[0001] Die Erfindung betrifft ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem Substrat,
das auf mindestens einer seiner beiden Seiten eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
trägt. Die mindestens eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht weist einen Farbstoffvorläufer
und einen Farbakzeptor auf, die unter Einwirkung von Wärme farbbildend miteinander
reagieren. Die Erfindung betrifft im gleichen Maße auch die Verwendung des vorgeschlagenen
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials als Ticket.
[0002] Wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien der eingangs beschriebenen Art mit beispielsweise
einem Papierbogen, einem Synthesepapierbogen oder einer Kunststofffolie als Substrat
sind seit den frühen Jahren chemisch reagierender Aufzeichnungsmaterialien bekannt
und erfreuen sich einer ständig wachsenden Beliebtheit, was unter anderem darauf zurückzuführen
ist, dass ihre Verwendung insbesondere als Ticket für den Ticketausgebenden mit großen
Vorteilen verbunden ist. Weil die farbbildenden Komponenten bei dem wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsverfahren in dem Aufzeichnungsmaterial selbst stecken, können die Toner-
und Farbkartuschenfreien Drucker, die in ihrer Funktion von niemandem mehr kontrolliert
werden brauchen, in großer Zahl aufgestellt werden. So hat sich diese innovative Technologie
insbesondere im öffentlichen Personenverkehr, bei Bussen und Bahnen genauso wie im
Flugverkehr, an Stadion- und Museumskassen sowie bei Parkausweisgebern durchgesetzt.
[0003] Mit dem Ziel, die wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien insbesondere in ihrer
Verwendung als Tickets hinsichtlich ihrer Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen wie
Wärme und Feuchtigkeit zu verbessern, flossen immer wieder Neuerungen in die zugrunde
liegende Chemie und die Herstellungstechnik zur Erzeugung solcher Aufzeichnungsmaterialien
ein.
[0004] So ist Gegenstand der
US 2005/0148467 A1 ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das zur Ausbildung eines irreversiblen
Druckbildes mindestens die Komponenten zweier farbbildender Systeme enthält, wobei
das eine System vom Chelat-Typ und das andere ein konventionelles Leuko-Farbstoff-System
ist. Als mögliche Entwickler werden eine Vielzahl von Sulfonylharnstoffen, unter anderem
auch N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff, genannt,
die zur Erfüllung der dort gestellten Aufgabe zwangsläufig mit einem zweiten Entwickler
kombiniert werden müssen.
[0005] Nachteilig an dem bekannten Aufzeichnungsmaterial der oben beschriebenen Art ist
die aufwendige Nutzung zweier farbbildender Systeme, was das derart bekannte Aufzeichnungsmaterial
kostenintensiv macht. Auch ist der genannten Schrift keinerlei Hinweis zu entnehmen,
dass das bekannte Aufzeichnungsmaterial besonders gut zu bedrucken sei. Gerade dahingehend
zielt jedoch ein Aufgabenaspekt für das neue wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial.
[0006] Die Erfinder erkannten nämlich, dass mit der beabsichtigten Nutzung des neuen Aufzeichnungsmaterials
als Ticket verstärkte Marktanforderungen hinsichtlich einer guten Bedruckung im Flexo-
und Offsetdruck auf der mindestens einen Seite des Aufzeichnungsmaterials, die die
wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht aufweist, bestehen. Ferner und von größter
Bedeutung für das neue Aufzeichnungsmaterial soll dieses über eine hervorragende Beständigkeit
gegenüber Umwelteinflüssen wie beispielsweise Ethanol, Wasser und Weichmacher sowie
über eine hervorragende Lichtbeständigkeit bei gleichzeitig ausreichender Empfindlichkeit
gegenüber zugeführter Wärme in Form eines Thermodruckbildes verfügen.
[0007] Bevorzugt ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das nur einseitig über
eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht verfügt. Soll, wie hier gegeben, bei der
Aufgabenstellung in bevorzugter Weise ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial
berücksichtigt werden, das neben der guten Bedruckbarkeit und hervorragenden Beständigkeit
gegenüber Umwelteinflüssen (insbesondere Ethanol) und Licht auf der Seite mit der
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht auch eine sehr gute rückseitige Bedruckbarkeit
aufweist, muss bedacht werden, dass die front- und rückseitigen Beschichtungen eines
mittig positionierten Substrates gegenseitig aufeinander Einfluss nehmen. Zur Lösung
einer derart gestalteten Aufgabe ist der Fokus der Erfindung nicht nur auf die Seite
des neuen Aufzeichnungsmaterials mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht,
sondern auch auf seine gegenüberliegende Rückseite zu richten.
[0008] Aus wirtschaftlichen Überlegungen soll zwar das neue Aufzeichnungsmaterial möglichst
ohne jede weitere Schutzschichtabdeckung auskommen, jedoch ist alternativ dazu auch
ein Aufzeichnungsmaterial denkbar, das mit einer einfach konstruierten Schutzschicht
auf der Aufzeichnungsschicht auskommt.
[0009] Zur Lösung dieser anstehenden Aufgaben wird ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial
mit einem Substrat vorgeschlagen,
- das auf mindestens einer Seite eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mit einem
Farbstoffvorläufer und einem Farbakzeptor aufweist, wobei Farbstoffvorläufer und Farbakzeptor
unter Einwirkung von Wärme farbbildend miteinander reagieren,
- und wobei das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial dadurch gekennzeichnet ist,
dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Farbakzeptor N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
gemäß der folgenden Formel (1):

und ferner 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß der folgenden Formel (2)

als Sensibilisator aufweist.
[0010] Als besonders bevorzugt gilt es, wenn 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß der
Formel (2) alleiniger Sensibilisator in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
ist.
