[0001] Die Erfindung betrifft ein elektronisches Schloß, insbesondere ein elektronisches
Sicherheitsschloß.
[0002] Elektronische Schlösser im allgemeinen sowie elektronische Sicherheitsschlösser im
speziellen sind aus dem Stand der Technik an sich gut bekannt, weshalb es eines gesonderten
druckschriftlichen Nachweises an dieser Stelle nicht bedarf.
[0003] Schlösser, und so auch elektronische Schlösser, verfügen über einen Schloßriegel.
Dieser Schloßriegel ist verfahrbar ausgebildet und an eine Riegelverstelleinrichtung
angekoppelt, die es einem Bediener mittels einer entsprechenden Betätigungseinrichtung
ermöglicht, den Schloßriegel wahlweise in eine von wenigstens zwei Endstellungen zu
verbringen. Dabei ist das Schloß in einer ersten Endstellung des Schloßriegels versperrt
und in einer zweiten Endstellung des Schloßriegels geöffnet, das heißt entsperrt.
[0004] Gegenüber einem herkömmlichen Schloß liegt die Besonderheit eines Sicherheitsschlosses
unter anderem darin, daß die Bewegung des Schloßriegels sperrbar ist, so daß der Schloßriegel
erst nach seiner Entsperrung verfahrbar ist, wobei die Entsperrung des Schloßriegels
nur autorisierten Bedienern möglich ist. Zur Sperrung des Schloßriegels dient bei
den aus dem Stand der Technik bekannten Schlössern ein Sperrglied. Dieses Sperrglied
kann entweder gesperrt oder freigeschaltet sein. Nur im freigeschalteten Zustand ist
allerdings eine Bewegung des Schloßriegels möglich, da nur dann das Sperrglied frei
bewegt werden kann. Im gesperrten Zustand des Sperrgliedes ist eine Bewegung desselben
und damit auch eine Bewegung des Schloßriegels nicht möglich. Die Freischaltung und/oder
Sperrung des Sperrgliedes kann elektrisch und/oder mechanisch erfolgen.
[0005] Obgleich sich die aus dem Stand der Technik bekannten Sicherheitsschlösser im alltäglichen
Praxiseinsatz bewährt haben, besteht Verbesserungsbedarf, insbesondere hinsichtlich
der Manipulationssicherheit. Darüber hinaus ist das Zusammenwirken von Schloßriegel
einerseits und Sperrglied andererseits bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Schlössern zumeist mechanisch sehr aufwendig, was eine aufwendige und damit teure
Montage erforderlich macht.
[0006] Es ist deshalb die
Aufgabe der Erfindung, ein elektronisches Schloß anzugeben, das bei gleichzeitiger Manipulationssicherheit
vereinfacht aufgebaut ist.
[0007] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung vorgeschlagen ein elektronisches Schloß, insbesondere
ein elektronisches Sicherheitsschloß, mit einem Schloßriegel, einer damit verbundenen
Riegelverstelleinrichtung, einem an der Riegelverstelleinrichtung angeordneten Sperrglied
und einem mit dem Sperrglied zusammenwirkenden Sperrelement, wobei das Sperrelement
in die vom Sperrglied beschreibbare Bewegungsbahn einfahrbar ausgebildet ist.
[0008] Die Besonderheit des erfindungsgemäßen Schlosses ist in der Zusammenwirkung von Sperrglied
einerseits und Sperrelement andererseits zu sehen. Anders als bei aus dem Stand der
Technik bekannten Schlössern ist das Sperrglied an der Riegelverstelleinrichtung angeordnet
und mit dieser bewegbar. Eine Sperrung des Schloßriegels kommt also nicht dadurch
zustande, daß das Sperrglied eine mögliche Bewegung des Schloßriegels direkt sperrt.
Es ist erfindungsgemäß vielmehr vorgesehen, ein Sperrelement in die Bewegungsbahn
des Sperrgliedes, das heißt in die vom Sperrglied beschreibbare Bewegungsbahn einfahren
zu können, wobei das Sperrelement vorzugsweise linear verfahrbar ausgebildet ist.
