[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationsdruckmaschine mit mindestens einer Störschall
emittierenden Druckeinheit gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Das menschliche Ohr nimmt Schall üblicherweise in einem Frequenzbereich von 16 Hz
bis 20 kHz wahr. Störschall bezeichnet ein Geräusch, das bei einem Menschen eine gewollte
Schallaufnahme oder die Wahrnehmung eines Schallereignisses beeinträchtigt. Gerade
an einer Arbeitsmaschine wie z. B. an einer Rotationsdruckmaschine kann durch Störschall
ein erhöhtes Unfallrisiko durch Verdecken von akustischen Warnsignalen entstehen.
[0003] Geräusche, die durch ihre Lautstärke und Struktur für den Menschen und die Umwelt
gesundheitsschädigend oder störend bzw. belastend wirken, werden als Lärm bezeichnet.
Lärm stört z. B. die sprachliche Kommunikation und/oder mindert eine geistige Leistung,
z. B. eine Denkleistung. Zur Quantifizierung von Schallereignissen und Geräuschen
wurden standardisierte Messverfahren geschaffen, z. B. die Norm EN ISO 11204. Zur
Frequenzbewertung, welche der Tatsache Rechnung trägt, dass das menschliche Ohr Töne
mit gleichem Schalldruck in unterschiedlichen Tonhöhen unterschiedlich laut empfindet,
ist es üblich, einen mit technischen Messmitteln physikalisch erfassten Schalldruckpegel
mit einem der standardisierten Filter mit der Bezeichnung A, B, C oder D zu bewerten.
Bei Dauerschalleinwirkungen mit A-bewerteten Schalldruckpegeln ab 85 dB(A) ist das
menschliche Gehör gefährdet. Wirken Geräusche dieser Stärke über längere Zeiträume
auf einen Menschen ein, ist mit Schwerhörigkeit zu rechnen. Schon einmalige Lärmereignisse
mit hohen A-bewerteten Schalldruckpegeln über 120 dB(A) können direkt das Gehör schädigen.
Bei noch höheren Schalldruckpegeln von etwa 135 dB(A) kann ein akutes Schalltrauma
ausgelöst werden.
[0004] Durch die
DE 198 03 809 A1 ist eine Störschall emittierende Druckeinheit einer Rotationsdruckmaschine mit mindestens
zwei Formzylindern bekannt, wobei zumindest zwischen diesen beiden Formzylindern mehrere
Lärmschutzelemente angeordnet sind. Diese Lärmschutzelemente, die sich jeweils über
die volle Breite zwischen gegenüber stehenden Wänden der Druckeinheit erstrecken,
bilden eine zusammenhängende Fläche bis zur Außenseite der Druckeinheit und lassen
eine geschlossene Schallschutzverkleidung entstehen, welche ein Druckwerk mitsamt
einem dem jeweiligen Formzylinder zugeordneten Farbwerk sowie Feuchtwerk vollständig
gegen einen von der Außenseite der Druckeinheit zugänglichen, für einen am jeweiligen
Formzylinder vorzunehmenden Druckplattenwechsel vorgesehenen Bedienungsraum abkoppelt.
[0005] Durch die
DE 22 58 640 A ist bekannt, eine Rotationsdruckmaschine als Ganzes einzuhausen, wobei ein zu der
Rotationsdruckmaschine gehörender Leitstand außerhalb dieser Einhausung angeordnet
ist. Überdies ist durch die
DE 90 07 329 U1 eine Rotationsdruckmaschine mit mehreren, nebeneinander angeordneten Druckwerken
bekannt, wobei jeweils ein zwischen zwei benachbarten Druckwerken vorgesehener Raum
eine vertikal angeordnete, die benachbarten Druckwerke voneinander trennende Wand
aufweist, wobei diese Wand mit einem schallabsorbierenden Mittel versehen ist.
[0006] Durch die
EP 0 815 382 B1 ist ein Schallschutz für eine Rotationsdruckmaschine bekannt, wobei der Schallschutz
mindestens eine Tür aufweist, die mit einer Schalldämmauskleidung versehen ist, wobei
die Tür eine linke und eine rechte vertikale Schwenkachse aufweist, wobei die Schwenkachsenfunktion
der linken und rechten Schwenkachse wahlweise aufhebbar ist.
[0007] Ferner ist bekannt, zumindest den zu der Rotationsdruckmaschine gehörenden Leitstand
in einem Schallschutzraum anzuordnen, um einen während einer Produktion der Rotationsdruckmaschine
von deren mindestens einer Druckeinheit emittierten Störschall am Arbeitsplatz des
diese Rotationsdruckmaschine bedienenden Personals jeweils unterhalb eines für diesen
Arbeitsplatz z. B. gesetzlich und/oder behördlicherseits festgesetzten Grenzwertes
zu halten. Solche für Druckmaschinen geltende Grenzwerte sind z. B. in der EG-Richtlinie
"Lärm" 2003/10 EG festgelegt, wonach z. B. für einen Leitstand einer im Zeitungsdruck
oder im Akzidenzdruck verwendeten Offsetrollenrotationsdruckmaschine als Richtwert
ein nach EN ISO 11204 bestimmter A-bewerteter Schalldruckpegel von 83 dB(A) gilt.
