[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Steuern eines Verdampferbrenners
des im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Typs.
[0002] Ein solcher Verdampferbrenner ist ausgelegt für die Verbrennung von flüssigen Brennstoffen
wie handelsüblichem Heizöl verschiedener Qualität oder Kerosin und eignet sich insbesondere
für Heizungsanlagen von Wohnbauten, aber auch von Nichtwohnbauten, bei denen eine
eher geringe Heizleistung im Bereich von wenigen Kilowatt ausreicht. Die vom Brenner
beim Verbrennen des Brennstoffs erzeugte Wärme heizt beispielsweise Wasser in einem
Heizkessel auf. Bei einem Verdampferbrenner wird der flüssige Brennstoff unter Wärmeeinwirkung
verdampft, mit Luft vermischt und dann verbrannt.
[0003] Ein Verdampferbrenner der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art ist aus der
WO 00/12935 bekannt. Der Verdampferbrenner ist unterhalb des Heizkessels angeordnet. Die Verdampferkammer
wird beim Start des Brenners elektrisch vorgeheizt. Sobald die Flamme brennt, erfolgt
dann eine Beheizung der Verdampferkammer durch die an der Verdampferkammer vorbeiströmenden
heissen Verbrennungsgase, was mittels eines Umlenkkragens erreicht wird. Sobald die
Verdampferkammer eine vorbestimmte Temperatur erreicht hat, was mittels eines Temperaturfühlers
überwacht wird, kann die elektrische Heizung ausgeschaltet werden.
[0004] Aus der
WO 2004/109183 ist ein weiterer Verdampferbrenner bekannt. Dieser Verdampferbrenner ist als Sturzbrenner
ausgeführt und wird oben am Heizkessel montiert. Die Flamme brennt unterhalb der Verdampferkammer.
Die aufsteigenden heissen Verbrennungsgase heizen die Verdampferkammer direkt auf.
[0005] Diese bekannten Verdampferbrenner sind als modulierende Brenner konzipiert, d.h.
ihre Heizleistung kann in einem vorbestimmten Arbeitsbereich stufenlos gesteuert werden.
[0006] Bei Brennern solcher Bauart kommt der Verdampfung des Brennstoffs ausserordentlich
grosse Bedeutung zu. So muss die Temperatur der Verdampferkammer genügend hoch sein,
damit der Brennstoff vollständig verdampft. Die zugeführte Luftmenge muss an die zugeführte
Brennstoffmenge angepasst sein. Wenn mehr Luft zugeführt wird, als für die Verbrennung
benötigt wird, dann vermindert dies den Wirkungsgrad. Wenn weniger Luft zugeführt
wird, als für die Verbrennung benötigt wird, dann erhöht dies einerseits die Abgasemissionen
und führt anderseits zur Ablagerung von unverbrannten oder nicht vollständig verbrannten
Brennstoffrückständen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für den optimalen Betrieb
eines solchen Verdampferbrenners zu entwickeln, das ohne Messgeräte für die Messung
der zugeführten Luftmenge und der zugeführten Brennstoffmenge auskommt.
[0008] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0009] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
- Fig. 1
- zeigt im Schnitt einen Verdampferbrenner,
- Fig. 2
- zeigt eine Funktion zur Steuerung eines Gebläses,
- Fig. 3
- zeigt die Abhängigkeit eines Sollwerts TS für die Temperatur der Verdampferkammer von der angeforderten Heizleistung,
- Fig. 4
- zeigt die Abhängigkeit eines Korrekturfaktors K von der Heizleistung,
- Fig. 5 bis 7
- zeigt verschiedene Funktionen,
- Fig. 8 und 9
- zeigen den zeitlichen Verlauf verschiedener Grössen.
[0010] Verdampferbrenner, bei denen die vorliegende Erfindung angewendet wird, sind wie
erwähnt beispielsweise aus der
WO 00/12935 und der
WO 2004/109183 bekannt. Die Fig. 1 zeigt einen Vertikalschnitt durch die für das Verständnis der
Erfindung nötigen Teile eines solchen als Sturzbrenner ausgelegten Verdampferbrenners.
