Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schnuller, umfassend einen flächigen Schild und einen
länglichen hohlen Sauger, wobei der Schnuller ein längliches Beisselement aufweist,
welches in den hohlen Sauger hineinragt und in einer Ruhelage im Wesentlichen in Längsrichtung
des Saugers angeordnet ist.
Stand der Technik
[0002] Die umgangssprachlich allgemein als Schnuller oder Nuggi bezeichneten Vorrichtungen
mit einem Sauger für Kleinkinder sind aus hygienisch unbedenklichem Material gefertigt,
das problemlos keimfrei zu halten ist, Schnuller besitzen einen Saugkopf, der nach
Form und Grösse weitgehend dem Mundraum eines Kindes angepasst uns meist elastisch
ist. Typischerweise sind derartige Sauger birnenförmig ausgestaltet. Derartige Schnuller
kommen zur Beruhigung von Kindern, insbesondere von Säuglingen und Kleinkindern, zum
Einsatz. Die Kinder halten die Schnuller im Mund und können daran saugen, wodurch
sie von störenden Ereignissen oder von möglichen körperlichen Beschwerden abgelenkt
werden und sich beruhigen.
[0003] Während der Zahnbildungsphase bzw. während des Zahnens des Kindes, d. h. wenn die
Zähne im Kiefer Gestalt annehmen und durch das die bogenförmigen Kauleisten der Kiefer
überziehende Zahnfleisch hindurch drücken, verschafft die Stimulation durch herkömmliche
Schnuller dem Kind jedoch nur wenig Erleichterung bzw. Ablenkung von den mit der Zahnbildung
einhergehenden Beschwerden.
[0004] Um dem unangenehmen Jucken bzw. den Schmerzen beim Durchbruch der Zähne entgegenzuwirken
haben sich z. B. Beissringe bewährt, welche dem Kleinkind eine Kaufläche mit vergleichsweise
festem, möglicherweise elastischem Gegendruck bieten. Um dem Zahnfleisch einen hinreichend
grossen Gegendruck entgegenzusetzen, muss das Material eines Beissrings bzw. eines
Beisselements aber härter sein, als das typischerweise weiche Material eines Saugers
eines herkömmlichen Schnullers. Es wurden verschiedene Versuche unternommen, einen
herkömmlichen Schnuller mit der zusätzlichen Funktionalität eines Beissrings bzw.
eines Beisselements zu versehen.
[0005] Die
US 5,342,398 A (Ping-Chang Sun) beschreibt einen Schnuller, welcher im Hohlraum eines Saugers ein stabförmiges Beisselement
aufweist. Quetscht das Kind den Sauger mit hinreichender Kraft, drücken die Kauleisten
gegen das Beisselement und werden so bei wiederholter Kaubewegung massiert. Aufgrund
der stabförmigen Ausführung des Beisselements kann aber nur ein sehr begrenzter Bereich
der Kauleisten mit dem Beisselement erreicht werden. Versucht das Kind den Sauger
bzw. das Beisselement zu schwierig zugänglichen Stellen z. B. im hinteren seitlichen
Bereich des Mundraums zu schieben, so ist dies, wenn überhaupt, nur bedingt möglich
und insbesondere besteht dabei das Risiko, dass der Schnuller dabei aus dem Mund fällt.
[0006] Die
US 5,334,218 A (Johnson) beschreibt hierzu einen Schnuller mit einem hufeisenförmigen Beisselement aussen
am Sauger, welches eine Massage der gesamten bogenförmigen Kauleisten ermöglicht.
Eine derartige Ausführung hat aber den Nachteil, dass der Schnuller recht gross ist
und den Mundraum des Kindes auf unangenehme Weise ausfüllt.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, einen dem eingangs genannten technischen Gebiets zugehörigen
Schnuller zu schaffen, welcher dem Kind während der Zahnungsphase ein verbessertes
Beisselement bietet.
[0008] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung umfasst ein Schnuller einen flächigen Schild und einen länglichen hohlen
Sauger, wobei der Schnuller ein längliches Beisselement aufweist, welches in den hohlen
Sauger hineinragt und in einer Ruhelage im Wesentlichen in Längsrichtung des Saugers
angeordnet ist. Erfindungsgemäss zeichnet sich das Beisselement durch eine gelenkige
Verbindung mit dem Schild aus, derart, dass das Beisselement gegenüber dem Schild
von seiner Ruhelage ausgelenkt werden kann.
[0009] Damit ein Kleinkind den Schnuller nicht verschlucken kann bzw. erst gar nicht vollständig
in den Mundraum einbringen kann, weisen Schnuller typischerweise einen flächigen Schild
auf. Der Schild verhindert einerseits, dass eine Aufnahme des Schnullers in den Mundraum,
und damit einer Verschlucken, überhaupt möglich ist und hält den Schnuller andererseits
aufgrund seiner Formgebung in einer vorgesehenen Position. Vorzugsweise liegt der
Schild dabei in der vorgesehenen Position im Mundbereich weitgehend am Gesicht an.
[0010] Aufgrund der erfindungsgemässen Verschwenkbarkeit des Beisselements gegenüber dem
Schild wird somit erreicht, dass der Schnuller weitgehend stabil in einer dafür vorgesehenen
Position gehalten werden kann, während das Beisselement dabei gleichzeitig z. B. mit
der Zunge im Mund herum geschoben bzw. verschwenkt werden kann. Insbesondere wird
erreicht, dass die von einem herkömmlichen Schnuller bekannte Biegsamkeit und Beweglichkeit
des Saugers in der Mundhöhle durch das im Inneren des Saugers angeordnete Beisselement
nicht behindert wird. Eine Ausrichtung des Beisselements ist, soweit die gelenkige
Verbindung es erlaubt, weitgehend unabhängig von der Lage des Schnullers bzw. des
Schildes.
[0011] Das Beisselement kann damit z. B. auf vorteilhafte Weise an verschiedene schmerzenden
bzw. juckenden Stellen im gesamten Bereich der Kauleisten gebracht werden, indem es
z. B. einfach zur Seite geschwenkt wird. Der Schnuller muss hierfür nicht wesentlich
von der vorgesehenen Position abweichen und kann somit vom Kind unabhängig von der
Stellung des Beisselements gut gehalten werden. Das Kind kann damit den Sauger mit
dem Beisselement zur spielerischen Betätigung und/oder zur Linderung der Schmerzen
beim Zahnen weitgehend frei in der Mundhöhle herum schieben bzw. schwenken, ohne dass
die Gefahr besteht, dass der Schnuller dabei aus dem Mund befördert wird.
