Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kryostaten, welcher insbesondere für den Einsatz in
einem biomagnetischen Messsystem geeignet ist, sowie ein biomagnetisches Messsystem,
welches einen derartigen Kryostaten umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin ein
Verfahren zur Herstellung eines Kryostaten, welcher insbesondere für biomagnetische
Messungen geeignet ist. Derartige Kryostaten und Messsysteme können insbesondere im
Bereich der Kardiologie oder auch in anderen medizinischen Bereichen, wie beispielsweise
der Neurologie, eingesetzt werden. Auch andere Anwendungen, beispielsweise nichtmedizinische
Anwendungen, beispielsweise Anwendungen in der Materialforschung, sind denkbar.
Stand der Technik
[0002] In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben magnetische Messsysteme, welche bis
dahin im Wesentlichen der Grundlagenforschung vorbehalten waren, Einzug in viele Bereiche
der biologischen und medizinischen Wissenschaften gehalten. Insbesondere die Neurologie
und die Kardiologie profitieren von derartigen biomagnetischen Messsystemen.
[0003] Grundlage der biomagnetischen Messsysteme ist die Tatsache, dass die meisten Zellaktivitäten
im menschlichen oder tierischen Körper mit elektrischen Signalen, insbesondere elektrischen
Strömen, verbunden sind. Die Messung dieser elektrischen Signale selbst, welche durch
die Zellaktivität hervorgerufen werden, ist beispielsweise aus dem Bereich der Elektrokardiographie
bekannt. Neben den rein elektrischen Signalen sind die elektrischen Ströme jedoch
auch mit einem entsprechenden Magnetfeld verbunden, deren Messung sich die verschiedenen
bekannten biomagnetischen Messmethoden zunutze machen.
[0004] Während die elektrischen Signale bzw. deren Messung außerhalb des Körpers von verschiedenen
Faktoren, wie beispielsweise den unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeiten der
Gewebetypen zwischen der Quelle und der Körperoberfläche verbunden sind, durchdringen
magnetische Signale nahezu ungestört diese Gewebebereiche. Die Messung dieser Magnetfelder
und deren Änderungen erlaubt somit Rückschlüsse auf die innerhalb des Gewebes fließenden
Ströme, zum Beispiel elektrische Ströme innerhalb des Herzmuskels. Eine Messung dieser
magnetischen Felder mit hoher Zeit- und/oder Ortsauflösung über einen gewissen Bereich
hinweg erlaubt somit bildgebende Verfahren, welche beispielsweise eine aktuelle Situation
verschiedener Bereiche eines menschlichen Herzens wiedergeben können. Andere bekannte
Anwendungen liegen beispielsweise im Bereich der Neurologie.
[0005] Die Messung von Magnetfeldern biologischer Proben oder Patienten, bzw. die Messung
von zeitlichen Änderungen dieser Magnetfelder, stellt jedoch messtechnisch eine hohe
Herausforderung dar. So sind beispielsweise die Magnetfeldänderungen im menschlichen
Körper, welche bei der Magnetokardiographie zu messen sind, ungefähr eine Million
Mal schwächer als das magnetische Feld der Erde. Die Detektion dieser Änderungen erfordert
also extrem sensitive Magnetsensoren. In den meisten Fällen werden daher im Bereich
der biomagnetischen Messungen supraleitende Quanten-Interferenz-Messgeräte (Superconducting
Quantum Interference Devices, SQUIDs) eingesetzt. Derartige Sensoren müssen in der
Regel, um den supraleitenden Zustand zu erreichen bzw. aufrechtzuerhalten, typischerweise
auf 4 °K (-269 °C) gekühlt werden, wozu üblicherweise flüssiges Helium verwendet wird.
Die SQUIDs sind daher in der Regel einzeln oder in einem SQUID-Array in einem sog.
Dewar-Gefäß angeordnet und werden dort entsprechend gekühlt. Alternativ werden zurzeit
Laser-gepumpte magneto-optische Sensoren entwickelt, die annähernd vergleichbare Empfindlichkeit
aufweisen können. Auch in diesem Fall werden die Sensoren in der Regel in einer Array-Anordnung
in einem Behälter zur Temperaturstabilisierung angeordnet.
[0006] Derartige Behälter zur Temperaturstabilisierung, insbesondere Behälter für die Kühlung
von Magnetsensoren und so genannte Dewar-Gefäße werden im Folgenden allgemein als
"Kryostat" bezeichnet. Insbesondere kann es sich hierbei um Helium-Kryostate oder
andere Arten von Kryostaten handeln. Zwischen dem Kryostaten und dem Kryostatgefäß,
welches auch als Dewar bezeichnet wird, wird dabei im Folgenden nicht unterschieden,
auch wenn der eigentliche Kryostat neben dem Kryostatgefäß weitere Teile umfassen
kann.
[0007] Die Herstellung des Kryostaten für die Aufnahme biomagnetischer Sensorsysteme stellt
konstruktiv eine große Herausforderung dar. Die Sensoren werden üblicherweise in einer
vorgegebenen Anordnung in diesen Kryostaten eingebracht, beispielsweise in Form einer
hexagonalen Anordnung von SQUIDs oder anderen Magnetsensoren. Dabei umfasst üblicherweise
der Kryostat ein inneres Gefäß, mit darin aufgenommenen Sensoren, sowie ein äußeres
Gefäß. Der Zwischenraum zwischen innerem Gefäß und äußerem Gefäß wird evakuiert. Dabei
ist es jedoch von erheblicher Bedeutung, dass der Abstand zwischen den im inneren
Kryostat-Gefäß aufgenommenen Sensoren und der Hautoberfläche des Patienten so klein
wie möglich gehalten wird, da beispielsweise die Signalstärke mit einer hohen Potenz
des Abstandes zwischen Sensor und Hautoberfläche abnimmt. Dementsprechend muss der
Abstand zwischen den Böden des inneren und äußeren Gefäßes klein und äußerst konstant
gehalten werden.
[0008] Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Kryostate bekannt, z.B. aus der
JP 61201994, welche für magnetische Messungen eingesetzt werden können. So beschreibt beispielsweise
WO 94/03754 ein Kryostatgefäß mit einem inneren Dewar und einem äußeren Dewar. Dabei ist eine
Reihe von Strahlungsabschirmungen vorgesehen. Auch
DE 298 09 387 U1 beschreibt einen Kryostaten für radiomagnetische Sondierungsverfahren, bei denen
vorzugsweise SQUIDs eingesetzt werden. Der Kryostat weist eine hohe elektromagnetische
Hochfrequenz-Transparenz auf. Dabei wird wiederum ein Doppelgefäß vorgeschlagen, wobei
ein Sensor am Boden eines Innengefäßes aufgenommen ist. Dieses Innengefäß ist zweiteilig
ausgebildet und zeigt ein Bodenteil mit einem hochgezogenen Rand, welcher eine Seitenwand
teilweise umschließt.