Aber auch ein verschwenkbar ausgebildetes Sperrelement, das in die vom Sperrglied
beschreibbare Bewegungsbahn einschwenkbar ist, ist denkbar und vom Erfindungsgedanken
mit erfaßt.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung zeichnet sich durch ihre Einfachheit aus. Es sind
lediglich zwei Bauteile, nämlich das Sperrglied einerseits und das Sperrelement andererseits
vorgesehen, die in einfacher Weise eine manipulationssichere Sperrung des Schloßriegels
ermöglichen. Das Sperrelement ist vorzugsweise linear verfahrbar ausgebildet, was
im Unterschied zu einer verdrehbaren Anordnung vergleichsweise wenig Verfahrraum in
Anspruch nimmt, so daß das erfindungsgemäße Schloß vergleichsweise kompakt ausgebildet
werden kann. Im übrigen zeichnet sich das erfindungsgemäße Schloß dadurch aus, daß
das Sperrelement zum Zwecke der Bewegungssperre des Sperrgliedes und damit zur Bewegungssperre
des Schloßriegels in die Bewegungsbahn des Sperrgliedes einfahrbar ist. Mittels des
Sperrelements kann also eine freie Bewegung des Sperrgliedes blockiert werden. In
der versperrten Stellung des Sperrelements ist ein freies Bewegen des Sperrgliedes
und damit ein freies Bewegen des Schloßriegels nicht möglich. Der Schloßriegel befindet
sich also in seiner versperrten Stellung, die nur durch ein lineares Verschieben des
Sperrelements aufgehoben werden kann, was nur durch eine dafür autorisierte Person
möglich ist. Bei gleichzeitig einfachem Aufbau erweist sich das erfindungsgemäße Schloß
daher als manipulationssicher. Es ist weder eine gewaltsame Verschiebung des Schloßriegels
noch eine gewaltsame Verschiebung des Sperrgliedes möglich. Das sich in verriegelter
Stellung befindliche Sperrelement unterbindet wirkungsvoll eine Verschiebemöglichkeit
sowohl des Schloßriegels als auch des Sperrelements. Dabei kann sich das Sperrelement
in verriegelter Stellung bevorzugterweise an einem Abstützlager abstützen, so daß
ein ungewolltes Verbringen des Sperrelements in eine freigebende Stellung auch unter
Gewalteinwirkung nicht möglich ist.
[0010] Bei dem Sperrglied handelt es sich gemäß einer besonderen Ausgestaltungsform der
Erfindung um ein federbelastet ausgebildetes Element, beispielsweise in Form eines
Bolzens, eines Kolbens, eines Stiftes oder dergleichen. Bei einer verschwenkbaren
Ausgestaltung des Sperrgliedes kann dieser auch ringförmig ausgebildet sein. Das beispielsweise
in Form eines Bolzens ausgeformte Sperrglied ist als separates Bauteil ausgebildet
und im montierten Zustand beispielsweise in eine entsprechende Bohrung der Riegelverstelleinrichtung
eingesetzt. Die Ausgestaltung des Sperrgliedes als Bolzen ist besonders einfach und
leicht zu montieren. Darüber hinaus läßt sich das als Bolzen ausgebildete Sperrglied
im Bedarfsfall in einfacher Weise auswechseln.
[0011] Das Sperrglied ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung in einer quer zur Bewegungsrichtung
des Schloßriegels liegenden Richtung verschieblich ausgebildet. Es sind dabei die
versperrte Stellung einerseits und die entsperrte Stellung andererseits zu unterscheiden.
In der versperrten Stellung befindet sich das Sperrglied unter Federvorspannung in
seiner Normalstellung. Zur Überführung des Sperrgliedes in die entsperrte Stellung
ist dieses entgegen der Federvorspannung zu verfahren, zu welchem Zweck ein im weiteren
noch beschriebenes Rampenelement dient. Dieses Rampenelement kommt mit dem Sperrglied
in Eingriff, wenn sich das Sperrelement in seiner entriegelten Stellung befindet,
das Sperrelement also das Sperrglied in seiner Bewegung nicht blockiert. In der entriegelten
Stellung des Sperrelements wirkt das Sperrglied also nicht mit dem Sperrelement sondern
statt dessen mit einem Rampenelement zusammen. Dieses Rampenelement ermöglicht es,
daß das Sperrglied entgegen der Federkraft verfahren und in seine entsperrte Stellung
überführt werden kann. Dieses Ausgestaltung erweist sich als sehr einfach im Aufbau
und darüber hinaus als sehr störungsunanfällig.
