Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen automatischer Dispenser, zur Abgabe einer Flüssigkeit
und zur Instruktion eines Benutzers, umfassend eine Aufnahmevorrichtung für einen
auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter, wobei die Aufnahmevorrichtung über einen Sensor
zum Auslesen einer Kennzeichnung des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters verfügt,
eine Fördervorrichtung, welche eine Abgabe einer Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsbehälter
ermöglicht, einen oder mehrere berührungslose Näherungsmelder zur Detektion einer
Hand des Benutzers, wobei der Näherungsmelder zur Initiierung der Abgabe der Flüssigkeit
vorgesehen ist, eine Ausgabevorrichtung zur zeitgesteuerten Ausgabe von mehreren visuellen
und/oder tongestützten Instruktionen einer Instruktionssequenz an den Benutzer und
eine Steuereinheit mit wenigstens einem Datenspeicher, wobei die Steuereinheit mit
dem Näherungsmelder, der Ausgabevorrichtung und mit dem Sensor zur Identifikation
des auswechselbaren Behälters verbunden ist und wobei in einem ersten Datenspeicher
mehrere und unterschiedlichen auswechselbaren Behältern bzw. deren Kennzeichnung zugeordnete
Instruktionssequenzen abgelegt sind. Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein
Verfahren zur Abgabe einer Flüssigkeit aus einem auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter
und zur Instruktion eines Benutzers mit einem automatischen Dispenser, wobei mit einem
Näherungsmelder eine Hand des Benutzers detektiert und darauf folgend die Abgabe der
Flüssigkeit initiiert wird und über einen Sensor eine Kennzeichnung des auswechselbaren
Flüssigkeitsbehälter ausgelesen wird.
Stand der Technik
[0002] In sämtlichen human- und veterinärmedizinischen Bereichen als auch in der Lebensmittel-oder
Pharmaindustrie und der Tierzucht stehen die Hände des Personals bzw. der Mitarbeiter
als Überträger von Krankheitserregern an vorderster Stelle. Eine konsequente Händehygiene
ist deshalb eine der wichtigsten Massnahmen zur Verhütung von Infektionen und Krankheiten
in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arzt-, Tierarzt- oder Zahnarztpraxen und in der Lebensmittel-
oder Pharmaindustrie als auch in der Tierzuchtbetrieben.
[0003] Eine wirkungsvolle Händehygiene besteht aus dem Händewaschen, bzw. der Keimverminderung
auf der Hautoberfläche auf mechanischem Weg, und der Desinfektion, welche zur gezielten
Abtötung bzw. Schädigung bestimmter Mikroorganismen führt. Je nach Situation kann
es ausreichend sein, eine rein hygienische Händedesinfektion durchzuführen, bei welcher
die transiente (vorübergehend auf der Haut vorhandenen) Flora der Hände (vor allem
pathogene Keime), eliminiert werden. Um eine nahezu vollständige Keimfreiheit zu erzielen,
kann bei der chirurgischen Händedesinfektion zusätzlich zur transienten Flora auch
die residente (normale) Flora der Hände reduziert werden.
[0004] Um die angestrebte Wirkung der Händehygiene zu erreichen, sind die beim Händewaschen
oder der Händedesinfektion durchzuführenden Verfahren in verschiedenen landesweit
und/oder weltweit anerkannten und harmonisierten Regeln oder gesetzlichen Vorschriften
(z. B. Normen) definiert. Dabei sind abgesehen von bestimmten Anforderungen an die
stoffliche Zusammensetzung der Reinigungs- bzw. Desinfektionsflüssigkeit auch definierte
Reibprozeduren der Hände durchzuführen, welche eine genaue zeitliche Abfolge von unterschiedlichen
Reibbewegungen verlangen. Um die konsequente Einhaltung dieser Normen zu garantieren,
werden neben den Abgabevorrichtungen bzw. Dispensern für die Reinigungs- oder Desinfektionsflüssigkeiten
die durchzuführenden Reibprozeduren beispielsweise auf Plakaten dargestellt und beschrieben.
Auch bekannt sind Dispenser, welche dem Benutzer die relevanten Informationen und
Instruktionen zu den Reibprozeduren auf einer integrierten Anzeigevorrichtung oder
über einen eingebauten Lautsprecher vermitteln.
[0005] Die
US 6,375,038 B1 (Daansen et al.) beschriebt beispielsweise einen Dispenser, welcher einen Benutzer durch einen berührungslosen
Sensor automatisch wahrnimmt und nach erfolgter Flüssigkeitsabgabe entsprechend einer
in einem Mikroprozessor programmierten Instruktionssequenz zeitgesteuert über drei
Leuchtdioden Instruktionen an den Benutzer abgibt.
[0006] Gegenstand der
EP 0 914 055 B1 (Ecolab Inc.) ist ein Dispenser, welcher den Benutzer automatisch wahrnimmt und anschliessend
tongestützte und/oder visuelle Informationen, insbesondere bezüglich der korrekten
Verwendung der abgegeben Flüssigkeit, vermittelt.
[0007] Obschon derartige bekannte Dispenser die Einhaltung von Hygienenormen vereinfachen,
vermögen sie nicht vollständig zu befriedigen. So sind die meisten Dispenser nach
bekanntem Stand der Technik lediglich für einen einzigen Typ von Reinigungs- oder
Desinfektionsmittel ausgelegt. Wird ein anderes Reinigungs- oder Desinfektionsmittel
verwendet, welches üblicherweise auch eine andere Instruktionssequenz verlangt, muss
der Dispenser entsprechend umprogrammiert werden, falls dies überhaupt möglich ist.
Gerade die Umprogrammierung ist jedoch fehleranfällig und so besteht immer die Gefahr,
dass ein Dispenser nicht die der abgegebene Flüssigkeit zugeordnete Instruktionssequenz
ausgibt. Alternativ können für jedes Reinigungs- oder Desinfektionsmittel eigene Dispenser
angeschafft werden. Diese Lösung ist aber teuer und ebenfalls fehleranfällig. Wird
nämlich in einen Dispenser das falsche Reinigungs- oder Desinfektionsmittel eingesetzt,
gibt der Dispenser unbemerkt die nicht dazu passende Instruktionssequenz aus.
Darstellung der Erfindung
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen dem eingangs genannten technischen Gebiet
zugehörenden Dispenser zu schaffen, welcher die Einhaltung von Hygienevorschriften
sicherstellt und zudem flexibel einsetzbar ist.
[0009] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung ist die Steuereinheit so ausgebildet dass während und nach der Abgabe der
Flüssigkeit durch die Fördervorrichtung aufgrund eines Signals des Sensors zum Auslesen
der Kennzeichnung des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters eine dem Flüssigkeitsbehälter
zugeordnete Instruktionssequenz aus dem ersten Datenspeicher abgerufen und über die
Ausgabevorrichtung ausgegeben wird.
[0010] Ein derartiger Dispenser hat den wesentlichen Vorteil, dass er für verschiedene Flüssigkeitsbehälter,
welche z. B. unterschiedliche Flüssigkeiten enthalten, verwendet werden kann, ohne
dass beim Wechsel zwischen den verschiedenen Flüssigkeitsbehältern eine manuelle Umprogrammierung
des Dispensers erfolgen muss. Damit werden Fehlmanipulationen, wie z. B. die falsche
Zuordnung einer Instruktionssequenz zum eingelegten Flüssigkeitsbehälter, stark vermindert.
Um ein Höchstmass an Sicherheit zu garantieren, wird die Kennzeichnung des eingelegten
Flüssigkeitsbehälters zudem bevorzugt bei jeder Flüssigkeitsabgabe ausgelesen und
die dazu passende Instruktionssequenz abgerufen und über die Ausgabevorrichtung ausgegeben.
Sollte der Flüssigkeitsbehälter eine dem Dispenser unbekannte Kennzeichnung aufweisen,
kann die Steuerung des Dispensers eine Warnmeldung über die Ausgabevorrichtung abgeben
und/oder, falls eine entsprechend Verbindung zwischen Fördervorrichtung und Steuereinheit
vorliegt, die Abgabe von Flüssigkeit aus dem unbekannten Flüssigkeitsbehälter verhindern.
[0011] Die Flüssigkeitsbehälter, welche für die Verwendung im erfindungsgemässen Dispenser
vorgesehen sind, können beispielsweise flüssige oder gelförmige Reinigungsmittel (z.
B. Seifen oder speziell desinfizierende Seifen) oder Desinfektionslösungen enthalten.
Über die Kennzeichnung des Flüssigkeitsbehälters kann die genaue Verwendungsvorschrift
der flüssigen Seife oder der Desinfektionslösung vorgegeben werden. Hierbei ist es
auch möglich, zwei Flüssigkeitsbehälter, welche die gleiche Flüssigkeit beinhalten,
z. B. eine Desinfektionslösung, für unterschiedliche Einsatzbereiche verschieden zu
kennzeichnen. So ist beispielsweise die Desinfektion der Hände in einem Operationssaal
eines Spitals und einem Patientenzimmer mit dem gleichen Desinfektionslösung aber
nach unterschiedlichen landesweit und/oder weltweit anerkannten und harmonisierten
Regeln oder gesetzlichen Vorschriften (z. B. Normen) durchzuführen. Diese Verfahren
unterscheiden sich dann beispielsweise durch die genaue zeitliche Abfolge und Intensität
der unterschiedlichen Reibbewegungen der Hände. Ein Desinfektionsmittel ist beispielsweise
nur dann für den Verkauf zugelassen, wenn in speziellen Testverfahren entsprechend
ihrer viruziden, bakteriziden und/oder fungiziden Wirksamkeit genau definierte Anforderungen
erfüllt sind. Die Durchführung der Testverfahren muss durch ein unabhängiges Laboratorium
erfolgen, welches die Einwirkzeit beurteilt, die benötigt wird, um die jeweilige Wirkung
zu erreichen. Während der Anwendung des Desinfektionsmittels muss diese Einwirkzeit
unbedingt eingehalten werden. Der erfindungsgemässe Dispenser garantiert unter anderem,
dass die vorgeschriebenen Einwirkzeiten auch eingehalten werden.