[0009] Die herkömmlichen, für magnetische Messungen verwendeten Kryostaten weisen jedoch
in der Praxis eine Vielzahl von Nachteilen und Schwierigkeiten auf, welche sich auf
die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Messungen auswirken können. So können
beispielsweise beim Abpumpen des Zwischenraumes zwischen innerem und äußerem Gefäß
Verformungen auftreten, welche bis hin zur Ausbildung von Wärmebrücken zwischen den
Böden der Gefäße führen können. Zudem hat es sich gezeigt, dass insbesondere im Übergangsbereich
zwischen dem Bodenteil und der Seitenwand des Innengefäßes leicht Verspannungen auftreten
können, welche bis hin zu Rissen führen können, was wiederum die Qualität des Kryostaten
stark negativ beeinflussen kann.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Kryostaten bereitzustellen,
welcher insbesondere für den Einsatz in biomagnetischen Messsystemen geeignet ist
und welcher die Nachteile der aus dem Stand der Technik bekannten Kryostaten zumindest
weitgehend vermeidet. Insbesondere soll der Kryostat zuverlässig und reproduzierbar
herstellbar sein und soll die oben beschriebenen Qualitätsprobleme vermeiden.
Beschreibung der Erfindung
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Kryostaten und ein Verfahren zur Herstellung
eines Kryostaten mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung, welche einzeln oder in Kombination verwirklicht werden können, sind
in Unteransprüchen dargestellt. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird hiermit durch
Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0012] Es wird ein Kryostat für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem vorgeschlagen,
welcher mindestens ein Innengefäß und mindestens ein Außengefäß aufweist, sowie mindestens
einen zwischen dem Innengefäß und dem Außengefäß angeordneten Hohlraum. Sinngemäß
können auch mehrere derartige Innen- und/oder Außengefäße und/oder mehrere Hohlräume
vorgesehen sein. Der Hohlraum soll mit einem Unterdruck beaufschlagbar sein, soll
also abgedichtet werden können, um evakuiert werden zu können. Zu diesem Zweck können
Innen- und Außengefäß beispielsweise entsprechende Dichtungen (beispielsweise separate
Dichtringe und/oder Dichtklebungen an Verbindungsstellen oder ähnliche Arten von Dichtungen),
einen Pumpenanschluss zum Verbinden mit einer Vorrichtung zur Erzeugung eines Vakuums
(z.B. einer Vakuumpumpe) oder ähnliches aufweisen.
[0013] Das Außengefäß und das Innengefäß können dabei aus einer Vielzahl möglicher Materialien
gefertigt sein, welche die erforderliche mechanische Stabilität dieser Gefäße gewährleisten.
Besonders bevorzugt ist es, wenn diese Gefäße ganz oder teilweise aus einem Faserverbundmaterial,
also einem Verbund aus einem Fasermaterial und einem Matrixmaterial aus einem Kunststoff
hergestellt sind. Alternativ oder zusätzlich ist jedoch auch eine Vielzahl weiterer
Werkstoffe einsetzbar, wie beispielsweise Metalle, Kunststoffe, Keramiken oder eine
Kombination dieser Materialien.
[0014] Das Innengefäß weist ein Bodenteil und eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich
mit dem Bodenteil verbundene Seitenwand auf. Diese modulare Aufbauweise hat sich gegenüber
einstückigen Aufbauweisen als vorteilhaft erwiesen, da auf diese Weise bereits ein
Großteil von Spannung im Übergangsbereich zwischen Boden und Seitenwänden vermieden
werden können.
[0015] Um zusätzlich auch im Verbindungsbereich zwischen Bodenteil und Seitenwand eine Verstärkung
zu schaffen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass das Innengefäß in diesem Verbindungsbereich
ein umlaufendes Verstärkungselement aufweist. Dieses Verstärkungselement soll ein
erstes Faserverbundmaterial mit einem anisotrop orientierten ersten Fasermaterial
mit einer lokalen Vorzugsrichtung aufweisen. Diese lokale Vorzugsrichtung soll im
Wesentlichen in Umfangsrichtung des Kryostaten orientiert sein. In anderen Worten
umfasst das Fasermaterial Fasern, welche an jedem Ort des Verstärkungselements im
Wesentlichen tangential angeordnet sind. Unter "im Wesentlichen" ist dabei vorzugsweise
eine orientierte Ausrichtung der Fasern zu verstehen, welche mindestens 10 % beträgt,
besonders bevorzugt mindestens 20 %. Auch soll die lokale Vorzugsrichtung der Fasern
des Fasermaterials vorzugsweise um weniger als 20° von der Umfangsrichtung abweichen,
vorzugsweise sogar um weniger als 10° oder weniger als 5°. Davon unberührt bleiben
soll allerdings die Möglichkeit, dass das Fasermaterial Fasermatten oder ein Fasergewebe
umfasst. Ein Fasergewebe kann beispielsweise Kettfäden und Schussfäden aufweisen.
In diesem Fall sollen beispielsweise die Kettfäden oder die Schussfäden im Wesentlichen
in Umfangsrichtung orientiert sein, wohingegen die jeweils andere Fadenart senkrecht
dazu orientiert ist, beispielsweise parallel zu einer Achse des Kryostaten. Insofern
sind in diesem Beispiel vorzugsweise mindestens 40% oder sogar mindestens die Hälfte
der Fasern im Wesentlichen in Umfangsrichtung orientiert. Die Fasermatten als Ganze
sollen in ihrer Längserstreckung ebenfalls eine tangentiale Orientierung aufweisen.
Wenn eine lang gestrecktes Band einer Fasermatte eingesetzt wird, beispielsweise im
Rahmen einer Wickeltechnik, so soll vorzugsweise die längere Achse dieses Bandes in
Umfangsrichtung verlaufen.
[0016] Der Vorschlag des Verstärkungselements beruht darauf, dass nach zahlreichen Versuchen
mit Faserverbundmaterialien herausgefunden wurde, dass die willkürliche Anordnung
der Fasern in Faserverbundmaterialien in dem Verbindungsbereich erhebliche Probleme
bereiten kann. So können beispielsweise für die Herstellung des Bodenteils Verfahren
eingesetzt werden, bei welchen die Faserausrichtung im Wesentlichen in radialer Anordnung
ausgerichtet ist. Aufgrund der leichten Durchbiegung der Fasern bei Kraftbeaufschlagung
in radialer Richtung können jedoch Instabilitäten in der Gefäßwand auftreten, insbesondere
beim Abpumpen des Hohlraums.
[0017] Das vorgeschlagene Verstärkungselement mit den in Umfangsrichtung orientierten Fasern
des Fasermaterials hingegen wirkt wie ein "Verstärkungsgürtel" und beruht auf dem
gleichen Grundgedanken wie beispielsweise Gürtelreifen in der Automobiltechnologie.
Die einzelnen Fasern des Fasermaterials können ineinander verhakt sein, so dass das
umlaufende Verstärkungselement in seiner Stabilität gegenüber in radialer Richtung
nach außen verlaufenden Belastungen zusätzlich verstärkt wird.
[0018] Auf diese Weise kann die oben beschriebene Qualitäts- und Stabilitätsproblematik
des Innengefäßes im besonders kritischen Verbindungsbereich zwischen Bodenteil und
Seitenwand stark vermindert werden. Auch nach einer Vielzahl von Abpumpprozessen treten
keine nennenswerten Beschädigungen oder Verschleißerscheinungen in diesem Bereich
auf.
