[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Trolley-Koffer.
[0002] Herkömmlicherweise ist ein Koffer ein quaderförmiges Behältnis für den Transport
von Gegenständen. Dabei werden in der Außenfläche handelsüblicher Koffer verschiedene
Materialien verwendet, wobei besonders Leder und Stoff - in andern Fällen aber auch
Metall oder Hartplastik - Verwendung finden. Dies ist auch ein generelles Unterscheidungsmerkmal
von Koffern, wobei Stoff und Leder als weiche Materialien in der einen Kategorie und
Metall und Hartplastik als harte Materialien in der anderen Kategorie zusammengefasst
werden.
[0003] Vertreter der zweiten Kategorie sind insbesondere die in einer späteren Entwicklung
entstanden Hartschalenkoffer. Bei diesen wird der quaderförmige Grundkörper des Koffers
üblicherweise halbiert und die Quaderhälften aus schalenförmigen Hartplastik ausgeführt.
Die Hartschalen stellen unverformbaren Staufächer innerhalb des Koffers, so dass das
Transportgut insbesondere die Kleidung im Koffer geschützt verwahrt werden kann. Nachteilig
an Hartschalenkoffern ist die geringe Flexibilität wie auch das hohe Gewicht. So nimmt
der Koffer unabhängig vom Inhalt ein bestimmtes Volumen ein, so dass ein relativ kleiner
Kofferraum von den Hartschalenkoffern schnell ausgefüllt wird. Ein hohes Gewicht erschwert
den Transport des Koffers.
[0004] Daher wurden ausgehend von den Hartschalenkoffer, um dem Reisenden einen einfacheren
Transport auch schwerer Koffer zu ermöglichen, Koffer mit Rollen entwickelt. Dabei
wurden die Rollen zunächst an einer Schmalseite des Stellbodens des Koffers angebracht
und die diagonal gegenüberliegende Seite mit einem Hangriff versehen. Durch Anheben
des Koffers am Handgriff wird das Gewicht des Koffers überwiegend auf die Rollen verlagert,
was einen einfacheren Bewegen erlaubt. Auch wenn dies durchaus schon zufriedenstellenden
Transportkomfort ermöglicht, verursacht doch die enge Anordnung der Rollen an der
Schmalseite des Stellbodens manchmal ein Stabilitätsproblem bei Transport.
[0005] Eine der Antworten auf dieses Problem war die Entwicklung des Trolley-Koffers, der
sich im Markt gegenwärtig außerordentlicher Beliebtheit erfreut. Dabei werden die
Rollen nicht auf der Schmalseite des Stellbodens angeordnet sondern an einer längeren
Seite des sogenannten Rollbodens, wobei die Laufrichtung der Rollen nicht wie im oben
beschriebenen Modell parallel zur längsten Seite (Längsachse) des quaderförmigen Koffers
ausgerichtet sind, sondern quer (im rechten Winkel) zu dieser. Der Handgriff zum Rollen
des Trolley-Koffers ist dabei auf der gegenüberliegenden Seite aber auf der gleichen
Front des quaderförmigen Koffers angebracht, so dass ein Kippen des Koffers über den
Handgriff den Schwerpunkt des Koffers auf die Rollen verlagert. Abweichend von diesem
Grundtyp des Trolleys, in dem die Laufrichtung der Rollen quer zur längsten Seite
(Längsachse) des quaderförmigen Koffers ausgerichtet sind, gibt es in jüngerer Zeit
Trolley-Modelle, in denen - vorzugsweise vier - in einer Ebene um 360° bewegliche
Rollen auf dem Rollboden angebracht werden, um die Beweglichkeit des Trolleys zu erhöhen.
[0006] Parallel zur oben beschriebenen Kategorisierung der Koffer in Hart- und Weichmaterialkoffer
gibt es auch bei Trolleys Hartschalen-Trolleys und Weichmaterial-Trolleys. Bei den
stabilen Hartschalen-Trolleys ist wie oben beschrieben das quaderförmige Koffervolumen
meist in zwei etwa gleichgroße Hälften geteilt. Als großer Vorteil erlaubt diese Teilung
in zwei etwa gleichgroße Hälften bei geöffneten Zustand einen optimalen Zugang zum
Gesamtkofferinhalt, so dass der Koffer meist gar nicht mehr ausgepackt werden muss,
was dem Reiseverhalten vieler aktuell Reisender entspricht. Die dem Hartschalenkoffer
inhärenten Probleme wie mangelnde Flexibilität und hohes Gewicht bleiben allerdings
auch beim Hartschalen-Trolley.
