[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Anzeige von Emissionen
eines Kraftfahrzeuges.
[0002] Aus der
DE 39 16 467 A1 ist ein Verfahren zum Anzeigen des Schadstoffausstoßes einer Brennkraftmaschine in
einem Kraftfahrzeug bekannt, mit einem im Kraftfahrzeug montierten Anzeigegerät, welches
ständig den momentanen Schadstoffausstoß anzeigt, wobei der Schadstoffausstoß der
Brennkraftmaschine über Last- und Drehzahl auf einem Prüfstand ermittelt und in einem
Kennfeld abgelegt wird, die über Last- und Drehzahl-Sensoren an der Brennkraftmaschine
im Kraftfahrzeug ermittelten Werte mit dem Kennfeld verglichen werden, die korrespondierenden
Schadstoffwerte ausgelesen und am Anzeigegerät angezeigt werden.
[0003] Aus der
EP 1 548 242 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Anzeige von Emissionen eines Kraftfahrzeuges
wie beispielsweise CO
2, NO
x, SO
x oder Kohlenwasserstoff bekannt, die mittels eines Sensors erfasst werden und auf
einem Display angezeigt werden. Dabei werden die Werte der Emissionen über ein gewichtetes
Punktesystem dargestellt. Vorzugsweise werden die Werte im Vergleich zu einem Standard-Wert
dargestellt. Dies kann beispielsweise auch in Form von Balkendiagrammen erfolgen.
Der Standardwert kann auf eine Zeit oder Fahrleistung bezogen werden und wird vorzugsweise
vom Kraftfahrzeughersteller ermittelt und in einem Speicher abgelegt.
[0004] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Anzeige von Emissionen eines Kraftfahrzeuges derart zu verbessern, das der Nutzer
sinnfälliger über die Emissionen informiert wird.
[0005] Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit den Merkmalen
der Patentansprüche 1 und 7. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Hierzu umfasst die Vorrichtung zur Anzeige von Emissionen eines Kraftfahrzeuges mindestens
einen Sensor, der Emissionen misst oder aus dessen Sensorwerten die Emissionen ermittelbar
sind, eine Auswerte- und Steuereinheit und eine Anzeigeeinheit, auf der die Emissionen
dargestellt werden, wobei der zeitliche Verlauf der Emissionen für einen vorgegebenen
Zeitraum auf der Anzeigeeinheit dargestellt werden. Hierdurch erhält der Kraftfahrzeugführer
einen besseren Überblick, insbesondere wie sein Fahrstil mit den Emissionen korreliert.
Des Weiteren kann dieser über den zeitlichen Verlauf auch besser verfolgen, wie Änderungen
im Fahrstil oder auch andere Kraftstoffe sich auf die Emissionen auswirken. Bevorzugt
wird als Emission der CO
2-Ausstoß dargestellt, aber auch andere Emissionen wie NO
x, SO
x oder Kohlenwasserstoffe können angezeigt werden. Der Sensor kann dabei die Emissionen
direkt messen oder aber aus den Sensorwerten wird die Emission ermittelt. Hierzu werden
beispielsweise Kennfelder zu Last- und Drehzahlbereichen vorab ermittelt, so dass
dann indirekt über die Fahrparameter auf die Emission geschlossen wird. Vorzugsweise
wird jedoch direkt gemessen. Die Darstellung des zeitlichen Verlaufs kann dabei auch
derart erfolgen, dass die Fahrleistung zeitlich aufgelöst wird, beispielsweise also
alle 1 bis 2 km ein Wert für die Emission aufgetragen wird. In diesem Fall kann der
zeitliche Abstand zwischen zwei Werten in der Darstellung variieren. Vorzugsweise
erfolgt die zeitliche Darstellung grafisch.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der vorgegebene Zeitraum einstellbar. Hierdurch
kann der Kraftfahrzeugführer bedarfsweise kurze Zeiträume mit hoher Auflösung oder
lange Zeiträume mit geringer Auflösung auswählen. Mit letzterem kann beispielsweise
ein Langzeitverhalten der Emission dargestellt werden, wobei bei kurzen Zeiträumen
beispielsweise die Emission bei einer bestimmten Fahrroute dargestellt wird. Dabei
ist es auch möglich, an der grafischen Darstellung konkrete Zeitpunkte bzw. Uhrzeiten
anzugeben und/oder Orientierungspunkte einer digitalen Straßenkarte, um die Zuordnung
der Emission zu bestimmten Fahrsituationen zu verbessern. Dabei sei noch einmal erwähnt,
dass der Zeitraum auch durch eine Fahrleistung in Kilometer angegeben sein kann, der
dann ebenfalls einstellbar ist.