Unter der Voraussetzung, dass die Druckwerkszylinder z. B. im Bereich zwischen 32.000
und 40.000 Zylinderumdrehungen pro Stunde rotieren und im Druckwerk eine zumindest
halbbreite Papierbahn verdruckt wird, emittiert ein ungedämmtes Druckwerk einer Offsetrollenrotationsdruckmaschine
z. B. mit mindestens einem Doppelumfang-Druckwerkszylinders während einer die Papierbahn
bedruckenden Produktion einen nach EN ISO 3744 oder nach EN ISO 3746 bestimmbaren
Schallleistungspegel z. B. im Bereich von 92 dB(A) bis 119 dB(A). Der von einem ungedämmten
Druckwerk einer Offsetrollenrotationsdruckmaschine in einem laufenden Druckprozess
emittierte Störschall verteilt sich i. d. R. über das gesamte für den Menschen hörbare
Frequenzspektrum, wobei der Schalldruckpegel im Frequenzbereich von 60 Hz bis 20.000
Hz i. d. R. durchgängig oberhalb von 60 dB(A) liegt, im Frequenzbereich von 400 Hz
bis 8.000 Hz durchgängig zumeist sogar oberhalb von 80 dB(A). Das Erfordernis einer
Reduzierung des emittierten Störschalls ist damit unmittelbar ersichtlich.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rotationsdruckmaschine mit mindestens
einer Störschall emittierenden Druckeinheit zu schaffen, wobei unter Beibehaltung
der Schalldämmung ein Anordnen mindestens einer Druckform auf einem Formzylinder dieser
Druckeinheit ungehindert möglich ist.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0010] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass unter
Beibehaltung der Schalldämmung ein z. B. auch maschinell unterstütztes Anordnen mindestens
einer Druckform auf einem Formzylinder dieser Druckeinheit ungehindert möglich ist.
In einer bevorzugten Ausführung ist eine wesentliche Quelle des von einer Druckeinheit
emittierten Störschalls durch eine Schall absorbierende zumindest teilweise Einhausung
der zu dieser Druckeinheit gehörenden Druckstellen wirksam eingedämmt, wobei für das
diese Rotationsdruckmaschine bedienende Personal dennoch eine weitgehend ungehinderte
Zugänglichkeit zur Druckeinheit erhalten bleibt. Trotz der weitgehenden Einhausung
der Druckstellen sind insbesondere einem Formzylinder eines Druckwerks der Druckeinheit
zugeordnete wesentliche Funktionselemente wie z. B. ein Farbwerk, eine Farbwanne und/oder
ein Druckformmagazin direkt und ungehindert, d. h. barrierefrei zugänglich, was die
Bedienung und/oder Prüfung dieser Funktionselemente vereinfacht. Denn aufgrund der
gefundenen Lösung ist es weder erforderlich, die Rotationsdruckmaschine als Ganzes
einzuhausen, noch ist es nötig, den zu der Rotationsdruckmaschine gehörenden Leitstand
in einem Schallschutzraum anzuordnen. Dadurch ergeben sich auch Vorteile in der architektonischen
Gestaltung des Produktionsraumes, in welchem die Rotationsdruckmaschine angeordnet
ist. Das die Rotationsdruckmaschine bedienende Personal wird nicht in Richtwerte überschreitender
Weise einem gesundheitsschädigenden oder störenden Lärm ausgesetzt. Auch mindert der
vom Druckwerk emittierte Störschall nicht die für das Personal nötige Wahrnehmung
eines im Produktionsraum abgesetzten akustischen Warnsignals. Es wird auch vom diese
Rotationsdruckmaschine bedienenden Personal als vorteilhaft empfunden, wenn auf einen
persönlich am Körper getragenen Gehörschutz verzichtet werden kann.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Druckeinheit mit Lärmschutzelementen;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus der Druckeinheit der Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Ausschnitt aus der Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf ein Lärmschutzelement;
- Fig. 5
- die Druckeinheit der Fig. 1 mit teilweise klappbaren Lärmschutzelementen.
[0013] Fig. 1 zeigt beispielhaft in einer Seitenansicht eine vorzugsweise in einem Offsetdruckverfahren
druckende Rotationsdruckmaschine, insbesondere eine Rollenrotationsdruckmaschine,
mit einer z. B. als ein Achterturm ausgebildeten Druckeinheit 01, d. h. die Druckeinheit
01 verfügt über acht Druckwerke 02, von denen jeweils vier auf einer der beiden Seiten
eines vertikal durch die Druckeinheit 01 geführten Bedruckstoffes 03, z. B. einer
Materialbahn 03, insbesondere Papierbahn 03, übereinander angeordnet sind, um ein
beidseitiges Bedrucken der Papierbahn 03 im Vierfarbendruck zu ermöglichen. Außer
dem beispielhaft dargestellten Achterturm können für die Druckeinheit 01 auch andere
Druckwerkskonfigurationen gewählt werden, auch solche mit mehr als vier Druckwerke
02 zu jeder Seite des durch die Druckeinheit 01 geführten Bedruckstoffes 03. In der
in der Fig. 1 dargestellten Druckeinheit 01 kann die Papierbahn 03 sowohl an ihrem
Einlauf in die Druckeinheit 01 als auch an ihrem Auslauf aus der Druckeinheit 01 jeweils
durch eine Umlenkwalze 04 aus ihrer in der Druckeinheit 01 im Wesentlichen vertikal
ausgerichteten Bahnführung abgelenkt sein. Eine Laufrichtung der Papierbahn 03 durch
die Druckeinheit 01 ergibt sich somit vom Einlauf der Papierbahn 03 in die Druckeinheit
01 zu deren Auslauf aus der Druckeinheit 01.
