[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren
elektronischen Ansteuerung von Elementen, die den Fahrbetrieb von Schienenfahrzeugen
leiten und sichern.
[0002] Der Fahrbetrieb von Schienenfahrzeugen wird bei technisch gesicherten Strecken zentral
von einem für den entsprechenden Infrastrukturbereich zuständigen Stellwerk geleitet
und gesichert.
[0003] Die Elemente der Außenanlage des Stellwerks, wie z.B. Signale, Weichen, Bahnübergänge,
Blockeinrichtungen etc. müssen von der Stellwerkslogik dabei signaltechnisch sicher
gesteuert und überwacht werden, das heißt, dass sich die Elemente der Außenanlage
mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit auch bei beliebig anzunehmenden Fehlern
im System in einem Zustand befinden, der die Sicherheit des Fahrbetriebs nicht gefährdet.
[0004] Die signaltechnische Sicherheit von Stell- und Überwachungseinrichtungen wird mithilfe
sicherungstechnischer Bauelemente realisiert, wobei alle in die Stellund Überwachungsvorgänge
eingebundenen Komponenten entsprechend überprüft werden.
[0005] Eine vergleichende Übersicht der bei verschiedenen Bahnverwaltungen im Einsatz befindlichen
unterschiedlichen elektronischen Stellwerkstypen hinsichtlich der verwendeten Rechnerkomponenten,
Systemstrukturen, Sicherheitskonzepte sowie Gestaltung von Hard- und Software ist
in dem Artikel "Sicherungs- und
[0006] Telekommunikationstechnik" in Signal + Draht 3, 1997, beschrieben. Die im Einsatz
befindlichen Systeme unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Ein- oder Zweikanaligkeit,
sicherer beziehungsweise nicht sicherer Bediensysteme, Betriebskonzept und Kosten.
[0007] So ist insbesondere in deutschen ESTW eine sichere Anzeige und Bedienung erforderlich.
[0008] Beispiele für die Systemarchitektur in deutschen ESTW finden sich in den Übersichtsartikeln
"SIMIS D", in Signal + Draht 3, 2006 sowie "Die Bombardier-Lösung einer neuen ESTW-Bauform
bei der DB AG", in Signal + Draht 5, 2005.
[0009] Alle etablierten, vornehmlich proprietären elektronischen LST-Konzepte basieren auf
"Verfahrenssicherungen". Zum Beispiel besteht ein klassisches 2-von-3-Prozessorsystem
aus marktüblichen elektronischen Bauteilen, wie beispielsweise dem Intel Pentium 1.
Eine in den Standardprozessoren programmierte spezifische Applikation bildet die Sicherheitsmechanismen
ab. Die Ergebnisse der Prüf-Applikationen werden auf aus Standard-Halbleiterbauelementen
entworfenen Hardwarepartitionen verglichen und im Fehlerfall Sicherheitsabschaltungen
ausgelöst.
[0010] Teilweise werden die Grundsätze der Verfahrenssicherung bereits heute in der Eisenbahnsicherungstechnik
angewendet.
[0011] Für sicherheitsgerichtete Bedienungen in einem Stellwerk ist eine Verfahrenssicherung
von Quelle zu Senke implementiert. Die von der DB AG vorgeschriebene firmenneutrale
SBS-Schnittstelle definiert entsprechende Dialoge. Über korrespondierende Prozeduren
im sicheren Stellwerkskern und im Bedienplatz wird für den Fall einer sicherheitskritischen
Bedienung eine Fehlfunktion der Schnittstelle und der Anzeige mit ausreichender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen.
[0012] Um die hohen Sicherheitsanforderungen auch bei Bedienung und Anzeige zu erfüllen,
war man allerdings bisher dazu gezwungen, nicht nur im Stellwerkskern sichere Rechnertechnik
einzusetzen, sondern auch in den Bereichen der Elementsteuerung und Bedienung/Anzeige.
Damit befinden sich an beiden Enden des Verfahrens, also bei Quelle und Senke, sichere
und damit kostenintensive Komponenten.
[0013] In
DE 10 2005 043 305 A1 ist eine System-Architektur zur Steuerung und Überwachung von Komponenten einer Eisenbahnsicherungsanlage
beschrieben. Hierbei ist eine Automatisierungsplattform, die mehrere Module, insbesondere
CPU, Stromversorgung, Modul für sicherheitsrelevante Signalverarbeitung, Modul für
nicht sicherheitsrelevante Signalverarbeitung, Kommunikationsmodul, umfasst, über
spezielle Schnittstellen mit sicherheitsrelevanten und nicht sicherheitsrelevanten
Komponenten der Eisenbahnsicherungsanlage verbunden. Als Automatisierungsplattform
dient eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS). Die vorgegebene Softwarestruktur
der Automatisierungsplattform ist üblicherweise derart modular oder hierarchisch geordnet,
dass die Logistik der Eisenbahnsicherungsanlage, insbesondere die Stellwerkslogistik,
in funktionsspezifischen Softwareprogrammen organisiert werden kann.
[0014] Aus
DE 196 06 894 C2 ist eine Einrichtung zur signaltechnisch sicheren Steuerung und Überwachung elektrischer
Verbraucher im Eisenbahnwesen bekannt, bei der jeder Verbraucherstromkreis mindestens
zwei in Reihe liegende, unabhängig voneinander steuerbare, signaltechnisch nicht sichere
Schalter zum Öffnen/Schließen des Stromkreises aufweist. Die beiden Schalter sind
durch unabhängige Rechnerkanäle eines sicheren Rechnersystems steuerbar. Jede Ader
des Stromkreises enthält einen der beiden Schalter. Es ist mindestens ein Melder zum
Erkennen einer aus einem über den Verbraucher fließenden Speise- oder Prüfstrom abgeleiteten
oder vom Verbraucher mindestens mittelbar aufgeschalteten, vom Betriebszustand des
Verbrauchers abhängigen Prüfspannung vorgesehen. Ein zur Unzeit geschlossener oder
geöffneter Schalter verändert die Spannung in markanter Weise gegenüber der sich bei
ordnungsgerechter Schalterstellung einstellenden Prüfspannung. Die Melder-Ausgangssignale
werden von den beiden Rechnerkanälen des sicheren Rechnersystems bewertet, und das
Rechnersystems erkennt ein unzeitiges Offensein/Geschlossensein mindestens eines der
Schalter aus dem Auftreten von zu dieser Zeit nicht erwarteten Melder-Ausgangssignalen.