[0008] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der zeitliche Verlauf durch eine
Aneinanderreihung von Balken als Balkendiagramm dargestellt, was einen etwas plastischeren
Eindruck von den Emissionen erzeugt als eine analoge kontinuierliche Darstellung.
[0009] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der zeitliche Verlauf grafisch
dargestellt, wobei ein fahrzeugtypischer Mittelwert grafisch als Referenz dargestellt
ist. Der Mittelwert kann dabei als ein diskreter Wert oder als Balken dargestellt
sein, der einen Durchschnittsbereich symbolisiert. Es ist auch denkbar, dass die Referenz
fahrsituationsspezifisch veränderbar ist. Beispielsweise kann die Referenz bei sehr
niedrigen Außentemperaturen höher sein, da dann auch üblicherweise der Kraftstoffverbrauch
höher ist
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird zusätzlich zur zeitlichen Darstellung
ein Minimal- und/oder Maximal- und/oder Durchschnittswert der Emission im Zeitraum
der Darstellung numerisch dargestellt.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die zeitliche Darstellung in einem
Tachometer angeordnet.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher
erläutert. Die einzige Figur zeigt eine beispielhafte Darstellung der CO
2-Emission auf einer Anzeigeeinheit.
[0013] Die Anzeigeeinheit 1 umfasst ein Display, das in vier Anzeigebereiche 2, 3, 4, 5
unterteilt ist. Der erste Anzeigebereich 2 dient zur Darstellung bzw. Anordnung eines
Tachometers. Das Tachometer kann dabei digital ein Tachometer nachbilden oder aber
ein Tachometer-Bauelement ist in die Anzeigeeinheit 1 integriert. Im ersten Fall kann
dann die Anzeigeeinheit 1 als ein monolithisches Display ausgebildet sein. Innerhalb
des Tachometers ist ein zweiter, zentraler Anzeigebereich 3 angeordnet. Dieser zweite
Anzeigebereich ist vorzugsweise nicht überlappend mit dem ersten sowie dritten und
vierten Anzeigebereich 2, 4, 5 ausgebildet. In dem dritten Anzeigebereich und dem
vierten Anzeigebereich sind weitere Informationen dargestellt. Der dritte und vierte
Anzeigebereich 4, 5 stellen dabei Nebenbereiche zum zweiten, zentralen Anzeigebereich
3 dar. Im dritten Anzeigebereich 4, der links seitlich neben dem Tachometer angeordnet
ist, ist ein piktogrammförmiger Pfeil als Hinweiselement eines Navigationssystems
dargestellt. Der dritte Anzeigebereich 4 kann sich dabei um bis zu 180° um den Tachometer
schmiegen. Im vierten Anzeigebereich 5 ist eine symbolhafte Darstellung für die Tankreichweite
dargestellt. Im dargestellten Beispiel besteht die Darstellung aus unterschiedlichen
farbigen Quadraten, wobei die Größe der Quadrate und/oder die Farbe sich in Abhängigkeit
der Tankreichweite verändert. Auch der vierte Anzeigebereich 5 kann sich um bis zu
180° um den Tachometer schmiegen, so dass im Extremfall der dritte und vierte Anzeigebereich
4, 5 aneinander stoßen. Üblicherweise aber sind der dritte und vierte Anzeigebereich
4, 5 begrenzt, so dass der Anzeigeplatz in den Ecken der Anzeigeeinheit für weitere
Informationen genutzt werden kann. Wie ersichtlich, können in dem dritten und vierten
Anzeigebereich zusätzliche alphanumerische Angaben angezeigt werden.