[0014] Die Druckeinheit 01 kann zwei Druckeinheitshälften 06; 07 aufweisen, welche jeweils
zu einer der beiden Seiten der die Druckeinheit 01 durchlaufenden Papierbahn 03 angeordnet
sind, von denen zumindest eine, z. B. die in der Fig. 1 rechts dargestellte Druckeinheitshälfte
07, in einem die Druckeinheitshälften 06; 07 einfassenden Maschinengestell 08 bewegbar,
insbesondere verfahrbar angeordnet ist, so dass in einem Betriebszustand der Druckeinheit
01 beide Druckeinheitshälften 06; 07 an der Papierbahn 03 angestellt sind und in einem
anderen Betriebszustand der Druckeinheit 01 zumindest eine dieser Druckeinheitshälften
06; 07 von der Papierbahn 03 abgestellt ist, was in der Fig. 1 durch einen an der
rechten Druckeinheitshälfte 07 angreifenden, nach rechts weisenden Pfeil angedeutet
ist.
[0015] Jedes der in der Fig. 1 beispielhaft dargestellten Druckwerke 02 dieser Druckeinheit
01 weist jeweils als Druckwerkszylinder 09; 11 einen Formzylinder 09 und einen mit
diesem Formzylinder 09 zusammenwirkenden Übertragungszylinder 11 auf, wobei die jeweiligen
Übertragungszylinder 11 zweier auf verschiedenen Seiten der die Druckeinheit 01 durchlaufenden
Papierbahn 03 angeordneter Druckwerke 02 gegeneinander anstellbar und in dem in der
Fig. 1 dargestellten Betriebszustand der Druckeinheit 01 jeweils zur Ausbildung einer
Druckstelle gegeneinander angestellt sind, um die zwischen ihnen hindurch geführte
Papierbahn 03 in einem Produktionsvorgang der Druckeinheit 01 beidseitig zu bedrucken.
Jeder Übertragungszylinder 11 von einem der Druckwerke 02 bildet somit einen Gegendruckzylinder
für das in der Druckeinheit 01 in etwa auf selber Höhe auf der anderen Seite der Papierbahn
03 angeordnete Druckwerk 02. In der bevorzugten Ausführung weist die Druckeinheit
01 zu beiden Seiten des durch die Druckeinheit 01 geführten Bedruckstoffes 03 jeweils
mindestens drei Formzylinder 09 auf.
[0016] An jedem der Formzylinder 09 der in dieser Druckeinheit 01 angeordneten Druckwerke
02 ist zumindest ein Farbwerk 12 anstellbar und in dem in der Fig. 1 dargestellten
Betriebszustand der Druckeinheit 01 auch angestellt, wobei in dem jeweiligen Farbwerk
12 mit jeweils vorzugsweise mehreren Walzen Druckfarbe von einem jeweiligen Farbreservoir
13 zum jeweiligen Formzylinder 09 transportiert wird. Das Farbwerk 12 ist z. B. als
ein Kurzfarbwerk 12 mit einer Rasterwalze 14 ausgebildet. Das Farbreservoir 13 kann
als eine Farbwanne 13 ausgebildet sein.
[0017] Die Druckwerkszylinder 09; 11 sind z. B. als Doppelumfang-Druckwerkszylinder 09;
11 ausgebildet, so dass an einer Mantelfläche 39 des Formzylinders 09 in dessen Umfangsrichtung
z. B. hintereinander zwei Druckformen 37 (Fig. 3) anordenbar sind. An der Mantelfläche
39 des Formzylinders 09 sind in dessen Axialrichtung jeweils z. B. vier oder sechs
Druckformen 37 nebeneinander anordenbar, so dass der Formzylinder 09 z. B. als ein
4/2- bzw. 6/2-Formzylinder 09 bezeichnet wird. Andere Belegungsvarianten der Mantelfläche
39 des Formzylinders 09 mit Druckformen 37 sind ohne weiteres möglich. Insbesondere
wenn die jeweiligen Formzylinder 09 der Druckeinheit 01 mit einer größeren Anzahl
von Druckformen 37 belegbar sind, die häufig zu wechseln sind, wie es z. B. im Zeitungsdruck
üblich ist, empfiehlt es sich, in der Druckeinheit 01 in Zuordnung zu jedem Formzylinder
09 jeweils ein vorzugsweise fernsteuerbares Druckformmagazin 16 vorzusehen, in welchem
vorzugsweise mehrere Druckformen 37 speicherbar sind und mit welchem ein automatisiert
ablaufender Wechsel von Druckformen 37 an dem jeweiligen Formzylinder 09 durch eine
in einer Steuereinheit, z. B. einem zur Druckeinheit 01 gehörenden Leitstand, implementierte
Steuerung ausführbar ist. In der in der Fig. 1 beispielhaft dargestellten Druckeinheit
01 ist an jedem Formzylinder 09 jeweils ein im Wesentlichen horizontal ausgerichtetes
Druckformmagazin 16 tangential angestellt. Die Anordnung der Druckwerkszylinder 09;
11, der Farbwerke 12 und der Druckformmagazine 16 ist in der in der Fig. 1 beispielhaft
dargestellten Druckeinheit 01 im Wesentlichen symmetrisch hinsichtlich der durch diese
Druckeinheit 01 hindurch laufenden Papierbahn 03.
[0018] Zumindest das Farbreservoir 13 jeden Farbwerks 12 sowie das jeweilige Druckformmagazin
16 jeden Druckwerks 02 ist von einer Bedienseite 38 der Druckeinheit 01 für das die
Druckeinheit 01 bedienende Personal ungehindert zugänglich, wobei sich die Bedienseite
38 der Druckeinheit 01 auf der von der Papierbahn 03 abgewandten Seite der jeweiligen
Druckwerke 02 befindet. An der Bedienseite 38 jeder der Druckeinheitshälften 06; 07
der Druckeinheit 01 kann jeweils eine mit der jeweiligen Druckeinheitshälfte 06; 07
verbundene Galerie 36 ausgebildet sein, wobei die Druckeinheit 01 bedienendes Personal
von der jeweiligen Galerie 36 aus z. B. die jeweiligen Farbwerke 12 und/oder Druckformmagazine
16 bedient. Die jeweilige Galerie 36 kann an ihrer jeweiligen Druckeinheitshälfte
06; 07, d. h. entlang von deren Höhe, höhenverstellbar ausgebildet sein, so dass das
Personal jedes der Farbwerke 12 und/oder Druckformmagazine 16 gut erreichen und/oder
einsehen kann.
