[0001] Die Erfindung betrifft eine Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung mit einer Aufnahme,
die eine Auflagerfläche zum Auflagern einer Holzwerkstoffplatte besitzt, und einer
Saugeinrichtung zum Aufbringen eines Unterdrucks auf eine Oberfläche der Holzwerkstoffplatte,
wenn diese auf der Auflagerfläche liegt. Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte.
[0002] Eine gattungsgemäße Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung ist aus der
DE 199 63 203 A1 bekannt. Eine derartige Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung wird verwendet,
um Holzwerkstoffplatten bereichsweise mit einer Vergütungsflüssigkeit, wie beispielsweise
einem Imprägniermittel, zu versehen. So wird erreicht, dass teure Vergütungsflüssigkeit
lediglich in den Bereichen auf die Holzwerkstoffplatte aufgebracht wird, in denen
die Vergütung notwendig ist. Aus der
DE 199 63 203 A1 ist zudem bekannt, einen Unterdruck an die Platte anzulegen und Vergütungsflüssigkeit
auf der gegenüberliegenden Seite aufzutragen, so dass der Unterdruck ein Eindringen
der Vergütungsflüssigkeit in die Holzwerkstoffplatte beschleunigt. Es hat sich jedoch
herausgestellt, dass der mit Vergütungsflüssigkeit getränkte Vergütungsbereich der
Holzwerkstoffplatte eine in Dickenrichtung der Holzwerkstoffplatte sich ändernde Ausdehnung
hat. Im Querschnitt ist der Vergütungsbereich trapezförmig ausgebildet. Um einen Streifen
einer vorgegebenen Breite zu vergüten, um also einen Vergütungsbereich mit im Wesentlichen
rechteckigem Querschnitt zu erhalten, muss daher mehr Vergütungsflüssigkeit eingesetzt
werden, als eigentlich notwendig wäre.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Nachteile im Stand der Technik zu überwinden.
Die Erfindung löst das Problem durch eine gattungsgemäße Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung,
bei der die Saugeinrichtung mehrere Saugleisten umfasst, wobei die Saugleisten gradlinig
verlaufen, an ihrer der Auflagerfläche zugewandten Seite Dichtungen besitzen und ausgebildet
sind, um mit der auf der Auflagerfläche aufgelagerten Holzwerkstoffplatte einen evakuierbaren
Saugraum zu bilden, der eine der Holzwerkstoffplatte zugewandte Saugfläche besitzt,
die einen Bruchteil der Oberfläche der Holzwerkstoffplatte beträgt.
[0004] Gemäß einem zweiten Aspekt löst die Erfindung das Problem durch ein Verfahren zum
Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, mit den Schritten eines Auflagerns der Holzwerkstoffplatte
auf einer Auflagerfläche einer erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung,
so dass sie mit den Dichtungen einen Saugraum bildet, eines Evakuierens des Saugraums,
so dass im Saugraum ein Unterdruck entsteht, und eines Auftragens von Vergütungsflüssigkeit
auf einen dem Saugraum gegenüberliegenden Vergütungsbereich der Holzwerkstoffplatte,
so dass die Vergütungsflüssigkeit aufgrund des Unterdrucks in die Holzwerkstoffplatte
gezogen wird und so eine Vergütung bildet.
[0005] Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass die Holzwerkstoffplatte signifikant schneller
vergütet werden kann als mit bekannten Vorrichtungen. Vorteilhaft ist zudem, dass
der Vergütungsbereich, also der durch Vergütungsflüssigkeit benetzte Bereich der Holzwerkstoffplatte,
im Wesentlichen quaderförmig ist und einen rechteckigen Querschnitt hat. Es muss daher
nur so viel Vergütungsflüssigkeit verwendet werden, wie zum Vergüten des zu vergütenden
Bereichs notwendig ist. Insbesondere kommt es nicht zu einem sich verjüngenden Vergütungsbereich.
Ein weiterer Vorteil ist, dass viskosere, das heißt zähere Vergütungsflüssigkeiten
verwendet werden können als dies bisher möglich ist.