[0011] Grundsätzlich sind wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien, die UV-absorbierende
Komponenten auf Benzotriazol-Basis aufweisen, aus der
EP 0 992 363 A1 bekannt, ohne dass dort ein Sensibilisator gemäß der Formel (2) offenbart wird. Lt.
dem bekannten Vorschlag soll durch die Sicherstellung eines Konzentrationsgradienten
für UV-absorbierende Mittel in mehreren auf einem Substrat aufgebrachten Beschichtungen
das Problem der Lichtbeständigkeit ausgebildeter Thermodruckbilder gelöst werden.
Als mögliche Farbakzeptoren werden aus dem Stand der Technik bekannte und bewährte
Komponenten offenbart, die auch für die vorliegende Erfindung zum Teil als Kombinationspartner
zum erfindungswesentlichen Farbakzeptor N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
gemäß Formel (1) genannt werden, eine Offenbarung hinsichtlich N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
findet sich in der bekannten Schrift hingegen nicht. Folglich ist dieser Schrift auch
keinerlei Hinweis auf die erfindungsgemäße Kombination von N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-hamstoff
gemäß Formel (1) mit 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß Formel (2) It. hier vorliegender
Erfindung zu entnehmen.
[0012] Der Farbakzeptor N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
gemäß Formel (1) kann
- entweder in Kombination mit anderen Farbakzeptoren, insbesondere ausgesucht aus der
Liste, umfassend: 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-Propan, 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]-Phenol,
4-hydroxy-4'-isopropoxydiphylsulfon, 4,4'-Dihydroxy-Diphenylsulfon, 2,4'-Dihydroxy-Diphenylsulfon,
N-(2-hydroxyphenyl)-2-[(4-hydroxyphenyl)thio]-Acetamid,
- oder ganz besonders bevorzugt als alleiniger Farbakzeptor in der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht eingebunden sein. Die ganz besondere Bevorzugung der Ausführungsform
mit N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff gemäß Formel
(1) als alleinigen Farbakzeptor resultiert aus der Tatsache, dass auf diese Art und
Weise ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial zur Verfügung gestellt werden kann,
das auf der Seite mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bevorzugt eine Weiße
in einem Bereich von 82 bis 87 % bei Verwendung von Licht ohne UV-Anteil, gemessen
nach ISO 2469 / ISO 2470, aufweist, wobei jedoch D65-Licht verwendet wird bei einem
Betrachtungswinkel von 8°.
[0013] Wird der Farbakzeptor N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-hamstoff
gemäß Formel (1) in Kombination mit anderen Farbakzeptoren, insbesondere ausgesucht
aus der Liste, umfassend: 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-Propan, 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]-Phenol,
4-hydroxy-4'-isopropoxydiphylsulfon, 4,4'-Dihydroxy-Diphenylsulfon, 2,4'-Dihydroxy-Diphenylsulfon
und N-(2-hydroxyphenyl)-2-[(4-hydroxyphenyl)thiol-Acetamid in der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht eingebunden, stellt es eine besonders geeignete Ausführungsform
dar, wenn das auf Gew.-% (atro) bezogene Verhältnis der anderen Farbakzeptoren zu
N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff gemäß Formel (1)
in einem Bereich von 1 : 2 bis 1 : 25, noch besser in einem Bereich von 1 : 10 bis
1 : 25 und ganz besonders bevorzugt von 1 : 17,5 bis 1 : 25 liegt.
[0014] Als Verhältnis des Sensibilisators gemäß Formel (2) zum Farbakzeptor gemäß Formel
(1) gilt ein Bereich von 5 : 10 bis 9 : 10 als besonders bevorzugt, wobei dieses Verhältnis
unabhängig von der Tatsache, ob der Farbakzeptor gemäß Formel (1) allein oder in Kombination
eingesetzt ist, einzustellen ist.
[0015] Hinsichtlich der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht erkannten die Erfinder mit
Bezug auf die gestellte Aufgabe, dass die Aufzeichnungsschicht praktisch alle bekannten
Farbstoffvorläufer beinhalten kann, wobei auch Kombinationen mehrerer Farbstoffvorläufer
möglich sind. Als Farbstoffvorläufer sind insbesondere bevorzugt:
- 6'-(dipentylamino)-3'-methyl-2'-(phenylamino)-spiro[isobenzofuran-1(3H),9'-[9H]xanthen]-3-one
sowie
- Spiro[isobenzofuran-1(3H),9'-[9H]xanthen]-3-one-6'-(diethylamino)-3'-methyl-2'-(3-tolylamino)
und solche, ausgewählt aus der Gruppe der Fluoranverbindungen, wie insbesondere
- 3-diethylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-methyl-N-propyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-ethyl-N-isoamyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-methyl-N-Cyclohexyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-ethyl-N-tolyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran und
- 3-(N-ethyl-N-tetrahydrofuryl)-amino-6-methyl-7-Anilinofluoran.
[0016] Aus kommerziellen Gründen gilt 3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran als der am
meisten geeignete Farbstoffvorläufer, der einzeln oder in Kombination mit anderen
Farbstoffvorläufern, bevorzugt ausgesucht aus den oben genannten Farbstoffvorläufern,
eingesetzt wird.
