[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zur Verlängerung der Nutzungsdauer
einer Prozesslösung, die bei der chemisch-reduktiven Metallabscheidung verwendet wird.
Die chemisch-reduktive Metallabscheidung wird genutzt, um Werkstücke mit einem Metallüberzug
(Cu, Ni, Ag oder Au) zu überziehen.
[0002] Für die chemisch-reduktive Metallabscheidung von Nichteisen-Metallen (NE-Metallen)
auf der Oberfläche eines Basismaterials (z. B. Metall oder vorbehandelter Kunststoff)
kann beispielhaft für die Nickelabscheidung die folgende, stark vereinfachte, Reaktionsgleichung
aufgestellt werden:
3NaH
2PO
2+ 3 H
2O + NiSO
4 → 3 NaH
2PO
3 +H
2SO
4 +Ni +2 H
2 (Gleichung 1)
[0003] Bei der chemisch-reduktiven Metallabscheidung werden Reduktionsmittel (hier NaH
2PO
2) und Metallionen des Beschichtungsmetalls (hier Ni
2+) verbraucht und es werden gleichzeitig äquivalent zur abgeschiedenen Metallmenge
als Umsetzungsprodukte das oxidierte Reduktionsmittel (hier NaH
2PO
3) sowie Protonen gebildet, wobei diese den pH-Wert in der Prozesslösung erniedrigen.
[0004] Bedingt durch zahlreiche Nebenreaktionen werden für die Abscheidung von einem Mol
Nickel ca. 3,3 mol des Reduktionsmittels benötigt. Dabei wird auch elementarer Phosphor,
der durch Nebenreaktionen aus dem Reduktionsmittel gebildet wird, in die entstehende
Metallschicht einlegiert.
[0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt die Nachdosierung des Reduktionsmittels und der
Metallionen des Beschichtungsmetalls durch die Zugabe der entsprechenden Salze und
die Einstellung des pH-Werts durch Zugabe von Laugen in die Prozesslösung. Durch den
Prozess der Metallabscheidung, der pH-Wert-Einstellung, der Nachdosierung der verbrauchten
Komponenten und durch Abtrag von Basismaterial reichern sich Fremdstoffe in der Prozesslösung
an, die den Prozess der Metallabscheidung stören und die Qualität der erzeugten Schichten
negativ beeinflussen. Zur Entfernung der Fremdstoffe erfolgt in der Regel ein Teilverwurf
der Prozesslösung, wobei deren abwassertechnische Behandlung wegen der komplexen Zusammensetzung
problematisch ist.
[0006] Die gebräuchliche Maßeinheit für die Nutzungsdauer der Prozesslösung ist der Metalldurchsatz
MTO (= "Metal-Turn-Over"). Dabei wird von 1 MTO gesprochen, wenn der Metallgehalt
der Prozesslösung einmal umgesetzt und erneut zugegeben wird. Nach dem Stand der Technik
geht die Druckspannung in der Nickel-Phosphor-Schicht nachteilig bereits nach 2 bis
4,5 MTO in eine Zugspannung über und daher ist die Nutzungsdauer der Prozesslösung
meist auf 5 MTO begrenzt.
[0007] Zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer Prozesslösung zur chemisch-reduktiven Nickelabscheidung
ist es erforderlich, die eingetragenen Fremdstoffe mittels geeigneter Verfahren abzutrennen.
Hierzu werden verschiedene Verfahren vorgeschlagen:
[0008] Bereits 1953 wurden in
US 2,726,968 und
US 2,726,969 Regenerierverfahren beschrieben, bei denen ein schwachbasisches mit Phosphinsäure
aktiviertes Anionenaustauschermaterial für die Regenerierung von Prozesslösungen für
die chemisch-reduktive Nickelabscheidung verwendet wird. Dadurch soll Orthophosphit
aus der Prozesslösung abgetrennt und Hypophosphit in die Prozesslösung abgegeben werden.
Die schwachbasischen Anionenaustauschermaterialien werden direkt mit Prozesslösung
beaufschlagt, weshalb der pH-Wert der Prozesslösung den Wert pH 5 nicht übersteigen
darf, da andernfalls das schwachbasische Anionenaustauschermaterial aus der Hypophosphit-Beladung
wieder in die Form der freien Base überführt wird, die nicht zum Ionenaustausch befähigt
ist. Eine Abtrennung von störenden Kationen erfolgt bei diesem Verfahren nicht. Die
Nachdosierung der Metallionen erfolgt durch Zugabe von Nickelsalzen, wobei nach
US 2,726,969 durch den Einsatz basischer Nickelsalze wie Nickelhydroxid oder Nickelcarbonat gleichzeitig
eine pH-Wert-Einstellung ohne den Einsatz von weiteren Laugen erreicht werden soll.
Der Einsatz dieser schwerlöslichen Verbindungen hat jedoch den Nachteil, dass durch
sie die Prozesslösung mit Feststoffen kontaminiert wird, die in die abgeschiedenen
Metallschichten eingebaut werden können und damit deren Eigenschaften negativ beeinflussen.
Diese Verfahren haben sich in der Praxis nicht durchgesetzt, da insbesondere die Verwendung
von Phosphinsäure zur Aktivierung des Anionenaustauschers deren Wirtschaftlichkeit
belastet.
[0009] DD 36 889 offenbart ein Verfahren zur kontinuierlichen Regenerierung von sauren Lösungen für
das chemische Vernickeln, bei dem die Lösung über eine Kombination aus einem Nickel-beladenen
schwachsauren Kationenaustauscher und einem Hypophosphit-beladenen, (schwach bis)
mittelstark basischen Anionenaustauscher geleitet wird. Der schwachsaure Kationenaustauscher
soll zur Einstellung des pH-Wertes und zur Nachdosierung von Nickelionen eingesetzt
werden, während der schwach bis mittelstark basische Anionenaustauscher für die Nachdosierung
von Hypophosphit und die Abtrennung von Orthophosphit genutzt werden soll. Dabei werden
der schwachsaure Kationenaustauscher und der (schwach bis) mittelstark basische Anionenaustauscher
mit aufeinander abgestimmter Kapazität in Reihe geschaltet.
[0010] Die Überwachung der Funktionsfähigkeit des Kationenaustauschers soll in
DD 36 889 über die Färbung des schwachsauren Kationenaustauscherharzes erfolgen. Sobald diese
von grün (Nickel-Beladung) in ein gelbliches Weiß (unbeladener Austauscher) umgeschlagen
ist, sollen die Austauscher regeneriert werden. Dieser Farbwechsel des schwachsauren
Kationenaustauscherharzes ist für die Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Ionenaustauscher
sehr schlecht nutzbar, da eine Prozesslösung zur chemisch-reduktiven Nickelabscheidung
selbst intensiv grün gefärbt ist.
[0011] Bei der Regeneration des schwach bis mittelstark basischen Anionenaustauschers soll
in
DD 36 889 die Überführung in die Hypophosphitbeladung durch Aufgabe einer Hypophosphit-Lösung
auf den zuvor mit Chlorid beladenen Anionenaustauscher erfolgen. Bei einem schwach
bis mittelstark basischen Anionenaustauscher in der Chlorid-Beladung ist ein Austausch
von Chlorid gegen Hypophosphit jedoch nicht möglich, da Chlorid vom Austauscher fester
gebunden wird als Hypophosphit und sogar Orthophosphit.