[0006] Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung wird unter der Oberfläche der Holzwerkstoffplatte
eine der beiden größten der Seitenflächen verstanden. Diese Oberfläche wird durch
eine Schmalfläche, die auch als umlaufende Kante bezeichnet werden kann, von einer
zweiten Oberfläche getrennt.
[0007] Unter einer Aufnahme wird insbesondere jegliche Vorrichtung verstanden, auf die die
Holzwerkstoffplatte plan auflegbar ist. Die Auflage kann auch durch eine oder mehrere
Saugleisten gebildet sein. Es ist günstig, nicht jedoch notwendig, dass die Auflagerfläche
im Wesentlichen horizontal verläuft. Im Prinzip ist es auch möglich, die Aufnahme
so auszubilden, dass eine auf der Auflagerfläche aufliegende Holzwerkstoffplatte unter
einem vorgegebenen Winkel gegenüber der Horizontalen verkippt ist.
[0008] Unter einer Saugeinrichtung wird insbesondere jegliche Vorrichtung verstanden, mit
der zumindest ein Grobvakuum erzeugbar ist. Derartige Saugeinrichtungen gehören zum
Stand der Technik und umfassen beispielsweise Kolbenpumpen.
[0009] Die Dichtungen sind insbesondere so an den Saugleisten angebracht, dass der Saugraum
durch sie vollständig gegenüber der Holzwerkstoffplatte abgeschlossen wird. Die Dichtungen
können beispielsweise aus Gummi, Kunststoff oder Silikon bestehen.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung
einen Aufbringkopf, der ausgebildet ist zum Aufbringen eines Vergütungsstreifens an
Vergütungsflüssigkeit, der eine vorgegebene Vergütungsstreifenbreite besitzt. Unter
der Vergütungsflüssigkeit wird insbesondere jede Flüssigkeit verstanden, die der Holzwerkstoffplatte
vorteilhafte Eigenschaften verleiht. Beispielsweise kann die Vergütungsflüssigkeit
eine hydrophobisierende Wirkung haben, die mechanische Festigkeit der Holzwerkstoffplatte
steigern, deren Dichte erhöhen und/oder eine abriebsfestigkeitssteigernde Wirkung
haben.
[0011] Besonders bevorzugt besitzen die Saugleisten einen Saugraumquerschnitt, der eine
Saugraumquerschnittsfläche hat, die kleiner ist als das Produkt aus einer Vergütungsstreifenbreite
und 20 mm. Unter dem Saugraumquerschnitt wird der Querschnitt durch den Saugraum senkrecht
zur Auflagerfläche und damit senkrecht zur Holzwerkstoffplatte verstanden. ist gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform die Saugleiste U-förmig, so entspricht das genannte
Merkmal der Tatsache, dass die Saugleiste eine Tiefe von 20 mm besitzt. Je geringer
die Tiefe ist, je kleiner also die Saugraumquerschnittsfläche ist, desto kleiner ist
der Saugraum und desto schneller kann der Saugraum bei einer gegebenen Pumpleistung
einer Vakuumpumpe evakuiert werden. Es ist daher besonders vorteilhaft, wenn die Saugraumquerschnittsfläche
kleiner ist als das Produkt aus der Vergütungsstreifenbreite und 10 mm.
[0012] Um das Aufbringen der Vergütungsflüssigkeit automatisiert durchführen zu können,
ist bevorzugt vorgesehen, dass der Aufbringkopf geführt gelagert und automatisiert
bewegbar ausgebildet ist. Der Aufbringkopf ist alternativ oder additiv als Aufbringleiste
ausgestaltet. Diese Aufbringleiste ist ausgebildet, um mit der Holzwerkstoffplatte
einen Vergütungsbereich einzuschließen, der eine Vergütungsbereichsfläche hat. Der
Vergütungsbereich entspricht hinsichtlich Flächeninhalt und Lage der Saugfläche. Die
Aufbringleiste ist so ausgestaltet, dass durch sie Vergütungsflüssigkeit auf die Holzwerkstoffplatte
so aufbringbar ist, dass die Vergütungsflüssigkeit durch im Saugraum anliegenden Unterdruck
in die Holzwerkstoffplatte einsaugbar ist.