[0019] Der vorgeschlagene Kryostat kann auf verschiedene Weise vorteilhaft weitergebildet
werden. So kann beispielsweise das Verstärkungselement als separates Verstärkungselement,
beispielsweise als gürtelförmiges, reifenförmiges oder ringförmiges separates Verstärkungselement
ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist es jedoch, wenn das Verstärkungselement
einstückig mit der Seitenwand oder, was noch mehr bevorzugt ist, einstückig mit dem
Bodenteil ausgebildet ist. In letzterem Fall kann beispielsweise das Verstärkungselement
Bestandteil eines hochgezogenen Randes des Bodenteils sein, welcher mit der Seitenwand
in Kontakt steht und beispielsweise mit dieser verklebt ist.
[0020] Allgemein können für die Verbindung zwischen Bodenteil und Seitenwand verschiedene
Verbindungstechniken eingesetzt werden, wobei Schweißen, Kleben, Vergießen oder andere
Techniken oder Kombinationen dieser Techniken denkbar sind. Auch andere Techniken
sind jedoch einsetzbar.
[0021] In dem Fall, in welchem das Verstärkungselement einstückig mit dem Bodenteil ausgebildet
ist, ist es besonders bevorzugt, wenn auch das Bodenteil außerhalb des Verstärkungselements
ein zweites Faserverbundmaterial aufweist. Dieses zweite Faserverbundmaterial kann
beispielsweise ganz oder teilweise werkstoffidentisch mit dem ersten Faserverbundmaterial
sein, d.h. es kann beispielsweise identische Matrixmaterialien und/oder identische
Arten von Fasermaterialien aufweisen. Das zweite Faserverbundmaterial weist ein zweites
Fasermaterial auf, welches beispielsweise isotrop orientiert sein kann oder wiederum
anisotrop mit beispielsweise radialen Orientierung.
[0022] Wie oben beschrieben, ist es besonders bevorzugt, wenn das Verstärkungselement in
Form eines Zylinderrings ausgestaltet ist. Dabei kann dieser Zylinderring auch Stufen
aufweisen, wie beispielsweise eine Stufe, auf welcher die Seitenwand aufgesetzt ist.
[0023] Das Bodenteil kann, wie oben beschrieben, einen hochgezogenen Rand aufweisen, welcher
im Wesentlichen parallel zur Seitenwand orientiert ist. Das Verstärkungselement kann
integraler Bestandteil dieses hochgezogenen Rands sein, beispielsweise ein oberer
Bereich dieses hochgezogenen Randes. Wie oben beschrieben, kann dieser hochgezogene
Rand, insbesondere im Bereich des Verstärkungselements, weiterhin eine Stufung aufweisen,
mit einer ins Innere des Innengefäßes weisenden tieferen Stufenfläche. Auf dieser
tieferen Stufenfläche kann die Seitenwand aufsitzen. Auf diese Weise kann beispielsweise
die Seitenwand im unteren Bereich von einem hochgezogenen Ring oder Kragen der Stufung
umschlossen sein. Besonders bevorzugt ist es in diesem Fall, wenn dieser hochgezogene
Ring der Stufung, welcher die Seitenwand umfasst, das Verstärkungselement beinhaltet.
[0024] Die Seitenwand kann grundsätzlich einen beliebigen Querschnitt aufweisen, wobei eine
Axialsymmetrie um eine Achse des Kryostaten bevorzugt ist. Besonders bevorzugt sind
dabei runde oder polygonale Querschnitte, sodass die Seitenwand beispielsweise als
Hohlzylinder mit kreisförmigem oder polygonem Querschnitt hergestellt sein kann.
[0025] Das erste Fasermaterial und/oder gegebenenfalls auch das zweite Fasermaterial kann
insbesondere mindestens eines der folgenden Fasermaterialien aufweisen: Ein Glasfasermaterial,
ein Kohlefasermaterial, ein Mineralfasermaterial. Auch Kombinationen dieser und/oder
anderer Materialien sind möglich. Wie oben dargestellt, ist es dabei besonders bevorzugt,
wenn das Fasermaterial eine Vielzahl ineinander verhakter Fasern aufweist. Besonders
bevorzugt ist es, wenn das Fasermaterial mindestens eine Fasermatte umfasst, welche
beispielsweise im Wesentlichen parallel orientierte Fasern beinhalten kann, wobei
auch Abweichungen von vorzugsweise nicht mehr als 10°-20° von der Parallelität noch
tolerabel sind. Diese Fasermatte kann dann beispielsweise eine längliche Form aufweisen,
beispielsweise die Form eines langgezogenen Streifens, wobei dann vorzugsweise die
Fasern parallel zur Längserstreckung dieses Streifens angeordnet sind. Die Fasermatte
sollte sich über mindestens einmal den Umfang des Verstärkungselements erstrecken,
wobei besonders bevorzugt ist, wenn diese Fasermatte mehrfach um diesen Umfang herumreicht.
In diesem Fall kann eine Wickeltechnik verwendet werden, was in einem besonders stabilen
Verstärkungselement resultiert.
[0026] Wie oben beschrieben, weist das Faserverbundmaterial weiterhin ein Matrixmaterial
auf. Dieses Matrixmaterial kann mindestens eines oder mehrere der folgenden Materialien
umfassen: Ein thermoplastisches Kunststoffmaterial, ein duroplastisches Kunststoffmaterial,
insbesondere ein Epoxidharz, ein Elastomermaterial. Besonders bevorzugt ist es, wenn
das Matrixmaterial ein zunächst verformbares (d.h. z.B. fließfähiges) Matrixmaterial
umfasst, welches anschließend ausgehärtet werden kann, beispielsweise durch ein thermisches
und/oder photochemisches und/oder chemisches Aushärten oder ein Aushärten durch einfaches
Abwarten. Zahlreiche derartige Materialien sind aus dem Stand der Technik bekannt
und sind einsetzbar. Beispiele derartiger Harze werden unten näher dargestellt.
[0027] Weiterhin ist es besonders bevorzugt, wenn das Bodenteil zur Aufnahme der biomagnetischen
Sensoren, wobei es sich beispielsweise um SQUIDs und/oder um magnetooptische Sensoren
handeln kann, eine Vielzahl von Vertiefungen aufweist. Diese Vertiefungen sollen im
Inneren des Innengefäßes angeordnet sein und zur Bodenseite des Kryostaten weisen.
Beispielsweise können die Vertiefungen in einer hexagonalen Anordnung angeordnet sein
und z.B. 64 Vertiefungen umfassen. Auch andere Anzahlen von Vertiefungen und/oder
Anordnungen von Vertiefungen sind jedoch möglich.
[0028] Weiterhin wird ein biomagnetisches Messsystem vorgeschlagen, welches mindestens einen
Kryostaten gemäß einem der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele beinhaltet, sowie
mindestens einen biomagnetischen Sensor zur Detektion eines magnetischen Feldes. Für
die Ausgestaltung dieser Sensoren kann beispielsweise auf
WO 03/073117A1,
EP 0359 864 B1 oder andere Druckschriften aus dem Bereich biomagnetischer Sensoren verwiesen werden.