[0012] Durch die in
DD 36 889 beschriebene Schaltung - schwachsaurer Kationenaustauscher vor schwach bis mittelstark
basischem Anionenaustauscher - erfolgt durch den schwachsauren Kationenaustauscher
eine Anhebung des pH-Wertes auf pH-Werte über pH 5. Nachdem ein schwach bis mittelstark
basischer Anionenaustauscher nur in einem pH-Bereich kleiner pH 4 in vollem Umfang
arbeitsfähig ist, erfolgt durch die in
DD 36 889 beschriebene Vorschaltung eines schwachsauren Kationenaustauschers und die dadurch
bewirkte Verschiebung des pH-Wertes eine unkontrollierte Abgabe von Anionen, die am
schwachbasischen Anionenaustauscher gebunden waren.
[0013] Im Verfahren nach
DD 36 889 wird der Einsatz eines starksauren Kationenaustauschers ausgeschlossen, da durch
diesen der pH-Wert der Lösung zu stark abgesenkt und dies zu keinen optimalen Abscheidebedingungen
führen würde. In der Lösung anwesende Sulfat- oder Chlorid-Ionen würden den zweiten
Teil der in
DD 36 889 beschriebenen Regenerierungsanlage, der den Haushalt der Hypophosphit- und Orthophosphit-Ionen
regelt, stören.
[0014] Wegen der beschriebenen Defizite konnte sich das in
DD 36 889 beschriebene Regenerierverfahren in der betrieblichen Praxis nicht durchsetzen.
[0015] Die Aufgabe der Erfindung ist es, Verfahren und Vorrichtungen anzugeben, mit denen
die Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallbeschichtung
verlängert werden kann.
[0016] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer
Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung, bei dem die bei der Metallabscheidung
verbrauchten Metallionen des Beschichtungsmetalls nachdosiert und der pH-Wert in der
Prozesslösung eingestellt werden. Die Nachdosierung der Metallionen und die pH-Wert-Einstellung
erfolgt mit Hilfe mindestens eines schwachsauren Kationenaustauschers, der mit Ionen
des Beschichtungsmetalls beladen ist. Dazu wird der pH-Wert in der Prozesslösung überwacht
und bei Absinken des pH-Wertes der Prozesslösung ein Teil der Prozesslösung, gegebenenfalls
nach Verdünnung, durch den schwachsauren Kationenaustauscher
14 geleitet. Die durch den schwachsauren Kationenaustauscher
14 aufbereitete Lösung wird der Prozesslösung direkt wieder zugeführt.
[0017] Über die Kontrolle des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
14 wird die Funktionsfähigkeit des schwachsauren Kationenaustauschers überwacht, wobei
bei Annäherung des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers an den
pH-Wert der Prozesslösung der Kationenaustauscher für einen erneuten Einsatz wieder
mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladen wird.
[0018] Es wurde gefunden, dass mit Hilfe des schwachsauren Kationenaustauschers parallel
zur Nachdosierung der Metallionen auch der pH-Wert einer sauren Prozesslösung eingestellt
werden kann. Dies wird dadurch erreicht, dass der schwachsaure Kationenaustauscher,
wenn er mit der Prozesslösung in Kontakt kommt, die bei der Metallabscheidung entstehenden
H
+-Ionen bindet. Damit erübrigt sich in vorteilhafter Weise die nach dem Stand der Technik
notwendige Zugabe von Laugen und Metallsalzen in die Prozesslösung, um die H
+-Ionen zu binden und die verbrauchten Metallionen nachzudosieren.
[0019] Durch die Nachdosierung der Ionen des Beschichtungsmetalls ohne störende Gegenionen
und die pH-Wert-Einstellung ohne Laugenzugabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
mit dem schwachsauren Kationenaustauscher der Salzeintrag in die Prozesslösung erheblich
reduziert. Durch dieses einfache Verfahren, bei dem eine herkömmliche Anlage zur chemisch-reduktiven
Metallabscheidung lediglich mit dem erfindungsgemäßen schwachsauren Kationenaustauscher
ergänzt werden muss, kann die Nutzungsdauer der Prozesslösung deutlich verlängert
werden.
[0020] Die Lösung ist durch den schwachsauren Kationenaustauscher mit Ionen des Beschichtungsmetalls
angereichert. Die Gefahr der unerwünschten Metallabscheidung aus derart angereicherten
Lösungen ist groß, insbesondere dann, wenn eine ausreichende Menge an Reduktionsmittel
vorhanden ist.
[0021] Durch das erfindungsgemäße direkte Einleiten der durch den schwachsauren Kationenaustauscher
aufbereitenden (und mit Ionen des Beschichtungsmetalls angereicherten) Lösung in die
Prozesslösung wird eine unerwünschte Metallabscheidung minimiert.
[0022] In Abhängigkeit vom zu erwünschten Phosphorgehalt (2,5 % bis über 15 %) in der abgeschiedenen
Metallschicht wird der pH-Wert der Prozesslösung auf einen SOLL-Wert von pH 3 bis
pH 6. eingestellt. Dabei steigt der Phosphorgehalt der abgeschiedenen Metallschicht
mit der H+-Ionen-Konzentration in der Prozesslösung. Sobald der pH-Wert der Prozesslösung
während der Metallabscheidung um 0,1 bis maximal 1 pH-Einheiten unter den SOLL-Wert
abgesunken ist, wird mit der Aufgabe der Prozesslösung, gegebenenfalls nach Verdünnung,
auf den schwachsauren Kationenaustauscher, der mit Ionen des Beschichtungsmetalls
beladen ist, begonnen.
[0023] Die Überwachung der Funktionsfähigkeit des schwachsauren Kationenaustauschers erfolgt
durch die Kontrolle des pH-Wertes im Zulauf (oder in der aufzugebenden Lösung) und
im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers. Die Kapazität des schwachsauren
Kationenaustauschers ist erschöpft, sobald sich der pH-Wert im Ablauf des Austauschers
dem des Zulaufs nahezu angeglichen hat (Differenz < 0,2 pH-Einheiten).
[0024] Am Ende der Nutzungsperiode, d. h. beim Erschöpfen der Kapazität der Ionenaustauschersäule,
kann das Ionenaustauschermaterial ausgewechselt oder der Fluss der Prozesslösung auf
einen anderen Kationenaustauscher umgeleitet werden.
[0025] Durch den Vergleich des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
mit dem pH-Wert der Prozesslösung kann erfindungsgemäß das Ende der Nutzungsperiode
des schwachsauren Kationenaustauschers bestimmt werden, bevor der pH-Wert und der
Gehalt an Ionen des Beschichtungsmetalls in der Prozesslösung den Toleranzbereich
des Verfahrens verlässt. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es daher den Gehalt
an Ionen des Beschichtungsmetalls und den pH-Wert der Prozesslösung nahezu konstant
zu halten.
[0026] Durch die nahezu konstanten Prozessbedingungen bei der chemisch-reduktiven Metallbeschichtung
wird erfindungsgemäß eine besonders gleichmäßige Abscheidung des Metalls auf dem zu
beschichteten Werkstück erreicht.
[0027] Unter dem Begriff Ionenaustauscher wird im Sinne der vorliegenden Erfindung jeweils
eine Vorrichtung verstanden, die z. B. in Form einer Säule, Kolonne oder Filterkammer
entweder teilweise oder vollständig mit einem Ionenaustauschermaterial gefüllt ist.
