Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung für eine Brennkraftmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Vom Markt her bekannt ist eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung, mit der der Kraftstoff
direkt in einen ihr zugeordneten Brennraum einer Brennkraftmaschine eingespritzt werden
kann. Hierzu ist in einem Gehäuse ein Ventilelement angeordnet, welches im Bereich
einer Kraftstoff-Austrittsöffnung eine insgesamt in Öffnungsrichtung des Ventilelements
wirkende Druckfläche aufweist. Am entgegengesetzten Ende des Ventilelements ist eine
in Schließrichtung wirkende Steuerfläche vorhanden, welche eine Steuerraum begrenzt
Die in Schließrichtung wirkende Steuerfläche ist insgesamt größer als die bei geöffnetem
Ventilelement in Öffnungsrichtung wirkende Druckfläche.
[0003] Bei geschlossener Kraftstoff-Einspritzvorrichtung liegt an einem Bereich der in Öffnungsrichtung
wirkenden Druckfläche und an der in Schließrichtung wirkenden Steuerfläche ein hoher
Kraftstoffdruck an, wie er beispielsweise von einer Kraftstoff-Sammelleitung (Rail)
bereitgestellt wird. Zum Öffnen des Ventilelements wird der an der Steuerfläche anliegende
Druck abgesenkt, bis die in Öffnungsrichtung wirkende hydraulische Kraftresultierende
an der Druckfläche die in Schließrichtung wirkende Kraft übersteigt. Hierdurch wird
ein Öffnen des Ventilelements bewirkt.
[0004] Zur Reduzierung der Leckagemenge bei Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen wurde bereits
in
WO 2007/012510 A1 vorgeschlagen, ein Ventilelement zum Öffnen und Schließen von Kraftstoff-Eintrittsöffnungen
zweiteilig auszuführen und beide Teile dem Hochdruck des von der Kraftstoff-Sammelleitung
gelieferten Einspritzdrucks auszusetzen. Bei dieser Art von Kraftstoffinjektoren sind
die in Öffnungsrichtung und in Schließrichtung wirkenden Flächen dem gleichen Hochdruck
ausgesetzt, so dass die auf das Ventilelement wirkende Schließfeder nicht zum Aufbringen
der erforderlichen Schließkraft für ein schnelles Schließen der Kraftstoff-Austrittsöffnungen
ausreicht
[0005] Aus
DE 101 60 191 A1 ist ein Servor-Ventil mit einem ersten Ventilkolben und einem zweiten Ventilkolben
bekannt, welche über einen Kopplerraum antriebgekoppelt sind. Der Kopplerraum ist
über ein Rückschlagventil mit einem Hochdruckanschluss verbunden, um eine Druckschwelle
aufzubauen, bis zu welcher der Kopplerraum aus der Absteuermenge gefüllt werden kann.
Dadurch wird die Absteuermenge nicht ungenutzt in die Niederdruckseite abgeleitet
[0006] Ein hydraulischer Druckverstärker für eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung ist aus
US 2003/0116640 A1 bekannt, bei dem zwischen einem ersten größeren Kolben und einem zweiten kleineren
Kolben ein Leckagespalt vorhanden ist. Ein Rückschlagventil dient dabei als Druckhalteventil,
das ein Abströmen des unter hohem Druck eingeschlossenen Kraftstoffs verhindern soll.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung der
eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass die Schließkraft zum Schließen der
Düsennadel erhöht wird und dass sie zuverlässig arbeitet.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen
genannt. Wichtige Merkmale der Erfindung finden sich ferner in der nachfolgenden Beschreibung
und in der Zeichnung. Dabei sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Merkmale
auch in ganz unterschiedlichen Kombinationen für die Erfindung wesentlich sein können,
ohne dass hierauf explizit hingewiesen wird.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Kraftstoff-Einspritzvorrichtung mit dem vorgesehenen Rückschlagventil
tritt beim Schließvorgang in dem den Steuerkolben umgebenden Hochdruckraum ein größerer
Druck als im Kopplerraum auf. Dadurch wirkt im Hochdruckraum eine Schließkraft auf
den Steuerkolben, die größer ist als die in Öffnungsrichtung im Kopplerraum auf den