[0029] Weiterhin wird ein Verfahren zur Herstellung eines Kryostaten für den Einsatz in
einem biomagnetischen Messsystem vorgeschlagen. Dieses Verfahren kann beispielsweise
genutzt werden, um einen Kryostaten gemäß einem der obigen Ausführungsbeispiele herzustellen,
so dass bezüglich möglicher Verfahrensvarianten weitgehend auf die obige Beschreibung
verwiesen werden kann. Der Kryostat weist wiederum mindestens ein Innengefäß und mindestens
ein Außengefäß sowie mindestens einen zwischen dem Innengefäß und dem Außengefäß angeordneten
Hohlraum auf, welcher mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist. Das Innengefäß weist
wiederum ein Bodenteil und eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich mit dem Bodenteil
verbundene Seitenwand auf, wobei das Innengefäß in dem Verbindungsbereich ein umlaufendes
Verstärkungselement aufweist. Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
- Mindestens ein zweites Fasermaterial wird in eine Form für das Bodenteil eingebracht,
wobei die Form einen Bereich zur Erzeugung des Verstärkungselements aufweist. Das
erste Faserverbundmaterial wird im Wesentlichen außerhalb des Bereichs zur Erzeugung
des Verstärkungselements angeordnet.
- Mindestens ein erstes Fasermaterial wird in die Form eingebracht, wobei das erste
Fasermaterial im Wesentlich innerhalb des Bereichs zur Erzeugung des Verstärkungselements
angeordnet wird und wobei das erste Fasermaterial im Wesentlichen in Umfangsrichtung
orientiert wird.
- Mindestens ein aushärtbares Matrixmaterial wird in die Form eingebracht und ausgehärtet.
[0030] Die Verfahrensschritte können in der angegebenen Reihenfolge oder auch in einer anderen
Reihenfolge oder zeitlich überlappend durchgeführt werden.
[0031] Die Form kann beispielsweise eine übliche Gießform (auch Werkzeug genannt) für Gießprozesse
umfassen. Auch andere Formen sind jedoch denkbar, je nach eingesetzter Herstellungstechnik.
[0032] Wie oben beschrieben, kann bei dem Einbringen des ersten Fasermaterials beispielsweise
eine Wickeltechnik verwendet werden. So kann beispielsweise eine langgestreckte Fasermatte
verwendet werden, mit in Umfangsrichtung orientierten Fasern, welche mindestens einmal,
vorzugsweise mehrfach, über den gesamten Umfang des Bereichs zur Erzeugung des Verstärkungselements
in der Form angeordnet wird.
[0033] Weiterhin ist es für den seriellen Einsatz bevorzugt, wenn eine Vielzahl verschiedener
Bodenteile für das Innengefäß vorgehalten werden kann, welche für unterschiedliche
Arten von Sensoren eingesetzt werden können. Beispielsweise können unterschiedliche
Sensoren verwendet werden, welche einen jeweils verschiedenen Abstand zur Hautoberfläche
eines Patienten erfordern. Diese modulare Technik würde jedoch bei herkömmlichen Verfahren
bedeuten, dass für jedes Sensorsystem mit unterschiedlichen Sensoren eine neue Form
konstruiert werden muss, was mit erheblichen Kosten verbunden ist. Um dennoch die
oben beschriebene Fasertechnik kostengünstig umsetzen zu können und um auch bei dem
vorgeschlagenen, qualitativ sehr stabilen Kryostaten die Herstellung eines "Baukastensytems"
für verschiedene Sensoren zu ermöglichen, wird daher vorgeschlagen, die Vertiefungen
zur Aufnahme der biomagnetischen Sensoren dadurch zu erzeugen, dass die Form eine
Mehrzahl von auswechselbaren Kernen aufweist. Diese Kerne können die gewünschte Negativform
zu den Vertiefungen aufweisen und können je nach gewünschter Tiefe der Vertiefungen
ausgewählt werden. Auf diese Weise lassen sich auch im großseriellen Einsatz Kryostate
für eine Vielzahl von Sensoren herstellen, welche dennoch die oben beschriebenen positiven
Qualitätseigenschaften aufweisen.
Ausführungsbeispiele
[0034] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Unteransprüchen.
Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder zu mehreren in Kombination
miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren schematisch dargestellt.
Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen dabei gleiche oder funktionsgleiche
bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen einander entsprechende Elemente.
[0035] Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel für einen Kryostaten für den Einsatz in einem biomagnetischen
Messsystem in einer Schnittdarstellung;
- Figur 2
- einen Ausschnitt der Darstellung gemäß Figur 1 im Bereich eines Überganges zwischen
einem Bodenteil und einer Seitenwand eines Innengefäßes;
- Figur 3
- einen Ausschnitt aus der Darstellung gemäß Figur 1, welcher das Bodenteil des Innengefäßes
zeigt; und
- Fig. 4A-4C
- Teilschritte eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Kryostaten für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem.
[0036] In Figur 1 ist ein mögliches Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kryostaten
110 in einer Schnittdarstellung gezeigt. Der Kryostat 110 weist ein Innengefäß 112
und ein das Innengefäß 112 umschließendes Außengefäß 114 auf.
[0037] Das Außengefäß 114 ist im Wesentlichen zylindrisch ausgestaltet und weist verschiedene
Flansche 116 und 118 auf. Während der untere dieser Flansche 116 im Wesentlichen Halterungsfunktionen
übernimmt, dient der obere Flansch 118 zur Aufnahme eines Deckels 120 des Außengefäßes
114. Durch diesen Deckel 120 ragt ein Hals 122 des Innengefäßes 112. Durch diesen
Hals 122 können biomagnetische Sensoren (in Figur 1 nicht dargestellt) ins Innere
eines (ebenfalls im Wesentlichen zylindrischen) Hauptgefäßes 124 des Innengefäßes
112 eingebracht werden. Zudem können Zuleitungen zu diesen Sensoren durch den Hals
122 nach außen geführt und mit einer entsprechenden Elektronik verbunden werden, sodass
Messsignale dieser Sensoren abgefragt werden können.
[0038] Zwischen dem Innengefäß 112 und dem Außengefäß 114 ist ein Hohlraum 126 ausgebildet.
Dieser Hohlraum 126 kann mittels eines in Figur 1 nicht dargestellten Vakuumstutzens
evakuiert werden. Durch diese Evakuierung und Ausbildung eines Unterdrucks in diesem
Hohlraum 126 wird eine Isolationswirkung des Kryostaten 110 erhöht. Auf diese Weise
kann der Innenraum des Hauptgefäßes 124 des Innengefäßes 112 beispielsweise mittels
flüssigen Heliums gekühlt werden, ohne dass in kurzen Abständen eine Ergänzung bzw.
Ersetzung dieses flüssigen Heliums erforderlich wäre.