Es werden organische oder anorganische Ionenaustauschermaterialien eingesetzt, wobei
diese funktionelle Gruppen besitzen, die zum Ionenaustausch befähigt sind. Die Ionenaustauschermaterialien
können fest oder flüssig sein. Entsprechend der Struktur der funktionellen Gruppen
des eingesetzten Ionenaustauschermaterials kann der Ionenaustauscher näher charakterisiert
werden, z.B. als starksaurer bzw. schwachsaurer Kationenaustauscher oder als schwachbasischer
bzw. starkbasischer Anionenaustauscher. Die vom Ionenaustauscher gebundenen Stoffe
können durch Regeneration wieder von den funktionellen Gruppen entfernt werden, wobei
die Regeneration im Gleich- oder Gegenstrom möglich ist.
[0028] Unter einer verdünnter Prozesslösung wird im nachfolgenden Text eine Prozesslösung
verstanden die (z. B. durch Mischen mit der Spüllösung) auf einen Gehalt von 5 % bis
90 % der Konzentration der Prozesslösung, vorzugsweise 10 bis 50 %, verdünnt wird.
Durch das auf die Metallbeschichtung folgende Spülen des beschichteten Werkstücks
werden Inhaltsstoffe der Prozesslösung in die Spüllösung ausgeschleppt. Dadurch gelangen
auch Fremdstoffe, wie das oxidierte Reduktionsmittel, die Gegenionen des Reduktionsmittels,
in der Regel Na
+, und andere störende Ionen in die Spüllösung. Die Spüllösung stellt somit auch eine
verdünnte Prozesslösung dar, aus der die Fremdstoffe entfernt werden können. Im weiteren
Text schließt daher der Begriff verdünnte Prozesslösung die Spüllösung mit ein.
[0029] Die Nachdosierung der bei der Metallabscheidung verbrauchten Metallionen des Beschichtungsmetalls
erfolgt durch Aufgabe der Prozesslösung oder einer verdünnten Prozesslösung auf einen
schwachsauren Kationenaustauscher, der mit den Kationen des Beschichtungsmetalls beladen
ist. Dieser gibt Metallionen in die Prozesslösung ab. Vorteilhaft werden dadurch keine
störenden Gegenionen in die Prozesslösung eingebracht.
[0030] Erstaunlicherweise lässt sich die Prozesslösung direkt mit Ionenaustauschermaterialien
in Kontakt bringen, ohne dass dies zu einer nennenswerten Metallabscheidung auf den
Materialien führt. Erreicht werden kann dies durch eine Abkühlung der Prozesslösung
auf Temperaturen < 60 °C vor Aufgabe auf die Ionenaustauscher. Alternativ kann die
Metallabscheidung auf den Ionenaustauschermaterialien vermieden werden, in dem eine
verdünnte Prozesslösung auf die Ionenaustauschermaterialien aufgegeben wird. Bevorzugt
wird die Prozesslösung (gegebenenfalls nach Verdünnung) mit einer Durchflussgeschwindigkeit
unter 20 m/h, besonders bevorzugt unter 10 m/h, auf den oder die Ionenaustauscher
gegeben.
[0031] Der Volumenstrom an Prozesslösung V̇
P, der zur Einstellung der gewünschten Konzentration c
F,g über den Regenerator geführt wird, lässt sich gemäß Gleichung 2 berechnen, die für
den stationären Zustand gültig ist.

[0032] Dessen Wert werden durch den Fremdstoffeintrag in die Prozesslösung (ṁ
F), die Fremdstoffkonzentrationen im Zulauf (c
F,z) und im Ablauf (c
F,R) der Reinigungsvorrichtung sowie durch Rückführgrad der ausgeschleppten Komponenten
(γ
R) bestimmt. Der Massenstrom des Fremdstoffeintrags lässt sich über die Stöchiometrie
aus der abgeschiedenen Nickelmenge bestimmen. Der Rückführgrad ist davon abhängig,
welcher Anteil der Spüllösung zum Ausgleich der Verdunstungsverluste in den Beschichtungsbehälter
überführt wird, und kann zwischen 0 und 1 liegen.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die oben beschriebene Nachdosierung
der Ionen des Beschichtungsmetalls mit einem Verfahren kombiniert, bei dem störende
Kationen, die sich bei der Metallabscheidung in der Prozesslösung anreichern, mit
Hilfe mindestens eines starksauren Kationenaustauschers abgetrennt werden, der zuvor
mit Protonen beladenen wurde.
[0034] Vorzugsweise wird diese Abtrennung der störenden Kationen zeitweise bei Bedarf in
einem speziellen Reinigungsprozess durchgeführt. Dieser dient im Wesentlichen der
Entfernung von Kationen, die bei der Metallabscheidung aus dem Basismaterial in die
Prozesslösung eingetragen werden. Hierzu wird die Prozesslösung mit einem starksauren
Kationenaustauscher in Kontakt gebracht, der zuvor mit Protonen beladen wurde.
[0035] Bei diesem Reinigungsvorgang werden aber auch die in der Prozesslösung enthaltenen
Ionen des abzuscheidenden Metalls entfernt und Protonen in die Prozesslösung eingetragen.
Die Kationen des Beschichtungsmetalls müssen anschließend nachdosiert und die bei
der Reinigung der Prozesslösung eingetragenen Protonen wieder entfernt werden. Um
die Kationen des Beschichtungsmetalls wieder nutzen zu können, wird das Eluat, das
bei der Regenerierung des starksauren Kationenaustauschers anfällt, nach einer pH-Einstellung
für die Beladung des schwachsauren Kationenaustauschers mit den Kationen des Beschichtungsmetalls
eingesetzt.
[0036] Vorzugsweise werden die Ionen des Beschichtungsmetalls durch einen schwachsauren
Kationenaustauscher, der mit den entsprechenden Kationen des Beschichtungsmetalls
beladen ist, nachdosiert. Gleichzeitig bindet dieser die Protonen, die durch den Reinigungsprozess
in die Prozesslösung eingetragen wurden.
[0037] Eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Erfindung ist ein Verfahren zur Verlängerung
der Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung,
bei dem das bei der Metallabscheidung verbrauchte Reduktionsmittel sowie die Metallionen
des Beschichtungsmetalls nachdosiert und der pH-Wert in der Prozesslösung eingestellt
werden, wobei störende Kationen und Anionen, die sich bei der Metallabscheidung in
der Prozesslösung anreichern, mit Hilfe von Ionenaustauschprozessen aus der Prozesslösung
oder einer verdünnten Prozesslösung entfernt werden. Zur Abtrennung störender Kationen
wird hierzu mindestens ein starksaurer Kationenaustauscher eingesetzt, der zuvor mit
Protonen beladen wurde, während der schwachbasische Anionenaustauscher zur Abtrennung
der störenden Anionen durch Protonen in die protonierte Form überführt wird. Vorzugsweise
werden dazu die Protonen verwendet, die der starksaure Kationenaustauscher, wie oben
beschrieben abgibt, wenn er störende Kationen bindet.
[0038] Bevorzugt wird bei diesem Verfahren das Reduktionsmittel in Form eines wasserlöslichen
Salzes, vorzugsweise Natriumhypophosphit (NaH2P02), oder einer entsprechenden Lösung
direkt in die Prozesslösung oder in eine verdünnte Prozesslösung nachdosiert.
[0039] Die Abtrennung der störenden Anionen über den schwachbasischen Anionenaustauscher
und der störenden Kationen über den starksauren Kationenaustauscher erfolgt bevorzugt
aus einer verdünnten Prozesslösung. Vorzugsweise werden dabei durch den starksauren
Kationenaustauscher die störenden Kationen und durch den schwachbasischen Anionenaustauscher
die störenden Anionen aus dem Spülsystem abgetrennt. Nachdem durch den starksauren
Kationenaustauscher neben den kationischen Verunreinigungen aus Basismaterial aber
auch die in die Spüllösung ausgeschleppten Kationen des Beschichtungsmetalls abgetrennt
werden, muss der starksaure Kationenaustauscher häufiger regeneriert werden, als wenn
er Bestandteil eines separaten Hilfskreislaufes einer Membranelektrolysezelle wäre.