[0012] Das Sperrelement ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung einendseitig eines
Stellgliedes angeordnet. Dabei ist zwischen dem Stellglied einerseits und dem Sperrelement
andererseits das schon vorgenannten Rampenelement angeordnet. Das Stellglied ist bevorzugterweise
stabförmig ausgebildet und bildet zusammen mit dem Rampenelement und dem Sperrelement
eine einstückige Baueinheit. Mittels des Stellgliedes kann wahlweise das Sperrelement
oder das Rampenelement in die vom Sperrglied beschreibbare Bewegungsbahn eingefahren
werden. Befindet sich das Sperrelement innerhalb der vom Sperrglied beschreibbaren
Bewegungsbahn, so ist das Sperrglied in seiner Bewegung blockiert, das heißt das Schloß
befindet sich in seiner versperrten Stellung. Ein Bewegen des Schloßriegels ist in
dieser versperrten Stellung des Schlosses nicht möglich. Wenn hingegen das Rampenelement
in die Bewegungsbahn des Sperrgliedes eingefahren ist, so kann das Schloß in seine
entsperrte Stellung überführt werden, indem nämlich das verschieblich an der Riegelverstelleinrichtung
angeordnete Sperrglied entgegen der Federvorspannung das Rampenelement hochgedrückt
wird. In der hochgedrückten Stellung des Sperrgliedes befindet sich das Schloß in
seiner entriegelten Stellung, das heißt der Schloßriegel ist vollständig zurückgefahren.
Das Schloß ist also "offen". Bevorzugterweise wird im Zuge der Öffnungsbewegung des
Schloßriegels das Sperrelement in die Verriegelungsstellung zurück verschoben. Das
Schloß verriegelt sich also in vorteilhafter Weise selbst.
[0013] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Stellglied mittels eines Antriebes
linear verfahrbar ausgebildet. Bevorzugterweise ist der Antrieb elektrisch ausgestaltet,
beispielsweise als Linearantrieb. Auch andere Antriebsausgestaltungen sind denkbar.
So kann der Antrieb beispielsweise ein Piezzoelement aufweisen, beispielsweise in
Form eines Elliptecmotors.
[0014] Bevorzugterweise kann der Antrieb von einer hierfür autorisierten Person im Bedarfsfall
betätigt werden. Eine Autorisierung kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß der
Antrieb nur nach vorheriger Eingabe beispielsweise eines Pin-Codes schaltbar ist.
Auch andere Sicherheitsmechanismen können hier zum Einsatz kommen. Es ist allein entscheidend,
daß der Antrieb nur von einem hierfür autorisierten Bediener betätigt, das heißt geschaltet
werden kann.
[0015] Der Antrieb sorgt nach seiner Einschaltung für eine Linearverschiebung des Sperrelements.
Das Sperrelement wird also aus der Bewegungsbahn des Sperrgliedes herausverfahren,
das heißt die bestehende Blockierung des Sperrgliedes wird aufgehoben. Das Sperrglied
und damit der Schloßriegel können nun frei bewegt werden, was ein Entsperren des Schlosses
ermöglicht.
[0016] Solange sich das Sperrelement in seiner Ausgangslage befindet, es also nicht mittels
des Antriebes in seine Freigabestellung überführt ist, wird das Sperrglied in seiner
Bewegung blockiert, da sich das Sperrelement in der vom Sperrglied beschreibbaren
. Bewegungsbahn befindet. Ein Bewegen des Sperrgliedes und damit ein Entriegeln des
Schloßriegels sind in dieser Stellung des Sperrelements nicht möglich. Ohne Autorisierung,
das heißt ohne Betätigung des Antriebes kann das Schloß also nicht entsperrt werden.
