[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Halterung zur Aufnahme eines Trägermittels, wobei
die Halterung in eine zylinderförmige Öffnung, beispielsweise einer Multiwellplatte,
eingesetzt wird. Weiter bezieht sich die Erfindung auf eine Multiwellplatte mit einer
derartigen Halterung.
[0002] Derartige Halterungen werden in Näpfe oder Öffnungen von Titrations- und/ oder Filtrationsplatten
eingesetzt und dienen zur Positionierung eines Trägermittels in einer definierten
Höhe über dem Boden des Napfes. Im Folgenden wird für die Öffnung bzw. den Napf auch
der in diesem Bereich übliche englische Ausdruck Well verwendet.
[0003] Multiwellplatten, bspw. Platten mit 96 Wells, werden in der biomedizinischen Forschung,
der analytischen Chemie und der klinischen Diagnostik als bewährte und viel benutzte
Standardtechnik verwendet. Es gibt ein breites Spektrum an Abwandlungen von klassischen
Multiwellplatten. Während die klassische Variante in erster Linie zur parallelen Aufbewahrung
und Handhabung von Flüssigkeiten und Reaktionslösungen eingesetzt wird, gibt es Varianten
von Multiwellplatten für analytische Spezialaspekte, wie z.B. die handelsübliche Filtrationsplatte
mit eingebautem Filter im Boden zur Reinigung von Flüssigkeiten. Es sind auch speziellere
Varianten wie die doppelbödige Platte zur Kultivierung von Membranzellkulturen bekannt.
[0004] Für chemisch-analytische Messverfahren, die auch in miniaturisierter Form in den
modernen Forschungsbereichen der Genomik, Proteomik und Metabolomik Anwendung finden,
benötigt man teilweise sehr aufwändige Konstruktionen. Eine solche wird im Folgenden
beschrieben. In der Metabolomik wird versucht, weite Teile des Metaboloms, d.h. die
Gesamtheit aller in einem Organismus vorkommenden natürlichen Metabolite möglichst
effizient aus sehr kleinen Probenvolumina zu analysieren. Dabei sind mehrere Behandlungsschritte
an der Probe notwendig. Es liegt nahe, diese auch in dem für die Lebenswissenschaften
üblichen Multiwellplattenformat vorzunehmen. Dazu ist es erforderlich, weitere Funktionalitäten
in die Wells der Multiwellplatten einzuführen. Dabei kann es sich z.B. um einen weiteren
Boden in Form einer Vliesscheibe handeln, die z. B. u.a. als Reaktionsort, als Reservoir
für Chemikalien oder zur Immobilisierung von Standards dienen kann.
[0005] Multiwellplatten sind seit vielen Jahren in der biomedizinischen und chemischen Forschung
ein Standardutensil entweder zum einfachen Vorlegen oder Lagern von Flüssigkeitsvolumina
in hochparalleler Art und Weise oder zur Durchführung von Reaktionen, Reinigungen,
Extraktionen und Stoffnachweisen. Einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsbereiche
dieser Platten liefern die Kataloge von einschlägigen Herstellern wie PALL, Millipore,
Costar, Nunc, Whatman u.v.a. mehr.
[0006] Darüber hinaus ist die Verwendung eines Wells als quasi Reaktionszelle mit unterem
Auslauf bekannt und wird bspw. in der
WO/1992/002303A1 beschreiben. Es liegt nun auf der Hand, einen oder mehrere Reaktions- oder Extraktionsabläufe
durch die Kopplung von mehreren Multiwellplatten zu erreichen. Dies wird z.B. in der
WO/ 1999/019067A1 beschrieben.
[0007] Eine Weiterentwicklung stellt die feste Integration von Hilfsmitteln und -strukturen
in die Wells der Multiwellplatten dar. Dabei wird sowohl der feste Einbau von Filtern
(
WO/2000/066268A2) als auch der Einsatz einer zweiten Platte mit kleineren Durchmessern der Wells zur
Erzeugung einer doppelwandigen Struktur und damit zur Kompartimentierung in zwei Reaktionsräume
beschrieben (
WO/2002/102965A2).