[0012] Der mindestens eine berührungslose Näherungssensor, welcher der Detektion einer Hand
des Benutzers dient, hat zudem den Vorteil, dass der Benutzer den Dispenser zur Reinigung
und/oder Desinfektion der Hände nicht berühren muss. Dies erleichtert die Einhaltung
von Hygienestandards oder Normen weiter.
[0013] Der erfindungsgemässe Dispenser garantiert insbesondere einen einfachen und sicheren
Wechsel von Flüssigkeitsbehältern, was insbesondere im Spitalbereich von grosser Bedeutung
ist, da sämtliche Reinigungs- und/oder Desinfektionsprozesse der Hände in landesweit
und/oder weltweit anerkannten und harmonisierten Regeln oder gesetzlichen Vorschriften
(z. B. Normen) definiert sind und deren Einhaltung von entscheidender Bedeutung für
das Wohl des Personals und der Patienten sind. Falsch zugeordnete Wasch-und/oder Reinigungsinstruktionen
können hier gravierende Folgen haben. Zudem bietet der erfindungsgemässe Dispenser
eine grosse Flexibilität, da er für verschieden Typen von Flüssigkeitsbehältern ausgelegt
werden kann. Die Anschaffung einer Vielzahl von unterschiedlichen Dispensern, welche
lediglich für einen einzelnen Flüssigkeitsbehälter ausgelegt sind, entfällt somit.
[0014] Bevorzugt ist der Sensor zur Detektion einer Lochcodierung ausgebildet, so dass ein
als Kennzeichnung angebrachter Lochstreifen des Flüssigkeitsbehälters ausgelesen werden
kann. Lochcodierungen sind besonders einfach und kostengünstig herzustellen, da lediglich
an vordefinierten Stellen des Lochstreifens Löcher eingestanzt werden müssen. Mit
einer 4-Bit-Lochcodierung (bzw. 4 nebeneinander angeordnete Lochbereiche) können beispielsweise
15 unterschiedliche Kennzeichnungen für die Flüssigkeitsbehälter realisiert werden.
Die Löcher der Lochcodierung können dabei von beliebiger Form sein. Insbesondere rechteckige,
quadratische, dreieckige oder vieleckige Löcher können ebenfalls geeignet sein. Liegt
der Flüssigkeitsbehälter beispielsweise als flexibler Beutel vor, kann der Lochstreifen
z. B. direkt in einem Saum bzw. einen Randbereich des Beutels integriert sein. Dabei
ist es beispielsweise auch möglich, Einkerbungen als Löcher im Randbereich vorzusehen,
so dass z. B. ein kammartiger Randbereich als Lochstreifen dient. Die Einkerbungen
können eine rechteckige, quadratische, dreieckige oder vieleckige Form haben und auch
abgerundete Ecken aufweisen.
[0015] Es ist aber auch möglich, den Lochstreifen bzw. die Lochcodierung an sekundären Packungsmittel
anzubringen. Sekundäre Packungsmittel sind beispielsweise Umhüllungen aus Karton oder
Kunststoff, welche den flexiblen Beutel zu Schutzzwecken umgeben. Dabei können die
Löcher z. B. direkt in Randbereiche der Umhüllung eingestanzt werden oder auch separate
Lochstreifen an der Umhüllung befestigt werden.
[0016] Grundsätzlich sind jedoch auch andere Sensoren denkbar, welche z. B. zum Identifizieren
von Radiowellen (RFID) eines am Flüssigkeitsbehälter angebrachten Radiowellensenders
(RFID-Chip) ausgelegt sind. Ebenso können optische Sensoren zum Auslesen eines am
Flüssigkeitsbehälter angebrachten Strichcodes verwendet werden. Die verschiedenen
Möglichkeiten der Codierung können auch miteinander kombiniert werden.
[0017] Insbesondere umfasst der Sensor mehrere nebeneinander angeordneten Lichtschranken,
wobei die Lichtschranken zur Aufnahme des Lochstreifens des Flüssigkeitsbehälters
ausgebildet sind. Bevorzugt ist dabei die Aufnahmevorrichtung für den Flüssigkeitsbehälter
so ausgestaltet, dass der der Lochstreifen beim Einsetzten des Flüssigkeitsbehälters
automatisch zwischen den Lichtschranken zu liegen kommt. Die Lichtschranken ermöglichen
dann das optische Auslesen der Lochcodierung des Lochstreifens. Das optische Auslesen
hat insbesondere den Vorteil, dass das Auslesen der Lochcodierung vollständig berührungslos
erfolgen kann. Damit kann auf mechanische Teile, welche im Laufe der Zeit Verschleisserscheinungen
aufweisen, verzichtet werden.
[0018] Prinzipiell ist es aber auch möglich, die Lochcodierung des Lochstreifens durch einen
rein mechanischen Sensor auszulesen. So kann beispielsweise ein Sensor umfassend mehrere
Stifte, welche als mechanische Fühler in die offenen Löcher des Lochstreifens eingreifen
und in verschlossenen Bereichen des Lochstreifens zurückgehalten werden, verwendet
werden. Ebenso sind Sensoren in Form von elektrischen Lochstreifenlesern einsetzbar,
wobei die in die Löcher des Lochstreifens eingreifenden Stifte zusätzlich einen elektrischen
Kontakt herstellen.
[0019] Mit Vorteil weist die Aufnahmevorrichtung für den auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter
wenigstens zwei asymmetrisch angeordnete und/oder im Durchmesser unterschiedlich grosse
Befestigungsvorrichtungen, insbesondere kreisrunde Haltestifte, auf. Diese sind zum
formschlüssigen Eingreifen in Aufnahmeöffnungen einer Befestigungsvorrichtung des
auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters vorgesehen und stellen eine eindeutige Anordnung
des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters im Dispenser sicher. Kreisrunde Haltestifte
mit unterschiedlichem Durchmesser stellen eine besonders einfache Variante zur definierten
Befestigung des Flüssigkeitsbehälters dar. Die Befestigungsvorrichtung des Flüssigkeitsbehälters
weist in diesem Fall entsprechend unterschiedlich grosse kreisrunde Aufnahmelöcher
oder Aufnahmebohrungen auf. Die Aussendurchmesser der Haltestifte in der Aufnahmevorrichtung
des Dispensers sind dabei in etwa gleich den Durchmessern der kreisrunden Aufnahmelöcher
oder Aufnahmebohrungen im Flüssigkeitsbehälter. Damit wird insbesondere bei Kennzeichnungen
der Flüssigkeitsbehälter in Form von Lochstreifen vermieden, dass der Lochstreifen
von der falschen Seite her gelesen wird. Die Gefahr einer falschen Zuordnung einer
Instruktionssequenz zu einem Flüssigkeitsbehälter wir somit verhindert. Es ist aber
beispielsweise auch möglich, Haltestifte und Aufnahmeöffnungen mit unterschiedlichen
Formen vorzusehen. So kann beispielsweise ein im Querschnitt runder und ein im Querschnitt
rechteckiger Haltestift am Dispenser angebracht sein. Dementsprechend sind die Aufnahmelöcher
des Flüssigkeitsbehälters ebenfalls rund und rechteckig ausgeformt, was ebenfalls
eine eindeutige Anordnung des Flüssigkeitsbehälters im Dispenser sicherstellt.
[0020] Liegen die Befestigungsvorrichtungen des Flüssigkeitsbehälters in Form von Aufnahmelöchern
vor, ist es zudem von Vorteil, diese im gleichen Bereich des Flüssigkeitsbehälters
anzubringen wie der Lochstreifen. In diesem Fall, können die benötigten Löcher für
den Lochstreifen und die Aufnahmelöcher in einem einzigen Arbeitsschritt, z. B. durch
eine entsprechende Stanzmaschine, ausgeführt werden. Dies vereinfacht erstens den
Produktionsprozess wesentlich. Zweitens ist damit sichergestellt, dass die Distanz
zwischen Aufnahmelöcher und Lochstreifen bzw. die relative Anordnung sämtlicher Löcher
zueinander konstant ist, auch wenn die absolute Position zum Flüssigkeitsbehälter
geringfügig variiert. Damit ist unter anderem sichergestellt, dass der Lochstreifen
bei der Aufnahme des Flüssigkeitsbehälters immer optimal zum Sensor ausgerichtet ist.
[0021] Bei asymmetrischen Befestigungsvorrichtungen können zudem Flüssigkeitsbehälter mit
einer beliebigen Aussenform, wie z. B. Beutel, verwendet werden. Flüssigkeitsbehälter
in Form von Beuteln sind besonders wirtschaftlich zu produzieren, da keine komplizierten
geometrischen Aussenformen erzeugt werden müssen und der Materialbedarf gering gehalten
werden kann.
[0022] Es ist aber auch möglich, symmetrisch ausgebildete Befestigungsvorrichtungen vorzusehen.
In diesem Fall kann eine eindeutige Anordnung des Flüssigkeitsbehälters im Dispenser
beispielsweise durch einen asymmetrische Aussenform des Flüssigkeitsbehälters erreicht
werden, welche z. B. bei falsch eingesetztem Flüssigkeitsbehälter das Schliessen einer
Abdeckung oder einer Tür des Dispensers verunmöglicht. Ebenso kann der Sensor zum
Auslesen der Kennzeichnung des Flüssigkeitsbehälters seitlich angebracht sein, so
dass bei falsch herum eingesetztem Flüssigkeitsbehälter die Kennzeichnung nicht auf
den Sensor gerichtet ist bzw. vom Sensor nicht ausgelesen werden kann.
[0023] Bevorzugt ist als Ausgabevorrichtung eine Flüssigkristallanzeige vorgesehen, welche
insbesondere über wenigstens 1024 getrennt ansteuerbare Bildpunkte verfügt. Damit
ist es möglich, Instruktionssequenzen in Form von Texten und Bildern und/oder Symbolen
auszugeben. Instruktionen in Form von Texten und Bildern sind für den Benutzer besonders
leicht und intuitiv verständlich, so dass die Gefahr von missverständlichen Instruktionen
stark reduziert wird. Zudem können insbesondere mit Bildern auch komplizierte Anweisungen
für den Benutzer leicht verständlich dargestellt werden, so dass z. B. der Benutzer
im teilweise sehr hektischen und zeitkritischen Spitalbetrieb in möglichst kurzer
Zeit instruiert werden kann. Des Weiteren werden beispielsweise Patienten oder andere
Benutzer in einem Operationssaal oder einem Besprechungszimmer nicht durch akustische
Signale gestört. Eine allenfalls als aufdringlich empfundene gesprochene Instruktionsausgabe
über einen Lautsprecher wird so vermieden. Die Anzahl von wenigstens 1024 getrennt
ansteuerbaren Bildpunkten stellt zudem sicher, dass ausreichend detaillierte Bilder
und/oder Symbole dargestellt werden können.