[0019] Die Druckwerkszylinder 09; 11 weisen einen Durchmesser D09; D11 (Fig. 3) z. B. im
Bereich von 250 mm und 350 mm auf, vorzugsweise 270 mm bis 320 mm, insbesondere etwa
300 mm. Ihre Länge beträgt z. B. zwischen 1.000 mm und 2.600 mm, vorzugsweise 1.700
mm bis 2.400 mm. Druckwerkszylinder 09; 11 dieser Größe neigen während ihrer Rotation
zur Erzeugung von Schwingungen, wodurch sie Störschall in erheblichem Umfang emittieren.
[0020] Die in der Fig. 1 beispielhaft dargestellte Druckeinheit 01 bedruckt die durch sie
hindurch geführte Papierbahn 03 z. B. in einem Trockenoffsetdruckverfahren, d. h.
im Druckprozess wird kein Feuchtmittel eingesetzt. Sollte die Papierbahn 03 alternativ
in einem ein Feuchtmittel einsetzenden Nassoffsetdruckverfahren bedruckt werden, ist
jedes der Druckwerke 02 dieser Druckeinheit 01 jeweils noch mit einem das Feuchtmittel
zum jeweiligen Formzylinder 09 transportierenden Feuchtwerk (nicht dargestellt) auszustatten.
Im Fall der Verwendung des Nassoffsetdruckverfahrens ist in einem Innenbereich 24
der Druckeinheit 01 vorzugsweise eine Belüftungseinrichtung vorgesehen (nicht dargestellt),
welche im Innenbereich 24 der Druckeinheit 01 vorhandene, insbesondere dort gestaute,
sich durch das Feuchtmittel dort ausgebildete Luftfeuchte aus dem Innenbereich 24
der Druckeinheit 01 z. B. durch Konvektion ausbringt.
[0021] Im Druckprozess, wenn die Druckwerkszylinder 09; 11 der Druckwerke 02 dieser Druckeinheit
01 z. B. im Bereich zwischen 30.000 und 45.000 Zylinderumdrehungen pro Stunde rotieren
und vorzugsweise gemeinschaftlich eine mit Bezug auf die axiale Länge der Druckwerkszylinder
09; 11 zumindest halbbreite Papierbahn 03 verdrucken, emittieren die am Druckprozess
beteiligten Druckwerke 02 einen z. B. nach EN ISO 3744 oder nach EN ISO 3746 bestimmbaren
Schallleistungspegel z. B. im Bereich von 90 dB(A) bis 120 dB(A), welcher aus den
eingangs geschilderten Gründen zu reduzieren ist. Zur Erzielung einer wirksamen Lärmreduzierung
wird vorgeschlagen, innerhalb der Druckeinheit 01 mindestens ein flächiges Lärmschutzelement
17, vorzugsweise mehrere solcher Lärmschutzelemente 17 anzuordnen, und zwar derart,
dass mindestens eines der Lärmschutzelemente 17 in der Druckeinheit 01 zwischen zwei
Formzylindern 09 angeordnet ist, wobei diese beiden Formzylinder 09 entweder auf derselben
Seite von der durch die Druckeinheit 01 geführten Papierbahn 03 angeordnet sind und
benachbarten Druckwerken 02 dieser Druckeinheit 01 angehören oder wobei die Formzylinder
09 auf sich gegenüberliegenden Seiten der durch die Druckeinheit 01 geführten Papierbahn
03 angeordnet sind und damit z. B. verschiedenen Druckeinheitshälften 06; 07 angehören.
Im letzteren Fall weist das zwischen diesen beiden Formzylindern 09 angeordnete mindestens
eine Lärmschutzelement 17 natürlich einen z. B. in Form einer vorzugsweise schlitzförmigen
Öffnung 21 (Fig. 1) oder einer Aussparung ausgebildeten Durchlass für die durch die
Druckeinheit 01 geführte Papierbahn 03 auf. Die Anordnung des mindestens einen Lärmschutzelementes
17 zwischen zwei Formzylindern 09 bedeutet, dass sich dieses mindestens eine Lärmschutzelement
17 von der Mantelfläche 39 des einen Formzylinders 09 zu der Mantelfläche 39 des anderen
Formzylinders 09 erstreckt, wobei diese Erstreckung nicht zwangsläufig entlang einer
geraden Linie verlaufen muss, sondern auch einen gekrümmten oder mit mindestens einer
Abbiegung versehenen Verlauf nehmen kann. Wenn das mindestens eine Lärmschutzelement
17 zwischen zwei Formzylindern 09 angeordnet ist, welche auf sich gegenüberliegenden
Seiten der durch die Druckeinheit 01 geführten Papierbahn 03 angeordnet sind, lässt
sich durch eine parallele Anordnung von zwei dieser Lärmschutzelemente 17 eine Schall
absorbierende Umhüllung oder Einhausung auch für zwei gegeneinander angestellte Druckwerke
02 realisieren. In dem Fall, dass die Druckeinheit 01 zwei voneinander getrennte und/oder
trennbare Druckeinheitshälften 06; 07 aufweist, sind die Formzylinder 09, zwischen
denen das mindestens eine Lärmschutzelement 17 angeordnet ist, entweder in derselben
Druckeinheitshälfte 06; 07 angeordnet oder es ist einer der Formzylinder 09, zwischen
denen das mindestens eine Lärmschutzelement 17 angeordnet ist, in der einen Druckeinheitshälfte
06 und der andere Formzylinder 09 in der anderen Druckeinheitshälfte 07 angeordnet.