[0008] Bei der Positionierung eines Trägermittels in einem Well, beispielsweise einer Filter-
oder Vliesscheibe, ist es notwendig, ein Herausfallen des Trägermittels aus der Halterung
bzw. aus dem Well zu verhindern. Weiter erfordern manche Applikationen, dass das Trägermittel
ausreichend von Gasen bzw. einer in das Well einzufüllenden Flüssigkeit umspült werden
kann.
[0009] Die
US 5,208,161 beschreibt eine zylinderförmige Halterung, bei der im unteren Bereich eine gitterförmige
Auflage vorhanden ist. Im oberen Bereich des zylinderförmigen Einsatzes befindet sich
ein kreisförmiger Ring, der ein Herausrutschen eines Trägermittels verhindern soll.
[0010] Die
EP 0 834 729 A2 beschreibt einen mehrteiligen zylinderförmigen Einsatz mit einem unteren Teil, der
eine zylinderförmige Wand aufweist, von der im inneren Bereich Auflageelemente mit
Haltenasen abragen, wobei eine Filterscheibe auf den Auflageelementen zum Aufliegen
kommt und von einem oberen Einsatz, der in den unteren Einsatz eingesetzt wird, fixiert
wird.
[0011] Die
DE 698 31 408 T2 beschreibt eine Filterplatte, bei der mehrere Filteraufnahmeelemente in einer Matrix
verbunden sind, wobei jedes Filteraufnahmelement in seinem unteren Bereich Auflagestege
enthält, zwischen denen Öffnungen angeordnet sind.
[0012] Die
US 4,125,426 zeigt einen Einsatz für eine Laborplatte bei dem eine Auflageplatte über einen Stab
mit einem kreisförmigen Griffstück verbunden ist, das am oberen Rand einer Öffnung
der Laborplatte aufliegt, wobei das Griffstück als Transporthilfe dient.
[0013] Die
DE 691 09 651 T2 zeigt einen zylindrischen Zellkultureinsatz bei dem am oberen Rand nach außen abragende
Flächen angeordnet sind, die am oberen Rand einer Öffnung zum Anliegen kommen.
[0014] Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit für
eine zuverlässige Lagerung des Trägermittels in einer Halterung anzugeben, wobei die
Halterung eine sichere und definierte Positionierung des Trägermittels in einer Öffnung
gewährleisten und ein Herausfallen des Trägermittels und der Halterung aus der Öffnung
zuverlässig verhindern soll.
[0015] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Halterung gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0016] Die erfindungsgemäße Halterung stellt einen Einsatz für die Wells von Multiwellplatten
oder Mikrotiterplatten dar, durch die die Einbringung eines Trägermittels, bspw. in
Form von Vlies- oder Filterscheiben, in einer definierten Höhe über dem Wellboden
möglich ist.
[0017] Die Halterung verhindert außerdem das Herausrutschen des Trägermittels und gewährleistet
einen lockeren Sitz desselben. Dadurch und durch die Abstandshaltung zur inneren Seitenwand
der Öffnung wird die Umspülung mit gasförmigen oder flüssigen Stoffen ermöglicht.
[0018] Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, eine einfach herzustellende Halterung anzugeben,
die leicht in eine Öffnung bspw. einer Mutliwell- oder einer Mikrotiterplatte einzusetzen
ist. Dabei ist es notwendig, dass die eingesetzte Halterung immer an einer exakt definierten
Position in der Öffnung positioniert wird, so dass sich das Trägermittel in der Öffnung
an einer genau definierten Position befindet.
[0019] Die erfindungsgemäße Halterung ermöglicht neben einem manuellen Einsetzen auch ein
automatisches Einsetzen.