[0024] Es ist aber prinzipiell auch möglich, andere visuelle Ausgabevorrichtungen zur optischen
Visualisierung vorzusehen. So können beispielsweise auch Anzeigen bestehend aus einer
Vielzahl von organischen Leuchtdioden (OLED) eingesetzt werden. Es liegt auch im Rahmen
der Erfindung einen röhrenbasierten Bildschirm als Ausgabevorrichtung anzubringen.
Zudem können auch Ausgabevorrichtungen mit weniger als 1024 Bildpunkten eingesetzt
werden, allerdings sind dann weniger detailreiche und damit weniger aussagekräftige
Bilder und/oder Symbole darstellbar.
[0025] Insbesondere geeignet als Ausgabevorrichtung sind auch mehrere zeitlich nacheinander
und getrennt ansteuerbare Leuchtdioden, welche neben unterschiedlichen Piktogrammen
angeordnet sind. Dies stellt eine besonders kostengünstige Ausgabevorrichtung dar.
Die Leuchtdioden können dabei auch als organische Leuchtdioden (OLED) vorliegen.
[0026] Zusätzlich zu den visuellen Ausgabevorrichtungen ist es aber auch möglich, eine tongestützte
Ausgabevorrichtung, beispielsweise einen Lautsprecher, am Dispenser anzubringen. Damit
können Instruktionen in Form von gesprochenem Text ausgegeben werden.
[0027] Bevorzugt verfügt der Dispenser über wenigstens eine Kontrolltaste, welche mit der
Steuereinheit des Dispensers verbunden ist. Mit den Kontrolltasten kann der Dispenser
beispielsweise ein- und ausgeschaltet werden oder die aktuelle Systemzeit und das
Datum eingestellt werden. Ebenso ist es möglich, Darstellungsoptionen bzw. das Ausgabeformat
der Instruktionen auf der Ausgabevorrichtung an benutzerspezifische Präferenzen anzupassen.
So kann beispielsweise die Sprache der Instruktionssequenzen verändert werden oder
die Helligkeit und der Kontrast der Ausgabevorrichtung eingestellt werden. Mit Vorteil
kann der Benutzer dabei auch Parametersets in einem Datenspeicher der Steuereinheit
ablegen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufen. Die Kontrolltasten sind aber
so mit der Steuereinheit verbunden, dass eine Modifikation der Instruktionssequenzen
nicht möglich ist. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass für die Instruktionssequenzen
ein zweiter und separater Datenspeicher in der Steuereinheit vorgesehen ist, welcher
durch die wenigstens eine Kontrolltaste nicht beeinflusst werden kann. In dieser Variante
umfasst die Steuereinheit also wenigstens zwei unabhängige Datenspeicher.
[0028] Um beispielsweise die benutzerspezifischen Präferenzen bei einem Stromausfall, einem
Umplatzieren des Dispensers und/oder einem Batteriewechsel zu erhalten, kann die Steuereinheit
des Dispensers mit einer separaten Batterie, einem Akkumulator oder einem Kondensator
verbunden sein, welche den benötigten Strom liefert. Es ist aber auch möglich als
Datenspeicher für die benutzerspezifischen Präferenzen einen Flash-Speicher vorzusehen,
welcher die Informationen persistent (nichtflüchtig) ohne permanente Strom-und/oder
Spannungsversorgung speichern kann.
[0029] Mit Vorteil sind ein elektromechanisch angetriebener Stössel und eine diesem gegenüberliebende
Auflagefläche als Teile der Fördervorrichtung im Dispenser angeordnet. Ist zwischen
diesen beiden Elementen der Fördervorrichtung ein flexibles und mit dem Flüssigkeitsbehälter
kommunizierendes Auslassrohr angeordnet, kann das flexible Auslassrohr mit dem Stössel
elastisch verformt und gegen die gegenüberliegende Auflagefläche gedrückt werden.
Flüssigkeit, welche aus dem Flüssigkeitsbehälter in das Auslassrohr gelangt ist, wird
dabei in einer definierten Menge aus einer Auslassöffnung des Auslassrohrs gedrückt
und in die Hände des Benutzers abgegeben. Zwischen Auslassrohr und Flüssigkeitsbehälter
ist dabei bevorzugt ein Rückschlagventil oder eine Klappe eingebaut, so dass ein Zurückfliessen
der Flüssigkeit vom Auslassrohr in den Flüssigkeitsbehälter während dem Zusammendrücken
vermieden wird. Ebenso kann im Bereich der Auslassöffnung des Auslassrohrs ein Ventil
angeordnet sein, welches ein unkontrolliertes und ungewolltes Ausfliessen der Flüssigkeit
aus dem Auslassrohr verhindert. Es ist aber auch möglich, eine ausreichend kleine
Auslassöffnung vorzusehen, so dass das unkontrollierte Ausfliessen der Flüssigkeit
aus der Auslassöffnung rein durch adhäsive und/oder kohäsive Kräfte in der Flüssigkeit
verhindert wird.
[0030] Der Stössel selbst kann beispielsweise durch einen Elektromotor und ein nachgeordnetes
Reduktionsgetriebe mit Kurvenscheibe angetrieben werden. Es ist aber grundsätzlich
auch möglich, einen pneumatischen Antrieb für den Stössel zu verwenden.
[0031] Das Auslassrohr kann beispielsweise direkt am Flüssigkeitsbehälter angeordnet sein
und bei einem Wechsel des Flüssigkeitsbehälters mit diesem ausgetauscht werden. Dies
hat den Vorteil, dass das flexible Auslassrohr aus einem relativ günstigen Material
hergestellt werden kann, da es höchstens bis zur vollständigen Entleerung des Flüssigkeitsbehälters
gebrauchsfähig sein muss. Es ist aber auch möglich, ein Auslassrohr bei mehreren Flüssigkeitsbehälter
zu verwenden, falls dieses ausreichend dauerhaft ist. In einer weiteren Variante ist
es auch möglich, ein im Disepenser fix angeordnetes Auslassrohr vorzusehen. Die mehrmalige
Verwendung eines Auslassrohrs bzw. einem fix angeordneten Auslassrohr hat unter Umständen
aber den Nachteil, dass bei einem Wechsel zu einem Flüssigkeitsbehälter mit einer
anderen Flüssigkeit das Auslassrohr gereinigt werden muss.
[0032] Grundsätzlich ist es aber beispielsweise auch möglich, eine mit dem Auslassrohr kommunizierende
Drehschieberpumpe oder eine Drehkolbenpumpe als Fördervorrichtung vorzusehen. Der
elektromechanisch angetriebene Stössel und die diesem gegenüberliebende Auflagefläche
mit dem flexiblen Auslassrohr stellen jedoch eine konstruktiv besonders einfache und
kostengünstige Fördervorrichtung dar, welche zudem eine hygienisch einwandfreie Handhabung
des Dispensers stark vereinfacht und eine unkontrollierte und unerwünschte Verdampfung
von leichtflüchtigen Flüssigkeitskomponenten aus dem Flüssigkeitsbehälter bestmöglich
verhindert. Damit ist auch sichergestellt, dass sich die Zusammensetzung der Flüssigkeit
im Flüssigkeitsbehälter während dem Gebrauch nicht verändert.
[0033] Bevorzugt ist die Auflagefläche durch eine mechanische Verstellvorrichtung in einer
Bewegungsrichtung des elektromechanischen Stössels verschiebbar. Dabei umfasst die
mechanische Verstellvorrichtung bevorzugt eine von Hand betätigbare Verstellschraube.
Damit kann die Distanz zwischen Auflagefläche und Stössel verändert werden, wodurch
sich das dazwischen angeordnete flexible Auslassrohr unterschiedlich stark zusammendrücken
bzw. elastisch verformen lässt. Je stärker das elastische Auslassrohr verformt wird,
desto grösser ist die abgegebene Menge an Flüssigkeit. Wird bei gleich bleibender
maximaler Auslenkung des elektromechanischen Stössels die Auflagefläche näher an den
elektromechanischen Stössel gebracht, wird demnach die Menge an abgegebener Flüssigkeit
erhöht. Entsprechend wird die abgegebene Menge an Flüssigkeit verringert, wenn die
Auflagefläche vom Stössel entfernt wird.
[0034] Weist die mechanische Verstellvorrichtung eine Verstellschraube auf, so lässt sich
die abgegebene Menge an Flüssigkeit in einfacher Weise einstellen. Eine bestimmte
Anzahl von Umdrehungen der Verstellschraube lässt sich beispielsweise einer definierten
Voroder Rückwärtsbewegung der Auflagefläche zuordnen, wodurch eine reproduzierbare
Einstellung der abgegebenen Menge an Flüssigkeit erleichtert wird. Eine Drehbewegung
lässt sich insbesondere auch mit einer einzelnen Hand problemlos durchführen, was
die Handhabung des Dispensers weiters vereinfacht.
[0035] Da es bei den meisten Reinigungsprozessen wichtig ist, dass die Hände des Benutzers
vollständig befeuchtet sind und während den Reinigungsprozessen auch bleiben, können
Benutzer mit grösseren Händen die abgegebene Menge an Flüssigkeit erhöhen. Umgekehrt
können Benutzer mit kleineren Händen die abgegeben Menge an Flüssigkeit reduzieren,
um nicht unnötig Flüssigkeit zu verbrauchen. Im Allgemeinen werden bei jeder Abgabe
ca. 1 - 6 ml an Flüssigkeit abgegeben. Es ist auch möglich, die Abgabemenge dem jeweiligen
Produkt anzupassen. Es hat sich gezeigt, dass bei Seifen eine Menge von 1 - 2 ml für
nahezu alle Benutzer ausreichend ist. Bei Desinfektionsmittel liegt die optimale Menge
etwas höher, bei ca. 3 - 6 ml.