[0017] Geeignete Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
sind beispielsweise wasserlösliche Bindemittel wie Stärke, Hydroxyethylzellulose,
Methylzellulose, Carboxymethylzellulose, Gelatine, Kasein, Polyvinylalkohole, modifizierte
Polyvinylalkohole, Natriumpolyacrylate, Acrylamid-Acrylat-Copolymere, Acrylamid-Acrylat-Methacrylat-Terpolymere,
Alkalisalze von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren oder Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren,
die allein oder in Kombination untereinander eingesetzt werden können; auch wasserunlösliche
Latexbinder wie Styrol-Butadiene-Copolymere, Acrylnitril-Butadien-Copolymere und Methyl-Acrylat-Butadien-Copolymere
bieten sich als Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
an. Im Sinne der vorliegenden Erfindung gelten Polyvinylalkohol in Verbindung mit
Acrylat-Copolymer als besonders bevorzugte Bindemittel, deren Kombination als alleiniges
Bindemittel zu einen Anteil von 12 bis 27,5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Aufzeichnungsschicht, in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht eingebunden
ist.
[0018] Zur Vermeidung des Klebens an einem Thermokopf und zur Vermeidung einer übermäßigen
Abnutzung des Thermokopfes kann die Beschichtungsmasse zur Ausbildung der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht weiterhin Gleit-und Trennmittel enthalten wie Metallsalze höherer
Fettsäuren, zum Beispiel Zinkstearat, Kalziumstearat und Wachse, wie zum Beispiel
Paraffin, oxidiertes Paraffin, Polyethylen, Polyethylenoxid, Stearamide und Kastorwachs.
Weitere Bestandteile der Aufzeichnungsschicht sind beispielsweise Pigmente, bevorzugt
anorganische Pigmente wie beispielsweise Aluminium(hydr)oxid, Kieselsäure und Kalziumkarbonat,
wobei hier insbesondere Kalziumkarbonat, das bevorzugt in einer Menge von 10 bis 18
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht, in die Aufzeichnungsschicht
eingebunden sein soll, als bevorzugt gilt.
[0019] Als bevorzugt gilt, wenn in der Aufzeichnungsschicht unter Einwirkung von Wärme ein
permanentes Farb- bzw. Schriftbild ausgebildet werden kann.
[0020] Die flächenbezogene Masse der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht liegt bevorzugt
zwischen 2,5 und 12 g/m
2 und besonders bevorzugt zwischen 3 und 6,5 g/m
2. Als Streichwerk zum Auftrag der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bieten sich
insbesondere Streichmesser- und (Roll-) Rakelstreichwerk, Curtain-Coater und Luftbürste
an.
[0021] Als bevorzugt gilt, wenn die zur Ausbildung der Aufzeichnungsschicht genutzte Streichfarbe
wässrig ist. Die anschließende Trocknung der Streichfarbe kann mittels Mikrowellenbestrahlung
geschehen. Üblicherweise und bewährt ist es genauso, Wärme zuzuführen, wie es durch
Heißluft-Schwebetrockner oder auch Kontakttrockner geschieht. Auch denkbar ist eine
Kombination aus den aufgeführten Trockenverfahren.
[0022] Als weiterhin bevorzugt gilt die Ausbildung einer pigmenthaltigen Zwischenschicht
zwischen der Substratschicht und der Aufzeichnungsschicht. Als Pigmente der Zwischenschicht
haben sich sowohl organische Hohlraum-Pigmente wie auch anorganische Pigmente bewährt,
letztere bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, umfassend natürliches wie kalziniertes
Kaolin, Siliziumoxid und hier besonders Bentonit, Kalziumkarbonat sowie Aluminiumhydroxid
und hier besonders Böhmit. Eine solche Zwischenschicht kann zum einen einen positiven
Beitrag zur Egalisierung der Grundschichtoberfläche leisten, womit sich die Menge
an notwendigerweise aufzubringender Streichfarbe für die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
reduziert. Aus diesem Grund bieten sich zum Auftrag der Zwischenschicht egalisierende
Streichwerke an, wie beispielsweise Walzenstreichwerke, Streichmesser- und (Roll-)
Rakelstreichwerke. Zum anderen können die Pigmente dieser Zwischenschicht die durch
Hitzeeinwirkung verflüssigten Wachsbestandteile der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
bei der Schriftbildausbildung aufnehmen und begünstigen so eine sichere und schnelle
Funktionsweise der wärmeinduzierten Aufzeichnung. Die flächenbezogene Masse der pigmentierten
Zwischenschicht liegt bevorzugt zwischen 5 und 20 g/m
2 und noch besser zwischen 7 und 11 g/m
2.
[0023] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann eine Schutzschicht aufweisen, die
auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht aufgetragen ist und diese ganz oder
teilweise abdeckt. Die Schutzschicht nimmt dabei eine Aufgabe wahr, wie sie auch teilweise
von einer bevorzugt vorgesehenen Rückseitenbeschichtung erfüllt werden muss, nämlich
zum einen den Schutz der unter ihr angeordneten Aufzeichnungsschicht vor Umwelteinflüssen
wie Öle, Fette, Wasser und Weichmacher und zum anderen eine nochmalige Verbesserung
der Bedruckbarkeit insbesondere im Offset-und Flexodruck.
[0024] In einer ersten Ausführungsvariante weist eine solche Schutzschicht als Bindemittel
ein wasserunlösliches, selbstvemetzendes Acrylpolymer, ein Vemetzungsmittel und als
Pigment überwiegend einen alkalisch aufbereiteten Bentonit auf, wobei
- das Pigment der Schutzschicht aus einem oder mehreren anorganischen Pigmenten besteht
und mindestens 80 Gew.-% aus einem hoch gereinigten alkalisch aufbereiteten Bentonit
gebildet sind,
- das Bindemittel der Schutzschicht aus einem oder aus mehreren wasserunlöslichen, selbstvernetzenden
Acrylpolymeren besteht,
- und das Bindemittel-/Pigmentverhältnis in einem Bereich zwischen 7 : 1 und 9 : 1 liegt.