[0007] Bei den gegenwärtig marktüblichen Weichmaterial-Trolleys hingegen, erlaubt das weichere
flexiblere Material eine deutlich bessere Ausnutzung des Raumes beim Einpacken und
auch das Gewicht des Weichmaterial-Trolleys ist deutlich geringer als das des Hartschalen-Modells.
Allerdings bedingt die höhere Flexibilität des Weichmaterials gleichzeitig einen Mangel
an Stabilität und Schutz für die zu transportierenden Gegenstände. Im übrigen - und
wohl zum Ausgleich der oben genannten mangelnden Stabilität - sind gegenwärtig alle
im Markt üblichen Weichmaterial-Trolleys so ausgeführt, dass das quaderförmige Koffervolumen
von dem Kofferelement umfasst und definiert wird, an dem Handgriff und Rollen angebracht
sind, so dass dieses Kofferelement lediglich mit einem Kofferdeckel (mit gar keinem
oder nur geringem eigenem Stauvolumen) verschlossen wird. Dadurch wird aber ein Leben
aus dem Koffer wie für den Hartschalen-Trolley beschrieben erheblich erschwert.
[0008] Aufgabe der Erfindung war es daher, die Vorteile beider Trolley-Kategorien in einem
Modell zu vereinen:
das geringere Gewicht und die höhere Flexibilität des Weichmaterial-Trolleys mit der
günstigen Aufteilung des quaderförmige Koffervolumens in zwei etwa gleichgroße Hälften
beim Hartschalen-Trolley, wobei in entscheidender Weise auch die Stabilität des Koffers
gewährleistet sein muss.
[0009] Das
US Patent 5,819,890 offenbart einen Reisekoffer zum Transport von Bekleidungsstücken. Der Reisekoffer
besitzt ein quaderförmiges Gehäuse, das aus zwei gegenüberliegenden Fächern besteht.
Jedes Fach ist von einem steifen U-förmigen Rahmen begrenzt. Die Fächer besitzen eine
Gemeinsame Seite. Diese gemeinsame Seite bildet die Stellfläche des Koffers; sie ist
faltbar, so dass die Fächer aufeinander geklappt werden können. Die festen Rahmen
des ersten und zweiten Fachs bestehen aus Plastik. Die Schenkel des U-förmigen Rahmens
erstrecken sich zur gemeinsamen Seite hin. Die gemeinsame Seite und die Schenkel werden
jeweils über einen rechteckigen Abstandshalter miteinander verbunden. Ein Reißverschluss
ist vorgesehen, der zwischen den U-förmigen Rahmen angeordnet ist. Mittels eines Reissverschlusses
zwischen den U-förmigen Rahmen werden die Gepäckschalen verschlossen. Die Verwendung
des U-förmigen Rahmens dient der Formstabilität des Koffers. Durch den Rahmen soll
die Stabilität der im Übrigen aus Stoff gefertigten Gepäckschalen erhöht. Allerdings
ist die gewonnene Formstabilität nicht allzu hoch. Die U-förmigen Schalen sind über
ein Verbindungselement mit dem Gepäckboden verbunden. Das hat zur Folge, dass die
gemeinsame Seite und die U-förmigen Rahmen relativ zueinander beweglich sind. Deshalb
kann die Stellfläche des Koffers gegen die darüberliegenden Rahmen verschoben werden.
Zusätzlich bietet die Reißverschluss-Verbindung zwischen den U-förmigen Rahmen weiteres
Spiel zwischen den U-förmigen Elementen. Gemäß
US Patent 5,819,890 ist ein weiterer Rahmen vorgesehen, der ein weiteres Kofferfach 108 mit der Rückseite
10 des Koffers verbindet. An dem Rahmen sind Rollen 112 befestigt. Dadurch wird das
Gewicht des Koffers wiederum erhöht. Der Koffer gemäß
US Patent 5,819,890 vereint deshalb ein relativ hohes Gewicht mit einem bescheidenen Zuwachs an Stabilität.