[0036] Grundsätzlich kann aber auch eine andere Verstellvorrichtung vorgesehen sein. So
ist es auch möglich die Auflagefläche auf einer Führungsschiene beweglich anzuordnen
und von Hand vor und zurück zu bewegen. An der jeweils gewünschten Position kann die
Auflagefläche dann mit einer Klemmvorrichtung, wie beispielsweise eine Klammer, fixiert
werden. Ebenso ist es möglich, gänzlich auf einen Verstellmechanismus der Auflagefläche
zu verzichten. In diesem Fall kann die Fördervorrichtung z. B. so ausgebildet sein,
dass pro Abgabevorgang nur eine relativ geringe Menge an Flüssigkeit abgegeben wird,
welche nicht ausreicht, beide Hände eines Benutzers vollständig zu benetzten. Hierfür
kann der Benutzer mehrmals eine Abgabe von Flüssigkeit auslösen, bis sich eine ausreichende
Gesamtmenge auf seinen Händen vorliegt.
[0037] Insbesondere ist auf wenigstens zwei gegenüberliegenden Seiten der Auslassöffnung
des Auslassrohrs je ein Näherungssensor angeordnet, so dass die Abgabe der Flüssigkeit
aus dem mit dem Auslassrohr kommunizierenden Flüssigkeitsbehälter unabhängig von einer
Annäherungsrichtung des Benutzers direkt in dessen Hände erfolgen kann. Durch die
Anordnung der Sensoren seitlich der Auslassöffnung wird sichergestellt, dass die Hände
des Benutzers bei der Abgabe der Flüssigkeit im Bereich unter der Auslassöffnung vorliegen.
Da es zur Initiierung der Flüssigkeitsabgabe in einer bevorzugten Ausführungsform
genügt, wenn einer der beiden Näherungssensoren eine Hand detektiert, wird bei zwei
Näherungssensoren die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Abgabe der Flüssigkeit schon
beim ersten Versuch des Benutzers erfolgt. Bei herkömmlichen Dispensern ist meist
nur ein Näherungssensor angeorndet, so dass der Benutzer teilweise mehrere Versuche
starten muss, um die Abgabe der Flüssigkeit auszulösen. Gerade im Spitalbereich, wo
immer wieder Notfallsituationen eintreten und rasches Handeln gefragt ist, stellen
daher zwei Näherungsensoren einen wesentlichen Vorteil dar.
[0038] Prinzipiell ist es auch möglich, nur einen Sensor zu verwenden, der Benutzer muss
dann aber unter Umständen seine Hände mehrmals im Bereich der Auslassöffnung hin und
her bewegen, bis diese vom Sensor erkannt werden und die Abgabe der Flüssigkeit durch
die Steuerung des Dispensers ausgelöst wird. Ebenso ist es möglich den Sensor beispielsweise
in einem anderen Bereich des Dispensers, z. B. neben der Ausgabevorrichtung für die
Instruktionen, zu platzieren. Nachdem die Hände des Benutzers vom Sensor erkannt wurden,
muss dieser seine Hände dann jedoch in den Bereich der Auslassöffnung bewegen. Wird
diese Bewegung zu langsam ausgeführt, geht die abgegebene Flüssigkeit aber verloren.
[0039] Mit Vorteil umfassen die Instruktionssequenzen einzelne Instruktionen mit Zeitangaben
zum Vornehmen von bestimmten Reinigungshandlungen, insbesondere Instruktionen zur
Reinigung und/oder Desinfektion von Händen. Damit können dem Benutzer in Echtzeit
einzelne Instruktionen und Informationen zum vorzunehmenden Reinigungsprozess oder
Desinfektionsprozess abgegeben werden. Beispielsweise können so einzelne Reinigungshandlungen,
wie Reibprozeduren der Hände, in einer animierten Graphik dargestellt werden, während
gleichzeitig ein Fortschrittsindikator, z. B. eine animierte Uhr oder eine Fortschrittsbalken,
über den zeitlichen Fortschritt der gerade vorzunehmenden Reibprozedur informiert.
Danach können Schritt für Schritt die nachfolgenden Reinigungshandlungen des Reinigungsprozesses
in weiteren animierten Graphiken dargestellt werden, bis schlussendlich der vollständige
Reinigungsprozess durchlaufen ist. Danach kann der Dispenser weitere Informationen
abgeben, welche den Benutzer z. B. dazu auffordern, einen weiteren Dispenser zu benützen.
So kann beispielsweise ein Dispenser, welcher mit Seife bestückt ist, den Benutzer
am Ende des Reinigungsvorgangs mit Seife dazu auffordern, anschliessend einen Dispenser
mit einer Desinfektionslösung zu benutzen.
[0040] Dies stellt eine wesentliche Vereinfachung bei der Durchführung von mehrstufigen
Reinigungsprozessen dar, welche insbesondere im Spitalbereich aufgrund von einzuhaltenden
Regeln und Vorschriften häufig durchzuführen sind. Insbesondere kann der Benutzer
so in Echtzeit, Schritt für Schritt durch den Reinigungs- oder Desinfektionsprozess
geführt werden, welcher zusätzlich durch intuitiv verständliche Bilder und/oder animierte
Graphiken dargestellt werden kann.
[0041] Grundsätzlich ist es auch möglich, während einer laufenden Instruktion eines ersten
Benutzers, die Ausgabevorrichtung beispielsweise aufgrund der Detektion der Hand eines
zweiten Benutzers in eine linke und eine rechte Hälfte aufzuteilen. Damit kann die
bereits laufende Instruktionssequenz z. B. auf der rechten Hälfte der Ausgabevorrichtung
fortgesetzt werden, während auf der linken Hälfte der Ausgabevorrichtung eine neu
gestartete Instruktionssequenz ausgegeben wird. Somit kann der Dispenser von zwei
Benutzern gleichzeitig verwendet werden. Der zweite Benutzer muss daher nicht warten,
bis der erste Benutzer die vollständige Instruktionssequenz durchlaufen hat, sondern
kann den Dispenser im Prinzip kurz nach der Flüssigkeitsabgabe an den ersten Benutzer
weiter verwenden.
[0042] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0043] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Dispensers;
- Fig. 2
- eine Ansicht von vorne bei entfernter Türe in den Innenbereich des Dispenser aus Fig.
1;
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf einen Beutel mit einer Lochcodierung und zwei Aufhängeöffnungen
im Saum, welcher zur Verwendung im Dispenser aus Fig. 1 vorgesehen ist;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Beutels aus Fig. 3;
- Fig. 5
- eine schematische Seitenansicht in den Innenbereich des Dispensers aus Fig. 1 mit
dem darin eingelegten Beutel aus Fig. 3 und 4;
- Fig. 6
- ein schematisches Blockschaltbild mit der Steuereinheit des Dispensers aus Fig. 5;
- Fig. 7
- einen perspektivische Ansicht des Dispensers mit eingelegtem Beutel aus Fig. 5 bei
entfernter Türe;
- Fig. 8
- ein Querschnitt entlang der Linie A - B in Fig. 4;
- Fig. 9
- eine Ansicht von unten auf den Dispenser mit eingelegtem Beutel aus Fig. 4 und 5 und
- Fig. 10a-f f
- ein Beispiel einer auf der Flüssigkristallanzeige des Dispensers aus Fig. 1 ausgegebenen
Instruktionssequenz.
[0044] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0045] In Fig. 1 ist ein erfindungsgemässer Dispenser mit einem im Wesentlichen quaderförmigen
Gehäuse 1 in einer perspektivischen Ansicht von schräg vorne gezeigt. Das Gehäuse
1 weist im Bereich der vorderen oberen Kante eine nach hinten abgeschrägte Fläche
auf, in welcher eine rechteckförmige Flüssigkristallanzeige 2 eingelassen ist. Unterhalb
der Flüssigkristallanzeige 2 erstreckt sich eine am Gehäuse 1 des Dispensers angebrachte
Türe 3 über den gesamten unteren Bereich der Vorderseite des Dispensers. Die Türe
3 weist dabei eine nach aussengewölbte Form auf. Um die Türe 3 zu öffnen, ist an der
Türe 3 zudem im oberen Bereich an der rechten Seite ein Griff 5 angebracht. Die vorderen
beiden Kanten des Gehäuses 1 sind in der unteren Hälfte durch eine linkseitige und
in einer vertikalen Richtung des Dispensers zunehmende Fase 6.1 und durch eine symmetrisch
dazu ausgebildete rechtseitige Fase 6.2 abgeschrägt. Die Türe 3 weist in der unteren
linken und der unteren rechten Ecke zwei Ausnehmungen auf, welche den beiden Fasen
6.1, 6.2 entsprechend geformt sind, so dass ein relativ glatter Übergang zwischen
den beiden Fasen 6.1, 6.2 und der Türe 3 vorliegt. Im oberen Bereich der Türe 3 befindet
sich in horizontaler Richtung des Dispensers etwa in der Mitte ein rechteckförmiges
Fenster 4, welches den Blick in die inneren Bereiche des Dispenser bei geschlossener
Türe 3 ermöglicht. Auf der rechten Seitenfläche des Gehäuses 1 ist des Weiteren eine
Anschlussbuchse 7 für eine externe Stromversorgung angebracht.
[0046] In Fig. 2 ist der Dispenser aus Fig. 1 bei entfernter Türe 3 gezeigt. Der gesamte
in Fig. 1 durch die Türe 3 verschlossene Innenbereich des Dispensers ist daher sichtbar.
Unterhalb der Flüssigkristallanzeige 2 befindet sich etwa in der Mitte auf einer ersten
inneren und vertikalen Befestigungsfläche 25 zwischen den beiden Seitenkanten des
Dispensers ein Sensor 9, bestehend aus vier nebeneinander angeordneten Lichtschranken
9.1, 9.2, 9.3, 9.4. Unterhalb des Sensors 9 weist die erste Befestigungsfläche 25
einen rechteckförmigen Fortsatz 25.1 auf, welcher insbesondere als Auflageplatte für
einen aufzunehmenden Flüssigkeitsbehälter vorgesehen ist. An der rechten Seite der
ersten Befestigungsfläche 25 sind seitlich oberhalb des Sensors 9 zwei horizontal
nebeneinander liegende Kontrolltasten 10.1, 10.2 für die Flüssigkristallanzeige angeordnet.
