[0001] Die Erfindung betrifft eine vorzugsweise mobile Bohrvorrichtung, insbesondere Tiefbohrvorrichtung,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Eine solche Bohrvorrichtung ist ausgebildet
mit einer Plattform und zwei parallel zueinander verlaufenden Mastsäulen, die an der
Plattform angeordnet sind.
[0002] Eine derartige Bohrvorrichtung, die einen Doppelmast mit zwei parallelen Mastsäulen
aufweist, ist aus der
US 7,152,672 B1 bekannt. Zwischen den beiden Mastsäulen der bekannten Vorrichtung ist eine Seilflasche
zum Handhaben eines Bohrstrangs vorgesehen. Die beiden Mastsäulen der
US 7,152,672 B1 sind auf der Oberseite einer Plattform schwenkbar angeordnet. Die beabstandete Anordnung
der beiden Mastsäulen erlaubt es, den Mast beim Einschwenken in eine horizontale Transportposition
über zwei an der Bohrvorrichtung vorgesehene Trommeln zu schwenken, so dass die beiden
Trommeln zwischen den beiden Mastsäulen zu liegen kommen.
[0003] Die
GB 2 081 342 A beschreibt eine Bohrvorrichtung mit einem schwenkbaren Einfachmast. Dieser Einfachmast
weist lediglich eine einzige Mastsäule auf, die als Fachwerkmast ausgebildet ist.
Im aufgerichteten Zustand steht der bekannte Mast durch eine Arbeitsplattform nach
unten durch. Um ein Einschwenken des Mastes in diesen Zustand zu ermöglichen, ist
die Arbeitsplattform in Draufsicht U-förmig ausgebildet, wobei der Mast zwischen den
beiden Schenkeln der U-Form durchgeschwenkt wird.
[0004] Die
US 2005/0193645 A1 und die
US 2005/0194189 A1 offenbaren Bohrvorrichtungen mit einem Einfachmast, der sich in einem unteren Bereich
gabelförmig verzweigt. Im Bereich der gabelförmigen Verzweigung ist der Mast schwenkbar
auf einer Plattform angelenkt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Bohrvorrichtung mit Doppelmast so weiterzubilden,
dass eine besonders hohe Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit gegeben ist.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bohrvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0009] Die erfindungsgemäße Bohrvorrichtung ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Mastsäulen sowohl oberseitig der Plattform als auch unterseitig der Plattform
über die Plattform vorstehen, und dass sich die Plattform in einen Bereich zwischen
den beiden Mastsäulen erstreckt.
[0010] Ein Grundgedanke der Erfindung liegt in einem Doppelmast, der nicht auf der Plattform
aufsteht, sondern bei dem die Arbeitsplattform gegenüber dem Mastfuß längs des Mastes
nach oben in Richtung zur Mastmitte oder sogar darüber hinaus versetzt ist. Dabei
ragt nach der Erfindung die Plattform zumindest teilweise in einen Zwischenbereich
zwischen den beiden Mastsäulen hinein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die
Plattform durch die beiden Mastsäulen hindurchragt.
[0011] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung trennt somit die Arbeitsplattform einen unteren
Mastbereich von einem oberen Mastbereich. Diese Trennung ist insbesondere auch zwischen
den beiden Mastsäulen gegeben, also in einem Bereich, in dem in der Regel das Bohrgestänge
verläuft und entsprechende Bedienungstätigkeiten durchzuführen sind. Die Trennung
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn beim Bohrbetrieb mit plötzlichen Gasausbrüchen
gerechnet werden muss. Für diesen Fall ermöglicht die erhöhte Anordnung der Plattform
zum einen in besonders einfacher Weise die Anordnung eines Blowout-Preventers unterhalb
der Plattform. Überdies kommt der Plattform selbst eine Schutzfunktion für den oberen
Mastbereich zu, in welchem der Arbeitsbereich zum Handhaben des Bohrgestänges vorgesehen
werden kann.
[0012] Gleichzeitig ist die erfindungsgemäße Anordnung im Hinblick auf die Kraftaufnahme
besonders vorteilhaft. So können zum einen die nach der Erfindung unterhalb des Mastes
verlaufenden Mastsäulenabschnitte die Plattform in besonders einfacher und zuverlässiger
Weise am Boden abstützen. Ferner sind die an der Verbindung zwischen Mast und Plattform
auftretenden Drehmomente besonders gering, da diese Verbindung vergleichsweise nahe
bei der Mastmitte und somit beim Mastschwerpunkt liegt.
[0013] Beispielsweise kann nach der Erfindung die Plattform auf einer Höhe vorgesehen sein,
die etwa einem Drittel der Gesamthöhe der Mastsäulen entspricht. Insbesondere kann
die Plattform in einem Bereich positioniert sein, der zwischen einem Viertel der Höhe
der Mastsäulen und der Hälfte der Höhe der Mastsäulen liegt. Bei aufgerichteten, vertikalen
Mastsäulen verläuft die Plattform zweckmäßigerweise senkrecht zu den beiden Mastsäulen.