[0012] Um genügend Gegendruck zu erzeugen und gleichzeitig einer Verletzung vorzubeugen
ist das Beisselement bevorzugt aus einem vergleichsweise harten, aber dennoch elastischem
Material gefertigt. Das Beisselement kann aber auch z. B. aus einem unelastischen
Material gefertigt sein, wobei dann beispielsweise durch Formgebung sowie durch Grösse
zu erreichen ist, dass keine Verletzungsgefahr für das Kind besteht.
[0013] Typischerweise ist der Schild eines Schnullers im Vergleich mit dem Material des
Saugers fest bzw. steif, um die Schutzfunktion gegen das Verschlucken sowie die Positionierfunktion
zuverlässig zu erfüllen. Es ist dabei jedoch nicht grundsätzlich erforderlich, dass
der gesamte Schild die vergleichsweise hohe Festigkeit aufweist. In einer bevorzugten
Ausführungsform des Schnullers umfasst der Schild daher eine Stützstruktur, welche
Gerüst bzw. eine Skelett für weitere Bestandteile des Schnullers bildet. Die Stützstruktur
kann dabei als geschlossene Fläche ausgeführt sein, ist aber vorzugsweise bereichsweise
durchbrochen. Eine derartige Ausführung des Schildes mit z. B. einer gerüstartigen
Stützstruktur bietet den Vorteil, dass die Durchbrüche der Stützstruktur mit anderen
Materialien versehen werden können. Damit ergibt sich die Möglichkeit, verschiedene
Bereiche des Schildes aus Materialien verschiedener Härte auszubilden. Insbesondere
können bereichsweise weiche Materialien wie z. B. dem Material des Saugers auch beim
Schild zur Anwendung kommen, wobei aufgrund der Stützstruktur die Gesamtkonstruktion
des Schildes dennoch die erforderliche Steifigkeit aufweist.
[0014] Es kann z. B. vorteilhaft sein, aus Gründen der Ergonomie verschiedene Bereiche des
Schildes, insbesondere am Gesicht anliegende Bereiche, vergleichsweise weich auszugestalten.
Insbesondere kann eine gesichtsseitige Fläche des Schildes z. B. aus einem demselben
Material wie der Sauger gefertigt sein, wodurch der Komfort bei Gebrauch des Schnullers
deutlich verbessert werden kann. Eine vom Gesicht abgewandte Seite des Schildes kann
hingegen ohne Komforteinbussen hart ausgebildet sein.
[0015] Bevorzugt ist die Stützstruktur derart ausgebildet, dass sie einen äusseren Umfang
einer Schildfläche begrenzt, d. h. die Schildfläche rahmenartig umschliesst. Eine
rahmenartige Ausführung der Stützstruktur bietet hierbei den Vorteil, dass der äussere
Umfang des Schildes fest vorgegeben ist, Schildflächen aber z. B. hinsichtlich ihrer
Festigkeit bzw. Weichheit frei gestaltet werden können. Damit wird wenigstens am Rand
des Schildes ein harter Abschluss geschaffen, welcher die Form der Schildfläche bzw.
-platte vorgibt und die Stabilität des Schildes gewährleistet. Die rahmenartige Stützstruktur
umfasst dabei ein härteres Material, als z. B. der Sauger.
[0016] Vorzugsweise umfasst der Schild eines erfindungsgemässen Schnullers eine weiche,
insbesondere elastische, Membran. Die Membran ist dabei von der Stützstruktur gehalten
und ist im Wesentlichen in der Schildfläche angeordnet. Die Membran kann z. B. einer
Minimalfläche ähnlich ein der beispielsweise rahmenartig ausgebildeten Stützstruktur
aufgespannt sein. In anderen Ausführungsformen kann die Haltemembran aber auch eine
eigenständige Form aufweisen, welche von der Stützstruktur zwar gehalten und gestützt,
aber nicht aufgespannt ist.
[0017] Gemäss der vorliegenden Ausführungsform der Erfindung bildet die Haltemembran einen
Teil einer gelenkigen Verbindung des Beisselements mit dem Schild. Insbesondere ist
dabei das Beisselement an der Haltemembran befestigt. Dabei ist das längliche Beisselement
beispielsweise derart an der Membran angebracht, dass die Längsachse im Wesentlichen
senkrecht zur Fläche der Membran steht. Wirkt keine äussere Kraft auf das Beisselement
so definiert diese Lage des Beisselements eine Ruhelage. Bei einer Kraft auf das Beisselement
kann dieses aufgrund der Elastizität der Membran aus der Ruhelage ausgelenkt werden.
Zudem wirkt aufgrund der Elastizität der Membran eine Rückstellkraft, welche das Beisselement
wieder in die Ruhelage bringt, sobald keine äussere Kraft mehr wirkt. Der Sauger des
Schnullers kann dabei weitgehend unabhängig von der Haltemembran mit dem Schild verbunden
oder aber auch direkt an der Haltemembran ausgebildet bzw. angebracht sein. In jedem
Fall wird mit der erfindungsgemässen gelenkigen Verbindung des Beisselements mit dem
Schild erreicht, dass der Sauger zusammen mit dem Beisselement gegenüber dem Schild
verschwenkt werden kann.
[0018] Das Beisselement kann aber auch unabhängig von einer Haltemembran direkt an der Stützstruktur
des Schildes befestigt sein. Denkbar ist dabei z. B., dass die Verbindung des Beisselements
mit dem Schild mit einem Kugelgelenk an der Stützstruktur hergestellt wird. Im Rahmen
der durch das Kugelgelenk bereitgestellten Verschwenkbarkeit kann das Beisselement
mit dieser Anordnung in alle Richtungen gegenüber der Stützstruktur und damit gegenüber
dem Schild verschwenkt werden. Der Sauger, welcher das Beisselement in seinem Hohlraum
aufnimmt, kann dabei ebenfalls direkt oder indirekt an der Stützstruktur befestigt
werden.