Links des Sensors 9 ragt ein erster runder Haltestift 11 senkrecht von der ersten
Befestigungsfläche 25 nach vorne. Auf der rechten Seite des Sensors 9 ist ein zweiter
runder Haltestift 12 senkrecht von der ersten Befestigungsfläche 25 nach vorne. Der
zweite Haltestift 12 weist dabei an der in Fig. 2 sichtbaren Vorderseite einen etwa
halb so grossen Durchmesser auf, wie der erste Haltestift 11. Unterhalb des ersten
Haltestifts 11 und links des rechteckförmigen Fortsatzes 25.1 ragen zwei elektrische
Kontakte 22.1, 22.2 des Dispensers senkrecht nach unten. Diese sind mit zwei Batteriekontakten
23.1, 23.2 einer quaderförmigen Batterie 27 verbunden, welche auf der linken Seite
des rechteckförmigen Fortsatzes 25.1 nach unten ragt. Links neben dem rechteckförmigen
Fortsatz 25.1 ist eine durch die Batterie 27 verdeckte erste Befestigungsbohrung 24
in der Rückwand 1.1 des Gehäuses 1 eingebracht. Rechts neben dem rechteckförmigen
Fortsatz 25.1 ist eine zweite Befestigungsbohrung 26 ebenfalls in die Rückwand 1.1
des Gehäuses 1 eingebracht. Die beiden Befestigungsbohrungen 24, 26 sind identisch
ausgeformt und zur Befestigung, beispielsweise mit Schrauben, des Dispensers an einer
Wand oder einem anderen Drittelement vorgesehen.
[0047] Die Batterie 27, welche der Stromversorgung des Dispensers dient, liegt auf einem
ersten Absatz 16.1 auf, welcher in horizontaler Richtung bzw. senkrecht zur Rückwand
1.1 des Gehäuses 1 nach vorne (aus der Bildebene heraus) steht. An der vorderen Kante
des ersten Absatzes 16.1 ist eine nach unten und nach vorne ausgerichtete schräge
Fläche 16.3 angebracht, welche mit ihrem unteren Bereich zwischen den oberen Bereich
der beiden Fasen 6.1, 6.2 des Gehäuses 1 ragt. An der Unterkante der schrägen Fläche
16.3 ist ein zweiter Absatz 16.2 angebracht, welcher ebenfalls senkrecht zur Rückwand
1.1 des Behälters 1 ausgebildet und daher zum ersten Absatz 16.1 koplanar angeordnet
ist. Der zweite Absatz 16.2 befindet sich aber in einer Richtung senkrecht zur Rückwand
1.1 des Dispensers vor dem ersten Absatz 16.1. Die beiden Absätze 16.1, 16.2 und die
schräge Fläche 16.3 weisen daher eine Sesselform auf. (in Fig. 5 ist die Anordnung
in einer Profilansicht gegeben).
[0048] Unterhalb des zweiten Absatzes 16.2 und beginnend an dessen Vorderkante, ist eine
zweite vertikale Befestigungsfläche 38 zwischen den beiden Fasen 6.1, 6.2 des Gehäuses
angeordnet. Die zweite Befestigungsfläche 38 ist ungefähr in der gleichen Ebene angeordnet
wie die erste Befestigungsfläche 25 (siehe hierzu auch Fig. 5). Ungefähr im Bereich
der Mitte der Befestigungsfläche 38 steht eine zehneckige Verstellschraube 20 aus
der Befestigungsfläche 38 senkrecht nach vorne. Jeder zweite der gleichmässig ausgebildeten
zehn Ecken der Verstellschraube 20 ist dabei mit einer punktförmigen Markierung versehen.
[0049] Fig. 3 und 4 zeigen einen flexiblen Beutel 13 als Flüssigkeitsbehälter, welcher beispielsweise
mit einer Desinfektionslösung 15 (z. B. eine Mischung von Povidon-Jod, Chlorhexidin,
Ethanol, Iso-Propanol und/oder n-Propanol) bestückt ist. Der Beutel 13 ist dabei zur
einmaligen Verwendung vorgesehen und besteht beispielsweise aus einer schlauchartigen
Kunststofffolie, welche einen ellipsenförmigen Querschnitt aufweist. Dabei ist das
obere Ende der schlauchartigen Kunststofffolie zu einem oberen rechteckförmigen Randbereich
8 und das untere Ende zu einem unteren rechteckförmigen Randbereich 50 verschweisst.
Im oberen rechteckförmigen Randbereich 8 ist auf der linken Seite ein erstes kreisrundes
Befestigungsloch 53 eingebracht. Dieses entspricht im Durchmesser in etwa dem in Fig.
2 erkennbaren Durchmesser des ersten Haltestifts 11. Auf der rechten Seite ist entsprechend
im oberen rechteckförmigem Randbereich 8 ein zweites kreisrundes Befestigungsloch
54 eingebracht. Der Durchmesser des zweiten Befestigungslochs 54 ist ungefähr halb
so gross wie der Durchmesser des ersten Befestigungslochs 53 und entspricht daher
ca. dem Durchmesser des zweiten Haltestifts 12 aus Fig. 2. Die beiden Befestigungslöcher
53, 54 im oberen Randbereich 8 sind daher zur Befestigung des Beutels 13 an den beiden
Haltestiften 11, 12 vorgesehen, wobei die unterschiedlichen Durchmesser der Befestigungslöcher
53, 54 und der Haltestifte 11, 12 eine definierte Anordnung des Beutels 13 im Dispenser
sicherstellen.
[0050] Der Bereich in der Mitte zwischen den beiden Befestigungslöchern 53, 54 ist als Lochstreifen
51 ausgebildet, welcher über insgesamt vier in horizontaler Richtung nebeneinander
angeordnete und durch kreuzartige Markierungen bezeichnete Spalten 51.1, 51.2, 51.3,
51.4 verfügt. Die Bereiche der vier Spalten 51.1, 51.2, 51.3, 51.4 können zur Kennzeichnung
des Beutels 13 entweder verschlossen, bzw. für Licht nahezu undurchlässig sein, oder
aber eine Perforation aufweisen, welche das Durchtreten von Licht ermöglicht. Durch
die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten von durchlässigen und geschlossenen
Spalten lassen sich so mit den vier Spalten 51.1, 51.2, 51.3, 51.4 fünfzehn verschiedene
Kennzeichnungen des Beutels 13 realisieren. Konkret ist in Fig. 3 eine von links her
betrachtet erste Spalte 51.1 des Lochstreifens verschlossen. Die von links her betrachtet
zweite Spalte 51.2 des Lochstreifens 51 ist ebenfalls verschlossen. Die von links
her betrachtet dritte Spalte 51.3 weist dagegen eine Perforation 52 in Form eines
ausgestanzten und kreisrunden Lochs auf. Die von links her betrachtet letzte Spalte
51.4 ist wiederum wie die erste Spalte 51.1 verschlossen.
[0051] Unterhalb des oberen Randbereichs 8 ist in der oberen Hälfte des Beutels 13 an der
Vorderseite etwa in der Mitte eine Etikette 14 mit Informationen zum Beutel 13 und
der darin befindlichen Desinfektionslösung 15 aufgeklebt. Ist der Beutel im Dispenser
eingesetzt, ist die Etikette 14 durch das rechteckförmige Fenster 4 des Dispensers
auch bei verschlossener Türe 3 sichtbar.
[0052] In der untern Hälfte des Beutels 13 ist oberhalb des unteren Randbereichs 50 ein
ringförmiges Verbindungselement 17 flach aufliegend angeordnet. Das ringförmige Verbindungselement
17 weist an der Aussenseite ein Gewinde auf, welches zum Anschrauben eine Auslassrohrs
vorgesehen ist.
[0053] Die Fig. 5 zeigt den Innenraum des Dispenser aus Fig. 1 und 2 von der linken Seite
bei entfernter linker Seitenwand. Dabei ist der Beutel 13 aus Fig. 3 und 4 im Dispenser
eingesetzt. Der erste Haltestift 11 ist dabei im ersten Befestigungsloch 53 des Beutels
13 eingeführt, so dass dieser am oberen Randbereich 8 nach unten hängend gehalten
wird. Ein erster Vorsprung 32.1 an der Innenseite der Türe 3 drückt den Beutel 13
oberhalb des Fensters 4 an die Befestigungsfläche 25. Unterhalb des Fensters 4 ist
ein zweiter Vorsprung 32.2 an der Innenseite der Türe 3 angebracht, welcher den Beutel
13 gegen den rechteckförmigen Fortsatz 25.1 der Befestigungsfläche 25 drückt. Der
Bereich des Lochstreifen 51 des Beutels 13 liegt zwischen dem U-förmig ausgebildeten
Sensor 9 vor, so dass die vier Spalten 51.1, 51.2, 51.3, 51.4 des Lochstreifens 51
je vor eine der vier Lichtschranken 9.1, 9.2, 9.3, 9.4 angeordnet sind. Die vier Lichtschranken
9.1, 9.2, 9.3, 9.4 ermöglichen dann in einfacher Weise die Bestimmung des Zustandes
(offen oder zu) der vier Spalten 51.1, 51.2, 51.3, 51.4.
[0054] Direkt oberhalb des Sensors 9 ist eine Steuereinheit 29, bestehend aus einem Mikroprozessor
und einem Datenspeicher auf einer Leiterplatte 29. 1 angeordnet. Die Steuereinheit
ist dabei über ein elektrisches Kabel 28 mit dem Sensor 9 verbunden. Ebenso ist die
Steuereinheit 29 durch ein in Fig. 5 nicht dargestelltes elektrisches Kabel mit der
Motorsteuerung 43 verbunden (siehe hierzu auch Fig. 6).