Die so gereinigte Spüllösung wird zum Ausgleich von den bei der Metallabscheidung
auftretenden Verdunstungsverlusten in die Prozesslösung zurückgeführt.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das oben beschriebene Verfahren
zur Abtrennung von störenden Anionen bzw. störender Kationen aus einer verdünnten
Prozesslösung (bzw. Spüllösung) mit der weiter oben beschriebenen pH-Wert-Einstellung
und Nachdosierung der Metallionen mit Hilfe des Metallionenbeladenen schwachsauren
Kationenaustauschers kombiniert.
[0041] Vorzugsweise erfolgt die Zuführung der Metallionen des Beschichtungsmetalls in die
zuvor gereinigte Lösung mit Hilfe eines schwachsauren Kationenaustauschers, der zuvor
mit den Metallionen des Beschichtungsmetalls beladen wurde. Dadurch wird der pH-Wert
in der zurückgeführten Lösung angehoben und es werden die durch den starksauren Kationenaustauscher
abgetrennten Metallionen des Beschichtungsmetalls wieder in die Prozesslösung zurückgeführt.
Das Eluat des starksauren Kationenaustauschers kann dabei nach einer pH-Wert-Einstellung
für die Beladung des schwachsauren Kationenaustauschers mit den Metallionen des Beschichtungsmetalls
genutzt werden.
[0042] Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Verlängerung der Nutzungsdauer
einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung, bestehend aus mindestens
einem schwachsauren Kationenaustauscher zum Einsatz für die pH-Wert-Einstellung und
die Nachdosierung von Ionen des Beschichtungsmetalls in einer Anlage für die chemisch-reduktive
Metallabscheidung. Die Vorrichtung weist Elemente auf, die der Verbindung des Zu-
und Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers 14 mit mindestens einem Behälter,
der Prozesslösung, verdünnte Prozesslösung, abgekühlte Prozesslösung bzw. vorbehandelte
Prozesslösung enthält, dienen. Des Weiteren enthält die Vorrichtung zugehörige Peripherie,
wie z. B. Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen für pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperaturen.
[0043] Der schwachsaure Kationenaustauscher 14 ist mit seinem Zulauf mit mindestens einem
Behälter, der Prozesslösung, verdünnte Prozesslösung oder abgekühlte Prozesslösung
oder vorbehandelte Prozesslösung enthält, verbunden. Der Ablauf des schwachsauren
Kationenaustauschers 14 ist direkt mit mindestens einem Behälter, der Prozesslösung
enthält, verbunden. Zusätzlich enthält die Vorrichtung Messvorrichtungen zur Überwachung
des pH-Werts der Prozesslösung und des pH-Werts im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
14.
[0044] Die Lösung ist durch den schwachsauren Kationenaustauscher mit Ionen des Beschichtungsmetalls
angereichert. Die Gefahr der unerwünschten Metallabscheidung aus derart angereicherten
Lösungen ist groß, insbesondere dann, wenn eine ausreichende Menge an Reduktionsmittel
vorhanden ist. Durch das erfindungsgemäße direkte Einleiten des Ablaufs des schwachsauren
Kationenaustauschers in die Prozesslösung wird eine unerwünschte Metallabscheidung
zwischen Kationenaustauscher und Prozessbad minimiert.
[0045] Die Messvorrichtung zur Überwachung des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
14 ermöglicht es, die Funktionsfähigkeit des schwachsauren Kationenaustauschers kontinuierlich
zu überwachen, da durch den schwachsauren Kationenaustauscher, solange er mit Ionen
des Beschichtungsmetalls beladen ist, eine Anhebung des pH-Wertes der aufzubereitenden
(sauren) Lösung erfolgt. Sobald der Ionenaustauscher entladen ist, entspricht der
pH-Wert des Ablaufs dem der aufgegebenen Lösung.
[0046] Durch den Vergleich des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
mit dem pH-Wert der Prozesslösung kann somit erfindungsgemäß die Erschöpfung des schwachsauren
Kationenaustauschers bestimmt werden, bevor der pH-Wert und der Gehalt der Prozesslösung
an Ionen des Beschichtungsmetalls den Toleranzbereich des Verfahrens verläßt. Die
Vorrichtung ermöglicht es daher, den Gehalt an Ionen des Beschichtungsmetalls und
pH-Wert der Prozesslösung nahezu konstant zu halten.
[0047] Durch die nahezu konstanten Prozessbedingungen bei der chemisch-reduktiven Metallbeschichtung
wird erfindungsgemäß eine besonders gleichmäßige Abscheidung des Metalls auf dem zu
beschichteten Werkstück erreicht.
[0048] Die Messvorrichtung zur Überwachung des pH-Wertes eignet sich auch zum Anschluss
an einen Computer und macht damit einen automatischen Wechsel auf einen zweiten Kationenaustauscher
und die automatische Steuerung des Regenerierungsvorganges möglich.
[0049] Zu seinem erfindungsgemäßen Einsatz wird der schwachsaure Kationenaustauscher mit
den Kationen des Beschichtungsmetalls beladen. Vorzugsweise erfolgt dies in zwei Schritten:
Zuerst wird der schwachsaure Kationenaustauscher zur Konditionierung, mit einer Lauge,
vorzugsweise mit Natronlauge, in die Salzform überführt. Zur Beladung wird er anschließend
mit einem wasserlöslichen Salz des Beschichtungsmetalls in gelöster Form in Kontakt
gebracht. Im Fall der chemisch-reduktiven Nickelabscheidung wird für die Beladung
mit Metallionen beispielsweise eine wässrige Lösung von Nickelsulfat oder Nickelchlorid
gewählt.
[0050] Die Beladung mit Metallionen erfolgt vorzugsweise in zwei Stufen mit unterschiedlich
konzentrierten Metallsalzlösungen, wobei bei der zweiten Stufe - vorzugsweise durch
eine Kreislaufführung - eine vollständige Beladung mit Metallionen des Beschichtungsmetalls
erfolgt. Durch diese schrittweise Vorgehensweise ist eine vollständige Überführung
des schwachsauren Harzes in die Beladung mit Ionen des Beschichtungsmetalls und gleichzeitig
eine gute Stoffnutzung der eingesetzten Ionen des Beschichtungsmetalls gewährleistet.
[0051] Nach dem Beladungsvorgang wird der Ionenaustauscher mit vollentsalztem Wasser gewaschen,
um die entsprechenden Natriumsalze aus dem Ionenaustauscher zu entfernen, damit diese
nicht in die Prozesslösung als Fremdstoffe eingetragen werden.
Bei seinem erfindungsgemäßen Einsatz wird der schwachsaure Kationenaustauscher mit
Prozesslösung beaufschlagt und gibt Metallionen in diese ab. Gleichzeitig bindet er
Protonen. Die maximale Protonen-Aufnahmekapazität des schwachsauren Kationenaustauschers
wird bei vollständiger Überführung in die Salzform erreicht. Die Kapazität wird über
den pH-Wert in seinem Ablauf kontrolliert. Dabei vermindert sich die Effizienz der
pH-Korrektur, wenn die vollständige Entladung des schwachsauren Kationenaustauschers
erreicht wurde und der pH-Wert im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers sich
dem pH-Wert des Zulaufs des schwachsauren Kationenaustauschers nähert.