[0022] Vorzugsweise ist zwischen allen auf derselben Seite von der Papierbahn 03 benachbart
angeordneten Formzylindern 09 jeweils mindestens ein flächiges Lärmschutzelement 17
angeordnet. Am jeweils in Laufrichtung der Papierbahn 03 ersten, z. B. untersten der
auf derselben Seite von der Papierbahn 03 aneinander gereihten Formzylinder 09 ist
vorzugsweise jeweils mindestens ein Lärmschutzelement 17 zwischen diesem Formzylinder
09 und einer Bodenplatte 18 der Druckeinheit 01 angeordnet. Ebenso kann am jeweils
in Laufrichtung der Papierbahn 03 letzten, z. B. obersten der auf derselben Seite
von der Papierbahn 03 aneinander gereihten Formzylinder 09 jeweils mindestens ein
Lärmschutzelement 17 zwischen diesem Formzylinder 09 und einer Deckenplatte 19 der
Druckeinheit 01 angeordnet sein. Auch können sowohl die Bodenplatte 18 der Druckeinheit
01 als auch deren Deckenplatte 19 jeweils mit mindestens einem Lärmschutzelement 17
ausgekleidet sein, wobei für den Einlass der i. d. R. unbedruckten Papierbahn 03 in
die Druckeinheit 01 sowie für den Auslass der vorzugsweise bedruckten Papierbahn 03
aus der Druckeinheit 01 jeweils eine schlitzförmige Öffnung 21 in der Bodenplatte
18 als auch in der Deckenplatte 19 samt der jeweils an ihnen angebrachten Lärmschutzelemente
17 ausgebildet ist. Die Summe aller innerhalb der Druckeinheit 01 angeordneter Lärmschutzelemente
17 ergeben innerhalb der Druckeinheit 01 eine in sich zumindest nahezu geschlossene
Schallschutzdämmung, wenn man einmal von schlitzförmigen Öffnungen 21 zum Einlass
und Auslass der Papierbahn 03 in die bzw. aus der Druckeinheit 01 sowie gegebenenfalls
von Spalten 29 (Fig. 3) zwischen den jeweiligen Lärmschutzelementen 17 und der Mantelfläche
der jeweiligen Formzylinder 09 absieht.
[0023] Fig. 2 zeigt in einer Vergrößerung einen Ausschnitt aus der in der Fig. 1 in einer
Seitenansicht dargestellten Druckeinheit 01. Zwischen den jeweiligen Formzylindern
09 von zwei in der Druckeinheit 01 auf derselben Seite von der Papierbahn 03 benachbart,
d. h. hier vertikal übereinander angeordneten Druckwerken 02 ist jeweils mindestens
ein als eine Lärmschutzwand ausgebildetes Lärmschutzelement 17 angeordnet, wobei dieses
Lärmschutzelement 17 z. B. an einer axial zu den jeweiligen Formzylindern 09 verlaufenden
Traverse 22 vorzugsweise lösbar und/oder schwenkbar angebracht ist. Die Traverse 22
kann z. B. auch als ein Kabelkanal genutzt sein. In oder unmittelbar an zumindest
einem der Lärmschutzelemente 17, vorzugsweise in oder an mehreren Lärmschutzelementen
17, kann z. B. eine z. B. als eine Leuchtstoffröhre ausgebildete Leuchte 23 integriert
angeordnet sein, welche Licht z. B. in den Innenbereich 24 der Druckeinheit 01 und/oder
in Richtung des Farbwerks 12 und/oder in Richtung des Druckformmagazins 16 abstrahlt.
