[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ablaufvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Ablaufvorrichtung ist beispielsweise aus
DE 10 2004 049 944 A1 bekannt. Die darin beschriebene Ablaufvorrichtung umfasst eine Rinne in die Abwasser
gelangen kann. An der Rinne sind zwei Flansche angebracht, von denen einer sich horizontal
erstreckt, so dass darauf Bodenfliesen aufgebracht werden können. Der andere der beiden
Flansche erstreckt sich vertikal nach oben längs der Wand des Raumes, so dass auf
diesen Flansch Wandfliesen aufgebracht werden können. Durch diese Gestaltung wird
einerseits die Rinne akustisch mit der Wand gekoppelt. Andererseits kann die Rinne
aufgrund des an die Wand anzulegenden Flansches nicht frei relativ zur Wand positioniert
werden.
[0003] Das der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Problem ist die Schaffung einer
Vorrichtung der eingangs genannten Art, die eine geringere Schallübertragung zwischen
Wand und Ablaufvorrichtung sowie eine flexiblere Positionierbarkeit aufweist.
[0004] Dies wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Art mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung.
[0005] Gemäß Anspruch 1 ist vorgesehen, dass die Ablaufmittel und/oder die Einlauföffnung
von dem mindestens einen Anlageteil zumindest akustisch getrennt sind. Dadurch können
Einlauföffnung und Ablaufmittel flexibler relativ zur Wand positioniert werden. Weiterhin
werden Einlauföffnung und Ablaufmittel von der Wand beziehungsweise dem mindestens
einen Anlageteil entkoppelt.
[0006] Es besteht die Möglichkeit, dass die Ablaufvorrichtung eine die Einlauföffnung bildende
oder mit dieser verbundene Rinne umfasst, in die Abwasser eintreten kann, wobei das
in die Rinne eingetretene Abwasser in die Ablaufmittel gelangen kann. Weiterhin kann
die Ablaufvorrichtung einen Flansch für die Auflage mindestens einer Fliese umfassen,
der die Einlauföffnung und/oder die Rinne zumindest abschnittsweise umgibt.
[0007] Dabei kann gewährleistet werden, dass die Rinne und/oder der Flansch von dem mindestens
einen Anlageteil akustisch entkoppelt sind.
[0008] Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Rinne und das mindestens eine Anlageteil
relativ zueinander bewegbar sind. Dadurch kann die Ablaufvorrichtung einfach an unterschiedliche
Wandaufbauten angepasst werden.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Ablaufvorrichtung
Dämpfungsmittel umfasst, die die akustische Entkopplung bewirken können, und insbesondere
zwischen der Wand und/oder dem mindestens einen Anlageteil einerseits und der Rinne
und/oder dem Flansch und/oder der Einlauföffnung und/oder den Ablaufmitteln andererseits
angeordnet sind.
[0010] Die Dämpfungsmittel können ein Dämpfungselement umfassen, das beispielsweise aus
Gummi besteht. Weiterhin können die Dämpfungsmittel ein Hüllteil umfassen, das zumindest
abschnittsweise das Dämpfungselement umgibt. Das Hüllteil kann beispielsweise als
Strangpressprofil ausgeführt sein und insbesondere aus Aluminium bestehen.
[0011] Es besteht die Möglichkeit, dass das mindestens eine Anlageteil einen zweiten Abschnitt
umfasst, der sich in Einbaustellung von der Wand weg erstreckt. Dabei können die Dämpfungsmittel
den zweiten Abschnitt des mindestens einen Anlageteils zumindest teilweise umgeben.
Weiterhin kann der Flansch zumindest mittelbar auf dem zweiten Abschnitt des mindestens
einen Anlageteils, insbesondere auf der Oberseite der Dämpfungsmittel aufliegen. Der
von den Dämpfungsmitteln umgebene Abschnitt des mindestens einen Anlageteils kann
somit einerseits zur akustischen Entkopplung beitragen und andererseits als mittelbare
Auflage für den Flansch dienen, der während der Montage geeignet positioniert werden
kann.