[0013] Besonders bevorzugt besitzt der Saugraum eine Saugraumbreite, die im Wesentlichen
der Vergütungsstreifenbreite entspricht. Hierdurch wird erreicht, dass genau an den
Stellen Luft durch die Holzwerkstoffplatte in den Saugraum gesogen wird, an denen
der so induzierte Luftstrom die Vergütungsflüssigkeit in die Holzwerkstoffplatte zieht.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind mindestens drei Saugleisten paarweise
parallel äquidistant nebeneinander angeordnet. Zwischen den einzelnen Saugleisten
ist dann beispielsweise ein Abstand vorgesehen, der einer Schnittbreite bei einem
nachfolgenden Zerteilen der Holzwerkstoffplatte in Teil-Holzwerkstoffplatten, Paneele
oder Dielenelemente entspricht. Auf diese Weise können genau die Bereiche vergütet
werden, in denen in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt eine Schnittfuge verläuft.
[0015] Die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung umfasst bevorzugt eine Vakuumpumpe,
die ausgebildet ist, um in dem Saugraum einen Unterdruck mit einem Luftdruck von weniger
als 200 hPa, insbesondere weniger als 100 hPa zu erzeugen. Es ist prinzipiell möglich,
auch niedrigere Luftdrücke zu verwenden. Die Einsauggeschwindigkeit der Vergütungsflüssigkeit
ist jedoch in erster Linie proportional zu der Druckdifferenz zwischen Saugraum und
Umgebung. Eine Verringerung des Luftdrucks im Saugraum unter 100 hPa erhöht damit
die Einsauggeschwindigkeit nur wenig. Gleichzeitig steigt der Aufwand, um niedrigere
Luftdrücke zu erhalten. Der optimale Luftdruck ergibt sich damit als Optimum zwischen
einer möglichst hohen Einsauggeschwindigkeit einerseits und möglichst geringem Aufwand
zur Erzeugung des Vakuums andererseits.
[0016] Bevorzugt umfasst die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung mehrere Vakuumventile,
die einzelnen Saugleisten oder Gruppen von Saugleisten zugeordnet sind, mit denen
die einzelnen Saugleisten oder die Gruppen von Saugleisten einzeln mit einer Vakuumquelle,
wie beispielsweise der Vakuumpumpe, verbunden werden können. Auf diese Weise müssen
nur diejenigen Saugleisten evakuiert werden, auf deren gegenüberliegender Seite Vergütungsflüssigkeit
aufgebracht werden soll.
[0017] Wenn die Aufnahme für die Holzwerkstoffplatte nicht aus den Saugleisten gebildet
ist, kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Saugleisten relativ zu der Aufnahme
so beweglich gelagert sind, dass eine Verformung der Dichtungen aufgrund des Unterdrucks
zu einer Bewegung der Saugleisten auf die Holzwerkstoffplatte zu führt. In anderen
Worten werden die Saugleisten an die Holzwerkstoffplatte angesaugt, wodurch sich die
Dichtwirkung der Dichtungen erhöht.
[0018] Es hat sich herausgestellt, dass Dichtungen mit einer Härte von 30 bis 70 Shore A
besonders geeignet sind.
[0019] Besonders bevorzugt wird die Vergütungsflüssigkeit drucklos aufgebracht und der Aufbringkopf
ist entsprechend ausgebildet zum druckfreien Aufbringen der Vergütungsflüssigkeit.
Bevorzugt ist zudem, eine hydrophile Vergütungsflüssigkeit aufzubringen. Die Vergütungsflüssigkeit
kann beispielsweise dazu ausgebildet sein, elektrische Eigenschaften, wie den elektrischen
Widerstand, der Holzwerkstoffplatte zu ändern, mechanische Eigenschaften, wie die
Querzugfestigkeit, hygrische Eigenschaften, wie die Wasseraufnahme oder die Quellung,
oder die Emissionen betreffende Eigenschaften der Holzwerkstoffplatte zu verändern.
Es können aber auch hydrophobe Vergütungsflüssigkeiten eingesetzt werden.