[0014] Die beiden Mastsäulen sind zweckmäßigerweise exzentrisch bezüglich der Bohrachse
der Bohrvorrichtung angeordnet. Besonders bevorzugt ist es, dass die Bohrachse zwischen
den beiden Mastsäulen verläuft und/oder dass die beiden Mastsäulen und die Bohrachse
in einer gemeinsamen Ebene liegen. Hierdurch können die beim Bohren auftretenden Hebelkräfte
des Bohrgestänges auf die Mastsäulen klein gehalten werden.
[0015] Im Hinblick auf die Funktionalität ist es besonders vorteilhaft, dass zwischen den
beiden Mastsäulen, insbesondere im oberen Mastbereich, eine Handhabungseinrichtung
für das Bohrgestänge, beispielsweise eine Seilflasche, eine Ziehvorrichtung und/oder
ein Drehantrieb, vorgesehen ist. Vorzugsweise ist zwischen den Mastsäulen ein Freiraum
ausgebildet, in dem die Handhabungseinrichtung längs der Mastsäulen verfahrbar ist.
In diesem Fall kann die Handhabungseinrichtung dem Bohrgestänge axial folgen und insbesondere
zum axialen Ziehen des Bohrgestänges dienen.
[0016] Im Hinblick auf den Transportaufwand ist es besonders bevorzugt, dass an den beiden
Mastsäulen zumindest ein Schwenkgelenk vorgesehen ist, mit dem die Mastsäulen zwischen
einer vertikalen Betriebsposition und einer Montageposition verschwenkbar sind. Diese
Ausführungsform erlaubt es, die Mastsäulen zum Transport und zur Montage/Demontage
in die Montageposition zu verbringen, in welcher die Mastsäulen vorzugsweise zumindest
annähernd horizontal verlaufen und somit die lichte Höhe der Vorrichtung verringert
ist. Die Schwenkachse des Schwenkgelenkes verläuft vorzugsweise horizontal.
[0017] Ein besonders geringer konstruktiver Aufwand ist dadurch gegeben, dass das Schwenkgelenk
an der Plattform angeordnet ist. Gemäß dieser Ausführungsform ist das Schwenkgelenk
einerseits an der Plattform und andererseits an der Mastsäule vorgesehen, so dass
das Schwenkgelenk die Plattform mit der Mastsäule verbindet. Der konstruktive Aufwand
kann weiter dadurch verringert werden, dass das Schwenkgelenk vom Fuß der Mastsäulen
beabstandet ist. Hierdurch kann berücksichtigt werden, dass die Plattform in der vertikalen
Betriebsposition vom Fuß der Mastsäulen beabstandet ist. Zweckmäßigerweise weist jede
der beiden Mastsäulen zumindest ein Schwenkgelenk auf.
[0018] Für ein besonders einfaches Aufrichten der Bohrvorrichtung ist es besonders vorteilhaft,
dass zum Verschwenken der Mastsäulen zumindest ein Linearantrieb, insbesondere ein
Hydraulikzylinder, vorgesehen ist. Für eine besonders kompakte Bauform ist dieser
Linearantrieb zweckmäßigerweise einerseits an einer Mastsäule und andererseits an
der Plattform angelenkt. Vorzugsweise weist jede der beiden Mastsäulen zumindest einen
eigenen Linearantrieb zum Verschwenken auf.
[0019] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der Linearantrieb zumindest bereichsweise unterhalb
der Plattform verläuft. Hierdurch kann oberhalb der Plattform ein besonders großer
Arbeitsraum zur Verfügung gestellt werden. Zweckmäßigerweise verläuft der Linearantrieb
gänzlich unterhalb der Plattform. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Linearantrieb
in einem Bereich der Mastsäule angelenkt ist, der sich bei der vertikalen Betriebsposition
der Mastsäule tiefer als die Plattform befindet.
[0020] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass, insbesondere in einem
Kopfbereich der Mastsäulen, zumindest eine Querstrebe vorgesehen ist, welche die beiden
Mastsäulen verbindet. Hierdurch kann eine unerwünschte Relativverkippung der beiden
Mastsäulen gegeneinander verhindert werden. Zweckmäßigerweise ist unterhalb der Querstrebe
ein Freiraum zwischen den beiden Mastsäulen gegeben, der sich bis zur Plattform hin
erstreckt. In diesem Freiraum kann die Handhabungseinrichtung vorgesehen sein.
[0021] Eine weitere Querverbindung zwischen den beiden Mastsäulen kann durch die Plattform
bestehen, welche über die Schwenkgelenke mit beiden Mastsäulen in Verbindung steht.
