten erfindungsgemäßen Bestandteilen weitere bevorzugte
Substanzen enthalten.
Farbstoffe
[0073] Eine erste dieser optional einsetzbaren bevorzugten Substanzen sind die Farbstoffe.
Hierzu eignen sich generell sämtliche Farbstoffe, die dem Fachmann als geeignet zum
Einfärben von Kunststoffen bzw. als löslich in Parfumölen bekannt sind. Es ist bevorzugt,
den Farbstoff entsprechend des verwendeten Duftstoffs auszuwählen; beispielsweise
weisen Partikel mit Zitronenduft vorzugsweise eine gelbe Farbe auf, während für Partikel
mit Apfel- oder Kräuterduft eine grüne Farbe bevorzugt wird. Bevorzugte Farbstoffe
besitzen eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen
der Mittel und gegen Licht. Werden die erfindungsgemäßen Mittel im Zusammenhang mit
der Textil- oder Geschirreinigung eingesetzt, sollten die eingesetzten Farbstoffe
keine ausgeprägte Substantivität gegenüber Textilfaser, Glas, Kunststoffgeschirr oder
Keramik aufweisen, um diese nicht anzufärben.
[0074] Geeignete Farbstoffe und Farbstoffgemische sind unter verschiedenen Handelsnamen
kommerziell erhältlich und werden unter anderem von den Firmen BASF AG, Ludwigshafen,
Bayer AG, Leverkusen, Clariant GmbH, DyStar Textilfarben GmbH & Co. Deutschland KG,
Les Colorants Wackherr SA und Ciba Specialty Chemicals angeboten. Zu den geeigneten
fettlöslichen Farbstoffen und Farbstoffgemischen zählen beispielsweise Solvent Blue
35, Solvent Green 7, Solvent Orange 1 (Orange au Gras-W-2201), Sandoplast Blau 2B,
Fettgelb 3G, Iragon® Red SRE 122, Iragon® Green SGR 3, Solvent Yellow 33 und Solvent
Yellow 16, es können aber auch andere Farbstoffe enthalten sein.
[0075] In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt der Farbstoff neben seiner ästhetischen
Wirkung zusätzlich eine Indikatorfunktion. Hierdurch wird dem Konsumenten der aktuelle
Verbrauchszustand des Deodorants angezeigt, so daß er neben dem fehlenden Dufteindruck,
der beispielsweise auch auf einem Gewöhnungseffekt seitens des Benutzers beruhen kann,
ein weiteres zuverlässiges Anzeichen erhält, wann das Deodorant durch ein neues zu
ersetzen ist.
[0076] Die Indikatorwirkung kann auf verschiedenen Wegen erzielt werden: Einerseits kann
ein Farbstoff verwendet werden, der im Laufe der Anwendungsdauer aus den Partikeln
entweicht. Dies kann zum Beispiel durch die im Geschirrspülmittel enthaltenen Inhaltsstoffe
bewirkt werden. Hierzu muß ein Farbstoff eingesetzt werden, der gut an den Partikeln
haftet bzw. nur langsam aus ihnen herausdiffundiert, um zu gewährleisten, daß die
Entfärbung nicht zu früh, nämlich wenn der Duftstoff noch nicht verbraucht ist, beendet
ist. Andererseits kann aber auch durch eine chemische Reaktion oder thermische Zersetzung
ein Farbumschlag hervorgerufen werden.
Antimikrobielle Wirkstoffe, Germizide, Fungizide
[0077] Weitere bevorzugte Bestandteile erfindungsgemäßer Mittel sind Substanzen wie antimikrobielle
Wirkstoffe, Germizide, Fungizide, Antioxidantien oder Korrosionsinhibitoren, mit deren
Hilfe sich Zusatznutzen, wie beispielsweise die Desinfektion oder der Korrosionsschutz
realisieren lassen.
[0078] Zur Bekämpfung von Mikroorganismen können die erfindungsgemäßen Mittel antimikrobielle
Wirkstoffe enthalten. Hierbei unterscheidet man je nach antimikrobiellem Spektrum
und Wirkungsmechanismus zwischen Bakteriostatika und Bakteriziden, Fungistatika und
Fungiziden usw.. Wichtige Stoffe aus diesen Gruppen sind beispielsweise Benzalkoniumchloride,
Alkylarlylsulfonate, Halogenphenole und Phenolmercuriacetat.
Antioxidantien
[0079] Um unerwünschte, durch Sauerstoffeinwirkung und andere oxidative Prozesse verursachte
Veränderungen an den erfindungsgemäßen Mitteln oder den beispielsweise behandelten
Textilien zu verhindern, können die Mittel Antioxidantien enthalten. Zu dieser Verbindungsklasse
gehören beispielsweise substituierte Phenole, Hydrochinone, Brenzcatechine und aromatische
Amine sowie organische Sulfide, Polysulfide, Dithiocarbamate, Phosphite und Phosphonate.
[0080] Werden die erfindungsgemäßen Mittel in Geschirrspülmaschinen zum Einsatz gebracht,
so können diese Mittel zum Schutze des Spülgutes oder der Maschine Korrosionsinhibitoren
enthalten, wobei besonders Silberschutzmittel im Bereich des maschinellen Geschirrspülens
eine besondere Bedeutung haben. Einsetzbar sind die bekannten Substanzen des Standes
der Technik. Allgemein können vor allem Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe
der Triazole, der Benzotriazole, der Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole
und der Übergangsmetallsalze oder -komplexe eingesetzt werden. Besonders bevorzugt
zu verwenden sind Benzotriazol und/oder Alkylaminotriazol. Man findet in Reinigerformulierungen
darüber hinaus häufig aktivchlorhaltige Mittel, die das Korrodieren der Silberoberfläche
deutlich vermindern können. In chlorfreien Reinigern werden besonders sauerstoff-
und stickstoffhaltige organische redoxaktive Verbindungen, wie zwei- und dreiwertige
Phenole, z. B. Hydrochinon, Brenzkatechin, Hydroxyhydrochinon, Gallussäure, Phloroglucin,
Pyrogallol bzw. Derivate dieser Verbindungsklassen, eingesetzt. Auch salz- und komplexärtige
anorganische Verbindungen, wie Salze der Metalle Mn, Ti, Zr, Hf, V, Co und Ce finden
häufig Verwendung. Bevorzugt sind hierbei die Übergangsmetallsalze, die ausgewählt
sind aus der Gruppe der Mangan und/oder Cobaltsalze und/oder - komplexe, besonders
bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe, der Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt-(Carbonyl)-Komplexe,
der Chloride des Cobalts oder Mangans und des Mangansulfats. Ebenfalls können Zinkverbindungen
zur Verhinderung der Korrosion am Spülgut eingesetzt werden.
[0081] Anstelle von oder zusätzlich zu den vorstehend beschriebenen Silberschutzmitteln,
beispielsweise den Benzotriazolen, können in den erfindungsgemäßen Mittel redoxaktive
Substanzen eingesetzt werden. Diese Substanzen sind vorzugsweise anorganische redoxaktive
Substanzen aus der Gruppe der Mangan-, Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Vanadium-, Cobalt-
und Cer-Salze und/oder -Komplexe, wobei die Metalle vorzugsweise in einer der Oxidationsstufen
II, III, IV, V oder VI vorliegen.
[0082] Die verwendeten Metallsalze bzw. Metallkomplexe sollen zumindest teilweise in Wasser
löslich sein. Die zur Salzbildung geeigneten Gegenionen umfassen alle üblichen ein-,
zwei-, oder dreifach negativ geladenen anorganischen Anionen, z. B. Oxid, Sulfat,
Nitrat, Fluorid, aber auch organische Anionen wie z. B. Stearat.
[0083] Metallkomplexe im Sinne der Erfindung sind Verbindungen, die aus einem Zentralatom
und einem oder mehreren Liganden sowie gegebenenfalls zusätzlich einem oder mehreren
der o.g. Anionen bestehen. Das Zentralatom ist eines der o.g. Metalle in einer der
o.g. Oxidationsstufen. Die Liganden sind neutrale Moleküle oder Anionen, die ein-
oder mehrzähnig sind; der Begriff "Liganden" im Sinne der Erfindung ist z.B. in "
Römpp Chemie Lexikon, Georg Thieme Verlag Stuttgart/New York, 9. Auflage, 1990, Seite
2507" näher erläutert. Ergänzen sich in einem Metallkomplex die Ladung des Zentralatoms
und die Ladung des/der Liganden nicht auf Null, so sorgt, je nachdem, ob ein kationischer
oder ein anionischer Ladungsüberschuß vorliegt, entweder eines oder mehrere der o.g.
Anionen oder ein oder mehrere Kationen, z. B. Natrium-, Kalium-, Ammoniumionen, für
den Ladungsausgleich. Geeignete Komplexbildner sind z.B. Citrat, Acetylacetonat oder
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat.