[0055] Am Verbindungselement 17 des Beutels 13, welches den untersten Bereich des eingesetzten
Beutels 13 bildet, ist ein flexibles zylinderförmiges Auslassrohr 19 angebracht. Das
Verbindungselement 17 befindet sich dabei knapp oberhalb des zweiten Absatzes 16.2.
Das Auslassrohr 19 ist durch eine in Fig. 5 nicht sichtbare Öffnung durch den zweiten
Absatz 16.2 geführt und ragt in vertikaler Richtung nach unten aus dem Boden 1.2 des
Dispensers heraus. Das Auslassrohr 19 weist dabei am oberen Ende eine ringförmige
Befestigungsschraube 18 mit Innengewinde auf, welche mit dem Gewinde an der Aussenseite
des Verbindungselements 17 verschraubt ist, so dass das Auslassrohr 19 am Beutel 13
befestigt ist. Da der Beutel 13 während dem Anbringen des Auslassrohrs 19 am Verbindungselement
17 im zentralen Bereich des Verbindungselements 17 durch eine im Innern des Auslassrohr
19 nach oben ragende Schneidkante aufgestochen und/oder aufgeschnitten wird, kommunizieren
der Beutel 13 und das Auslassrohr 19 miteinander. Im Bereich des freien Endes des
Auslassrohrs 19 verjüngt sich dieses konisch und geht dann in eine dünnere aber ebenfalls
zylindrische Auslassöffnung 21 über. Im Bereich der ringförmigen Befestigungsschraube
18 ist im Innern des Auslassrohrs 19 ein erstes Rückschlagventil (nicht dargestellt)
angebracht, welches ein Zurückfliessen während der Flüssigkeitsabgabe der im Auslassrohr
19 vorhandenen Desinfektionslösung 15 in den Beutel 13 verhindert. Im Bereich der
Auslassöffnung 21 ein zweites Ventil (nicht dargestellt) im Innern des Auslassrohrs
19 angebracht, welches verhindert, dass die im Auslassrohr 19 vorliegende Desinfektionslösung
15 erst bei einem Druck auf das Auslassrohr 19 (durch die Fördervorrichtung) austritt
und nicht unkontrolliert abtropft oder ausläuft.
[0056] Unterhalb des zweiten Absatzes 16.2 ist ein im Wesentlichen U-förmiges Profil angeordnet,
welches mit seinem untern Schenkel 39.2 auf der Innenseite des Bodens 1.2 aufliegt
und mit seinem oberen Schenkel 39.1 direkt an die Unterseite des zweiten Absatzes
16.2 anschliesst. Das Auslassrohr 19 ist dabei durch in Fig. 5 nicht sichtbare Bohrungen
in beiden Schenkel 39.1, 39.2 des U-förmigen Profils 39 durch dieses durchgeführt.
Die Basis 39.3 des U-förmigen Profils 39 liegt dabei auf der rechten Seite des Auslassrohrs
19 in vertikaler Ausrichtung und parallel zu diesem zwischen Auslassrohr 19 und vertikaler
Befestigungsfläche 38 vor. Durch die Verstellschraube 20, welche aus der Richtung
der Türe 3 durch die vertikale Befestigungsfläche 38 durchgeführt ist, lässt sich
das U-förmige Profil 39 in einer Richtung von der vertikalen Befestigungsfläche 38
zur Rückwand 1.1 des Gehäuses 1 hin oder zurück verschieben.
[0057] Unterhalb des ersten Absatzes 16.1 und der schrägen Fläche 16.3 ist an der Rückwand
1.1 des Dispensers ein Elektromotor 33 mit einem vertikal nach unten gerichteten Ritzel
36.1 angeordnet. Das Ritzel 36.1 treibt ein mehrstufiges Reduktionsgetriebe 36 an,
wobei das letzte Zahnrad 36.2 im Reduktionsgetriebe 36 über einen exzentrischen Nocken
des letzten Zahnrads 36.2 einen Hebel 41 antreibt. Der Hebel 41 ist auf der dem letzten
Zahnrad 36.1 entgegen gesetzten Ende über ein Gelenk 42 an einen Stössel 37 gekoppelt.
Der Stössel 37 ist in einer ringförmigen Führungsvorrichtung 35 gelagert. Die in Fig.
5 dargestellte Situation entspricht der Grundstellung, in welcher der Stössel 37 maximal
in Richtung der Rückwand 1.1 zurückgezogen ist. Dabei betätigt der Hebel 41 einen
dahinter angebrachten Motorschalter 40.
[0058] Links neben dem aus dem Boden 1.2 des Dispensers herausragenden Auslassrohrs 19 ist
zwischen der Rückwand 1.1 und dem Auslassrohr 19 ein ebenfalls aus dem Boden 1.2 des
Dispenser vorstehender erster Näherungssensor 44 angeordnet.
[0059] Wenn sich der Motor 33 dreht, wird der Stössel 37 über das Getriebe 36 und den Hebel
41 angetrieben und in einer Richtung senkrecht zur Rückwand 1.1 auf die Türe 3 zu
und zurück bewegt. Der Stössel ist dabei so angeordnet, dass er in die der Basis 39.3
gegenüberliegende Öffnung des U-förmigen Profils 39 eingeschoben wird und seitlich
auf das Auslassrohr 19 drückt. Da das Auslassrohr 19 gegen die Innenseite der Basis
39.3 des U-förmigen Profils 39 gepresst wird, wird das Auslassrohr 19 elastisch verformt.
Ein im Bereich der ringförmige Befestigungsschraube 18 im Innern des Auslassrohrs
angebrachtes Rückschlagventil (nicht sichtbar) verhindert dabei, dass die im Auslassrohr
vorliegende Flüssigkeit in den Beutel 13 zurück gedrückt wird. Das im Bereich der
Auslassöffnung 21 angebrachte Ventil im Innern des Auslassrohrs 19 öffnet sich dabei,
wodurch eine definierte Menge an Desinfektionslösung abgegeben wird.
[0060] Nach einer vollständigen Umdrehung des letzten Zahnrads 36.2 des Getriebes 36 betätigt
der Hebel 41 beim zurückziehen des Stössels 37 den Motorschalter 40, wodurch die Motorsteuerung
43 den Elektromotor 33 ausschaltet und das Getriebe 36 mit dem Hebel 41 und dem Stössel
in der zurückgezogenen Grundstellung stehen bleibt. Damit wird eine genau definierte
Menge an Desinfektionslösung 15 abgegeben. Auch wenn der Benutzer seine Hände weiterhin
im Bereich des Näherungssensors belässt, findet keine erneute Flüssigkeitsabgabe statt.
Benötigt ein Benutzer zusätzliche Desinfektionslösung 15 kann er seine Hände von einem
der beiden Näherungssensoren 44, 46 entfernen und sich diesem wieder annähern. In
diesem Fall wird wie vorstehend beschrieben erneut Desinfektionslösung abgegeben.
[0061] In Fig. 6 ist ein Blockschaltbild des Dispensers gezeigt. Die zentrale Steuereinheit
29 des Dispensers besteht aus einem Mikroprozessor 29.2, einem ersten Datenspeicher
29.3 und einem zweiten Datenspeicher 29.4 auf einer gemeinsamen Leiterplatte 29.1.
Im ersten Datenspeicher 29.3 der Steuereinheit 29 sind mehrere unterschiedliche Instruktionssequenzen
für die verschiedenen im Dispenser verwendbaren Beutel 13 als Text- und Bildinformationen
abgelegt. Die Steuereinheit 29 ist über ein elektrisches Kabel 28 mit der Flüssigkristallanzeige
2 verbunden. Die Kontrolltasten 10.1, 10.2, welche ebenfalls mit dem Mikroprozessor
29.2 der Steuereinheit 29 verbunden sind, ermöglichen die Einstellung von verschiedenen
Benutzereinstellungen und Formatierungsparameter, welche die Darstellung der Instruktionssequenzen
auf der Flüssigkristallanzeige 2 beeinflussen. Dazu gehören z. B. die Helligkeit oder
der Kontrast der Flüssigkristallanzeige 2, die Sprache der Textinformationen oder
Datums- und Zeitformate. Ebenso können mit den beiden Kontrolltasten 10.1, 10.2 die
aktuelle Uhrzeit und Datum eingestellt werden. Die Benutzereinstellungen und Formatierungsparameter
können im zweiten Datenspeicher 29.4 gespeichert und mit den beiden Kontrolltasten
10.1, 10.2 durch den Benutzer wieder angewählt und vom Mikroprozessor 29.2 ausgelesen
werden. Damit wird eine leicht verständliche Anpassung der auszugebenden Instruktionssequenzen
an benutzerspezifische Präferenzen möglich.
[0062] Die beiden Näherungssensoren 44, 46 sind dabei direkt mit einer Motorsteuerung 43
verbunden. Sobald einer der beiden Nährungssensoren 44, 46 die Anwesenheit einer Hand
detektiert, schaltet die Motorsteuerung 43 den Elektromotor 33 ein. Dieser dreht so
lange, bis der Motorschalter 40 wie bei Fig. 5 beschrieben durch den Hebel 41 betätigt
wird. Dann schaltet die Motorsteuerung 43 den Elektromotor 33 aus.
[0063] Kurze Zeit nach erfolgter Flüssigkeitsabgabe, bzw. nach dem Ausschalten des Elektromotors
33, übermittelt die Motorsteuerung 43 ein Signal über ein nicht dargestelltes elektrisches
Kabel an den Mikroprozessor 29.2 der Steuereinheit 29. Dieser ermittelt darauf folgend
die Kennzeichnung bzw. den Lochstreifen 51 des Beutels 13 über den Sensor 9 und ruft
eine der Kennzeichnung entsprechende Instruktionssequenz aus dem ersten Datenspeicher
29.3 der Steuereinheit 29 ab. Aufgrund der aus dem zweiten Datenspeicher 29.4 ausgelesenen
Benutzereinstellungen und Formatierungsparameter werden die Instruktionssequenzen
formatiert und anschliessend zeitgesteuert an die Flüssigkristallanzeige 2 übermittelt
und von dieser gemäss den Benutzereinstellungen und den Formatierungsparametern dargestellt.