[0010] Es ist daher - wie oben beschrieben - Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Koffer
bereitzustellen, der bei niedrigem Gewicht ein hohes Maß an Stabilität und Mobilität
gewährleistet, und über die Aufteilung des quaderförmige Koffervolumen in etwa gleichgroße
Hälften den Nutzungskomfort zu erhöhen.
[0011] Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des beigefügten Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß
wird ein Koffer bereitgestellt, der ein Gehäuse besitzt, das aus zwei Kofferelementen
besteht. Jedes Kofferelement besitzt einen formstabilen Rahmen, der ein Weichmaterial
vollständig umschließt. Der erfindungsgemäße Rahmen gleicht im Profil einer geschlossenen
Kurve, die eine Fläche einschließt. Die eingeschlossene Fläche wird durch das Weichmaterial
ausgefüllt. Das vom einen Kofferelement eingefasste Volumen entspricht 50 bis 200
% des vom anderen Kofferelement eingefassten Volumens. Der Koffer weist außerdem einen
ausziehbaren Griff zum Ziehen des Koffers ebenso wie zumindest zwei Rollen auf. Der
Reisende kann damit den Koffer über den Boden rollen, anstatt ihn tragen zu müssen.
Dabei sind der ausziehbare Griff und mindestens zwei der Rollen am selben Kofferelement
befestigt, wobei die Rollen an der dem ausziehbaren Griff entgegengesetzten Seite
des Kofferelements angeordnet sind.
[0012] Besonders bevorzugt - und ein Merkmal der ersten Alternative der Erfindung - ist
es, wenn die Laufrichtung der Rollen quer zum formstabilen Rahmen des mit diesen verbundenen
Kofferelements ist.
[0013] Der Erfindungsgegenstand verfügt über alle in der Aufgabenstellung gewünschten Vorteile
und ist insbesondere auch stabiler als der explizit beschriebene Stand der Technik,
da hier der Rahmen nicht wie im Stand der Technik U-förmig ist. Der erfindungsgemäße
Rahmen gleicht im Profil einer geschlossenen Kurve, die eine Fläche einschließt. Der
Rahmen besitzt demnach keine Schenkel. Folglich ist er formbedingt stabiler als der
U-förmige Rahmen des Standes der Technik. Ferner erübrigt sich eine wenig stabile
Verbindung zwischen Kofferstellfläche und Rahmen.
[0014] Ein die Aufgabe ebenfalls lösender Alternativ-Gegenstand ist der Gegenstand nach
beigefügtem Anspruchs 1 in Verbindung mit beigefügtem Anspruch 3. Er entspricht weitgehend
den Merkmalen des Gegenstands des beigefügten Anspruchs 1. Daher wird auch hier erfindungsgemäß
ein Koffer bereitgestellt, der ein Gehäuse besitzt, das aus zwei Kofferelementen besteht.
Jedes Kofferelement besitzt einen formstabilen Rahmen, der ein Weichmaterial vollständig
umschließt. Der erfindungsgemäße Rahmen gleicht im Profil einer geschlossenen Kurve,
die eine Fläche einschließt. Die eingeschlossene Fläche wird durch das Weichmaterial
ausgefüllt. Das vom einen Kofferelement eingefasste Volumen entspricht 50 bis 200
% des vom anderen Kofferelement eingefassten Volumens. Der Koffer weist außerdem einen
ausziehbaren Griff zum Ziehen des Koffers ebenso wie zumindest zwei Rollen auf. Der
Reisende kann damit den Koffer über den Boden rollen, anstatt ihn tragen zu müssen.
Dabei sind der ausziehbare Griff und mindestens zwei der Rollen am selben Kofferelement
befestigt, wobei die Rollen an der dem ausziehbaren Griff entgegengesetzten Seite
des Kofferelements angeordnet sind.