[0085] Besonders bevorzugte Metallsalze und/oder Metallkomplexe sind ausgewählt aus der
Gruppe MnSO
4, Mn(II)-citrat, Mn(II)-stearat, Mn(II)-acetylacetonat, Mn(II)-[1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat],
V
2O
5, V
2O
4, VO
2, TiOSO
4, K
2TiF
6, K
2ZrF
6, CoSO
4, Co(NO
3)
2, Ce(NO
3)
3 sowie deren Gemische, so daß bevorzugte erfindungsgemäße Mittel dadurch gekennzeichnet
sind, daß die Metallsalze und/oder Metallkomplexe ausgewählt sind aus der Gruppe MnSO
4, Mn(II)-citrat, Mn(II)stearat, Mn(II)-acetylacetonat, Mn(II)-[1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat],
V
2O
5, V
2O
4, VO
2, TiOSO
4, K
2TiF
6,K
2ZrF
6, CoSO
4, CO(NO
3)
2, Ce(NO
3)
3.
[0086] Bei diesen Metallsalzen bzw. Metallkomplexen handelt es sich im allgemeinen um handelsübliche
Substanzen, die zum Zwecke des Silberkorrosions-Schutzes ohne vorherige Reinigung
in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden können. So ist z.B. das aus der
SO
3-Herstellung (Kontaktverfahren) bekannte Gemisch aus fünf- und vierwertigem Vanadium
(V
2O
5, VO
2, V
2O
4) geeignet, ebenso wie das durch Verdünnen einer Ti(SO
4)
2-Lösung entstehende Titanylsulfat, TiOSO
4.
[0087] Die genannten Metallsalze und/oder Metallkomplexe sind in den erfindungsgemäßen Mitteln,
vorzugsweise in einer Menge von 0,05 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 2,5 Gew.-%,
bezogen auf das gesamte Mittel ohne den Behälter, enthalten
Bleichmittel
[0088] Zusätzlich zu den vorgenannten Aktivsubstanzen können die erfindungsgemäßen Mittel,
insbesondere Mittel für den Einsatz in Geschirrspülmaschinen, Textilwaschmaschinen
oder -trockern, selbstverständlich alle üblicherweise in Mitteln für die Textil- oder
Geschirreinigung bzw. die Textil- oder Geschirrpflege enthaltenen Aktivsubstanzen
aufweisen, wobei Substanzen aus der Gruppe der Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Polymere,
Gerüststoffe, Tenside, Enzyme, Elektrolyte, pH-Stellmittel, Duftstoffe, Parfümträger,
Farbstoffe, Hydrotrope, Schauminhibitoren, Antiredepositionsmittel, optischen Aufheller,
Vergrauungsinhibitoren, Einlaufverhinderer, Knitterschutzmittel, Farbübertragungs-inhibitoren,
antimikrobiellen Wirkstoffe, Germizide, Fungizide, Antioxidantien, Korrosionsinhibitoren,
Antistatika, Phobier- und Imprägniermittel, Quell- und Schiebefestmittel, nichtwässrigen
Lösungsmittel, Weichspüler, Proteinhydrolysate, sowie UV-Absorber besonders bevorzugt
sind. Derartige Kombinationsprodukte eignen sich dann neben der wiederholten Beduftung
auch zur ein- oder mehrmaligen Pflege oder Reinigung von Textilien oder Geschirr.
Als wichtige Bestandteile von Wasch- oder Reinigungsmitteln können in den erfindungsgemäßen
Mitteln neben anderen Bestandteilen Bleichmittel und Bleichaktivatoren enthalten sein.
Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Reinigungsmittelformkörper für das
maschinelle Geschirrspülen können auch Bleichmittel aus der Gruppe der organischen
Bleichmittel enthalten. Typische organische Bleichmittel sind die Diacylperoxide,
wie z.B. Dibenzoylperoxid. Weitere typische organische Bleichmittel sind die Peroxysäuren,
wobei als Beispiele besonders die Alkylperoxysäuren und die Arylperoxysäuren genannt
werden. Bevorzugte Vertreter sind (a) die Peroxybenzoesäure und ihre ringsubstituierten
Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren, aber auch Peroxy-α-Naphtoesäure und Magnesium-monoperphthalat,
(b) die aliphatischen oder substituiert aliphatischen Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure,
Peroxystearinsäure, ε-Phthalimidoperoxycapronsäure [Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)],
o-Carboxybenzamidoperoxycapronsäure, N-nonenylamidoperadipinsäure und N-nonenylamidopersuccinate,
und (c) aliphatische und araliphatische Peroxydicarbonsäuren, wie 1,12-Diperoxycarbonsäure,
1,9-Diperoxyazelainsäure, Diperocysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure, die Diperoxyphthalsäuren,
2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure, N,N-Terephthaloyl-di(6-aminopercapronsäure) können
eingesetzt werden.
[0089] Werden die erfindungsgemäßen Mittel in Kombination mit maschinellen Geschirrspülmitteln
eingesetzt, so können diese Bleichaktivatoren enthalten, um beim Reinigen bei Temperaturen
von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung zu erreichen. Als Bleichaktivatoren
können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren
mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls
substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet sind Substanzen,
die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte
Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere
Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide,
insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsuffonate, insbesondere
n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride,
insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin,
Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran.
[0090] Weitere im Rahmen der vorliegenden Anmeldung bevorzugt eingesetzte Bleichaktivatoren
sind Verbindungen aus der Gruppe der kationischen Nitrile, insbesondere kationische
Nitrile der Formel

in der R
1 für -H, -CH
3, einen C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest, einen substituierten C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest mit mindestens einem Substituenten aus der Gruppe -Cl, -Br,
-OH, -NH
2, -CN, einen Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer C
1-24-Alkylgruppe, oder für einen substituierten Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer
C
1-24-Alkylgruppe und mindestens einem weiteren Substituenten am aromatischen Ring steht,
R
2 und R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2-CN, -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, - CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, - (CH
2CH
2-O)
nH mit n = 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 und X ein Anion ist.
[0091] In besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Mitteln ist ein kationisches Nitril der
Formel

enthalten, in der R
4, R
5 und R
6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus - CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, wobei R
4 zusätzlich auch -H sein kann und X ein Anion ist, wobei vorzugsweise R
5 = R
6 = -CH
3 und insbesondere R
4 = R
5 = R
6 = -CH
3 gilt und Verbindungen der Formeln (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
- , (CH
3CH
2CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH(CH
3))
3N
(+)CH
2-CN X
-, oder (HO-CH
2-CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
- besonders bevorzugt sind, wobei aus der Gruppe dieser Substanzen wiederum das kationische
Nitril der Formel (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
-, in welcher X
- für ein Anion steht, das aus der Gruppe Chlorid, Bromid, lodid, Hydrogensulfat, Methosulfat,
p-Toluolsulfonat (Tosylat) oder Xylolsulfonat ausgewählt ist, besonders bevorzugt
wird.
[0092] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren in die Mittel eingearbeitet werden. Bei diesen Stoffen
handelt es sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe
wie beispielsweise Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe.
Auch Mn-, Fe-, Co-, Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit N-haltigen Tripod-Liganden
sowie Co-, Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar.
Tenside
[0093] Bevorzugte Mittel enthalten im Rahmen der vorliegenden Anmeldung ein oder mehrere
Tensid(e) aus den Gruppen der anionischen, nichtionischen, kationischen und/oder amphoteren
Tenside.
[0094] Als Aniontenside in Säureform werden bevorzugt ein oder mehrere Stoffe aus der Gruppe
der Carbonsäuren, der Schwefelsäurehalbester und der Sulfonsäuren, vorzugsweise aus
der Gruppe der Fettsäuren, der Fettalkylschwefelsäuren und der Alkylarylsulfonsäuren,
eingesetzt. Um ausreichende oberflächenaktive Eigenschaften aufzuweisen, sollten die
genannten Verbindungen dabei über längerkettige Kohlenwasserstoffreste verfügen, also
im Alkyl- oder Alkenylrest mindestens 6 C-Atome aufweisen. Üblicherweise liegen die
C-Kettenverteilungen der Aniontenside im Bereich von 6 bis 40, vorzugsweise 8 bis
30 und insbesondere 12 bis 22 Kohlenstoffatome.
[0095] Carbonsäuren, die in Form ihrer Alkalimetallsalze als Seifen in Wasch- und Reinigungsmitteln
Verwendung finden, werden technisch größtenteils aus nativen Fetten und Ölen durch
Hydrolyse gewonnen. Während die bereits im vergangenen Jahrhundert durchgeführte alkalische
Verseifung direkt zu den Alkalisalzen (Seifen) führte, wird heute großtechnisch zur
Spaltung nur Wasser eingesetzt, das die Fette in Glycerin und die freien Fettsäuren
spaltet. Großtechnisch angewendete Verfahren sind beispielsweise die Spaltung im Autoklaven
oder die kontinuierliche Hochdruckspaltung. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung als
Aniontensid in Säureform einsetzbare Carbonsäuren sind beispielsweise Hexansäure (Capronsäure),
Heptansäure (Önanthsäure), Octansäure (Caprylsäure), Nonansäure (Pelargonsäure), Decansäure
(Caprinsäure), Undecansäure usw.. Bevorzugt ist im Rahmen der vorliegenden Verbindung
der Einsatz von Fettsäuren wie Dodecansäure (Laurinsäure), Tetradecansäure (Myristinsäure),
Hexadecansäure (Palmitinsäure), Octadecansäure (Stearinsäure), Eicosansäure (Arachinsäure),
Docosansäure (Behensäure), Tetracosansäure (Lignocerinsäure), Hexacosansäure (Cerotinsäure),
Triacotansäure (Melissinsäure) sowie der ungesättigten Spezies 9c-Hexadecensäure (Palmitoleinsäure),
6c-Octadecensäure (Petroselinsäure), 6t-Octadecensäure (Petroselaidinsäure), 9c-Octadecensäure
(Ölsäure), 9t-Octadecensäure ((Elaidinsäure), 9c,12c-Octadecadiensäure (Linolsäure),
9t,12t-Octadecadiensäure (Linolaidinsäure) und 9c,12c,15c-Octadecatriensäure (Linolensäure).