Steuerkolben wirkende Kraft. Durch das Rückschlagventil kann weiterhin der Koppelraum
nach einem Schließvorgang des Ventilelements entlastet werden. Dem liegt folgende
Überlegung zugrunde: Bei geöffnetem Ventilelement und der damit einhergehenden Druckabsenkung
im Koppelraum kommt es aufgrund unvermeidbarer Leckagen zu einem Zufluss von Hydraulikfluid
in den Koppelraum. Dies bedeutet, dass sich beim Schließen des Ventilelements im Koppelraum
mehr Fluid befindet als vor dem Öffnen. Das erfindungsgemäß vorgesehene Rückschlagventil
verhindert nun, dass der Steuerkolben dann, wenn die Düsennadel am Ventilsitz in Anlage
kommt, auf einem "Fluidpolster" aufsitzt, welches vor dem Öffnen des Ventilelements
noch nicht vorhanden war. Im ungünstigsten Fall würde sich dieses Fluidpolster bei
jedem Öffnungs- und Schließvorgang des Ventilelements vergrößern, bis ein Öffnen des
Ventilelements überhaupt nicht mehr möglich wäre. Durch das Rückschlagventil wird
also die Zuverlässigkeit im Betrieb der erfindungsgemäßen Kraftstoff-Einspritzvorrichtung,
vor allem die Reproduzierbarkeit von Ausgangs- und Endzustand, deutlich verbessert.
[0010] In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung wird vorgeschlagen, das ein Ventilelement
des Rückschlagventils von einer Feder in seine Schließposition beaufschlagt wird.
Zum einen wird durch eine solche Feder das Ventilelement auch im drucklosen Ruhezustand
der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung sicher gehalten. Zum anderen gestattet eine solche
Feder die Einstellung einer bestimmten Öffnungs-Druckdifferenz, wodurch ein sicheres
Schließen der Düsennadel gewährleistet wird.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Ventilelement des Rückschlagventils einen
solchen maximalen Hub aufweist, dass ein vorgegebener maximaler zeitlicher Abstand
zwischen einem Schließen und einem nachfolgenden Öffnen des Ventilelements eingehalten
werden kann. Vor allem für Mehrfacheinspritzungen innerhalb eines Arbeitsspiels sind
sehr kurze zeitliche Abstände zwischen einem Schließen und einem Öffnen des Ventilelements
erforderlich. Durch eine Begrenzung des maximalen Hubs des Rückschlagventilelements
wird gewährleistet, dass das Rückschlagventil schnell schließen kann, wenn der Druck
im hydraulischen Koppelraum zu Beginn eines Öffnungsvorgangs abzusinken beginnt.
[0012] Ein Spalt zwischen dem Steuerkolben und einem den Koppelraum zu einem Hochdruckraum
begrenzenden Gehäuseabschnitt kann so ausgelegt sein, dass ein Öffnen der Düsennadel
verzögert erfolgt. Hierdurch wird die Kleinstmengenfähigkeit der erfindungsgemäßen
Kraftstoff-Einspritzvorrichtung verbessert: Bei einer Öffnungsbewegung des Steuerkolbens
gelangt nämlich durch den Spalt Fluid in den Koppelraum, der zu einer verzögerten
Reaktion der Düsennadel führt. Dies ist anders beim Schließen, wo spätestens dann,
wenn der Steuerkolben an der Düsennadel in Anlage kommt, ein sofortiges Schließen
der Düsennadel erzwungen wird.
[0013] Die Präzision bei der Kraftstoff-Einspritzung und die Reproduzierbarkeit werden nochmals
verbessert, wenn die Mündung des Verbindungskanals zum Hochdruckraum hin so ausgebildet
ist, dass Druckwellen reduziert werden. Hierdurch wird der Tatsache Rechnung getragen,
dass Druckwellen im Hochdruckraum aufgrund von dessen vergleichsweise großem Volumen
dort eine eher geringe Rolle spielen, was für den ein vergleichsweise kleines Volumen
aufweisenden Verbindungskanal und den Druckraum unmittelbar stromaufwärts vom Ventilsitz
nicht gilt. Durch eine entsprechende Ausgestaltung der Mündung können die im Hochdruckraum
auftretenden Druckwellen zumindest in Richtung des Verbindungskanals reduziert beziehungsweise
gedämpft werden. Eine einfache Möglichkeit hierzu besteht darin, die Mündung trichterförmig
auszubilden. Hierdurch wird erreicht, dass auf die Mündung auftreffende Druckwellen
"totlaufen".