[0024] Fig. 3 zeigt eine weitere Vergrößerung des in der Fig. 2 in einer Seitenansicht dargestellten
Ausschnitts aus der Druckeinheit 01. An der Traverse 22 ist zunächst ein z. B. eingekasteter
Schallschutzkörper 26 angebracht, an welchem dann das eigentliche Lärmschutzelement
17 z. B. hängend und klappbar angebracht ist. Das Lärmschutzelement 17 hat z. B. eine
Dicke a17 im Bereich zwischen 50 mm und 100 mm und ist damit schmaler als ein Durchmesser
D09 desjenigen Formzylinders 09, dem das betreffende Lärmschutzelement 17 zugeordnet
ist. Das Lärmschutzelement 17 kann mit Bezug auf einen rotierenden Formzylinder 09
die Funktion einer Fingerschutzleiste aufweisen. In der bevorzugten Ausführung ist
mindestens eine mit einem der Formzylinder 09 zusammenwirkende Andrückeinrichtung
27 vorgesehen ist, wobei mit einem Organ 28 der betreffenden Andrückeinrichtung 27
mindestens eine auf dem betreffenden Formzylinder 09 angeordnete oder anzuordnende
Druckform 37 an eine Mantelfläche 39 des betreffenden Formzylinders 09 andrückbar
ist, wobei das Organ 28 der Andrückeinrichtung 27 entweder zwischen dem Lärmschutzelement
17 und dem betreffenden Formzylinder 09 oder an der betreffenden Bedienseite 38 der
Druckeinheit 01 in einem Abstand a28 von weniger als einem Durchmesser D09 des betreffenden
Formzylinders 09 vor dem Lärmschutzelement 17 angeordnet ist. Die Andrückeinrichtung
27 kann als eine in Axialrichtung des Formzylinders 09 sich z. B. über dessen gesamte
Länge erstreckende Andrückleiste 27 ausgebildet sein, wobei die vorzugsweise mit einem
z. B. am Maschinengestell 08 angeordneten Bedienelement und/oder auch z. B. vom Leitstand
aus fernbetätigbare Andrückeinrichtung 27 als ihr auf mindestens eine Druckform 37
wirkendes Organ 28 z. B. mindestens ein in mindestens zwei verschiedene Betriebsstellungen
positionierbares Wälzelement 28 aufweisen kann. Eine insbesondere mehrere Wälzelemente
28 aufweisende Andrückeinrichtung 27 kann auch zu einer Rollenleiste 27 gestaltet
sein. Es kann vorgesehen sein, dass die Andrückeinrichtung 27 zur manuellen Anordnung
von mindestens einer Druckform 37 auf der Mantelfläche 39 des betreffenden Formzylinders
09 vorgesehen ist. In einer weiteren Ausführungsvariante wirkt die Andrückeinrichtung
27 mit einem dem Formzylinder 09 zugeordneten Druckformmagazin 16 zusammen, wobei
die Andrückeinrichtung 27 z. B. in dem betreffenden Druckformmagazin 16 integriert
angeordnet ist. Die Andrückeinrichtung 27 kann auch in dem Lärmschutzelement 17 integriert
ausgebildet sein. In vorteilhafter Weise können zumindest das Lärmschutzelement 17
und die Andrückeinrichtung 27 als eine einzige Baugruppe ausgebildet werden, in welcher
Baugruppe gegebenenfalls noch die Leuchte 23 integriert angeordnet ist. Diese z. B.
die vorgenannten Funktionselemente in derselben Baugruppe integrierende Bauweise führt
zu Kostenvorteilen in der Fertigung und Montage und ermöglicht überdies eine sehr
kompakte Ausführung der Druckeinheit 01. Die integrierende Bauweise ist insbesondere
für eine sehr kompakt ausgebildete Druckeinheit 01 geeignet, wie in der Fig. 1 dargestellt,
da in einer solchen Druckeinheit 01 der Bauraum zur Anordnung von Funktionselementen
sehr begrenzt ist.
[0025] Sowohl der Schallschutzkörper 26 als auch das Lärmschutzelement 17 bilden zur betreffenden
Mantelfläche 39 von mindestens einem der Formzylinder 09 z. B. einen angeformten Spalt
29 aus, wobei eine sich im Wesentlichen in Umfangsrichtung des betreffenden Formzylinders
09 erstreckende Spaltlänge 129 dieses Spaltes 29 z. B. im Bereich von 30 mm bis 100
mm liegt, vorzugsweise zwischen 50 mm und 80 mm, insbesondere bei etwa 60 mm. Eine
sich zwischen einer Stirnseite des Schallschutzkörpers 26 oder des Lärmschutzelementes
17 und der Mantelfläche 39 von mindestens einem der Formzylinder 09 bemessene Spalthöhe
s29 dieses Spaltes 29 beträgt z. B. 1 mm bis 5 mm, vorzugsweise zwischen 3 mm und
4 mm. In einer besonderen Ausführungsform kann der jeweilige Spalt 29 auch durch eine
sich zur Mantelfläche 39 des jeweiligen Formzylinders 09 erstreckende elastische,
z. B. in Form einer Bürstenleiste ausgebildete Dichtlippe (nicht dargestellt) gegen
aus dem Innenbereich 24 der Druckeinheit 01 herausdringenden Schall abgedichtet sein.
Der Schallschutzkörper 26 und/oder das Lärmschutzelement 17 sind jeweils z. B. als
Matten oder Platten jeweils z. B. aus einem Luftschall absorbierenden Schaumstoff
ausgebildet, wobei diese Matten oder Platten jeweils auf einer z. B. metallischen
Trägerfläche z. B. durch eine Klebung aufgebracht sein können.
[0026] Fig. 4 zeigt in einer Draufsicht ein zwischen zwei gegenüberstehenden Wänden 31;
32 des Maschinengestells 08 angeordnetes Lärmschutzelement 17, wobei sich das Lärmschutzelement
17 in Axialrichtung der Druckwerkszylinder 09; 11 eines in der Druckeinheit 01 angeordneten
Druckwerks 02 erstreckt. Das Lärmschutzelement 17 ist an beiden Wänden 31; 32 des
Maschinengestells 08 jeweils z. B. mit vorzugsweise schallgedämmten Halterungen 33;
34 vorzugsweise lösbar verbunden, wobei das Lärmschutzelement 17 an diesen Halterungen
33; 34 z. B. eingehängt oder verschraubt oder verrastet ist, wobei schallgedämmte
Halterungen 33; 34 eine Übertragung von Körperschall von dem betreffenden Maschinengestell
08 oder auf das betreffende Maschinengestell 08 unterbinden. Eine Rastverbindung kann
durch Rastbolzen und/oder ein Federelement, z. B. durch eine Spreizfeder, unterstützt
sein. Das Lärmschutzelement 17 ist z. B. in Richtung des Innenbereiches 24 der Druckeinheit
01 beweglich, z. B. schwenkbar oder klappbar, was in der Fig. 4 durch einen Richtungspfeil
angedeutet ist. Fig. 5 zeigt nochmals die Druckeinheit 01 der Fig. 1, wobei einige
jeweils zwischen benachbarten Formzylindern 09 verschiedener Druckwerke 02 angeordnete
Lärmschutzelemente 17 (siehe linke Druckeinheitshälfte 06) in Richtung des Innenbereiches
24 der Druckeinheit 01 in einer Klappstellung dargestellt sind, d. h. zumindest einige
der Lärmschutzelemente 17 sind klappbar. In einer weiteren Ausführungsvariante sind
die Lärmschutzelemente 17 ähnlich einem Faltrollo faltbar ausgebildet.