[0017] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
anhand der Fign. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- in einer Draufsicht von oben das erfindungsgemäße Schloß in entsperrter Stellung;
- Fig. 2
- in einer Draufsicht von oben das erfindungsgemäße Schloß in versperrter Stellung;
- Fig. 3
- in einer Schnittdarstellung das erfindungsgemäße Schloß gemäß der Schnittlinie III-III
nach Fig. 2;
- Fig. 4
- in einer Explosionsdarstellung das erfindungsgemäße Schloß;
- Fig. 5
- in einer schematischen Perspektivdarstellung das erfindungsgemäße Schloß in versperrter
Stellung;
- Fig. 6
- in einer schematischen Perspektivdarstellung das erfindungsgemäße Schloß in entriegelter
Stellung;
- Fig. 7
- in einer schematischen Perspektivdarstellung das erfindungsgemäße Schloß während des
Öffnungsvorganges in einer ersten Stellung;
- Fig. 8
- in einer schematischen Perspektivdarstellung das erfindungsgemäße Schloß während des
Öffnungsvorganges in einer zweiten Stellung und
- Fig. 9
- in einer schematischen Perspektivdarstellung das erfindungsgemäße Schloß in entsperrter
Stellung.
[0018] Das erfindungsgemäße Schloß 1 sowie dessen Baukomponenten lassen sich am besten den
Darstellungen nach den Fign. 1 bis 4 entnehmen. Die Fign. 5 bis 9 zeigen in schematischer
Perspektivdarstellung in einzelnen Schritten die Überführung des erfindungsgemäßen
Schlosses 1 aus der versperrten Stellung nach Fig. 5 in die entsperrte Stellung nach
Fig. 9.
[0019] Das erfindungsgemäße Schloß 1 verfügt über ein aus zwei Gehäuseteilen gebildetes
Gehäuse. Der besseren Übersicht wegen ist in den Fign. nur das eine Gehäuseteil 2
dargestellt.
[0020] Das Schloß 1 verfügt über einen in Bewegungsrichtung 13 im Gehäuseteil 2 verschieblich
angeordneten Schloßriegel 6. Dieser Schloßriegel 6 kann in Bewegungsrichtung 13 hin-
und herbewegt werden. In der eingefahrenen Stellung des Schloßriegels 6 ist das Schloß
1 entsperrt. Diese Position des Schloßriegels 6 ist in den Fign. 1 und 9 dargestellt.
Die "verschlossene", das heißt versperrte Stellung des Schlosses zeigen die Fign.
2 und 5. In der versperrten Stellung des Schlosses ist der Schloßriegel in Bewegungsrichtung
13 mit Bezug auf die Zeichnungsebene nach Fig. 1 bzw. 2 nach links aus dem Gehäuseteil
2 herausgefahren.
[0021] Zur Betätigung des Schloßriegels 6, das heißt zum Verfahren des Schloßriegels 6 in
Bewegungsrichtung 13 dient eine Riegelverstelleinrichtung 9, die im gezeigten Ausführungsbeispiel
als Schubkurbeltrieb ausgebildet ist. Die Riegelverstelleinrichtung 9 verfügt über
einen Schwenkarm 3 einerseits sowie über einen Gelenkarm 4 andererseits. Wie insbesondere
die Darstellungen nach den Fign. 1 und 2 erkennen lassen, ist der Gelenkarm 4 der
Riegelverstelleinrichtung 9 gelenkig am Schloßriegel 6 angeordnet. Der Schwenkarm
3 ist wiederum gelenkig mit dem Gelenkarm 4 verbunden, wobei anderendseitig des Gelenkarmes
4 ein Anschlußstück 15 vorgesehen ist, welches der Ankopplung eines in den Fign. nicht
näher dargestellten Betätigungselements dient. Dieses in den Fign. nicht näher dargestellte
Betätigungselement kann beispielsweise ein Türgriff, ein Türknauf oder auch der bewegbare
Teil eines Schloßzylinders oder dergleichen sein. Auf die Ausgestaltung dieses Betätigungselements
kommt es mit Blick auf die Erfindung nicht an.