[0020] Die Erfindung löst das Problem zudem durch eine Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung
mit einer Aufnahme, die eine Auflagerfläche zum Auflagern einer Holzwerkstoffplatte
besitzt, und einer Saugeinrichtung zum Aufbringen eines Unterdrucks auf eine Oberfläche
der Holzwerkstoffplatte, die auf der Auflagerfläche liegt, wobei die Aufnahme eine
Mehrzahl an zumindest abschnittsweise geradlinig verlaufenden Kanälen aufweist und
wobei die Kanäle in die Auflagerfläche münden und ausgebildet sind, um mit einer auf
der Auflagerfläche aufgelagerten Holzwerkstoffplatte den evakuierbaren Saugraum zu
bilden, der eine der Holzwerkstoffplatte zugewandte Saugfläche besitzt.
[0021] Vorteilhaft hieran ist, dass bewegliche Elemente wie Saugleisten entbehrlich sind.
So kann die Aufnahme dahingehend dichtungselementfrei sein, dass eine auf der Aufnahme
aufliegende Holzwerkstoffplatte lediglich mit Elementen in Kontakt kommt, die eine
Härte besitzen, die zumindest so groß ist wie die Härte der Holzwerkstoffplatte. Ein
Schieben der Holzwerkstoffplatte auf der Aufnahme führt dann zu einem vernachlässigbaren
Verschleiß an der Aufnahme.
[0022] Besonders bevorzugt umfasst die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung ein Gestell
zum Aufnehmen der Aufnahme und zumindest zwei Aufnahmen, die sich hinsichtlich einer
Anordnung der Kanäle unterscheiden und jeweils zumindest einen Vakuumanschluss zum
Anschließen der Kanäle an eine Vakuumpumpe umfassen, wobei die Vakuumanschlüsse in
Betriebsstellung an der gleichen Stelle angeordnet sind. Das Gestell ist dabei vorzugsweise
so eingerichtet, dass jeweils genau eine der Aufnahmen auf dem Gestell angeordnet
werden kann. Der Vakuumpumpenanschluss zum Anschließen der Kanäle der Aufnahmen an
die Vakuumpumpe ist vorzugsweise so am Gestell positioniert, dass ein Montieren der
Aufnahme am Gestell automatisch dazu führt, dass der Vakuumanschluss so dicht an einer
Saugstelle der Vakuumpumpe liegt, dass sich entweder sofort eine Verbindung ausbildet
oder aber der Abstand zwischen der Saugstellenvakuumpumpe und dem Vakuumpumpenanschluss
so klein ist, dass er leicht mit einem Koppelstück, beispielsweise einer Schelle,
überbrückbar ist. Vorteilhaft hieran ist, dass die Aufnahmen schnell gewechselt werden
können, wenn die Vergütung an einer anderen Stelle eingebracht werden soll.
[0023] Besonders bevorzugt sind die Vakuumpumpenanschlüsse der Aufnahmen so angeordnet,
dass sie in Betriebsstellung der Vakuumpumpe benachbart liegen. Insbesondere sind
die Vakuumpumpenanschlüsse der Aufnahme so angeordnet, dass sie weniger als 1 m von
der Vakuumpumpe zum Liegen kommen. Besonders günstig ist es, wenn die Vakuumanschlüsse
so angeordnet sind, dass ein Auflegen der Aufnahme auf das Gestell dazu führt, dass
sich eine Steckverbindung zwischen dem jeweiligen Vakuumpumpenanschluss und der Saugstelle
der Vakuumpumpe bildet.
[0024] Besonders günstig ist es, wenn die Kanäle eine Breite von weniger als 50 mm haben.
Es hat sich gezeigt, dass das erreichbare Vakuum stark davon abhängt, wie groß der
zu evakuierende Saugraum ist.
[0025] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung,
- Figur 2
- eine schematische Ansicht von Saugleisten,
- Figur 3
- eine schematische Ansicht von Auftragsleisten und
- Figur 4
- eine Aufnahme einer alternativen erfindungsgemäßen7 Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung.