[0025] Als selbstvernetzendes Acrylpolymer innerhalb der Schutzschicht gemäß hier beschriebener
erster Ausführungsvariante ist ein selbstvemetzendes Bindemittel zu verstehen, ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Styrol-Acrylsäureester-Copolymerisat, ein Acrylamidgruppen
enthaltendes Copolymerisat aus Styrol/Acrylsäureester sowie ganz bevorzugt ein Copolymer
auf Basis von Acrylnitril, Methacrylamid und Acrylester. Neben dem alkalisch aufbereiteten
Bentonit kann als Pigment auch natürliches oder gefälltes Kalziumkarbonat, Kaolin,
Kieselsäure, Aluminiumhydroxid oder Titanoxid in die Schutzschicht eingebunden sein.
Hinsichtlich der Vernetzungsmittel sind insbesondere solche bevorzugt, die ausgewählt
sind aus der Gruppe umfassend
- zyklischen Harnstoff,
- Methylolhamstoff,
- Amoniumzirkoniumkarbonat und
- besonders bevorzugt Polyamidepichlorhydrinharz.
[0026] Durch die Wahl eines wasserunlöslichen, selbstvernetzenden Acrylpolymers als Bindemittel
und dessen Verhältnis einerseits zum Pigment in einem Bereich zwischen 7 : 1 und 9
: 1, andererseits und besonders bevorzugt zum Vernetzungsmittel größer als 5 : 1 ist
schon bei einer Schutzschicht mit relativ geringer flächenbezogener Masse eine hohe
Umweltresistenz des vorgeschlagen Aufzeichnungsmaterials gegeben.
[0027] Die Schutzschicht selbst kann mittels üblicher Streichwerke aufgetragen sein, wofür
unter anderem eine Streichfarbe nutzbar ist, wie sie oben beschrieben ist und für
die eine flächenbezogene Masse in einem Bereich von 1,5 bis 4,5 g/m
2 bevorzugt ist, oder die Schutzschicht kann alternativ auch aufgedruckt sein. Verarbeitungstechnisch
und hinsichtlich ihrer technologischen Eigenschaften besonders geeignet sind solche
Schutzschichten, die mittels aktinischer Strahlung härtbar sind. Unter dem Begriff
"aktinische Strahlung" sind UV- oder ionisierende Strahlungen, wie Elektronenstrahlen,
zu verstehen.
[0028] Eine alternativ zur oben beschriebenen ersten Ausführungsvariante mögliche zweite
Ausführungsvariante für eine die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht ganz oder
teilweise abdeckenden Schutzschicht enthält mindestens einen Polyvinylalkohol und
ein Vernetzungshilfsmittel. Es ist bevorzugt, dass der Polyvinylalkohol der Schutzschicht
mit Carboxyl- oder Silanolgruppen modifiziert ist. Eine solche Schutzschicht besitzt
eine hohe Affinität gegenüber der im Offset-Druckprozeß eingesetzten, bevorzugt UV-vemetzenden
Druckfarbe, was entscheidend mithilft, die Forderung nach einer verbesserten Bedruckbarkeit
innerhalb des Offset-Drucks zu erfüllen. Es ist weiterhin vorstellbar, Mischungen
verschiedener Carboxylgruppen- oder Silanol-modifizierter Polyvinylalkohole einzusetzen.
[0029] Als Vernetzungshilfsmittel in der Schutzschicht gemäß zweiter Ausführungsvariante
bieten sich insbesondere solche an, die ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend:
Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd, Formaldehydoligomere, Polyaminepichlorhydrinharz,
Dimethylharmstoff, Melaminformaldehyd. Auch Mischungen verschiedener Vernetzungshilfsmittel
sind möglich.
[0030] Es ist bevorzugt, wenn innerhalb der Schutzschicht gemäß der zweiten Ausführungsvariante
das Verhältnis der Gew.-% des modifizierten Polyvinylalkohols zu dem Vernetzungshilfsmittel
in einem Bereich von 20 : 1 bis 5 : 1 und besonders bevorzugt in einem Bereich von
12 : 1 bis 7 : 1 liegt. Es kann gesagt werden, dass sich dabei sich ein Verhältnis
des modifizierten Polyvinylalkohols zu dem Vernetzungshilfsmittel von 100 Volumenteile
zu 15 bis 30 Volumenteile bewährt hat.
[0031] Besonders gute Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Schutzschicht gemäß der zweiten
Ausführungsvariante zusätzlich ein anorganisches Pigment enthält. Dabei empfiehlt
es sich besonders, wenn das anorganische Pigment ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend
Siliziumdioxid, Aluminiumhydroxid, Kalziumkarbonat, Kaolin oder einer Mischung aus
den genannten anorganischen Pigmenten.
[0032] Es ist bevorzugt, die aus wirtschaftlichen Gründen möglichst einlagig auszubildende
Schutzschicht gemäß der zweiten Ausführungsvariante mit einer flächenbezogenen Masse
in einem Bereich von 1,5 g/m
2 bis 6 g/m
2 und besonders zwischen 1,7 g/m
2 und 3 g/m
2 aufzutragen, ohne auf die Einlagigkeit der Schutzschicht beschränkt zu sein. Als
vorteilhaft hat sich eine Glätte der Schutzschicht im Bereich von 500 und bevorzugt
von 800 oder noch besser 1.000 Bekk-Sekunden (sec) bis kleiner 3.000 Bekk-sec gezeigt.
Insbesondere sind Werte von 1.000 Bekk-sec bis kleiner 2.500 Bekk-sec und ganz besonders
bevorzugt von 1.200 Bekk-sec bis 2.000 Bekk-sec geeignet.