[0015] Aus
DE 100 53 023 C1 ist ein Verfahren zum Steuern eines sicherheitskritischen Bahnbetriebsprozesses und
eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens bekannt. Hierbei wird mindestens
ein signaltechnisch sicherer Rechner verwendet, der aus eingehenden Kommandos nach
Maßgabe einer Bahnbetriebsordnung signaltechnisch sicher erarbeitete Stellbefehle
signaltechnisch sicher an Prozesselemente ausgibt und von dort stammende Meldungen
einer Prozesszustandsüberwachung und Prozesssteuerung zuführt. Dabei wird im sicheren
Rechner lediglich eine Systemsoftware hinterlegt, deren Programme den sicheren Rechner
befähigen, eine signaltechnisch sichere Ein-/Ausgabe und den signaltechnisch sicheren
Datenvergleich vorzunehmen. Die für den Bahnbetriebsprozess entscheidenden vorgegebenen
Bedingungen und
[0016] Abhängigkeiten sind in einem oder mehreren nicht signaltechnisch sicheren kommerziellen
Rechnern hinterlegt. Dabei erzeugt der signaltechnisch sichere Rechner aus den ihm
zugeführten Kommandos und Meldungen Verarbeitungsaufträge, die an den oder die kommerziellen
Rechner übermittelt werden und dort mindestens zweimal unabhängig voneinander abgearbeitet
werden. Die dabei erarbeiteten Ergebnisse oder Zwischenergebnisse werden an den sicheren
Rechner zurück übermittelt und dort signaltechnisch sicher auf inhaltliche Übereinstimmung
geprüft.
[0017] Gemeinsamer Nachteil des oben beschriebenen Stands der Technik ist die immer noch
recht aufwändige und damit kostspielige Systemarchitektur; auch bezogen auf die in
Deutschland geforderte sichere Bedienung und Anzeige, die technisch umgesetzt werden
muss.
[0018] Bei den etablierten Lösungen sorgen spezielle, herstellerspezifische "Stellteile"
für die Anpassung an die bahnspezifischen Gegebenheiten und die Isolation.
[0019] Durch lange, sternförmige Kupferverbindungen zu den Außenelementen müssen hohe Spannungsfestigkeit
und verschiedene Kabelfehler durch die Stellteile beherrscht werden. Dies führt klassischerweise
zu aufwändigen bahnspezifischen Sonderentwicklungen.
[0020] Traditionell wird bei den Stellteilkonzepten bisher nicht das gewünschte Ereignis
ausgewertet. Beim Signal wird z. B. der Lampenstrom geprüft und daraus gefolgert,
ob die Signallampe mit ausreichender Wahrscheinlichkeit leuchtet. Bei Weichen geht
man von einer formschlüssigen Verbindung der Stellstangen und der Lager- und Übertragungsteile
mit den Weichenzungen oder dem Herzstück aus und wertet entsprechende Schalterpakete
(meistens im Weichenantriebsgehäuse) für die Rückmeldung des Zustandes der Weiche
aus. Die verwendeten 4-Draht Schaltungen reduzieren und verkomplizieren dazu noch
die Anzahl der Rückmeldungen und deren sicherungstechnische Plausibilitätsprüfungen.
[0021] Es ist somit Aufgabe der Erfindung, unter Verwendung industrieller Standards für
Leit- und Sicherungstechnik in einem elektronischen Stellwerk die elektronische Ansteuerung
von Elementen, die den Fahrbetrieb von Schienenfahrzeugen leiten und sichern zu realisieren
und dabei möglichst effizient und kostengünstig den hohen Anforderungen hinsichtlich
Sicherheit und Funktion im Netz der Deutschen Bahn AG zu genügen.
[0022] Hierbei ist auch die geforderte sichere Anzeige und Bedienung zu gewährleisten.
[0023] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0024] Die Systemarchitektur orientiert sich am bewährten industriellen Ebenenmodell, bestehend
aus einer Bedien- und Beobachtungsebene, einer Sicherungsebene und einer Prozessebene.
[0025] Erfindungsgemäß stellt ein vollgrafisches, auf Marktstandards basierendes System
die Bedien- und Beobachtungsebene dar.
[0026] Die Sicherungsebene wird von einem sicheren Rechnersystem gebildet.
[0027] In der Prozessebene befinden sich die anzusteuernden Elemente der Außenanlage sowie
andere signaltechnische Einrichtungen, wie Nachbarstellwerke, Blockeinrichtungen,
Bahnübergänge, etc.
[0028] Die Komponenten der verschiedenen Ebenen kommunizieren über entsprechende Datenübertragungseinrichtungen.
[0029] Die sicherheitsgerichteten Prüfungen und Algorithmen zur Gewährleistung der Verfahrenssicherheit
werden ausschließlich vom sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene geleistet, wohingegen
die Rechner beziehungsweise sonstigen Komponenten der Bedien- und Beobachtungsebene
sowie der Prozessebene geringeren Sicherheitsansprüchen genügen können.
[0030] Das Verfahren basiert sicherheitstechnisch auf einer Variante der bekannten Verfahrenssicherung,
wobei erfindungsgemäß die Sicherungsprozeduren zwar jeweils konsequent an den Endpunkten
(Quelle und Senke) der Aktionen greifen, die Zwischen- und Endergebnisse jedoch nur
im sicheren Stellwerkskern geprüft werden. Somit lässt das Verfahren für alle Komponenten
außerhalb des sicheren Stellwerkskerns, das heißt sowohl für die Kommunikation als
auch für die Prozessebene, kostengünstige Komponenten nach Industriestandard zu, die
einem geringeren Sicherheitslevel genügen.
[0031] Ein großer Vorteil des Verfahrens ist, dass der hohe Aufwand für sicheres Software-Design,
sichere Programmierung und Prüfung sowie sichere Hardware nur an der einen Stelle
im sicheren Stellwerkskern erforderlich ist.
[0032] Durch Anwendung der CENELEC-Normen ist eine quantitative Betrachtung des Fehlverhaltens
einzelner Module, Programme und Datenverbindungen möglich, so dass sich unterschiedliche
Arten der Verfahrenssicherung hinsichtlich der geforderten SIL berechnen lassen.
[0033] In Anspruch 2 ist beschrieben, wie von dem Verfahren Befehle zur Ansteuerung von
Elementen der Prozessebene sicher ausgelöst werden. Dabei muss unterschieden werden,
auf welchem Weg Befehle an die Prozessebene erteilt werden.
[0034] Wenn Befehle von der Bedienereingabe auf der Bedien- und Beobachtungsebene eingegeben
werden, so werden diese mit einer Datenübertragungseinrichtung an das sichere Rechnersystem
in der Sicherungsebene übertragen, und dort auf Plausibilität überprüft. Plausible
Befehle werden neu codiert, und an die Bedien- und Beobachtungsebene zurück übertragen.
In dem mindestens einen Rechner der Bedien- und Beobachtungsebene wird der neu codierte
Befehl des sicheren Rechnersystems ebenfalls auf Plausibilität überprüft und das Ergebnis
der Plausibilitätsprüfung in final codierter Form an das sichere Rechnersystem in
der Sicherungsebene übertragen.