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0014] Nachfolgend wird ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit einer Kraftstoff- Einspritzvorrichtung;
- Figur 2
- eine schematisierte und teilweise geschnittene Darstellung der Kraftstoff- Einspritzvorrichtung
von Figur 1; und
- Figur 3
- eine detailliertere Darstellung eines Bereichs der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
von Figur 1.
Ausführungsformen der Erfindung
[0015] In Figur 1 trägt eine Brennkraftmaschine insgesamt das Bezugszeichen 10. Sie dient
vorliegend zum Antrieb eines nicht gezeigten Kraftfahrzeugs. Eine Hochdruckfördereinrichtung
12 fördert Kraftstoff aus einem Kraftstoff-Vorratsbehälter 14 in einen Kraftstoff-Druckspeicher
16 ("Rail"). In diesem ist der Kraftstoff, beispielsweise Diesel oder Benzin, unter
sehr hohem Druck gespeichert. An das Rail 16 sind mittels eines Hochdruckanschlusses
18 mehrere Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen 20 angeschlossen, die den Kraftstoff
direkt in ihnen zugeordnete Brennräume 22 einspritzen. Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen
20 weisen jeweils auch einen Niederdruckanschluss 24 auf, über den sie mit einem Niederdruckbereich,
vorliegend mit dem Kraftstoff-Vorratsbehälter 14 verbunden sind.
[0016] Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, umfasst die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 20 ein
Gehäuse 26 mit einem Düsenkörper 28, einem Hauptkörper 30 und einem Endkörper 32.
Im Gehäuse 26 ist in dessen Längsrichtung eine stufenförmige Ausnehmung 34 vorhanden,
in der ein nadelartiges Ventilelement 36 aufgenommen ist. Dieses ist zweiteilig: Es
besteht aus einem Steuerkolben 38 und einer Düsennadel 40.
[0017] Die Düsennadel 40 weist Druckflächen 42 auf, die einen Druckraum 44 begrenzen und
deren hydraulische Kraftresultierende in Öffnungsrichtung der Düsennadel 40 zeigt.
An ihrem in Figur 2 unteren Ende arbeitet die Düsennadel 40 auf in Figur 2 nicht näher
dargestellte Art und Weise mit einem gehäuseseitigen Ventilsitz (ohne Bezugszeichen)
zusammen. Auf diese Weise können Kraftstoff Austrittsöffnungen 46 vom Druckraum 44
getrennt oder mit diesem verbunden werden. Die Düsennadel 40 weist einen Abschnitt
48 mit kleinerem und einen Abschnitt 50 mit größerem Durchmesser auf. Mit dem Abschnitt
50 ist die Düsennadel 40 im Düsenkörper 28 längsverschieblich geführt.
[0018] Der Steuerkolben 38 ist im Hauptkörper 30 aufgenommen. Ein in Figur 2 oberer Endbereich
des Steuerkolbens 38 ist als Führung ausgearbeitet, der im Endkörper 32 aufgenommen
und geführt ist. Eine Feder 52 stützt sich an einer durch einen Ringbund (ohne Bezugszeichen)
gebildeten Schulter am Steuerkolben 38 ab und beaufschlagt diesen in Schließrichtung.
Die in Figur 2 obere axiale Endfläche des Steuerkolbens 38 bildet eine in Schließrichtung
des Ventilelements 36 wirkende hydraulische Steuerfläche 54. Sie begrenzt zusammen
mit dem Endkörper 32 einen hydraulischen Steuerraum 56.