[0026] Figur 1 zeigt eine Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung 10, die eine schematisch
eingezeichnete Aufnahme 12 in Form eines Metallrahmens zum Auflagern einer Holzwerkstoffplatte
14 aufweist. Die Aufnahme 12 berührt die Holzwerkstoffplatte 14 in einer Auflagerfläche
A. Die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung 10 besitzt zudem eine Saugeinrichtung
16, die eine Saugleiste 18.1 umfasst. Die Saugleiste umfasst ein U-förmiges Metallprofil
20 mit einem rechteckigen Saugraumquerschnitt Q. Die Saugleiste 18.1 besitzt eine
Saugraumbreite B
S und einer Saugraumtiefe T. Einer Unterseite 22 der Holzwerkstoffplatte 14 zugewandt
ist eine Dichtung 24 aus Gummi angeordnet, so dass ein Saugraum 26 gebildet ist.
[0027] Die Saugleiste 18.1 ist über eine Unterdruckleitung 28.1 mit einem nicht eingezeichneten
Vakuumsystem verbunden, das eine ebenfalls nicht eingezeichnete Vakuumpumpe in Form
einer Kolbenpumpe umfasst. Mit Hilfe der Vakuumpumpe ist im Saugraum 26 ein Saugraumluftdruck
p
S einstellbar.
[0028] Bezüglich der Holzwerkstoffplatte 14 der Saugleiste 18.1 gegenüberliegend ist eine
Aufbringleiste 30.1 angeordnet, die einen Grundkörper 32 in Form eines U-förmigen
Metallprofils besitzt. Einer Oberseite 34 der Holzwerkstoffplatte 14 zugewandt besitzt
die Aufbringleiste 30 eine Dichtung 36, die einen Vergütungsstreifen 38 auf der Holzwerkstoffplatte
14 begrenzt. Der Vergütungsstreifen 38 ist derjenige streifenförmige Teil der Oberseite
34 der Holzwerkstoffplatte, der zum Aufbringen einer Vergütungsflüssigkeit 40 vorgesehen
ist. Die Vergütungsflüssigkeit 40 ist in einem Vergütungsflüssigkeitstank vorgehalten
und wird über eine Zuführleitung mittels einer nicht eingezeichneten Pumpe an einen
Aufbringkopf 42 geleitet. Durch den Aufbringkopf 42 kann die Vergütungsflüssigkeit
40 durch ein nicht eingezeichnetes Dosiermittel auf den Vergütungsstreifen 38 aufgebracht
werden. Die Dichtung 36 verhindert dabei, dass Vergütungsflüssigkeit 40 den Vergütungsstreifen
38 verlässt.
[0029] Die Aufbringleiste 30 besitzt eine Aufbringleistenbreite B
A, die im Wesentlichen der Saugraumbreite B
S entspricht, worunter insbesondere zu verstehen ist, dass die Saugraumbreite B
S von der Aufbringleistenbreite B
A um nicht mehr als 25 % abweicht.
[0030] Sowohl die Dichtung 24 der Saugleiste 18 als auch die Dichtung 36 der Aufbringleiste
30 bestehen aus Gummi mit einer Härte von 60 Shore A.
[0031] Figur 2 zeigt eine Ansicht auf eine Aufbringvorrichtung 44, die mehrere Aufbringleisten
30.1, 30.2, ..., 30.11 umfasst. Dabei sind die Aufbringleisten 30.2 bis 30.6 jeweils
identisch aufgebaut und paarweise äquidistant nebeneinander angeordnet. Das gleiche
gilt für die Aufbringleisten 30.7 bis 30.11. Die Aufbringleiste 30.1 ist senkrecht
zu den übrigen Aufbringleisten angeordnet. Der Ausschnitt A zeigt, dass jede Aufbringleiste
über eine Vielzahl an in äquidistanten Abständen angeordnete Aufbringköpfe 42.1.,
42.2, 42.3, ... verfügt. Alle Aufbringleisten 30 bilden insgesamt eine Vergütungsbereichsfläche
V, wenn sie auf der Holzwerkstoffplatte aufliegen. Die Vergütungsbereichsfläche V
ist bevorzugt kleiner als ein Fünftel der Oberfläche der Holzwerkstoffplatte.