[0035] Zusätzlich muss im Allgemeinen bei solchen sicherheitsrelevanten manuellen Bedieneingaben
über einen separaten Kommunikationsweg gewährleistet werden, dass die Bedienung in
dieser Form explizit gewünscht ist. Hierfür wird insbesondere ein gedoppelter oder
antivalenter Kontakt geschlossen, und/oder werden zusätzlich codierte digitale Adressen
eingelesen und geprüft.
[0036] Sind alle diese Bedingungen erfüllt, so ist mit ausreichender Sicherheit davon auszugehen,
dass eine Elementansteuerung von der Bedien- und Beobachtungsebene einerseits tatsächlich
gewünscht ist und andererseits der Befehl plausibel ist sowie die Kommunikation mit
dem Element und die richtige Adressierung des Elementes in der Prozessebene einwandfrei
funktioniert. Dementsprechend kann der Befehl zur Ansteuerung des Elements vom sicheren
Rechner ausgelöst werden.
[0037] Sobald jedoch mindestens eine der zuvor genannten Plausibilitätsüberprüfungen der
verwendeten Befehle in mindestens einem der beteiligten Rechner negativ ausfällt,
muss die Ansteuerung von Elementen der Prozessebene mit einer entsprechenden Fehlermeldung
sicher abgebrochen werden.
[0038] Werden die Befehle zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene
aufgrund des internen Programmablaufs im sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene
erteilt, so wird von dem sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene die Ansteuerung
direkt ausgelöst.
[0039] In Anspruch 3 ist beschrieben, wie das von dem gemäß Anspruch 2 ausgelösten Befehl
erzeugte Ansteuerungsereignis signaltechnisch sicher überwacht wird.
[0040] Nachdem der Befehl zur Ansteuerung eines Elements der Prozessebene vom sicheren Rechnersystem
der Sicherungsebene ausgelöst wurde, wird er über eine Datenübertragungseinrichtung
an das passende Element in der Prozessebene übertragen. Die Wirkung dieses Befehls
führt zu mindestens einem Ansteuerungsereignis, dessen Ergebnis von einer geeigneten
Sensorik überwacht und an das sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene zurückgemeldet
wird. Die Ergebnisse eines jeden Ansteuerungsereignisses müssen mehrfach hinsichtlich
der geforderten logischen und zeitgerechten Abfolge überprüft werden. Da nur ein sicheres
Rechnersystem im sicheren Stellwerkskern zur Verfügung steht, müssen alle Prüfungen
auch dort erfolgen. Dies wird durch mehrfache, aber zeitversetzte Prüfungen im einzigen
sicheren Rechnersystem realisiert, so dass für jedes Ergebnis Mehrfachdialoge entstehen,
die bis hin zum Endergebnis geführt werden. Nach positiver Prüfung aller Ergebnisse
zu den Ansteuerungsereignissen wird im sicheren Rechnersystem von einer erfolgreichen
Elementansteuerung ausgegangen und dies offenbart. Ergibt die Prüfung von mindestens
einem Ergebnis der Ansteuerungsereignisse in mindestens einem der Mehrfachdialoge
einen Widerspruch zur geforderten logischen und zeitgerechten Abfolge, so geht das
sichere Rechnersystem von einer fehlerhaften Elementansteuerung aus und offenbart
auch dies.
[0041] Die mehrfache, zeitversetzte Prüfung der unterschiedlichen Ereignisse an nur einer
Stelle im sicheren Stellwerkskern erfordert eine leistungsfähige Rechnerarchitektur.
Sie muss sicherstellen, dass der Zeitaufwand für die je nach gewünschtem Sicherheitslevel
erforderlichen Prüfungen und das anschließende Stellen der Elemente der Prozessebene
nicht mehr Zeit aufgewendet wird, als die von der Zulassungsbehörde geforderte Maximalzeit,
innerhalb der der Signalbegriff "Halt" gezeigt werden muss (Haltfallzeit).
[0042] Die heute zur Verfügung stehenden, erprobten Prozessoren und Kommunikationssysteme
machen dies möglich.
[0043] Gemäß Anspruch 4 besteht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung darin, dass
das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene aus einem modularen System für Industrie-Automatisierungsanlagen
besteht. Somit entfallen die bisher erforderlichen aufwändigen Sonderentwicklungen
für den Bahnbetrieb.
[0044] In Anspruch 5 ist eine dezentralisierbare Prozessebene beschrieben, die über ein
Datennetzwerk mit der Sicherungsebene verbunden ist. Hierbei werden auf der Prozessebene
logisch passive Komponenten eingesetzt, die die übertragenen Daten auf digitale Ein-/Ausgabe-Bits
verfahrensgesichert umsetzen. Grundsätzlich setzt das dezentrale Prozesselement lediglich
Netzwerk-Telegramme des sicheren Stellwerkskerns in digitale Ausgaben um und meldet
Änderungen der digitalen Eingänge ereignisgesteuert oder auf Anfrage vom sicheren
Stellwerkskern, ebenfalls über das Kommunikations-Netzwerk.
[0045] Sowohl die Kommunikation in der gesamten Verfahrenskette als auch die Funktion der
dezentralen, im Allgemeinen nicht sicheren Elemente der Prozessebene müssen gemäß
Anspruch 6 ständig überprüft werden. Bei den vom sicheren Stellwerkskern initiierten
Aktionen geschieht dies über dialogorientierte Verfahrenssicherung.
[0046] Hierzu müssen von der Sicherungsebene getriggerte und überwachte Mechanismen zyklisch
die Kommunikation in der Verfahrenskette sowie die Funktion der Elemente in der Prozessebene
überprüfen. Im Fehlerfall wird von der Sicherungsebene zumindest die Stromversorgung
zum zugehörigen Element der Prozessebene sicher abgeschaltet.
[0047] Gegebenenfalls wird zusätzlich die Signalversorgungsspannung derart separiert, dass
im Fehlerfall nur die zum Signalbegriff "Halt" gehörenden Elemente mit Spannung versorgt
werden.
[0048] In Anspruch 7 ist eine Vorrichtung beschrieben, die das in Anspruch 1 genannte Verfahren
umsetzt.
[0049] Die Systemarchitektur orientiert sich am bewährten industriellen Ebenenmodell, bestehend
aus einer Bedien- und Beobachtungsebene, einer Sicherungsebene und einer Prozessebene.
[0050] Erfindungsgemäß stellt ein vollgrafisches, auf Marktstandards basierendes System
die Bedien- und Beobachtungsebene dar.
[0051] Die Sicherungsebene wird von einem sicheren Rechnersystem gebildet.
[0052] In der Prozessebene befinden sich die anzusteuernden Elemente der Außenanlage sowie
andere signaltechnische Einrichtungen, wie Nachbarstellwerke, Blockeinrichtungen,
Bahnübergänge, etc.
[0053] Die Komponenten der verschiedenen Ebenen kommunizieren über entsprechende Datenübertragungseinrichtungen.