Aus Kostengründen ist es bevorzugt, nicht die reinen Spezies einzusetzen, sondern
technische Gemische der einzelnen Säuren, wie sie aus der Fettspaltung zugänglich
sind. Solche Gemische sind beispielsweise Kokosölfettsäure (ca. 6 Gew.-% C
8, 6 Gew.-% C
10, 48 Gew.-% C
12, 18 Gew.-% C
14, 10 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
18, 8 Gew.-% C
18', 1 Gew.-% C
18"), Palmkemölfettsäure (ca. 4 Gew.-% C
8, 5 Gew.-% C
10, 50 Gew.-% C
12, 15 Gew.-% C
14, 7 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
18, 15 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18"), Talgfettsäure (ca. 3 Gew.-% C
14, 26 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
17, 17 Gew.-% C
18, 44 Gew.-% C
18'. 3 Gew.-% C
18", 1 Gew.-% C
18"'), gehärtete Talgfettsäure (ca. 2 Gew.-% C
14, 28 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
17, 63 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18'), technische Ölsäure (ca. 1 Gew.-% C
12, 3 Gew.-% C
14, 5 Gew.-% C
16, 6 Gew.-% C
16', 1 Gew.-% C
17, 2 Gew.-% C
18, 70 Gew.-% C
18', 10 Gew.-% C1
8", 0,5 Gew.-% C
18"'), technische Palmitin/Stearinsäure (ca. 1 Gew.-% C
12, 2 Gew.-% C
14, 45 Gew.-% C
16, 2 Gew.-% C
17, 47 Gew.-% C
18, 1 Gew.-% C
18') sowie Sojabohnenölfettsäure (ca. 2 Gew.-% C
14, 15 Gew.-% C
16, 5 Gew.-% C
18, 25 Gew.-% C
18', 45 Gew.-% C
18", 7 Gew.-% C
18"').
[0096] Schwefelsäurehalbester längerkettiger Alkohole sind ebenfalls Aniontenside in ihrer
Säureform und im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar. Ihre Alkalimetall-,
insbesondere Natriumsalze, die Fettalkoholsulfate, sind großtechnisch aus Fettalkoholen
zugänglich, welche mit Schwefelsäure, Chlorsulfonsäure, Amidosulfonsäure oder Schwefeltrioxid
zu den betreffenden Alkylschwefelsäuren umgesetzt und nachfolgend neutralisiert werden.
Die Fettalkohole werden dabei aus den betreffenden Fettsäuren bzw. Fettsäuregemischen
durch Hochdruckhydrierung der Fettsäuremethylester gewonnen. Der mengenmäßig bedeutendste
industrielle Prozeß zur Herstellung von Fettalkylschwefelsäuren ist die Sulfierung
der Alkohole mit SO
3/LuftGemischen in speziellen Kaskaden-, Fallfilm- oder Röhrenbündelreaktoren. Eine
weitere Klasse von Aniontensidsäuren, die erfindungsgemäß eingesetzt werden kann,
sind die Alkyletherschwefelsäuren, deren Salze, die Alkylethersulfate, sich im Vergleich
zu den Alkylsulfaten durch eine höhere Wasserlöslichkeit und geringere Empfindlichkeit
gegen Wasserhärte (Löslichkeit der Ca-Salze) auszeichnen. Alkyletherschwefelsäuren
werden wie die Alkylschwefelsäuren aus Fettalkoholen synthetisiert, welche mit Ethylenoxid
zu den betreffenden Fettalkoholethoxylaten umgesetzt werden. Anstelle von Ethylenoxid
kann auch Propylenoxid eingesetzt werden. Die nachfolgende Sulfonierung mit gasförmigem
Schwefeltrioxid in Kurzzeit-Sulfierreaktoren liefert Ausbeuten über 98% an den betreffenden
Alkyletherschwefelsäuren.
[0097] Auch Alkansulfonsäuren und Olefinsulfonsäuren sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
als Aniontenside in Säureform einsetzbar. Alkansulfonsäuren können die Sulfonsäuregruppe
terminal gebunden (primäre Alkansulfonsäuren) oder entlang der C-Kette enthalten (sekundäre
Alkansulfonsäuren), wobei lediglich die sekundären Alkansulfonsäuren kommerzielle
Bedeutung besitzen. Diese werden durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation linearer
Kohlenwasserstoffe hergestellt. Bei der Sulfochlorierung nach Reed werden n-Paraffine
mit Schwefeldioxid und Chlor unter Bestrahlung mit UV-Licht zu den entsprechenden
Sulfochloriden umgesetzt, die bei Hydrolyse mit Alkalien direkt die Alkansulfonate,
bei Umsetzung mit Wasser die Alkansulfonsäuren, liefern. Da bei der Sulfochlorierung
Di- und Polysulfochloride sowie Chlorkohlenwasserstoffe als Nebenprodukte der radikalischen
Reaktion auftreten können, wird die Reaktion üblicherweise nur bis zu Umsetzungsgraden
von 30% durchgeführt und danach abgebrochen.
[0098] Ein anderer Prozeß zur Herstellung von Alkansulfonsäuren ist die Sulfoxidation, bei
der n-Paraffine unter Bestrahlung mit UV-Licht mit Schwefeldioxid und Sauerstoff umgesetzt
werden. Bei dieser Radikalreaktion entstehen sukzessive Alkylsulfonylradikale, die
mit Sauerstoff zu den Alkylpersulfonylradikalen weiter reagieren. Die Reaktion mit
unumgesetztem Paraffin liefert ein Alkylradikal und die Alkylpersulfonsäure, welche
in ein Alkylperoxysulfonylradikal und ein Hydroxylradikal zerfällt. Die Reaktion der
beiden Radikale mit unumgesetztem Paraffin liefert die Alkylsulfonsäuren bzw. Wasser,
welches mit Alkylpersulfonsäure und Schwefeldioxid zu Schwefelsäure reagiert. Um die
Ausbeute an den beiden Endprodukten Alkylsulfonsäure und Schwefelsäure möglichst hoch
zu halten und Nebenreaktionen zu unterdrücken, wird diese Reaktion üblicherweise nur
bis zu Umsetzungsgraden von 1% durchgeführt und danach abgebrochen.
[0099] Olefinsulfonate werden technisch durch Reaktion von α-Olefinen mit Schwefeltrioxid
hergestellt: Hierbei bilden sich intermediär Zwitterionen, welche sich zu sogenannten
Sultonen cyclisieren. Unter geeigneten Bedingungen (alkalische oder saure Hydrolyse)
reagieren diese Sultone zu Hydroxylalkansulfonsäuren bzw. Alkensulfonsäuren, welche
beide ebenfalls als Aniontensidsäuren eingesetzt werden können.
[0100] Alkylbenzolsulfonate als leistungsstarke anionische Tenside sind seit den dreißiger
Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Damals wurden durch Monochlorierung von Kogasin-Fraktionen
und anschließende Friedel-Crafts-Alkylierung Alkylbenzole hergestellt, die mit Oleum
sulfoniert und mit Natronlauge neutralisiert wurden. Anfang der fünfziger Jahre wurde
zur Herstellung von Alkylbenzolsulfonaten Propylen zu verzweigtem α-Dodecylen tetramerisiert
und das Produkt über eine Friedel-Crafts-Reaktion unter Verwendung von Aluminiumtrichlorid
oder Fluorwasserstoff zum Tetrapropylenbenzol umgesetzt, das nachfolgend sulfoniert
und neutralisiert wurde. Diese ökonomische Möglichkeit der Herstellung von Tetrapropylenbenzolsulfonaten
(TPS) führte zum Durchbruch dieser Tensidklasse, die nachfolgend die Seifen als Haupttensid
in Wasch- und Reinigungsmitteln verdrängte.
[0101] Aufgrund der mangelnden biologischen Abbaubarkeit von TPS bestand die Notwendigkeit,
neue Alkylbenzolsulfonate darzustellen, die sich durch ein verbessertes ökologische
Verhalten auszeichnen. Diese Erfordernisse werden von linearen Alkylbenzolsulfonaten
erfüllt, welche heute die fast ausschließlich hergestellten Alkylbenzolsulfonate sind
und mit dem Kurzzeichen ABS bzw. LAS belegt werden.
[0102] Lineare Alkylbenzolsulfonate werden aus linearen Alkylbenzolen hergestellt, welche
wiederum aus linearen Olefinen zugänglich sind. Hierzu werden großtechnisch Petroleumfraktionen
mit Molekularsieben in die n-Paraffine der gewünschten Reinheit aufgetrennt und zu
den n-Olefinen dehydriert, wobei sowohl α- als auch i-Olefine resultieren. Die entstandenen
Olefine werden dann in Gegenwart saurer Katalysatoren mit Benzol zu den Alkylbenzolen
umgesetzt, wobei die Wahl des Friedel-Crafts-Katalysators einen Einfluß auf die Isomerenverteilung
der entstehenden linearen Alkylbenzole hat: Bei Verwendung von Aluminiumtrichlorid
liegt der Gehalt der 2-Phenyl-Isomere in der Mischung mit den 3-, 4-, 5- und anderen
Isomeren bei ca. 30 Gew.-%, wird hingegen Fluorwasserstoff als Katalysator eingesetzt,
läßt sich der Gehalt an 2-Phenyl-Isomer auf ca. 20 Gew.-% senken. Die Sulfonierung
der linearen Alkylbenzole schließlich gelingt heute großtechnisch mit Oleum, Schwefelsäure
oder gasförmigem Schwefeltrioxid, wobei letzteres die weitaus größte Bedeutung hat.
