[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Feinschneiden und Umformen eines Werkstücks
aus einem Bandstreifen, mit mehreren, aus Wirkelementen wie Stempel und/oder Umformelement,
Führungsplatte für das Schneid-und/oder Umformelement, an der Führungsplatte angeordnete
Ringzacken und Druckplatte eines Oberteils und Schneidplatte, Auswerfer, Prägeamboss
und Druckplatte eines Unterteils bestehenden Bearbeitungsstufen für einen Bearbeitungszyklus
aus Ausschneiden, Prägen, Vorformen und/oder Lochen o. dgl., wobei der Bandstreifen
zwischen geschlossenen Ober- und Unterteil eingeklemmt und in offener Lage von Ober-
und Unterteil in Vorschubrichtung bewegbar ist.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Feinschneiden und Umformen eines
Werkstücks aus einem Bandstreifen, bei dem der Bandstreifen mehreren, aus Wirkelementen
wie Schneidstempel, und/oder Umformelement, Führungsplatte, an der Führungsplatte
angeordnete Ringzacken und Druckplatte eines Oberteils und Schneidplatte, Auswerfer,
Prägeamboss und Druckplatte eines Unterteils bestehenden Bearbeitungsstufen nacheinander
einen Bearbeitungszyklus aus Ausschneiden, Prägen, Vorformen und/oder Lochen o. dgl.
unterworfen werden, der Bandstreifen zwischen geschlossenem Ober- und Unterteil eingeklemmt
und bearbeitet sowie in offener Lage von Ober- und Unterteil in Vorschubrichtung taktweise
weiterbewegt wird.
Stand der Technik
[0003] Feinschneidteile mit umgeformten Funktionsbereichen werden meist in Folgeverbund-Feinschneidwerkzeugen
hergestellt, die mehrere aufeinanderfolgende Stufen mit Folgewerkzeugen umfassen.
Hierbei wird ein ausgeschnittenes Rohteil von einem Querschieber aufgenommen und der
nächsten Bearbeitungsstufe bei geöffnetem Werkzeug zugeführt.
[0004] Aus der
DE 21 65 224 A1 ist eine Vorrichtung zum fortfolgenden Ausstanzen einer Vielzahl von untereinander
gleicher, zum optimalen Ausnutzen des Werkstoffs ineinander verschachtelter Werkteile
aus einem Blechband, -streifen o.dgl. unter Benutzung einer Stufenpresse bekannt,
in welcher ein Stanzgestell angeordnet ist, das der Aufnahme eines Schnittstempels
und einer zu diesem korrespondierend ausgebildeten Matrize dient, welche sich gegenseitig
zu einem Schnitt- bzw. Stanzwerkzeug ergänzen. Schnittstempel und Matrize sind über
mechanische Glieder zwangsweise miteinander verbunden, welche nach jedem Schnitt,
vorzugsweise beim Durchgang des Pressenstößels durch die obere Totpunktstellung, selbstständig
eine synchrone Horizontal-Drehbewegung von Schnittstempel und Matrize um 180o bewirken.
Dies geschieht so, dass das Verdrehen jeweils zur Hälfte beim Aufwärts- und beim Abwärtshub
des Pressenstößels erfolgt. Zielstellung dieser Drehbewegung ist es, eine materialsparende
Verschachtelung der Stanzzuschnitte zu erreichen.
[0005] Des Weiteren ist aus der
DE 44 09 658 A1 eine Werkzeugkombination für Stanzmaschinen, insbesondere zur unterschiedlichen Bearbeitung
von Fenster-, Türprofilen o. dgl. Bekannt, wobei jedes Werkzeug über eine Matrize
und ein von der Stanzmaschine antreibbares Stanzorgan verfügt und die Werkzeuge für
ihren wahlweisen Einsatz in Bezug auf die Stanzmaschine zwangsgeführt sind. Die Matrizen
der Werkzeuge sind zu einer kompakten Baueinheit verbunden und dabei um eine Achse
drehbar gelagert, welche mit der Bewegungsrichtung des Antriebs der Stanzmaschine
zusammenfällt. Die zugehörigen Stanzorgane bilden ebenfalls eine Baueinheit. Zwischen
den Baueinheiten ist eine wirksame Führung vorgesehen, welche für jeweils gleiche
Drehpositionen sorgt und eine Annäherung und Entfernung der Baueinheiten erlaubt.