[0054] Ein sicheres Rechnersystem befindet sich nur in der Sicherungsebene. Es leistet die
sicherheitsgerichteten Prüfungen und Algorithmen zur Gewährleistung der Verfahrenssicherheit,
wohingegen die Rechner beziehungsweise sonstigen Komponenten der Bedien- und Beobachtungsebene
sowie der Prozessebene geringeren Sicherheitsansprüchen genügen.
[0055] Die Vorrichtung basiert sicherheitstechnisch auf einer Variante der bekannten Verfahrenssicherung,
wobei erfindungsgemäß die Sicherungsprozeduren zwar jeweils konsequent an den Endpunkten
(Quelle und Senke) der Aktionen greifen, die Zwischen- und Endergebnisse jedoch nur
im sicheren Stellwerkskern geprüft werden. Somit sind alle Komponenten außerhalb des
sicheren Stellwerkskerns, das heißt sowohl für die Kommunikation als auch für die
Prozessebene, Komponenten nach Industriestandard, die einem geringeren Sicherheitslevel
genügen.
[0056] Die aufwändige sichere Programmierung und Prüfung sowie teure Hardware ist nur an
der einen Stelle im sicheren Stellwerkskern erforderlich.
[0057] Durch Anwendung der CENELEC-Normen ist eine quantitative Betrachtung des Fehlverhaltens
einzelner Module, Programme und Datenverbindungen möglich, so dass sich unterschiedliche
Arten der Verfahrenssicherung hinsichtlich der geforderten SIL berechnen lassen.
[0058] In Anspruch 8 ist beschrieben, wie die Vorrichtung Befehle zur Ansteuerung von Elementen
der Prozessebene sicher auslöst. Dabei wird unterschieden, auf welchem Weg Befehle
an die Prozessebene erteilt werden.
[0059] Wenn mindestens ein Befehl von der Bedienereingabe auf der Bedien- und Beobachtungsebene
eingegeben wird, so überträgt eine Datenübertragungseinrichtung den Befehl an das
sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene. Das sichere Rechnersystem überprüft
den Befehl auf Plausibilität. Plausible Befehle werden neu codiert und an die Bedien-
und Beobachtungsebene zurück übertragen. In dem mindestens einen Rechner der Bedien-
und Beobachtungsebene wird der neu codierte Befehl des sicheren Rechnersystems ebenfalls
auf Plausibilität überprüft und das Ergebnis der Plausibilitätsprüfung in final codierter
Form an das sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene übertragen.
[0060] Zusätzlich gewährleistet im Allgemeinen bei solchen sicherheitsrelevanten manuellen
Bedieneingaben ein separater Kommunikationsweg, dass die Bedienung in dieser Form
explizit gewünscht ist. Hierfür muss vom Bediener insbesondere ein gedoppelter oder
antivalenter Kontakt geschlossen werden, und/oder werden zusätzlich codierte digitale
Adressen eingelesen und geprüft.
[0061] Sind diese Bedingungen erfüllt, so ist mit ausreichender Sicherheit davon auszugehen,
dass eine Elementansteuerung von der Bedien- und Beobachtungsebene einerseits tatsächlich
gewünscht ist und andererseits der Befehl plausibel ist sowie die Kommunikation mit
dem Element in der Prozessebene einwandfrei funktioniert. Dementsprechend löst der
sichere Rechner den Befehl zur Ansteuerung des Elements aus.
[0062] Sobald jedoch mindestens eine der zuvor genannten Plausibilitätsüberprüfungen der
verwendeten Befehle in mindestens einem der beteiligten Rechner negativ ausfällt,
bricht das sichere Rechnersystem die Ansteuerung von Elementen der Prozessebene mit
einer entsprechenden Fehlermeldung sicher ab.
[0063] Werden die Befehle zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene
aufgrund des internen Programmablaufs im sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene
erteilt, so löst das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene die Ansteuerung direkt
aus.
[0064] In Anspruch 9 ist beschrieben, wie das sichere Rechnersystem das von dem gemäß Anspruch
8 ausgelösten Befehl erzeugte Ansteuerungsereignis signaltechnisch sicher überwacht.
[0065] Nachdem der Befehl zur Ansteuerung eines Elements der Prozessebene vom sicheren Rechnersystem
der Sicherungsebene ausgelöst wurde, wird er über eine Datenübertragungseinrichtung
an das passende Element in der Prozessebene übertragen. Die Wirkung dieses Befehls
führt zu mindestens einem Ansteuerungsereignis, dessen Ergebnis von einer geeigneten
Sensorik überwacht und an das sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene zurückgemeldet
wird. Als Endergebnisse der Ansteuerungsereignisse kommen beispielsweise die Rückmeldung
von optischen Sensoren bei der Anschaltung von Lichtsignalen oder die Verwendung von
magnetischen Sensoren, wie z.B. industrieller Beros zum Überwachen des mechanisch
korrekten Umlaufs einer Weiche in Frage.
[0066] Die Ergebnisse eines jeden Ansteuerungsereignisses müssen mehrfach hinsichtlich der
geforderten logischen und zeitgerechten Abfolge überprüft werden. Da nur ein sicheres
Rechnersystem im sicheren Stellwerkskern zur Verfügung steht, müssen alle Prüfungen
auch dort erfolgen. Deshalb prüft die Software im sicheren Rechnersystem die Ergebnisse
mehrfach, aber zeitversetzt, so dass für jedes Ergebnis Mehrfachdialoge entstehen,
die bis hin zum Endergebnis geführt werden.
[0067] Nach positiver Prüfung aller Ergebnisse zu den Ansteuerungsereignissen geht das sichere
Rechnersystem von einer erfolgreichen Elementansteuerung aus und offenbart dies. Ergibt
die Prüfung von mindestens einem Ergebnis der Ansteuerungsereignisse einen Widerspruch
zur geforderten logischen und zeitgerechten Abfolge, so geht das sichere Rechnersystem
von einer fehlerhaften Elementansteuerung aus und offenbart auch dies.
[0068] Die mehrfache, zeitversetzte Prüfung der unterschiedlichen Ereignisse an nur einer
Stelle im sicheren Stellwerkskern erfordert eine leistungsfähige Rechnerarchitektur.
Sie stellt sicher, dass der Zeitaufwand für die je nach gewünschtem Sicherheitslevel
erforderlichen Prüfungen und das anschließende Stellen der Elemente der Prozessebene
nicht mehr Zeit aufgewendet wird, als die von der Zulassungsbehörde geforderte Maximalzeit,
innerhalb der der Signalbegriff "Halt" gezeigt werden muss (Haltfallzeit).
[0069] Die heute zur Verfügung stehenden, erprobten Prozessoren und Kommunikationssysteme
machen dies möglich.
[0070] Gemäß Anspruch 10 besteht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung darin, dass
das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene aus einer fehlersicheren speicherprogrammierbaren
Steuerung (SPS) besteht.
[0071] Die auf der SPS realisierte Logik wird nach DIN EN 61131 programmiert und ist somit
aufwandsarm auf andere SPS Systeme portierbar.