[0014] Im zweiten Anzeigebereich ist die Emission von CO
2 für einen vorgegebenen Zeitraum grafisch in Form einer Aneinanderreihung von Balken
6 als Balkendiagramm dargestellt. Die Höhe der Balken 6 ist dabei proportional zur
Menge der Emission. Die Breite der Balken 6 entspricht einer Zeit oder einer Fahrleistung
in km. Nachfolgend sei angenommen, dass die Breite eines Balkens 6 5 km Fahrleistung
entspricht. Da achtzehn Balken 6 dargestellt sind, ergibt sich somit ein zeitlicher
Verlauf der Emission von CO
2 über 90 km Fahrleistung. Senkrecht zu Balken 6 ist ein Balken 7 dargestellt, der
einen fahrzeugtypischen Mittelwert bzw. Mittelwertbereich für die CO
2-Emission darstellt. Beispielsweise liegt der Mittelwerbereich bei 90 - 100 g/km.
Vorzugsweise ist dabei der Balken 7 andersfarbig als die Balken 6 dargestellt. Unter
den Balken 6 sind alphanumerisch ein Minimalwert für die Emission, ein Durchschnittswert
und ein Maximalwert für den dargestellten Zeitraum bzw. die dargestellte Fahrleistung
dargestellt. Im dargestellten Beispiel beträgt der Minimalwert 85 g/km, der durchschnittliche
Wert 92 g/km und der Maximalwert 120 g/km. Bedarfsweise können an den Balken 6 und/oder
7 weitere numerische Angaben über die Emission dargestellt sein.
[0015] Zur Darstellung auf der Anzeigeeinheit ist diese mit einer nicht dargestellten Auswerte-
und Steuereinheit verbunden, die vorzugsweise über ein Bussystem die Daten von verschiedenen
Sensoren wie beispielsweise einem CO
2-Sensor, einem Kraftstoff-Füllstandssensor, einem Wegsensor einem Zeit-Sensor und
einem Navigationssensor erhält. Aus diesen Daten berechnet die Auswerte- und Steuereinheit
die darzustellenden Größen. Dabei sind vorzugsweise dort auch die Werte für den fahrzeugtypischen
Mittelwert und der vorgegebene Zeitraum bzw. die vorgegebene Fahrleistung abgelegt.
Des Weiteren werden dort auch die CO
2-Werte zwischengespeichert, um den zeitlichen Verlauf darzustellen. Die von der Auswerte-
und Steuereinheit aufbereiteten Daten dienen dann zur Ansteuerung der Anzeigeeinheit
1.
1. Verfahren zur Anzeige von Emissionen eines Kraftfahrzeugs, mittels mindestens eines
Sensors, der Emissionen misst oder aus dessen Sensorwerten die Emissionen ermittelt
werden, einer Auswerte- und Steuereinheit und einer Anzeigeeinheit, auf der die Emissionen
dargestellt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zeitliche Verlauf der Emissionen für einen vorgegebenen Zeitraum auf der Anzeigeeinheit
(1) dargestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Zeitraum einstellbar ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zeitliche Verlauf durch eine Aneinanderreihung von Balken (6) als Balkendiagramm
dargestellt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zeitliche Verlauf grafisch dargestellt wird, wobei ein fahrzeugtypischer Mittelwert
grafisch als Referenz dargestellt ist.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur zeitlichen Darstellung ein Minimal-, Maximal- und/oder Durchschnittswert
der Emission im Zeitraum der Darstellung numerisch dargestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Darstellung der Emission in einem zentralen Anzeigebereich (3) innerhalb
des Tachometers angeordnet ist.
7. Vorrichtung zur Anzeige von Emissionen eines Kraftfahrzeuges, umfassend mindestens
einen Sensor, der Emissionen misst oder aus dessen Sensorwerten die Emissionen ermittelbar
sind, eine Auswerte- und Steuereinheit und eine Anzeigeeinheit, auf der die Emissionen
dargestellt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zeitliche Verlauf der Emissionen für einen vorgegebenen Zeitraum auf der Anzeigeeinheit
(1) dargestellt werden.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Zeitraum einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zeitliche Verlauf durch eine Aneinanderreihung von Balken (6) als Balkendiagramm
dargestellt wird.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zeitliche Verlauf grafisch dargestellt ist, wobei ein fahrzeugtypischer Mittelwert
grafisch als Referenz dargestellt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur zeitlichen Darstellung ein Minimal-, Maximal- und/oder Durchschnittswert
der Emission im Zeitraum der Darstellung numerisch dargestellt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Darstellung der Emission in einem zentralen Anzeigebereich (3) innerhalb
des Tachometers angeordnet ist.