[0015] Im vorliegenden Alternativ-Gegenstand sind allerdings die - vorzugsweise vier - Rollen
in einer Ebene um 360° beweglich und haben daher keine fixierte Laufrichtung. Vorzugsweise
sind die Rollen am Rollboden angeordnet und parallel zu diesem um 360° beweglich.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform entspricht das von dem einen Kofferelement eingefasste
Volumen 75 bis 150 %, vorzugsweise 85 bis 120 % des vom anderen Kofferelement eingefassten
Volumens.
[0017] Der Koffer besitzt gemäß einer bevorzugten Ausführungsform eine Schwenklagerung,
welche den ersten und zweiten Rahmen schwenkbar miteinander verbindet. Der Koffer
kann durch Schwenken der Rahmen um eine Schwenkachse geöffnet und geschlossen werden.
Als Schwenklagerung können Scharniere oder Gelenke eingesetzt werden.
[0018] Die Schwenkachse zum Verschwenken der Koffer-Elemente ist vorzugsweise parallel zu
einer Längsachse des Koffers ausgerichtet. Die Längsachse des Koffers ist vertikal
ausgerichtet, wenn der Koffer auf dem Rollboden steht, an dem die Rollen angeordnet
sind.
[0019] Der erste und zweite Rahmen sind bevorzugt aus Aluminium oder Hartplastik gefertigt.
Beide Materialien vereinen eine große Stabilität mit einem geringen Gewicht, so dass
sie für den Einsatz im Koffer besonders geeignet sind.
[0020] Das Weichmaterial des ersten und zweiten Kofferelements ist vorzugsweise aus Stoff
oder Leder, wobei Stoff besonders bevorzugt ist.
[0021] Der Koffer ist bevorzugt derart ausgebildet, dass der erste Rahmen eine Aussparung
und der Zweite Rahmen einen Vorsprung aufweist, so dass im geschlossenen Zustand der
Vorsprung in die Aussparung hineinragt. Vorzugsweise stellen der Vorsprung und die
Aussparung im verschlossenen Zustand eine formschlüssige Verbindung dar, so dass die
Rahmen nicht relativ zueinander verschoben werden können. Vorsprung und Aussparung
sind vorzugsweise derart ausgebildet, dass im verschlossenen Zustand der Rahmen mit
Aussparung den Vorsprung nach außen hin verdeckt. Vorsprung und Aussparung sorgen
zusätzlich dafür, dass die beiden Rahmen im verschlossenen Zustand richtig aufeinander
liegen. Ferner könne Vorsprung und Aussparung eine Nut- und Federverbindung bilden.
In diesem Fall ist in dem ersten Rahmen eine Nut vorgesehen, in die der Vorsprung
formschlüssig hineinpasst. Der Vorsprung ist als separates Verbindungsstück ausgeführt.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform bilden im verschlossenen Zustand die ersten
und zweiten Stoffe der Kofferelemente einander entgegengesetzte Flächen des Koffergehäuses.
Die Aussparung und der Vorsprung des ersten und zweiten Rahmens verlaufen im verschlossenen
Zustand entlang der jeweiligen Rahmen und zwischen den Kofferelementen.
[0023] Vorzugsweise besitzt der erfindungsgemäße Koffer einen Spannverschluss zum Verschließen
des Koffers. Der Spannverschluss bewirkt, dass die Schalen der Kofferelemente im verschlossenen
Zustand aufeinandergedrückt werden. Damit wird verhindert, dass die Kofferelemente
um die Schwenkachse gegeneinander verschwenkt werden können. Die Vorsprünge und Vertiefungen
greifen in diesem Zustand ineinander. Folglich, ist ein Verschieben bzw. eine Translation
der Kofferelemente unterbunden.
[0024] Vorzugsweise ist der ausziehbaren Griff zum Ziehen des Koffers im ausgezogenen Zustand
arretierbar. Der ausziehbare Griff erlaubt es dem Reisenden, den Koffer zu rollen,
ohne sich nach dem Koffer bücken zu müssen. Die Arretierung sorgt dafür, dass eine
feste Verbindung zwischen ausgezogenem Koffergriff und dem Koffergehäuse vorliegt.
Das Ziehen und/oder Schieben des Koffer wird auch nicht dadurch beeinträchtigt, dass
der Griff unkontrolliert ein- und ausfährt.