[0019] Aber auch andere Gelenkkonstruktionen können zur Anwendung kommen: Es ist z. B. denkbar,
dass in einer je nach Anforderung zu bevorzugenden Ausführungsform die gelenkige Verbindung
nur eine Verschwenkbarkeit in einer Ebene zulässt, welche die Längsachse des Beisselements
in der Ruhlage umfasst. In diesem Fall hat die gelenkige Verbindung nur einen Freiheitsgrad
im Gegensatz zu den zwei Freiheitsgraden bei einem Kugelgelenk. Je nach Anforderungen
an den Schnuller können Ausführungen mit derartigen Gelenken bevorzugt sein.
[0020] Bevorzugt ist jedoch eine Ausführung mit einer Haltemembran, bei welcher die gelenkige
Verbindung durch eine elastische Deformierbarkeit einer Haltevorrichtung, d. h. z.
B. der Haltemembran, erreicht wird und nicht durch mechanische Gelenkteile, welche
sich beispielsweise aufgrund von Reibung aneinander abnutzen. Zudem bietet die Membran
aus hygienischer Sicht aufgrund fehlender Nischen und Ritzen, wie sie bei anderen
Gelenken auftreten, deutliche Vorteile. Die Membran bietet die Möglichkeit, die gelenkige
Verbindung des Beisselements mit dem Schild derart herzustellen, dass eine geschlossene,
gegenüber Keimen und Flüssigkeiten dichte Barriere besteht, welche kein unerwünschtes
und gefährliches Keimwachstum in Ritzen oder Zwischenräumen erlaubt bzw. einfach und
effizient zu reinigen ist.
[0021] Zur Befestigung des Beisselements an der Membran ist vorzugsweise ein Gegenstück
vorhanden, welches an einem der Längsenden des Beisselements mit diesem form-, kraft-oder
stoffschlüssig zusammengefügt werden kann. Das Gegenstück zum Beisselement ist dabei
bevorzugt auf der vom Beisselement abgewandten Seite der Haltemembran angeordnet,
derart, dass die Haltemembran zwischen Gegenstück und Beisselement angeordnet ist.
Zur Befestigung des Beisselements an der Haltemembran werden das Gegenstück und das
Beisselement bei zwischen liegender Membran zum Form-, Kraft-oder Stoffschluss gebracht,
derart, dass die Haltemembran zwischen den beiden Teilen angeordnet bzw. weitgehend
eingeklemmt ist. Durch die Befestigung mit einem Gegenstück kann das Beisselement
bei Bedarf von der Membran gelöst und bei Bedarf einfach ausgewechselt werden oder
umgekehrt, kann die Membran ausgewechselt werden.
[0022] Hierzu können in der Haltemembran z. B. Öffnungen bzw. Durchbrüche vorgesehen sein,
durch welche Befestigungsmittel des Gegenstücks bzw. des Beisselements hindurch treten
können, um auf einer anderen Seite der Haltemembran mit entsprechenden Befestigungsmitteln
des Beisselements bzw. des Gegenstücks zusammengefügt werden zu können. Es ist aber
ebenso denkbar, dass die Membran keine Durchbrüche aufweist und nur zwischen z. B.
formschlüssig ineinander greifende Gegenstück und Beisselement eingeklemmt wird.
[0023] Da das Gegenstück auf einer vom Beisselement abgewandten Seite der Haltemembran angeordnet
ist, befindet es sich bei Anwendung des Schnullers auf einer vom Gesicht abgewandten
Seite des Schildes. Das Gegenstück kann somit z. B. mit einem Bandhalter versehen
sein, an welchem ein Halteband für den Schnuller befestigt werden kann. Andere Ausführungsformen
umfassen z. B. einen Greifring, um den Schnuller besser halten zu können, während
auch Gegenstücke denkbar sind, welche durch einen einfachen flachen, deckelartigen
Zapfen ohne weitere Funktion gebildet werden.
[0024] Eine Befestigung des Beisselements an der Haltemembran ohne Gegenstück ist zwar ebenfalls
denkbar, erschwert aber eine allenfalls wünschenswerte Auswechselbarkeit des Beisselements.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Schild des Schnullers eine weitere
elastische Membran auf. Die weitere elastische Membran ist dabei saugerseitig am Schild
angeordnet, d. h. bei Gebrauch des Schnullers ist die saugerseitige Membran dem Gesicht
zugewandt angeordnet. Die saugerseitige Membran ist in ihrer Grundform flächig ausgebildet
und ist weitgehend parallel zu der Haltemembran am Schild angeordnet. Insbesondere
bilden die Haltemembran und die saugerseitige Membran zusammen eine elastische Doppelmembran
des Schildes. An der saugerseitigen Membran ist vorzugsweise eine Ausstülpung ausgebildet,
welche einen Teil des Saugers des Schnullers bildet. Insbesondere ist im Wesentlichen
der ganze Sauger durch die Ausstülpung gebildet. Damit ist der Vorteil verbunden,
dass der Sauger nahtlos in den Schild des Schnullers übergeht und somit keine Kerben,
Ritzen oder Löcher vorhanden sind, welche schwierig sauber zu halten sind und in welchen
sich unerwünschte Keime ansiedeln können.
[0026] Ein erfindungsgemässer Schnuller kann aber auch wie herkömmliche Schnuller einen
Sauger umfassen, der beispielsweise mit einem hohlen Hals über einen Stutzen am Schild
des Schnullers gestülpt und dort verankert ist. Derartige Sauger könne sich aber schlimmstenfalls
vom Stutzen bzw. Schild lösen und dabei vom Kind verschluckt werden.
[0027] Indem der Sauger jedoch wie bei der Erfindung nahtlos in die eine saugerseitige Membran
des Schildes übergeht bzw. einstückig mit der saugerseitigen Membran ausgebildet ist,
ist ausgeschlossen, dass der Sauger sich vom Schild lösen kann.
[0028] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden die Membranen jeweils an ihrem
äusseren Umfang von der Stützstruktur des Schildes gehalten. Insbesondere sind die
Membranflächen der beiden Membranen dabei im Wesentlichen parallel und deckungsgleich
angeordnet. Die Membranen bilden somit eine Doppelmembran des Schildes. Je nach Formgebung
kann dabei zwischen den Membranen ein Zwischenraum vorhanden sein. Eine Haltevorrichtung
der Stützstruktur hält die Doppelmembran bzw. beide Membranen gemeinsam beispielsweise
in einem Randbereich. Insbesondere ist die Haltevorrichtung der Stützstruktur bevorzugt
derart ausgebildet, dass beide Membranen gemeinsam in einem Randbereich von der Stützvorrichtung
bzw. deren Haltevorrichtung umfasst sind.