Eine weitere Querverbindung kann im Fußbereich der Mastsäulen bestehen.
[0022] Zweckmäßigerweise ist oberhalb der Plattform lediglich eine einzige Querverbindung
vorgesehen, so dass ein besonders großer freier Arbeitsraum zur Verfügung steht.
[0023] Die Einsatzvielfalt kann bei hoher Betriebssicherheit dadurch erhöht werden, dass
ein Bohrschlitten vorgesehen ist, der an den beiden Mastsäulen längsverschiebbar gelagert
ist. An diesem Bohrschlitten kann beispielsweise die Handhabungseinrichtung vorgesehen
sein. Zweckmäßigerweise ist der Bohrschlitten im oberen Mastbereich oberhalb der Plattform
angeordnet.
[0024] Eine besonders zuverlässige Konstruktion ist dadurch gegeben, dass der Bohrschlitten
zwei Führungshülsen, die jeweils eine Mastsäule umgeben, und eine zwischen den Führungshülsen
verlaufende Querstrebe aufweist. Diese Querstrebe kann insbesondere in der Form eines
Jochs ausgebildet sein, also eine mittlere Verjüngung aufweisen.
[0025] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass zum Längsverschieben
des Bohrschlittens zumindest ein Linearantrieb, insbesondere Hydraulikzylinder, vorgesehen
ist. Für eine besonders kompakte Bauform verläuft der Linearantrieb vorzugsweise parallel
zu den beiden Mastsäulen. Beispielsweise kann der Linearantrieb auf seiner dem Bohrschlitten
abgewandten Seite an einer der Mastsäulen, insbesondere in deren Fußbereich, befestigt
sein. Zu diesem Zweck kann an der Mastsäule ein entsprechendes Auge vorgesehen sein.
[0026] Zweckmäßigerweise verläuft der Linearantrieb zumindest bereichsweise unterhalb der
Plattform, wodurch ein besonders großer Schlittenhub gegeben sein kann. Eine weitere
Vergrößerung des Hubes kann dadurch realisiert werden, dass der Hydraulikzylinder
als Doppelzylinder ausgebildet ist und zwei Einzelzylinder aufweist, die entgegengerichtet
wirken und die an ihrem Zylindergehäuse miteinander verbunden sind. Unter entgegengerichteter
Wirkung kann insbesondere verstanden werden, dass die Kolbenstangen der beiden Einzelzylinder
auf gegenüberliegenden Seiten der Zylinderanordnung vorstehen.
[0027] Um den Bohrvorgang und/oder den Schwenkvorgang der Mastsäulen nicht zu behindern,
ist der Linearantrieb bevorzugt auf einer Mastaußenseite einer Mastsäule angeordnet,
wobei die Mastaußenseite der anderen Mastsäule und/oder dem Zwischenraum zwischen
den beiden Mastsäulen abgewandt ist. Besonders zweckmäßig ist es, dass zwei Linearantriebe
vorgesehen sind, die jeweils an einer unterschiedlichen Führungshülse und/oder Mastsäule
angeordnet sind. Hierdurch kann ein unerwünschtes Verkanten des Bohrschlittens verhindert
werden.
[0028] Eine besonders hohe Steifigkeit des Mastes kann nach der Erfindung vorteilhafterweise
dadurch erzielt werden, dass zumindest eine der Mastsäulen einen rechteckigen, insbesondere
quadratischen Außenquerschnitt aufweist oder im Außenquerschnitt ein H-Profil aufweist.
Weiter ist es besonders vorteilhaft, dass zumindest eine der Mastsäulen längsseitig
vollflächige Außenflächen aufweist. Grundsätzlich können die Mastsäulen aber auch
mit einer Fachwerkkonstruktion ausgebildet sein.
[0029] Der Montageaufwand kann weiter dadurch verringert werden, dass zum Anheben der Plattform
zumindest ein Hubgerüst, insbesondere ein parallelogrammförmiges Hubgerüst, vorgesehen
ist. Ein solches parallelogrammförmiges Hubgerüst weist eine etwa parallel zur Plattform
verlaufende Basis sowie zwei parallel zueinander verlaufende Stützarme auf, welche
die Plattform mit der darunterliegenden Basis verbinden. Eine besonders standsichere
Bohrvorrichtung kann dadurch erhalten werden, dass zumindest zwei Hubgerüste vorgesehen
sind. Diese beiden Hubgerüste werden vorzugsweise nebeneinander mit fluchtenden Schwenkachsen
angeordnet. Zwischen den beiden Hubgerüsten kann ein Zwischenbereich der Plattform
vorgesehen sein. An diesem Zwischenbereich ist vorzugsweise der Plattformabschnitt
ausgebildet, der sich in den Bereich zwischen den beiden Mastsäulen erstreckt.