Zur Sulfonierung werden spezielle Film- oder Rohrbündelreaktoren eingesetzt, die als
Produkt eine 97 Gew.-%ige Alkylbenzolsulfonsäure (ABSS) liefern, die im Rahmen der
vorliegenden Erfindung als Aniontensidsäure einsetzbar ist.
[0103] Durch Wahl des Neutralisationsmittels lassen sich aus den ABSS die unterschiedlichsten
Salze, d.h. Alkylbenzolsulfonate, gewinnen. Aus Gründen der Ökonomie ist es hierbei
bevorzugt, die Alkalimetallsalze und unter diesen bevorzugt die Natriumsalze der ABSS
herzustellen und einzusetzen. Diese lassen sich durch die allgemeine Formel IX beschreiben:

in der die Summe aus x und y üblicherweise zwischen 5 und 13 liegt. Erfindungsgemäß
bevorzugt als Aniontensid in Säureform sind C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonsäuren. Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiterhin bevorzugt,
C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren einzusetzen, die sich von Alkylbenzolen ableiten, welche einen
Tetralingehalt unter 5 Gew.-%, bezogen auf das Alkylbenzol, aufweisen. Weiterhin bevorzugt
ist es, Alkylbenzolsulfonsäuren zu verwenden, deren Alkylbenzole nach dem HF-Verfahren
hergestellt wurden, so daß die eingesetzten C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren einen Gehalt an 2-Phenyl-Isomer unter 22 Gew.-%, bezogen auf
die Alkylbenzolsulfonsäure, aufweisen.
[0104] Die vorstehend genannten Aniontenside in ihrer Säureform können alleine oder in Mischung
miteinander eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich und bevorzugt, daß dem Aniontensid
in Säureform vor der Zugabe auf das/die Trägermaterial(ien) weitere, vorzugsweise
saure, Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln in Mengen von 0,1 bis 40 Gew.-%,
vorzugsweise von 1 bis 15 Gew.-% und insbesondere von 2 bis 10 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das Gewicht der umzusetzenden Mischung, zugemischt werden.
[0105] Selbstverständlich ist es auch möglich, die Aniontenside teil- oder vollneutralisiert
einzusetzen. Diese Salze können dann als Lösung, Suspension oder Emulsion in der Granulierflüssigkeit
vorliegen, aber auch als Feststoff Bestandteil des Feststoffbetts sein. Als Kationen
für solche Aniontenside bieten sich neben den Alkalimetallen (hier insbesondere nach
Anspruch- und K-Salze) Ammoniumsowie Mono-, Di- oder Triethanolalkonium-lonen an.
Anstelle von Mono-, Di- oder Triethanolamin können auch die analogen Vertreter des
Mono-, Di- oder Trimethanolamins bzw. solche der Alkanolamine höherer Alkohole quatemiert
und als Kation zugegen sein.
[0106] Auch Kationtenside lassen sich mit Vorteil als Aktivsubstanz einsetzen. Das Kationtensid
kann dabei in seiner Lieferform direkt in den Mischer gegeben werden, oder in Form
einer flüssigen bis pastösen Kationtensid-Zubereitungsform auf den festen Träger aufgedüst
werden. Solche Kationtensid-Zubereitungsformen lassen sich beispielsweise durch Mischen
handelsüblicher Kationtenside mit Hilfsstoffen wie nichtionischen Tensiden, Polyethylenglycolen
oder Polyolen herstellen. Auch niedere Alkohole wie Ethanol und Isopropanol können
eingesetzt werden, wobei die Menge an solchen niederen Alkoholen in der flüssigen
Kationtensid-Zubereitungsform aus den obengenannten Gründen unter 10 Gew.-% liegen
sollte.
[0107] Als Kationtenside kommen für die erfindungsgemäßen Mittel alle üblichen Stoffe in
Betracht, wobei Kationtenside mit textilweichmachender Wirkung deutlich bevorzugt
sind.
[0108] Die erfindungsgemäßen Mittel können als kationische Aktivsubstanzen mit textilweichmachender
Wirkung ein oder mehrere kationische, textilweichmachende Mittel der Formeln X, XI
oder XII enthalten:

worin jede Gruppe R
1 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
1-6-Alkyl-, - Alkenyl- oder -Hydroxyalkylgruppen; jede Gruppe R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
8-28-Alkyl- oder -Alkenylgruppen; R
3 = R
1 oder (CH
2)
n-T-R
2; R
4 = R
1 oder R
2 oder (CH
2)
n-T-R
2; T = -CH
2-, -O-CO- oder -CO-O- und n eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist.
[0109] In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung enthalten die Mittel
zusätzlich Niotensid(e) als Aktivsubstanz.
[0110] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0111] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0112] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester.
[0113] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokos-alkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0114] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel XIII,

in der RCO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
1 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es
sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0115] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel XIV,

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
1 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes.
[0116] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten Verbindungen können dann durch Umsetzung
mit Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten
Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0117] Es ist für viele Anwendungen besonders bevorzugt, wenn das Verhältnis von Aniontensid(en)
zu Niotensid(en) zwischen 10:1 und 1:10, vorzugsweise zwischen 7,5:1 und 1:5 und insbesondere
zwischen 5:1 und 1:2 beträgt. Bevorzugt sind dabei erfindungsgemäße Behälter, die
Tensid(e), vorzugsweise anionische(s) und/oder nichtionische(s) Tensid(e), in Mengen
von 5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 7,5 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt von 10
bis 60 Gew.-% uns insbesondere von 12,5 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht
der umschlossenen Feststoffe, enthalten.
[0118] Wie bereits erwähnt, beschränkt sich der Einsatz von Tensiden bei Reinigungsmitteln
für das maschinelle Geschirrspülen vorzugsweise auf den Einsatz nichtionischer Tenside
in geringen Mengen. Erfindungsgemäße Mittel für das maschinelle Geschirrspülen enthalten
daher vorzugsweise nur bestimmte nichtionische Tenside, die nachstehend beschrieben
sind. Als Tenside werden in maschinellen Geschirrspülmitteln üblicherweise lediglich
schwachschäumende nichtionische Tenside eingesetzt. Vertreter aus den Gruppen der
anionischen, kationischen oder amphoteren Tenside haben dagegen eine geringere Bedeutung.
Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0119] Insbesondere bei Reinigungsmitteln für das maschinelle Geschirrspülen ist es bevorzugt,
daß diese ein nichtionisches Tensid enthalten, das einen Schmelzpunkt oberhalb Raumtemperatur
aufweist, bevorzugt ein nichtionisches Tensid mit einem Schmelzpunkt oberhalb von
20°C. Bevorzugt einzusetzende nichtionische Tenside weisen Schmelzpunkte oberhalb
von 25°C auf, besonders bevorzugt einzusetzende nichtionische Tenside haben Schmelzpunkte
zwischen 25 und 60°C, insbesondere zwischen 26,6 und 43,3°C.
[0120] Geeignete nichtionische Tenside, die Schmelz- bzw. Erweichungspunkte im genannten
Temperaturbereich aufweisen, sind beispielsweise schwachschäumende nichtionische Tenside,
die bei Raumtemperatur fest oder hochviskos sein können. Werden bei Raumtemperatur
hochviskose Niotenside eingesetzt, so ist bevorzugt, daß diese eine Viskosität oberhalb
von 20 Pas, vorzugsweise oberhalb von 35 Pas und insbesondere oberhalb 40 Pas aufweisen.
Auch Niotenside, die bei Raumtemperatur wachsartige Konsistenz besitzen, sind bevorzugt.
[0121] Bevorzugt als bei Raumtemperatur feste einzusetzende Niotenside stammen aus den Gruppen
der alkoxylierten Niotenside, insbesondere der ethoxylierten primären Alkohole und
Mischungen dieser Tenside mit strukturell komplizierter aufgebauten Tensiden wie Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen
(PO/EO/PO)-Tenside. Solche (PO/EO/PO)-Niotenside zeichnen sich darüber hinaus durch
gute Schaumkontrolle aus.
[0122] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das nichtionische
Tensid mit einem Schmelzpunkt oberhalb Raumtemperatur ein ethoxyliertes Niotensid,
das aus der Reaktion von einem Monohydroxyalkanol oder Alkylphenol mit 6 bis 20 C-Atomen
mit vorzugsweise mindestens 12 Mol, besonders bevorzugt mindestens 15 Mol, insbesondere
mindestens 20 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol bzw. Alkylphenol hervorgegangen ist.