[0072] In Anspruch 11 ist eine dezentralisierbare Prozessebene beschrieben, die über ein
LAN (Local Area Network) mit der Sicherungsebene verbunden ist. Hierbei agieren Standard-ET
(elektronische Trennleiste) oder kleine SPS-Systeme verfahrensgesichert als logisch
passive Umsetzer für die über Ethernet oder eine andere standardisierte Datennetztechnologie
übertragenen Daten, so dass hinter den Umsetzern digitale Ein-/ Ausgabebits vorliegen.
[0073] Die Prozessebene macht als Multiplikator für die LST den Hauptkosten- und LCC-Anteil
aus.
[0074] ETs sind Standardprodukte der Industrieautomatisierung und werden mit ähnlichem Leistungsspektrum
von vielen Firmen angeboten.
[0075] Durch neutrale Netzwerk-Adressierung und vergleichbare Leistungsmerkmale der Hersteller
ergibt sich hier eine einfache Substituierbarkeit des gewählten Lieferanten.
[0076] Darüber hinaus sind mittlerweile kompakte kleine SPS-Systeme auf dem Markt. Auch
diese können ET-Funktionen ausführen. Deren Einsatz ist ebenfalls möglich, bedingt
jedoch eine CENELEC-konforme "Code Inspection".
[0077] Erfindungsgemäß werden durch konsequente Dezentralisierung Standardkomponenten nah
am Zielobjekt platziert und über LAN-Verbindungen (Kupferkabel oder LWL) vom sicheren
Stellwerkskern gesteuert. Daraus resultieren sehr kurze Kabellängen und geschützte
Kabelwege innerhalb der Außenanlage. Somit sind deutlich geringere induzierte Spannungen
für Scherheits- und Schutzbetrachtungen auf den Kabeln anzunehmen.
[0078] Sowohl die Kommunikation in der gesamten Verfahrenskette als auch die Funktion der
dezentralen, im Allgemeinen nicht sicheren Elemente der Prozessebene müssen gemäß
Anspruch 12 ständig überprüft werden.
[0079] Hierzu prüfen von der Sicherungsebene getriggerte und überwachte Watchdogs zyklisch
die Kommunikation in der Verfahrenskette sowie die Funktion der Elemente in der Prozessebene.
Im Fehlerfall schaltet die Sicherungsebene zumindest die Stromversorgung zum zugehörigen
Element der Prozessebene sicher ab. Gegebenenfalls wird zusätzlich die Signalversorgungsspannung
derart separiert, dass im Fehlerfall nur die zum Signalbegriff "Halt" gehörenden Elemente
mit Spannung versorgt werden.
[0080] Die Erfindung ist nachfolgend anhand einer Zeichnung mit zwei Figuren und eines Beispiels
in einer vorteilhaften Ausführungsform näher erläutert.
[0081] Die Zeichnung zeigt in
- Fig. 1:
- die Darstellung der dialogorientierten Sicherungskette zwischen sicherem Stellwerkskern
und Prozessebene, inkl. Watchdog,
- Fig. 2:
- die Prinzipschaltung des Prozesselements "Signal" mit Ethernet-Schnittstelle, Elektronischer
Trennleiste, Stromversorgung und Überwachung des Lichtstroms mit einem optischen Sensor.
[0082] Die Systemarchitektur eines Elektronischen Stellwerks zum Durchführen des Fahrbetriebs
von Schienenfahrzeugen gliedert sich in die drei Ebenen der Bedienung/Beobachtung,
der Sicherung und der Prozesselemente
[0083] Ein vollgrafisches, auf Marktstandards basierendes System, findet sich in der Bedien-
und Beobachtungsebene (1).
[0084] Die Sicherungsebene (2) wird von einem sicheren Rechnersystem gebildet, das als fehlersichere
SPS, wie z.B. einer SIMATIC S7-F ausgebildet ist.
[0085] In der Prozessebene (4) befinden sich die anzusteuernden Elemente der Außenanlage
sowie andere signaltechnische Einrichtungen, wie Nachbarstellwerke, Bahnübergänge,
etc. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist nur das Prozesselement "Signal" benannt.
Die anderen Prozesselemente der Prozessebene sind durch die gestrichelte Darstellung
des Ethernets nur angedeutet.
[0086] Über Kupferkabel werden die Daten beispielsweise in einem Ethernet-LAN (5) zwischen
der Sicherungsebene (2) und den dezentral platzierten Elementen (6) der Prozessebene
(4) ausgetauscht. Daraus resultieren sehr kurze Kabellängen und geschützte Kabelwege
innerhalb der Außenanlage. Somit sind deutlich geringere induzierte Spannungen auf
den Kabeln anzunehmen. Kabelfehler können einfach offenbart werden, da nur geringe
ohmsche Widerstände bei den kurzen Kabelwegen anzunehmen sind. Erdschlüsse sind durch
galvanische Trennung der Speisespannung erst als Doppelfehler relevant und offenbaren
sich hardwaremäßig und in der Verfahrenssicherung. Darüber hinaus können einfache
Erdschlüsse durch Erdschlussmelder erkannt werden.
[0087] Als Schnittstelle zu den Elementen der Prozessebene werden elektronische Trennleisten
(ET, 7) eingesetzt. Als logisch passive Komponenten setzen die ET (7) die über Ethernet
(5) übertragenen Daten in digitale Ein-/ Ausgabebits um.
[0088] Soll beispielsweise im Rahmen des automatischen, internen Programmablaufs der Fahrstraßeneinstellung
eine Signalglühlampe (20) eingeschaltet werden, so sieht die Verfahrenskette zur sicheren
Ansteuerung und Rückmeldung des Lampenfadens folgendermaßen aus:
[0089] Der Stellwerkskern (3) löst im ersten SPS-Zyklus ein Daten-Telegramm aus, welches
von der ET (7) des angesprochenen Signal-Prozesselements einen Digitalausgang (DA,
9) rücksetzt. Diese Rücksetzung steuert ein zwangsgeführtes Relais K1 (16) ab. K1
(16) hat einen Öffner im Stromkreis der Signallampe. Damit wird an den Schließerkontakt
des elektronischen Relais (ELR, 17) das Potential der Signallampenspannung geleitet.
[0090] Dieses Potential wird nun von einem digitalen Eingang (8) des Prozesselementes detektiert
und über die ET (7) per Netzwerk (5) an die sichere SPS (3) übermittelt. Die sichere
SPS (3) erwartet eben diese Reaktion (Änderung des Status des entsprechenden DE-Bits
von 0 auf 1) für das Auslösen des nächsten Prozess-Schrittes, nämlich der Ansteuerung
eines weiteren digitalen Ausganges (9) des Prozesselementes. Dieser DA (9) steuert
nun das ELR (17) an. Das ELR schließt den Stromkreis bestehend aus Stromquelle (10),
Öffnerkontakt Relais K1 (16), Schließer des ELR (17) und Lampenfaden (20). Da der
Relaiskontakt des K1 (16) bereits geschlossen ist, wird dieser geschont, was die Lebensdauer
des Relais deutlich erhöht. Eine entsprechende Abfolge beim Löschen des Signalbegriffes
dient ebenfalls zur Schonung des Relaiskontaktes. Die Lebensdauer des ELR (17) wird
hingegen nicht durch die Anzahl der Schaltvorgänge beeinflusst.