[0032] Figur 3 zeigt die Saugeinrichtung 16 mit Saugleisten 18.1 bis 18.11, die untereinander
nicht verbunden sind. Jede einzelne Saugleiste 18 ist über eine nicht eingezeichnete
Unterdruckleitung mit dem Vakuumsystem verbunden. Hier wie im Folgenden bezeichnen
Bezugszeichen ohne Zählsuffix das Objekt als solches. Beispielsweise ist die Saugleiste
16.8 über ein Vakuumventil 46 mit dem Vakuumsystem verbunden.
[0033] Durch Schalten des zugehörigen Vakuumventils kann damit jede Saugleiste 18 individuell
mit einem Unterdruck beaufschlagt werden.
[0034] Zum Durchführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst die Holzwerkstoffplatte
14 auf die Aufnahme 12 gelegt (Figur 1). Anschließend werden alle oder ein Teil der
Saugleisten 18 mit Unterdruck beaufschlagt, wodurch sich die Dichtungen 24 verformen
und eine innige Abdichtung mit der Unterseite 22 der Holzwerkstoffplatte herstellen.
Anschließend wird die Aufbringvorrichtung 44 so auf die Holzwerkstoffplatte 14 abgesenkt,
dass der Vergütungsstreifen 38 dem Saugraum 26 direkt gegenüberliegt.
[0035] Durch den Aufbringkopf 42 wird nun Vergütungsflüssigkeit 40 in den Grundkörper 32
eingespritzt, die durch die Dichtung 36 nicht auslaufen kann. Durch den Unterdruck
im Saugraum 26 wird die Vergütungsflüssigkeit 40 in einer vorbestimmten Menge, die
von wenigen Gramm bis zu zwei Kilogramm pro Quadratmeter reichen kann, in einen entstehenden
Vergütungsbereich 48 in der Holzwerkstoffplatte 14 hineingezogen bzw. vom Umgebungsdruck
in die Holzwerkstoffplatte 14 hineingedrückt. Die Aufbringvorrichtung kann ausgebildet
sein, um jede einzelne Aufbringleiste 30 mit einer individuellen Menge an Vergütungsflüssigkeit
40 zu beaufschlagen
[0036] Nach einer vorgegebenen Zeit werden die Aufbringvorrichtung 44 entfernt und die Saugeinrichtung
16 belüftet und ebenfalls entfernt. Es ist möglich, den Vergütungsbereich 48 und/oder
die Vergütungsflüssigkeit 40 zu erwärmen, um die Viskosität der Vergütungsflüssigkeit
40 herabzusetzen. Das kann im Fall der Platte beispielsweise durch nicht eingezeichnete
Infrarotstrahler oder durch beheizte Walzen geschehen. Die Vergütungsflüssigkeit kann
beispielsweise durch Vorwärmung auf die Verarbeitungsviskosität eingestellt werden.
[0037] Besonders günstig ist es, wenn die Vergütungsflüssigkeit farbig ist. Dadurch kann
kontrolliert werden, ob der Auftrag spezifikationsgemäß erfolgt ist. Es ist auch möglich,
die Vergütungsflüssigkeit 40 farblos oder eine weitere Komponente aber unter UV-Licht
fluoreszierend zu wählen. In diesem Fall wird zur Qualitätskontrolle die fertige Holzwerkstoffplatte
mit ultraviolettem Licht bestrahlt.
[0038] Alle Saugleisten 18 (Figur 3) haben zusammen eine Saugfläche F, die einem Bruchteil
einer Oberfläche S der Holzwerkstoffplatte 14 entspricht. Beispielsweise ist die Saugfläche
lediglich 1/10 oder noch weniger der Oberfläche S der Holzwerkstoffplatte 14.
[0039] Figur 4 zeigt eine Aufnahme einer alternativen erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung
im Querschnitt (obereres Teilbild) und in einer Ansicht von oben (unteres Teilbild)
in Bezug auf die Schnittebene C - C. Im oberen Teilbild ist zu erkennen, dass die
Aufnahme 12 eine Vielzahl von Kanälen 50.1, 50.2, ... aufweist, von denen in Figur
4 nur die Kanäle 50.1 und 50.2. zu sehen sind.