[0123] Ein besonders bevorzugtes bei Raumtemperatur festes, einzusetzendes Niotensid wird
aus einem geradkettigen Fettalkohol mit 16 bis 20 Kohlenstoffatomen (C
16-20-Alkohol), vorzugsweise einem C
18-Alkohol und mindestens 12 Mol, vorzugsweise mindestens 15 Mol und insbesondere mindestens
20 Mol Ethylenoxid gewonnen. Hierunter sind die sogenannten "narrow range ethoxylates"
(siehe oben) besonders bevorzugt.
[0124] Das bei Raumtemperatur feste Niotensid besitzt vorzugsweise zusätzlich Propylenoxideinheiten
im Molekül. Vorzugsweise machen solche PO-Einheiten bis zu 25 Gew.-%, besonders bevorzugt
bis zu 20 Gew.-% und insbesondere bis zu 15 Gew.-% der gesamten Molmasse des nichtionischen
Tensids aus. Besonders bevorzugte nichtionische Tenside sind ethoxylierte Monohydroxyalkanole
oder Alkylphenole, die zusätzlich Polyoxyethylen-Polyoxypropylen Blockcopolymereinheiten
aufweisen. Der Alkohol- bzw. Alkylphenolteil solcher Niotensidmoleküle macht dabei
vorzugsweise mehr als 30 Gew.-%, besonders bevorzugt mehr als 50 Gew.-% und insbesondere
mehr als 70 Gew.-% der gesamten Molmasse solcher Niotenside aus.
[0125] Weitere besonders bevorzugt einzusetzende Niotenside mit Schmelzpunkten oberhalb
Raumtemperatur enthalten 40 bis 70% eines Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen-Blockpolymerblends,
der 75 Gew.-% eines umgekehrten Block-Copolymers von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen
mit 17 Mol Ethylenoxid und 44 Mol Propylenoxid und 25 Gew.-% eines Block-Copolymers
von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen, initiiert mit Trimethylolpropan und enthaltend
24 Mol Ethylenoxid und 99 Mol Propylenoxid pro Mol Trimethylolpropan.
[0126] Nichtionische Tenside, die mit besonderem Vorzug eingesetzt werden können, sind beispielsweise
unter dem Namen Poly Tergent
® SLF-18 von der Firma Olin Chemicals erhältlich.
[0127] Ein weiter bevorzugtes Tensid läßt sich durch die Formel
R
1O[CH
2CH(CH
3)O]
x[CH
2CH
2O]
y[CH
2CH(OH)R
2]
beschreiben, in der R
1 für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 bis
18 Kohlenstoffatomen oder Mischungen hieraus steht, R
2 einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen
oder Mischungen hieraus bezeichnet und x für Werte zwischen 0,5 und 1,5 und y für
einen Wert von mindestens 15 steht.
[0128] Weitere bevorzugt einsetzbare Niotenside sind die endgruppenverschlossenen Poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jOR
2 in der R
1 und R
2 für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder aromatische
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen stehen, R
3 für H oder einen Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl, n-Butyl-, 2-Butyl- oder
2-Methyl-2-Butylrest steht, x für Werte zwischen 1 und 30, k und j für Werte zwischen
1 und 12, vorzugsweise zwischen 1 und 5 stehen. Wenn der Wert x ≥ 2 ist, kann jedes
R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein. R
1 und R
2 sind vorzugsweise lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, wobei Reste
mit 8 bis 18 C-Atomen besonders bevorzugt sind. Für den Rest R
3 sind H, -CH
3 oder -CH
2CH
3 besonders bevorzugt. Besonders bevorzugte Werte für x liegen im Bereich von 1 bis
20, insbesondere von 6 bis 15.
[0129] Wie vorstehend beschrieben, kann jedes R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein, falls x ≥ 2 ist. Hierdurch kann
die Alkylenoxideinheit in der eckigen Klammer variiert werden. Steht x beispielsweise
für 3, kann der Rest R
3 ausgewählt werden, um Ethylenoxid- (R
3 = H) oder Propylenoxid- (R
3 = CH
3) Einheiten zu bilden, die in jedweder Reihenfolge aneinandergefügt sein können, beispielsweise
(EO)(PO)(EO), (EO)(EO)(PO), (EO)(EO)(EO), (PO)(EO)(PO), (PO)(PO)(EO) und (PO)(PO)(PO).
Der Wert 3 für x ist hierbei beispielhaft gewählt worden und kann durchaus größer
sein, wobei die Variationsbreite mit steigenden x-Werten zunimmt und beispielsweise
eine große Anzahl (EO)-Gruppen, kombiniert mit einer geringen Anzahl (PO)-Gruppen
einschließt, oder umgekehrt.
[0130] Insbesondere bevorzugte endgruppenverschlossenen Poly(oxyalkylierte) Alkohole der
obenstehenden Formel weisen Werte von k = 1 und j = 1 auf, so daß sich die vorstehende
Formel zu
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
xCH
2CH(OH)CH
2OR
2 vereinfacht. In der letztgenannten Formel sind R
1, R
2 und R
3 wie oben definiert und x steht für Zahlen von 1 bis 30, vorzugsweise von 1 bis 20
und insbesondere von 6 bis 18. Besonders bevorzugt sind Tenside, bei denen die Reste
R
1 und R
2 9 bis 14 C-Atome aufweisen, R
3 für H steht und x Werte von 6 bis 15 annehmen.
Enzyme
[0131] Erfindungsgemäße Mittel können zur Steigerung der Wasch-, beziehungsweise Reinigungsleistung
Enzyme enthalten, wobei prinzipiell alle im Stand der Technik für diese Zwecke etablierten
Enzyme einsetzbar sind. Hierzu gehören insbesondere Proteasen, Amylasen, Lipasen,
Hemicellulasen, Cellulasen oder Oxidoreduktasen, sowie vorzugsweise deren Gemische.
Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von den natürlichen
Molekülen stehen für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Varianten
zur Verfügung, die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden. Erfindungsgemäße Mittel
enthalten Enzyme vorzugsweise in Gesamtmengen von 1 x 10
-6 bis 5 Gewichts-Prozent bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann
mit Hilfe bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren (Bicinchoninsäure; 2,2'-Bichinolyl-4,4'-dicarbonsäure)
oder dem Biuret-Verfahren bestimmt werden.
[0132] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309,
die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form unter dem Handelsnamen Alcalase
® von der Firma Novozymes A/S, Bagsværd, Dänemark, erhältlich. Die Subtilisine 147
und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase
®, beziehungsweise Savinase
® von der Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus
Bacillus lentus DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP
® geführten Varianten ab.
[0133] Weitere brauchbare Proteasen sind beispielsweise die unter den Handelsnamen Durazym
®, Relase
®, Everlase
®, Nafizym, Natalase
®, Kannase
® und Ovozymes
® von der Firma Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect
®, Purafect
® OxP und Properase
® von der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol
® von der Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen
Wuxi
® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather
® und Protease P
® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter der Bezeichnung
Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen Enzyme.
[0134] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus
B. amyloliquefaciens oder aus
B. stearothermophilus sowie deren für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen.
Das Enzym aus
B. licheniformis ist von der Firma Novozymes unter dem Namen Termamyl
® und von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind von der Firma Novozymes
unter den Handelsnamen Duramyl
® und Termamyl
®ultra, von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®OxAm und von der Firma Daiwa Seiko Inc., Tokyo, Japan, als Keistase
® erhältlich. Die α-Amylase von
B. amyloliquefaciens wird von der Firma Novozymes unter dem Namen BAN
® vertrieben, und abgeleitete Varianten von der α-Amyiase aus
B. stearothermophilus unter den Namen BSG
® und Novamyl
®, ebenfalls von der Firma Novozymes.
[0135] Des weiteren sind für diesen Zweck die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben; ebenso sind Fusionsprodukte der genannten Moleküle einsetzbar.
[0136] Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl
® von der Firma Novozymes erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und
A.
oryzae geeignet. Ein weiteres Handelsprodukt ist beispielsweise die Amylase-LT
®.
[0137] Erfindungsgemäße Mittel können Lipasen oder Cutinasen insbesondere wegen ihrer Triglycerid-spaltenden
Aktivitäten enthalten, aber auch, um aus geeigneten Vorstufen
in situ Persäuren zu erzeugen. Hierzu gehören beispielsweise die ursprünglich aus
Humicola lanuginosa (
Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen, insbesondere solche mit
dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise von der Firma Novozymes unter
den Handelsnamen Lipolase
®, Lipotase
®Uttra, LipoPrime
®, Lipozyme
® und Lipex
® vertrieben. Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar, die ursprünglich
aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Ebenso brauchbare Lipasen sind von der Firma Amano unter den
Bezeichnungen Lipase CE
®, Lipase P
®, Lipase B
®, beziehungsweise Lipase CES
®, Lipase AKG
®, Bacillis sp. Lipase
®, Lipase AP
®, Lipase M-AP
® und Lipase AML
® erhältlich. Von der Firma Genencor sind beispielsweise die Lipasen beziehungsweise
Cutinasen einsetzbar, deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich
von der Firma Gist-Brocades vertriebenen Präparationen M1 Lipase
® und Lipomax
® und die von der Firma Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen Lipase MY-30
®, Lipase OF
® und Lipase PL
® vertriebenen Enzyme zu erwähnen, ferner das Produkt Lumafast
® von der Firma Genencor.