[0022] Das Anschlußstück 15 ist nach Art einer Hülse ausgebildet und im endmontierten Zustand
des Schlosses in einen Lagerkörper 16 eingesetzt, wie insbesondere die Darstellungen
nach den Fign. 1 und 2 erkennen lassen.
[0023] Für eine verschwenkbare Anordnung des Schwenkarms 3 am Gelenkarm 4 verfügt der Schwenkarm
3 über einen Bolzen 17, der im endfertig montierten Zustand in eine korrespondierend
hierzu ausgebildete Bohrung 18 des Gelenkarms 4 eingreift. Anderendseitig ist der
Gelenkarm 4 verschwenkbar am Schloßriegel 6 angeordnet, wozu der Schloßriegel 6 einen
bolzenförmigen Fortsatz trägt, der im montierten Zustand in eine zweite Bohrung 20
des Gelenkarms 4 eingreift.
[0024] Bei einer Betätigung des in den Fign. nicht näher dargestellten Betätigungselements
wird das Anschlußstück 15 und damit der daran angeordnete Schwenkarm ausgehend von
der in Fig. 2 dargestellten versperrten Stellung des Schlosses mit Bezug auf die Zeichnungsebene
nach Fig. 2 nach rechts verschwenkt. Die insgesamt als Schubkurbeltrieb ausgebildete
Riegelverstelleinrichtung 9 bewirkt deshalb ein Zurückziehen des Schloßriegels 6 in
das Gehäuseteil 2 hinein, wie in Fig. 1 dargestellt. Der am Schloßriegel 6 angeordnete
Gelenkarm 4 wird hierbei entsprechend verschwenkt. Einem unter Umständen zu weiten
Verschwenken des Gelenkarms 4 kann dabei durch entsprechende am Schloßriegel 6 ausgebildete
Anschläge 21 und 22 vorgebeugt werden.
[0025] Der Gelenkarm 4 verfügt, wie insbesondere die Darstellung nach Fig. 4 erkennen läßt,
über einen Abschnitt 23, der eine Bohrung 24 aufweist. In diese Bohrung 24 ist im
endfertig montierten Zustand des Schlosses 1 ein Sperrglied 5 eingesetzt.
[0026] Das Sperrglied 5 ist nach Art eines Bolzens ausgebildet und verfügt über einen Grundkörper
25 sowie einen daran einstückig angeordneten Kopf 26. Dem Kopf 26 gegenüberliegend
trägt der Grundkörper 25 eine umlaufende Rille 27, die der Aufnahme einer Sicherungsscheibe
28 dient. Wie die Darstellung nach Fig. 4 erkennen läßt, wird das Sperrglied 5 unter
Zwischenordnung einer Druckfeder 29 am Gelenkarm 4 montiert.
[0027] Das erfindungsgemäße Schloß 1 verfügt des weiteren über ein Sperrelement 10. Dieses
ist unter Zwischenordnung eines Rampenelements 11 an einem Stellglied 7 angeordnet.
In der bevorzugten Ausgestaltungsform nach den Fign. bilden das Stellglied 7, das
Rampenelement 11 sowie das Sperrelement 10 eine gemeinsame Baueinheit. Diese Baueinheit
ist in Bewegungsrichtung 13 linear verfahrbar, und zwar entlang einer hierfür vorgesehenen
Führungskontur 30. Für eine Verfahrbewegung des Stellgliedes 7 bzw. des hieran angeordneten
Rampenelements bzw. des hieran angeordneten Sperrelements 10 dient ein Antrieb 8,
der im gezeigten Ausführungsbeispiel als ein Piezzoelement in Form eines Elliptecmotors
ausgebildet ist. Mittels dieses Antriebes 8 kann das Stellglied 7 und damit das Rampenelement
11 bzw. das Sperrelement 10 mit Bezug auf die Zeichnungsebene nach Fig. 2 der Bewegungsrichtung
13 folgend nach links verschoben werden.