[0020] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Halterung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0021] Die Halterung besteht in ihrer grundlegenden Form aus einer Auflage und einem Haltesteg,
wobei zwischen der Auflage und dem Haltesteg ein Verbindungssteg angeordnet ist. Mit
dem Verbindungssteg wird ein definierter Abstand zwischen dem Haltesteg und der Auflage
gewährleistet, so dass das Trägermittel zwischen dem Haltesteg und der Auflage eingesetzt
werden kann. Dabei sind die Auflage und/oder der Haltesteg bzw. auch der Verbindungssteg
so ausgestaltet, dass seitliche Außenflächen der Bestandteile der Halterung an wenigstens
einer inneren Seitenfläche der Öffnung anliegen, wenn die Halterung in die Öffnung
eingesetzt wird. Durch das Anliegen der seitlichen Außenflächen an der wenigstens
einen inneren Seitenfläche der Öffnung wird gewährleistet, dass die Halterung an einer
definierten Position in der Öffnung anliegt und nicht kippen, verrutschen oder herausfallen
kann. Diese definierte Position kann einerseits ein definierter Durchmesser der Öffnung
bzw. ein definierter Abstand zum Boden der Öffnung sein.
[0022] Alternativ ist es möglich, dass die Öffnung Vorsprünge oder Absätze aufweist, an
denen die Halterung im eingesetzten Zustand auf- bzw. anliegt oder einrastet.
[0023] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Auflage im Wesentlichen horizontal angeordnet,
wobei der Haltesteg im Wesentlichen parallel zu der Auflage verläuft und auch horizontal
angeordnet ist. Die Auflage kann kreisförmig oder sternförmig ausgebildet sein. Die
Form des Haltestegs kann in der einfachsten Variante stabförmig sein. Ebenso ist es
möglich, den Haltesteg U-förmig, V-förmig oder ebenso kreisförmig auszubilden.
[0024] In der einfachsten Ausgestaltung ist zwischen Auflage und Haltesteg ein Verbindungssteg
vorgesehen. Besonders vorteilhaft es jedoch, wenn zwei Verbindungsstege vorgesehen
sind, die jeweils mit ihren seitlichen Außenflächen an wenigstens einer inneren Seitenfläche
der Öffnung anliegen und somit eine sichere Positionierung ermöglichen, ohne dass
die Halterung in der Öffnung kippen oder verrutschen kann.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung besteht die Auflage aus drei im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Auflagestegen, die sternförmig angeordnet sind oder ein Dreieck bilden,
wobei auf den Auflagestegen das Trägermittel aufliegt. Die nach außen abragenden Enden
der Auflagestege liegen im eingesetzten Zustand an der oder den inneren Seitenflächen
der Öffnung an.
[0026] Ebenso ist es möglich, dass nur eine äußere Seitenfläche eines Auflagestegs an der
inneren Seitenfläche der Öffnung anliegt und eine oder mehrere Außenflächen des Haltestegs
beispielsweise an einer gegenüberliegenden Seitenfläche der Öffnung anliegen, um somit
eine sichere Positionierung und Fixierung der Halterung zu gewährleisten.
[0027] Um ein Festklemmen und somit eine sichere Fixierung der Halterung in der Öffnung
zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, wenn die Außenflächen der Auflagestege, die
an der inneren Seitenfläche der Öffnung anliegen, nach unten angeschrägt sind, so
dass eine Klemmwirkung zwischen Halterung und Öffnung erreicht werden kann. Die Schrägen
bzw. Neigungen der Außenflächen können dabei an die Neigung der Öffnung angepasst
sein. Somit kann die Halterung bei einem definierten Durchmesser der Öffnung festgeklemmt
werden.
[0028] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung wird die Halterung bis auf den Boden der Öffnung
abgesetzt. Um hierbei einen definierten Abstand zwischen dem Trägermittel und dem
Boden der Öffnung zu gewährleisten, weist die Halterung Füße auf, die vorzugsweise
an den Enden der Auflagestege positioniert sind. Bei der Ausgestaltung einer kreisförmigen
oder dreieckigen Auflage kann die Positionierung der Füße auch an anderen Stellen
liegen.
[0029] Für ein sicheres Einsetzen, bei dem ein Verkanten der Halterung vermieden wird, ist
es vorteilhaft, wenn die nach unten abragenden Füße an der Auflage nach innen geneigt
sind bzw. an ihren seitlichen Außenflächen nach innen angeschrägt sind.
[0030] Der wenigstens eine Verbindungssteg, der zwischen der Auflage bzw. den Auflagestegen
und dem Haltesteg verläuft, ist gebogen und ragt in Einsetzrichtung nach oben ab.