[0029] Hierfür ist beispielsweise eine Ausführung denkbar, bei welcher die Haltevorrichtung
der Stützstruktur eine Nut umfasst, welche im Wesentlichen in der Schildfläche, dem
Zentrum des Schildes zugewandt, angeordnet ist. Die Randbereiche der beiden im Wesentlichen
parallel angeordneten Membranen können gemeinsam in eine derartige Nut eingebracht
und dort z. B. eingeklemmt werden. Hierbei ist es z. B. auch denkbar, dass die Stützstruktur
mehrteilig ausgebildet ist, z. B. durch zwei rahmenartige Hälften, welche in der Schildfläche
zusammengefügt werden und form-, kraft- oder stoffschlüssig miteinander verbunden
sind. Beispielsweise kann eine Rahmenhälfte Zapfen und die andere Rahmenhälfte dazu
komplementäre Vertiefungen aufweisen, welcher bei Zusammendrücken der beiden Rahmenhälften
einschnappen. Die Zapfen können dabei z. B. durch Öffnungen in den Membranen hindurch
treten, um sie in der Nut zu fixieren. Die Rahmenhälften können aber auch mit einander
verschweisst oder verklebt sein, wobei dann die beiden Membranen dann in ihren Randbereichen
zwischen den beiden Rahmenhälften eingeklemmt oder eingeklebt sind. Es versteht sich,
dass die Membranen nicht über den gesamten Umfang im Randbereich gehalten sein müssen,
sondern dass auch Ausführungen denkbar sind, in welchen die Membranen nur bereichsweise
gehalten bzw. eingeklemmt sind.
[0030] Mit anderen Worten umfasst eine bevorzugte Ausführungsform des Schnullers einen Schild
mit einer elastischen Doppelmembran, die in einer als Rahmen ausgebildeten Stützstruktur
gehalten ist, wobei eine gesichtsseitige bzw. saugerseitige Membran eine Ausstülpung
als Sauger umfasst und einer vom Gesicht abgewandte angeordnete Haltemembran das Beisselement
trägt, welches in die Ausstülpung der saugerseitigen Membran hineinragt. Der Rahmen
der Stützstruktur umfasst die Doppelmembran dabei in einem vergleichsweise schmalen
Randbereich und hält beide Membranen eingeklemmt.
[0031] Vorzugsweise ist das Beisselement mit Noppen, Vorsprüngen, Dellen oder ähnlichen
Profilierungen versehen, welche einen Massageeffekt des Zahnfleisches über den Kauleisten
verstärken. Insbesondere bei bereits teilweise hervorgetretenen Zähnen des Kleinkindes
ist es von Vorteil, wenn das Beisselement in Längsrichtung veränderliche unterschiedliche
Querschnitte aufweist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Beisselement
abgeflacht ausgebildet. Insbesondere weist es dabei zwei im Wesentlichen parallele
Kauflächen auf, welche derart angeordnet am Beisselement sind, dass sie bei Gebrauch
im Wesentlichen parallel mit einer Ebene angeordnet sind, in welcher die Kieferbögen
der Kauleisten liegen. Damit wird erreicht, dass eine möglichst grosse Fläche der
Kauleisten durch die Kauflächen massiert werden kann.
[0032] Das Beisselement bzw. dessen Kauflächen können aber auch weitgehend glatt ausgebildet
sein. Zudem kann das Beisselement einen runden oder eiliptischen Querschnitt aufweisen,
wobei die Kauflächen die gesamte Mantelfläche des Beisselements umfassen. Im Rahmen
des erfindungsgemässen Schnullers sind sämtliche zweckdienlichen, d. h. im Wesentlichen
im hohlen Sauger verschwenkbar anzuordnende und bei Zusammendrücken des Saugers das
Zahnfleisch massierende, Ausführungsformen des Beisselements denkbar.
[0033] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0034] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- Querschnitt in einer vertikalen Ebene durch eine Ausführung eines erfindungsgemässen
Schnullers mit einer elastischen Haltemembran in einer Ruhelage;
- Fig. 2
- Querschnitt in einer horizontalen Ebene durch einen erfindungsgemässen Schnuller mit
elastischer Haltemembran;
- Fig. 3
- Saugerseitige Aussenansicht längs einer Sauger-Längsrichtung;
- Fig. 4
- Querschnitt wie in Fig. 1 mit von der Ruhelage ausgelenktem Beisselement und Sauger;
- Fig. 5
- Querschnitt in einer vertikalen Ebene durch eine Ausführung eines erfindungsgemässen
Schnullers mit einem Kugelgelenk mit von der Ruhelage ausgelenktem Beisselement und
Sauger;
[0035] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0036] Die Darstellung der Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt in einer Ebene A
eines erfindungsgemässen Schnullers 1 mit einem flächigen Schild 2 und einem länglichen
Sauger 3 mit Längsachse B. Eine Fläche C, in welcher der Schild 2 bzw. eine Schildfläche
7 im Wesentlichen angeordnet ist, steht dabei senkrecht auf der Längsachse B des Saugers
3. Der Sauger 3 erstreckt sich hierbei im Wesentlichen nur in einen von den beiden
durch die Ebene C definierten Halbraum. Im Folgenden werden die Fig. 1, 2 und 3 gemeinsam
beschrieben, wobei die Fig. 2 und 3 einen Querschnitt in einer zur Ebene C senkrechten
Ebene respektive eine Aussenansicht des Schnullers 2 von der Saugerseite her darstellen.
[0037] Die Schildfläche 7 ist in der Darstellung der Fig. 1 nicht eben, sondern weist von
der Saugerseite her eine Eindellung auf, wodurch sich eine flache schüsselartige Form
des Schildes 2 ergibt. Die Formgebung ist damit anatomisch einer Gesichtsform in einem
Mundbereich eines Kleinkindes angepasst, sodass der Schild 2 bei Benutzung im Mundbereich
im Wesentlichen am Gesicht anliegt. Die Schildfläche 7 weist dabei in der Projektion
auf die Ebene C einen Umriss 6 auf, welcher ähnlich einer Schmetterlingsform ausgebildet
ist. Eine Einschnürung 34 der Schmetterlingsform liegt dabei auf der Schnittachse
der Ebenen A und C. Durch die Schmetterlingsform wird bei der Einschnürung 34 ein
Freiraum für eine Nase geschaffen, sodass der Schild 2 bei Benutzung am Gesicht anliegen
kann.