[0091] Durch mindestens einen optischen Sensor (15) an der entsprechenden Signallampe wird
nun erkannt, dass die Signalglühlampe korrekt leuchtet. Über einen digitalen Eingang
(8) an der ET (7) wird diese Information an den sicheren Stellwerkskern (3) übermittelt.
Damit ist die erwartete Reaktion (Änderung des Status des entsprechenden DE-Bits von
0 auf 1) zeitgerecht eingetreten. Der Stellwerkskern (3) kann auf logische Abfolge
prüfen und auch das zeitgerechte Resultat der optischen Rückmeldung in einem definierten
Zeitfenster auswerten. Nach positiver Prüfung kann die sichere Stellwerkslogik von
einem korrekten Vorgang ausgehen und die bestimmungsgemäß arbeitende Signaloptik (20)
in der zentralen Fahrstraßenlogik berücksichtigen.
[0092] Es ist anzunehmen, dass die nicht signaltechnisch sicheren Komponenten die unzeitige
Anzeige eines Fahrt gebenden Signalbildes lediglich mit einer THR von>10 exp -4 pro
Stunde beherrschen.
[0093] Die mögliche Fehlfunktion der Kommunikation, z.B. mit der Konsequenz dass ein anstehendes
Grün nicht ausgeschaltet wird, ist zu überwachen. Ebenfalls die mögliche Fehlfunktion
der ET.
[0094] Hierfür wird ein Watchdog (11) eingesetzt. Dieser muss in einem definierten Puls-/
Pausenverhältnis von einem digitalen Ausgang (9) der ET (7) angesteuert werden. Bleibt
der Impuls in einem definierten Zeitfenster aus, so passiviert der Watchdog (11) die
Stromersorgung (10). Der Impuls wird vom sicheren Stellwerkskern generiert.
[0095] Steht der zyklische Impuls beim Watchdog (11) an, so funktioniert die ET (7) und
die Kommunikation zum sicheren Stellwerkskern (3).
[0096] Fällt die Kommunikation aus, wird der digitale Ausgang (9) der ET (7) nicht zyklisch
zur Ausgabe des Watchdog-Impulses aufgefordert. Der Impuls bleibt aus, und der Watchdog
(11) unterbricht die Stromversorgung (10).
[0097] Fällt die ET (7) aus, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der zyklische Impuls
und das erforderliche Puls-/ Pausenverhältnis, welches der Watchdog (11) erwartet,
ausbleiben oder in einer anderen Pulsfolge anstehen. Der Watchdog (11) erkennt dies
und unterbricht die Stromversorgung (10).
[0098] Der Watchdog (11) selbst schaltet über den Schließer eines zwangsgeführten Kleinrelais
(12) die Versorgungsspannung der ET (7). Bleibt der Impuls aus, so fällt das zwangsgeführte
Relais (12) ab, und die Versorgungsspannung wird unterbrochen. Der sichere Stellwerkskern
(3) erkennt dies am Ausbleiben der Ethernet Telegramme.
[0099] Zur Prüfung des zwangsgeführten Relais (12) und der gesamten Watchdog-Funktion wird
der Watchdog-Impuls vom sicheren Stellwerkskern (3) kurz ausgesetzt. Über den Öffnerkontakt
des zwangsgeführten Relais (12) wird dann die Versorgungsspannung an einem DE der
ET erwartet. Sollten die Relaiskontakte verschweißt sein oder ein sonstiger Fehler
in der Kommunikationskette des Watchdog-Impulses vorliegen, so offenbart sich dieser
im Prüfzyklus. Für die Dauer der Unterbrechung der Versorgungsspannung wird die ET-Versorgungsspannung
hinter dem Watchdog Relais über einen Kondensator (13) gepuffert.
[0100] Durch weitere Kontakte des zwangsgeführten Relais können bedarfsweise die Signalspannungen
fahrtgebender Begriffe ab- (18) und die Signalspannung haltgebender Begriffe angeschaltet
(19) werden.
[0101] Durch die Prozesskette der sicheren Software des Stellwerkskerns (3) werden weitere
Fehler eines jeden Elementes und auch Zweitfehler offenbart:
Defekt der ET (7):
[0102] Jede Aktion an einem Element (6) der Prozessebene (4) wird über die zugehörige ET
(7) initiiert. Bei einem Defekt der ET wird das Absteuern des DA (9) für Relais 16
nicht ausgeführt. Also kommt auch keine Rückmeldung des anstehenden Potentials am
ELR (17) an. Der sichere Stellwerkskern (3) erkennt den Fehler.
Defekt am DA (9) in der ET (7):
[0103]
- 1. Durchlegiertes Relais (16):
Das Relais ist ständig angezogen. Die zugehörige Rückmeldung über DE (8) kommt nicht
zustande. Der sichere Stellwerkskern (3) erkennt den Fehler.
- 2. Hochohmiges Relais (16):
Das Relais ist bereits im Grundzustand abgefallen. Die zugehörige Rückmeldung des
Potentials am ELR (17) ist zur Unzeit da. Der sichere Stellwerkskern (3) erkennt den
Fehler.
Defekt am DE (8) in der ET (7):
[0104] Rückmeldungen kommen nicht oder zur Unzeit an. Der sichere Stellwerkskern (3) erkennt
den Fehler.
[0105] Eine weitere Zweitfehleroffenbarung ergibt sich durch die nachfolgende, identische
Prozedur mit dem ELR (17), und zusätzlich durch das Rücklesen des Lichtes:
Defekt bei der Rückmeldung des Lichts:
[0106] Lichtsensorik DE/ Sensor (15):
- 1. Durchlegiert:
Licht wird ständig detektiert. Die zugehörige Rückmeldung über DE (8) steht zur Unzeit
an. Der sichere Stellwerkskern (3) erkennt den Fehler.
- 2. Hochohmig:
Licht wird nach Ansteuern des ELR (17) nicht detektiert. Der sichere Stellwerkskern
(3) erkennt den Fehler.
[0107] Auch bei korrekt arbeitender Rückmeldung des Lichts können Fehler durch Fremdlichteinfall
auftreten.
[0108] Ein Fremdlichteinfall wirkt sich nur als Zweitfehler in Verbindung mit dem Erstfehler
"defekte Ansteuerung/Ausleuchtung" aus. Eine Auswirkung entsteht nur dann, wenn exakt
in dem Zeitfenster, in dem die optische Rückmeldung einer Ansteuerung der Signaloptik
(20) ansteht, Fremdlicht einfällt und trotz nicht vorhandener Signalausleuchtung für
eine positive Rückmeldung durch den optischen Sensor (15) sorgt.