[0006] Trotz all dieser Maßnahmen des bekannten Standes der Technik müssen materialverschwendende
Umschnitte beim Design des Streifenbildes, insbesondere bei kleineren Teilen im Mehrfachschnittkonzept,
vorgesehen werden, damit die Umformoperationen nicht die Stanzgittergeometrie beeinflussen
kann. Letztendlich entstehen bei kleinen Teilen pro Hub Abfallkosten, die die Teilekosten
übersteigen, wodurch mit dem Feinschneiden für bestimmte Teilepartien zu hohe Materialmengen
verbraucht werden.
[0007] Von Nachteil ist weiterhin, dass infolge des Transports der ausgeschnittenen Teile
mittels Querschieber, das Werkzeug geöffnet werden muss, damit der Querschieber das
ausgeschnittene Teil in die nächste Bearbeitungsstufe transportieren kann. Die spezifischen
Fertigungszeiten pro Teil steigen dadurch. Darüber hinaus müssen die Stößel der Pressen
weitgehend bis an ihren oberen bzw. Unteren Totpunkt fahren, was wiederum die Hubzahl
einschränkt. Oftmals führen liegengelassene oder durch den Querschieber nicht erfasste
Abfallbutzen im Werkzeugraum zusätzlich zu Störungen des Fertigungsablaufs und zu
Beschädigungen an den Werkstücken.
Aufgabenstellung
[0008] Bei diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Feinschneiden kleiner bis mittlerer Teile bereitzustellen,
mit dem es möglich wird, wertvollen Werkstoff massiv einzusparen, die Bearbeitungsfunktion
der Aktivelemente mit der Transportfunktion von Bearbeitungsstufe zu Bearbeitungsstufe
unter gleichzeitiger Erhöhung von Hubzahl und Wirtschaftlichkeit zu kombinieren und
Störungen im Fertigungsablauf durch nicht ausgetragenen Abfall aus dem Werkzeug zu
vermeiden.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung und des Verfahrens sind den Unteransprüchen
entnehmbar.
[0011] Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass die Schneidplatte sowohl
die Wirkfunktion, d.h Aktivelement für den Schneid- und/oder Umformvorgang ist, als
auch die Transferfunktion zum Transport der Teile von Bearbeitungsstufe zu Bearbeitungsstufe
übernimmt. Die Schneidplatte ist deshalb als ein scheibenförmiges Transferteil mit
mehreren an die Wirkelemente angepasste Arbeitsöffnungen ausgebildet, in denen das
ausgeschnittene Werk- oder Abfallstück zum Transport von einer Bearbeitungsstufe zur
anderen klemmend aufgenommen ist, wobei der Transferteil um eine zur Bearbeitungsrichtung
parallele, im Zentrum des Transferteils gelegene virtuellen Achse gegenüber den Wirkelementen
des Oberteils drehbar, senkrecht zu dieser nach einem Hub über die Wirkelemente des
Unterteils hinweg drehbar und die Arbeitsöffnungen im Transferteil auf einem gemeinsamen
Grundkreis angeordnet sind, der dem Abstand der Bearbeitungsstufe von der Achse entspricht,
und dass die Bearbeitungselemente des Oberteils auf dem Grundkreis voneinander fix
beabstandet angeordnet sind, wobei den Bearbeitungsstufen mindestens zwei am Umfang
diametral gegenüberliegende, in der Führungsplatte des Oberteils befestigte, senkrecht
zur Achse angeordnete Riegelbolzen und mehrere diametral zum Umfang gegenüberliegend
angeordnete Riegelöffnungen im Transferteil zum Justieren, Fixieren und Zustellen
der Wirkelemente untereinander zugeordnet sind.
[0012] Der Transferteil weist zur Ausführung der Hub- und Drehbewegung einerseits ein von
in einer auf der Druckplatte angeordnete Fassung gehaltenes Führungselement zum vertikalen
Verschieben des Transferteils in Richtung Riegelbolzenachse gegen die Führungsplatte
und andererseits einen im Druckstück drehbar gelagerten Zapfen zum Drehen des Transferteils
auf.