Der Verdampferbrenner umfasst eine Verdampferkammer 1, ein Gebläse 2, einen elektrischen
Motor 3 für den Antrieb des Gebläses 2, einen Zerstäuberbecher 4, ein Mischrad 5 und
einen Flammenhalter 6. Die Flamme brennt an der Aussenwand des Flammenhalters 6. Das
Gebläse 2 umfasst zwei Rotoren 8 und 9, die auf einer vom Motor 3 angetriebenen Antriebswelle
7 befestigt sind. Die Rotoren 8, 9 fördern Frischluft in die Verdampferkammer 1. Der
Flammenhalter 6 enthält einen Deckel und sitzt auf der Verdampferkammer 1 auf. Die
Verdampferkammer 1 ist eine zum Flammenhalter 6 hin offene Kammer mit einem Boden
10 und einer Seitenwand 11. Der vom Boden 10 und der Seitenwand 11 der Verdampferkammer
1 umschlossene Raum bildet eine Misch- und Verdampferzone. In die Wand der Verdampferkammer
1 ist eine elektrische Heizeinrichtung 12 integriert. Der Zerstäuberbecher 4 und das
Mischrad 5 sind bei diesem Ausführungsbeispiel ebenfalls auf der Antriebswelle 7 befestigt,
d.h. der Zerstäuberbecher 4, das Mischrad 5 und die Rotoren 8, 9 des Gebläses 2 rotieren
miteinander mit der gleichen Geschwindigkeit. Der Zerstäuberbecher 4 und das Mischrad
5 könnten aber auch separat angetrieben werden. Eine Brennstoffpumpe 13 fördert flüssigen
Brennstoff durch eine Brennstoffleitung 14, die in den Zerstäuberbecher 4 hineinragt.
Der geförderte Brennstoff fliesst oder tropft auf die innere Wand des Zerstäuberbechers
4. Wegen der Drehung des Zerstäuberbechers 4 fliesst der Brennstoff unter der Wirkung
der Zentrifugalkraft gegen den äusseren Rand des Zerstäuberbechers 4, wird vom Rand
weggeschleudert und trifft auf die Innenwand der Verdampferkammer 1. Gleichzeitig
wird durch die Rotoren 8, 9 des Gebläses 2 Frischluft gefördert. Ein gewisser Anteil
der Frischluft strömt aussen am Zerstäuberbecher 4 entlang direkt in die Verdampferkammer
1, ein anderer Anteil der Frischluft gelangt durch Öffnungen im Boden des Zerstäuberbechers
4 in das Innere des Zerstäuberbechers 4 und zum Mischrad 5. Das rotierende Mischrad
5 dient dazu, die zugeführte Frischluft in die Verdampferkammer 1 umzuleiten, zu verwirbeln
und mit dem verdampften Heizöldampf zu vermischen. Ein solcher Verdampferbrenner kann
wie dargestellt als Sturzbrenner ausgeführt sein, er kann aber auch für jede andere
Einbaulage, beispielsweise auch eine horizontale Einbaulage, konzipiert sein. Er eignet
sich für die Verwendung mit kondensierenden Kesseln wie mit Kesseln anderer Bauart.
[0011] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Steuerung des Verdampferbrenners benützt eine
Prozessgrösse in Form einer aktuellen Temperatur, die vor der Flamme herrscht. Für
deren Messung wird ein Temperaturfühler 15 verwendet, der beispielsweise
- in der Seitenwand 11 oder im Boden 10 der Verdampferkammer 1 angebracht ist und somit
die Temperatur der Verdampferkammer 1 selbst misst,
- innerhalb des ersten der Verdampferkammer 1 zugewandten Drittels des Flammenhalters
6 platziert ist und somit die Temperatur des Luft/Brennstoff Gemisches misst,
- an der Innenwand des Flammenhalters 6 angebracht ist und somit die Temperatur des
Flammenhalters 6 misst.
[0012] Mit Vorteil ist der Temperaturfühler 15, wie in der Fig. 1 dargestellt, in der Seitenwand
11 der Verdampferkammer 1 angebracht.