[0019] Der Steuerraum 56 ist über eine Zulaufdrossel 58 im Endkörper 32 mit einem Hochdruckraum
60 verbunden, der aufgrund seines großen Volumens auch als Speicherraum bezeichnet
werden kann und der mit dem Hochdruckanschluss 18 verbunden ist. Der Steuerraum 56
ist darüber hinaus durch eine Ablaufdrossel 62, die in den Endkörper 32 eingearbeitet
ist, mit einem elektromagnetisch betätigten 2/2-Wege-Schaltventil 64 verbunden. Je
nach Schaltstellung verbindet oder sperrt dieses die Ablaufdrossel 62 zu dem Niederdruckanschluss
24 hin. Der Hochdruckraum 60 ist ferner, in noch darzustellender Art und Weise, über
einen Verbindungskanal 66 mit dem Druckraum 44 verbunden.
[0020] Zwischen dem Düsenkörper 28 und dem Hauptkörper 30 ist ein scheibenförmiges Führungselement
68 verklemmt. Dessen genauer Aufbau geht aus Figur 3 hervor: Danach umfasst das Führungselement
68 eine stufenförmige Durchgangsbohrung (ohne Bezugszeichen), deren in Figur 3 oberer
Bereich einen Führungsabschnitt 70 bildet. In diesem ist ein in den Figuren 2 und
3 unterer Endbereich 72 des Steuerkolbens 38 im Gleitsitz geführt. Der Durchmesser
des Endbereichs 72 ist etwas größer als der Durchmesser des Abschnitts 50 der Düsennadel
40, jedoch kleiner als der Durchmesser des Steuerkolbens 38 in jenem Bereich, der
im Endkörper 32 geführt ist. Diese Durchmesserverhältnisse sind für die Funktion der
Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 10 wichtig. Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass der
Steuerkolben 38 unterhalb vom Endbereich 72 noch einen Endzapfen 74 aufweist, dessen
Durchmesser kleiner ist als jener des Endbereichs 72 und auch kleiner als der zum
Steuerkolben 38 benachbarte Bereich der Düsennadel 40. Etwa auf axialer Höhe dieses
Endzapfens 74 erstreckt sich von der Durchgangsbohrung im Führungselement 68 nach
radial einwärts ein umlaufender Ringbund 76, der einen Anschlag für die Düsennadel
40 bildet, da seine lichte Weite kleiner ist als der Außendurchmesser des zu ihm benachbarten
Endbereichs der Düsennadel 40. Der Anschlag 76 ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.
[0021] Der zwischen dem Endzapfen 74, dem Endbereich 72, der Düsennadel 40 und dem Führungselement
68 gebildete Ringraum wird als Koppelraum 78 bezeichnet. Er ist, wie weiter unten
noch näher erläutert werden wird, Teil eines hydraulischen Kopplers 80, durch den
die Bewegungen des Steuerkolbens 38 und der Düsennadel 40 miteinander gekoppelt sind.
Der hydraulische Koppler 80 umfasst auch ein Rückschlagventil 82 mit einem als Kugel
ausgebildeten Ventilelement 84, welches von einer Ventilfeder 86 in eine Schließstellung
beaufschlagt wird. In geöffnetem Zustand verbindet das Rückschlagventil 82 den hydraulischen
Koppelraum 78 mit dem Hochdruckraum 60. Das Rückschlagventil 82 ist so ausgerichtet,
dass es vom Koppelraum 78 weg zum Hochdruckraum 60 hin öffnet.
[0022] Ein im Führungselement 68 liegender Abschnitt des Verbindungskanals 66 umfasst eine
Strömungsdrossel 88. Ein Mündungsbereich 90 des Verbindungskanals 66 zum Hochdruckraum
60 hin ist trichterförmig ausgebildet.