[0025] Die Rollen sind an der dem Griff entgegengesetzten Seite des Koffers angeordnet.
Steht der Koffer auf den Rollen bzw. Rollboden, so wird der Griff im Wesentlichen
vertikal ausgefahren.
[0026] Der erfindungsgemäße Koffer besitzt vorzugsweise zumindest eine Weichmaterial-Falte.
Die Weichmaterial-Falte ist zwischen dem ersten Weichmaterial und dem ersten Rahmen
und/oder zwischen dem zweiten Weichmaterial und dem zweiten Rahmen angeordnet. Die
Weichmaterial-Falte stellt also ein Verbindungsglied zwischen dem Rahmen und dem eingerahmten
Weichmaterial dar. Die Größe des durch das Kofferelement definierten Innenraum des
Koffers wird vergrößert, wenn die Weichmaterial-Falte gespannt ist, also im eigentlichen
Sinne dann keine Falte darstellt. Der Innenraum wird verkleinert, wenn die Weichmaterial-Falte
gefaltet ist. Ein öffenbarer Faltenverschluss ist vorgesehen. Der Faltenverschluss
verdeckt im geschlossenen Zustand die (gefaltete) Weichmaterial-Falte; die Ausmaße
des Koffers sind verringert. Der geöffnete Faltenverschluss gibt die Weichmaterial-Falte
frei; die Ausmaße des Koffers sind vergrößert. Als Faltenverschluss ist vorzugsweise
ein Reißverschluss vorgesehen.
[0027] Eine Alternative bzw. Verbesserung der Weichmaterial-Falte zur Erweiterung des Innenraums
des Koffers kann auch durch Einsatz eines Systems gemäß
US 6,021,874 oder
US 6,059,078 erreicht werden. Das System erlaubt eine oder zwei Weichmaterial-Falten in einen
ausgedehnten oder geschlossenen Zustand zu überführen und dabei auch zu stabilisieren.
Die Weichmaterial falte/n ist/sind zwischen dem ersten Weichmaterial und dem ersten
Rahmen und/oder zwischen dem zweiten Weichmaterial und dem zweiten Rahmen angeordnet.
Bei dem beschriebenen System ist mindestens eine stabile Platte, die im Inneren des
ersten bzw. zweiten Kofferelements -vorzugsweise auf der Seite des Rollbodens - angeordnet
ist mit dem ersten und/oder zweiten Rahmen verbunden und erlaubt durch Verschiebung
bzw. Arretierung im Inneren des Kofferelements die Expansion bzw. Kontraktion der
Weichmaterial-Falte bzw. -Falten und stabilisiert gleichzeitig den neu entstandenen
Raum. Ein an der Außenseite des Koffers angebrachter öffenbarer Faltenverschluss muss
nicht verwendet werden, kann aber vorgesehen sein.
[0028] Der erfindungsgemäße Koffer verfügt in einer bevorzugten Ausführungsform im eingefassten
Raum des ersten und/oder zweiten Kofferelements über Einteilungen wie Taschen oder
Klappen.
[0029] Der erfindungsgemäße Koffer wird nun mit Bezug auf die in den Figuren dargestellten,
bevorzugten Ausführungsbeispiele näher beschrieben.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0030]
Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines geschlossenen Koffers 10 gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf einen Stellboden 30 des geschlossenen Koffers 10
gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung.
Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf die dem Stellboden 30 gegenüberliegende Seite des
geschlossenen Koffers 10 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung.
Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf einen Rollboden 20 des geschlossenen Koffers 10
gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Figur 5 zeigt eine Draufsicht auf die dem Rollboden 20 gegenüberliegende Seite des
Koffers gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Figur 6 zeigt eine Draufsicht auf die Kofferelemente des geöffneten Koffers gemäß
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
[0031] In Figur 1 ist eine perspektivische Ansicht des Koffers 10 gemäß der vorliegenden
Erfindung gezeigt. Der Koffer 10 ist auf seinem Rollboden 20 stehend dargestellt.