[0030] Eine besonders kompakte Bauform kann dadurch erhalten werden, dass die Plattform
an einer kurzen Parallelogrammseite verläuft. Demgemäß kann auch die Basis an einer
kurzen Parallelogrammseite verlaufen, wohingegen die beiden Stützen die längeren Parallelogrammseiten
bilden.
[0031] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass ein Linearantrieb,
insbesondere Hydraulikzylinder, zum Betätigen des Hubgerüstes vorgesehen ist. Hierdurch
kann der Aufwand zum Errichten der Bohrvorrichtung verringert werden. Eine besonders
kompakte Bauform kann dadurch erhalten werden, dass der Linearantrieb im Inneren des
Hubgerüstes verläuft. Insbesondere kann sich der Linearantrieb zwischen zwei schräg
gegenüberliegenden Schwenkachsen des Hubgerüstes erstrecken. Vorzugsweise ist der
Linearantrieb an einem Ende im Fußbereich einer mastnahen Stütze und am anderen Ende
im oberen Bereich einer mastfernen Stütze des Hubgerüstes am Hubgerüst angelenkt.
[0032] Eine besonders kompakte Bauform wird dadurch erhalten, dass die Plattform in Draufsicht
kreuzförmig ausgebildet ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass ein erster Kreuzbalken
zwei Hubgerüste verbindet und ein, insbesondere rechtwinklig hierzu verlaufender,
zweiter Kreuzbalken zwischen den beiden Mastsäulen durchsteht. Vorzugsweise ist am
zweiten Kreuzbalken ein Bedienstand angeordnet.
[0033] Die Standsicherheit der erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung kann weiter dadurch verbessert
werden, dass eine Befestigungseinrichtung vorgesehen ist, mit welcher zumindest eine
der beiden Mastsäulen bei vertikaler Betriebsposition am Hubgerüst, insbesondere an
der Basis des Hubgerüstes, festlegbar ist. Insbesondere kann die Befestigungseinrichtung
am Fuß der Mastsäule vorgesehen sein. Beispielsweise kann die Befestigungseinrichtung
einen Auflageblock aufweisen, auf der die vertikale Mastsäule aufsteht, und der einen
Anschlag für die vertikale Mastsäule zum Aufnehmen von vertikal gerichteten Kräften
bildet. Die Befestigungseinrichtung kann beispielsweise auch Verbindungsbolzen und/oder
Schrauben aufweisen.
[0034] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung
zum Erstellen einer Bohrung im Erdboden.
[0035] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele, die schematisch
in den beigefügten Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. In den beigefügten
Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 im unteren Mastbereich;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Vorrichtung aus den Figuren 1 und 2 im unteren Mastbereich;
und
- Fig. 4 bis 6
- Verschiedene Verfahrensstadien bei der Montage der Vorrichtung der Figuren 1 bis 3
[0036] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung ist in den Figuren
1 bis 3 in einem Betriebszustand dargestellt. Die Vorrichtung weist einen Doppelmast
mit zwei parallelen Mastsäulen 1, 1' auf, die in der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten
Betriebsposition vertikal verlaufen. Die beiden Mastsäulen 1, 1' sind parallel zur
Bohrachse 60 angeordnet und von dieser Bohrachse 60 beabstandet. Die Bohrachse 60
verläuft in einem Bereich zwischen den beiden Mastsäulen 1, 1', wobei die beiden Mastsäulen
1, 1' und die Bohrachse 60 insbesondere in einer gemeinsamen, vertikal verlaufenden
Ebene liegen. Die Mastsäulen 1, 1' weisen im Querschnitt ein H-Profil und längsseitig
vollflächige Außenflächen auf.
[0037] Auf etwa einem Drittel der Gesamthöhe der beiden Mastsäulen 1, 1', das heißt in einem
vom Fuß 19 der Mastsäulen 1, 1' beabstandeten Bereich ist an den Mastsäulen 1, 1'
eine Plattform 2 vorgesehen, die sich bei Betriebsposition der Mastsäulen 1, 1' etwa
horizontal und senkrecht zu den Mastsäulen 1, 1' erstreckt. Die Plattform 2 ist in
Draufsicht kreuzförmig mit zwei senkrecht zueinander verlaufenden Kreuzbalken 22 und
23 ausgebildet. Der Kreuzbalken 23 verläuft hinter den beiden Mastsäulen 1, 1'. Der
senkrecht hierzu verlaufende zweite Kreuzbalken 22 der Plattform 2 erstreckt sich
in einem vorderen Bereich 21 in den Zwischenraum zwischen den beiden Mastsäulen 1,
1' und ragt dabei durch die beiden Mastsäulen 1, 1' hindurch. In diesem vorderen Bereich
21 ist in der Plattform 2 eine konzentrisch zur Bohrachse 60 angeordnete, vertikal
verlaufende Durchgangsöffnung zum Durchführen des Bohrgestänges vorgesehen. Auf der
Plattform 2 ist überdies ein Bedienstand 8 angeordnet. Dieser Bedienstand 8 ist auf
dem zweiten Kreuzbalken 22 positioniert, und zwar auf der Kreuzseite, die dem vorderen
Bereich 21 abgewandt ist.