[0033] Das Erscheinungsbild der Schutzschicht wird maßgeblich durch die Art der Glättung
und der die Friktion im Glättwerk und Kalander beeinflussenden Walzenoberflächen und
deren Materialien bestimmt. Insbesondere wegen bestehender Marktanforderungen liegt
ein bevorzugter Bereich zwischen 30 % und 50 %, und ganz besonders bevorzugt zwischen
40 % und 48 %, gemessen nach Tappi 450 oder ISO 2813 bei einem Reflexionswinkel von
75°. Ein weiterer bevorzugter Bereich liegt zwischen 10 % und 15 %, bestimmt nach
gleichen Vorschriften und Parametern.
[0034] Besonders bewährt hat sich im Rahmen der dieser Erfindung vorausgegangenen Versuchsarbeiten
die Verwendung von Glättwerken, bei denen NipcoFlex
™- oder zonengeregelte Nipco-P
™-Walzen zum Einsatz kommen, ohne darauf in irgendeiner Art und Weise beschränkt zu
sein.
[0035] Eine besonders gute Bedruckbarkeit für das Offset-Druckverfahren liegt vor, wenn
die Schutzschicht des neuen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials einen möglichst
geringen polaren Anteil der als Summe aus dispersem und polarem Anteil zu bestimmenden
Obenflächenspannung aufweist. Die Bestimmung der Oberflächenspannung erfolgt dabei
nach Owens Wendt wie in
Journal of Applied Polymer Science, Vol. 13, 1969, Seiten 1741-1747: Estimation of the Surface Free Energy of Polymers; D.K. Owens, R.C. Wendt angegeben.
Ein geeigneter Bereich für die Messwerte des polaren Anteils der Oberflächenspannung
liegt oberhalb von Null und unterhalb von 15 mN/m (Milli-Newton pro Meter). Besonders
bevorzugt ist ein polarer Anteil der Oberflächenspannung kleiner 10 mN/m.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial
eine nicht wärmeempfindliche, rückseitige Pigmentbeschichtung auf. Als Pigmente in
der Rückseitenbeschichtung haben sich insbesondere Calciumcarbonat - bevorzugt mit
einer Teilchengröße in einem kolloidalen Bereich von 60% < 2 µm bis 90% < 2 µm - und/oder
Magnesiumcarbonat als geeignet erwiesen. Auch die folgenden Pigmente konnten mit positiven
Ergebnisse überzeugen:
- natürliches wie kalziniertes Kaolin, bevorzugt im kolloidalen Teilchengrößen-Bereich
von 60% bis 90% < 2 µm,
- Clay, Kieselsäure, Siliziumoxid, letzteres mit einer bevorzugten mittleren Teilchengröße
in einem Bereich von 1 bis 6 µm,
- Aluminiumhydroxid und Böhmit, letzteres mit möglichen mittleren Teilchengrößen bis
hin zu 0,5 bis 3 µm, wobei jedoch ganz besonders bevorzugt solche Böhmitprodukte sind,
die eine mittlere Teilchengröße in einem Bereich von 10 bis 100 nm aufweisen,
- sowie in einem besonderen Maße Talkum mit einer bevorzugten mittleren Teilchengröße
in einem Bereich von 1 bis 10 µm.
In zahlreichen, den dieser Erfindung zugrunde liegenden Versuchen wurden auch Mischungen
insbesondere der hier genannten Pigmente erfolgreich eingesetzt.
[0037] Bevorzugt enthält die Rückseitenbeschichtung mindestens eine als Vernetzer wirkende
Komponente auf Polyurethanbasis, bevorzugt ist ein anionisches Polyurethan in wässriger
Lösung, beispielsweise Eka SP AP 29, Eka Chemicals AB, 32301 Düren.
[0038] Neben den Pigmenten und der vernetzend wirkenden Komponente auf Polyurethanbasis
umfasst die Rückseitenbeschichtung bevorzugt Bindemittel und hier insbesondere Stärke,
Styrolbutadienlatex und gegebenenfalls Carboxy-Methyl-Cellulose. Auch die Mischung
verschiedener Bindemittel in mitunter stark divergierenden Mischungsverhältnissen
ist möglich und bevorzugt. Ferner sind optische Aufheller, Entschäumer sowie Komponenten
zur Viskositätsregelung nach den jeweiligen Erfordernissen übliche Zuschlagstoffe.
[0039] Es ist bevorzugt, dass die Rückseitenbeschichtung
■ zu 75 bis 90 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zu 77 bis 85 Gew.-% Pigmente,
■ zu 5 bis 25 Gew.-% Bindemittel,
■ sowie zu 0,5 bis 8 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zu 1,5 bis 3,5 Gew.-% Vernetzer
auf Polyurethanbasis enthält.
Liegt das Bindemittel entsprechend vorherstehender Ausführungen als Mischung vor,
weist die Rückseitenbeschichtung bevorzugt zu 1 bis 5 Gew.-% Stärke und dabei besonders
bevorzugt Mais-Stärke und zu 4 bis 20 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu 12 bis 19
Gew.-%, Styrolbutadienlatex auf.
[0040] In den dieser Erfindung zugrunde liegenden Versuchsreichen wurde herausgefunden,
dass ein Rückseitenstrich mit
■ einem Pigment-Bindemittel-Verhältnis von 10:1 bis 2:1 und besser zwischen 7,5:1
bis 3:1 sowie
■ einem Bindemittel-Vernetzer-Verhältnis von 20:1 bis 1:1 und besser zwischen 10,5:1
bis 5:1
die an ihn gestellten Anforderungen besonders gut erfüllt.