Es sind zwei Rollen 40 vorgesehen, damit der Koffer 10 über den Boden gerollt werden
kann. Die Rollen 40 sind auf einer Seite des Rollbodens 20 angeordnet; auf der entgegengesetzten
Seite sind zwei Füße 100 angebracht, damit der Koffer 10 auf dem Rollboden 20 stehen
kann. Gerollt wird der Koffer 10 dadurch, dass der Koffer 10 mittels eines ausziehbaren
Griffs 90 auf die beiden Rollen 40 gekippt wird.
[0032] Der Koffer 10 umfasst zwei Kofferelemente 50 und 60. Zum Öffnen und Verschließen
wird der Koffer 10 auf die in Figur 1 dargestellte Front des Kofferelements 50 gelegt.
Das Kofferelement 60 ist gegenüber dem Kofferelement 50 verschwenkbar. Zwei Spannverschlüsse
80 sind vorgesehen, um die Kofferelemente 50 und 60 gegeneinander zu drücken, wodurch
der Koffer 10 verschlossen wird. Mehrere zusätzliche - nicht ausziehbare - Tragegriffe
70 sind dazu vorgesehen, den Koffer 10 zu tragen.
[0033] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf einen Stellboden 30 des Koffers. Auf diesen Boden
kann der Koffer 10 gestellt werden, wenn er nicht gerollt werden soll und wie ein
Koffer ohne Rollen getragen wird. Die beiden Kofferelemente 50 und 60 werden durch
drei Scharniere 120 schwenkbar miteinander verbunden. Die Schwenkachse verläuft in
Längsrichtung des Koffers entlang dem Stellboden 30.
[0034] Ferner sind mehrere Aufsetzer 130 vorgesehen. Die Aufsetzer 130 berühren alleine
den Boden, wenn der Koffer 10 auf dem Stellboden 30 steht. Sie sollen den Kofferunterboden
schützen, da so insbesondere die Scharniere 120 und die Außenhaut des Koffers nicht
beschädigt werden, wenn der Koffer 10 auf dem Stellboden 30 steht oder auf diesem
bewegt wird. Zusätzlich sind in Figur 2 zwei Reißverschlüsse 110 dargestellt, welche
jeweils eine Stoff-Falte verdecken. Werden die Reißverschlüsse 110 geöffnet, so können
die jeweils darunter verdeckten Falten aufgespannt werden, so dass das Koffer-Volumen
vergrößert werden kann.
[0035] In Figur 3 ist eine Draufsicht auf die dem Stellboden 30 gegenüberliegende Seite
des Koffers dargestellt. Ein Tragegriff 70 ist vorgesehen, mit dem der Koffer 10 von
seinem Stellboden 30 her angehoben werden kann. Der Koffer 10 wird geöffnet, indem
die Spannverschlüsse 80 gelöst werden. Daraufhin werden die Kofferelemente 50 und
60 relativ zueinander verschwenkt.
[0036] In Figur 3 sind ebenfalls Reißverschlüsse 110 dargestellt, die den Stellboden 30
und der dem Rollboden 20 gegenüberliegende Seite entlang zu der dargestellten Seite
des Koffers verlaufen. Durch diese wird jeweils eine Stoff-Falte abgedeckt, die zwischen
einem Rahmen des jeweiligen Kofferelements 50 oder 60 und einem weichen Stoff angeordnet
ist. Nach Öffnen eines oder beider Reißverschlüsse 110 kann die Stoff-Falte aufgespannt
werden, wodurch sich das Koffer-Volumen vergrößert.
[0037] In Figur 4 ist eine Draufsicht auf den Rollboden 20 des geschlossenen Koffers dargestellt.
Aus dem Rollboden 20 ragen die Rollen 40 hervor, die jeweils an einer Ecke des Rollboden
20 angeordnet sind. In den übrigen beiden Ecken sind zwei Füße 100 vorgesehen. Sie
gewährleisten einen sicheren Stand des Koffers. Zum Rollen wird der Koffer 10 von
den Füßen 100 auf die Rollen 40 gekippt.