[0012] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegende Erfindung werden deutlich anhand der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung im eingebauten
Zustand;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Ablaufvorrichtung gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht der Ablaufvorrichtung gemäß den Pfeilen III - III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Detailansicht gemäß dem Pfeil IV in Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung
- Fig. 6
- eine Schnittansicht der Ablaufvorrichtung gemäß den Pfeilen VI - Vi in Fig. 5;
- Fig. 7
- eine Detailansicht gemäß dem Pfeil VII in Fig. 6.
[0013] Aus den Figuren ist ersichtlich, dass die erfindungsgemäße Ablaufvorrichtung eine
Rinne 1 umfasst, in die Abwasser eintreten kann. In dieser Rinne 1 kann beispielsweise
ein Rost 18 angeordnet sein, der zu der Seitenwand der Rinne beabstandet ist, so dass
ein Einlaufspalt gebildet wird. An der Unterseite der Rinne 1 ist ein Ablauftopf 2
vorgesehen, der mit einem Ablaufrohr 3 verbunden ist.
[0014] Die Rinne 1 ist einstückig mit einem Flansch 4 verbunden, der die Rinne 1 umgibt.
Auf diesen Flansch 4 können beispielsweise Fliesen 10 aufgebracht werden (siehe dazu
beispielsweise Fig. 3).
[0015] Die Ablaufvorrichtung umfasst weiterhin ein Anlageteil 5, das in Einbaustellung teilweise
an einer Wand 11 des Raumes anliegen kann. Das Anlageteil 5 ist im wesentlichen L-förmig
ausgebildet mit einem sich längs der Wand, im wesentlichen von der Rinne 1 nach oben,
erstreckenden ersten Abschnitt 19 und einem am unteren Ende des ersten Abschnitts
19 angeordneten, von der Wand in Richtung auf die Rinne 1 ragenden zweiten Abschnitt
20. Auf den ersten Abschnitt 19 können Wandfliesen 12 aufgebracht werden (siehe dazu
beispielsweise Fig. 2 und Fig. 4). Der erste Abschnitt 19 kann vermittels Schrauben
8 an der Wand 11 befestigt werden. Das Anlageteil 5 kann sich über die gesamte Länge
der Rinne 1 beziehungsweise in die Zeichenebene der Fig. 4 hinein und/oder aus dieser
heraus erstrecken.
[0016] Wenn beispielsweise eine Dusche mit einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung in
eine Wandnische eingebaut wird, können an zwei oder sogar drei zu der Dusche benachbarten
Wänden 11 zwei oder sogar drei Anlageteile 5 vorgesehen sein. Insbesondere werden
dann auf die bis zu drei Anlageteile 5 an den drei Wänden 11 Fliesen aufgebracht.
[0017] An der Unterseite des Flansches 4 sind Stützfüße 6 angebracht, die sich von dem Flansch
4 nach unten erstrecken und im eingebauten Zustand auf der eigentlichen Betondecke
13 aufstehen können. Das untere Ende der Stützfüße 6 wird jeweils durch elastische
Schallschutzstopfen 7 gebildet (siehe Fig. 1 bis Fig. 3). Diese sind nachgiebig und
können zur Schallentkopplung beitragen. Dabei sind die Schallschutzstopfen 7 in Laschen
21 aufgenommen, die der Positionierung und Fixierung der Stützfüße 6 durch Schrauben
9 dienen.
[0018] Im eingebauten Zustand ist unter der Rinne 1 Estrich 14 vorhanden. Wenn der Estrich
14 aufgrund von Wasserverlust schrumpft, kann die Rinne 1 sich zusammen mit dem Ablauftopf
2 und dem Flansch 4 nach unten bewegen, weil die Schallschutzstopfen 7 nachgiebig
sind und in vertikaler Richtung komprimiert werden können. Dadurch kann sich die Rinne
1 zusammen mit den benachbarten Fliesen 10, die ebenfalls der Bewegung des Estrichs
14 folgen, nach unten bewegen.
[0019] Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass unterhalb des Anlageteils 5 an der Wand 11 ein Schallschutzelement
15, beispielsweise in Form einer Folie oder eines Bandes, vorgesehen sein kann. Weiterhin
kann zwischen der von der Wand 11 abgewandten Seite des ersten Abschnitts 19 und der
darauf aufgebrachten Wandfliese 12 eine pastöse Masse, wie beispielsweise ein Butylband
16 vorgesehen sein. Dieses Butylband 16 kann sich über den ersten Abschnitt 19 nach
oben erstrecken, wobei es oberhalb des ersten Abschnitts 19 zwischen der Wandfliese
12 und der Wand 11 verläuft. Dabei kann zwischen Butylband 16 und Wandfliese 12 Fliesenkleber
17 angeordnet sein.
[0020] Die Ablaufvorrichtung umfasst weiterhin Dämpfungsmittel 22, die zumindest abschnittsweise
den zweiten Abschnitt 20 des Anlageteils 5 umgeben. Die Dämpfungsmittel umfassen ein
Dämpfungselement 23, das beispielsweise aus Gummi oder einem anderen schallabsorbierenden
und/oder elastischen Material besteht. Das Dämpfungselement 23 umgibt dabei den zweiten
Abschnitt 20 in Einbaustellung oben, unten und auf der der Rinne 1 zugewandten Seite.
Die Dämpfungsmittel umfassen weiterhin ein das Dämpfungselement 23 umgebendes Hüllteil
24, das beispielsweise als Aluminiumstrangpressprofil ausgebildet ist. Das Dämpfungselement
23 ist insbesondere werksseitig in dem Hüllteil 24 befestigt.
[0021] Es besteht alternativ die Möglichkeit, dass das Dämpfungselement 23 gegenüber dem
Hüllteil 24 beweglich ist. Alternativ oder zusätzlich dazu kann der zweite Abschnitt
des Anlageteils 5 gegenüber dem Dämpfungselement 22 bewegbar sein. Durch beide Maßnahmen
ergibt sich eine Relativbewegbarkeit zwischen dem Anlageteil 5 und der Rinne, die
eine bessere Anpassbarkeit an unterschiedliche Wandaufbauten ermöglicht.
[0022] Die Dämpfungsmittel 22 können sich mit unverändertem Querschnitt über die gesamte
Länge der Rinne 1 erstrecken. Alternativ können sich die Dämpfungsmittel 22 nur abschnittsweise,
beispielsweise lediglich punktuell oder unterbrochen, über die Länge der Rinne 1 erstrecken.
Weiterhin können bei Anbringung von zwei oder drei Anlageteilen 5 an den zwei oder
drei Wänden 11 jeweils entsprechende Dämpfungsmittel 22 vorgesehen sein.
[0023] Auf der Oberseite des Hüllteils 24 liegt der Flansch 4 auf. Bei der Montage kann
der Flansch 4 solange auf der Oberseite des Hüllteils 24 verschoben werden, bis er
geeignet positioniert ist. Daran anschließend kann der Flansch 4 auf der Oberseite
des Hüllteils 24 festgeklebt werden. Zwischen der Unterseite der Wandfliesen 12 und
der Oberseite des Flansches 4 ist oberhalb der Oberseite des Hüllteils 24 eine Dichtung
25 vorgesehen.
[0024] Zwischen dem wandseitigen Ende des Flansches 4 und der Wand 11 ist in der Ausführungsform
gemäß Fig. 1 bis Fig. 4 ein Zwischenraum. Weiterhin erstrecken sich bei dieser Ausführungsform
auch die Dämpfungsmittel 22 nicht bis zur Wand. Vielmehr ist oberhalb des zweiten
Abschnitts 20 zwischen den Dämpfungsmitteln 22 und der Wand 11 ein Zwischenraum vorgesehen,
wohingegen unterhalb des zweiten Abschnitts 20 zwischen den Dämpfungsmitteln 22 und
der Wand 11 das Schallschutzelement 15 vorgesehen ist. Auf diese Weise ist die Rinne
1 mit dem Flansch 4 akustisch von der Wand 11 entkoppelt.