[0028] Wie sich aus einer Zusammenschau der Fign. 1 und 2 ergibt, bewegt sich das Sperrglied
5 bei einer Betätigung der Riegelverstelleinrichtung 9, das heißt bei einem Verschwenken
des Gelenkarmes 4 auf einer kreissegmentförmigen Bewegungsbahn 12. Im versperrten
Zustand des Schlosses 1, der in Fig. 2 gezeigt ist, ist in diese Bewegungsbahn 12
des Sperrgliedes 5 das Sperrelement 10 eingefahren. Das Sperrelement 10 blockiert
also das Sperrglied 5 in seiner Bewegung, weshalb ein Verschwenken des Sperrgliedes
5 und damit ein Verfahren des Schloßriegels 6 nicht möglich ist. Das Sperrelement
10 drückt sich dabei seinerseits an dem Abstützlager 14 ab, so daß auch unter stärkerer
Gewalteinwirkung ein Verschieben des Schloßriegels 6 versperrt bleibt.
[0029] Einer autorisierten Bedienperson ist es beispielsweise unter Pin-Code-Eingabe ermöglicht,
den Antrieb 8 in Gang zu setzen und damit das Stellglied 7 mit Bezug auf die Zeichnungsebene
nach Fig. 2 nach links zu verschieben. Infolge dieser Verschiebung wird das Sperrelement
10 aus der Bewegungsbahn 12 herausgefahren. Statt dessen gelangt das Rampenelement
11 in die Bewegungsbahn 12. Im Unterschied zum Sperrelement 10 ermöglicht es aber
das Rampenelement 11, daß das Sperrglied 5 mit seinem Kopf 26 der Rampe des Rampenelements
11 folgend entgegen der Druckfederkraft der Druckfeder 29 verschoben wird. Diese Verschiebemöglichkeit
des Sperrgliedes 5 entgegen der Wirkung der Druckfeder 29 ermöglicht zugleich eine
Weiterbetätigung der Riegelverstelleinrichtung 9, so daß der Schloßriegel 6 in die
in Fig. 1 gezeigte Entsperr-Stellung des Schlosses 1 verbracht werden kann.
[0030] Die Besonderheit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung liegt in ihrer Einfachheit.
Eine Betätigung des Schlosses findet in gewohnter Weise über ein in den Fign. nicht
näher dargestelltes Betätigungselement statt. Dabei wird infolge einer Betätigung
der Schloßriegel 6 über eine Riegelverstelleinrichtung in Bewegungsrichtung 13 hin-
und/oder herbewegt. Bei dieser Hin- und/oder Herbewegung des Schloßriegels 6 wird
ein damit in seiner Bewegungsfreiheit gekoppeltes Sperrglied 5 auf einer kreisförmigen
Bewegungsbahn 12 bewegt. In diese Bewegungsbahn 12 ist ein Sperrelement 10 oder ein
Rampenelement 11 einführbar. Befindet sich das Sperrelement 11 innerhalb der Bewegungsbahn
12, so ist ein Überführen des Schloßriegels 6 in die entsperrte Stellung des Schlosses
deshalb nicht möglich, weil das Sperrglied 5 in seiner Bewegung blockiert ist. Diese
Blockade ist erst dann aufgehoben, wenn anstelle des Sperrelements 10 das Rampenelement
11 in die Bewegungsbahn 12 eingefahren ist.