[0038] In Figur 5 ist eine Draufsicht auf die dem Rollboden 20 gegenüberliegende Seite des
Koffers dargestellt. Der ausziehbare Griff 90 ist am Rand des Koffers und an demjenigen
Kofferelement 50 angeordnet, an dem - auf der gegenüberliegenden Seite, dem Rollboden
20 - auch die Rollen 40 befestigt sind. Wird der Koffer 10 auf die Rollen 40 gekippt,
so liegt der Schwerpunkt des Koffers über den Rollen, so dass der Reisende möglichst
wenig Kraft zum Koffertransport aufwenden muss. Zwei Faltenverschlüsse 110 sind in
Figur 5 dargestellt. Ferner ist ein einfacher Tragegriff 70 gezeigt.
[0039] In Figur 6 ist eine Draufsicht auf die Kofferelemente 50 und 60 des geöffneten Koffers
dargestellt. Die Rollen 40 sind - ebenso wie der nicht sichtbare Griff 90 - am ersten
Kofferelement 50 befestigt und ragen von diesem hervor. Die Füße 100 sind am zweiten
Kofferelement 60 befestigt. Jedes Kofferelement 50 oder 60 besitzt einen Rahmen 140
in Form eines Rechtecks. Die von dem rechteckigen Rahmen 50 und 60 eingeschlossene
Fläche definiert einen Querschnitt des Kofferinhalts. Das vom ersten Kofferelement
50 eingefasste Volumen entspricht - wie Figur 6, wie auch den Figuren 2, 3, 4 und
5 zu entnehmen ist - weitgehend dem vom zweiten Kofferelement 60 eingefassten Volumen.
[0040] Der Rahmen des ersten und zweiten Kofferelements 50 und 60 ist jeweils aus festem
und leichtem Aluminium gefertigt. Die Höhe und Breite des Koffers wird durch die Form
der rechteckigen Rahmen definiert. Allein die Tiefe kann mittels Stoff-Falten variiert
werden. Der Rahmen des ersten Kofferelements 50 besitzt einen Vorsprung, der sich
den gesamten rechteckigen Rahmens 140 entlang erstreckt.
[0041] Der Rahmen 140 des zweiten Kofferelements 60 besitzt eine dem Vorsprung entsprechende
Aussparung, die sich ebenfalls entlang des gesamten Rahmens erstreckt. Wird der Koffer
10 verschlossen, so ragt der Vorsprung des ersten Rahmens in die Aussparung des zweiten
Rahmens. Dadurch gewinnt der verschlossene Koffer 10 an Stabilität. Gleichzeitig wird
der Koffer 10 abgeschlossen, so dass keine Feuchtigkeit von Außen in den Koffer 10
eindringen kann.
[0042] Grundsätzlich zeigen die Abbildungen 1 bis 6 ein bevorzugtes erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel.
Ebenfalls bevorzugt ist allerdings auch ein erfindungsgemäßes alternatives Ausführungsbeispiel,
in dem vier um 360° parallel zum Rollboden 20 bewegliche Rollen 40 die beiden Rollen
40 mit starrer Laufrichtung und die beiden Füße 100 ersetzen.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 10
- Koffer
- 20
- Rollboden
- 30
- Stellboden
- 40
- Rolle
- 50
- 1. Kofferelement
- 60
- 2. Kofferelement
- 70
- Tragegriff
- 80
- Spannverschluss
- 90
- Ausziehbarer Griff
- 100
- Fuß
- 110
- Faltenverschluss
- 120
- Scharnier
- 130
- Aufsetzer
- 140
- Rahmen
1. Koffer (10) mit,
einem Gehäuse bestehend aus einem ersten Kofferelement (50) und einem zweiten Kofferelement
(60),
einem ausziehbaren Griff (90) zum Ziehen des Koffers,
zumindest zwei Rollen (40) zum Rollen des Koffers über den Boden,
wobei das erste Kofferelement (50) einen ersten formstabilen Rahmen und ein erstes
Weichmaterial aufweist und der Rahmen einen äußeren Rand des ersten Weichmaterials
vollständig umschließt,
wobei das zweite Kofferelement (60) einen zweiten formstabilen Rahmen und ein zweites
flexibles Weichmaterial aufweist und der zweite Rahmen einen äußeren Rand des zweiten
Weichmaterials vollständig umschließt,
wobei das vom ersten Kofferelement (50) eingefasste Volumen 50 bis 200 % des vom zweiten
Kofferelement (60) eingefassten Volumens beträgt,
wobei der ausziehbare Griff (90) am ersten Kofferelement (50) befestigt ist,
wobei mindestens zwei der Rollen (40) am ersten Kofferelement (50) befestigt und an
der dem ausziehbaren Griff (90) entgegengesetzten Seite des ersten Kofferelements
(50) angeordnet sind.