[0138] Erfindungsgemäße Mittel können, insbesondere wenn sie für die Behandlung von Textilien
gedacht sind, Cellulasen enthalten, je nach Zweck als reine Enzyme, als Enzympräparationen
oder in Form von Mischungen, in denen sich die einzelnen Komponenten vorteilhafterweise
hinsichtlich ihrer verschiedenen Leistungsaspekte ergänzen. Zu diesen Leistungsaspekten
zählen insbesondere Beiträge zur Primärwaschleistung, zur Sekundärwaschleistung des
Mittels (Antiredepositionswirkung oder Vergrauungsinhibition) und Avivage (Gewebewirkung),
bis hin zum Ausüben eines "stone washed"-Effekts.
[0139] Eine brauchbare pilzliche, Endoglucanase(EG)-reiche Cellulase-Präparation, beziehungsweise
deren Weiterentwicklungen werden von der Firma Novozymes unter dem Handelsnamen Celluzyme
® angeboten. Die ebenfalls von der Firma Novozymes erhältlichen Produkte Endolase
® und Carezyme
® basieren auf der 50 kD-EG, beziehungsweise der 43 kD-EG aus
H. insolens DSM 1800. Weitere mögliche Handelsprodukte dieser Firma sind Cellusoft
® und Renozyme
®. Ebenso ist die 20 kD-EG Cellulase aus
Melanocarpus, die von der Firma AB Enzymes, Finnland, unter den Handelsnamen Ecostone
® und Biotouch
® erhältlich ist, einsetzbar. Weitere Handelprodukte der Firma AB Enzymes sind Econase
® und Ecopulp
®. Eine weitere geeignete Cellulase aus
Bacillus sp. CBS 670.93 ist von der Firma Genencor unter dem Handelsnamen Puradax
® erhältlich. Weitere Handelsprodukte der Firma Genencor sind "Genencor detergent cellulase
L" und IndiAge
®Neutra.
[0140] Erfindungsgemäße Mittel können weitere Enzyme enthalten, die unter dem Begriff Hemicellulasen
zusammengefaßt werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Pektinlyasen
(=Pektinasen), Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen (=Xylanasen), Pullulanasen
und β-Glucanasen. Geeignete Mannanasen sind beispielsweise unter den Namen Gamanase
® und Pektinex AR
® von der Firma Novozymes, unter dem Namen Rohapec
® B1 L von der Firma AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase
® von der Firma Diversa Corp., San Diego, CA, USA erhältlich. Die aus
B. subtilis gewonnene β-Glucanase ist unter dem Namen Cereflo
® von der Firma Novozymes erhältlich.
[0141] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung können erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel
Oxidoreduktasen, beispielsweise Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen, Peroxidasen, wie
Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-, Glucose- oder Mangan-peroxidasen, Dioxygenasen oder
Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen) enthalten. Als geeignete Handelsprodukte
sind Denilite
® 1 und 2 der Firma Novozymes zu nennen. Vorteilhafterweise werden zusätzlich vorzugsweise
organische, besonders bevorzugt aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende Verbindungen
zugegeben, um die Aktivität der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken (Enhancer)
oder um bei stark unterschiedlichen Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden Enzymen
und den Anschmutzungen den Elektronenfluß zu gewährleisten (Mediatoren).
[0142] Die in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten Enzyme stammen entweder ursprünglich
aus Mikroorganismen, etwa der Gattungen
Bacillus, Streptomyces, Humicola, oder
Pseudomonas, und/oder werden nach an sich bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete
Mikroorganismen produziert, etwa durch transgene Expressionswirte der Gattungen
Bacillus oder filamentöse Fungi.
[0143] Die Aufreinigung der betreffenden Enzyme erfolgt günstigerweise über an sich etablierte
Verfahren, beispielsweise über Ausfällung, Sedimentation, Konzentrierung, Filtration
der flüssigen Phasen, Mikrofiltration, Ultrafiltration, Einwirken von Chemikalien,
Desodorierung oder geeignete Kombinationen dieser Schritte.
[0144] Erfindungsgemäßen Mitteln können die Enzyme in jeder nach dem Stand der Technik etablierten
Form zugesetzt werden. Hierzu gehören beispielsweise die durch Granulation, Extrusion
oder Lyophilisierung erhaltenen festen Präparationen oder, insbesondere bei flüssigen
oder gelförmigen Mitteln, Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst konzentriert,
wasserarm und/oder mit Stabilisatoren versetzt.
[0145] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem, vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kem-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-, Luft-
und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0146] Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
dass ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0147] Ein in einem erfindungsgemäßen Mittel enthaltenes Protein und/oder Enzym kann besonders
während der Lagerung gegen Schädigungen wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung
oder Zerfall etwa durch physikalische Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung
geschützt werden. Bei mikrobieller Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine
Inhibierung der Proteolyse besonders bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel
Proteasen enthalten. Erfindungsgemäße Mittel können zu diesem Zweck Stabilisatoren
enthalten; die Bereitstellung derartiger Mittel stellt eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dar.
[0148] Eine Gruppe von Stabilisatoren sind reversible Proteaseinhibitoren. Häufig werden
Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester
verwendet, darunter vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa ortho-,meta-
oder para-substituierte Phenylboronsäuren, beziehungsweise deren Salze oder Ester.
Weiterhin sind Peptidaldehyde, das heißt Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus geeignet.
Als peptidische Proteaseinhibitoren sind unter anderem Ovomucoid und Leupeptin zu
erwähnen; eine zusätzliche Option ist die Bildung von Fusionsproteinen aus Proteasen
und Peptid-Inhibitoren.
[0149] Weitere Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -Propanolamin
und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C
12, wie Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren. Auch
endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate sind als Stabilisatoren einsetzbar.
[0150] Niedere aliphatische Alkohole, vor allem aber Polyole, wie beispielsweise Glycerin,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit sind weitere häufig eingesetzte Enzymstabilisatoren.
Weiterhin schützt auch Di-Glycerinphosphat gegen Denaturierung durch physikalische
Einflüsse. Ebenso werden Calciumsalze verwendet, wie beispielsweise Calciumacetat
oder Calcium-Formiat sowie Magnesiumsalze.
[0151] Polyamid-Oligomere oder polymere Verbindungen wie Lignin, wasserlösliche Vinyl-Copolymere
oder, wie Cellulose-Ether, Acryl-Polymere und/oder Polyamide stabilisieren die Enzym-Präparation
unter anderem gegenüber physikalischen Einflüssen oder pH-Wert-Schwankungen. Polyamin-N-Oxid-enthaltende
Polymere wirken gleichzeitig als Enzymstabilisatoren und als Farbübertragungsinhibitoren.
Andere polymere Stabilisatoren sind die linearen C
8-C
18 Polyoxyalkylene. Alkylpolyglycoside können gemäß den ebenfalls die enzymatischen
Komponenten des erfindungsgemäßen Mittels stabilisieren und sogar in ihrer Leistung
steigern. Vernetzte N-haltige Verbindungen erfüllen eine Doppelfunktion als Soil-release-Agentien
und als Enzym-Stabilisatoren.
[0152] Reduktionsmittel und Antioxidantien wie Natrium-Sulfit oder reduzierende Zucker erhöhen
die Stabilität der Enzyme gegenüber oxidativem Zerfall.
[0153] Bevorzugt werden Kombinationen von Stabilisatoren verwendet, beispielsweise aus Polyolen,
Borsäure und/oder Borax, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden Salzen
und Bernsteinsäure oder anderen Dicarbonsäuren oder die Kombination von Borsäure oder
Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen und mit reduzierenden Salzen. Die Wirkung
von Peptid-Aldehyd-Stabilisatoren kann durch die Kombination mit Borsäure und/oder
Borsäurederivaten und Polyolen gesteigert und gemäß durch die zusätzliche Verwendung
von zweiwertigen Kationen, wie zum Beispiel Calcium-lonen weiter verstärkt werden.
[0154] Besonders bevorzugt ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung der Einsatz flüssiger
Enzymformulierungen. Hier sind erfindungsgemäße Mittel bevorzugt, die zusätzlich Enzyme
und/oder Enzymzubereitungen, vorzugsweise feste und/oder flüssige Protease-Zubereitungen
und/oder Amylase-Zubereitungen, in Mengen von 1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 1,5
bis 4,5 und insbesondere von 2 bis 4 Gew.-%, jeweils bezogen auf das gesamte Mittel,
enthalten.
[0155] Als Elektrolyte aus der Gruppe der anorganischen Salze kann eine breite Anzahl der
verschiedensten Salze eingesetzt werden. Bevorzugte Kationen sind die Alkali- und
Erdalkalimetalle, bevorzugte Anionen sind die Halogenide und Sulfate. Aus herstellungstechnischer
Sicht ist der Einsatz von NaCl oder MgCl
2 in den erfindungsgemäßen Granulaten bevorzugt.