[0013] Der Verdampferbrenner ist ein modulierbarer Brenner, bei dem die Heizleistung P zwischen
einem Kleinlastwert P
min und einem Nennlastwert P
max stufenlos oder auch in Stufen variiert werden kann. Der Kleinlastwert P
min beträgt typischerweise etwa 30 bis 35% des Nennlastwerts P
max.
[0014] Der Verdampferbrenner ist an einem Heizkessel montiert, dessen Wassertemperatur von
einem Heizungsregler geregelt wird. Der Heizungsregler fordert vom Verdampferbrenner
eine Heizleistung P, die im Bereich zwischen P
min + k * (P
max - P
min) liegt, wobei die Grösse k den Modulationsgrad des Verdampferbrenners bezeichnet
und Werte zwischen 0 und 1 annimmt. Die angeforderte Heizleistung P verändert sich
laufend entsprechend dem aktuellen Wärmebedarf.
[0015] Die Inbetriebsetzung des Brenners umfasst in bekannter Weise das Einschalten der
elektrischen Heizeinrichtung 12 der Verdampferkammer 1. In der Folge steigt die Temperatur
der Verdampferkammer 1 an. Sobald die Temperatur der Verdampferkammer 1 einen vorbestimmten
Wert erreicht hat, wird der Brennraum vorgelüftet, dann die Drehzahl des Gebläses
2 der eingestellten Zündleistung angepasst und schliesslich die Brennstoffzufuhr für
den Brenner gestartet. An der Aussenwand des Flammenhalters 6 entsteht dann durch
eine Zündung die Flamme. In der Folge wird nun die Verdampferkammer 1 durch die von
der Flamme entwickelte Wärme weiter aufgeheizt, so dass die Temperatur der Verdampferkammer
1 weiter ansteigt. Sobald die Temperatur der Verdampferkammer 1 einen vorbestimmten
Wert erreicht hat, wird die elektrische Heizeinrichtung 12 der Verdampferkammer 1
ausgeschaltet.
[0016] Für die erfindungsgemässe Steuerung des Verdampferbrenners, d.h. die Steuerung der
Brennstoffpumpe 13 und des Gebläses 2, werden verschiedene Grössen benötigt, die nun
beschrieben werden, nämlich
- eine Funktion g(P),
- ein Sollwert Ts(P) für die Temperatur der Verdampferkammer 1,
- ein interner Sollwert Tint(t),
- ein Korrekturfaktor K(P), und
- die aktuelle Temperatur der Verdampferkammer 1.
[0017] Diese Grössen hängen von der Heizleistung P und/oder von der Zeit t ab.
[0018] Die Funktion g(P) ist eine Funktion, die angibt, mit welcher Drehzahl das Gebläse
2 drehen muss, wenn der Brenner die Heizleistung P liefern muss. Sie ist so festgelegt,
dass die Temperatur der Verdampferkammer 1 unter idealen Betriebsbedingungen und ohne
Anwendung des Korrekturfaktors K(P) bei der Heizleistung P
min einen vorbestimmten Wert T
VDKmin erreicht, mit zunehmender Heizleistung linear zunimmt und bei der maximalen Heizleistung
P
max einen vorbestimmten Wert T
VDKmax erreicht. In der Praxis hat sich eine Funktion g(P) bewährt, die, wie in der Fig.
2 gezeigt ist, durch zwei Geraden G
1 und G
2 mit unterschiedlicher Steigung darstellbar ist.