[0013] Die Hubbewegung des Transferteils erfolgt über das Druckstück des Unterteils vorteilhafterweise
hydraulisch, in dem die Druckbolzen das Führungselement in Richtung Riegelbolzenachse
drücken.
[0014] Die Drehbewegung des Transferteils setzt dann ein, wenn die Hubbewegung abgeschlossen
ist und die Wirkelemente des Unterteils die Drehbewegung der Schneidplatte nicht mehr
stören.
[0015] Damit die Riegelbolzen in die Riegelöffnungen beim Verriegeln von Oberteil und Unterteil,
d.h. Arretieren und Zustellen des Transferteils, eingreifen können, liegen die Achsen
von Riegelbolzen Riegelöffnung auf einer gemeinsamen Flucht.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, neben einem einzigen Bearbeitungszyklus
auch alternativ die Bearbeitungsstufen mehrerer Bearbeitungszyklen auf konzentrisch
zur virtuellen Drehachse des Transferteils gelegenen Grundkreisen auszuführen. Dies
führt zu einer erheblichen Steigerung der Fertigungsstückzahlen.
[0017] Die Zu- und Abführrichtung des Bandstreifens läuft über die virtuelle Drehachse des
Transferteils, d.h. über den Mittelpunkt des Grundkreises hinweg. Jedem Bearbeitungszyklus
ist mindestens ein Abführkanal zugeordnet, der in Abhängigkeit der Anzahl der Bearbeitungsstufen
nach außen führend angeordnet ist.
Die Abfallbutzen werden in mindestens einem separaten, nach verlaufenden Abführkanal
abgeführt. Die Abführung erfolgt vorzugsweise durch ein nach außen gerichtetes Ausblasen
oder einen Bandtransport.
Die separate Abführung der Abfallbutzen hat den Vorteil, dass die Abführung der fertiggestellten
Werkstücke vom Abfallaustrag vollkommen getrennt ist. Die Gefahr, dass durch nicht
ausgetragene Abfallbutzen eine Störung im Fertigungsablauf eintritt, ist somit weitgehend
ausgeschlossen.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet es, das aus den Bandstreifen ausgeschnittene
Werkstück und/oder den Rohling in einer auf einer Kreisbahn liegenden Arbeitsöffnung
klemmend aufzunehmen und in der Arbeitsöffnung zu speichern. Durch eine Hubbewegung
mit nachfolgender Drehbewegung um einen, dem Abstand der Wirkelemente voneinander
entsprechenden Betrag gelangt das in der jeweiligen Arbeitsöffnung gespeicherte Werkstück
schrittweise zur nächstfolgenden Bearbeitungsstufe, wobei bei jedem Drehschritt die
Wirkelemente des Oberteils und die Wirkelemente des Unterteils zur Deckung gebracht
und sich nach dem Justieren und Schließen zu einem Wirkpaar der jeweiligen Bearbeitungsstufe
ergänzen.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den großen Vorteil, dass mehrere Bearbeitungszyklen
gleichzeitig durchgeführt werden können, wobei ein erster Bearbeitungszyklus auf einem
ersten Grundkreis und ein weiterer Bearbeitungszyklus auf einem Grundkreis durchgeführt
wird, der sich vom ersten Grundkreis unterscheidet.
[0020] Von besonderem Vorteil ist weiterhin, dass ein separater Transport der feingeschnittenen
und umgeformten Werkstücke innerhalb des Werkstücks mittels Querschieber nicht mehr
notwendig ist. Die Schneidplatte übernimmt neben ihrer Aktivfunktion auch die Transportfunktion.
Die Werkstücke werden vollkommen ausgeschnitten und vom Stanzgitter getrennt, so dass
materialverschwendende Umschnitte vor allem bei kleinen Teilen nicht mehr in Kauf
genommen werden müssen. Dies führt zu erheblichen Materialeinsparungen bei kleinen
und mittleren Feinschneidteilen, wodurch das Feinschneiden trotz signifikant steigender
Stahlpreise lukrativ in der Anwendung bleibt.
[0021] Dadurch, dass die feingeschnittenen und umgeformten Werkstücke nach erfolgter Schneid-
oder Umformoperation in den Arbeitsöffnungen geklemmt aufgenommen und zur nächsten
Bearbeitungsstufe transportiert werden, entsteht der Vorteil, dass die Werkstücke
durch eventuell im Werkzeugraum verbliebene Abfallbutzen beim Feinschneid- oder Umformvorgang
nicht beschädigt werden können.