[0040] Die Kanäle sind in einem Abstand K voneinander angeordnet und besitzen jeweils eine
Vielzahl an Bohrungen 52.1, 52.2, ..., die zu einer nicht eingezeichneten Vakuum-Sammelleitung
führen. Am Ende dieser Vakuum-Sammelleitung ist ein Vakuumpumpenanschluss ausgebildet,
beispielsweise ein Stutzen oder ein sonstiger Anschluss. Dieser Vakuumpumpenanschluss
ist lösbar mit einer ebenfalls nicht eingezeichneten Vakuumpumpe verbunden.
[0041] Die Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung besitzt zumindest zwei Aufnahmen 12
gemäß Figur 4, die sich insbesondere im Abstand K voneinander unterscheiden. Der Vakuumpumpenanschluss
befindet sich dabei in Bezug auf die Außenabmessungen der Aufnahme 12 stets an der
gleichen Stelle. Soll die Aufnahme gewechselt werden, so wird die jeweils gerade verwendete
Aufnahme von einem Gestell gelöst und vom Gestell abgenommen. Danach wird die neue
Aufnahme auf das Gestell aufgelegt und mit dem Gestell verbunden. Der Vakuumpumpenanschluss
ist dabei so angeordnet, dass die Kanäle 50 schnell mit der Vakuumpumpe verbunden
werden können, weil der Vakuumpumpenanschluss in unmittelbarer Nähe der Vakuumpumpe
angeordnet ist. Zum Durchführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Holzwerkstoffplatte
14 auf die Aufnahme 12 aufgelegt. Gegebenenfalls kann die Holzwerkstoffplatte 14 an
der Aufnahme 12 mittels Klemmmitteln festgeklemmt werden. Bei hinreichend starkem
Vakuum ist das aber entbehrlich. Es wird dann das Verfahren wie oben beschrieben durchführt.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- Holzwerkstoffplattenvergütungs- vorrichtung
- 12
- Aufnahme
- 14
- Holzwerkstoffplatte
- 16
- Saugeinrichtung
- 18
- Saugleiste
- 20
- Metallprofil
- 22
- Unterseite
- 24
- Dichtung
- 26
- Saugraum
- 28
- Unterdruckleitung
- 30
- Aufbringleiste
- 32
- Grundkörper
- 34
- Oberseite
- 36
- Dichtung
- 38
- Vergütungsstreifen
- 40
- Vergütungsflüssigkeit
- 42
- Aufbringkopf
- 44
- Aufbringvorrichtung
- 46
- Vakuumventil
- 48
- Vergütungsbereich
- 50
- Kanal
- 52
- Bohrung
- A
- Auflagerfläche
- BA
- Aufbringleistenbreite
- BS
- Saugraumbreite
- F
- Saugfläche
- K
- Abstand der Kanäle
- S
- Oberfläche
- T
- Saugraumtiefe
- pS
- Saugraumluftdruck
- Q
- Saugraumquerschnitt
- V
- Vergütungsbereichsfläche
1. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung mit
(a) einer Aufnahme (12), die eine Auflagerfläche (A) zum Auflagern einer Holzwerkstoffplatte
(14) besitzt, und
(b) einer Saugeinrichtung (16) zum Aufbringen eines Unterdrucks auf eine Oberfläche
(S) der Holzwerkstoffplatte (14), die auf der Auflagerfläche (A) liegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
(c) die Saugeinrichtung (16) mehrere Saugleisten (18) umfasst,
(d) wobei die Saugleisten (18)
(i) zumindest abschnittsweise geradlinig verlaufen,
(ii) an ihrer der Auflagerfläche (A) zugewandten Seite Dichtungen (24) besitzen und
(iii) ausgebildet sind, um mit einer auf der Auflagerfläche (A) aufgelagerten Holzwerkstoffplatte
(14) einen evakuierbaren Saugraum (26) zu bilden, der eine der Holzwerkstoffplatte
(14) zugewandte Saugfläche (F) besitzt.
2. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- einen Aufbringkopf (42), der ausgebildet ist zum Aufbringen eines Vergütungsstreifens
(38) an Vergütungsflüssigkeit (40), der eine vorgegebene Vergütungsstreifenbreite
(BA) besitzt,
- wobei die Saugleisten (18) einen Saugraumquerschnitt (Q) besitzen, der eine Saugraumquerschnittfläche
hat, die kleiner ist als das Produkt aus der Vergütungsstreifenbreite (BA) und 20 mm.
3. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Saugleisten (18) oder Gruppen von Saugleisten (18) über zugeordnete Vakuumventile
(46) miteinander und/oder mit der Vakuumpumpe verbunden sind, so dass die einzelnen
Saugleisten (18) oder Gruppen von Saugleisten (18) einzeln mit Unterdruck beaufschlagbar
sind.
4. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugleisten (18) relativ zu der Aufnahme (12) so beweglich gelagert sind, dass
eine Verformung der Dichtungen (24) aufgrund des Unterdrucks zu einer Bewegung der
Saugleisten (18) auf die Holzwerkstoffplatte (14) zu führt.
5. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (24) eine Härte von 30 bis 70 Shore A hat.
6. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach dem Oberbegriff der vorstehenden Ansprüche,
- wobei die Aufnahme (12) eine Mehrzahl an zumindest abschnittsweise geradlinig verlaufenden
Kanälen (50) aufweist,
- wobei die Kanäle (50) in die Auflagerfläche (A) münden und ausgebildet sind, um
mit einer auf der Auflagerfläche (A) aufgelagerten Holzwerkstoffplatte (14) den evakuierbaren
Saugraum (26) zu bilden, der eine der Holzwerkstoffplatte zugewandte Saugfläche (F)
besitzt.
7. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach Anspruch 6,
gekennzeichnet durch
- ein Gestell zum Aufnehmen der Aufnahme (12) und
- zumindest zwei Aufnahmen (12), die sich hinsichtlich einer Anordnung der Kanäle
(50) unterscheiden und jeweils zumindest einen Vakuumpumpenanschluss zum Anschließen
der Kanäle (50) an eine Vakuumpumpe umfassen,
- wobei die Vakuumpumpenanschlüsse in Betriebsstellung an der gleichen Stelle angeordnet
sind.
8. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumpumpenanschlüsse der Aufnahmen (12) so angeordnet sind, dass sie in Betriebsstellung
der Vakuumpumpe benachbart liegen. in der Nähe adapterfrei an den Vakuumpumpenanschluss
anschließbar, insbesondere steckbar, sind.
9. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle eine Breite von weniger als 50 mm haben.
10. Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (12) auf ihrer Auflagerfläche (A) eine Härte hat, die größer ist als
eine Härte der Holzwerkstoffplatte.
11. Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, mit den Schritten:
(a) Auflagern der Holzwerkstoffplatte auf eine Auflagerfläche (A) einer Holzwerkstoffplattenvergütungsvorrichtung
nach einem der vorstehenden Ansprüche,
(b) Evakuieren des Saugraums (26), so dass im Saugraum (26) ein Unterdruck entsteht,
und
(c) Auftragen von Vergütungsflüssigkeit (40) auf einen dem Saugraum (26) gegenüberliegenden
Vergütungsbereich (48) der Holzwerkstoffplatte (14), so dass die Vergütungsflüssigkeit
(40) aufgrund des Unterdrucks in die Holzwerkstoffplatte (14) gezogen wird und so
eine Vergütung bildet.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
gekennzeichnet durch die Schritte:
(d) Ersetzen der Aufnahme (12) durch eine zweite Aufnahme (12), die sich hinsichtlich einer Anordnung der Kanäle (50)
unterscheidet und
(e) Auftragen von Vergütungsflüssigkeit (40) auf den dem Saugraum (26) gegenüberliegenden
Vergütungsbereich (48).
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vergütungsflüssigkeit (40) bei 22°C und 1013 hPa eine Viskosität von über 1 mPa·s, insbesondere von über 10 mPa·s, hat.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vergütungsflüssigkeit (40) hydrophil ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine farbige Vergütungsflüssigkeit (40) verwendet wird.