[0025] Ein weiterer Vorteil des Dämpfungselements 23 ist darin zu sehen, dass es sich ähnlich
wie die Schallschutzstopfen 7 bei Setzbewegungen des Estrichs verformen kann. Dadurch
kann die Rinne 1 auch in horizontaler Richtung der Bewegung des Estrichs 14 folgen.
[0026] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 5 bis Fig. 7 sind gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen versehen wie bei den Fig. 1 bis Fig. 4.
[0027] Diese zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass das
Dämpfungselement 23 teilweise aus dem Hüllteil 24 in Richtung auf die Wand 11 herausragt.
Dabei weist es einen ersten vertikalen Abschnitt 26 auf, der nach oben in den Zwischenraum
zwischen Flansch 4 und Wand 11 hineinragt. Weiterhin weist das Dämpfungselement 23
einen zweiten vertikalen Abschnitt 27 auf, der nach unten in den Zwischenraum zwischen
Hüllteil 24 und Wand 11 hineinragt. Auf diese Weise verstärkt das Dämpfungselement
23 noch die Schallentkopplung zwischen Rinne 1 und Wand 11.
1. Ablaufvorrichtung für die zumindest teilweise Einbringung in einen Boden eines Raumes,
umfassend
- mindestens ein Anlageteil (5) mit einem sich in Einbaustellung längs einer Wand
(11) des Raumes erstreckenden ersten Abschnitt (19), auf den beispielsweise Wandfliesen
(12) aufgebracht werden können,
- Ablaufmittel, die teilweise in einen Boden eines Raumes einbringbar sind und mit
einem Ablaufrohr verbindbar sind, sowie
- mindestens eine Einlauföffnung, in die Abwasser eintreten kann, wobei das in die
Einlauföffnung eingetretene Abwasser in die Ablaufmittel gelangen kann,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufmittel und/oder die Einlauföffnung von dem mindestens einen Anlageteil
(5) zumindest akustisch getrennt sind.
2. Ablaufvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung eine die Einlauföffnung bildende oder mit dieser verbundene
Rinne (1) umfasst, in die Abwasser eintreten kann, wobei das in die Rinne (1) eingetretene
Abwasser in die Ablaufmittel gelangen kann.
3. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung einen Flansch (4) für die Auflage mindestens einer Fliese (10)
umfasst, der die Einlauföffnung und/oder die Rinne (1) zumindest abschnittsweise umgibt.
4. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rinne (1) und/oder der Flansch (4) von dem mindestens einen Anlageteil (5) akustisch
entkoppelt sind.
5. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rinne (1) und das mindestens eine Anlageteil (5) relativ zueinander bewegbar
sind.
6. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung Dämpfungsmittel (22) umfasst, die die akustische Entkopplung
bewirken können.
7. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsmittel (22) zwischen der Wand (11) und/oder dem mindestens einen Anlageteil
(5) einerseits und der Rinne (1) und/oder dem Flansch (4) und/oder der Einlauföffnung
und/oder den Ablaufmitteln andererseits angeordnet sind.
8. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativbewegbarkeit von Rinne (1) und Anlageteil (5) über die Dämpfungsmittel
(22) ermöglicht wird.
9. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsmittel (22) ein Dämpfungselement (23) umfassen, das beispielsweise aus
Gummi oder einem anderen schallabsorbierenden und/oder elastischen Material besteht.
10. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsmittel (22) ein Hüllteil (24) umfassen, das zumindest abschnittsweise
das Dämpfungselement (23) umgibt.
11. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Anlageteil (5) einen zweiten Abschnitt (20) umfasst, der sich
in Einbaustellung von der Wand (11) weg erstreckt.
12. Ablaufvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsmittel (22) den zweiten Abschnitt (20) des mindestens einen Anlageteils
(5) zumindest teilweise umgeben.
13. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch (4) zumindest mittelbar auf dem zweiten Abschnitt (20) des mindestens
einen Anlageteils (5), insbesondere auf der Oberseite der Dämpfungsmittel (22) aufliegen
kann.