[0041] Besonders positive Ergebnisse lassen sich mit einem Auftragsgewicht für die Rückseitenbeschichtung
in einem Bereich von 2 bis 15 g/m
2 erreichen. Je nach verfügbaren Streichwerken und avisierten Einsatzzwecken des erfindungsgemäßen
Aufzeichnungsmaterials ist einerseits ein Bereich für das Auftragsgewicht der Rückseitenbeschichtung
von 2,5 bis 4,5 g/m
2, andererseits auch ein Bereich von 8,5 bis 12 g/m
2 ganz besonders bevorzugt. Als zum Auftrag der Rückseitenbeschichtung besonders geeignete
Streichwerke kommen insbesondere egalisierende Auftragsvorrichtungen wie Streichmesser-
und (Roll-) Rakelstreichwerke sowie Walzenstreichwerke in Betracht, ohne darauf in
irgendeiner Art und Weise beschränkt zu sein.
[0042] Die Erfinder erkannten, dass sich ein besonders hochwertiges Druckbild auf der Rückseite
des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials gewinnen lässt, wenn
die Rückseitenbeschichtung in zwei Lagen ausgebildet ist, von denen die erste, zur
Substratschicht hin orientierte Lage als reiner Bindemittel-Pigmentstrich ausgebildet
sein kann, während die zweite außen liegende Lage die als Vernetzer wirkende Komponente
auf Polyurethanbasis enthält. In diesem Fall ist es möglich, dass nur eine Lage mit
einer egalisierenden Auftragsvorrichtung aufgetragen ist, während sich für die zweite
Lage als Auftragsvorrichtung auch Luftbürste und Curtain-Coater anbietet.
[0043] Da die erfindungswesentliche wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht genauso wie die
vorgeschlagene Rückseitenbeschichtung des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
sehr gut zu trocknen sind, kann in einem einzigen Arbeitsgang beispielsweise innerhalb
einer Streichmaschine sowohl die Rückseitenbeschichtung wie auch die wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht gegebenenfalls einschließlich der sie vollständig abdeckenden
Schutzschicht aufgetragen und getrocknet werden.
[0044] Zu diesem Zweck kann eine solche Streichmaschine (a) eine Abrollvorrichtung, (b)
ein erstes Streichwerk, beispielsweise ein Curtain Coater, eine Luftbürste oder ein
Rollrakel-Streichwerk zur Auftragung der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht,
(c) einen ersten kontaktlosen Schwebetrocknerkanal, (d) ein Curtain Coater oder eine
Luftbürste zur Auftragung der Schutzschicht, (e) optional und je nach Bauart ein kontaktloses
Bahnführungssystem, (f) ein Filmaufragswerk zur Auftragung der Rückseitenbeschichtung,
(g) einen zweiten kontaktlosen Schwebetrocknerkanal, (h) eine Nachtrockenpartie mit
mehreren Trockenzylindern, (i) eine Rückbefeuchtungsanlage bzw. eine Beschichtungsanlage
wie ein Filmauftragswerk zur Optimierung der Planlage bzw. zur Reduzierung der Roll-Neigung,
(j) ein IR-Trocknungssystem, (k) ein oder mehrere Glättwerke mit jeweils einem oder
mehreren Pressnips insbesondere unter Verwendung von zonenregelbaren- und/oder Schuhpresswalzen
bzw. Bandkalander sowie (l) eine Aufrollvorrichtung vorsehen.
[0045] Ferner ist es vorstellbar, wenn zwischen der Abrollvorrichtung und dem ersten Streichwerk
(a, b) ein weiteres Streichwerk (b'), ausgeführt beispielsweise als Streichmesser-Auftragswerk
mit zugeordneter Trocknungsapparatur (b"), das können Schwebetrocknerkanal und/oder
Trockenzylinder sein, vorgesehen ist.
[0046] Auch wenn nicht auf Papier als Substrat beschränkt, ist Papier das Substrat, die
sich am Markt auch mit Blick auf die gute Umweltverträglichkeit wegen der guten Recyclingfähigkeit
durchgesetzt hat und die im Sinne der Erfindung bevorzugt ist.
[0047] Die in Beschreibung und Patentansprüchen gemachten Angaben zur flächenbezogenen Masse,
zu Gew.-% (Gewichts-%), zu Gew.-Teilen (Gewichts-Teilen) und zu Komponentenverhältnissen
beziehen sich, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt, jeweils auf das "atro"-Gewicht,
d.h. absolut trockene Gewichtsteile. Die Abkürzung "lutro" steht für lufttrocken,
und bedeutet, sofern genutzt, dass die so gekennzeichneten Komponenten in ihrer handelsüblichen
Lieferform beschrieben werden.
[0048] Das nachfolgende Beispiel und die nachfolgenden Vergleichsbeispiele werden die Erfindung
weiter verdeutlichen:
[0049] Auf einer Langsieb-Papiermaschine wird als Substratschicht eine Papierbahn aus gebleichten
und gemahlenen Laub- und Nadelholzzellstoffen mit einer flächenbezogenen Masse von
67 g/m
2 unter Zusatz üblicher Zuschlagstoffe in üblichen Mengen hergestellt. Frontseitig
wird online innerhalb der Streichmaschine mit einem Rollrakel-Streichwerk eine hauptsächlich
kalziniertes Kaolin als Pigment, Styroibutadienlatex als Bindemittel und Stärke als
Cobinder aufweisende Zwischenschicht von 9 g/m
2 aufgebracht.
[0050] Unter Verwendung einer Streichmaschine, wie sie in Absatz [0044] in ihrem Aufbau
beschrieben ist, werden auf die Zwischenschicht in dieser Reihenfolge mittels Rollrakel-Streichwerk
eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mit einer flächenbezogenen Masse von 5,4
g/m
2, mittels Luftbürste eine Schutzschicht von 2,0 g/m
2 und mittels Walzenstreichwerk mit nachgeschaltetem Rollrakel eine Rückseitenbeschichtung
von 3 g/m
2 aufgetragen.