[0109] Steht bereits vorher Fremdlicht an, erkennt dies der sichere Stellwerkskern (3),
da der optische Sensor (15) zur Unzeit eine positive Rückmeldung bringt.
[0110] Der Fall des Fremdlichteinfalls genau im Zeitfenster der Begriffsansteuerung ist
durch geeignete Positionierung und Schutz des Sensors (15) vor Fremdlicht ausreichend
beherrschbar.
[0111] Zur Fehleroffenbarung von Signaloptiken, die den Zustand über lange Zeit nicht wechseln,
sind vom sicheren Stellwerkskern kurze Prüfzyklen durchzuführen, z.B. einmal pro 24h,
wenn mehrere Gleisabschnitte vor dem Element frei sind.
Defekt in der Kommunikation:
[0112] Durch Mehrfachtelegramme (14) zur Auslösung einer Aktion ergibt sich eine hohe rechnerische
Fehlerbeherrschung. Im sicheren Stellwerkskern (3) wird über eine Plausibilitätsprüfung
ein Kommunikationsfehler offenbart. Bei Unplausibilität eines Telegramms passiviert
der sichere Stellwerkskern das System.
[0113] Da bei defekter Kommunikation keine zeitgerechte Abarbeitung des Vorgangs erfolgen
kann, ist eine zusätzliche Sicherung gegeben.
[0114] Darüber hinaus ist der Watchdog (11) in die Gesamtkette der Kommunikation eingebunden.
Dadurch offenbaren sich Fehler in der Kommunikation zeitnah.
[0115] Berücksichtigt man die Mehrfachdialoge, die gegenläufige Ansteuerung von Relais (spannungslos
durchgeschaltet) und ELR (angesteuert durchgeschaltet) in Kombination mit der dialogorientierten
Prüfung des Verfahrens in der sicheren Stellwerkslogik, so sind Kommunikationsfehler
mit einer Wahrscheinlichkeit, die SIL 4 entsprechen, auszuschließen.
Defekt im Lampensockel:
[0116] Ein Sockelschluss (Haupt und Nebenfaden brennen) wird über das Auslösen der Sicherung
(22) und durch den DE (8) am ELR (17) detektiert.
Defekt am Hauptfaden:
[0117] Der optische Sensor (15) gibt nach Anschaltung keine positive Rückmeldung. Es kann
eine Umschaltung auf den Nebenfaden ausgelöst werden. Zusätzlich erfolgt eine Information
an den Fahrdienstleiter (Hauptfaden z.B. "Rot N1" defekt).
[0118] Durch zeitversetzte, unabhängige Prozeduren im sicheren Stellwerkskern (3), deren
Plausibilitätsprüfungen und das zeitgerechte Prüfen der Lichtemission der adressierten
Lichtquelle (20) in der sicheren Software entsteht Verfahrenssicherheit, auch unter
Einbeziehung der nicht sicheren Komponenten der Prozessebene (4).
[0119] Bei einer sicherheitsgerichteten manuellen Bedienung des Signals in der Bedien- und
Beobachtungsebene (1) anstelle der oben beschriebenen automatischen Ansteuerung ist
es im Allgemeinen erforderlich, dass vor der Auslösung des Befehls die manuelle Bedienung
explizit bestätigt wird. Hierfür ist in diesem Beispiel ein dezentrales Prozesselement
KF (Kommando Freigabe nicht eingezeichnet) über einen separaten Kommunikationsweg
in Verbindung mit einem Taster/Schlüsseltaster mit einem gedoppelten Kontakt am Bedienplatz-System
installiert. Dadurch wird der KF Bediendialog mit dem sicheren Stellwerkskern abgebildet.
Bezugszeichenliste
[0120]
- 1
- Bedien- und Beobachtungsebene
- 2
- Sicherungsebene
- 3
- Sicheres Rechnersystem (sicherer Stellwerkskern)
- 4
- Prozessebene
- 5
- Ethernet
- 6
- Prozesselement
- 7
- Elektronische Trennleiste
- 8
- Digitaler Eingang
- 9
- Digitaler Ausgang
- 10
- Stromversorgung
- 11
- Watchdog
- 12
- zwangsgeführtes Kleinrelais
- 13
- Pufferkondensator
- 14
- Mehrfachdialoge
- 15
- Optischer Sensor
- 16
- Zwangsgeführtes Relais K1
- 17
- Elektronisches Relais (ELR)
- 18
- Schalter für fahrtzeigende Begriffe
- 19
- Schalter für Haltbegriffe (rot)
- 20
- Signalglühlampe
- 21
- Watchdog-Relais
- 22
- Sicherung
1. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen, bestehend aus einer signaltechnisch sicheren
Bedien- und Beobachtungsebene, einer Sicherungsebene und einer die anzusteuernden
Elemente enthaltenden Prozessebene sowie Datenübertragungseinrichtungen zwischen den
Komponenten dieser Ebenen, wobei entweder durch Bedienereingabe auf der Bedien- und
Beobachtungsebene oder durch internen Programmablauf im sicheren Rechnersystem der
Sicherungsebene Befehle zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene
gegeben werden können, dadurch gekennzeichnet, dass die sicherheitsgerichteten Prüfungen und Algorithmen zur Gewährleistung der Verfahrenssicherheit
vom sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene geleistet werden, wohingegen die Rechner
bzw. sonstigen Komponenten der Bedien- und Beobachtungsebene sowie der Prozessebene
geringeren Sicherheitsansprüchen genügen können.
2. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- von dem sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene die sicherheitsrelevante Ansteuerung
von Elementen der Prozessebene ausgelöst wird, wenn
i. bei Befehlen, die durch die Bedienereingabe auf der Bedien- und Beobachtungsebene
eingegeben werden, die Befehle mit einer Datenübertragungseinrichtung an das sichere
Rechnersystem in der Sicherungsebene übertragen, dort positiv auf Plausibilität überprüft
und in neu codierter Form an die Bedien- und Beobachtungsebene zurück übertragen werden,
die Software des mindestens einen Rechners der Bedien- und Beobachtungsebene den neu
codierten Befehl des sicheren Rechnersystems ihrerseits positiv auf Plausibilität
überprüft und das Ergebnis in final codierter Form erfolgreich an das sichere Rechnersystem
in der Sicherungsebene überträgt, und wenn zusätzlich über einen separaten Kommunikationsweg
des zugeordneten Prozesselementes für sicherheitsrelevante Bedienungen ein gedoppelter
oder anti-valenter Kontakt und/oder zusätzlich codierte digitale Adressen eingelesen
und positiv geprüft wurden.
ii. durch internen Programmablauf im sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene ein
Befehl zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene erteilt wird,
- die Ansteuerung von Elementen der Prozessebene mit einer entsprechenden Fehlermeldung
sicher abgebrochen wird, sobald mindestens eine der zuvor genannten Plausibilitätsüberprüfungen
der verwendeten Befehle in mindestens einem der beteiligten Rechner negativ ausfällt.
3. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Auslösebefehl zur Ansteuerung von Elementen der Prozessebene über eine Datenübertragungseinrichtung
vom sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene an das passende Element der Prozessebene
übertragen wird und dort zu mindestens einem Ansteuerungsereignis führt, dessen Ergebnis
von einer geeigneten Sensorik überwacht und an das sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene
zurückgemeldet wird,
- die Ergebnisse der Ansteuerungsereignisse über Mehrfachdialoge im sicheren Rechnersystem
der Sicherungsebene auf die geforderte logische und zeitgerechte Abfolge hin geprüft
werden,
- nach positivem Prüfungsergebnis aller Ergebnisse der Ansteuerungsereignisse im sicheren
Rechnersystem von einer erfolgreichen Elementansteuerung ausgegangen wird und dies
offenbart wird,
- bei negativem Prüfungsergebnis von mindestens einem Ergebnis der Ansteuerungsereignisse
von einer fehlerhaften Elementansteuerung ausgegangen und dies offenbart wird.
4. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene aus einem modularen System für Industrie-Automatisierungsanlagen
besteht.
5. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die dezentralisierbare Prozessebene über ein Daten-Netzwerk mit der Sicherungsebene
verbunden ist, wobei von logisch passiven Komponenten die übertragenen Daten auf digitale
Ein-/ Ausgabebits verfahrensgesichert umgesetzt werden.
6. Verfahren zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass durch von der Sicherungsebene getriggerte und überwachte Mechanismen zyklisch die
Kommunikation in der gesamten Verfahrenskette sowie die Funktion der dezentralen,
im Allgemeinen nicht sicheren Elemente der Prozessebene geprüft wird, und von der
Sicherungsebene mindestens die Stromversorgung zum zugehörigen Element der Prozessebene
im Fehlerfall abgeschaltet und gegebenenfalls zusätzlich die Signalversorgungsspannung
derart separiert wird, dass im Fehlerfall nur die zum Signalbegriff "Halt" gehörenden
Elemente mit Spannung versorgt werden.
7. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen, bestehend aus einer signaltechnisch sicheren
Bedien- und Beobachtungsebene, einer Sicherungsebene und einer die anzusteuernden
Elemente enthaltenden Prozessebene sowie Datenübertragungseinrichtungen zwischen den
Komponenten dieser Ebenen, wobei entweder durch Bedienereingabe auf der Bedien- und
Beobachtungsebene oder durch internen Programmablauf im sicheren Rechnersystem der
Sicherungsebene Befehle zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene
gegeben werden können, dadurch gekennzeichnet, dass die sicherheitsgerichteten Prüfungen und Algorithmen zur Gewährleistung der Verfahrenssicherheit
im sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene erfolgen, wohingegen die Rechner bzw.
sonstigen Komponenten der Bedien- und Beobachtungsebene sowie der Prozessebene geringeren
Sicherheitsansprüchen genügen können.
8. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene die sicherheitsrelevante Ansteuerung
von Elementen der Prozessebene auslöst, wenn
i. bei Befehlen, die durch die Bedienereingabe auf der Bedien- und Beobachtungsebene
eingegeben werden, die Befehle mit einer Datenübertragungseinrichtung an das sichere
Rechnersystem in der Sicherungsebene übertragen, dort positiv auf Plausibilität überprüft
und in neu codierter Form an die Bedien- und Beobachtungsebene zurück übertragen werden,
die Software des mindestens einen Rechners der Bedien- und Beobachtungsebene den neu
codierten Befehl des sicheren Rechnersystems ihrerseits positiv auf Plausibilität
überprüft und das Ergebnis in final codierter Form erfolgreich an das sichere Rechnersystem
in der Sicherungsebene überträgt, und wenn zusätzlich über einen separaten Kommunikationsweg
des zugeordneten Prozesselementes für sicherheitsrelevante Bedienungen ein gedoppelter
oder antivalenter Kontakt und/oder zusätzlich codierte digitale Adressen eingelesen
und positiv geprüft wurden.
ii. durch internen Programmablauf im sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene ein
Befehl zur Ansteuerung von mindestens einem Element der Prozessebene erteilt wird,
- die Ansteuerung von Elementen der Prozessebene mit einer entsprechenden Fehlermeldung
sicher abgebrochen wird, sobald mindestens eine der zuvor genannten Plausibilitätsüberprüfungen
der verwendeten Befehle in mindestens einem der beteiligten Rechner negativ ausfällt.
9. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Auslösebefehl zur Ansteuerung von Elementen der Prozessebene über eine Datenübertragungseinrichtung
vom sicheren Rechnersystem der Sicherungsebene an das passende Element der Prozessebene
übertragen wird und dort zu mindestens einem Ansteuerungsereignis führt, dessen Ergebnis
eine geeigneten Sensorik überwacht und an das sichere Rechnersystem in der Sicherungsebene
zurückgemeldet,
- das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene die Ergebnisse der Ansteuerungsereignisse
über Mehrfachdialoge auf die geforderte logische und zeitgerechte Abfolge hin prüft,
- das sichere Rechnersystem nach positivem Prüfungsergebnis aller Ergebnisse der Ansteuerungsereignisse
von einer erfolgreichen Elementansteuerung ausgeht und dies offenbart,
- das sichere Rechnersystem bei negativem Prüfungsergebnis von mindestens einem Ergebnis
der Ansteuerungsereignisse von einer fehlerhaften Elementansteuerung ausgeht und dies
offenbart.
10. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das sichere Rechnersystem der Sicherungsebene aus einer fehlersicheren Speicherprogrammierbaren
Steuerung (SPS) besteht.
11. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die dezentralisierbare Prozessebene über LAN (Local Area Network) mit der Sicherungsebene
verbunden ist, wobei Standard-ET (elektronische Trennleiste) oder kleine SPS-Systeme
als logisch passive Umsetzer der über Ethernet oder eine andere Datennetztechnologie
übertragenen Daten auf digitale Ein-/ Ausgabebits verfahrensgesichert agieren.
12. Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren elektronischen Elementansteuerung zum Durchführen
eines Fahrbetriebs von Schienenfahrzeugen nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass von der Sicherungsebene getriggerte und überwachte Watchdogs zyklisch die Kommunikation
in der gesamten Verfahrenskette sowie die Funktion der dezentralen, im Allgemeinen
nicht sicheren Elemente der Prozessebene prüfen und die Sicherungsebene mittels zwangsgeführter
Kontakte des Watchdog-Relais mindestens die Stromversorgung zum zugehörigen Element
der Prozessebene im Fehlerfall abschaltet und gegebenenfalls zusätzlich die Signalversorgungsspannung
derart separiert, dass im Fehlerfall nur die zum Signalbegriff "Halt" gehörenden Elemente
mit Spannung versorgt werden.