[0022] Infolge des Transfers der Werkstücke mittels der Schneidplatte und des Wegfalls eines
separaten Schiebers zum Transport der Teile kann der Stößelweg der Presse insgesamt
deutlich reduziert werden, wodurch es möglich wird, die Hubzahl, d.h. die Taktzahl,
beträchtlich zu erhöhen.
[0023] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen.
Ausführungsbeispiel
[0024] Die Erfindung soll nachstehend an ein Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Es zeigt
[0025] Fig. 1 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in Offenlage von Ober-
und Unterteil entlang der Linie A-A der Fig. 2,
[0026] Fig. 2 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Fig. 1,
[0027] Fig. 3 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in der Bearbeitungsstufe
"Schneiden" im oberen Totpunkt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren,
[0028] Fig. 4 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in der Bearbeitungsstufe
"Prägen" im oberen Totpunkt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und
[0029] Fig. 5 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in der Bearbeitungsstufe
"Ausstoßen" im oberen Totpunkt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0030] Die Fig. 1 zeigt den grundsätzlichen Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Herstellen eines feingeschnittenen und umgeformten Werkstück W. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung besitzt ein Oberteil 1 und Unterteil 2. Zum Oberteil 1 der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gehört eine aufweisende Führungsplatte 3 mit Ringzacke 4, ein Lochstempel
5 zum Lochen eines Bandstreifens 6, ein Schneidstempel 7 zum Ausschneiden eines gelochten
Rohlings 8 aus dem Bandstreifen 6, ein Prägestempel 9 (siehe Fig.4) zum Ausführen
einer Prägeoperation am ausgeschnittenen Rohling 8 und mindestens zwei Riegelbolzen
10. Die Aktivelemente Lochstempel 5, Schneidstempel 7 und Prägestempel 9 sind in der
Führungsplatte 3 geführt. Ihre jeweilige Arbeitsrichtung liegt senkrecht zum Bandstreifen
6. Die beiden Riegelbolzen 10 sind nahe des äußeren Randes der Führungsplatte 3 angeordnet
und liegen sich diametral gegenüber.
Auf die Führungsplatte 2 drückt der unter Hydraulikdruck stehende obere Druckbolzen
11.
[0031] Das Unterteil 3 ist gebildet aus einer Fassung 12, einer scheibenförmigen Schneidplatte
13 mit Führungselement 14, einem Abfallkanal 15, einem Auswerfer 16, einem Prägeamboss
17 und einem zentralen Lagerzapfen 18, der auf der unteren Druckplatte 19 fixiert
ist. Schneidplatte 13 und Führungselement 14 bilden ein gemeinsames Bauteil, das drehbar
ist. In der Schneidplatte 13 sind entsprechende Schneidöffnungen 20 vorgesehen, die
den Aktivelementen 5, 7 und 8 entsprechend zugeordnet sind. Auf dem Lagerzapfen 18
lagert die Schneidplatte 13 mit ihrem Führungselement 14 mittig auf.
Das Führungselement 14 stützt sich an seinem Außenumfang an der Fassung 12 ab, in
der Ebene E zwischen den Führungsflächen von Fassung 12 und Führungselement 14 ein
nicht dargestelltes Antriebselement angreift, beispielsweise ein Schrittschaltmotor
für die Erzeugung des erforderlichen Antriebsmoments zum Drehen der Schneidplatte
13 um ihre auf der Achse des Lagerzapfens 18 gelegene virtuelle Achse A.
[0032] Auf das Führungselement 14 wirkt ein unterer unter Hydraulikdruck stehender Druckbolzen
21 ein, mit dessen Hilfe die Schneidplatte 13 samt ihres Führungselements 14 eine
definierte Hubbewegung in Richtung senkrecht zum Bandstreifen 6 ausführen kann. Der
Auswerfer 16 als Gegenhalter für den Schneidstempel 7 wird von einem weiteren unter
Hydraulikdruck stehenden Druckbolzen 22 abgestützt.