[0023] Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 20 funktioniert folgendermaßen: Im Ausgangszustand,
bei stromlosem Schaltventil 64, ist der hydraulische Steuerraum 56 vom Niederdruckanschluss
24 getrennt und über die Zulaufdrossel 58 mit dem Hochdruckanschluss 18 und somit
mit dem Rail 16 verbunden. Im hydraulischen Steuerraum 56 liegt somit der gleiche
Druck an wie im Hochdruckraum 60. Dieser herrscht im stationären Ausgangszustand über
den Verbindungskanal 66 auch im Druckraum 44. Aufgrund einer gewissen Leckage zwischen
dem Führungsabschnitt 70 des Führungselements 68 und dem Endbereich 72 des Steuerkolbens
38 sowie Leckage zwischen der Düsennadel 40 und dem Düsenkörper 28 im Abschnitt 50
liegt dieser Druck auch im Koppelraum 78 an. Insgesamt ergibt sich in dieser Konstellation
eine in Schließrichtung des Ventilelements 36 wirkende Kraft, welche dieses gegen
den Ventilsitz im Bereich der Kraftstoff-Austrittsöffnungen 46 drückt.
[0024] Wird nun das Schaltventil 64 bestromt, wird die Ablaufdrossel 62 mit dem Niederdruckanschluss
24 verbunden. Hierdurch sinkt der Druck im hydraulischen Steuerraum 56 ab. Im Koppelraum
78 herrscht dagegen zunächst noch der hohe Ausgangsdruck. Daher ergibt sich in der
Summe nun eine in Öffnungsrichtung auf den Steuerkolben 38 einwirkende Kraft. Dieser
beginnt somit, sich entgegen der Kraft der Feder 52 in den Figuren 2 und 3 nach oben
zu bewegen. Damit sinkt durch die Volumenvergrößerung der Druck im Koppelraum 78,
wohingegen im Druckraum 44 immer noch der hohe Ausgangsdruck herrscht. In der Summe
wirkt daher nun auch auf die Düsennadel 40 eine in Öffnungsrichtung wirkende Kraft,
aufgrund der sich die Düsennadel 40 in den Figuren 2 und 3 nach oben zu bewegen beginnt,
sie hebt also von ihrem Ventilsitz im Bereich der Kraftstoff-Austrittsöffnungen 46
ab. Somit kann Kraftstoff vom Rail 16 über den Hochdruckanschluss 18, den Hochdruckraum
60, den Verbindungskanal 66, den Druckraum 44 und über die Kraftstoff-Austrittsöffnungen
46 in den Brennraum 22 eingespritzt werden. Aufgrund der Strömungsdrossel 88 im Verbindungskanal
76 ergibt sich dabei im Druckraum 44 ein geringerer Druck als im Hochdruckraum 60.
[0025] Da auch im Koppelraum 78 zumindest zeitweise ein geringerer Druck herrscht als im
Hochdruckraum 60, gelangt eine gewisse Kraftstoffmenge durch den Führungsspalt zwischen
Führungsabschnitt 70 und Endbereich 72 vom Hochdruckraum 60 und zwischen Düsennadel
40 und Düsenkörper 28 im Abschnitt 50 vom Druckraum 44 in den Koppelraum 78. Durch
eine bewusste Dimensionierung des besagten Führungsspaltes kann die vom Hochdruckraum
60 in den Koppelraum 78 überströmende Kraftstoffmenge eingestellt werden, was wiederum
eine bewusste Einstellung des Öffnungsverhaltens des Ventilelements 36 ermöglicht.
Je größer der Führungsspalt ist, desto "gedämpfter" sinkt der Druck im Koppelraum
78, und umso verzögerter reagiert die Düsennadel 40. Dies ist vor allem dann hilfreich,
wenn von der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 20 gefordert wird, dass sie auch Kleinstmengen
einzuspritzen in der Lage sein soll.
[0026] Zur Beendigung einer Einspritzung wird das Schaltventil 64 wieder in seine geschlossene
Stellung gebracht, in welcher die Verbindung des hydraulischen Steuerraums 56 mit
dem Niederdruckanschluss 24 gesperrt ist. Über die Zulaufdrossel 58 steigt der Druck
im hydraulischen Steuerraum 56 an. Hierdurch wird der Steuerkolben 38 wieder in Schließrichtung
bewegt, da der Druck im Koppelraum 78 zunächst noch geringer ist als im hydraulischen
Steuerraum 56. In der Folge steigt der Druck im Koppelraum 78 wegen der Volumenverkleinerung
wieder an, was letztlich zu einer insgesamt in Schließrichtung der Düsennadel 40 auf
diese einwirkenden Kraft führt. Die Bewegung der Düsennadel 40 ist zu Ende, wenn diese
mit ihrem in Figur 2 unteren Ende wieder am gehäuseseitigen Ventilsitz anliegt und
somit kein Kraftstoff mehr durch die Kraftstoff-Austrittsöffnungen 46 austreten kann.