[0019] Der Sollwert T
S(P) ist eine nur von der Heizleistung P abhängige Funktion. Die Fig. 3 zeigt die Abhängigkeit
des Sollwerts T
S von der Heizleistung P bzw. vom Modulationsgrad k für einen von der Anmelderin entwickelten
Verdampferbrenner. Der Sollwert T
S ist hier eine lineare Funktion des Modulationsgrades k und beträgt T
S = T
VDK1 beim Modulationsgrad k = 0 (also bei Kleinlast) und T
S = T
VDK2 beim Modulationsgrad k = 1 (also bei Nennlast). Im Beispiel ist T
VDK1 ≈ 450 °C und T
VDK2 ≈ 500 °C. Es ist also

[0020] Der interne Sollwert T
int(t) dient dazu, das effektive Verhalten der Ist-Temperatur der Verdampferkammer 1
nachzubilden. Er ist abhängig vom Betriebsverlauf. Wenn die angeforderte Heizleistung
P plötzlich abrupt ändert, dann ändert der Sollwert T
S(P) ebenso abrupt, während der interne Sollwert T
int(t) dem Sollwert T
S über einen leistungsabhängigen Tiefpass nachgeführt wird. Messungen haben ergeben,
dass der interne Sollwert T
int(t) mit Vorteil entsprechend einer e-Funktion mit einer vorbestimmten, dem Brenner
angepassten Zeitkonstante nachgeführt wird. Ein solches Verhalten kann mathematisch
auf einfache Weise durch die folgende Berechnungsmethode simuliert werden:

wobei die Grösse α so eingestellt ist, dass der Verlauf des internen Sollwerts T
int den Verlauf der Ist-Temperatur der Verdampferkammer 1 bei einer Leistungsänderung
möglichst gut nachbildet. Der interne Sollwert T
int(t) wird mit einer vorbestimmten Frequenz f
1 von beispielsweise 0.1 Hz, d.h. alle 10
[0021] Sekunden, aktualisiert. Die Zeitdauer Δt = t
n+1 - t
n zwischen aufeinander folgenden Zeitpunkten t
n, t
n+1 ist also gleich 1/f
1.
[0022] Der Korrekturfaktor K(P) ist ein Faktor, der dazu dient, Abweichungen vom idealen
Luft/Brennstoffverhältnis zu minimieren. Die Ursachen für solche Abweichungen sind
vielfältig, einerseits sind es äussere Faktoren wie die Witterungsbedingungen (Luftdruck,
Luftfeuchtigkeit, etc.) und innere Faktoren wie der Verschmutzungsgrad der Verdampferkammer,
etc.. Der Korrekturfaktor K wird deshalb im laufenden Betrieb ständig aktualisiert.
Der Korrekturfaktor K ist aus Sicherheitsgründen auf einen vorbestimmten Korrekturbereich
B
1...B
2 beschränkt. Im Beispiel liegt der Korrekturfaktor K im Bereich zwischen B
1 = -0.1 und B
2 = +0.15.
[0023] Die Fig. 4 zeigt die Abhängigkeit des Korrekturfaktors K von der Heizleistung P bzw.
vom Modulationsgrad k. Im Beispiel ist der Korrekturfaktor K eine von der Heizleistung
P bzw. vom Modulationsgrad k linear abhängige Funktion, die gegeben ist durch

[0024] K
1 und K
2 bezeichnen zwei Stützpunktwerte, nämlich K
1 einen Stützpunktwert für Kleinlast und K
2 einen Stützpunktwert für Nennlast.
[0025] Der Korrekturfaktor K(P) wird in einem vorbestimmten Rhythmus aktualisiert, indem
- mittels des Temperaturfühlers 15 die Ist-Temperatur Tist der Verdampferkammer 1 gemessen wird,
- die Differenz ΔT zwischen der Ist-Temperatur Tist und dem internen Sollwert Tint berechnet wird zu ΔT = Tist - Tint, und daraus
- neue Werte für die Stützpunkte K1 und K2 berechnet werden.
[0026] Die Werte K
1, K
2 sind also zeitabhängig. Der Korrekturfaktor K hängt zwar immer von der aktuellen
Heizleistung ab, verändert sich aber im Lauf der Zeit.
[0027] Wenn die Temperaturdifferenz ΔT grösser 0 ist, dann bedeutet dies, dass die Verdampferkammer
1 zu heiss ist. Deshalb soll der Korrekturfaktor K um einen dem Betrag der Temperaturdifferenz
ΔT angemessenen Wert erhöht werden. Dadurch wird die Drehzahl D des Gebläses 2 und
damit die Luftzufuhr erhöht. Wenn die Temperaturdifferenz ΔT kleiner 0 ist, dann bedeutet
dies, dass die Verdampferkammer 1 zu kalt ist. Deshalb soll der Korrekturfaktor K
um einen dem Betrag der Temperaturdifferenz ΔT angemessenen Wert verkleinert werden.