[0038] Die Plattform 2 teilt den Doppelmast in einen oberen Mastbereich 5 und in einen unteren
Mastbereich 6. Im unteren Mastbereich 6 ist unterhalb der Plattform 2 zwischen den
beiden Mastsäulen 1, 1' ein Blowout-Preventer 80 angeordnet. Im oberen Mastbereich
5 ist oberhalb der Plattform 2 ein vertikal verstellbarer Bohrschlitten 40 an den
Mastsäulen 1, 1' vorgesehen, an welchem wiederum eine Handhabungseinrichtung 45, beispielsweise
eine Hubvorrichtung, für das Bohrgestänge angeordnet ist. Die Handhabungseinrichtung
45 und der Blowout-Preventer 80 sind fluchtend mit der Bohrachse 60 positioniert.
[0039] Die beiden Mastsäulen 1, 1' sind exzentrisch zur Bohrachse 60 angeordnet, welche
vertikal unterhalb der Handhabungseinrichtung 45 und durch die Durchgangsöffnung im
vorderen Bereich 21 der Plattform 2 hindurch verläuft.
[0040] Der Bohrschlitten 40 ist längs der beiden Mastsäulen 1, 1' verschiebbar und in Fig.
1 in einer oberen Verschiebeposition und in den Figuren 2 und 3 in einer unteren Position
dargestellt. Zur längsverschiebbaren Lagerung weist der Bohrschlitten 40 eine erste
Führungshülse 41 auf, welche die erste Mastsäule 1 umgibt, sowie eine zweite Führungshülse
41', welche die zweite Mastsäule 1' umgibt. Die beiden Führungshülsen 41, 41' sind
durch eine Querstrebe 42 miteinander verbunden. Die Querstrebe 42 ist in Form eines
Joches mit einer mittleren Verjüngung ausgebildet. Im Bereich dieser mittleren Verjüngung
der Querstrebe 42 ist an der Querstrebe 42 die Handhabungseinrichtung 45 vorgesehen.
[0041] Der Bohrschlitten 40 ist in einem Freiraum 4 verschiebbar, der zwischen den beiden
Mastsäulen 1, 1' im oberen Mastbereich 5 oberhalb der Plattform 2 ausgebildet ist.
Zum Verschieben des Bohrschlittens 40 längs der beiden Mastsäulen 1, 1' weist die
Bohrvorrichtung zwei als Hydraulikzylinder ausgebildete, teleskopierbare Linearantriebe
14, 14' auf. Die beiden Linearantriebe 14 und 14' sind an ihrem einen Ende jeweils
an einer der beiden Führungshülsen 41 bzw. 41' und an ihrem anderen Ende jeweils an
einer der Mastsäulen 1 bzw. 1' im Bereich des Fußes 19 befestigt. Hierzu weisen die
Mastsäulen 1, 1' und die Führungshülsen 41, 41' vorstehende Augen auf. Die beiden
Linearantriebe 14, 14' verlaufen parallel zu den beiden Mastsäulen 1, 1' und sind
außenseitig an den Mastsäulen 1, 1' angeordnet, das heißt auf der Mastseite, die dem
Zwischenraum zwischen den beiden Mastsäulen 1, 1' und dem darin angeordneten vorderen
Plattformbereich 21 abgewandt ist.
[0042] Wie insbesondere in Fig. 2 gezeigt ist, weist der Linearantrieb 14 zwei hydraulische
Einzelzylinder 71, 72 auf, welche an ihren Zylindergehäusen miteinander verbunden
sind. Für einen besonders großen Hub sind die beiden Einzelzylinder 71, 72 gegenwirkend
ausgebildet, das heißt die jeweiligen Kolbenstangen sind an gegenüberliegenden Seiten
angeordnet. Im Falle des Einzelzylinders 71 fährt die Kolbenstange nach oben aus,
im Falle des Einzelzylinders 72 nach unten. Zur Erhöhung der Knicksteifigkeit sind
an den Kolbengehäusen der beiden Einzelzylinder 71 und 72 übereinander zwei Führungsschlitten
73, 73' vorgesehen, über welche die Zylindergehäuse längs verschiebbar an der benachbarten
Mastsäule 1 gelagert sind. Der zweite Linearantrieb 14' ist analog zum ersten Linearantrieb
14 aufgebaut.