[0039] Sowohl das Innengefäß 112 als auch das Außengefäß 114 weisen im Wesentlichen durchgehend
Faserverbundmaterialien als Werkstoffe auf. Weiterhin sind sowohl das Innengefäß 112
als auch das Außengefäß 114 modular aufgebaut. So weist beispielsweise das Außengefäß
114 neben dem Deckel 120 eine Seitenwand 128 und ein Bodenteil 130 auf. Das Innengefäß
112 weist neben dem Hals 122 im Bereich des Hauptgefäßes 124 einen Kreisring 132 auf,
welcher den Hals 122 gegenüber dem Hauptgefäß 124 abdichtet. Weiterhin weist das Innengefäß
112 eine Seitenwand 134 auf sowie ein Bodenteil 136. In diesem Ausführungsbeispiel
sind die Seitenwände 128,134 mit einer zylindrischen Gestalt ausgestattet, was jedoch
nicht zwingend erforderlich ist. So können beispielsweise auch polygonale Querschnitte
oder unregelmäßige Querschnitte eingesetzt werden.
[0040] Ein besonders kritischer Bereich bei der Herstellung des Kryostaten 110 ist der in
Figur 1 mit der Bezugsziffer 138 bezeichnete Bereich des Übergangs zwischen dem Bodenteil
136 und der Seitenwand 134 des Innengefäßes 112. Dieser Bereich 138 ist in Figur 3
in vergrößerter Detaildarstellung gezeigt. Als weiter vergrößerter Bereich ist in
Figur 2 ein Verbindungsbereich 140 im Detail dargestellt. Beide Figuren sollen im
Folgenden gemeinsam erläutert werden.
[0041] Beim Evakuieren des Hohlraums 126 in Figur 1 wirkt auf die Seitenwand 134 des Innengefäßes
112 eine nach außen, zum Hohlraum 126 hin gerichtete Kraft. Diese Kraft führt in dem
umlaufenden Verbindungsbereich 140 zwischen dem Bodenteil 136 und der Seitenwand 134
des Innengefäßes 112 zu Verspannungen. Um in diesem Verbindungsbereich 140 Rissbildungen
aufgrund dieser Verspannungen zu vermeiden, weist der Verbindungsbereich 140 ein umlaufendes
Verstärkungselement 142 auf, welches in diesem Ausführungsbeispiel einstückig mit
dem Bodenteil 136 ausgebildet ist. Das Bodenteil 136 weist einen hochgezogenen, kreisringförmigen
Rand 144 auf, welcher in seinem oberen Bereich als Stufe 146 ausgebildet ist. Diese
Stufe 146 weist eine untere Stufenfläche 148 auf, auf welcher der untere Rand der
Seitenwand 134 des Innengefäßes 112 aufliegt. Weiterhin beinhaltet die Stufe 146 einen
Kragen 150, welcher den unteren Rand der Seitenwand 134 ringförmig umgibt.
[0042] Das Verstärkungselement 142 unterscheidet sich vom restlichen Bodenteil 136 im Wesentlichen
durch seine strukturellen Eigenschaften. So ist das gesamte Bodenteil 136 aus einem
Faserverbundmaterial hergestellt, welches vorzugsweise ein Epoxidharz als Matrixmaterial
und beispielsweise Glasfasern als Fasermaterial umfasst. Daneben können weitere Zusatzstoffe
umfasst sein. Im Bereich des Verstärkungselements 142 ist dieses Fasermaterial, welches
in den Figuren 2 und 3 nicht dargestellt ist, in Umfangsrichtung orientiert und weist
somit in Figur 2 in die Zeichenebene hinein. Im restlichen Bodenteil 136 hingegen
ist die Faserorientierung des Fasermaterials im Wesentlichen radial verlaufend, also
in Figur 2 parallel zur Zeichenebene. Die Orientierung der Fasermaterialien wird nachstehend
anhand der Figuren 4A-4C noch näher erläutert.
[0043] Weiterhin ist in den Figuren 2 und 3 zu erkennen, dass das Bodenteil 136 eine Reihe
von Vertiefungen 152 aufweist. Diese Vertiefungen 152 dienen der Aufnahme von biomagnetischen
Sensoren, welche in den Figuren nicht dargestellt sind. Beispielsweise lassen sich
zu diesem Zweck SQUIDs einsetzen, welche beispielsweise an einem durch den Hals 122
des Innengefäßes 112 in das Hauptgefäß 124 eingebrachten Gestänge gelagert sind. Die
biomagnetischen Sensoren können beispielsweise in einer hexagonalen Anordnung im Bodenteil
136 aufgenommen sein, so dass diese über einen Flächenbereich hinweg Messsignale aufnehmen
und somit beispielsweise einen Brustbereich eines Patienten kartieren können. Die
Vertiefungen 152 dienen beispielsweise dem Zweck, die biomagnetischen Sensoren zu
fixieren und darüber hinaus den Abstand zwischen Sensor und Hautoberfläche des Patienten
dadurch zu verkürzen, dass die effektive Bodendicke des Bodenteils 136 von ursprünglich
D auf den Abstand d in Figur 2 reduziert wird. Weiterhin sind im Bodenteil 136 Gewindebohrungen
154, an welchen beispielsweise ein Gestänge zur Halterung der biomagnetischen Sensoren
fixiert werden kann.
[0044] In den Figuren 4A-4C sind Teilschritte eines Verfahrens zur Herstellung eines Kryostaten
dargestellt, beispielsweise eines Kryostaten gemäß den obigen Figuren 1 bis 3. Dabei
sind lediglich die Teilschritte des Verfahrens gezeigt, welche zur Herstellung des
Bodenteils 136 führen, und davon jeweils wiederum nur ein Ausschnitt, welcher im Wesentlichen
dem Ausschnitt gemäß Figur 2 entspricht und somit insbesondere das Verstärkungselement
142 umfasst.
[0045] In einem ersten Verfahrensschritt gemäß Figur 4A wird ein Fasermaterial 156, in einer
ersten Formhälfte 160 angeordnet. Diese erste Formhälfte 160 entspricht im Wesentlichen
der späteren Außenkontur des Bodenteils 136, beispielsweise gemäß Figur 2.
[0046] Innerhalb der ersten Formhälfte 160 sind zwei Bereiche zu unterscheiden: Ein erster
Bereich 162, in welchem später das Verstärkungselement 142 entsteht, und ein zweiter
Bereich 164, der das Bodenteil 136 außerhalb des Verstärkungselements 164 umfasst.
In diesem Ausführungsbeispiel sei angenommen, dass das Fasermaterial 156,158 ein mattenförmiges
Fasermaterial ist, wobei für beide Bereiche 162, 164 beispielsweise identische Fasermaterialien
156, 158 verwendet werden können.
[0047] Die beiden Bereiche 162, 164 unterscheiden sich bei der Herstellung im Wesentlichen
in der Ausrichtung des Fasermaterials 156, 158. Während im Bereich 164 das Fasermaterial
im Wesentlichen in radialer Ausrichtung in die erste Formhälfte 160 eingelegt wird,
wird das Fasermaterial 158 im Bereich 162, in welchem später das Verstärkungselement
142 entsteht, in Umfangsrichtung orientiert. Beispielsweise können in diesem Beispiel
Fasermatten mit parallelen, ineinander verhakten Fasern derart in diesen Bereich 162
der ersten Formhälfte 160 eingepresst werden, dass diese Fasermatten mehrfach um den
hochgezogenen Rand dieser ersten Formhälfte 160 umlaufen. Diese Technik kann als "Wickeltechnik"
bezeichnet werden. Die Fasermatter 156 können jedoch auch zumindest teilweise in den
Bereich 162 hineinragen.