[0028] Die Änderung des Korrekturfaktors K kann auf verschiedene Arten vorgenommen werden.
Eine erste Möglichkeit besteht darin, beide Stützpunktwerte K
1 und K
2 um einen gleichen Wert Δk(ΔT) zu erhöhen oder zu verkleinern, wobei die Funktion
Δk(ΔT) eine vorgegebene Funktion ist. Weil sich störende Veränderungen in den Umgebungsbedingungen
(z.B. Verschmutzung des Heizkessels, etc.) auf den Betrieb bei Kleinlast und bei Grosslast
verschieden auswirken, werden die Korrekturwerte für Kleinlast und Grosslast mit Vorteil
separat nachgeführt. Eine zweite, bevorzugte Möglichkeit besteht deshalb darin, die
beiden Stützpunktwerte um verschieden grosse Werte zu ändern und dies in Funktion
der aktuellen Heizleistung. Die beiden folgenden Gleichungen stellen eine beispielhafte
Möglichkeit dar:

wobei die Grösse β eine Konstante mit der Masseinheit 1/°C ist. In Versuchen hat sich
folgende Aufteilung bewährt:

wobei die Grösse γ eine Konstante ist. Die Fig. 5 illustriert die Funktionen h
1(k) und h
2(k) gemäss den Gleichungen 6 und 7. Die Fig. 6 und Fig. 7 illustrieren weitere Beispiele
von geeigneten Funktionen h
1(k) und h
2(k), mit denen die beim Betrieb des Verdampferbrenners beim Modulationsgrad k ermittelte
Temperaturdifferenz ΔT in Änderungen der Stützpunktwerte K
1 und K
2 aufgeteilt werden kann.
[0029] Falls K
1(t
n+1) kleiner als der Wert B
1 ist, wird K
1(t
n+1) = B
1 gesetzt, falls K
1(t
n+1) grösser als der Wert B
2 ist, wird K
1(t
n+1) = B
2 gesetzt. Auf analoge Weise wird der Stützpunktwert K
2(t
n+1) auf Werte innerhalb des vorgegebenen Bereichs B
1...B
2 begrenzt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Korrekturfaktor K innerhalb des vorgegebenen
Bereichs B
1...B
2 liegt.
[0030] Der aktualisierte Korrekturfaktor K(t
n+1) ergibt sich dann zu

[0031] Die beiden Stützpunktwerte K
1 und K
2 werden wie der interne Sollwert T
int als zeitabhängige Parameter geführt und periodisch, allerdings mit unterschiedlicher
Frequenz, neu berechnet. Die Aktualisierung des Korrekturfaktors K kann entfallen,
wenn die gemessene Temperaturdifferenz ΔT kleiner als eine minimale Temperaturdifferenz
ΔT
min ist, unterhalb der Korrekturen des Korrekturfaktors K keinen Sinn machen, da die
Messgenauigkeit des Temperaturfühlers 15 nur bei etwa 2.5 °C liegt.
[0032] Somit erfolgt der Betrieb des Verdampferbrenners wie folgt:
- Die Brennstoffpumpe 13 fördert eine Brennstoffmenge entsprechend der aktuell vom Heizungsregler
angeforderten Heizleistung P(t).
- Das Gebläse 2 dreht mit einer Drehzahl D, die durch die Funktion D = g(P) * [1 + K(P)]
gegeben ist.
- Der Korrekturfaktor K(P) wird während des Betriebs immer wieder, vorzugsweise periodisch,
aktualisiert.