Da, wie oben bereits erwähnt wurde, zwischenzeitlich Kraftstoff vom Hochdruckraum
60 und vom Druckraum 44 in den Koppelraum 78 gelangt ist, stößt der Steuerkolben 38
am Ende seiner Schließbewegung auf ein "Kraftstoffpolster", was zu einer dynamischen
Druckerhöhung im Koppelraum 78 auf einen Druck führt, der größer ist als der Druck
im Hochdruckraum 60. In der Folge öffnet das Rückschlagventil 82, so dass der in den
Koppelraum 78 eingedrungene Kraftstoff in den Hochdruckraum 60 entweichen kann. Am
Ende seiner Schließbewegung gelangt daher der Steuerkolben 38 wieder in Anlage an
die Düsennadel 40.
[0027] Soll von der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 20 Kraftstoff durch mehrere kurz hintereinander
liegende Einspritzungen eingespritzt werden, muss das Ventilelement 36 wieder öffnen
können, unmittelbar nachdem es in seiner Schließstellung angelangt war. Voraussetzung
hierfür ist, dass der Koppelraum 78, nachdem im Koppelraum 78 vorhandener "überschüssiger"
Kraftstoff über das Rückschlagventil 82 in den Hochdruckraum 60 abgeführt wurde, möglichst
schnell wieder ein abgeschlossenes Volumen bildet, welches die Düsennadel 40 an die
Öffnungsbewegung des Steuerkolbens 38 koppelt. Dies wird erreicht, indem der Hub des
Ventilelements 84 des Rückschlagventils 82 auf einen sehr geringen maximalen Hub begrenzt
wird. Fällt der Druck im Koppelraum 78 also aufgrund einer Öffnungsbewegung des Steuerkolbens
38 wieder ab, muss das Ventilelement 84 nur einen geringen Hub zurücklegen, bis es
wieder in seiner geschlossen Stellung ist und somit der Koppelraum 78 ein abgeschlossenes
Volumen bilden kann.
[0028] Die Ausgestaltung des Mündungsbereichs 90 des Verbindungskanals 66 in Form eines
sich zum Hochdruckraum 60 hin erweiternden Trichters hat folgende Wirkung: Aufgrund
des Öffnens und Schließens des Ventilelements 36 kommt es im Hochdruckraum 60 zu Druckschwingungen,
welche jedoch aufgrund der Größe des Hochdruckraums 60 dort kaum spürbar sind. Der
Verbindungskanal 66 und der Druckraum 44 haben jedoch ein deutlich kleineres Volumen
als der Hochdruckraum 60, so dass sich Druckschwankungen dort verstärkt auswirken
und somit die Einspritzgenauigkeit reduzieren würden. Hier greift der trichterförmig
ausgestaltete Mündungsbereich 90 an: Durch diesen werden auf den Mündungsbereich 90
auftreffende Druckwellen "zerstreut" beziehungsweise reduziert, so dass die Druckschwankungen
nur vermindert in den Verbindungskanal 66 hinein übertragen werden. Daher kann der
Kraftstoff mit der hier vorgestellten Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 20 mit besonders
hoher Genauigkeit zugemessen werden.
1. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (20) für eine Brennkraftmaschine (10) mit einem Gehäuse
(26) und einem in dem Gehäuse (26) angeordneten Ventilelement (36), welches mit einem
im Bereich mindestens einer Kraftstoff-Austrittsöffnung (46) liegenden Ventilsitz
zusammenarbeitet, wobei mindestens ein Steuerkolben (38) und eine Düsennadel (40)
des Ventilelements (36) über einen hydraulischen Koppler (80) miteinander gekoppelt
sind, wobei zwischen einem Endzapfen (74) und einem Endbereich (72) des Steuerkolbens
(38), der Düsennadel (40) und einem Führungselement (68) ein Ringraum ausgebildet
ist, welcher einen Kopplerraum (78) des hydraulischen Kopplers (80) bildet, wobei
der Steuerkolben (38) eine in Schließrichtung des Ventilelements (36) wirkende hydraulische
Steuerfläche (54) aufweist, welche zusammen mit einem Endkörper (32) des Gehäuses
(26) einen hydraulischen Steuerraum (56) begrenzt, wobei der Steuerraum (56) über
eine Zulaufdrossel (58) im Endkörper (32) mit einem Hochdruckraum (60), der mit einem
Hochdruckanschluss (18) verbunden ist, und durch eine Ablaufdrossel (62) im Endkörper
(32) mit einem elektromagnetisch betätigten 2/2-Wege-Schaltventil (64), welches je
nach Schaltstellung die Ablaufdrossel (62) zu einem Niederdruckanschluss (24) hin
verbindet oder sperrt, verbunden ist, und wobei ein Verbindungskanal (66) vorgesehen
ist, welcher vom Hochdruckraum (60) zu dem im Bereich der Kraftstoff-Austrittsöffnung
(42) liegenden Ventilsitz führt, wobei der Koppelraum (78) ein mit diesem verbundenes
Rückschlagventil (82) umfasst, welches in geöffnetem Zustand den Koppelraum (78) mit
dem Hochdruckraum (60) verbindet, derart, dass das Rückschlagventil (82) vom Koppelraum
(78) weg zum Hochdruckraum (60) hin öffnet.
2. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ventilelement (84) des Rückschlagventils (82) von einer Feder (86) in seine Schließposition
beaufschlagt wird.
3. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (84) des Rückschlagventils (82) einen solchen maximalen Hub aufweist,
dass ein vorgegebener zeitlicher Abstand zwischen einem Schließen und einem nachfolgenden
Öffnen des Ventilelements (36) der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (20) eingehalten
werden kann.
4. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spalt (70) zwischen dem Steuerkolben (38) und einem den Koppelraum (78) zu einem
Hochdruckraum (60) begrenzenden Gehäuseabschnitt (70) so ausgelegt ist, dass ein Öffnen
der Düsennadel (40) verzögert erfolgt.
5. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mündungsbereich (90) des Verbindungskanals (66) zum Hochdruckraum (60) hin so
ausgebildet ist, dass Druckwellen reduziert werden.
6. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Mündungsbereich (90) trichterförmig ist.
1. Fuel injection device (20) for an internal combustion engine (10), having a housing
(26) and having a valve element (36) which is arranged in the housing (26) and which
interacts with a valve seat situated in the region of at least one fuel outlet opening
(46), wherein at least one control piston (38) and a nozzle needle (40) of the valve
element (36) are coupled to one another by means of a hydraulic coupler (80), wherein
an annular chamber is formed between an end peg (74) and an end region (72) of the
control piston (38), the nozzle needle (40) and a guide element (68), which annular
chamber forms a coupler chamber (78) of the hydraulic coupler (80), wherein the control
piston (38) has a hydraulic control surface (54) which acts in the closing direction
of the valve element (36) and which, together with an end body (32) of the housing
(26), delimits a hydraulic control chamber (56), wherein the control chamber (56)
is connected via an inflow throttle (58) in the end body (32) to a high-pressure chamber
(60) which is connected to a high-pressure port (18), and said control chamber is
connected by means of an outflow throttle (62) in the end body (32) to a solenoid-actuated
2/2 directional control switching valve (64) which, depending on the switching position,
connects the outflow throttle (62) to or blocks the outflow throttle (62) in the direction
of a low-pressure port (24), and wherein a connecting duct (66) is provided which
leads from the high-pressure chamber (60) to the valve seat situated in the region
of the fuel outlet opening (42), wherein the coupler chamber (78) comprises a check
valve (82) which is connected thereto and which, in the open state, connects the coupler
chamber (78) to the high-pressure chamber (60) in that the check valve (82) opens
away from the coupler chamber (78) in the direction of the high-pressure chamber (60).