[0038] Der Schild 2 des Schnullers 1 weist eine rahmenförmige Stützstruktur 9 auf, welche
einen äusseren Umfang 6 der Schildfläche 7 umschliesst bzw. umrahmt. In der Fig. 1
umfasst die Stützstruktur einen Rahmen 5, welcher jeweils quer zur lokalen Längsrichtung
des Umfangs 6 der Schildfläche 7 einen weitgehend elliptischen Querschnitt 8 aufweist.
Eine kleine Halbachse der Querschnittsellipse 8 ist dabei im Wesentlichen senkrecht
zur Ebene C angeordnet.
[0039] Längs des Umfangs 6 ist der Rahmen 5 in eine saugernahe Hälfte 5.1 und in eine saugerferne
Hälfte 5.2 unterteilt. Die beiden Hälften 5.1 und 5.2 des Rahmens 5 sind in benutzungsbereitem
Zustand des Schnullers 1 zusammengefügt und z. B. form-, kraft und/oder stoffschlüssig
miteinander verbunden. Der Rahmen 5 weist in der Schildfläche 7 eine innenseitig längs
des Umfangs 6 umlaufende Nut 4 auf, welche durch entsprechende Ausnehmungen in der
jeweiligen Rahmenhälfte 5.1 und 5.2 gebildet ist. Der Rahmen 5 ist vorzugsweise aus
einen vergleichsweise harten Material gefertigt, um die Struktur des Schildes 2 zu
stützen. "Vergleichsweise hart" bezeichnet hierbei einen Härtegrad des Materials der
Stützstruktur 9, welcher keine Deformation des Schildes 2 durch Kleinkinder erlaubt.
[0040] Weiter umfasst der Schild 2 eine erste elastische Membran 10, welche weitgehend in
der Schildfläche 7 angeordnet ist. Die Membran 10 ist dabei auf einer vom Sauger 3
abgewandten Seite des Schildes 2 angeordnet und bildet auf der saugerfernen Seite
des Schildes 2 eine Rückwand. Die Membran 10 weist dabei im Wesentlichen die flache
schüsselartige Form des Schildes 2 auf, d. h. die Membran 10 ist vom Sauger 2 her
zentrisch eingedellt.
[0041] Der Schild 2 umfasst eine weitere, zweite elastische Membran 20, welche saugerseitig
am Schild 2 angeordnet ist. Die Membran 20 weist dabei eine hohle Ausstülpung 21 auf,
welche einen Teil des Saugers 3 bildet. An einer am weitesten von der Schildfläche
7 entfernten Spitze 25 ist die Ausstülpung 21 bzw. der Sauger 3 geschlossen.
[0042] Die Membran 20 ist ebenfalls zentrisch eingedellt und die Membranen 10 und 20 sind
dabei weitgehend parallel angeordnet. Die saugerferne Membran 10 ist dabei ein wenig
stärker eingedellt als die saugerseitige Membran 20, wodurch sich ein zum Zentrum
der Schildfläche 7 hin zunehmender Zwischenraum 30 zwischen den beiden Membranen 10
und 20 ergibt. Der Zwischenraum 30 kommuniziert dabei mit einem Innenraum 22 der Ausstülpung
21 bzw. des Saugers 3.
[0043] Die beiden Membran 10 und 20 überdecken dabei im Wesentlichen jeweils die Schildfläche
7. Äussere Umfänge 13 und 23 der Membranen 10 bzw. 20 sind dabei deckungsgleich angeordnet.
Beide Membranen 10 und 20 sind in einem Randbereich 14 und 24 längs des Umfangs 13
bzw. 23 zusammen in der Nut 4 angeordnet, derart, dass die Membranen 10 und 20 am
Randbereich 14 und 24 in der Nut 4 form-, kraft und/oder stoffschlüssig gehalten werden.
In der Darstellung der Fig. 1 sind die Randbereiche 14 und 24 gemeinsam zwischen den
beiden Rahmenhälften 5.1 und 5.2 in der Nut 4 eingeklemmt. Der durch die Innenräume
30 und 22 gebildete Hohlraum ist somit weitgehend gegen aussen abgeschlossen. Hierbei
können jedoch zusätzliche, nicht dargestellte Öffnungen vorgesehen sein, über welcher
der Hohlraum 22/30 mit dem Aussenraum kommunizieren kann, um z. B, einen Druckausgleich
mit dem Aussenraum zu ermöglichen, wenn der Sauger 3 zusammengedrückt wird.
[0044] Die Ausstülpung 21 weist eine längliche, zuckerhutartige Form auf. Die Ausstülpung
21 verjüngt sich dabei mit wachsender Entfernung vom Schild 2, wobei sich der Innenraum
22 der Ausstülpung 21 im Wesentlichen über die gesamte Länge erstreckt. Der Innenraum
22 ist derart ausgebildet bzw. bemessen, dass eine Wandung 26 der Ausstülpung 21 eine
weitgehend konstante Dicke aufweist.
[0045] An einer Basis 31 geht die Ausstülpung 21 in die Schildfläche 7 über. Die Basis 31
weist dabei in der Ebene C einen Querschnitt auf, welcher etwa einem Fünftel der gesamten
Schildfläche 7 entspricht. In einem Abstand von der Spitze 25 von etwa einem Drittel
der Gesamtlänge weist die Ausstülpung 21 eine Einschnürung 27 auf, welche einen Halsbereich
28 und einen Kopfbereich 29 des Saugers 3 definiert.
[0046] In der Ruhelage ko-axial mit dem Sauger 3 angeordnet weist der Schnuller 1 ein längliches
Beisselement 50 auf, welches im Innenraum 22 der Ausstülpung 21 bzw. Im Sauger 3 angeordnet.
Das Beisselement 50 ist plattenförmig ausgebildet und weist an zwei parallelen Oberflächen
Kauflächen 50.1 und 50.2 auf. Die Platte des Beisselements 50 liegt in einer Ebene
E, welche die Achse B umfasst und senkrecht auf der Schnittachse der Ebenen A und
C steht. Die Ebene E umfasst somit eine Längsachse F des Beisselements 50. Damit sind
die Kauflächen 50.1 und 50.2 parallel zu der Ebene E angeordnet. In der Ebene E weist
das Beisselement 50 einen Umfang 51 auf, der weitgehend parabolisch ist,
wobei die Parabelform symmetrisch bezüglich der Längsachse F ist und der Scheitelpunkt
der Parabelform eine vom Schild 2 am weitesten entfernte Spitze 52 des Beisselements
50 bezeichnet (siehe Fig. 2). Die Spitze 52 liegt dabei in etwa bei derselben Längsposition
wie die Einschnürung 27 des Saugers 3. Eine Länge des Beisselements 50 beträgt somit
im Wesentlichen etwa 2/3 der Länge des Saugers 3. Insbesondere ist das Beisselement
50 in seiner Längsrichtung F derart bemessen, dass die Spitze 52 von einem schildabgewandten,
vorderen Längsende 18 des Innenraums 22 der Ausstülpung 21 zum Schild 2 hin zurückversetzt
und somit vom Längsende 18 beabstandete angeordnet ist.
[0047] In einer Richtung quer zur Längsachse F weist das Beisselement 50 eine Breite auf,
die geringer ist als ein Innendurchmesser des Innenraums 22 der Ausstülpung 21. Mit
anderen Worten ist das Beisselement 50 in jeder transversalen Richtung, d. h. in jeder
Richtung quer zur Längsachse F, sowie in Längsrichtung F derart bemessen, dass es
in der Ruhelage die Membran 20, insbesondere auch nicht die Ausstülpung 21 der Membran
20 bzw. den Sauger 3, berührt, insbesondere von einer Innenwand 19 der Ausstülpung
21 beabstandet ist.
[0048] An einer Basis 53 des Beisselements 50 ist eine Grundplatte 54 angeformt, welche
senkrecht auf der Längsachse F des Beisselements 50 steht. Eine von der Spitze 52
abgewandten Seite 57 der Grundplatte 54 ist dabei auf einer saugerseitigen Oberfläche
16 der Membran 10 angeordnet. Das Beisselement 50 ist mit einem Gegenstück 60 an der
Membran 10 befestigt. Die Membran 10 ist somit eine Haltemembran für das Beisselement
50. Das Gegenstück 60 ist auf einer bezüglich des Beisselements 50 gegenüberliegenden
Seite 15 der Membran 10 angeordnet ist, d. h. auf einer saugerfernen Seite der Membran
10. Das Gegenstück 60 entspricht in seiner Projektion auf die Ebene C weitgehend der
Grundplatte 54 des Beisselements 50. Das Gegenstück 60 weist Verbindungsmittel 61
auf, welche zapfenartige Vorsprünge 61.1 bis 61.4 umfassen, die senkrecht zur Ebene
C vom Gegenstück 60 in Richtung zum Sauger 3 vorstehen. Die Membran 10 weist dabei
den Zapfen 61.1-61.4 entsprechende Durchbrüche 11.1 bis 11.4 auf, welche derart an
der Membran 10 ausgebildet sind, dass die Verbindungsmittel 61 bzw. die Zapfen 61.1-61.4
durch die Durchbrüche 11 hindurch treten.
[0049] Die Grundplatte 54 des Beisselements 50 weist an der Seite 57 der Grundplatte 54
den Verbindungsmitteln 61 komplementär entsprechende Verbindungsmittel 56.1-56.4 auf.
In gebrauchsbereitem Zustand sind die durch die Durchbrüche 11 der Membran 10 hindurch
tretenden Verbindungsmittel 61 des Gegenstücks 60 mit den Verbindungsmittel 56 des
Beisselements 50 haltend im Eingriff. Dabei ist die Membran 10 zwischen Beisselement
50 und Gegenstück 60 angeordnet und z. B. eingeklemmt, wodurch das Beisselement 50
an der Membran 10 befestigt ist. Der Eingriff der Verbindungsmittel 56 und 61 kann
dabei lösbar oder unlösbar kraft- oder formschlüssig aber auch stoffschlüssig erfolgen.
[0050] In den Darstellungen der Fig. 1 und 2 ist weiter ein optionaler Greifring 63 angedeutet
(gestrichelt), welcher auf einer saugerfernen Seite 62 des Gegenstücks 60 angeordnet
ist. Der Greifring 63 ist dabei um eine Achse parallel zu den Ebenen C und E drehbar
am Gegenstück 60 gelagert.
[0051] Die Darstellung der Figur 2 zeigt einen weiteren Schnitt durch einen Schnuller 2,
wie er in der Fig. 1 dargestellt ist, wobei die Schnittebene D der Fig. 2 parallel
zur Ebene E liegt und von dieser beabstandet ist, sodass die Ebene D ausserhalb des
Beisselement 50 direkt oberhalb der Kaufläche 50.2 angeordnet ist. Die Kaufläche 50.2
weist halbkugelförmige Noppen 55.2 unterschiedlicher Grösse auf, welche auf der Kaufläche
50.2 verteilt angeordnet sind. Die Kaufläche 50.1 , welche in der Darstellung der
Fig. 2 nicht sichtbar ist, weist dabei gleichartige auf der Kaufläche 50.1 verteilte
Noppen 55.1 auf.
[0052] Figur 3 zeigt eine saugerseitige Aussenansicht des Schnullers 2, in welcher insbesondere
die Einschnürung 34 des Umfangs 6 der Schmetterlingsform des Schildes 2 ersichtlich
ist.
[0053] Figur 4 zeigt einen Schnuller gemäss den Darstellungen der Fig. 1 bis 3, wobei das
Beisselement 50 sowie der Sauger 3 gleichsinnig von der Ruhelage ausgelenkt sind.
In der in Fig. 4 dargestellten Situation ist das Beisselement 50 mit seiner Längsachse
F aus der Ebene E um den Winkel alpha ausgelenkt, so, dass die Längsachse F in der
Ebene A liegt. Ebenso ist der Sauger 3 mit seiner Längsachse B um den Winkel beta
aus der Ebene E ausgelenkt, wobei auch die Längsachse B in der Ebene A liegt. In der
Darstellung der Fig. 4 ist der Winkel beta kleiner als der Winkel alpha. Das Beisselement
50 ist derart ausgelenkt, dass es an eine Innenwand 19 der Ausstülpung 21 des Saugers
3 stösst.