[0051] In einer Versuchsreihe werden verschiedenen Streichfarben zur Ausbildung wärmeempfindlicher
Aufzeichnungsschichten aufgetragen, bei denen jeweils der Sensibilisator ausgetauscht
und alle anderen Komponenten gleich gelassen werden (nur das erfindungsgemäße Beispiel
1 enthält Tinuvin
® P, nur das Vergleichsbeispiel 2 enthält Tinuvin
® 144, nur das Vergleichsbeispiel 3 enthält Tinuvin
® 234, nur das Vergleichsbeispiel 4 enthält Tinuvin
® 312, nur das Vergleichsbeispiel 5 enthält Tinuvin
® 477 DW, nur das Vergleichsbeispiel 6 enthält BNE). In der folgenden Tabelle 1 werden
die Rezepturen der fertigen Aufzeichnungsschicht wiedergegeben, dabei ist Beispiel
1 erfindungsgemäß und zur Kennzeichnung grau hinterlegt, die Beispiele 2 bis 6 sind
Vergleichsbeispiele.
[0052] Zur Ausbildung der Schutzschicht wird eine Rezeptur verwendet, die
- als Pigment einen hoch gereinigten alkalisch aufbereiteten Bentonit mit Plättchenstruktur,
- als Bindemittel die wässrige Dispersion eines selbstvernetzenden Copolymers aus Acrylnitril,
Methacrylamid und Acrylester
- und als Vernetzungsmittel Polyamidepichlorhydrinharz
aufweist. Es werden ein Bindemittel-/Pigmentverhältnis von 8 : 1 und ein Bindemittel-/Vemetzungsmittel-Verhältnis
von 5,5 : 1 eingestellt. Durch Kalanderbehandlung wird zudem eine Glätte des fertigen
Aufzeichnungsmaterials auf der Seite mit der die Aufzeichnungsschicht abdeckenden
Schutzschicht von 1.800 Bekk-sec erzielt.

[0053] Zur messtechnischen Erfassung der Beständigkeit, genauer der prozentualen Beständigkeit
eines Thermoprobeausdruckes gegenüber Ethanol bzw. gegenüber Licht werden jeweils
schwarz/weiß kariert-gestaltete Thermoprobeausdrucke mit einem Gerät der Type Atlantek
400 der Firma Printrex (USA) erstellt, wobei ein Thermokopf mit Auflösung von 300
dpi und einer Energie pro Flächeneinheit von 16 mJ/mm
2 zum Einsatz kommt. Für jede Einzelbestimmung der prozentualen Beständigkeit eines
Thermoprobeausdruckes wird zunächst bei einem Thermoprobeausdruck an drei Stellen
die Druckdichte der schwarz gefärbten Flächen mit dem Densitometer Gretag MacBeth
TYPE D19C NB/U gemessen (Fa Gretag MacBeth, 8105 Regensdorf, Schweiz). Anschließend
erfolgt die jeweilige Behandlung des Thermoprobeausdrucks.
[0054] Diese Behandlung sieht im Falle der prozentualen Beständigkeit gegenüber Ethanol
das Eintauchen des Thermoprobeausdruckes in eine 25%-tige Ethanollösung (25 Vol.-%
Lösung, 23° C) über 20 Minuten vor. Der Ausdruck wird anschließend mit Löschpapier
vorsichtig abgetupft und dann über 24 Stunden bei 23° und 50% Luftfeuchte ruhen lassen.
[0055] Im Falle der Untersuchung der Lichtbeständigkeit eines Thermoprobeausdrucks sieht
die Behandlung des Thermoprobeausdrucks dessen Bestrahlung mit Xenonlicht vor, wofür
das Gerät Suntest CPS+ der Firma Atlas (63589 Linsengericht, Deutschland) unter Verwendung
eines Filters mit UV-Durchlass (290 nm), was die Bestrahlung mit Sonnenlicht simuliert,
benutzt wird. Die Bestrahlung des Thermoprobeausdrucks erfolgt solange, bis eine Energie
von 64.800 kJ/m
2 erreicht worden ist. Anschließend wird der Ausdruck über 24 Stunden bei 23° und 50%
Luftfeuchte ruhen lassen.
[0056] Nach dem Ruhen lassen erfolgt erneut die Bestimmung der dynamischen Druckdichte an
drei Stellen der schwarz gefärbten Flächen mit dem Densitometer Gretag MacBeth TYPE
D19C NB/U. Die jeweiligen Mittelwerte der Messungen vor/nach dem Bad in der Ethanollösung
bzw. vor/nach der Lichtbestrahlung werden gebildet und der Mittelwert nach dem Bad
(nach der Bestrahlung) prozentual bezogen auf den Mittelwert vor dem Bad (vor der
Bestrahlung).
[0057] Zur messtechnischen Erfassung der dynamischen Druckdichte in ODU ( = Optical Density
Units, gemäß DIN 16536-1, Ausgabe Mai 1997) wird ein schwarz/weiß kariert-gestalteter
Thermoprobeausdruck mit einem Gerät der Type Atlantek 400 der Firma Printrex (USA)
erstellt, wobei ein Thermokopf mit Auflösung von 300 dpi und einer Energie pro Flächeneinheit
von 11,7 mJ/mm
2 zum Einsatz kommt. Die Druckdichte selbst der schwarz gefärbten Flächen werden mit
dem Densitometer Gretag MacBeth TYPE D19C NB/U gemessen (Fa Gretag MacBeth, 8105 Regensdorf,
Schweiz), wobei für jeden Messwert die dynamischen Druckdichten an drei Stellen gemessen
und aus den drei Einzelwerten das arithmetische Mittel gebildet wird.