Vorzugsweise sind zwei Verbindungsstege vorgesehen, deren seitliche Außenflächen jeweils
an der inneren Seitenfläche der Öffnung anliegen und für einen stabilen Halt sorgen.
[0031] Zusätzlich zu den Verbindungsstegen weist die Halterung zur sicheren Positionierung
in der Öffnung wenigstens einen Fixierungssteg auf, der vom Haltesteg nach oben abragt
und im eingesetzten Zustand an der wenigstens einen inneren Seitenfläche der Öffnung
anliegt. Dadurch wird eine zusätzliche Anlagefläche zur Öffnung geschaffen, die die
Positionierung der Halterung erleichtert und die Fixierung verbessert. Der wenigstens
eine Fixierungssteg kann vorzugsweise elastisch verformbar sein, um somit beim Einsetzen
der Halterung einen sicheren Kontakt zur inneren Seitenfläche zu gewährleisten, um
somit die Fixierung der Halterung zu verbessern.
[0032] Die im Wesentlichen zylinderförmige Öffnung kann rund bzw. mehrseitig ausgebildet
sein. Bei einer kreisförmigen Öffnung liegt die Halterung vorzugsweise an wenigstens
drei Punkten an der inneren Seitenfläche an. Bei einer Öffnung, die vier Seitenflächen
aufweist, liegt die Halterung an jeweils einer der inneren Seitenflächen der Öffnung
an.
[0033] Die Halterung ist so ausgestaltet, dass das Trägermittel vor dem Einsetzen der Halterung
in die Öffnung der Multiwell- oder Mikrotiterplatte eingesetzt werden kann.
[0034] Das Trägermittel kann ein Reservoir oder ein Immobilisierungsort für Chemikalien
sein oder als Reaktionsort dienen. Weiter kann das Trägermittel ein Filter sein, der
vorzugsweise scheibenförmig ausgebildet ist und aus einem Vlies besteht.
[0035] Die Halterung wird vorzugsweise mittels Spritzgußverfahren hergestellt, wodurch die
Ausgestaltung mit mehreren Verbindungsstegen, Fixierungsstegen und angepassten Auflagestegen
und Halterungsstegen leicht möglich ist. Die Halterung besteht aus Kunststoff, der
besonders für den Einsatz für Spritzgussverfahren geeignet ist und sich darüber hinaus
auch für den Einsatz für chemische Analysen eignet.
[0036] Die Aufgabe wird weiter durch eine Multiwellplatte gelöst, in die eine oben beschriebene
Halterung eingesetzt ist.
[0037] Im Folgenden werden anhand von Figuren Ausführungsbeispiele der Halterung und deren
Aufbau beschrieben. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Halterung gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Halterung;
- Fig. 3
- eine weitere Seitenansicht der erfindungsgemäßen Halterung;
- Fig. 4
- eine Ansicht der erfindungsgemäßen Halterung von oben;
- Fig. 5a- 5c
- einen Ablauf zum Einsetzen des Trägermittels und der Halte- rung in eine Öffnung.
[0038] Im Folgenden wird auf die Figuren 1-4 Bezug genommen. Die Halterung gemäß den Fig.
1-4 weist drei horizontale Auflagestege 11, 12, 13 auf, die sternförmig nach außen
abragen. Die in den Figuren gezeigte Halterung 10 ist insbesondere für eine kreisförmige
zylindrische in Fig. 5c dargestellte Öffnung 40 einer Multiwell- oder Mikrotiterplatte
vorgesehen.
[0039] Parallel und horizontal beabstandet zu den Auflagestegen 11, 12 und 13 ist ein Haltesteg
14 in U-Form angeordnet, der über zwei Verbindungsstege 15, 16 mit den Auflagestegen
11, 12, 13 verbunden ist.
[0040] Die Auflagestege 11, 12, 13 weisen seitliche Außenflächen 11a, 12a und 13a auf, von
denen wenigstens eine an einer inneren Seitenfläche 41 der Öffnung 40 im eingesetzten
Zustand anliegt. Weiter weisen die Auflagestege 11, 12, 13 jeweils einen nach innen
geneigten Fuß 17, 18, 19 auf, der auf dem Boden der Öffnung 40 aufsitzen und somit
einen definierten Abstand des Trägermittels 30 vom Boden der Öffnung 40 garantieren
kann.