[0054] Durch die Auslenkung des Beisselements 50 ist die zwischen Beisselement 50 und Gegenstück
60 eingeklemmte Membran 10 im Bereich des Gegenstück 60 bzw. die Grundplatte 54 gegenüber
der Schildfläche 7, bzw. im Wesentlichen gegenüber der Ebene C, geneigt. Insbesondere
ist die Membran 10 in einem Bereich 32 zwischen Rahmen 5 und Gegenstück 60 bzw. Beisselement
50 gestaucht, während die Membran 10 in einem bezüglich der Achse F gegenüberliegenden
Bereich 33 zwischen Gegenstück 60 und Rahmen 5 gestreckt bzw. gedehnt ist. Insbesondere
ist der gedehnte Bereich 33 im Wesentlichen in demjenigen durch die Ebene E definierten
Halbraum angeordnet, in welchen das Beisselement 50 aus der Ruhlage verschwenkt ist.
[0055] Aufgrund der Dehnung bzw. Stauchung in den Bereichen 33 bzw. 32 ergibt sich eine
Rückstellkraft bzw. ein Drehmoment auf das Beisselement 50, welche es in die Ruhelage
zurückbringt, wenn keine äusseren Kräfte auf das Beisselement 50 wirken. Je nach Ausführung
kann eine derartige Rückstellkraft erwünscht sein, ist aber nicht für die Erfindung
erforderlich.
[0056] Die in Fig. 4 dargestellte Lage des Beisselements 50 bzw. des Saugers 3 ist als repräsentatives
Beispiel zu verstehen. Erfindungsgemäss können das Beisselement 50 sowie der Sauger
3 in beliebige Richtungen aus der Ruhelage ausgelenkt werden, insbesondere auch mit
den Längsachse B und F in der Ebene E liegend, was bei einem Gebrauch einer seitlichen
Auslenkung bezüglich des Benutzers entspricht.
[0057] Figur 5 zeigt eine weitere möglich Ausführungsform eines erfindungsgemässen Schnullers
101. Analog zur Ausführung der Fig. 1-4 weist der Schnuller 101 eine saugerseitige
elastische Membran 20 mit einer Ausstülpung 21 auf, wobei die Ausstülpung 21 einen
Innenraum 22 hat und einen Teil des Saugers 3 des Schnuller 101 bildet.
[0058] Der Schnuller 101 weist einen Schild 102 auf, welcher mit einer Schildfläche 107
weitgehend in der Ebene C angeordnet ist und eine flache Schüsselform aufweist. Der
Schild 102 umfasst eine Stützstruktur 109, welche einen Rahmen 105 mit einer daran
angeformten durchgehenden Rückwand 110 aufweist. Die Stützstruktur 109 ist wie der
Rahmen 5 der Ausführung der Fig. 1-4 aus einem vergleichsweise harten Material gefertigt.
Die Rückwand 110 überdeckt die gesamte Schildfläche 7 und weist eine weitgehend dem
Schild 102 entsprechende flache Schüsselform auf, welche vom Sauger 3 her eingedellt
ist. Die Dicke der Rückwand 110 ist dabei vergleichsweise dünn und liegt, je nach
Härte des verwendeten Materials, in derselben Grössenordnung wie die Dicke der Wandung
26 der Membran 20.
[0059] Längs eines äusseren Umfangs 106 der Schildfläche 107 ist der Rahmen 105 in eine
saugernahe Hälfte 105.1 und in eine saugerferne Hälfte 105.2 unterteilt. Die Rückwand
110 ist dabei auf einer vom Sauger 3 abgewandten Seite des Schildes 102 angeordnet
und an die saugerferne Rahmenhälfte 105.1 angeformt. Die Rahmenhälfte 105.1 mit der
Rückwand 110 einstückig ausgebildet. Die Stützstruktur 109 weist in der Schildfläche
107 eine innenseitig längs des Umfangs 106 umlaufende Nut 104 auf, welche durch eine
entsprechende Ausnehmung in der Rahmenhälfte 105.2 und die Rahmenhälfte 105.1 gebildet
ist.
[0060] Die Membran 20 ist in einem Randbereich 24 am Umfang 23 in der Nut 104 angeordnet,
derart, dass die Membran 20 im Randbereich 24 in der Nut 104 form-, kraft und/oder
stoffschlüssig gehalten ist. In der Darstellung der Fig. 5 ist der Randbereiche 24
zwischen den beiden Rahmenhälften 105.1 und 105.2 in der Nut 104 eingeklemmt.
[0061] Im Bereich des Durchstosspunktes der gemeinsamen Schnittachse der Ebenen A und E
weist die Rückwand 110 eine Verdickung 120 auf, in welcher ein Lager 122 für ein Kugelgelenk
121 ausgebildet ist.
[0062] Der Schnuller 101 weist weiter ein Beisselement 150 auf, dessen Ausführung weitgehend
der Ausführung des Beisselements 50 der Fig. 1-4 entspricht. Im Unterschied weist
das Beisselement 150 an seiner Basis 153 jedoch keine Grundplatte 54 auf, sondern
eine an das Beisselement 150 angeformte Kugel 123 auf, welche zusammen mit dem Lager
122 in der Rückwand 110 das Kugelgelenk 121 bildet. Die Kugel 123 ist dabei mit ihrem
Zentrum auf einer Längsachse G des Beisselements 150 angeordnet und drehbar im Lager
122 gehalten. Das Beisselement 150 steht von dem Lager 122 in der Rückwand 110 in
den Innenraum 22 der Ausstülpung 21 hinein. Durch das Kugelgelenk 121 ist das Beisselement
150 gegenüber der Rückwand 110 aus einer den Darstellungen der Fig. 1-3 entsprechenden
Ruhelage auslenkbar bzw. verschwenkbar. In der Darstellung der Fig. 5 ist das Beisselement
150 sowie der Sauger 3 analog zu der Situation in Fig. 4 ausgelenkt.
[0063] Im Gegensatz zur Ausführung der Fig. 1-4 ist die Verschwenkbarkeit des Beisselements
150 gegenüber dem Schild 102 durch das Kugelgelenk 121 erreicht und es findet keine
Deformation der das Beisselement 150 tragenden Rückwand 110 statt. Gemäss der gezeigten
Ausführung wirkt vom Lager 122 bzw. von der Rückwand 110 keine Rückstellkraft auf
das Beisselement 150. Der Sauger 3 kann jedoch bei hinreichend grosser Auslenkung
des Beisselements 150 über seine Innenwand 19 eine Rückstellkraft auf das Beisselement
150 ausüben.