[0052] Bei vollständiger Entladung befindet sich der schwachsaure Kationenaustauscher in
der H-Form. Für die erneute erfindungsgemäße Nutzung muss der schwachsaure Kationenaustauscher
mit einer Lauge wieder in die Salzform überführt und anschließend mit Ionen des Beschichtungsmetalls
beladen werden. Der so regenerierte schwachsaure Kationenaustauscher kann erneut für
die pH-Wert-Einstellung, sowie die Nachdosierung von Metallionen verwendet werden.
[0053] Der schwachsaure Kationenaustauscher besitzt eine hohe Selektivität für Protonen,
so dass die bei der chemisch-reduktiven Metallabscheidung gebildeten Protonen von
diesem Kationenaustauscher gebunden werden. Im Gegenzug werden die zuvor am Kationenaustauscher
gebundenen Metallionen in die Prozesslösung abgegeben.
[0054] Die für die Metallabscheidung verwendeten zweiwertigen Kationen werden von dem schwachsauren
Kationenaustauscher stärker gebunden als einwertige Kationen. Vorteilhaft lässt sich
der Austauscher daher in einfacher Weise mit Natronlauge in die Salzform überführen
und anschließend mit den zweiwertigen Kationen des Beschichtungsmetalls beladen. Die
Säulenkapazität des schwachsauren Kationenaustauschers wird entsprechend der gewünschten
Nutzungsdauer und der abzuscheidenden Metallmenge gewählt.
[0055] Vorzugsweise enthält der Kationenaustauscher ein schwachsaures Kationenaustauschermaterial
mit Carbonsäuregruppen als funktionelle Gruppen.
[0056] Es wurde gefunden, das der schwachsaure Kationenaustauscher direkt mit der Prozesslösung
in Kontakt gebracht und nicht nur die Ionen des Beschichtungsmetalls nachdosiert,
sondern auch der pH-Wert der Prozesslösung eingestellt werden kann. Dies wird dadurch
erreicht, dass der schwachsaure Kationenaustauscher, wenn er mit der Prozesslösung
in Kontakt kommt, die bei der Metallabscheidung entstehenden H
+-Ionen bindet. Durch den Einsatz des mit den Kationen des Beschichtungsmetalls beladenen
schwachsauren Kationenaustauschers erübrigt sich in vorteilhafter Weise die nach dem
Stand der Technik notwendige Zugabe von Laugen und Metallsalzen in die Prozesslösung,
um die H
+-Ionen zu binden und die verbrauchten Metallionen nachzudosieren.
[0057] Da mit Hilfe des schwachsauren Kationenaustauschers, der mit Prozesslösung in Kontakt
gebracht wird, überraschend auch der pH-Wert in der Prozesslösung eingestellt werden
kann, erübrigt sich auch die nach dem Stand der Technik notwendige Zugabe von Laugen
zu der Prozesslösung.
[0058] Durch die Nachdosierung der Ionen des Beschichtungsmetalls ohne störende Gegenionen
und die pH-Wert-Einstellung ohne Laugenzugabe wird durch den erfindungsgemäßen schwachsauren
Kationenaustauscher im Vergleich zum Stand der Technik der Salzeintrag in die Prozesslösung
erheblich reduziert. Wird eine herkömmliche Anlage zur chemisch-reduktiven Metallabscheidung
allein mit dem erfindungsgemäßen schwachsauren Kationenaustauscher ergänzt, kann die
Nutzungsdauer der Prozesslösung deutlich verlängert werden.
[0059] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Verlängerung der Nutzungsdauer
einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung, bestehend aus mindestens
einem mit H+-Ionen beladenen starksauren Kationenaustauscher zum Einsatz für die Entfernung
störender Kationen in einer Anlage für die chemisch-reduktive Metallabscheidung. Die
Vorrichtung weist Elemente zur Kreislaufführung der Prozesslösung oder abgekühlter
oder vorbehandelter Prozesslösung über den starksauren Kationenaustauscher 15 auf.
Der starksaure Kationenaustauscher 15 ist mit seinem Zulauf und seinem Ablauf direkt
mit mindestens einem Behälter, der Prozesslösung, verdünnte Prozesslösung oder abgekühlte
Prozesslösung oder vorbehandelte Prozesslösung enthält, verbunden. Des weiteren enthält
die Vorrichtung zugehörige Peripherie, wie z. B. Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen
für pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperaturen.
[0060] Die Erfindung betrifft auch die Kombination des oben beschriebenen schwachsauren
Kationenaustauschers mit dem oben beschrieben starksauren Kationenaustauscher in einer
Vorrichtung zum Einsatz in einer Anlage für die chemisch-reduktive Metallabscheidung,
um die Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung
zu verlängern. Die Vorrichtung enthält dabei mindestens einen starksauren Kationenaustauscher
für die Entfernung störender Kationen, der mit mindestens einem schwachsauren Kationenaustauscher
zum Einsatz für die pH-Wert-Einstellung und Nachdosierung von Ionen des Beschichtungsmetalls
in Reihe oder parallel geschaltet wird. Die Vorrichtung weist auch Elemente auf, die
der Verbindung des schwachsauren Kationenaustauschers und des starksauren Kationenaustauschers
mit mindestens einem Behälter, der Prozesslösung, verdünnte Prozesslösung, abgekühlte
Prozesslösung bzw. vorbehandelte Prozesslösung enthält, dienen. Des weiteren enthält
die Vorrichtung zugehörige Peripherie, wie z. B. Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen
für pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperaturen.
[0061] Weiterhin betrifft die Erfindung die Kombination des oben beschriebenen starksauren
H+-Ionen beladenen starksauren Kationenaustauschers
15 mit dem mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladenen schwachsauren Kationenaustauscher
14.
[0062] In dieser Kombination wird der starksaure Kationenaustauscher dem schwachsauren Kationenaustauscher
vorangeschaltet.
[0063] Durch den mit H+-Ionen beladenen starksauren Kationenaustauscher werden störende
Kationen aus der Prozesslösung entfernt, die z. B. aus dem zu beschichtenden Werkstoff
stammen. Gleichzeitig werden jedoch auch Ionen des Beschichtungsmetalls von dem starksauren
Kationenaustauscher gebunden und der pH-Wert in der aufgegebenen Lösung abgesenkt.
Durch Aufgabe des Ablaufs des starksauren Kationenaustauschers auf den schwachsauren
Kationenaustauscher wird der pH-Wert der Lösung wieder angehoben und mit Ionen des
Beschichtungsmetalls angereichert.
[0064] Vorteilhaft ermöglicht es somit die Kombination des starksauren H+-Ionen beladenen
starksauren Kationenaustauschers
15 mit dem mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladenen schwachsauren Kationenaustauscher
14 störende Kationen aus der Prozesslösung zu entfernen, den pH-Wert einzustellen und
die Prozesslösung mit Ionen des Beschichtungsmetalls anzureichern.
[0065] In einer vorzugsweisen Ausführungsform der Erfindung sind die oben genannten Ionenaustauscher
Säulenaustauscher, welche mit einem festen, wasserunlöslichen, Ionenaustauschermaterial
befüllt sind. Das organische oder anorganische Ionenaustauschermaterial enthält funktionelle
Gruppen, die zum Ionenaustausch befähigt sind. Diese Säulenaustauscher können im Gleich-
oder Gegenstrom regeneriert werden.