[0041] Von zwei Auflagenstegen 12 und 13 ragen jeweils in leicht gebogener Form Verbindungsstege
15 und 16 nach oben ab, zwischen denen sich der Haltesteg 14 in einer U-Form erstreckt.
In Verlängerung der Verbindungsstege 15 und 16 erstrecken sich in Einsetzrichtung
nach oben zwei Fixierungsstege 20 und 21. Die Außenseiten 20a, 21 a der Fixierungsstege
20 und 21 liegen vorzugsweise gemeinsam mit den Außenseiten 15a, 16a der Verbindungsstege
15 und 16 an der inneren Seitenfläche 41 der Öffnung 40 an.
[0042] Zur zusätzlichen Fixierung der Halterung 10 in der Öffnung 40 im eingesetzten Zustand
liegt auch eine seitliche Außenfläche 14a des Haltestegs 14 an der inneren Seitenwand
41 der Öffnung 40 an. Somit wird eine sichere Fixierung der Halterung 10 in der Öffnung
40 erreicht, die kippstabil ist und auch gegen ein Verrutschen in der Öffnung gesichert
ist. Durch den definierten Abstand zwischen den Auflagestegen 11, 12 und 13 und dem
Haltesteg 14 wird eine sichere Lagerung bzw. Fixierung des Trägermittels 30 (siehe
Figuren 5a bis 5c) sichergestellt.
[0043] In den Figuren 5a bis 5c ist der Ablauf des Einsetzens des Trägermittels 30 in Form
einer Filter- oder Vliesscheibe in die Halterung 10 und das Einsetzen der Halterung
10 mit Trägermittel 30 in die Öffnung 40, beispielsweise einer Multiwellplatte, dargestellt.
[0044] Vorzugsweise wird die Filter- oder Vliesscheibe 30 in den Zwischenraum zwischen Haltesteg
14 und den Auflagestegen 11, 12, 13 vor dem Einsetzen der Halterung 10 in die Öffnung
40 eingesetzt. Die Halterung 10 mit dem Trägermittel 30 wird dann beispielsweise mit
einer automatischen Einsetzvorrichtung in eine Öffnung 40 einer Multiwell- oder Mikrotiterplatte
eingesetzt, wobei einige der seitlichen Außenflächen 11a, 12a, 13a, 14a, 15a, 16a,
17a, 18a, 19a, 20a und 21a der Halterung 10 eine definierte Position und sichere Fixierung
in der Öffnung 40 sicherstellen.
[0045] Aufgrund der Füße 17, 18 und 19 unter den Auflagestegen 11, 12, 13 wird ein definierter
Abstand zwischen dem Boden der Öffnung 40 und dem Trägermittel 30 eingestellt, so
dass das Trägermittel 30 locker aufliegt und gleichzeitig gut von Luft, Gasen oder
eingefüllten Flüssigkeiten umspült werden kann.
[0046] In einer nicht dargestellten Realisierung ist es möglich, dass die Halterung nicht
auf dem Boden einer Öffnung angeordnet wird, sondern mittels einer Klemmverbindung
zwischen den seitlichen Außenflächen der Halterung und der inneren Seitenfläche 41
fest in der Öffnung 40 gehalten wird.
[0047] Ebenso ist es möglich, dass die Öffnung 40 Absätze oder Vorsprünge aufweist, auf
denen die Halterung aufliegt bzw. einrastet, um somit eine definierte Position der
Halterung und des in diese eingesetzten Trägermittels in der Öffnung zu gewährleisten.