[0064] Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein erfindungsgemässer Schnuller mit einem
Beisselement versehen ist, welches aufgrund seiner Beweglichkeit bzw. Verschwenkbarkeit
gegenüber einem Schild des Schnullers dem Kind während der Zahnungsphase eine flexiblere
und einfachere Benutzung ermöglicht und damit ein gegenüber herkömmlichen Beisselementen
an Schnullern verbessertes Beisselement bietet.
[0065] Es versteht sich, dass verschiedene Abwandlungen des erfindungsgemässen Schnullers
in Rahmen der Erfindung liegen, welche oben nicht explizit beschrieben sind. Es ist
z. B. denkbar, dass die Noppen des Beisselements als einfache Profilierung ausgebildet
sind oder dass in verschiedenen Ausführungen überhaupt keine Noppen/Profilierungen
vorgesehen sind und die Kauflächen z. B. gekrümmt Flächen umfassen
[0066] Die elastische Haltemembran, welche das Beisselement verschwenkbar hält, muss auch
nicht die gesamte Schildfläche überdecken sondern kann auch nur einen kleinen Anteil
an der Schildfläche haben. Insbesondere ist eine feste Rückwand des Schildes denkbar,
welche in einem zentralen Bereich einen Durchbruch aufweist, in welchem eine elastische
Membran angeordnet ist. An dieser Membran kann das Beisselement analog zu der Ausführung
der Fig. 1-4 befestigt sein. Die durchbrochene Rückwand kann dabei aber z. B. analog
zur Rückwand der Fig. 5 an einem saugerfernen Rahmenteil angeformt sein. Auch eine
feste Rückwand gemäss der Ausführung der Fig. 5 kann bereichsweise durchbrochen sein,
um z. B. Material und Gewicht einzusparen.
[0067] Überhaupt kann der gesamte Schild durch eine feste Schildplatte wie bei herkömmlichen
Schnullern und keine elastischen Membranen umfassen, wobei in diesem Fall z. B. nur
der Sauger elastisch ausgebildet ist, und über ein mit dem festen Schild gelenkig
verbundenes Beisselement gestülpt und an einer Basis des Saugers am Schild gehalten
ist.
[0068] Im Falle einer Verbindung des Beisselements mit dem Schild durch ein Kugelgelenk
bzw. ein anderes mechanisches Gelenk ist es auch denkbar, dass das Gelenk z. B. an
einem Stutzen ausgebildet ist, welcher bereits in den Innenraum des Saugers hineinragt
und fest mit dem Schild verbunden ist. Das Gelenk ist dann z. B. in einem Halsbereich
des Saugers angeordnet. Zudem können ab den Gelenken auch Federmechanismen vorgesehen
sein, welche bei Abwesenheit äusserer Kräfte eine Rückstellung des Beisselements in
seine Ruhelage bewirken.
[0069] Das Gegenstück zum Beisselement, mit welchem das Beisselement an der elastischen
Membran befestigt ist, kann neben oder anstatt einem Greifring auch z. B. einen Bandhalter
oder andere Haltevorrichtungen umfassen, welche die Handhabung des Schnullers vereinfachen.
Es versteht sich, dass bei anderen Ausführungen wie z. B. bei Ausführungen mit fester
Rückwand gemäss Fig. 5 ebenfalls ein Greifring bzw. ein Bandhalter vorgesehen sein
kann.
[0070] Sofern ein Innenraum der Ausstülpung gegenüber dem Aussenraum abgeschlossen ist,
können z. B. auf bekannte Weise Öffnungen vorgesehen sein, über welche der Innenraum
mit dem Aussenraum kommuniziert und bei einem Zusammendrücken des Saugers einen Druckausgleich
mit dem Aussenraum ermöglichen.
1. Schnuller, umfassend einen flächigen Schild (2, 102) und einen länglichen hohlen Sauger
(3), wobei der Schnuller (1, 101) ein längliches Beisselement (50, 150) aufweist,
welches in den hohlen Sauger (3) hineinragt und in einer Ruhelage im Wesentlichen
in Längsrichtung des Saugers (3) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Beisselement (50, 150) eine gelenkige Verbindung mit dem Schild (2, 102) aufweist,
derart, dass es gegenüber dem Schild (2, 102) von seiner Ruhelage ausgelenkt werden
kann.
2. Schnuller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (2, 102) eine steife Stützstruktur (9, 109) umfasst, welche insbesondere
einen äusseren Umfang (6, 106) der Schildfläche (7, 107) umrahmt.
3. Schnuller nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (2) eine flächige elastische Haltemembran (10) aufweist, welche im Wesentlichen
in der Schildfläche (7) angeordnet ist, und das Beisselement (50) an der Haltemembran
(10) befestigt ist.
4. Schnuller nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gegenstück (60) zum Beisselement (50) vorhanden ist, welches an einer vom Beisselement
(50) abgewandten Seite der Haltemembran (10) angeordnet ist, und derart bei zwischen
liegender Haltemembran (10) mit dem Beisselement (50) form-, kraft- oder stoffschlüssig
zusammenfügbar ist, dass die Haltemembran (10) zwischen Beisselement (50) und Gegenstück
(60) eingeklemmt und das Beisselement (50) damit an der Haltemembran (10) befestigt
ist.
5. Schnuller nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass am Gegenstück (60) ein Greifring (63) und/oder ein Bandhalter vorhanden ist.
6. Schnuller nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schild (2, 102) eine saugerseitige elastische Membran (20) umfasst, welche eine
Ausstülpung (21) aufweist, die einen Teil des Saugers (3) bildet.
7. Schnuller nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemembran (10) und die saugerseitige Membran (20) im Wesentlichen parallel
zueinander angeordnet sind und damit insbesondere eine elastische Doppelmembran des
Schildes bilden.
8. Schnuller nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemembran (10) und die saugerseitige Membran (20) an ihrem äusseren Umfang
(13, 23) von der Stützstruktur (9) gehalten sind.
9. Schnuller nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützstruktur (9) den Schild (2) umrahmt und die Haltemembran (10) sowie die
saugerseitige Membran (20) in einem Randbereich (14, 24) an ihrem Umfang (13, 23)
von der Stützstruktur (9) umfasst gehalten sind.
10. Schnuller nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Beisselement (50, 150) mit Noppen (55.1, 55.2 )) und/oder Profilierungen versehen
ist.
11. Schnuller nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Beisselement (50, 150) zwei, insbesondere im Wesentlichen ko-planar angeordnete,
Kau- bzw. Beissflächen (50.1, 50.2) bildende Abflachungen aufweist.