[0027] In einem laufenden Druckprozess der Druckeinheit 01 sind die an Berührungsstellen
zwischen den Druckwerkszylindern 09; 11 bestehenden Nippstellen eine wesentliche Quelle
des Störschalls, d. h. die jeweiligen Nippstellen zwischen einem der Formzylinder
09 und des mit diesem Formzylinder 09 zusammenwirkenden Übertragungszylinders 11 und/oder
die jeweiligen Nippstellen zwischen einem der Übertragungszylinder 11 und des mit
diesem Übertragungszylinder 11 zusammenwirkenden Gegendruckzylinders. Im Offsetdruck
bildet in jedem Druckwerk 02 die jeweilige Nippstelle zwischen dem Übertragungszylinder
11 und dem mit diesem Übertragungszylinder 11 zusammenwirkenden Gegendruckzylinder,
welcher wiederum als ein Übertragungszylinder 11 ausgebildet sein kann, der jedoch
zu einem anderen Druckwerk 02 gehört, die eigentliche zum Bedruckstoff 03 wirksame
Druckstelle aus, wobei der mit dem zuerst genannten Übertragungszylinder 11 zusammenwirkende
Formzylinder 09 zumindest ein an der Druckstelle zu druckendes Druckbild bereitstellt.
In dem in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Beispiel ist das mindestens eine zwischen
den Formzylindern 09 angeordnete Lärmschutzelement 17 in Blickrichtung von der jeweiligen
Bedienseite 38 der Druckeinheit 01 zu der dem jeweiligen Formzylinder 09 zugeordneten
Druckstelle jeweils vor dem dem jeweiligen Formzylinder 09 zugeordneten Farbwerk 12
und/oder Feuchtwerk angeordnet, so dass das dem jeweiligen Formzylinder 09 zugeordnete
Farbwerk 12 und/oder Feuchtwerk sowie gegebenenfalls ein Druckformmagazin 16 jeweils
außerhalb der von Lärmschutzelementen 17 gebildeten Schall absorbierenden Umhüllung
oder Einhausung der betreffenden Druckstellen angeordnet sind. Somit ergibt sich verallgemeinernd
eine Rotationsdruckmaschine mit mindestens einer Störschall emittierenden Druckeinheit
01, wobei die Druckeinheit 01 mindestens einen Formzylinder 09 aufweist, wobei in
Blickrichtung von einer Bedienseite 38 dieser Druckeinheit 01 zu einer dem Formzylinder
09 zugeordneten Druckstelle mindestens ein Lärmschutzelement 17 vor einem dem Formzylinder
09 zugeordneten Farbwerk 12 und/oder Feuchtwerk und/oder einem diesem Formzylinder
09 zugeordneten Druckformmagazin 16 angeordnet ist. Trotz der aus Lärmschutzelementen
17 gebildeten Schall absorbierenden Umhüllung oder Einhausung der betreffenden Druckstellen
ist aber ein Anordnen von mindestens einer Druckform 37 auf der Mantelfläche 39 des
betreffenden Formzylinders 09 ungehindert möglich. Damit kann Bedienpersonal ohne
eine Gefährdung durch unzulässigen Störschall an dieser Druckeinheit 01 während deren
laufender Produktion Arbeiten ausführen, wozu nach Abstellung von mindestens einem
der mehreren in dieser Druckeinheit 01 z. B. in derselben Druckeinheitshälfte 06;
07 angeordneten Formzylinder 09 von dessen mit ihm zusammenwirkenden Übertragungszylinder
11 ein so genannter fliegender Plattenwechsel ohne eine Unterbrechung der Produktion
von mindestens einem anderen Formzylinder 09 dieser Druckeinheit 01 ausgeführt werden
kann. Denn mit der vorgeschlagenen Lösung wird eine Emission des von diesen Quellen,
d. h. den Druckstellen erzeugten Störschalls durch innerhalb der Druckeinheit 01 angeordnete
Lärmschutzelemente 17 wirksam eingedämmt, ohne ein z. B. maschinell unterstütztes
Anordnen mindestens einer Druckform 37 auf einem Formzylinder 09 dieser Druckeinheit
01 zu behindern. Der Störschall wird am Immissionsort, d. h. zumindest in dessen unmittelbarer
Nähe noch innerhalb der Druckeinheit 01 reduziert. Aufgrund des mindestens einen in
der Druckeinheit 01 angeordneten Lärmschutzelementes 17 ist sichergestellt, dass die
Druckeinheit 01 zu dem ihr zugeordneten Leitstand einen Schalldruckpegel von maximal
83 dB(A) emittiert.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 01
- Druckeinheit
- 02
- Druckwerk
- 03
- Bedruckstoff, Materialbahn, Papierbahn
- 04
- Umlenkwalze
- 05
- -
- 06
- Druckeinheitshälfte
- 07
- Druckeinheitshälfte
- 08
- Maschinengestell
- 09
- Druckwerkszylinder, Formzylinder
- 10
- -
- 11
- Druckwerkszylinder, Übertragungszylinder
- 12
- Farbwerk, Kurzfarbwerk
- 13
- Farbreservoir, Farbwanne
- 14
- Rasterwalze
- 15
- -
- 16
- Druckformmagazin
- 17
- Lärmschutzelement
- 18
- Bodenplatte
- 19
- Deckenplatte
- 20
- -
- 21
- Öffnung
- 22
- Traverse
- 23
- Leuchte
- 24
- Innenbereich
- 25
- -
- 26
- Schallschutzkörper
- 27
- Andrückeinrichtung, Andrückleiste, Rollenleiste
- 28
- Organ, Wälzelement
- 29
- Spalt
- 30
- -
- 31
- Wand
- 32
- Wand
- 33
- Halterung
- 34
- Halterung
- 35
- -
- 36
- Galerie
- 37
- Druckform
- 38
- Bedienseite
- 39
- Mantelfläche
- a17
- Dicke
- a28
- Abstand
- D09
- Durchmesser
- D11
- Durchmesser