[0043] Wie Fig. 2 ferner zeigt ist zwischen dem vorderen Bereich 21 der Plattform 2, welcher
durch die beiden Mastsäulen 1, 1' durchsteht, und den Mastsäulen 1, 1' ein Freiraum
ausgebildet, durch den die Führungshülsen 41, 41' bei der in Fig. 2 dargestellten
unteren Schlittenposition hindurchtreten können. Die Linearantriebe 14, 14' verlaufen
zumindest bereichsweise im unteren Mastbereich 6 unterhalb der Plattform 2. Bei der
in Fig. 2 dargestellten unteren Position des Bohrschlittens 40 verlaufen die Linearantriebe
14, 14' nahezu vollständig im unteren Mastbereich 6.
[0044] Auf der Plattform 2 ist ein Bedienstand 8 vorgesehen. Dieser ist am Kreuzbalken 22
der Plattform 2 angeordnet, und zwar auf der dem vorderen Bereich 21 abgewandten Rückseite
dieses Kreuzbalkens 22. Bei dieser Position des Bedienstands 8 steht dem Bediener
ein besonders guter Überblick über die Bohrtätigkeit zur Verfügung.
[0045] Wie insbesondere Fig. 1 zeigt sind die beiden Mastsäulen 1, 1' am Kopf über eine
Querstrebe 17 miteinander verbunden. Diese Querstrebe 17 weist in einem mittleren
Bereich eine Verdickung auf und/oder ist leicht konvex nach außen gekrümmt.
[0046] Die beiden Mastsäulen 1 und 1' sind über jeweils ein Schwenkgelenk 10 beziehungsweise
10' schwenkbar an der Plattform 2 gelagert. Diese Schwenkgelenke 10, 10' sind insbesondere
in den Figuren 3 und 6 erkennbar. Die Schwenkgelenke 10, 10' werden durch Lageraugen
gebildet, die an den Mastsäulen 1, 1' angeordnet sind und zur Plattform 2 vorstehen.
Die Schwenkgelenke 10, 10' erlauben ein Verschwenken der Mastsäulen 1, 1' zwischen
einer in den Figuren 1 bis 3 dargestellten vertikalen Betriebsposition und einer in
Fig. 6 dargestellten Montageposition. Die beiden Schwenkgelenke 10, 10' weisen hierzu
eine gemeinsame Schwenkachse auf, die horizontal und parallel zum Kreuzbalken 23 verläuft.
[0047] Zum aktiven Verschwenken der beiden Mastsäulen 1, 1' ist an der ersten Mastsäule
1 ein Linearantrieb 27 und an der zweiten Mastsäule 1' ein zweiter Linearantrieb 27'
angeordnet. Diese beiden als Hydraulikzylinder ausgebildeten Linearantriebe 27, 27'
sind insbesondere in den Figuren 3, 6 und 1 erkennbar. Die Linearantriebe 27, 27'
verlaufen unterhalb der Plattform 2 und sind einerseits an der Plattform 2 und andererseits
im unteren Mastbereich 6 unterhalb der Schwenkgelenke 10, 10' an der jeweiligen Mastsäule
1 beziehungsweise 1' angelenkt, wozu die Mastsäulen 1, 1' entsprechende Augen aufweisen.
[0048] Die Plattform 2 ist oben an zwei Hubgerüsten 30, 30' angeordnet. Diese Hubgerüste
30, 30' sind dafür eingerichtet, die Plattform 2 zwischen einer in den Figuren 1 bis
3 dargestellten angehobenen Betriebsposition und einer in Fig. 6 dargestellten abgesenkten
Montageposition zu verfahren. Die beiden Hubgerüste 30, 30' sind dabei an gegenüberliegenden
Enden des Kreuzbalkens 23 der Plattform 2 vorgesehen, welcher hinter den beiden Mastsäulen
1, 1' verläuft. Die beiden Hubgerüste 30, 30' sind im Wesentlichen baugleich ausgebildet.
Ihre Konstruktion ist insbesondere in den Figuren 3 und 4 erkennbar. Wie diese Figuren
am Beispiel des Hubgerüstes 30 zeigen, ist das Hubgerüst 30 als Parallelogrammwippe
ausgebildet. Eine erste Parallelogrammseite ist dabei an einer Basis 33 ausgebildet,
die auf dem Erdboden aufsteht. An dieser Basis 33 sind zwei Stützen 34 und 35 schwenkbar
angelenkt, welche weitere Parallelogrammseiten bilden. An den Stützen 34, 35 ist,
auf der der Basis 33 abgewandten Seite, ein trapezförmiges Element 36 angeordnet,
das die vierte Parallelogrammseite und gleichzeitig einen Teil der Plattform 2 bildet.