[0066] In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung sind die oben genannten Ionenaustauschermaterialien
jeweils Teil eines Filter- oder Membranapparates. Dieser enthält jeweils ein regenerierbares,
organisches oder anorganisches Ionenaustauschermaterial, welches vorzugsweise in einer
zum Ionenaustausch befähigten Form in den Filter- oder Membranapparat eingebracht
wird.
[0067] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden bei mindestens einem der eingesetzten
Ionenaustauschermaterialien flüssige Ionenaustauschermaterialien verwendet. Der oder
die Ionenaustauscher bestehen in dieser Ausführungsform aus jeweils einem Behälter,
der eine mit der Prozesslösung nicht mischbare Flüssigkeit enthält, in der ein Ionenaustauschermaterial
verteilt bzw. gelöst ist. Vorzugsweise besteht das Ionenaustauschmaterial in dieser
Ausführungsform aus einem Reagenz, das die für die Ionenaustauschwirkung erforderlichen
funktionellen Gruppen enthält, wie sie z.B. bei der Reaktivextraktion verwendet werden.
[0068] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Anlage für die chemisch-reduktive
Metallabscheidung bestehend aus:
● mindestens einem Beschichtungsbehälter,
● einem Spülsystem,
● und mindestens einer der oben beschriebenen Vorrichtungen zur Verlängerung der Nutzungsdauer
einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallabscheidung.
[0069] Des weiteren enthält die Anlage Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Komponenten
sowie die zugehörige Peripherie, wie Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen für pH-Wert,
Leitfähigkeit, Temperaturen etc..
Der Beschichtungsbehälter enthält die Prozesslösung, in welche das zu beschichtende
Werkstück eingetaucht wird.
[0070] In ihrer einfachsten Ausführungsform besteht die erfindungsgemäße Anlage aus einem
Beschichtungsbehälter, einem Spülsystem und einer wie oben beschriebenen Vorrichtung
mit einem schwachsauren Kationenaustauscher zur pH-Wert-Einstellung und Nachdosierung
des abzuscheidenden Metalls, der mit Zu- und Ablauf mit dem Beschichtungsbehälter
verbunden ist.
[0071] Vorzugsweise wird die Prozesslösung, bevor sie mit den empfindlichen Komponenten
der Vorrichtungen, insbesondere den Ionenaustauschermaterialien und den Membranen,
in Kontakt gebracht wird, abgekühlt. Durch die Abkühlung wird insbesondere die Gefahr
einer unerwünschten Metallabscheidung auf diesen Komponenten verringert. Die durch
die Vorrichtung aufbereitete Prozesslösung muss, bevor sie in den Beschichtungsbehälter
zurückgeführt wird, wieder auf die Prozesstemperatur angehoben werden.
[0072] In einer vorzugsweisen Ausführungsform der oben beschriebenen Anlage sind der Zulauf
und der Ablauf des schwachsauren bzw. des starksauren Kationenaustauschers daher über
einen Wärmetauscher mit dem Beschichtungsbehälter verbunden. Durch den Wärmetauscher
wird die Energie des Abkühlungsprozesses für den Aufwärmprozess von gereinigter Prozesslösung
genutzt.
[0073] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung einer Kombination aus
- a.) schwachsaurem Kationenaustauschermaterial oder schwachsauren Kationenaustauschern
für die pH-Wert-Einstellung und Nachdosierung von Ionen des Beschichtungsmetalls und
- b.) Ionen beladenem starksaurem Kationenaustauschermaterial oder H+-Ionen beladenen
starksauren Kationenaustauschern 11, 15 für die Entfernung störender Kationen
zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive
Metallabscheidung.
[0074] Der mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladene schwachsaure Kationenaustauscher
wird dabei bevorzugt als letzter Schritt in der Aufarbeitung eingesetzt. Sein Ablauf
wird direkt in die Prozesslösung eingeleitet.
[0075] Gegenüber dem Stand der Technik kann durch die Erfindung die Nutzungsdauer einer
Prozesslösung für die chemisch-reduktive Metallbeschichtung erheblich verlängert werden.
Vorteilhaft ergibt sich dadurch eine erhebliche Einsparung an Einsatzstoffen. Gleichzeitig
reduzieren sich die Entsorgungskosten, die nach dem Stand der Technik, nicht unerheblich
sind.
[0076] Des Weiteren werden durch die Erfindung in vorteilhafter Weise nahezu konstante Prozessbedingungen
bei der chemisch-reduktiven Metallbeschichtung und damit eine besonders gleichmäßige
Abscheidung des Metalls auf dem zu beschichteten Werkstück erreicht. Durch den geringen
Fremdstoffgehalt der Prozesslösung, der in der erfindungsgemäßen Anlage erreicht wird,
können Nickel-Phosphor-Schichten abgeschieden werden, die im Druckspannungsbereich
liegen, was im besonderen die Qualität der Beschichtung der Abscheidung bewirkt.
[0077] Anhand nachfolgender Zeichnungen werden Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt und beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- Anlage mit schwachsaurem Kationenaustauscher zur pH-Wert-Einstellung und Nachdosierung
von Ionen des Beschichtungsmetalls
- Fig. 2:
- Anlage mit Wärmetauscher und schwachsaurem Kationenaustauscher zur pH-Wert-Einstellung
und Nachdosierung von Ionen des Beschichtungsmetalls
[0078] Fig. 1 zeigt ein Schema einer Anlage zur chemisch-reduktiven Metallbeschichtung, in der
mittels eines mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladenen schwachsauren Kationenaustauschers
14 die erforderlichen Ionen des Beschichtungsmetalls ohne störende Anionen nachdosiert
werden und gleichzeitig der pH-Wert der Prozesslösung eingestellt wird und somit die
Nutzungsdauer der Prozesslösung verlängert werden kann.
[0079] Die Anlage nach Fig. 1 besteht aus einem Beschichtungsbehälter 1, einem mehrstufigen
Spülsystem
3 in Kaskadenschaltung und einem schwachsauren Kationenaustauscher
14, sowie Verbindungsleitungen und zugehörigen Peripherie, wie Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen
für pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperaturen etc. Letztere wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht in Fig. 1 eingezeichnet. Der Beschichtungsbehälter 1 enthält Prozesslösung,
in die ein zu beschichtendes Werkstück 2 eingetaucht ist. Das zu beschichtende Werkstück
2 hat eine Oberfläche aus Stahl.
[0080] Das mehrstufige Spülsystem 3 besteht aus drei kaskadenförmig miteinander verbunden
Behältern, die eine wässrige Spüllösung enthalten. Zwischen dem linken und rechten
Spülbehälter
3 ist, wie durch die unterbrochene Linie in Fig. 1 angedeutet, aber nicht dargestellt,
ein weiterer Spülbehälter eingereiht. Der linke Spülbehälter
3 enthält einen Zulauf für Frischwasser. Der rechte Spülbehälter
3 ist mit dem Beschichtungsbehälter 1 verbunden.
[0081] Der schwachsaure Kationenaustauscher
14 ist mit seinem Zu- und Ablauf mit dem Beschichtungsbehälter
1 verbunden, so dass ein bestimmter Volumenstrom der Prozesslösung über ihn geleitet
werden kann.
[0082] Der schwachsaure Kationenaustauscher besteht aus einer Ionenaustauschersäule 14,
die mit dem schwachsauren Kationenaustauscherpolymer Lewatit CNP 80 der Fa. Lanxess
AG, Leverkusen, Deutschland, befüllt ist. Es können aber auch vergleichbare schwachsaure
Kationenaustauscherpolymere anderer Hersteller, wie z.B. C 104 der Fa. Purolite, Ratingen,
Deutschland, eingesetzt werden.