[0031] Ein Überführen des Schloßriegels 6 aus der versperrten Stellung in die entsperrte
Stellung zeigen in einer perspektivischen Darstellung die Fign. 5 bis 9. Es ist hier
deutlich zu erkennen, daß das Sperrglied 5 in der versperrten Stellung nach Fig. 5
durch das Sperrelement 10 an einer weiteren Verfahrbewegung gehindert ist. Erst wenn
das Sperrelement 10 aus der versperrten Stellung in die entriegelte Stellung gemäß
Fig. 6 überführt ist, kann eine Weiterbewegung des Sperrgliedes 5 und damit eine Öffnungsbewegung
des Schloßriegels 6 erfolgen. Die entsperrte Stellung des Schlosses 1 zeigt schließlich
Fig. 9.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Schloß
- 2
- Gehäuseteil
- 3
- Schwenkarm
- 4
- Gelenkarm
- 5
- Sperrglied
- 6
- Schloßriegel
- 7
- Stellglied
- 8
- Antrieb
- 9
- Riegelverstelleinrichtung
- 10
- Sperrelement
- 11
- Rampenelement
- 12
- Bewegungsbahn
- 13
- Bewegungsrichtung
- 14
- Abstützlager
- 15
- Anschlußstück
- 16
- Lagerkörper
- 17
- Bolzen
- 18
- Bohrung
- 19
- Fortsatz
- 20
- Bohrung
- 21
- Anschlag
- 22
- Anschlag
- 23
- Abschnitt
- 24
- Bohrung
- 25
- Grundkörper
- 26
- Kopf
- 27
- Rille
- 28
- Sicherungsscheibe
- 29
- Feder
- 30
- Führungskontur
1. Elektronisches Schloß, insbesondere Sicherheitsschloß, mit einem Schloßriegel (6),
einer damit verbundenen Riegelverstelleinrichtung (9), einem an der Riegelverstelleinrichtung
(9) angeordneten Sperrglied (5) und einem mit dem Sperrglied (5) zusammenwirkenden
Sperrelement (10), wobei das Sperrelement (10) in die vom Sperrglied (5) beschreibbare
Bewegungsbahn (12) einfahrbar ausgebildet ist.
2. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrelement (10) in die vom Sperrglied (5) beschreibbare Bewegungsbahn (12)
linear einfahrbar ist.
3. Schloß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrglied (5) ein federbelastetes Element, vorzugsweise ein Bolzen, ein Stift,
ein Kolben oder dergleichen ist.
4. Schloß nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrglied (5) in einer quer zur Bewegungsrichtung des Schloßriegels (6) liegenden
Richtung verschieblich ausgebildet ist.
5. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrelement (10) einendseitig eines Stellgliedes (7) angeordnet ist.
6. Schloß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Bewegungsrichtung (13) des Sperrelements (10) zwischen Stellglied (7) und Sperrelement
(10) ein Rampenelement (11) angeordnet ist.
7. Schloß nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrelement (10) durch die Öffnungsbewegung des Schloßriegels (4) wieder zurück
in die Verriegelungsstellung schiebbar ist.
8. Schloß nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (7) stabförmig ausgebildet ist.
9. Schloß nach Anspruch 5, 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß Sperrelement (10), Rampenelement (11) und Stellglied (7) einstückig ausgebildet sind.
10. Schloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (7) mittels eines Antriebes (8) linear verfahrbar ausgebildet ist.
11. Schloß nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) ein Linearantrieb ist.
12. Schloß nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) eine Piezzoelement aufweist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Elektronisches Schloss, insbesondere Sicherheitsschloss, mit einem Schlossriegel
(6), einer damit verbundenen Riegelverstelleinrichtung (9), einem an der Riegelverstelleinrichtung
(9) angeordneten Sperrglied (5) und einem mit dem Sperrglied (5) zusammenwirkenden
Sperrelement (10), wobei das Sperrelement (10) in die vom Sperrglied (5) beschreibbare
Bewegungsbahn (12) einfahrbar ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (10) einendseitig eines Stellgliedes (7) angeordnet und durch die
Öffnungsbewegung des Schlossriegels (6) wieder zurück in die Verriegelungsstellung
schiebbar ist.
2. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (10) in die vom Sperrglied (5) beschreibbare Bewegungsbahn (12)
linear einfahrbar ist.
3. Schloss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (5) ein federbelastetes Element, vorzugsweise ein Bolzen, ein Stift,
ein Kolben oder dergleichen ist.
4. Schloss nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (5) in einer quer zur Bewegungsrichtung des Schlossriegels (6) liegenden
Richtung verschieblich ausgebildet ist.
5. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Bewegungsrichtung (13) des Sperrelements (10) zwischen Stellglied (7) und Sperrelement
(10) ein Rampenelement (11) angeordnet ist.
6. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (7) stabförmig ausgebildet ist.
7. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sperrelement (10), Rampenelement (11) und Stellglied (7) einstückig ausgebildet sind.
8. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (7) mittels eines Antriebes (8) linear verfahrbar ausgebildet ist.
9. Schloss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (8) ein Linearantrieb ist.
10. Schloss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (8) eine Piezzoelement aufweist.