Die durch die Stützen 34, 35 gebildeten Parallelogrammseiten sind dabei länger als
die an der Basis 33 und der gegenüberliegenden Plattform 2 gebildeten Parallelogrammseiten.
[0049] Zum Betätigen des Hubgerüstes 30 ist ein als Hydraulikzylinder ausgebildeter Linearantrieb
31 vorgesehen, der im Inneren des Hubgerüstes 30 verläuft. Der Linearantrieb 31 verläuft
dabei quer durch das Hubgerüst 30. An einem Ende ist der Linearantrieb 31 im Bereich
der Verbindung zwischen der hinteren Stütze 35 und dem trapezförmigen Element 36 am
trapezförmigen Element 36 angelenkt, wobei eine entsprechende Schwenkachse mit der
Schwenkachse zwischen dem trapezförmigen Element 36 und der Stütze 35 zusammenfällt.
An seinem anderen Ende ist der Linearantrieb 31 im Bereich der Verbindung zwischen
der vorderen Stütze 34 und der Basis 33 an der Basis 33 angelenkt, wobei eine entsprechende
Schwenkachse mit der Schwenkachse zwischen der Basis 33 und der Stütze 34 zusammenfällt.
[0050] Für besonders kompakte Transportabmessungen ist der Anlenkpunkt der hinteren, mastabgewandten
Stütze 35 an der Basis 33 oberhalb des Anlenkpunktes der Stütze 34 an der Basis 33
positioniert. Zu diesem Zweck nimmt die Höhe der Basis 33 vom Anlenkpunkt der vorderen
Stütze 34 zum Anlenkpunkt der hinteren Stütze 35 hin zu. Wie insbesondere Fig. 3 zeigt,
kann im hinteren Bereich der Basis 33, das heißt im Bereich der Stütze 35 zur Erhöhung
der Standfestigkeit ein L-förmiges Verlängerungsstück 37 vorgesehen werden. Dieses
Verlängerungsstück 37 ist über eine Bolzenverbindung lösbar an der Basis 33 befestigt.
[0051] Wie insbesondere die Figuren 3 und 6 zeigen wird bei der fertig montierten Bohrvorrichtung
im Scheitelbereich des trapezförmigen Elementes 36 ein dreieckiges Lagerstück 39 lösbar
angeordnet, insbesondere angebolzt. An diesem Lagerstück 39 ist das Schwenkgelenk
10 der Mastsäule 1 vorgesehen. Überdies bildet das Lagerstück 39 auch einen Teil des
Kreuzbalkens 23 der Plattform 2.
[0052] Das zweite Hubgerüst 30' ist analog zum ersten Hubgerüst 30 aufgebaut.
[0053] Wie insbesondere die Figuren 1 und 2 zeigen ist an der Basis 33 der beiden Hubgerüste
30 und 30' jeweils eine als Anschlagblock ausgebildete Befestigungseinrichtung 13,
13' vorgesehen, mit welcher die beiden Mastsäulen 1, 1' im aufgerichteten, vertikalen
Zustand an der Basis 33 des jeweiligen Hubgerüstes 30 beziehungsweise 30' festlegbar
sind.
[0054] Die Montage der Bohrvorrichtung der Figuren 1 bis 3 ist in den Figuren 4 bis 6 dargestellt.
[0055] Zunächst werden, wie in Fig. 4 gezeigt, die beiden Hubgerüste 30, 30', die auch als
Längsmodule bezeichnet werden können, mit fluchtenden Schwenkachsen nebeneinander
angeordnet.
[0056] Sodann wird, wie in Fig. 5 gezeigt, zwischen den beiden Hubgerüsten 30, 30' ein Mittelteil
51 vorgesehen. Die beiden Hubgerüste 30, 30' werden über das Mittelteil 51, welches
eine zentrale Querverbindung bildet, miteinander verbunden. Die Verbindung zwischen
dem Mittelteil 51 und den beiden Hubgerüsten 30, 30' erfolgt dabei am trapezförmigen
Element 36 des jeweiligen Hubgerüstes 30 beziehungsweise 30', wobei das trapezförmige
Element 36 auch als Quersteg bezeichnet werden kann. Das Mittelteil 51 bildet den
Kreuzbalken 22 mit dem vorderen Bereich 21, der auch als Bohrplattform bezeichnet
werden kann, und mit dem Bedienstand 8. Der andere Kreuzbalken 23 wird durch die beiden
trapezförmigen Elemente 36 und das Mittelteil 51 gebildet.
[0057] Im Anschluss werden, wie in Fig. 6 gezeigt, die Mastsäulen 1, 1' an den Hubgerüsten
30, 30' befestigt. Die Befestigung erfolgt dabei über die dreieckigen Lagerstücke
39, an denen die Mastsäulen 1, 1' schwenkbar angelenkt sind. Diese Lagerstücke 39
werden an den trapezförmigen Elementen 36 befestigt. Im Zusammenhang mit der Befestigung
der Mastsäulen 1, 1' werden auch die Linearantriebe 27 und 27' zum Verschwenken der
Mastsäulen 1, 1' zwischen den Mastsäulen 1, 1' und den Hubgerüsten 30, 30' angeordnet.
[0058] Zum Aufrichten der Bohrvorrichtung aus der in Fig. 6 dargestellten Montageposition
in die in Fig. 1 dargestellte Betriebsposition werden die Linearantriebe 31 der Hubgerüste
30, 30' betätigt und dabei die Plattform 2 nach oben gefahren. Gleichzeitig oder anschließend
werden die Mastelemente 1, 1' durch Einziehen der Linearantriebe 27 beziehungsweise
27' aus der Horizontalen in die Vertikale geklappt. Sodann werden die Mastsäulen 1,
1' im Bereich des Fußes 19 mittels der Befestigungseinrichtungen 13 beziehungsweise
13' am Hubgerüst 30 beziehungsweise 30', insbesondere an der Basis 33, verriegelt.
[0059] Zweckmäßigerweise ist die gesamte Tiefbohranlage in Baugruppen aufgeteilt, die Containermaße
und/oder -befestigungen besitzen. Insbesondere können die einzelnen Hubgerüste 30,
30' sowie das Mittelteil 51 Containermaße besitzen.
1. Bohrvorrichtung, insbesondere Tiefbohrvorrichtung, mit
- einer Plattform (2) und
- zwei parallel zueinender verlaufenden Mastsäulen (1, 1'), die an der Plattform (2)
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Mastsäulen (1, 1') sowohl oberseitig der Plattform (2) als auch unterseitig der
Plattform (2) über die Plattform (2) vorstehen, und
- dass sich die Plattform (2) in einen Bereich zwischen den beiden Mastsäulen (1, 1') erstreckt.
2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an den beiden Mastsäulen (1, 1') zumindest ein Schwenkgelenk (10, 10') vorgesehen
ist, mit dem die Mastsäulen (1, 1') zwischen einer vertikalen Betriebsposition und
einer Montageposition verschwenkbar sind, und
- dass das Schwenkgelenk (10, 10') an der Plattform (2) angeordnet ist.
3. Bohrvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Verschwenken der Mastsäulen (1, 1') zumindest ein Linearantrieb (27, 27'), insbesondere
Hydraulikzylinder, vorgesehen ist, der einerseits an einer Mastsäule (1, 1') und andererseits
an der Plattform (2) angelenkt ist.
4. Bohrvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Linearantrieb (27, 27') zumindest bereichsweise unterhalb der Plattform (2) verläuft.
5. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem Kopfbereich der Mastsäulen (1, 1') zumindest eine Querstrebe (17) vorgesehen
ist, welche die beiden Mastsäulen (1, 1') verbindet.
6. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Bohrschlitten (40) vorgesehen ist, der an den beiden Mastsäulen (1, 1') längsverschiebbar
gelagert ist, und
dass der Bohrschlitten (40) zwei Führungshülsen (41, 41'), die jeweils eine Mastsäule
(1, 1') umgeben, und eine zwischen den Führungshülsen (41, 41') verlaufende Querstrebe
(42) aufweist.
7. Bohrvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Längsverschieben des Bohrschlittens (40) zumindest ein Linearantrieb (14, 14'),
insbesondere Hydraulikzylinder, vorgesehen ist, der zumindest bereichsweise unterhalb
der Plattform (2) verläuft.
8. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Anheben der Plattform (2) zumindest ein parallelogrammförmiges Hubgerüst (30,
30') vorgesehen ist,
wobei die Plattform (2) an einer kurzen Parallelogrammseite verläuft.
9. Bohrvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Linearantrieb (31), insbesondere Hydraulikzylinder, zum Betätigen des Hubgerüstes
(30, 30') vorgesehen ist, der im Inneren des Hubgerüstes (30, 30') verläuft.
10. Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Plattform (2) in Draufsicht kreuzförmig ausgebildet ist, wobei ein erster Kreuzbalken
zwei Hubgerüste (30, 30') verbindet und ein zweiter Kreuzbalken zwischen den beiden
Mastsäulen (1, 1') durchsteht, und wobei am zweiten Kreuzbalken ein Bedienstand (8)
angeordnet ist.
11. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Befestigungseinrichtung (13) vorgesehen ist, mit welcher zumindest eine der
beiden Mastsäulen (1, 1') bei vertikaler Betriebsposition am Hubgerüst (30, 30'),
insbesondere an einer Basis (33) des Hubgerüstes (30, 30'), festlegbar ist.
12. Verwendung einer Bohrvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche zum Erstellen
einer Bohrung im Erdboden.