2. Fuel injection device according to Claim 1, characterized in that a valve element (84) of the check valve (82) is loaded into its closed position by
a spring (86).
3. Fuel injection device according to Claim 2, characterized in that the valve element (84) of the check valve (82) has a maximum stroke which is such
that a predefined time interval between a closing and a subsequent opening of the
valve element (36) of the fuel injection device (20) can be maintained.
4. Fuel injection device according to one of the preceding claims, characterized in that a gap (70) between the control piston (38) and a housing portion (70) which delimits
the coupler chamber (78) with respect to a high-pressure chamber (60) is designed
such that an opening of the nozzle needle (40) takes place in a delayed fashion.
5. Fuel injection device according to Claim 1, characterized in that an opening-out region (90) of the connecting duct (66) into the high-pressure chamber
(60) is designed such that pressure waves are reduced.
6. Fuel injection device according to Claim 5, characterized in that the opening-out region (90) is funnel-shaped.
1. Dispositif d'injection de carburant (20) pour un moteur à combustion interne (10)
comprenant un boîtier (26) et un élément de soupape (36) disposé dans le boîtier (26),
qui coopère avec un siège de soupape se trouvant dans la région d'au moins une ouverture
de sortie de carburant (46), au moins un piston de commande (38) et une aiguille de
buse (40) de l'élément de soupape (36) étant accouplés l'un à l'autre par le biais
d'un coupleur hydraulique (80), entre un tourillon d'extrémité (74) et une région
d'extrémité (72) du piston de commande (38), l'aiguille de buse (40) et un élément
de guidage (68) étant réalisé un espace annulaire qui forme un espace de couplage
(78) du coupleur hydraulique (80), le piston de commande (38) présentant une surface
de commande hydraulique (54) agissant dans la direction de fermeture de l'élément
de soupape (36), qui, conjointement avec un corps d'extrémité (32) du boîtier (26)
limite un espace de commande hydraulique (56), l'espace de commande (56) étant connecté
par le biais d'un étranglement d'amenée (58) dans le corps d'extrémité (32) à un espace
haute pression (60), qui est connecté à un raccord haute pression (18), et, par un
étranglement de sortie (62) dans le corps d'extrémité (32), à une soupape de commutation
à 2/2 voies (64) à commande électromagnétique, qui, en fonction de la position de
commutation, relie l'étranglement de sortie (62) à un raccord basse pression (24)
ou le bloque, et un conduit de connexion (66) étant prévu, lequel conduit de l'espace
haute pression (60) vers le siège de soupape situé dans la région de l'ouverture de
sortie de carburant (42), l'espace de couplage (78) comprenant un clapet anti-retour
(82) connecté à celui-ci, qui, dans l'état ouvert, relie l'espace de couplage (78)
à l'espace haute pression (60), de telle sorte que le clapet anti-retour (82) s'ouvre
à l'écart de l'espace de couplage (78) vers l'espace haute pression (60).
2. Dispositif d'injection de carburant selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un élément de soupape (84) du clapet anti-retour (82) est sollicité par un ressort
(86) dans sa position de fermeture.
3. Dispositif d'injection de carburant selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'élément de soupape (84) du clapet anti-retour (82) présente une course maximale
telle qu'un intervalle de temps prédéfini entre une fermeture et une ouverture subséquente
de l'élément de soupape (36) du dispositif d'injection de carburant (20) puisse être
conservé.
4. Dispositif d'injection de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une fente entre le piston de commande (38) et une portion de boîtier (70) limitant
l'espace de couplage (78) par rapport à un espace haute pression (60) est conçue de
telle sorte qu'il se produise une ouverture de l'aiguille de buse (40) de manière
retardée.
5. Dispositif d'injection de carburant selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une région d'embouchure (90) du conduit de connexion (66) à l'espace haute pression
(60) est réalisée de telle sorte que les ondes de pression soient réduites.
6. Dispositif d'injection de carburant selon la revendication 5, caractérisé en ce que la région d'embouchure (90) est en forme d'entonnoir.