[0033] In der scheibenförmigen Schneidplatte 13 befinden sich nahe ihrem äußeren Umfang
mehrere Riegelöffnungen 23, die sich diametral gegenüberliegen. In geschlossener Zustellung
von Ober- und Unterteil 1 bzw. 2 greifen die beiden diametral gegenüberliegenden Riegelbolzen
10 jeweils in zwei Riegelöffnungen 23 ein. Die Mittenachse der entsprechenden Riegelöffnung
23 liegt auf der Achsflucht B des Riegelbolzens 1. Die Riegelöffnungen 23 sind dabei
so entlang dem Umfang der Schneidplatte 13 verteilt, dass bei Eingriff der Riegelbolzen
10 die entsprechenden Wirkelemente von Ober- und Unterteil 1 bzw. 2 miteinander ein
Wirkpaar, d.h. jeweils eine Bearbeitungsstufe, bilden können. Der Bandstreifen 6 ist
im geschlossenen Stellungszustand von Ober- und Unterteil zwischen Führungsplatte
2 und Schneidplatte 13 eingeklemmt und die Ringzacke 4 bereits in den Bandstreifen
6 eingedrungen.
[0034] Der Lochstempel 5 und die entsprechende Schneidöffnung 20 der Schneidplatte 13, Schneidstempel
7 im Oberteil 1 und Auswerfer 16 im Unterteil 2 sowie Prägestempel 9 im Oberteil 1
und Prägeamboss 18 im Unterteil 2 bilden entsprechende Wirkpaare, die wie nachfolgend
in Fig. 2 näher beschrieben wird, auf einem gemeinsamen Grundkreis GK liegen, der
die virtuelle Achse A zum Mittelpunkt hat.
[0035] Die Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung in Draufsicht, die den Ablauf des
erfindungsgemäßen Verfahrens verdeutlicht.
Im ersten Arbeitsschritt I wird der Rohling 8, eventuell auch eine Innenform in die
Arbeitsöffnung 20 der Schneidplatte 20 aus der Teilereihe T1 des Bandstreifens 6 geschnitten
und nicht ausgeworfen. Der Rohling 8 verbleibt in der Arbeitsöffnung 20. Beim Öffnen
von Oberteil 1 und Unterteil 2 der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die Schneidplatte
13 einschließlich Führungselement 14 durch die hydraulisch betätigten Druckbolzen
21 angehoben und mit dem in der Schneidöffnung 20 befindlichen Rohling 8 in die nächstfolgende
Arbeitsposition gedreht. In dem hier gezeigten Beispiel erfolgt die Drehung im Uhrzeigersinn
zur Rückseite der Vorrichtung. Natürlich gehört es auch zu der Erfindung, wenn die
Drehrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn liegt. Im zweiten Arbeitsschritt II wird das
Ober- und Unterteil 1 bzw. 2 geschlossen, in dem die Riegelbolzen 10 in die entsprechende
Riegelöffnungen 23 der Schneidplatte 13 eingreifen. Die Schneideplatte 13 ist jetzt
durch die Riegelbolzen 10 arretiert und es kann an dem Rohling 8 die Nächstfolgende
Arbeitsoperation, beispielsweise ein Prägen oder ein Ausstoßen der Butzen 26 in einen
Kanal 15 (siehe auch Fig. 1) vorgenommen werden. Im dritten Arbeitsschritt III wird
die Schneideplatte 13 wiederum mit dem in der Arbeitsöffnung 20 verbleibenden Rohling
8 beim Öffnen von Ober- und Unterteil angehoben und soweit gedreht bis die nächstfolgende
Arbeitsposition (Bearbeitungsstufe) erreicht ist. Die Schneidplatte 13 wird wie bereits
im zweiten Arbeitsschritt beschrieben arretiert und Ober- und Unterteil geschlossen.
Die entsprechende Arbeitsoperation wird ausgeführt, wobei sich die Arbeitsschritte
solange wiederholen bis die Bearbeitung des Teils abgeschlossen ist.
Im vierten Arbeitsschritt IV wird das fertig bearbeitete Werkstück aus der Schneidöffnung
20 der Schneidplatte 13 in einen Kanal 25 ausgestoßen und beispielsweise durch Ausblasen
aus dem Innenraum von Ober- und Unterteil entfernt. Nach dem Öffnen von Ober- und
Unterteil 1 bzw. 2, Anheben und Drehen der Schneidplatte 13 erreicht die freigewordene
Schneidöffnung 20 in der Schneidplatte 13 die Arbeitsposition in der Teilereihe T2
des Bandstreifens 6, so dass ein erneuter Bearbeitungszyklus im Uhrzeigersinn auf
der Vorderseite der Vorrichtung durchgeführt werden kann.
[0036] Die Zuführrichtung Z des Bandstreifens 6 in die erfindungsgemäße Vorrichtung erfolgt
über das Zentrum, d.h. der virtuellen Achse A, so dass es ohne weiteres möglich ist,
unterschiedlich breite Bandstreifen 6 einzusetzen, wenn der Grundkreis GK für die
Anordnung der einzelnen Bearbeitungsstufen entsprechend angepasst wird.
[0037] Je nach Anzahl der notwendigen Bearbeitungszyklen können die einzelnen Wirkpaare
auf konzentrisch zueinander angeordneten Grundkreisen GK liegen, die jeweils von der
virtuellen Drehachse A der Schneidplatte 13 unterschiedliche Radien R aufweisen, so
dass gleichzeitig mehrere Bearbeitungsvorgänge durchgeführt werden können.
[0038] Jedem Bearbeitungszyklus ist ein Kanal 25 für den Abtransport der fertiggestellten
Werkstücke nach außen. Die Abführrichtung AR der fertiggestellten Teile kann entsprechend
der Anzahl der Wirkpaare (Bearbeitungsstufen) variieren. Die Winkel α können demzufolge
bezogen auf Zuführrichtung des Bandstreifens 6 variieren.
Der Kanal 24 zum Abtransport der Abfallbutzen verläuft senkrecht zur Zuführrichtung
des Bandstreifens 6 und ist somit vollkommen von dem Abtransport der Fertigteile separiert,
so dass entsprechende Störungen durch im Werkzeugraum verbleibende Butzenreste ausgeschlossen
sind.
[0039] Die Fig. 3 bis 5 verdeutlichen die Arbeitsschritte Schneiden, Prägen und Ausstoßen.
In Fig. 3 ist Ober- und Unterteil 1 und 2 geschlossen und der Bandstreifen 6 zwischen
Führungsplatte 3 und Fassung 13 geklemmt. Der Riegelbolzen 10 greift in die Riegelöffnung
23 ein. Die Schneidplatte 13 ist arretiert. Der Lochstempel 5 und der Schneidstempel
7 haben entsprechende Teile in die Arbeitsöffnung 20 der Schneidplatte 13 geschnitten.
Die Fig. 4 zeigt die Arbeitsoperation Prägen. Oberteil 1 und Unterteil 2 der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist geschlossen und die Schneidplatte 13 durch den Riegelbolzen 10 arretiert.
Der Prägestempel 9 und Prägeamboss 17 befinden sich in Arbeitsstellung.
In Fig. 5 ist der Teileausstoß von fertiggestellten feingeschnittenen und umgeformten
Werkstücken dargestellt. In den Kanal 25 ist ein fertiggestelltes Teil ausgestoßen
und kann beispielsweise durch Ausblasen ausgetragen werden.
[0040] Bezugszeichenliste
- Oberteil
- 1
- Unterteil
- 2
- Führungsplatte
- 3
- Ringzacke
- 4
- Lochstempel
- 5
- Bandstreifen
- 6
- Schneidstempel
- 7
- Rohling
- 8
- Prägestempel
- 9
- Riegelbolzen
- 10
- Oberer Druckbolzen
- 11
- Fassung
- 12
- Schneidplatte (Matrize)
- 13
- Führungselement
- 14
- Abfallkanal
- 15
- Auswerfer
- 16
- Prägeamboss
- 17
- Lagerzapfen
- 18
- Untere Druckplatte
- 19
- Schneidöffnungen in 13
- 20
- Unterer Druckbolzen
- 21
- Unterer Druckbolzen für 16
- 22
- Riegelöffnungen
- 23
- Abführkanal für Fertigteile
- 24, 25
- Abfallbutzen
- 26
- Virtuelle Drehachse
- A
- Abführrichtung für fertige Teile
- AR
- Achsflucht von 10
- B
- Grundkreis
- GK
- Radius von GK
- R
- Erste Teilereihe auf 6
- T1
- Zweite Teilereihe auf 6
- T2
- Werkstück
- W
- Zuführrichtung, Vorschubrichtung von 6
- Z
- Winkel Abführrichtung der Fertigteile
- α
- Arbeitsschritte/Bearbeitungsstufen
- I,XI,III,IV
1. Vorrichtung zum Feinschneiden und Umformen eines Werkstücks aus einem Bandstreifen,
mit mehreren, aus Wirkelementen wie Stempel (5,7) und/oder Umformelement (9), Führungsplatte
(3) für das Schneid- und/oder Umformelement, an der Führungsplatte angeordnete Ringzacken
(4) und Druckplatte eines Oberteils (1) und Schneidplatte (13), Auswerfer (16), Prägeamboss
(17) und Druckplatte eines Unterteils (2) bestehenden Bearbeitungsstufen für einen
Bearbeitungszyklus aus Ausschneiden, Prägen, Vorformen und/oder Lochen o. dgl., wobei
der Bandstreifen (6) zwischen geschlossenen Ober- und Unterteil eingeklemmt und in
offener Lage von Ober- und Unterteil in Vorschubrichtung (Z) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidplatte (13) als ein scheibenförmiges Transferteil mit mehreren an die
Wirkelemente angepasste Schneidöffnungen (20) ausgebildet ist, in denen ein ausgeschnittener
Rohling (8) zum Transport von einer Bearbeitungsstufe zur anderen klemmend aufgenommen
ist, wobei der Transferteil um eine zur Bearbeitungsrichtung parallele, im Zentrum
des Transferteils gelegene virtuellen Achse (A) gegenüber den Wirkelementen des Oberteils
(1) drehbar, senkrecht zu dieser nach einem Hub über die Wirkelemente (5,17) des Unterteils
hinweg drehbar und die Schneidöffnungen (20) im Transferteil auf einem gemeinsamen
Grundkreis (GK) angeordnet sind, dessen Radius ( R ) dem Abstand der Bearbeitungsstufe
von der Achse (A) entspricht, und dass die Bearbeitungsstufen des Oberteils auf dem
Grundkreis (GK) voneinander fix beabstandet angeordnet sind, wobei den Bearbeitungsstufen
mindestens zwei am Umfang diametral gegenüberliegende, in der Führungsplatte (3) des
Oberteils befestigte, parallel zur Achse (A) angeordnete Riegelbolzen (10) und mehrere
diametral zum Umfang gegenüberliegend angeordnete Riegelöffnungen (23) im Transferteil
zum Justieren, Fixieren und Zustellen der Wirkelemente untereinander zugeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Transferteil ein von in einer auf der Druckplatte (19) angeordneten Fassung (12)
gehaltenes Führungselement (14) zum vertikalen Verschieben des Transferteils in Richtung
Riegelbolzenachse (B) gegen die Führungsplatte (3) und einen am Druckstück ( ) befestigten
Zapfen (18) aufweist, wobei das Transferteil um den Zapfen (18) drehbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidplatte (13) und Führungselement (14) ein gemeinsames Bauteil bilden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, dass dem Führungselement (14) ein in der Ebene

zwischen Fassung (12) und Führungselement (14) am äußeren Umfang des Führungselements
(14) angreifender Schrittschaltmotor zum Drehen des Transferteils von Bearbeitungsstufe
zu Bearbeitungsstufe zugeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen von Riegelbolzen (10) und Riegelöffnung (23) in geschlossener Zustellung
von Ober- und Unterteil (1,2) auf einer gemeinsamen Flucht (B) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bearbeitungsstufen eines Bearbeitungszyklus auf dem Grundkreis (GK) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsstufen mehrerer Bearbeitungszyklen auf konzentrisch zueinander gelegenen
Grundkreisen (GK) angeordnet sind, die von der Achse (A) des Transferteils entsprechend
unterschiedliche Abstände aufweisen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zu- und Abführrichtung (Z,AR) des Bandstreifens (6) über dem Zentrum des Grundkreises
(GK) liegt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Abführkanal (24) für fertigbearbeitete Werkstücke vorgesehen ist,
deren Richtung bezogen auf die Abführrichtung (AR) des Bandstreifens (6) variabel
angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Abführkanal (25) für fertigbearbeitete Werkstücke vorgesehen ist,
deren Richtung bezogen auf die Zuführrichtung (ZR) des Bandstreifens (6) variabel
angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Abführkanal (15) für Abfallbutzen vorgesehen ist.
12. Verfahren zum Feinschneiden und Umformen eines Werkstücks aus einem Bandstreifen,
bei dem der Bandstreifen mehreren, aus Wirkelementen wie Schneidstempel, und/oder
Umformelement, Führungsplatte, an der Führungsplatte angeordnete Ringzacken und Druckplatte
eines Oberteils und Schneidplatte, Auswerfer, Prägeamboss und Druckplatte eines Unterteils
bestehenden Bearbeitungsstufen nacheinander einen Bearbeitungszyklus aus Ausschneiden,
Prägen, Vorformen und/oder Lochen o. dgl. unterworfen werden, der Bandstreifen zwischen
geschlossenen Ober- und Unterteil eingeklemmt und bearbeitet sowie in offener Lage
von Ober- und Unterteil in Vorschubrichtung taktweise weiterbewegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das ausgeschnittene Werkstück und/oder der Rohling von auf einer Kreisbahn liegenden
Schneidöffnung der Schneidplatte aufgenommen bzw. gespeichert und durch eine Hub-
mit nachfolgender Drehbewegung der Schneidplatte um einen, dem Abstand der Wirkelemente
voneinander entsprechenden Betrag, den auf einer Kreisbahn gelegenen Wirkelementen
des Oberteils nacheinander schrittweise zugeführt werden, wobei bei jedem Drehschritt
die Wirkelemente des Oberteils und die Wirkelemente des Unterteils zur Deckung gebracht
und sich nach dem Justieren und Schließen zu einem Wirkpaar der jeweiligen Bearbeitungsstufe
ergänzen.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung entlang der Kreisbahn der Arbeitsöffnungen in der Schneidplatte und
die Bewegung entlang der Kreisbahn der Wirkelemente des Oberteils auf einem gemeinsamen
Grundkreis erfolgen.
14. verfahren nach Anspruch 12 und 13,
gekennzeichnet durch folgende nacheinander ablaufende Arbeitsschritte:
I) Ausschneiden des Rohlings in die Arbeitsöffnung der Schneidplatte und dessen Verbleib
in der Arbeitsöffnung bei geschlossenem Ober- und Unterteil mit anschließendem Anheben
der Schneidplatte über die Wirkelemente des Unterteils hinweg und schrittweises Drehen
der jeweiligen Arbeitsöffnung der Schneidplatte bei geöffnetem Ober- und Unterteil
bis zur nächstfolgenden Bearbeitungsstufe,
II) Ausrichten und Arretieren der Wirkelemente mit dem Schließen von Unter- und Unterteil
und Durchführen einer weiteren Umformoperation,
III) erneutes Ausführen des Ablaufs gemäß den Schritten b und c, wobei sich diese
solange wiederholen bis die Bearbeitung des Teils abgeschlossen ist,
IV) Auswerfen und Ausblasen des fertigbearbeiteten Teils bei geöffnetem Ober- und
Unterteil, wobei die Schneidplatte nach dem Anheben soweit gedreht wird, bis die Arbeitsöffnung
der freien Bearbeitungsstufe zum Durchführen eines erneuten Bearbeitungszyklus erreicht
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Bearbeitungszyklen gleichzeitig durchgeführt werden, wobei ein erster Bearbeitungszyklus
auf einem ersten Grundkreis und ein weiterer Bearbeitungszyklus auf einem weiteren
Grundkreis durchgeführt wird, dessen Radius sich von dem des ersten Grundkreis unterscheidet.
16. Verfahren nach 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandstreifen über das Zentrum des Grundkreises geführt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 12 bis 15, dadurch gekezeichnet, dass die fertigbearbeiteten Werkstücke durch Ausblasen oder Bandtransport aus dem geöffneten
Ober- und Unterteil abgeführt werden.
18. Verfahren nach Anspruch 11 bis 14, dadurch gekenzeichnet, dass die Abfallbutzen durch Ausblasen oder Bandtransport aus dem geschlossenem Ober- und
Unterteil abgeführt werden.