- 129
- Spaltlänge
- s29
- Spalthöhe
1. Rotationsdruckmaschine mit mindestens einer Störschall emittierenden Druckeinheit
(01), wobei die Druckeinheit (01) zumindest zwei Formzylinder (09) aufweist, wobei
zumindest zwischen diesen beiden Formzylindern (09) mindestens ein Lärmschutzelement
(17) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine mit einem der Formzylinder (09) zusammenwirkende Andrückeinrichtung
(27) vorgesehen ist, wobei mit einem Organ (28) der betreffenden Andrückeinrichtung
(27) mindestens eine auf dem betreffenden Formzylinder (09) angeordnete oder anzuordnende
Druckform (37) an eine Mantelfläche (39) des betreffenden Formzylinders (09) andrückbar
ist, wobei das Organ (28) der Andrückeinrichtung (27) entweder zwischen dem Lärmschutzelement
(17) und dem betreffenden Formzylinder (09) oder an einer Bedienseite (38) der Druckeinheit
(01) in einem Abstand (a28) von weniger als einem Durchmesser (D09) des betreffenden
Formzylinders (09) vor dem Lärmschutzelement (17) angeordnet ist.
2. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Druckeinheit (01) mehrere Lärmschutzelemente (17) angeordnet sind.
3. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Formzylinder (09) auf einer selben Seite oder auf sich gegenüberliegenden Seiten
eines durch die Druckeinheit (01) geführten Bedruckstoffes (03) angeordnet sind.
4. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (01) zu beiden Seiten des durch die Druckeinheit (01) geführten
Bedruckstoffes (03) jeweils mehrere Formzylinder (09) aufweist.
5. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (01) zu beiden Seiten des durch die Druckeinheit (01) geführten
Bedruckstoffes (03) jeweils mindestens drei Formzylinder (09) aufweist.
6. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen allen auf derselben Seite des durch die Druckeinheit (01) geführten Bedruckstoffes
(03) jeweils benachbart angeordneten Formzylindern (09) jeweils mindestens ein Lärmschutzelement
(17) angeordnet ist.
7. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Deckenplatte (19) der Druckeinheit (01) mindestens ein Lärmschutzelement
(17) angeordnet ist.
8. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in oder an dem mindestens einen Lärmschutzelement (17) eine Leuchte (23) angeordnet
ist.
9. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lärmschutzelement (17) zur Mantelfläche (39) von mindestens einem der Formzylinder
(09) einen angeformten Spalt (29) ausbildet, wobei eine sich in Umfangsrichtung des
betreffenden Formzylinders (09) erstreckende Spaltlänge (129) dieses Spaltes (29)
im Bereich zwischen 30 mm und 100 mm liegt und/oder eine zwischen dem Lärmschutzelement
(17) und der Mantelfläche (39) des betreffenden Formzylinders (09) bemessene Spalthöhe
(s29) dieses Spaltes (29) zwischen 1 mm und 5 mm beträgt.
10. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lärmschutzelement (17) an beiden Wänden (31; 32) eines zur Druckeinheit (01)
gehörenden Maschinengestells (08) mit schallgedämmten Halterungen (33; 34) verbunden
ist.
11. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass deren Druckeinheit (01) als eine in einem Trockenoffsetdruckverfahren arbeitende
Druckeinheit (01) ausgebildet ist.
12. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Druckeinheit (01) angeordneten Formzylinder (09) und Übertragungszylinder
(11) jeweils als Doppelumfang-Druckwerkszylinder (09; 11) ausgebildet sind.
13. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein einem der Formzylinder (09) zugeordnetes Farbwerk (12) und/oder ein
einem der Formzylinder (09) zugeordnetes Druckformmagazin (16) außerhalb einer von
mehreren in der Druckeinheit (01) angeordneten Lärmschutzelementen (17) gebildeten,
mindestens eine Druckstelle dieser Druckeinheit (01) umhüllenden Umhüllung angeordnet
ist.
14. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Belüftungseinrichtung vorgesehen ist, welche im Innenbereich (24) der Druckeinheit
(01) vorhandene Luftfeuchte aus diesem Innenbereich (24) der Druckeinheit (01) ausbringt.
15. Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit (01) zwei Druckeinheitshälften (06; 07) aufweist, von denen zumindest
eine Druckeinheitshälfte (07) in dem Maschinengestell (08) der Druckeinheit (01) verfahrbar
angeordnet ist, wobei die Formzylinder (09), zwischen denen das mindestens eine Lärmschutzelement
(17) angeordnet ist, entweder in derselben Druckeinheitshälfte (06; 07) angeordnet
sind oder wobei einer der Formzylinder (09), zwischen denen das mindestens eine Lärmschutzelement
(17) angeordnet ist, in der einen Druckeinheitshälfte (06) und der andere Formzylinder
(09) in der anderen Druckeinheitshälfte (07) angeordnet ist.