[0064] Eine perspektivische Ansicht der Anordnung aus Fig. 5, mit entfernter Türe 3 des
Dispenser, ist in Fig. 7 abgebildet. Hierbei insbesondere der zweite Haltestift 12
sichtbar, welcher in die zweite Befestigungsöffnung 54 des Beutels 13 eingeschoben
ist.
[0065] Fig. 8 zeigt einen Querschnitt durch den Dispenser entlang der Linie A - B aus Fig.
5. Dabei ist ungefähr in der Mitte des zweiten Absatzes 16.2 eine erste schlitzartige
Öffnung 16.20 mit abgerundeten Ecken eingebracht, wobei die Längsrichtung der ersten
schlitzartigen Öffnung 16.20 in einer Richtung senkrecht zur Rückwand 1.1 angeordnet
ist. In der ersten schlitzartigen Öffnung 16.20 ist die unterhalb des zweiten Absatzes
16.2 angeordnete kreisrunde Bohrung 49 im oberen Schenkel 39.1 des U-förmigen Profils
zu erkennen. Die kreisrunde Bohrung 39.1 weist einen Durchmesser auf, welcher in etwa
der Breite der ersten schlitzartigen Öffnung 16.20 des zweiten Absatzes 16.2 entspricht.
Damit kann das durch die kreisrunde Bohrung 49 geführte und gehaltene Auslassrohr
19 bei einer Drehung an der Verstellschraube 20 durch den oberen Schenkel 39.1 bzw.
durch das U-förmige Profil 39 auf der Länge der ersten schlitzartige Öffnung 16.20
frei in der Richtung zur Rückwand 1.1 hin oder zurück bewegt werden.
[0066] Links und in paralleler Ausrichtung zur ersten schlitzartigen Öffnung 16.20 ist zudem
eine zweite schlitzartige Öffnung 47 im zweiten Absatz 16.2 eingebracht. Darin ist
ein pfeilförmiger Zeiger 34 angeordnet, welcher mit dem U-förmigen Profil 39 fest
verbunden ist. Bei einer Drehung an der Verstellschraube 20 bewegt sich der pfeilförmige
Zeiger 34 in der zweiten schlitzartigen Öffnung 47 mit dem U-förmigen Profil vor und
zurück. Eine geeichte Skala 48 links der zweiten schlitzartigen Öffnung 47, welche
von 1 ml bis 6 ml reicht, gibt dabei ungefähr die Menge an Flüssigkeit an, die durch
eine Bewegung des Stössels 37 ausgegeben wird.
[0067] In Fig. 9 ist eine Ansicht von unten auf den Dispenser aus Fig. 5 gezeigt. Die Rückwand
1.1 des Dispensers ist dabei in Fig. 8 unten angeordnet. In der oberen Hälfte des
rechteckförmigen Bodens 1.2 ragt etwa in der Mitte aus einer dritten schlitzartigen
Öffnung 45 im Boden 1.2 des Dispenser die Auslassöffnung 21 des Auslassrohrs 19 hervor.
Die dritte schlitzartige Öffnung 45 ist dabei im Wesentlichen gleich ausgestaltet
wie die erste schlitzartige Öffnung 16.20 und dient ebenfalls der freien Verschiebbarkeit
des Auslassrohrs 19. Links unterhalb der dritten schlitzartigen Öffnung 45 ist der
erste Näherungssensor 44 angebracht, während rechts unterhalb der dritten schlitzartigen
Öffnung 45 der zweite Näherungssensor angeordnet ist. Wird der Dispensers mit der
Rückwand 1.1 an einem Drittelement befestigt, liegen damit die beiden Näherungssensoren
44, 46 zwischen dem Drittelement und der Auslassöffnung 21 des Auslassrohrs 19. Damit
ist sichergestellt, dass der Benutzer, welcher sich dem Dispenser von vorne, bzw.
der der Rückwand 1.1 abgewandten Seite des Dispenser, nähert, seine Hand unter die
Auslassöffnung 21 hält, während seine Hand von einem oder von beiden der zwei Näherungssenoren
44, 46 detektiert wird und die Ausgabe der Desinfektionslösung 15 erfolgt.
[0068] Die Fig. 10a-f zeigen eine Abfolge von Instruktionen bzw. Instruktionsverfahren,
welche den Benutzer bei der Durchführung einer ca. 30 Sekunden dauernden hygienischen
Händedesinfektion gemäss der Europäischen Norm EN 1500 unterstützen. Die einzelnen
vorzunehmenden Desinfektionshandlungen der Hände werden schrittweise und zeitgesteuert
nach erfolgter Abgabe der Desinfektionslösung 15 und Erkennung des Lochstreifens 51
durch den Sensor 9 auf der Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt werden. Diese Instruktionssequenz
ist lediglich als Beispiel zu verstehen. Ist ein Beutel mit einer anderen Kennzeichnung
im Dispenser eingesetzt, wird eine diesem Beutel zugeordnete Instruktionssequenz aus
dem Datenspeicher der Steuerung 29 abgerufen und auf der Flüssigkristallanzeige 2
dargestellt.
[0069] Die in Fig. 10a auf der Flüssigkristallanzeige dargestellten Informationen umfassen
einen ersten Gerätestatus 100 des Dispensers in Form eines Symbols, welcher den Ladezustand
der Batterie 27 darstellt. Unterhalb ist ein erster Instruktionstext 200 dargestellt,
welcher zum Reiben der aufeinander gelegten Handflächen auffordert. Des Weiteren informiert
eine erste animierte Fortschrittsanzeige 300 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung
über die noch durchzuführenden Reibbewegungen der Hände. Daneben ist eine erste animierte
Bilddarstellung 400 der vorzunehmenden Reibbewegung dargestellt.
[0070] Nach etwa 8 Sekunden werden die in Fig. 10b dargestellten Informationen auf der Flüssigkristallanzeige
2 dargestellt. Dabei wird der aktualisierte zweite Gerätestatus 101 dargstellt. Der
zweite Instruktionstext 201 fordert zum Reiben der Handfläche der ersten Hand auf
dem Handrücken der zweiten Hand und umgekehrt auf. Dies wird durch die zweite animierte
Fortschrittsanzeige 301 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung über die
Anzahl der noch durchzuführenden Bewegungen der Hände und die zweite animierte Bilddarstellung
401 der vorzunehmenden Bewegungen begleitet.
[0071] Nach etwa 11 Sekunden werden die in Fig. 10c dargestellten Informationen auf der
Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt. Dabei wird der aktualisierte dritte Gerätestatus
102 dargstellt. Der dritte Instruktionstext 202 fordert zum der aufeinander gelegten
Handflächen mit verschränkten Fingern auf. Dies wird durch die dritte animierte Fortschrittsanzeige
302 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung über die die Anzahl der noch
durchzuführenden Bewegungen der Hände und die dritte animierte Bilddarstellung 402
der vorzunehmenden Bewegungen begleitet.
[0072] Nach etwa 19 Sekunden werden die in Fig. 10d dargestellten Informationen auf der
Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt. Dabei wird der aktualisierte vierte Gerätestatus
103 dargstellt. Der vierte Instruktionstext 203 fordert zum Reiben der Rückseite der
Finger der einen Hand gegen die Handfläche der anderen Hand auf. Dies wird durch die
vierte animierte Fortschrittsanzeige 303 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung
über die die Anzahl der noch durchzuführenden Bewegungen der Hände und die vierte
animierte Bilddarstellung 403 der vorzunehmenden Bewegungen begleitet.
[0073] Nach etwa 22 Sekunden werden die in Fig. 10e dargestellten Informationen auf der
Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt. Dabei wird der aktualisierte fünfte Gerätestatus
104 dargstellt. Der fünfte Instruktionstext 204 fordert abwechselnd zum Reiben des
rechten und des linken Daumens auf. Dies wird durch die fünfte animierte Fortschrittsanzeige
304 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung über die die Anzahl der noch
durchzuführenden Bewegungen der Hände und die fünfte animierte Bilddarstellung 404
der vorzunehmenden Bewegungen begleitet.
[0074] Nach etwa 29 Sekunden werden die in Fig. 10f dargestellten Informationen auf der
Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt. Dabei wird der aktualisierte sechste Gerätestatus
105 dargstellt. Der sechste Instruktionstext 205 fordert zum Reiben der geschlossenen
Finger der einen Hand auf der Handfläche der anderen Hand auf. Dies wird durch die
sechste animierte Fortschrittsanzeige 305 in Form einer gemischten Text und Symboldarstellung
über die die Anzahl der noch durchzuführenden Bewegungen der Hände und die sechste
animierte Bilddarstellung 405 der vorzunehmenden Bewegungen begleitet.
[0075] Danach ist die Händedesinfektion abgeschlossen und eine entsprechende Mitteilung
wird auf der Flüssigkristallanzeige 2 dargestellt.
[0076] Die vorstehend beschriebene Ausführungsform ist lediglich als illustratives Beispieles
zu verstehen, welches im Rahmen der Erfindung beliebig abgewandelt werden kann.
[0077] So kann die Form des Gehäuses 1 des Dispensers prinzipiell beliebig gewählt werden.
Insbesondere stark abgerundete Formen der Gehäuse können geeignet sein, da hierdurch
die Verletzungsgefahr beim unbeabsichtigten Anstossen gering ist.
[0078] Anstelle der Batterie 27 auch ein Akkumulator als Stromquelle verwendet werden oder
der Dispenser kann direkt über die Buchse 7 durch ein Netzgerät mit Strom versorgt
werden.
[0079] Die Lochstreifen 51 der Beutel 13 aus Fig. 3 und 4 können auch mehr oder weniger
als die vier dargestellten Spalten 51.1, 51.2, 51.3, 51.4 aufweisen. Je grösser die
Anzahl der Spalten, desto mehr Kombinationsmöglichkeiten bestehen und desto mehr Kennzeichnungen
können realisiert werden. Entsprechend wird auch die Anzahl der Lichtschranken 9.1,
9.2, 9.3, 9.4 am Sensor 9 an die Anzahl der Spalten der Lochstreifen angepasst.
[0080] Zudem ist es auch möglich, anstelle der flexiblen Beutel 13 als Flüssigkeitsbehälter
formstabile Behälter zu verwenden. Ebenso kann das Auslassrohr bereits als Bestandteil
des Beutels 13 oder des Flüssigkeitsbehälters fix montiert sein.