[0033] Die Fig. 8 zeigt in einem Diagramm vier Kurven 16 bis 19. Die Kurve 16 zeigt den
Verlauf des von der vom Heizungsregler angeforderten Heizleistung P(t) abhängigen
Sollwerts T
S(P(t)) für die Temperatur der Verdampferkammer 1 (Fig. 1), die Kurve 17 zeigt den
Verlauf des internen Sollwerts T
int(t), die Kurve 18 zeigt den Verlauf der vom Temperaturfühler 15 gemessenen Ist-Temperatur
der Verdampferkammer 1 und die Kurve 19 zeigt den Verlauf der Drehzahl D(t) des Gebläses
2. Auf der Abszissenachse ist die Zeit t dargestellt, auf der Ordinatenachse die Temperatur
T. Bei diesem Beispiel wird der Korrekturfaktor K(P) im Takt von 15 Minuten aktualisiert.
Der durch die in der Fig. 8 dargestellten Kurven illustrierte Betrieb des Verdampferbrenners
ist folgender:
Zeitpunkt t0 = 0: Der Verdampferbrenner wird eingeschaltet, wobei für die Zündung die Heizleistung
Pmax angefordert wird. Der Sollwert TS(Pmax) ist ein konstanter Wert, wie dies die Kurve 16 illustriert. Das Gebläse 2 dreht
vorerst mit der Drehzahl D1 = g(Pmax) * [1 + K(Pmax)]. Der interne Sollwert Tint(t) nimmt kontinuierlich zu und erreicht nach etwa 20 Minuten den Sollwert TS(Pmax). Die Ist-Temperatur (Kurve 18) steigt schneller an als der interne Sollwert Tint(t) und überschwingt.
[0034] Am Zeitpunkt t
1 = 15 Min. erfolgt die erste Aktualisierung des Korrekturfaktors K(P). Weil die Temperaturdifferenz
ΔT = T
ist - T
int > 0 und weil der Brenner bei Nennlast P
max läuft, bewirkt die Temperaturdifferenz ΔT nur eine Erhöhung des Stützpunktwertes
K
2, während der Stützpunktwert K
1 nicht geändert wird. Der Korrekturfaktor K(P
max) wird also grösser und die Drehzahl D des Gebläses wird auf den Wert D
2 erhöht.
[0035] Am Zeitpunkt t
2 = 30 Min. erfolgt die zweite Aktualisierung des Korrekturfaktors K(P). Weil die Temperaturdifferenz
ΔT = T
ist - T
int > ΔT
min > 0 ist, wird der Korrekturfaktor K(P
max) nochmals grösser und die Drehzahl D des Gebläses wird auf den Wert D
3 erhöht.
[0036] Am Zeitpunkt t
3 = 45 Min. erfolgt die dritte Aktualisierung des Korrekturfaktors K(P). Weil die Temperaturdifferenz
ΔT = T
ist - T
int < ΔT
min ist, erfolgt keine Änderung des Korrekturfaktors K(P). Die Drehzahl D des Gebläses
bleibt somit beim Wert D
3.
[0037] Die Fig. 9 zeigt in einem Diagramm den Verlauf der drei Kurven 16 bis 18 während
einer späteren Betriebsphase, während der die vom Heizungsregler angeforderten Heizleistung
P immer wieder ändert. Der Verlauf der Drehzahl D(t) des Gebläses 2 ist hier nicht
dargestellt. Der Korrekturfaktor K(P) wird immer noch im Rhythmus von 15 Minuten aktualisiert.
Weil die Temperaturdifferenz ΔT = T
ist - T
int aber meistens kleiner als ΔT
min ist, erfolgt nur an den beiden mit einem Pfeil angezeigten Zeitpunkten eine Änderung
des Korrekturfaktors K(P) und damit eine Änderung der Drehzahl D des Gebläses 2.
[0038] Die Aktualisierung des Korrekturfaktors K erfolgt gemäss vorgegebenen Kriterien,
bevorzugt unabhängig vom Betriebszustand des Brenners periodisch mit der Frequenz
f
2, im Beispiel in einem Takt von 15 Minuten, wie oben beschrieben. Die Aktualisierung
kann aber auch beim Auftreten gewisser Ereignisse oder auch aperiodisch erfolgen.
[0039] Der Korrekturfaktor K(P) wird wie beschrieben laufend aktualisiert und gespeichert.
Er bleibt erhalten, auch wenn der Verdampferbrenner ausgeschaltet wird. Beim nächsten
Start des Verdampferbrenners dient der gespeicherte Korrekturfaktor K(P) als Ausgangswert.