Bezugszeichen
[0156]
- 1
- Packmittelsystem,
- 2
- Spendervorrichtung
- 3
- Packmittel
- 4
- Zubereitung
- 5
- Betätigungsmittel
- 6
- Fördermittel
- 7
- Steigrohr
- 8
- Anschluss
- 9
- Druckleitung
- 10
- Saugleitung
- 11
- Aufnahmemittel
- 12
- Portionspatronen
- 13
- Zubereitung
- 14
- Achsenelement
- 15
- Lager
- 16
- Aufnahme
- 17
- Ventil
- 18
- Ventil
- 19
- Federelement
- 20
- Perforation
- 21
- Kopplungselement
- 22
- Lüftungsventil
- 23
- Mundstück
- 24
- Verschluss
- 25
- Patronenkammer
- 26
- Stellrad
- 27
- Mischkammer
- 28
- Sichtfenster
- Fig. 1
- Spendervonichtung mit horizontaler Aufnahmeschale für Portionspatronen in der Querschnittsansicht
- Fig. 2
- Spendervorrichtung mit vertikaler Aufnahmeschale für Portionspatronen in der Querschnittsansicht
- Fig. 3
- Packmittelsystem mit Aufnahmemittel für Portionspatronen an der Saugseite des Fördermittels
in der Querschnittsansicht
- Fig. 4
- Packmittelsystem mit Aufnahmemittel für Portionspatronen an der Druckseite des Fördermittels
in der Querschnittsansicht
- Fig. 5
- Packmittelsystem mit Zweikammerflasche in der Querschnittsansicht
- Fig. 6
- Spendervorrichtung mit drehbar gelagerter Aufnahmetrommel für Portionspatronen in
der Querschnittsansicht
- Fig. 7
- Spendervorrichtung mit Ventilanordnung in der Querschnittsansicht
- Fig. 8
- Spendervorrichtung mit drehbar gelagertem Stellrad in der Querschnittsansicht
- Fig. 9
- Spendervorrichtung mit zwei separaten Fördermitteln und einer Mischkammer in der Querschnittsansicht
- Fig. 10
- Aufnahmetrommel für Portionspatronen in der Querschnittsansicht
- Fig. 11
- Portionspatrone in Aufnahmetrommel in der Querschnittsansicht
- Fig. 12
- Aufnahmetrommel mit integrierten Portionspatronen in der Querschnittsansicht
- Fig. 13
- Aufnahmemagazin mit Portionspatronen in der Querschnittsansicht
- Fig. 14
- Aufnahmeblister mit Portionspatronen in der Aufsicht
- Fig. 15
- Packmittelsystem mit Aufnahmemittel für Portionspatronen in einem vertikal zu betätigenden
Pumpspender in der Querschnittsansicht
- Fig. 16
- Packmittelsystem mit Aufnahmemittel für Portionspatronen in einer Aerosolverpackung
in der Querschnittsansicht
- Fig. 17
- Packmittelsystem mit Aufnahmeschale für Portionspatronen in einem quetschbaren Behälter
in der Querschnittsansicht
[0157] Fig. 1 und 2 offenbaren die technisch einfachsten Ausführungsformen der Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine Spendervorrichtung 2 mit einer in der Spendervorrichtung 2 integrierten
Pumpe 6. Die Pumpe 6 ist mit einem Betätigungsmittel 5 gekoppelt, dass als ein angelenkter
Hebel ausgeführt ist. Ein Betätigen des Betätigungsmittels 5 durch Ziehen des freien
Hebelendes zur Spendervorrichtung hin bewirkt hierbei einen Pumphub der Pumpe 6. Die
Kopplung des Betätigungsmittels 5 mit der Pumpe 6 führt der Fachmann mit den im Stand
der Technik hinlänglich bekannten, insbesondere mechanischen oder elektrischen Kopplungsmitteln
aus.
[0158] An der Pumpe 6 ist druckseitig eine Druckleitung 9 und saugseitig eine Saugleitung
10 angeschlossen. Die Saugleitung 10 ist mit dem Steigrohr 7 verbunden oder geht in
das Steigrohr 7 über.
[0159] An der Saugleitung 10 ist ein Anschluss 8 ausgebildet, der mit der Saugleitung 10
kommunizierend verbunden ist. Wie in Fig. 3 gezeigt, ist es auch möglich, dass der
Anschluss 8 direkt mit der Saugseite der Pumpe 6 verbunden ist.
[0160] Das von der Saugleitung 10 abgewandte Ende des Anschlusses 8-mündet in einer Aufnahme
16, in die eine Portionspatrone 12 horizontal einführbar und mittels des Mundstücks
23 an den Anschluss 8 koppelbar ist, so dass bei einem Pumphub der Pumpe 6 die in
der Portionspatrone 12 befindliche Zubereitung 13 zumindest teilweise durch die Saugleitung
10 und die Druckleitung 9 an die Umgebung abgegeben wird.
[0161] Die Abgabe der Zubereitung 13 erfolgt im Wesentlichen durch den bei einem Pumphub
entstehenden Unterdruck bzw. Strömung in der Saugleitung 10, wodurch die Zubereitung
13 aus der Portionspatrone 12 mitgerissen wird. Die Menge an mitgerissener Zubereitung
13 pro Pumphub der Pumpe 6 kann insbesondere durch die strömungstechnische Ausgestaltung
des Anschlusses 8 und den Strömungseigenschaften der Zubereitung 13 beeinflusst werden.
[0162] Fig. 2 zeigt die aus Fig. 1 bekannte Spendervorrichtung 2 mit einer Aufnahme 16,
in die eine Portionspatrone 12 vertikal fixiert werden kann. Die vertikale Positionierung
der Portionspatrone 12 hat den Vorteil, dass am Anschluss 8 stets Zubereitung 13 ansteht,
so lange die Portionspatron 12 mit einer Zubereitung 13 gefüllt ist. Ferner ist der
Füllstand, insbesondere bei einer transparenten Ausgestaltung der Mantelfläche der
Patrone 12 einfach abzulesen, insbesondere wenn die Patrone 12 über eine entsprechende
Skalierung an der Mantelfläche verfügt.
[0163] Wie bereits an vorstehender Stelle erwähnt, ist über die Saugleitung 10 die Aufnahme
16 und der Anschluss 8 direkt mit der Pumpe 6 verbunden, so dass die Abgabe von Zubereitung
13 aus der Portionspatrone 12 nicht wie aus Fig. 1 bekannt durch einen Venturi-Effekt
des durch das Steigrohr 7 beförderten Fluids bewirkt wird. Eine Vermischung der Zubereitungen
13 und 4 erfolgt somit nicht bereits in der Saugleitung 10, sondern erst kurz vor
bzw. in der Pumpe 6. Dies kann insoweit von Vorteil sein, als dass durch eine mögliche
Reaktion der beiden Zubereitungen 13 und 4 keine unerwünschten Reaktionsprodukte durch
das Steigrohr 7 in das Packmittel 3 zurückfließen können.
[0164] Eine ungewollte Vermischung der Zubereitungen 13 und 4 miteinander kann auch durch
eine Anordnung von Ventilen, wie sie beispielhaft in Fig. 7 dargestellt ist, realisiert
sein.
[0165] Hierbei ist ein Rückschlagventil 18 im oberen Bereich des Steigrohres 7 angeordnet,
dass den Durchgang der geförderten Zubereitung 4 entgegen der Förderrichtung der Zubereitung
4 selbsttätig sperrt und somit ein Zurückfließen von bereits mit Zubereitung 13 vermengten
Fluids in das Packmittel 3 verhindert. Außerdem ist es möglich, ein weiteres Rückschlagventil
17 im Anschluss 8 oder in der Portionspatrone 12 vorzusehen, wodurch zusätzlich eine
ungewollte Vermischung der in der Portionspatrone 12 befindlichen Zubereitung 13 mit
der Zubereitung 4 unterbunden wird.
[0166] Wie in Fig. 3 gezeigt ist, ist die aus Fig. 1 bzw. Fig. 2 bekannte Spendervorrichtung
2 auf ein Packmittel 3 dichtig aufsetzbar und bildet so ein entsprechendes Packmittelsystem
1 zur zeitgleichen Abgabe wenigstens zweier Zubereitungen 13 und 4.
[0167] Das Packmittel 3 ist als Flasche und die Spendervorrichtung 2 als Trigger-Sprühkopf
ausgeformt. Das Steigrohr 7 der Spendervorrichtung 2 verläuft durch das Füllvolumen
der Flasche 3 und mündet in der pumpfähigen Zubereitung 4. Beim Pumpen wird die Zubereitung
4 nachfolgend durch das Steigrohr 7, die Saugleitung 10, die Pumpe 6 und die Druckleitung
9 in die Umgebung gefördert.
[0168] Die Portionspatronen 12 sind in einem Aufnahmemittel 11 angeordnet, dass trommelförmig
ausgebildet und derart drehbar im Trigger-Sprühkopf 2 angeordnet ist, dass durch Drehung
der Trommel 11 jeweils eine Portionspatrone 12 an den saugseitig angeordneten Anschluss
8 gekoppelt wird. Wie in Fig. 4 gezeigt ist es auch denkbar, das Aufnahmemittel 11
bzw. die Portionspatronen 12 an einen druckseitig angeordneten Anschluss 8 zu koppeln.
In beiden Fällen erfolgt die Zumischung der Zubereitung 13 mittels des durch die Strömung
in der Saugleitung 10 bzw. Druckleitung 9 bewirkten Unterdrucks im Anschluss 8.
[0169] Wie Fig. 5 offenbart, kann die erfindungsgemäße Spendervonichtung 2 auch für die
Verwendung mit Mehrkammergebinden vorgesehen sein. Die Flasche 3 weist eine erste
Kammer 3a und eine zweite Kammer 3b auf, wobei die erste Kammer 3a mit einer ersten
Zubereitung 4a und die zweite Kammer 3b mit einer zweiten Zubereitung 4b befüllt ist.