[0058] An den Proben It. Beispiel 1 und It. der Vergleichsbeispiele 2 bis 6 wurden gemäß
der vorstehend beschriebenen Vorgaben die Beständigkeiten gegenüber Ethanol als Beispiel
für die Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, die Beständigkeiten gegenüber Licht
und die Empfindlichkeit gegenüber zugeführter Wärme in Form eines Thermodruckbildes
gemessen. Die Messwerte sind den letzten drei Spalten der Tabelle 1 zu entnehmen.
[0059] Aus den Messwerten der Tabelle 1 ist zu erkennen, dass die Proben des erfindungsgemäßen
Beispiels 1 eine sehr gute Beständigkeit gegenüber Ethanol, eine sehr gute dynamische
Empfindlichkeit und eine überlegene Lichtbeständigkeit aufweisen. Damit erfüllt nur
das erfindungsgemäße Beispiel 1 die Anforderungen einer hervorragenden Beständigkeit
gegenüber Umwelteinflüssen sowie einer hervorragende Lichtbeständigkeit bei gleichzeitig
ausreichender Empfindlichkeit gegenüber zugeführter Wärme in Form eines Thermodruckbildes.
Gleichzeitig wurde an den Proben des erfindungsgemäßen Beispiels 1 eine sehr gute
Bedruckbarkeit, mit Blick auf die Offset-Bedruckbarkeit zudem eine hervorragende Rupffestigkeit
festgestellt.
[0060] Das Vergleichsbeispiel 3 weist zwar eine höhere Beständigkeit gegenüber Ethanol als
das erfindungsgemäße Beispiel 1 auf, jedoch sind die Messwerte von Vergleichsbeispiel
3 hinsichtlich der Lichtbeständigkeit und der dynamische Druckdichte viel zu schlecht:
im Sinne der Erfindung soll dabei die Lichtbeständigkeit bevorzugt einen Wert von
55 % übersteigen, die dynamische Druckdichte soll bevorzugt einen Wert von 1,0 ODU
übersteigen und die Beständigkeit gegenüber Ethanol soll bevorzugt einen Wert von
80 % übersteigen - besonders bevorzugt einen Wert von mindestens 81 % aufweisen, wobei
die genannten Werte mit Bezug auf die obigen Definition zur messtechnischen Erfassung
der entsprechenden Messgrößen gelten.
[0061] Das Vergleichsbeispiel 6 weist zwar höhere Werte für die dynamische Druckdichte als
das efindungsgemäße Beispiel 1 auf, jedoch sind die Messwerte von Vergleichsbeispiel
6 hinsichtlich der Lichtbeständigkeit und der Beständigkeit gegenüber Ethanol viel
zu schlecht - mit Blick auf die Beständigkeit gegenüber Ethanol sogar der schlechteste
Wert in der Versuchsreihe.
[0062] Die vorstehend beschriebenen Versuche schildern so in anschaulicher Weise die überlegenen
Eigenschaften des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials.
1. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem Substrat, das auf mindestens einer
Seite eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mit einem Farbstoffvorläufer und
einem Farbakzeptor aufweist, wobei Farbstoffvorläufer und Farbakzeptor unter Einwirkung
von Wärme farbbildend miteinander reagieren
dadurch gekennzeichnet, dass
die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Farbakzeptor N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
gemäß der folgenden Formel (1):

und ferner 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß der folgenden Formel (2)

als Sensibilisator aufweist.
2. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß der Formel (2) alleiniger Sensibilisator
in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht ist.
3. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff gemäß Formel
(1) alleiniger Farbakzeptor in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht ist.
4. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis des Sensibilisators gemäß Formel (2) zum Farbakzeptor gemäß Formel
(1) in einem Bereich von 5 : 10 bis 9 : 10 liegt.
5. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht 3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran
als Farbstoffvorläufer aufweist.
6. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Bindemittel ausschließlich Polyvinylalkohol
in Verbindung mit einem Acrylat-Copolymer enthält.
7. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial zwischen Substrat und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht
eine pigmentierte Zwischenschicht enthält.
8. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht ganz oder teilweise mit einer Schutzschicht
abgedeckt ist, wobei die Schutzschicht als Bindemittel Carboxylgruppen- oder Silanol-modifizierter
Polyvinylalkohole enthält.
9. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht Vernetzungshilfsmittel enthält, die ausgewählt sind aus der Gruppe
umfassend: Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd, Formaldehydoligomere, Epiochlorhydrinharz,
Dimethylharnstoff, Melaminformaldehyd.
10. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial eine nicht wärmeempfindliche, rückseitige Pigmentbeschichtung
aufweist.
11. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die die Rückseitenbeschichtung mindestens eine als Vernetzer wirkende Komponente
auf Polyurethanbasis enthält.
12. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseitenbeschichtung
- ein Pigment enthält, ausgesucht aus der Liste, umfassend Calciumcarbonat, natürliches
wie kalziniertes Kaolin, Clay, Kieselsäure, Siliziumoxid, Aluminiumhydroxid, Böhmit
und Talkum.
- sowie ein Bindemittel enthält, ausgesucht aus der Liste, umfassend Stärke, Styrolbutadienlatex
und gegebenenfalls Carboxy-Methyl-Cellulose.
13. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseitenbeschichtung
■ zu 75 bis 90 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zu 77 bis 85 Gew.-% Pigmente,
■ zu 5 bis 25 Gew.-% Bindemittel,
■ sowie zu 0,5 bis 8 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zu 1,5 bis 3,5 Gew.-% Vernetzer
auf Polyurethanbasis enthält.
14. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseitenbeschichtung
- ein Pigment-Bindemittel-Verhältnis von 10:1 bis 2:1 und besser zwischen 7,5:1 bis
3:1 sowie
- ein Bindemittel-Vemetzer-Verhältnis von 20:1 bis 1:1 und besser zwischen 10,5:1
bis 5:1
aufweist.