[0040] Die obige Beschreibung betraf den Normalfall. Es kommen im Betrieb aber auch spezielle
Situationen vor, bei denen mit Vorteil spezifische Massnahmen ergriffen werden.
a) Flammenausfall
[0041] Es kommt ab und zu vor, insbesondere bei der ersten Inbetriebnahme des Brenners,
dass die Flamme im Betrieb des Brenners wieder erlischt. Falls die aktuelle, vom Temperaturfühler
15 gemeldete Temperatur der Verdampferkammer 1 grösser ist als der interne Sollwert
T
int, dann bedeutet dies, dass der Brenner mehr Luft benötigt. In diesem Fall werden die
Stützpunktwerte K
1 und K
2 um einen vorbestimmten Wert, beispielsweise um 0.02, erhöht.
b) Ausschalten der gesamten Heizungsanlage
[0042] Wenn die Heizungsanlage ausgeschaltet wird, sei es weil der Kaminfeger vorbeikommt
oder ein Brennerservice durchgeführt wird oder auch weil die Heizungsanlage in der
Sommerzeit nicht benötigt wird, dann wird der Korrekturfaktor K, d.h. hier die Stützpunktwerte
K
1 und K
2, automatisch auf 0 zurückgesetzt.
c) Korrektur bei stark schwankender Heizleistung
[0043] Wenn der Brenner nicht stabil läuft, was sich als erhebliche Schwankungen der Heizleistung
bemerkbar macht, ist es vorteilhaft, keine oder eine gegenüber dem Normalfall geringere
Änderung am Korrekturfaktor K vorzunehmen. Die Aktualisierung des Korrekturfaktors
K erfolgt in einem festen Takt an vorbestimmten Zeitpunkten. Wenn die Variation der
Heizleistung seit dem letzten Zeitpunkt bis zum neuen Zeitpunkt einen vorbestimmten
Wert überschreitet, dann wird der Korrekturfaktor K nicht oder nur zum Teil aktualisiert.
[0044] Bisher wurde davon ausgegangen, dass die für die Berechnung der Dosierfrequenz der
Brennstoffpumpe 13 (Fig. 1) und der Drehzahl des Gebläses 2 angenommene Heizleistung
P auch wirklich vorliegt. Es ist aber möglich, dass aufgrund von Temperaturschwankungen,
Alterungserscheinungen oder falschen Einstellungen die geförderte Brennstoffmenge
nicht mit der angenommenen Brennstoffmenge übereinstimmt. In einem solchen Fall stimmt
daher das Brennstoff/Luft Verhältnis nicht mehr. Die vorher beschriebene Steuerung
korrigiert zwar die Gebläsedrehzahl, bis die Temperatur den Sollwert erreicht. Da
dieser Sollwert aber von einer falsch angenommenen Leistung abgeleitet wurde, wird
das Brennstoff/Luft Verhältnis zwar verbessert, stimmt aber noch nicht genau. Eine
falsche Heizleistung hat Einfluss auf die Emissionen: zu hohe Leistung bei Nennlast
führt zu erhöhten NO
x-Werten, zu tiefe Leistung bei Kleinlast führt zu erhöhten CO-Werten. Es ist im Sinne
einer sauberen Verbrennung, wenn die aktuelle Heizleistung mit der angenommenen Heizleistung
P übereinstimmt. Es wurde nun festgestellt, dass bestimmte Prozessgrössen nach der
Flamme im wesentlichen von der tatsächlich vorliegenden Heizleistung und nur geringfügig
vom Luftüberschuss abhängig sind. Diese Prozessgrössen eignen sich deshalb für die
Korrektur der Heizleistung. Geeignete Prozessgrössen sind
- das lonisationssignal eines ohnehin vorhandenen Ionisationsfühlers 20 (Fig. 1),
- die Temperatur der Flamme,
- die Temperatur in dem dem Gebläse 2 zugewandten Drittel des Brennraums.