1. Halterung zum Einsetzen in eine zylinderförmige Öffnung (40) zur Aufnahme eines Trägermittels
(30) enthaltend:
- einen Haltesteg (14), der nach dem Einsetzen der Halterung (10) in die Öffnung (40)
horizontal in dieser angeordnet ist und der zur Fixierung eines auf der Auflage (11,
12, 13) aufliegenden Trägermittels (30) dient,
- eine in der Öffnung (40) unterhalb des Haltestegs (14) angeordnete Auflage, die
miteinander verbundene Auflagestege (11, 12, 13) enthält, die nach dem Einsetzen der
Halterung (10) in die Öffnung (40) horizontal in dieser verlaufen,
- wenigstens einen in der Öffnung (40) im Wesentlichen vertikal verlaufenden Verbindungssteg
(15, 16), der die Auflage mit dem Haltesteg (14) verbindet,
- wobei das Trägermittel (30) auf der Auflage (11, 12, 13) und unter dem Haltesteg
(14) einsetzbar ist und
- die Halterung (10) nach dem Einsetzen der Halterung (10) in die Öffnung (40) mit
seitlichen Außenflächen (11a, 12a, 13a, 14a, 15a, 16a) der Auflage (11, 12, 13), des
Haltestegs (14) und/oder des Verbindungsstegs (15, 16) an wenigstens einer inneren
Seitenfläche (41) der Öffnung (40) anliegt.
2. Halterung nach Anspruch 1, bei der die Auflage wenigstens drei im Wesentlichen horizontal
verlaufende Auflagestege (11, 12, 13) umfasst, die sternförmig angeordnet sind oder
ein Dreieck bilden, wobei wenigstens ein nach außen ragendes Ende der Auflagestege
(11, 12, 13) an wenigstens einer inneren Seitenfläche (41) der Öffnung (40) anliegt.
3. Halterung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Haltesteg (14) in Einsetzrichtung oberhalb
der Auflage und zu dieser im Wesentlichen parallel angeordnet ist und insbesondere
stabförmig, U-förmig, V-förmig oder kreisförmig ausgebildet ist.
4. Halterung nach einem der Ansprüche 1-3, bei der eine seitliche Außenfläche (14a) des
Haltestegs (14) an einer inneren Seitenfläche (41) der Öffnung (40) anliegt.
5. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der der wenigstens eine Verbindungssteg
(15, 16) gebogen ist und vorzugsweise eine seitliche Außenfläche (15a, 16a) aufweist,
die im eingesetzten Zustand an einer inneren Seitenfläche (41) der Öffnung (40) anliegt.
6. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Halterung (10) vorzugsweise
zwei Verbindungsstege (15, 16) zwischen der Auflage (11, 12, 13) und dem Haltesteg
(14) aufweist.
7. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die Außenflächen (11a, 12a, 13a)
der Auflagestege (11, 12, 13) in Einsetzrichtung nach unten angeschrägt sind.
8. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der an den in Einsetzrichtung nach
unten gerichteten Flächen der Auflage (11, 12, 13) nach unten abragende Füße (17,
18, 19) angeordnet sind, wobei die Füße (17, 18, 19) vorzugsweise zum Inneren der
Öffnung (40) geneigt sind oder eine nach innen angeschrägte Außenfläche (17a, 18a,
19a) aufweisen.
9. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der vom Haltesteg (14) wenigstens
ein Fixierungssteg (20, 21) abragt, der im eingesetzten Zustand an einer inneren Seitenfläche
(41) der Öffnung (40) anliegt.
10. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der der Haltesteg (14) in seiner horizontalen
Ausdehnung in der Öffnung kleiner als die horizontale Ausdehnung der Auflage (11,
12, 13) ist.
11. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei der die zylinderförmige Öffnung (40)
rund oder mehrseitig ist und eine Tiefe aufweist, die wenigstens der vertikalen Ausdehnung
der Halterung (10) entspricht.
12. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei der das Trägermittel (30) scheibenförmig
ausgebildet ist und als Reservoir oder Immobilisierungsort für Chemikalien oder als
Reaktionsort dient und insbesondere als Filter oder Vlies ausgebildet ist.
13. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei der das Trägermittel (30) vor dem
Einsetzen der Halterung (10) in die Öffnung (40) einzusetzen ist.
14. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Halterung (10) mittels Spritzguss
herstellbar ist und insbesondere aus Kunststoff besteht.
15. Multiwellplatte mit einer Halterung (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche.