[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entnahme einer Warenprobe aus einer bewegten
Warenbahn sowie eine Probenschneidervorrichtung.
[0002] Für die Bestimmung diverser Produktionsparameter einer bewegten Warenbahn, insbesondere
einer textilen Warenbahn ist es erforderlich, eine Warenprobe mit einem vorgegeben
Flächeninhalt, vorzugsweise zumindest 100 cm
2 aus der bewegten Warenbahn herauszuschneiden. Hierzu werden derzeitig Probenschneidervorrichtungen
verwendet, welche eine mechanische Schneidgarnitur umfassen, die über einen pyrotechnischen
Treibsatz beschleunigt wird. Die Schneidgarnitur verfügt hierzu über ein Schneidmesser,
welches in Richtung einer gegenüberliegenden Gegenschneide beschleunigt wird und somit
aus der zwischen dem Schneidmesser und der Gegenschneide geführten bewegten Warenbahn
eine Warenprobe vordefinierten Flächeninhalts ausschneidet. Als pyrotechnische Treibladung
finden handelsübliche Platzpatronen Verwendung.
[0003] Nachteilig ist bei jedem neuen Schneidvorgang die Probenschneidervorrichtung mit
einer neuen Platzpatrone zu laden. Darüber hinaus entstehen durch das Zünden des Treibsatzes
hohe Beschleunigungskräfte, die schwer kontrollierbar sind. Häufig kommt es hierdurch
zu einer Verkeilung der mechanischen Schneidgarnitur innerhalb der Probenschneidervorrichtung.
Das Freisetzen der Schneidgarnitur ist arbeits- und zeitintensiv und häufig nur mittels
Spezialwerkzeug möglich.
[0004] Weiterhin nachteilig sind derartige auf den Markt erhältliche Probenschneidervorrichtungen
als Handgeräte ausgebildet, welche zur Entnahme der Probe durch das jeweilige Bedienpersonal
über die Entnahmestelle gebracht werden müssen. Aufgrund des hohen Gewichts des Handgerätes
von mehr als 10 kg ist dies eine körperlich schwere und gefährliche Tätigkeit. Darüber
hinaus entstehen beim Verbrennungsprozess durch das Abfeuern der Treibladung Pulverreste,
die in regelmäßigen Abständen von der Probenschneidervorrichtung entfernt werden müssen.
Ebenso ist die Schneidkraft bekannter Probenschneidervorrichtungen lediglich über
die Treibladung einstellbar und somit nur beschränkt an die jeweils zu vermessende
Ware anpassbar.
[0005] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Entnahme
einer Warenprobe aus einer bewegten Warenbahn sowie eine zughörige Probenschneidervorrichtung
anzugeben, bei dem bzw. der die zuvor beschriebenen Nachteile vermieden werden. Die
Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche 1 und 8 gelöst.
[0006] Der wesentliche Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass
ein gasförmiges Medium unter einem vorgegebenen Druck in einem Druckraum bereitgestellt
wird und dass aus der bewegten Warenbahn durch Beaufschlagen einer mit dem Schneidmesser
zusammenwirkenden Kolbenmechanik mit dem bereitgestellten gasförmigen Medium eine
Warenprobe ausgeschnitten wird.
[0007] Vorteilhaft wird durch Beaufschlagen der mit dem Schneidmesser zusammenwirkenden
Kolbenmechanik mit dem bereitgestellten gasförmigen Medium das Schneidmessers entlang
einer vorzugsweise senkrecht zur Laufrichtung der bewegten Warenbahn verlaufenden
Längsachse beschleunigt. Das gasförmige Medium wird hierzu unter dem vorgegebenen
Druck in den Druckraum eingebracht, wobei die Schneidkraft des Schneidmessers über
den Druck des bereitgestellten gasförmigen Mediums einstellbar ist. Nach Entnahme
der Warenprobe wird das Schneidmesser in eine vorgegebene Halteposition zurückgeführt.
[0008] Weiterhin vorteilhaft wird die ausgeschnittene Warenprobe über einen in der Schneidmessereinheit
aufgenommenen Auswerfer ausgeworfen und/oder eine Warenprobe mit einer vordefinierten
Fläche, vorzugsweise zwischen 100 und 300 cm
2 aus der bewegten Warenbahn ausgeschnitten.
[0009] Die erfindungsgemäße Probenschneidervorrichtung weist vorteilhaft einen in einem
Gehäusevorgesehenen Druckraum und eine über eine Kolbenmechanik mit dem Druckraum
verbundene, zumindest ein Schneidmesser umfassende Schneidmessereinheit auf. In den
Druckraum ist ein gasförmiges Medium unter einem vorgegebenen Druck eingebracht. Vorteilhaft
wird das Schneidmesser zur Entnahme einer Warenprobe aus einer bewegten Warenbahn
mit einer gegenüberliegenden Gegenschneide zusammen, und zwar derart, dass durch Beaufschlagen
der Kolbenmechanik mit dem bereitgestellten gasförmigen Medium eine Warenprobe ausgeschnitten
wird. Die Probenschneidervorrichtung ist ferner durch eine die Schneidmessereinheit
in einer Halteposition fixierenden Auslösemechanik gekennzeichnet.
[0010] Weiterhin vorteilhaft sind die Kolbenmechanik und die die Schneidmessereinheit zumindest
teilweise in einem sich an den Druckraum anschließenden Aufnahmeraum innerhalb des
Gehäuses aufgenommen, wobei über den im Druckraum herrschenden Druck die Schneidkraft
der Probenschneidervorrichtung einstellbar ist.
[0011] Ferner ist zum Auswerfen der ausgeschnittenen Warenprobe ein in der Schneidmessereinheit
aufgenommener Auswerfer vorgesehen, wobei der Auswerfer axial zur Längsachse beweglich
in der Schneidmessereinheit angeordnet ist.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind weiteren abhängigen Patentansprüchen
zu entnehmen. Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Probenschneidervorrichtung,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie A-A durch die erfindungsgemäße Probenschneidervorrichtung
gemäß Figur 1,
- Fig.3
- eine Seitenansicht einer Verdichtereinheit und
- Fig.4
- einen Schnitt entlang der Linie B-B durch die Verdichtereinheit gemäß Figur 3.
[0013] In Fig. 1 und 2 ist beispielhaft die erfindungsgemäße Probenschneidervorrichtung
1 dargestellt, welche einen in ein Gehäuse 2 integrierten Druckraum 3 aufweist, der
über eine Kolbenmechanik 4 mit einer ein Schneidmesser 5 aufweisenden Schneidmessereinheit
6 zusammenwirkt.
[0014] Im Druckraum 3 ist ein gasförmiges Medium 7, insbesondere Luft unter einem vorgegebenen
Druck P bereitgestellt, welches über die Kolbenmechanik 4 auf die Schneidmessereinheit
6 einwirkt. Hierdurch wird eine Beschleunigung der Schneidmessereinheit 6 und somit
des Schneidmessers 5 in Längsrichtung L der Probenschneidervorrichtung 1 erzeugt.
Zwischen dem Schneidmesser 5 und einem gegenüberliegenden Halter 8 für eine Gegenschneide
9 ist eine bewegte Warenbahn 10, vorzugsweise eine textile Warenbahn vorgesehen, die
vorzugsweise in einer senkrecht zur Längsrichtung L der Probenschneidervorrichtung
1 bzw. Beschleunigungsrichtung des Schneidmessers 5 verlaufenden Laufrichtung LR bewegt
wird.
[0015] Durch den im Druckraum 3 vorherrschenden Druck P ist somit das Schneidmesser 5 bzw.
die Schneidmessereinheit 6 über die Kolbenmechanik 4 in einer Halteposition HP vorgespannt,
bei der das Schneidmesser 5 sich oberhalb der bewegten Warenbahn 10 befindet. Hierzu
wird die Schneidmessereinheit 6 mittels einer Auslösemechanik 11 in der Halteposition
HP gehalten und somit ein Entspannen des unter dem vorgegebenen Druck P im Druckraum
3 bereitgestellten gasförmigen Mediums 7 verhindert.
[0016] Durch Betätigung der Auslösemechanik 11 wird die Schneidmessereinheit 6 freigegeben,
das gasförmige Medium 7 entspannt und treibt hierdurch die Kolbenmechanik 4 in Richtung
der Längsachse L zur bewegten Warenbahn 10 an, welche eine Beschleunigung des Schneidmessers
5 in Richtung der Längsachse L bewirkt, und zwar derart, dass dieses die bewegte Warenbahn
10 durchdringt und in Wirkverbindung mit der Gegenschneide 9 tritt, wodurch eine Warenprobe
durch die Form des Schneidmessers 5 festgelegten Fläche aus der bewegten Warenbahn
10 ausschneidet.
[0017] Die Schneidmessereinheit 6 weist einen Messerhalter 6.1 zur Aufnahme des Schneidmessers
5 auf, der über ein längliches Führungselement 6.2 mit einem Kolben 4' der Kolbenmechanik
4 verbunden ist. Das Führungselement 6.2 ist hierbei in Längsrichtung L der Probenschneidervorrichtung
1 axial beweglich bzw. verschiebbar angeordnet. Ferner ist das eine freie Ende des
Führungselementes 6.2 mit dem Kolben 4' und das gegenüberliegende, aus dem Gehäuse
2 hervorragende freie Ende mit dem Messerhalter 6.1 fest verbunden. An den Druckraum
3 schließt sich ein vorzugsweise zylinderförmiger Aufnahmeraum 3' zur Aufnahme der
Kolbenmechanik 4 sowie teilweise der Schneidmessereinheit 6 an, der über den Kolben
4' vom Druckraum 3 abgetrennt ist. Ferner ist der Aufnahmeraum 3' über im Gehäuse
2 vorgesehene, in einer Ebene parallel zur Bewegungsebene der bewegten Warenbahn 10
angeordnete Bohrungen 2' nach außen geöffnet, wobei die Bohrungen 2' derart angeordnet
sind, dass sich beim Ausschneiden der Warenprobe aus der bewegten Warenbahn 10 der
Kolben 4' unterhalb der Bohrungen 2' befindet und somit das gasförmige Medium 7 aus
dem nunmehr vergrößerten Druckraum 3 über die Bohrungen 2' nach außen entweichen kann.
[0018] Zwischen dem Kolben 4' und dem gegenüberliegenden Bodenbereich des Aufnahmeraums
3' ist eine das längliche Führungselement 6.2 umschließende Rückholfeder 12 vorgesehen,
welche eine in Längsrichtung L wirkende Federkraft bereitstellt. Durch Beschleunigen
der Schneidmessereinheit 6 in Längsrichtung L wird die Rückholfeder 12 zusammengestaucht
und nach Abbau des vorgegebenen Druckes P im Druckraum R eine Rückholbewegung der
Schneidmessereinheit 6 bewirkt.
[0019] Die Auslösemechanik 11 ist beispielsweise durch eine kreisringförmige Auslöserscheibe
11.1 gebildet, die das Führungselement 6.2 konzentrisch umgibt und mit in einer Ebene
angeordneten Kugeln 11.2 zusammenwirkt, die ihrerseits in eine konzentrisch zum Führungselement
6.2 vorgesehene Ausnehmung 6.2' eingreifen. Im Eingriffszustand werden über die Innenfläche
der kreisringförmigen Auslöserscheibe 11.1 die Kugeln 11.2 in die Ausnehmung 6.2'
gepresst und somit die Schneidmessereinheit 6 bzw. das Führungselement 6.2 in der
Halteposition HP fixiert.
[0020] Durch Betätigung einer beispielsweise als Pneumatikzylindereinheit ausgebildeten
externen Aktuatoreinheit 11.3, die mit dem Auslösescheibenelement 11.1 in mechanischer
Wirkverbindung steht, wird ein Drehen der kreisringförmigen Auslöserscheibe 11.1 um
die Längsachse L der Probenschneidervorrichtung 1 bewirkt. An der Innenfläche der
kreisringförmigen Auslöserscheibe 11.1 sind der Anzahl der Kugeln 11.2 entsprechende
Ausnehmungen zur Aufnahme jeweils einer Kugel 11.2 vorgesehen. Eine Drehung der kreisringförmigen
Auslöserscheibe 11.1 um die Längsachse L bewirkt somit ein Lösen der in radialer Position
fixierten Kugeln 11.2, d.h. die kreisringförmige Auslöserscheibe 11.1 gibt die Kugeln
11.2 frei und die Auslösemechanik 11 öffnet. Daraufhin wird der mit dem vorgegebenen
Druck P beaufschlagte Kolben 4' in den Aufnahmeraum 3' gepresst und die mit diesem
verbundene Schneidmessereinheit 6 in Längsrichtung L der Probenschneidervorrichtung
1 beschleunigt.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das längliche Führungselement 6.2 rohrförmig
ausgebildet und weist somit einen beispielsweise zylinderförmigen Hohlraum 6.3 auf,
in dem ein beispielsweise T-förmig ausgebildeter Auswerfer 6.4 mittels einer Rückholfeder
6.5 axial beweglich gelagert ist. Beim Auftreffen des Schneidmessers 5 auf die bewegte
Warenbahn 10 und die Gegenschneide 9 wird das Schneidmesser 5 bzw. das mit diesem
verbundene längliche Führungselement 6.2 aufgrund der Rückholfeder 12 aus der Warenbahn
10 zurückgezogen. Zugleich taucht jedoch der Auswerfer 6.4 aufgrund dessen Massenträgheit
- zeitlich verzögert - in die bewegte Warenbahn 10, insbesondere die Warenprobe ein
und drückt dadurch die ausgeschnittene Warenprobe aus dem Führungskanal 13 des Halters
8 der Gegenschneide 9. Die entnommene Warenprobe wird somit über den Führungskanal
13 nach unten ausgeworfen. Der Auswerfer 6.4 ist hierzu axial beweglich innerhalb
des Hohlraumes 6.3 des länglichen Führungselementes 6.2 gelagert und wird über eine
Rückholfeder 6.5 in dieser gehalten. In der Halteposition HP ist der T-förmige Auswerfer
6.4 vollständig im beispielsweise deckelartig ausgebildeten Messerhalter 6.1 aufgenommen.
Besonders bevorzugt ist der Durchmesser des Messerhalters 6.1 deutlich kleiner als
der Durchmesser des Auswerfers 6.4 gewählt. Weiterhin bevorzugt ist der T-förmige
Auswerfer 6.4 an dem zur Warenbahn 10 gerichteten freien Ende pilzkopfartig ausgebildet.
[0022] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform gemäß der Figuren 3 und 4 ist eine
Verdichtereinheit 14 vorgesehen, welche zum Aufbau des im Druckraum 3 vorherrschend
Druckes P vorgesehen ist.
[0023] Die Verdichtereinheit 14 besteht beispielsweise aus einem Pneumatikzylinder, welcher
mit einem in Produktionsanlagen üblichen Luftdruck von beispielsweise 6 bar betrieben
wird. Der Pneumatikzylinder weist einen ersten und einen zweiten Druckraum unterschiedlichen
Volumens auf, die vorzugsweise zylinderförmig ausgebildet sind. Der sich kolbenstangenseitig
befindende zweite Druckraum 16 weist eine geringere Querschnittsfläche im Vergleich
zum ersten Druckraum 15 auf. Durch das vorgegebene Flächenverhältnis kann durch Betätigung
des Kolbens eine erhöhter Druck P im zweiten Druckraum 16 aufgebaut werden, und zwar
30 bar. Der zweite Druckraum 16 wird beispielsweise über ein Rückschlagventil mit
dem Druckraum 3 der Probenschneidervorrichtung 1 verbunden.
[0024] Über die Verdichtereinheit 14 kann somit der im Druckraum 3 vorherrschende Druck
P variiert, worüber die auf die Schneidmessereinheit 6 übertragene Beschleunigungskraft
und somit schlussendlich die Schneidkraft des Schneidmessers 5 eingestellt werden
können. Durch die deutlich erhöhte Schnittkraft im Vergleich zu aus dem Stand der
Technik bekannten Probenschneidern können besonders vorteilhaft mit der erfindungsgemäßen
Probenschneidervorrichtung 1 auch Warenproben bis zu einem Flächeninhalt von 300 cm
2, vorzugsweise 200 cm
2 ausgeschnitten werden.
[0025] Bei einer durchschnittlichen Bahngeschwindigkeit von 10 m/sec ist von einer Verweilzeit
des Schneidmessers 5 in der bewegten Warenbahn von ca. 2 Millisekunden auszugehen.
Im genannten Zeitraum der Warenentnahme verändert sich die Position der bewegten Warenbahn
10 zur Probenschneidervorrichtung 1 um ca. 2 mm. Dies liegt im normalen Elastizitätsbereich
von textilen Warenbahnen.
[0026] Besondere Vorteile ergeben sich bei der Produktion von Warenbahnen mit erhöhter Elastizität.
Hier wird zunächst eine im Vergleich zum derzeit üblichen Flächeninhalt von 100 cm
2 vergrößerte Warenprobe mit beispielsweise einem Flächeninhalt von 200 cm
2 ausgeschnitten, welche nach Entnahme ohne Spannung auf das übliche Flächenmaß von
100 cm
2 reduziert und anschließend analysiert wird.
[0027] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht
sich, dass Änderungen oder Modifikationen der Erfindung möglich sind, ohne dass hierdurch
der Erfindungsgedanke verlassen wird.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Probenschneidervorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Druckraum
- 3'
- Aufnahmeraum
- 4
- Kolbenmechanik
- 4'
- Kolben
- 5
- Schneidmesser
- 6
- Schneidmessereinheit
- 6.1
- Messerhalter
- 6.2
- Führungselement
- 6.2'
- Ausnehmung
- 6.3
- Hohlraum
- 6.4
- Auswerfer
- 6.5
- Rückhaltefeder
- 7
- gasförmiges Medium
- 8
- Halter
- 9
- Gegenschneide
- 10
- bewegte Warenbahn
- 11
- Auslösemechanik
- 11.1
- Auslösescheibe
- 11.2
- Kugeln
- 11.3
- Zylindereinheit
- 12
- Rückholfeder
- 13
- Führungskanal
- 14
- Verdichtereinheit
- 15
- erster Druckraum
- 16
- zweiter Druckraum
- P
- Druck
- L
- Längsachse bzw. Längsrichtung
- LR
- Laufrichtung
- HP
- Halteposition
1. Verfahren zur Entnahme einer Warenprobe aus einer in einer Laufrichtung (LR) bewegten
Warenbahn (10), die zwischen einem Schneidmesser (5) und einer gegenüberliegenden
Gegenschneide (9) geführt ist, wobei zur Entnahme der Warenprobe das Schneidmesser
(5) mit der gegenüberliegenden Gegenschneide (9) zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass ein gasförmiges Medium (7) unter einem vorgegebenen Druck (P) in einem Druckraum
(3) bereitgestellt wird und dass aus der bewegten Warenbahn (10) durch Beaufschlagen
einer mit dem Schneidmesser (5) zusammenwirkenden Kolbenmechanik (4) mit dem bereitgestellten
gasförmigen Medium (7) eine Warenprobe ausgeschnitten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Beaufschlagen der mit dem Schneidmesser (5) zusammenwirkenden Kolbenmechanik
(4) mit dem bereitgestellten gasförmigen Medium (7) das Schneidmessers (5) entlang
einer vorzugsweise senkrecht zur Laufrichtung (LR) der bewegten Warenbahn (10) verlaufenden
Längsachse (L) beschleunigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das gasförmige Medium (7) unter dem vorgegebenen Druck (P) in den Druckraum (3) eingebracht
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkraft des Schneidmessers (5) über den Druck (P) des bereitgestellten gasförmigen
Mediums (7) einstellbar ist und/oder dass nach Entnahme der Warenprobe das Schneidmesser
(5) in eine vorgegebene Halteposition (HP) zurückgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ausgeschnittene Warenprobe über einen in der Schneidmessereinheit (6) aufgenommenen
Auswerfer (6.4) ausgeworfen wird und/oder dass eine Warenprobe mit einer vordefinierten
Fläche, vorzugsweise zwischen 100 und 300 cm2 aus der bewegten Warenbahn (10) ausgeschnitten wird.
6. Probenschneidervorrichtung mit einem in einem Gehäuse (2) vorgesehenen Druckraum (3)
und einer über eine Kolbenmechanik (4) mit dem Druckraum (3) verbundenen, zumindest
ein Schneidmesser (5) aufweisende Schneidmessereinheit (6), bei der im Druckraum (3)
ein gasförmiges Medium (7) unter einem vorgegebenen Druck (P) bereitgestellt ist und
bei der das Schneidmesser (5) zur Entnahme einer Warenprobe aus einer bewegten Warenbahn
(10) mit einer gegenüberliegenden Gegenschneide (9) zusammenwirkt, und zwar derart,
dass durch Beaufschlagen der Kolbenmechanik (4) mit dem bereitgestellten gasförmigen
Medium (7) eine Warenprobe ausgeschnitten wird.
7. Probenschneidervorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine die Schneidmessereinheit (6) in einer Halteposition (HP) fixierenden Auslösemechanik
(11).
8. Probenschneidervorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenmechanik (4) und die die Schneidmessereinheit (6) zumindest teilweise in
einem sich an den Druckraum (3) anschließenden Aufnahmeraum (3') innerhalb des Gehäuses
(2) aufgenommen sind und/oder dass über den im Druckraum (3) herrschenden Druck (P)
die Schneidkraft der Probenschneidervorrichtung (1) einstellbar ist.
9. Probenschneidervorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Auswerfen der ausgeschnittenen Warenprobe ein in der Schneidmessereinheit (6)
aufgenommener Auswerfer (6.4) vorgesehen ist, wobei der Auswerfer (6.4) axial zur
Längsachse (L) beweglich in der Schneidmessereinheit (6) angeordnet ist.
10. Probenschneidervorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidmessereinheit (6) einen Messerhalter (6.1) zur Aufnahme des Schneidmessers
(5) aufweist, der über ein längliches Führungselement (6.2) mit einem Kolben (4')
der Kolbenmechanik (4) verbunden ist.
11. Probenschneidervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (6.2) in Längsrichtung (L) der Probenschneidervorrichtung (1)
axial beweglich angeordnet ist und/oder dass das eine freie Ende des länglichen Führungselementes
(6.2) mit dem Kolben (4') und das gegenüberliegende, aus dem Gehäuse (2) hervorragende
freie Ende mit dem Messerhalter (6.1) fest verbunden ist.
12. Probenschneidervorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeraum (3') über im Gehäuse (2) vorgesehene, in einer Ebene parallel zur
Bewegungsebene der bewegten Warenbahn (10) angeordnete Bohrungen (2') nach außen geöffnet
ist.
13. Probenschneidervorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen (2') derart angeordnet sind, dass sich beim Ausschneiden der Warenprobe
aus der bewegten Warenbahn (10) der Kolben (4') unterhalb der Bohrungen (2') befindet.
14. Probenschneidervorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine das längliche Führungselement (6.2) umschließende Rückholfeder (12) zur Rückführung
der Schneidmessereinheit (6) nach Entnahme der Warenprobe in die Halteposition (HP)
vorgesehen ist.
15. Probenschneidervorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösemechanik (11) durch eine kreisringförmige Auslöserscheibe (11.1) gebildet
ist, die das Führungselement (6.2) konzentrisch umgibt und mit in einer Ebene angeordneten
Kugeln (11.2) zusammenwirkt, die ihrerseits in eine konzentrisch zum Führungselement
(6.2) vorgesehene Ausnehmung (6.2') eingreifen.