[0083] Dieses schwachsaure Kationenaustauscherpolymer wird vor der Verwendung mit Ionen
des Beschichtungsmetalls beladen. Dazu wird der Ionenaustauscher zuerst mit Natronlauge
in die Salzform überführt und anschließend durch die Aufgabe einer Metallsalzlösung
mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladen. Im Falle der chemisch-reduktiven Vernickelung
erfolgt die Beladung des schwachsauren Kationenaustauscherpolymeres mit Nickelionen,
wozu eine NiSO
4-Lösung über die Ionenaustauschersäule geleitet wird. Diese Beladung erfolgt in zwei
Schritten mit Nickelsalzlösungen unterschiedlicher Konzentrationen, wobei beim ersten
Beladungsschritt ein Unterschuss an Nickelionen auf den Ionenaustauscher aufgegeben
wird. Bedingt durch die Selektivität des Kationenaustauschers wird hierdurch eine
nahezu vollständige Entfernung der Nickelionen aus der Aufgabelösung erreicht, die
nach der Beladung verworfen und abwassertechnisch behandelt wird. Beim zweiten Beladungsschritt
wird durch den Einsatz eines Überschusses von Nickelionen beim Beladen des Ionenaustauschers
und eine Kreislaufführung der Aufgabelösung eine vollständige Beladung des schwachsauren
Kationenaustauschers mit Nickel erreicht.
[0084] Nach dem Beladungsvorgang mit Nickel wird der schwachsaure Kationenaustauscher mit
vollentsalztem Wasser gewaschen, um störende Ionen aus der Polymerschüttschicht zu
entfernen. Durch diesen Spülvorgang wird der Überschuss an Nickelionen wieder aus
der Polymerschüttschicht entfernt. Der Ablauf der zweiten Fraktion des Beladungsvorganges
wird zusammen mit der ersten Fraktion des Spülwassers zwischengestapelt und bei der
nachfolgenden Beladung des schwachsauren Kationenaustauschers als erste Beladungsfraktion
verwendet.
[0085] Die Prozesslösung ist in bekannter Weise zusammengesetzt. Beim Neuansatz werden ihr
die Ionen des Beschichtungsmetalls in Form von Nickelsulfat (6,0 g Ni
2+/l) zugesetzt. Das Reduktionsmittel wird in Form von Natriumhypophosphit (17,0 g H
2PO
2-/l) zugegeben. Durch in der Prozesslösung enthaltene organische Säuren wird die Lösung
im Bereich pH 4 bis pH 5 gepuffert.
[0086] Zur Abscheidung von Nickel- Phosphorlegierungen auf der Stahloberfläche eines zu
beschichtenden Werkstücks
2 wird mit der in Fig. 1 dargestellten Anlage wie folgt verfahren:
[0087] Die Temperatur der Prozesslösung, welche das zu beschichtende Werkstück
2 umgibt, wird auf 85 °C eingeregelt. Metallionen scheiden sich auf der Stahloberfläche
des zu beschichtenden Werkstückes
2 ab. Bei der Abscheidung wird auch elementarer Phosphor, der durch Nebenreaktionen
aus dem Reduktionsmittel gebildet wird, in die entstehende Metallschicht einlegiert,
wodurch eine Nickel-Phosphor-Legierung entsteht. Durch den Redox-Prozess der chemisch-reduktiven
Metallabscheidung wird das Reduktionsmittel Natriumhypophosphit zu Natriumorthophosphit
oxidiert. Dieser Verbrauch an Reduktionsmittel wird durch Zugabe von Natriumhypophosphit
in die Prozesslösung ausgeglichen.
[0088] Bedingt durch die Metallabscheidung sinken auch pH-Wert und der Nickelgehalt in der
Prozesslösung. Daher wird der pH-Wert in der Prozesslösung überwacht. Sinkt der pH-Wert
der Prozesslösung unter einen festgelegten Wert, z.B. von pH 4,5 auf pH 4,2, dann
wird ein Teilstrom der Prozesslösung mit einer Durchflussgeschwindigkeit < 5 m/h durch
den schwachsauren Kationenaustauscher 14 geleitet. Dadurch ergibt sich im Ablauf des
schwachsauren Kationenaustauschers 14 eine Erhöhung des Nickelgehaltes von 5 g/l auf
8 g/l sowie eine Erhöhung des pH-Wertes von 4,2 auf pH-Werte > 5.
[0089] Über die Kontrolle des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
14 wird die Funktionsfähigkeit des schwachsauren Kationenaustauschers überwacht. Mit
zunehmender Metallabgabe wird der schwachsaure Kationenaustauscher in die H+-Form
überführt, weshalb der pH-Wert im Ablauf des Kationenaustauschers fällt. Wenn sich
der pH-Wert im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers dem pH-Wert der Prozesslösung
nähert (in diesem Fall pH 4,5) fällt, wird der Kationenaustauscher für einen erneuten
Einsatz wieder, wie eingangs beschrieben, in die Nickelbeladung überführt.
[0090] Bei der Metallbeschichtung treten durch die hohen Behandlungstemperaturen Verdunstungsverluste
in der Prozesslösung auf. Diese Verdunstungsverluste werden ausgeglichen, in dem Spüllösung
aus dem Spülsystem 3, durch die in Fig. 1 durch einen Pfeil dargestellte Leitung,
aus dem rechten Spülbad in die Prozesslösung zugeführt wird, da in diesem Behälter
die Konzentration der Spülwasserinhaltsstoffe am höchsten ist.
In der nachfolgenden Tabelle werden Versuchsparameter aufgeführt, die bei dem beschriebenen
Vergleichsversuch erhalten wurden.
|
Neuansatz |
nach 5,5 MTO |
nach 8 MTO |
Vergleichsversuch nach 5,5 MTO |
Ni2+ |
6,0 g/l |
6,0 g/l |
5,5 g/l |
5,5 g/l |
Na+ |
6,0 g/l |
48,7 g/l |
68,1 g/l |
74,5 g/l |
H2PO2- |
17,0 g/l |
20,0 g/l |
24,0 g/l |
17,0 g/l |
H2PO3- |
0,0 g/l |
150,3 g/l |
218,5 g/l |
150,3 g/l |
SO42- |
9,8 g/l |
<10 g/l |
<10 g/l |
63,8 g/l |
organ. Säuren |
45 g/l |
45 g/l |
45 g/l |
45 g/l |
pH-Wert |
4,5 |
4,8 |
5,0 |
5,0 |
Temperatur |
85°C |
90 °C |
90°C |
90 °C |
Abscheidegeschwindigkeit |
12 bis 14 µgm/h |
10 µm/h |
< 5 µm/h |
< 5 µm/h |
[0091] Im Vergleichsversuch (siehe rechte Spalte der Tabelle) steigt der Salzgehalt in der
Prozesslösung durch die eingetragenen bzw. gebildeten Fremdstoffe (insbesondere Na+,
SO
42-, H
2PO
3-) bereits nach einem Metalldurchsatz von 5,5 MTO auf hohe Werte an, so dass zu diesem
Zeitpunkt die Abscheidegeschwindigkeit bei 90 °C auf Werte < 5 µm/h absinkt und die
Eigenschaften der abgeschiedenen Schichten nicht mehr den Anforderungen entsprechen.