[0081] Es können auch andere als die bei Fig. 3 und 4 erwähnten Desinfektionslösungen (Mischungen
aus Povidon-Jod, Chlorhexidin, Ethanol, Iso-Propanol, und/oder n-Propanol) verwendet
werden. Entscheidend ist, dass diese eine bestmögliche bakterizide, fungizide, tuberkulozide
und/oder virusinaktivierend Wirkung haben.
[0082] Ebenso ist es beispielsweise möglich, auf das Ventil im Bereich des Auslassöffnung
21 des Auslassrohrs 19 zu verzichten und die Auslassöffnung 21 so zu dimensionieren,
dass die Flüssigkeit, welche im Auslassrohr 19 vorliegt aufgrund von adhäsiven und
kohäsiven Flüssigkeitskräften im Auslassrohr 19 zurückbehalten wird und erst durch
Druck auf das Auslassrohr 19 austritt. Dies ist insbesondere bei Flüssigkeiten mit
höheren Viskositäten, wie z. B. bei einigen Seifenlösungen, geeignet.
[0083] Die bei den Fig. 10a - f genannten Zeitangabe zur Gesamtzeit bzw. zu den einzelnen
Schritten des Reinigungsprozesses sind vom durchzuführenden Reinigungsprozess abhängig,
welcher wiederum vom im Dispenser eingelegten Beutel 13 bestimmt wird und können entsprechend
variieren.
[0084] Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein neuartiger Dispenser geschaffen wurde,
welcher die Einhaltung von Hygienenormen wesentlich vereinfacht. Des Weitern werden
Fahlmanipulationen beim Wechsel des Flüssigkeitsbehälter werden mit dem erfindungsgemässen
Dispenser weitgehend ausgeschlossen, da der im Dispenser integrierte Sensor bei jeder
Flüssigkeitsabgabe eine automatische Erkennung der Kennzeichnung des im Dispenser
eingesetzten Flüssigkeitsbehälters durchführt.
1. Automatischer Dispenser, zur Abgabe einer Flüssigkeit (15) und zur Instruktion eines
Benutzers, umfassend:
a) eine Aufnahmevorrichtung (25) für einen auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter (13),
wobei die Aufnahmevorrichtung (25) über einen Sensor (9) zum Auslesen einer Kennzeichnung
(51) des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters (13) verfügt;
b) eine Fördervorrichtung (19, 37, 39), welche die Abgabe der Flüssigkeit (15) aus
dem Flüssigkeitsbehälter (13) ermöglicht.
c) einen oder mehrere berührungslose Näherungsmelder (44, 46) zur Detektion einer
Hand des Benutzers, wobei der Näherungsmelder (44, 46) zur Initiierung der Abgabe
der Flüssigkeit (15) vorgesehen ist;
d) eine Ausgabevorrichtung (2) zur zeitgesteuerten Ausgabe von mehreren visuellen
und/oder tongestützten Instruktionen (200, 201, ...205; 400, 401, ...405) einer Instruktionssequenz
(200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405) an den Benutzer;
e) eine Steuereinheit (29) mit wenigstens einem Datenspeicher (29.3, 29.4), wobei
die Steuereinheit (29) mit dem Näherungsmelder (44, 46), der Ausgabevorrichtung (2)
und mit dem Sensor (9) zur Identifikation des auswechselbaren Behälters (13) verbunden
ist und wobei in einem ersten Datenspeicher (29.3) mehrere und unterschiedlichen auswechselbaren
Behältern (13) bzw. deren Kennzeichnung (51) zugeordnete Instruktionssequenzen abgelegt
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
f) die Steuereinheit (29) so ausgebildet ist dass während und nach der Abgabe der
Flüssigkeit (15) durch die Fördervorrichtung 19, 37, 39 aufgrund eines Signals des
Sensors (9) zum Auslesen der Kennzeichnung (51) des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälters
(13) eine dem Flüssigkeitsbehälter (13) zugeordnete Instruktionssequenz aus dem ersten
Datenspeicher (29.3) abgerufen und über die Ausgabevorrichtung (2) ausgegeben wird.
2. Automatischer Dispenser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (9) zur Detektion einer Lochcodierung ausgebildet ist, so dass ein als
Kennzeichnung angebrachter Lochstreifen (51) des Flüssigkeitsbehälters (13) ausgelesen
werden kann.
3. Automatischer Dispenser nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (9) mehrere nebeneinander angeordneten Lichtschranken (9.1, 9.2, 9.3,
9.4) umfasst, wobei die Lichtschranken (9.1, 9.2, 9.3, 9.4) zur Aufnahme des Lochstreifen
(51) des Flüssigkeitsbehälters (13) ausgebildet sind.
4. Automatischer Dispenser nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung (25) für den auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter (13) wenigstens
zwei asymmetrisch angeordnete und/oder im Durchmesser unterschiedlich grosse und/oder
unterschiedlich geformte Befestigungsvorrichtungen (11, 12), insbesondere kreisrunde
Haltestifte, aufweist, welche zum formschlüssigen Eingreifen in Aufnahmeöffnungen
(53, 54) des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter (13) vorgesehen sind und eine eindeutige
Anordnung des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter (13) im Dispenser sicherstellen.
5. Automatischer Dispenser nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgabevorrichtung (2) eine Flüssigkristallanzeige vorgesehen ist, welche insbesondere
über wenigstens 1024 getrennt ansteuerbare Bildpunkte verfügt und dass die Instruktionssequenzen
bevorzugt Instruktionen in Form von Texten (200, 201, ...205) und Bildern (400, 401,
...405) umfassen.
6. Automatischer Dispenser nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgabevorrichtung (2) mehrere getrennt ansteuerbare Leuchtdioden, welche neben
unterschiedlichen Piktogrammen angeordnet sind, umfasst.
7. Automatischer Dispenser nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (29) mit wenigstens einer Kontrolltaste (10.1, 10.2) verbunden
ist, welche eine manuelle Einstellung von benutzerspezifischen Präferenzen, insbesondere
Einstellungen von Ausgabeformaten der Instruktionssequenzen und Darstellungsoptionen
der Ausgabevorrichtung (2), ermöglicht und wobei insbesondere die benutzerspezifischen
Präferenzen in einem zweiten Datenspeicher (29.4) abrufbar abgespeichert sind.
8. Automatischer Dispenser nach Anspruch 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein elektromechanisch angetriebener Stössel (37) und eine diesem gegenüberliebende
Auflagefläche (39) als Fördervorrichtung um ein flexibles und mit dem Flüssigkeitsbehälter
kommunizierendes Auslassrohr (19) herum angeordnet sind, wobei der Stössel (37) zur
elastischen Verformung des flexiblen Auslassrohrs (19) vorgesehen ist.
9. Automatischer Dispenser nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (39) durch eine mechanische Verstellvorrichtung in einer Bewegungsrichtung
des Stössels (37) verschiebbar ist, wobei die mechanische Verstellvorrichtung bevorzugt
eine von Hand betätigbare Verstellschraube (20) umfasst.
10. Automatischer Dispenser nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf wenigstens zwei gegenüberliegenden Seiten einer Auslassöffnung (21) des Auslassrohrs
(19) je ein Näherungssensor (44, 46) angeordnet ist, so dass die Abgabe der Flüssigkeit
(15) aus dem mit dem Auslassrohr (19) kommunizierenden Flüssigkeitsbehälter (13) unabhängig
von einer Annäherungsrichtung direkt in die Hand des Benutzers erfolgt.
11. Automatischer Dispenser nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass die Instruktionssequenzen (200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405)
einzelne Instruktionen (200, 201, ...205; 400, 401, ...405) mit Zeitangaben (300,
301, ...305) zum Vornehmen von bestimmten Reinigungshandlungen umfassen, insbesondere
Instruktionen zur Reinigung und/oder Desinfektion von Händen.
12. Verfahren zur Abgabe einer Flüssigkeit (15) aus einem auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter
(13) und zur Instruktion eines Benutzers mit einem automatischen Dispenser, insbesondere
mit einem Dispensers nach einem der Ansprüche 1-11, wobei
a) mit einem Näherungsmelder (44, 46) eine Hand des Benutzers detektiert und darauf
folgend die Abgabe der Flüssigkeit (15) initiiert wird.
b) über einen Sensor (9) eine Kennzeichnung (51) des auswechselbaren Flüssigkeitsbehälter
(13) ausgelesen wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
c) von mehreren im Dispenser abgespeicherten Instruktionssequenzen eine der ausgelesenen
Kennzeichnung (51) des Flüssigkeitsbehälters (13) zugeordnete Instruktionssequenz
(200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405) abgerufen und an den Benutzer
ausgegeben wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine in Form eines Lochstreifens (51) vorliegende Kennzeichnung des auswechselbaren
Flüssigkeitsbehälters (13) durch einen Sensor (9) bestehend aus mehreren Lichtschranken
(9.1, 9.2, 9.3, 9.4) ausgelesen wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Instruktionssequenz (200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405) auf
einer Flüssigkristallanzeige (2) mit wenigstens 1024 getrennt ansteuerbaren Bildpunkten
als Text- (200, 201, ...205) und Bildinformationen (400, 401, ...405) dargestellt
wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-14, dadurch gekennzeichnet, dass die Instruktionssequenz durch mehrere zeitlich nacheinander angesteuerte Leuchtdioden,
welche neben unterschiedlichen Piktogrammen am Dispenser angeordnet sind, ausgegeben
wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11-14, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Instruktionen (200, 201, ...205; 400, 401, ...405) aus der Instruktionssequenz
(200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405) zeitgesteuert und schrittweise
ausgegeben werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reinigungsflüssigkeit und/oder eine Desinfektionslösung (15) abgegeben wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-17, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Instruktionssequenz (200, 201, ...205; 300, 301, ...305; 400, 401, ...405)
Informationen und/oder Anleitungen zum Vornehmen von Reinigungshandlungen, insbesondere
Anweisungen zur Reinigung und/oder Desinfektion der Hände des Benutzers ausgegeben
werden.