In die jeweiligen Kammern 3a und 3b sind jeweils ein erstes Steigrohr 7a und eine
zweites Steigrohr 7b eingetaucht. Die Steigrohre 7a und 7b sind mit der Saugleitung
10 kommunizierend verbunden.
[0170] Fig. 6 zeigt die Spendervorrichtung 2 mit einer drehbar gelagerter Aufnahmetrommel
11 für Portionspatronen 12 in der Querschnittsansicht. Die Spendervorrichtung 2 weist
eine Aufnahme 16 auf, in die die Aufnahmetrommel 12 positioniert werden kann. An den
Stirnseiten der Aufnahme 16 sind als Achselemente 14 gegenüberliegende Stifte ausgeformt,
die mit den Lagern 15 der Portionspatrone 12 eine drehbare Verbindung ausbilden. Selbstverständlich
ist es auch denkbar, die Achselemente 14 an der Portionspatrone 11 und die Lager zur
Aufnahme der Achselemente 14 an der Aufnahme 16 der Spendervorrichtung 2 anzuordnen.
[0171] Wie in Fig. 8 gezeigt, ist es auch möglich, die Aufnahmetrommel 11 starr in der Aufnahme
16 der Spendervorrichtung 2 zu fixieren und den Anschluss 8 in einem Stellrad 26 anzuordnen,
dass gegenüber der Spendervorrichtung drehbar gelagert ist, so dass durch Drehung
des Stellrads 26 jeweils eine andere Portionspatrone 12 an den Anschluss 8 gekoppelt
werden kann.
[0172] Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Spendervorrichtung 2 ist in Fig.
9 dargestellt. Die Spendervorrichtung 2 weist hierbei zwei Pumpen 6a, 6b auf, wobei
die erste Pumpe 6a über eine erste Saugleitung 10a mit dem Anschluss 8 und die zweite
Pumpe 6b über die zweite Saugleitung 10b mit dem Steigrohr 7 kommunizierend verbunden
ist.
[0173] Beide Pumpen 6a, 6b sind mit dem Betätigungselement 5 gekoppelt. Auf der Druckseite
der Pumpen 6a, 6b münden die Druckleitungen 9a, 9b in einer gemeinsamen Mischkammer
27, in der die Fluidströme aus der Portionspatrone 12 und dem Packmittel 3 zusammengeführt
werden. Eine Druckleitung 9 verbindet die Mischkammer 27 mit der Umgebung.
[0174] Eine bevorzugte Ausführungsform eines Aufnahmemittels 11 für Portionspatronen 12
ist die in Fig. 10 abgebildete revolverartige Aufnahmetrommel. Die Aufnahmetrommel
11 ist ein im Wesentlichen zylinderförmiger Körper mit konzentrisch um das Lager 15
angeordneten Patronenkammern 25 zur Aufnahme der Portionspatronen 12. Zur optischen
Kontrolle des Füllgrades der in der Aufnahmetrommel 11 angeordneten Portionspatronen
12 kann die äußere Mantelfläche der Aufnahmetrommel transparente Bereiche 28 oder
Aussparungen aufweisen.
[0175] Fig. 11 zeigt eine in die Aufnahmetrommel 11 eingesetzte Portionspatrone 12, die
mit einer Zubereitung 13 vollständig befüllt ist. Die Portionspatrone 12 ist lösbar
mit der Aufnahmetrommel 11 verbunden. Insbesondere kann die Patrone 12 form- und/oder
kraftschlüssig in der Patronenkammer 25 fixiert werden wodurch ein Ersetzen einer
verbrauchten Portionspatrone 12 ermöglicht wird.
[0176] Die Portionspatrone weist an einer Stirnseite ein Mundstück 23 auf, durch das die
Patrone 12 an den Anschluss 8 der Spendervorrichtung koppelbar ist. Zum Ausgleich
des Unterdrucks, der durch Abgabe der Zubereitung 13 in der Portionspatrone entsteht,
ist auf der dem Mundstück gegenüberliegenden Stirnseite der Portionspatrone 12 ein
Lüftungsventil vorgesehen.
[0177] Die Öffnung des Mundstücks 23 ist durch einen Verschluss 24 abgedichtet. Der Verschluss
kann beispielsweise als Membran ausgeformt sein, die derart konfiguriert ist, dass
sie durch den durch die Pumpe 6 im Anschluss 8 erzeugten Unterdruck zerstört und die
Zubereitung 13 aus der Portionspatrone 12 gefördert wird. Es ist auch denkbar, den
Verschluss 24 als Silikonventil auszuführen, dass durch den eingangs erwähnten Unterdruck
geöffnet wird und das sich beim Erreichen des Normaldrucks wieder schließt.
[0178] Neben dem Austausch einzelner Portionspatronen 12 aus der Aufnahmetrommel ist es,
wie in Fig. 12 gezeigt, auch denkbar, die gesamte Aufnahmetrommel 11 zu ersetzen.
Hierzu sind die Portionspatronen 12 durch Kavitäten in der Aufnahmetrommel 11 ausgeformt
und somit unlöslich mit der Aufnahmetrommel 11 verbunden. Die Portionspatronen sind
durch einen Verschluss 24 versiegelt. Zum Druckausgleich zwischen dem Inneren der
Portionspatrone und der Umgebung kann die Aufnahmetrommel 11 Druckausgleichsventile
22 aufweisen.
[0179] Eine weitere Ausführungsform des Aufnahmemittels 11 für Portionspatronen 12 ist in
Fig. 12 abgebildet. Die Portionspatronen 12 sind hierbei nicht wie bei der aus Figur
10 bekannten Aufnahmetrommel auf einer konzentrisch zur Drehachse angeordneten Kreisbahn
sondern sind magazinartig übereinander positioniert.
[0180] Ferner ist es möglich, das Aufnahmemittel 11, wie in Fig. 14 gezeigt, als Blisterverpackung
auszubilden, wobei die Portionspatronen 12 als Kavitäten des Blisters ausgestaltet
sind. Zur Führung der Blisterverpackung in der Spendervorrichtung kann eine Perforation
13 am Rand der Blisterverpackung 13 vorgesehen sein, in die beispielsweise ein Zahnrad
eines Transport- und Führungsmechanismus der Spendervorrichtung 2 eingreift wobei
die Betätigung des Betätigungselements 5 die Freisetzung des Inhalts einer Blisterkavität
12 und den Transport einer unverbrauchten Kavität der Blisterverpackung 11 zum Anschluss
8 bewirkt.
[0181] Fig. 15 zeigt ein Packmittelsystem 1 mit einer Aufnahmetrommel 11 für Portionspatronen
12 einem vertikal zu betätigenden Pumpspender 5. Die Pumpe wird anders als bei der
aus Fig. 1 bekannten Spendervorrichtung nicht durch eine im Wesentlichen horizontale
sondern durch eine vertikale Betätigungskinematik angetrieben.
[0182] Derartige Spendervorrichtungen und Konfigurationen sind beispielsweise bei Seifenspendem
oder Schaumspendern bekannt bei denen die Produktabgabe durch ein vertikales herunterdrücken
des Spenderkopfes bewirkt wird.
[0183] Die Aufnahmetrommel 11 für die Portionspatronen 12 ist hierbei vertikal im Spenderkopf
5 drehbar angeordnet und bewegt sich mit dem Spenderkopf 5 bei dessen Betätigung.
[0184] In Fig. 16 ist eine erfindungsgemäße Spendervorrichtung 2 für eine Aerosolverpackung
dargestellt. Der durch ein Treibmittel unter Druck stehende mit einer Zubereitung
4 gefüllte Behälter 3 ist durch ein Ventil 17 von der Umgebung getrennt. Durch Betätigen
des Spenderkopfes 5 wird das Ventil 17 geöffnet, so dass die unter Druck stehende
Zubereitung 4 an die Umgebung abgegeben wird.
[0185] Alternativ zu einer unter Druck stehenden Aerosolverpackung ist es auch denkbar,
einen zur Produktfreisetzung ausreichenden Druck auf die Zubereitung 4 durch zusammenquetschen
eines verformbaren Behälters 3 zu erzeugen. Ein Beispiel für eine entsprechende Konfiguration
ist in Fig. 17 abgebildet, bei der die aus Fig.1 bzw. Fig.2 bekannte Spendervorrichtung
auf einem vorzugsweise elastisch verformbaren Behälter 3 angeordnet ist. Der Behälter
3 ist dabei so ausgelegt, dass durch ein Zusammendrücken der Mantelfläche, was durch
die Pfeile in der Abbildung angedeutet ist, ein Druck in dem Behälter 3 ausgebildet
wird, der die Zubereitung 4 durch das Steigrohr 7 und die Druckleitung 7 in die Umgebung
fördert und dabei bei einer in der Aufnahme 16 fixierten und mit dem Anschluss 8 gekoppelten
Portionspatrone 12 zumindest eine teilweise Abgabe der Zubereitung 13 in den Fluidstrom
der Druckleitung 9 bewirkt. Für eine Anwendung der Spendervorrichtung 1 über Kopf,
beispielsweise um die Zubereitungen 3,14 unter den Rand einen WCs zu applizieren,
kann dass Steigrohr 7 auch kurz ausgestaltet sein, d.h. es ragt nicht wesentlich aus
der Spendervorrichtung 2 in das Packmittel 3 hinein.