[0092] Bei dem erfindungsgemäßen Einsatz des schwachsauren Kationenaustauschers 14 (siehe
die beiden mittleren Spalten der Tabelle) steigt jedoch der SO
42--Gehalt der Prozesslösung mit steigendem Metalldurchsatz nicht an, da die Nickelionen
ohne störendes SO
42- in die Prozesslösung eingebracht werden. Im Gegensatz zum Vergleichsversuch steigt
der Na+-Gehalt hier erheblich langsamer an, da die Einstellung des pH-Werts ohne Zugabe
von NaOH in die Prozesslösung erfolgt.. Durch den Einsatz des schwachsauren Kationenaustauschers
14 kann die Prozesslösung durch den langsameren Anstieg des Fremdstoffgehaltes bis
zu einem Metalldurchsatz von ca. 8 MTO verwendet werden. Die Nutzungsdauer der Prozesslösung
wird durch den erfindungsgemäßen Einsatz des schwachsauren Kationenaustauschers 14
somit beinahe verdoppelt.
[0093] Fig. 2 zeigt ein Schema einer Anlage zur chemisch-reduktiven Metallbeschichtung mit
einem schwachsauren Kationenaustauscher 14, der über einen Wärmetauscher 4 mit dem
Beschichtungsbehälter 1 verbunden ist. In Bezug auf den Beschichtungsbehälter 1 und
das Spülsystem 3 ist diese Anlage entsprechend der Anlage aus Fig. 1 aufgebaut. Als
weitere Komponenten enthält diese Anlage einen Vorlagebehälter 5 und einen Stapelbehälter
13, die jeweils über den Wärmetauscher 4 mit dem Beschichtungsbehälter 1 verbunden
sind.
[0094] Der schwachsaure Kationenaustauscher 14 entspricht in seinem Aufbau dem aus Fig.
1. Im Unterschied zu Fig. 1 ist er jedoch in dieser Anlage nicht direkt mit dem Beschichtungsbehälter
1 verbunden, sondern mit seinem Zulauf mit dem Vorlagebehälter 5 und mit seinem Ablauf
mit dem Stapelbehälter 13.
[0095] Zur Metallbeschichtung in dieser Anlage wird prinzipiell, wie zu Fig. 1 beschrieben,
verfahren. Der schwachsaure Kationenaustauscher 14 wird jedoch hier mit abgekühlter
Prozesslösung beladen. Dazu wird ein Volumenstrom der Prozesslösung über den Wärmetauscher
4 geleitet und in diesem von der Behandlungstemperatur von 85 °C auf Temperaturen
<50 °C abgekühlt. Diese abgekühlte Lösung wird in dem Vorlagebehälter 5 gesammelt,
und aus diesem über den schwachsauren Kationenaustauscher 14 geleitet. Durch den schwachsauren
Kationenaustauscher 14 erfolgt in Analogie zu Fig. 1, eine Anreicherung der behandelten
Lösung mit Nickelionen und eine Anhebung des pH-Wertes. Die behandelte Lösung wird
im Stapelbehälter 13 gesammelt und über den Wärmetauscher 4 wieder dem Beschichtungsbehälter
1 zugeführt.
[0096] Durch den Einsatz des Wärmetauschers 4 wird der schwachsaure Kationenaustauscher
14 mit einer abgekühlten Prozesslösung beaufschlagt, was die Gefahr einer chemisch-reduktiven
Metallabscheidung auf dem Kationenaustauscherpolymer deutlich vermindert.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen:
[0097]
- 1
- Beschichtungsbehälter
- 2
- zu beschichtendes Werkstück
- 3
- (mehrstufiges) Spülsystem
- 4
- Wärmetauscher
- 5
- Vorlagebehälter für zu reinigende Prozesslösung
- 13
- Stapelbehälter für gereinigte Prozesslösung
- 14
- schwachsaurer Kationenaustauscher zur Nachdosierung des Beschichtungsmetalls
- 15
- starksaurer Kationenaustauscher zur Reinigung der Prozesslösung
- 16
- Regenerierbehälter
- H2O
- Frischwasser
- NaH2PO2
- Reduktionsmittel
1. Verfahren zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive
Metallabscheidung, bei dem das bei der Metallabscheidung verbrauchte Reduktionsmittel
sowie Ionen des Beschichtungsmetalls nachdosiert und der pH-Wert der Prozesslösung
eingestellt werden, wobei die Nachdosierung der Ionen des Beschichtungsmetalls und
die pH-Wert-Einstellung mit Hilfe mindestens eines mit Ionen des Beschichtungsmetalls
beladenen schwachsauren Kationenaustauschers (14) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der Prozesslösung überwacht wird, dass bei Absinken des pH-Wertes der
Prozesslösung ein Teil der Prozesslösung, gegebenenfalls nach Verdünnung, durch den
schwachsauren Kationenaustauscher (14) geleitet wird und die durch den schwachsauren
Kationenaustauscher (14) aufbereitete Lösung der Prozesslösung direkt wieder zugeführt
wird, dass über die Kontrolle des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
(14) die Funktionsfähigkeit des schwachsauren Kationenaustauschers überwacht wird,
dass bei Annäherung des pH-Wertes im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
an den pH-Wert der Prozesslösung, der Kationenaustauscher für einen erneuten Einsatz
wieder mit Ionen des Beschichtungsmetalls beladen wird.
2. Vorrichtung zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer Prozesslösung für die chemisch-reduktive
Metallabscheidung, bestehend aus mindestens einem schwachsauren Kationenaustauscher
(14) zum Einsatz für die pH-Wert-Einstellung und Nachdosierung von Ionen des Beschichtungsmetalls
in einer Anlage für die chemisch-reduktive Metallabscheidung, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung Elemente zur Kreislaufführung der Prozesslösung oder abgekühlter
oder vorbehandelter Prozesslösung durch den schwachsauren Kationenaustauscher (14)
aufweist, dass der schwachsaure Kationenaustauscher (14) mit seinem Zulauf mit mindestens
einem Behälter, der Prozesslösung, verdünnte Prozesslösung oder abgekühlte Prozesslösung
oder vorbehandelte Prozesslösung enthält, verbunden ist, dass der schwachsaure Kationenaustauscher
(14) mit seinem Ablauf direkt mit mindestens einem Behälter, der Prozesslösung enthält,
verbunden ist, dass die Vorrichtung Messvorrichtungen zur Überwachung des pH-Werts
der Prozesslösung und des pH-Werts im Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers
(14) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Ionenaustauscher (14, 15) Säulenaustauscher sind, die mindestens ein
festes, wasserunlösliches, organisches oder anorganisches Ionenaustauschermaterial
enthalten und im Gleich- oder Gegenstrom regeneriert werden können.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Ionenaustauscher (14, 15) jeweils Teil eines Filter- oder Membranapparates
sind, welcher mindestens ein regenerierbares, organisches oder anorganisches Ionenaustauschermaterial
enthält.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Ionenaustauscher (14, 15) jeweils aus einem Behälter besteht, der eine
mit der Prozesslösung nicht mischbare Flüssigkeit, in der ein Ionenaustauschermaterial
verteilt ist, enthält.
6. Anlage für die chemisch-reduktive Metallabscheidung, bestehend aus mindestens einem
Beschichtungsbehälter (1), einem Spülsystem (3) und zugehöriger Peripherie, wie z.
B. Pumpen, Ventile, Messvorrichtungen für pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine Vorrichtung zur Verlängerung der Nutzungsdauer einer Prozesslösung
für die chemisch-reduktive Metallabscheidung nach Anspruch 2 enthält.
7. Anlage nach Anspruch 6, mit mindestens einer Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zulauf und der Ablauf des schwachsauren Kationenaustauschers (14) und/oder des
starksauren Kationenaustauschers (15) direkt oder über einen Wärmetauscher (4) mit
dem Beschichtungsbehälter (1) verbunden sind.