[0045] Die Brennstoffpumpe 13 ist beispielsweise eine Schwingkolbenpumpe. Bei einer solchen
Pumpe ist die geförderte Brennstoffmenge proportional zur Arbeitsfrequenz, der sogenannten
Dosierfrequenz F. Die Dosierfrequenz F wird daher eingestellt gemäss der Gleichung

[0046] Der Faktor δ wird bei geeigneter Gelegenheit überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Die Aktualisierung vom aktuellen Wert δ auf den neuen Wert δ
neu erfolgt gemäss der folgenden Gleichung

wobei der Wert S
ist der aktuelle Wert der ausgewählten Prozessgrösse und S
S der Sollwert der ausgewählten Prozessgrösse ist und wobei die Grösse λ ein konstanter
Faktor ist. Die Aktualisierung des Faktors δ erfolgt bevorzugt, wenn der Verdampferbrenner
stabil bei Kleinlast P
min läuft, weil bei Kleinlast die Abhängigkeit der erwähnten Prozessgrössen vom Luftüberschuss
am geringsten und die Empfindlichkeit der erwähnten Prozessgrössen am grössten ist.
[0047] Durch die Steuerung der Drehzahl D des Gebläses 2 basierend auf der erfindungsgemässen
Nachführung des Korrekturfaktors K(P) wird eine optimale Verdampfung und Verbrennung
des Brennstoffs erreicht. Die Verbrennung wird weiter optimiert, wenn auch die Förderleistung
der Brennstoffpumpe 13 ab und zu überprüft und gegebenenfalls nachgeführt wird.
1. Verfahren zum Steuern eines Verdampferbrenners, dessen Heizleistung P zwischen einem
Minimalwert P
min und einem Nennwert P
max modulierbar ist, wobei ein übergeordneter Regler eine Heizleistung P anfordert, wobei
der Verdampferbrenner eine Verdampferkammer (1), eine Brennstoffpumpe (13) für die
Förderung des Brennstoffs, ein Gebläse (2) für die Förderung der Verbrennungsluft,
dessen Drehzahl D steuerbar ist, einen Zerstäuberbecher (4), ein Mischrad (5) und
einen Flammenhalter (6) aufweist, wobei die Verdampferkammer eine zum Flammenhalter
hin offene Kammer mit einem Boden (10) und einer Seitenwand (11) ist, und wobei bei
dem Verfahren mittels einer Brennstoffpumpe eine Brennstoffmenge entsprechend der
aktuell angeforderten Heizleistung P dem Zerstäuberbecher zugeführt und die Drehzahl
D des Gebläses gesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Drehzahl D des Gebläses gesteuert wird gemäss einer Funktion D = g(P) * (1 +
K), wobei g(P) eine von der Heizleistung P abhängige vorgegebene Funktion und K ein
veränderbarer Korrekturfaktor ist,
- dass der Korrekturfaktor K gemäss vorgegebenen Kriterien aktualisiert wird,
- dass ein interner Sollwert Tint geführt wird, und
- dass entweder die Temperatur der Verdampferkammer oder die Temperatur des Luft/Brennstoff
Gemisches im Bereich desjenigen Drittels des Flammenhalters, der der Verdampferkammer
zugewandt ist, oder die Temperatur der Innenwand des Flammenhalters und der interne
Sollwert Tint für die Aktualisierung des Korrekturfaktors K benützt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturfaktor K eine von der Heizleistung P abhängige Funktion ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der interne Sollwert Tint mit einer vorbestimmten Frequenz aktualisiert wird, wobei für die Aktualisierung
der aktuelle Wert des internen Sollwerts Tint und die aktuell angeforderte Heizleistung P massgebend sind, und
- dass für die Aktualisierung des Korrekturfaktors K die Differenz zwischen der genannten
Temperatur und dem internen Sollwert Tint massgebend ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Flammenausfall im Betrieb der Korrekturfaktor K um einen vorbestimmten
Wert erhöht wird, falls die genannte Temperatur grösser ist als der interne Sollwert
Tint.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Brennstoffpumpe geförderte Brennstoffmenge ab und zu aktualisiert wird,
wobei für die Aktualisierung eine Prozessgrösse nach der Flamme benützt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozessgrösse nach der Flamme das gemittelte oder gefilterte lonisationssignal
eines Ionisationsfühlers ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktualisierung der von der Brennstoffpumpe geförderten Brennstoffmenge erfolgt,
wenn der Verdampferbrenner bei der minimalen Heizleistung Pmin läuft.