2. Koffer (10) gemäß Anspruch 1,
wobei die Laufrichtung der Rollen (40) quer zum ersten formstabilen Rahmen des ersten
Kofferelements (50) ist.
3. Koffer (10) gemäß Anspruch 1,
wobei die Rollen (40) am Rollboden (20) angeordnet sind und die Rollen (40) um 360°
parallel zum Rollboden (20) drehbar sind und/oder am Koffer (10) insgesamt 4 Rollen
(40) angeordnet sind.
4. Koffer (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, mit
einer Schwenklagerung, welche den ersten und zweiten Rahmen schwenkbar miteinander
verbindet, so dass der Koffer (10) durch Schwenken der Rahmen um eine Schwenkachse
öffenbar und schließbar ist.
5. Koffer (10) gemäß Anspruch 4, wobei der Koffer (10) eine Längsachse aufweist und die
Schwenkachse parallel zu Längsachse ausgerichtet ist und die Längsachse des Koffers
vertikal ausgerichtet ist, wenn der Koffer (10) auf dem Rollboden (20) steht.
6. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der erste und zweite Rahmen
aus Aluminium oder Hartplastik gefertigt ist.
7. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Weichmaterial des ersten
(50) und zweiten Kofferelements (60) Stoff oder Leder, vorzugsweise Stoff ist.
8. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Schwenklagerung (120)
zumindest ein Scharnier (120) oder ein Gelenk aufweist, welches an dem ersten und
zweiten Rahmen befestigt ist.
9. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der erste Rahmen eine Aussparung
und der Zweite Rahmen einen Vorsprung aufweist, so dass im geschlossenen Zustand der
Vorsprung in die Aussparung hineinragt.
10. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, mit einem Spannverschluss (80)
zum Verschließen des Koffers.
11. Koffer (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der ausziehbare Griff (90)
im ausgezogenen Zustand arretierbar ist.
12. Koffer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit
zumindest einer Weichmaterial-Falte, die zwischen dem ersten Weichmaterial und dem
ersten Rahmen oder zwischen dem zweiten Weichmaterial und dem zweiten Rahmen angeordnet
ist, und
einem öffenbaren Faltenverschluss (110), wobei der Faltenverschluss (110) im geschlossenen
Zustand die Weichmaterial-Falte verdeckt und der geöffnete Faltenverschluss (110)
die Weichmaterial-Falte freigibt, so dass die Größe des Koffers variabel ist.
13. Koffer (10) gemäß Anspruch 12, wobei der Faltenverschluss (110) einen Reißverschluss
(110) aufweist.
14. Koffer (10) gemäß Anspruch 1, mit
zumindest einer Weichmaterial-Falte, die zwischen dem ersten Weichmaterial und dem
ersten Rahmen oder zwischen dem zweiten Weichmaterial und dem zweiten Rahmen angeordnet
ist, und
mindestens einer stabilen Platte, die im Inneren des ersten Kofferelements (50) und/oder
des zweiten Kofferelements (60) angeordnet ist, die mit dem ersten oder zweiten Rahmen
verbunden ist, wobei durch Verschiebung und Arretierung der stabilen Platte im Inneren
des ersten Kofferelements (50) oder des zweiten Kofferelements (60) die Weichmaterial-Falte
expandiert oder kontrahiert werden kann, so dass die Größe des Koffers variabel ist.
15. Koffer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der erste Kofferelement (50)
und/oder das zweiten Kofferelements (60) im eingefassten Raum Einteilungen wie Taschen
oder Klappen aufweist.
16. Koffer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das vom ersten Kofferelement (50) eingefasste Volumen 75 bis 150 %, vorzugsweise
85 bis 120 % des vom zweiten Kofferelement (60) eingefassten Volumens beträgt.