[0048] In Figur 4B ist gezeigt, wie als nächster Verfahrensschritt das Fasermaterial 156,158
mit einem aushärtbaren Matrixmaterial 166 vergossen wird. Bei diesem Matrixmaterial
166 kann es sich beispielsweise um ein aushärtbares Epoxidharz handeln. Als mögliches
Ausführungsbeispiel kann ein Epoxidharz vom Typ L 20 (beispielsweise von R&G Faserverbundwerkstoffe
GmbH, 71107 Waldenbuch, Deutschland) mit einem Härter beispielsweise vom Typ EPH 161
(beispielsweise ebenfalls von R&G Faserverbundwerkstoffe GmbH, 71107 Waldenbuch, Deutschland)
eingesetzt. Ein weiteres einsetzbares Beispiel stellt der Zweikomponentenkleber Stycast
2850 FT (AAT Aston GmbH, Nürnberg, Deutschland) dar, wobei beispielsweise als Härter
der Catalyst 9 (ebenfalls AAT Aston GmbH, Nürnberg, Deutschland) eingesetzt werden
kann. Als Fasermaterial 156, 158 kann beispielsweise ein E-Glas mit einem Glasgewebe
einer Dichte von 160 g/m
2 (beispielsweise von R&G Faserverbundwerkstoffe GmbH, 71107 Waldenbuch, Deutschland)
eingesetzt werden. Auch andere Arten von Fasermaterialien 156, 158 und/oder aushärtbaren
Matrixmaterialien 166 sind jedoch selbstverständlich einsetzbar.
[0049] Anschließend wird, wie in Figur 4C dargestellt, eine zweite Formhälfte 168 auf die
erste Formhälfte 160 aufgedrückt. Das Matrixmaterial 166 und das Fasermaterial 156,158
wird dabei zusammengedrückt, wobei beispielsweise Öffnungen vorgesehen sein können,
durch die überschüssiges Matrixmaterial 166 aus dem Innenraum zwischen den beiden
Formhälften 160, 168 entweichen kann. Durch die Zusammenwirkung der beiden Formhälften
160, 168 enthält der Innenbereich zwischen diesen Formhälften im Wesentlichen die
Form des späteren Bodenteils 136. Das Matrixmaterial 166 kann nun aushärten, wobei
dieser Aushärtungsprozess beispielsweise einen Polymerisierungsprozess, einen Trocknungsprozess
oder Ähnliches umfassen kann. Das Aushärten kann beispielsweise durch thermische Aktivierung,
durch chemische Aktivierung, durch photochemische Aktivierung oder durch die Beimengung
von Startern begünstigt werden. Auch ein einfaches Abwarten ist jedoch möglich. Die
genaue Ausgestaltung des Aushärtungsprozesses hängt in der Regel von der Wahl des
Matrixmaterials 166 ab. Auf diese Weise bildet sich beim Aushärten das Bodenteil 136
aus, welches beispielsweise ausgestaltet sein kann wie in Figur 2 dargestellt, umfassend
das Verstärkungselement 142 im Verbindungsbereich 140.
[0050] Weiterhin ist in Figur 4C noch eine zusätzlich, optionale Verfahrensvariante dargestellt,
bei welcher die Vertiefungen 152 gemäß den Figuren 2 und 3 hergestellt werden können.
Zu diesem Zweck weist die zweite Formhälfte 168 eine Mehrzahl von auswechselbaren
Kernen 170 auf, welche ein Negativ dieser Vertiefungen 152 darstellen. Beispielsweise
können mit ein und derselben zweiten Formhälfte 168 eine Vielzahl von Kernen 170 vorgehalten
werden, um beispielsweise Kryostate 110 mit variierenden Tiefen der Vertiefungen 152
(d.h. variierender Größe d in Figur 2) herstellen zu können. Eine Variation dieser
Größe d, d.h. der Tiefe der Vertiefungen 152, wirkt sich auch nur unwesentlich auf
die Stabilität des Verbindungsbereiches 140 zwischen Bodenteil 136 und Seitenwand
134 des Innengefäßes 112 aus, da diese Stabilität im Wesentlichen durch das Verstärkungselement
142, welches wie ein Verstärkungsgürtel wirkt, bedingt ist.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 110
- Kryostat
- 112
- Innengefäß
- 114
- Außengefäß
- 116
- Flansch
- 118
- Flansch
- 120
- Deckel
- 122
- Hals des Innengefäßes
- 124
- Hauptgefäß
- 126
- Hohlraum
- 128
- Seitenwand Außengefäß
- 130
- Bodenteil Außengefäß
- 132
- Kreisring
- 134
- Seitenwand Innengefäß
- 136
- Bodenteil Innengefäß
- 138
- Kritischer Bereich
- 140
- Verbindungsbereich
- 142
- Verstärkungselement
- 144
- Hochgezogener Rand
- 146
- Stufe
- 148
- Stufenfläche
- 150
- Kragen
- 152
- Vertiefungen
- 154
- Gewindebohrungen
- 156
- Fasermaterial
- 158
- Fasermaterial
- 160
- Erste Formhälfte
- 162
- Bereich des Verstärkungselements
- 164
- Bereich außerhalb des Verstärkungselements
- 166
- Matrixmaterial
- 168
- Zweite Formhälfte
- 170
- Auswechselbarer Kern
1. Kryostat (110) für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem, umfassend mindestens
ein Innengefäß (112) und mindestens ein Außengefäß (114) sowie mindestens einen zwischen
dem Innengefäß (112) und dem Außengefäß (114) angeordneten Hohlraum (126), wobei der
Hohlraum (126) mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist, wobei das Innengefäß (112)
ein Bodenteil (136) und eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich (140) mit dem
Bodenteil (136) verbundene Seitenwand (134) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Innengefäß (112) in dem Verbindungsbereich (140) ein umlaufendes Verstärkungselement
(142) aufweist, wobei das Verstärkungselement (142) ein erstes Faserverbundmaterial
mit einem anisotrop orientierten ersten Fasermaterial (158) mit einer lokalen Vorzugsorientierung
aufweist, wobei die lokale Vorzugsorientierung im Wesentlichen in Umfangsrichtung
des Kryostaten (110) orientiert ist.
2. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die lokale Vorzugsrichtung
über den gesamten Umfang des Verstärkungselementes (142) hinweg um weniger als 20°
von der Umfangsrichtung abweicht.
3. Kryostat (110) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei das anisotrop
orientierte erste Fasermaterial (158) einen Orientierungsgrad von mindestens 20% aufweist.
4. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verstärkungselement
(142) einstückig mit Bodenteil (136) oder der Seitenwand (134) ausgebildet ist.
5. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Verstärkungselement (142)
einstückig mit Bodenteil (136) ausgebildet ist, wobei das Bodenteil (136) auβerhalb
des Verstärkungselements (142) ein zweites Faserverbundmaterial aufweist.
6. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das zweite Faserverbundmaterial
ein im Wesentlichen isotrop oder anisotrop radial orientiertes zweites Fasermaterial
(156) aufweist.
7. Kryostat (110) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei das Faserverbundmaterial
und das zweite Faserverbundmaterial im Wesentlichen werkstoffidentisch sind.
8. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verstärkungselement
(142) in Form eines Zylinderrings ausgestaltet ist.
9. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das das Bodenteil (136)
einen hochgezogenen Rand (144) aufweist, wobei der Rand (144) im Wesentlichen parallel
zur Seitenwand (134) orientiert ist.
10. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Verstärkungselement (142)
integraler Bestandteil des hochgezogenen Randes (144) ist.
11. Kryostat (110) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei der hochgezogene
Rand (144) eine Stufung (146) aufweist, mit einer ins Innere des Innengefäßes (112)
weisenden tieferen Stufenfläche (148), wobei die Seitenwand (134) auf der Stufenfläche
(148) aufsitzt.
12. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Seitenwand (134)
einen runden oder polygonen Querschnitt aufweist.
13. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Fasermaterial
(158) mindestens eines der folgenden Fasermaterialien umfasst: ein Glasfasermaterial;
ein Kohlefasermaterial; ein Mineralfasermaterial.
14. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Fasermaterial
(158) eine Vielzahl ineinander verhakter Fasern aufweist.
15. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Fasermaterial
(158) mindestens eine Fasermatte umfasst, welche eine Längserstreckung über mindestens
einmal den Umfang des Verstärkungselements (142) aufweist.
16. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Faserverbundmaterial
weiterhin ein Matrixmaterial (166) umfasst, wobei das Matrixmaterial (166) mindestens
eines der folgenden Materialien umfasst: ein thermoplastisches Kunststoffmaterial;
ein duroplastisches Kunststoffmaterial, insbesondere ein Epoxidharz; ein Elastomermaterial.
17. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenteil (136)
eine Mehrzahl von Vertiefungen (152) zur Aufnahme biomagnetischer Sensoren aufweist.
18. Biomagnetisches Messsystem, umfassend mindestens einen Kryostaten (110) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend mindestens einen biomagnetischen
Sensor zur Detektion eines magnetischen Feldes.
19. Verfahren zur Herstellung eines Kryostaten (110) für den Einsatz in einem biomagnetischen
Messsystem, wobei der Kryostat (110) mindestens ein Innengefäß (112) und mindestens
ein Außengefäß (114) sowie mindestens einen zwischen dem Innengefäß (112) und dem
Außengefäß (114) angeordneten Hohlraum (126) aufweist, wobei der Hohlraum (126) mit
einem Unterdruck beaufschlagbar ist, wobei das Innengefäß (112) ein Bodenteil (136)
und eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich (140) mit dem Bodenteil (136) verbundene
Seitenwand (134) aufweist, wobei das Innengefäß (112) in dem Verbindungsbereich (140)
ein umlaufendes Verstärkungselement (142) aufweist, wobei das Verfahren folgende Schritte
umfasst:
- mindestens ein zweites Fasermaterial (156) wird in eine Form (160, 168) für das
Bodenteil (136) eingebracht, wobei die Form (160, 168) einen Bereich (162) zur Erzeugung
des Verstärkungselements (142) aufweist, wobei das zweites Fasermaterial (156) im
Wesentlichen außerhalb des Bereichs (162) zur Erzeugung des Verstärkungselements (142)
angeordnet wird;
- mindestens ein erstes Fasermaterial (158) wird in die Form (160, 168) eingebracht,
wobei das erste Fasermaterial (158) im Wesentlichen innerhalb des Bereichs (162) zur
Erzeugung des Verstärkungselements (142) angeordnet wird, wobei das erste Fasermaterial
(158) im Wesentlichen in Umfangsrichtung orientiert wird;
- mindestens ein aushärtbares Matrixmaterial (166) wird in die Form eingebracht und
ausgehärtet.
20. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das erste Fasermaterial (158) mindestens
eine langgestreckte Fasermatte umfasst, wobei die langgestreckte Fasermatte beim Einbringen
in die Form derart angeordnet wird, dass diese sich mindestens einmal, vorzugsweise
mehrfach, über den gesamten Umfang des Bereichs (162) zur Erzeugung des Verstärkungselements
(142) erstreckt.
21. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenteil (136)
eine Mehrzahl von Vertiefungen (152) zur Aufnahme biomagnetischer Sensoren aufweist,
wobei die Form (160, 168) eine Mehrzahl von auswechselbaren Kernen (170) zur Erzeugung
der Vertiefung (152) umfasst, wobei zur Erzeugung unterschiedlicher Tiefen der Vertiefungen
(152) unterschiedliche Kerne (170) eingesetzt werden.
1. Cryostat (110) for use in a biomagnetic measurement system, comprising at least one
inner vessel (112) and at least one outer vessel (114), and at least one cavity (126)
arranged between the inner vessel (112) and the outer vessel (114), in which negative
pressure can be applied to the cavity (126), with the inner vessel (112) having a
base part (136) and a side wall (134) connected to the base part (136) in a circumferential
connection region (140), characterized in that the inner vessel (112) has a circumferential reinforcing element (142) in the connection
region (140), with the reinforcing element (142) having a first fibre composite material
with a first fibrous material (158) with an anisotropic orientation and with a local
preferred orientation, the local preferred orientation being oriented substantially
in the circumferential direction of the cryostat (110).
2. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the local preferred direction
over the entire circumference of the reinforcing element (142) deviates by less than
20° from the circumferential direction.
3. Cryostat (110) according to one of the two preceding claims, in which the first fibrous
material (158) with an anisotropic orientation has a degree of orientation of at least
20%.
4. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the reinforcing
element (142) is designed to be integral with a base part (136) or the side wall (134).
5. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the reinforcing element
(142) is designed to be integral with a base part (136), the base part (136) having
a second fibre composite material outside the reinforcing element (142).
6. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the second fibre composite
material has a second fibrous material (156) with a substantially isotropic or radially
anisotropic orientation.
7. Cryostat (110) according to one of the two preceding claims, in which the fibre composite
material and the second fibre composite material basically have identical materials.
8. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the reinforcing
element (142) is designed in the shape of a cylindrical ring.
9. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the base part (136)
has an elevated edge (144), with the edge (144) being oriented substantially parallel
to the side wall (134).
10. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the reinforcing element
(142) is an integral component of the elevated edge (144).
11. Cryostat (110) according to one of the two preceding claims, in which the elevated
edge (144) has a grading (146) with a lower step surface (148) pointing into the interior
of the inner vessel (112), with the side wall (134) sitting on the step surface (148).
12. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the side wall (134)
has a round or polygonal cross section.
13. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the first fibrous
material (158) comprises at least one of the following fibrous materials: a glass
fibre material; a carbon fibre material; a mineral fibre material.
14. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the first fibrous
material (158) has a multiplicity of interlocking fibres.
15. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the first fibrous
material (158) comprises at least one fibre blanket which has a longitudinal extent
over at least once the circumference of the reinforcing element (142).
16. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the fibre composite
material furthermore comprises a matrix material (166), with the matrix material (166)
comprising at least one of the following materials: a thermoplastic polymer material;
a duroplastic polymer material, in particular an epoxy resin; an elastomeric material.
17. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the base part (136)
has a plurality of recesses (152) for holding biomagnetic sensors.
18. Biomagnetic measurement system, comprising at least one cryostat (110) according to
one of the preceding claims, furthermore comprising at least one biomagnetic sensor
for detecting a magnetic field.
19. Method for producing a cryostat (110) for use in a biomagnetic measurement system,
in which the cryostat (110) has at least one inner vessel (112) and at least one outer
vessel (114), and at least one cavity (126) arranged between the inner vessel (112)
and the outer vessel (114), in which negative pressure can be applied to the cavity
(126), with the inner vessel (112) having a base part (136) and a side wall (134)
connected to the base part (136) in a circumferential connection region (140), in
which the inner vessel (112) has a circumferential reinforcing element (142) in the
connection region (140), in which the method comprises the following steps:
- at least one second fibrous material (156) is introduced into a mould (160, 168)
for the base part (136), in which the mould (160, 168) has a region (162) for producing
the reinforcing element (142), with the second fibrous material (156) being arranged
substantially outside the region (162) for producing the reinforcing element (142)
;
- at least one first fibrous material (158) is introduced into the mould (160, 168),
in which the first fibrous material (158) is arranged substantially inside the region
(162) for producing the reinforcing element (142), with the first fibrous material
(158) being oriented substantially in the circumferential direction;
- at least one curable matrix material (166) is introduced into the mould and cured.
20. Method according to the preceding claim, in which the first fibrous material (158)
comprises at least one elongate fibre blanket, with the elongate fibre blanket being
arranged during the introduction into the mould such that said blanket extends at
least once, preferably a number of times, over the entire circumference of the region
(162) for producing the reinforcing element (142).
21. Method according to one of the two preceding claims, in which the base part (136)
has a plurality of recesses (152) for holding biomagnetic sensors, with the mould
(160, 168) comprising a plurality of interchangeable cores (170) for producing the
recess (152), different cores (170) being used for producing different depths in the
recesses (152).
1. Cryostat (110), pour l'utilisation dans un système de mesure biomagnétique, comprenant
au moins un récipient intérieur (112) et au moins un récipient extérieur (114), ainsi
qu'au moins un espace creux (126) disposé entre le récipient intérieur (112) et le
récipient extérieur (114), l'espace creux (126) étant susceptible d'être sollicité
avec un vide, le récipient intérieur (112) présentant une partie fond (136) et une
paroi latérale (134), reliée à la partie fond (136) dans une zone de liaison (140)
faisant le pourtour, caractérisé en ce que le récipient intérieur (112) présente, dans la zone de liaison (140), un élément
de renforcement (142) faisant le pourtour, l'élément de renforcement (142) présentant
un premier matériau composite à base de fibres, avec un premier matériau de fibre
(158) orienté de manière isotrope, avec une orientation préférentielle locale, l'orientation
préférentielle locale étant orientée sensiblement dans la direction périphérique du
cryostat (110).
2. Cryostat (110) selon la revendication précédente, la direction préférentielle locale
s'écartant de moins de 20° de la direction périphérique sur la totalité de la périphérie
de l'élément de renforcement (142).
3. Cryostat (110) selon l'une des deux revendications précédentes, le premier matériau
de fibre (158) orienté de manière isotrope présente un degré d'orientation d'au moins
20 %.
4. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, l'élément de renforcement
(142) étant réalisé d'une seule pièce avec la partie fond (136) ou la paroi latérale
(134).
5. Cryostat (110) selon la revendication précédente, l'élément de renforcement (142)
étant réalisé d'une seule pièce avec la partie fond (136), la partie fond (136) présentant
un deuxième matériau composite à base de fibres à l'extérieur de l'élément de renforcement
(142).
6. Cryostat (110) selon la revendication précédente, le deuxième matériau composite à
base de fibres présentant un deuxième matériau de fibres (156) orienté radialement
de manière sensiblement isotope ou anisotrope.
7. Cryostat (110) selon l'une des deux revendications précédentes, le matériau composite
à base de fibres et le deuxième matériau composite à base de fibres sont sensiblement
identiques quant au matériau.
8. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, l'élément de renforcement
(142) étant conformé en anneau de cylindre.
9. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la partie fond (136) présentant
un bord (144) relevé, le bord (144) étant orienté sensiblement parallèlement à la
paroi latérale (134).
10. Cryostat (110) selon la revendication précédente, l'élément de renforcement (142)
faisant partie intégrante du bord (144) relevé.
11. Cryostat (110) selon l'une des deux revendications précédentes, le bord (144) relevé
présentant un étagement (146), avec une face d'étagement (148) plus basse, tournée
vers l'intérieur du récipient intérieur (112), la paroi latérale (134) reposant sur
la face d'étagement (148).
12. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la paroi latérale (134)
présentant une section transversale ronde ou polygonale.
13. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, le premier matériau à base
de fibres (158) comprenant au moins l'un des matériaux à base de fibres suivants :
un matériau à base de fibres de verre ; un matériau à base de fibres de carbone ;
un matériau à base de fibres minérales.
14. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, le premier matériau à base
de fibres (158) présentant une pluralité de fibres, accrochées les unes dans les autre.
15. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, le premier matériau à base
de fibres (158) comprenant au moins un mat de fibres, présentant une étendue longitudinale
sur au moins une fois la périphérie de l'élément de renforcement (142).
16. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, le matériau composite à
base de fibres comprenant en outre un matériau de matrice (166), le matériau de matrice
(166) comprenant au moins l'une des matériaux suivants : un matériau synthétique thermoplastique
; un matériau synthétique termodurcissable, en particulier une résine époxy ; un matériau
élastomère.
17. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la partie fond (136) présentant
une pluralité de cavités (152), pour recevoir des capteurs biomagnétiques.
18. Système de mesure biomagnétique, comprenant au moins un cryostat (110) selon l'une
des revendications précédentes, comprenant en outre au moins un capteur biomagnétique,
pour la détection d'un champ magnétique.
19. Procédé de fabrication d'un cryostat (110), pour l'utilisation dans un système de
mesure biomagnétique, le cryostat (110) présentant au moins un récipient intérieur
(112) et au moins un récipient extérieur (114), ainsi qu'au moins un espace creux
(126) disposé entre le récipient intérieur (112) et le récipient extérieur (114),
l'espace creux (126) étant susceptible d'être sollicité avec un vide, le récipient
intérieur (112) présentant une partie fond (136) et une paroi latérale (134), reliée
à la partie fond (136) dans une zone de liaison (140) faisant le pourtour, le récipient
intérieur (112) présentant, dans la zone de liaison (140), un élément de renforcement
(142) faisant le pourtour, le procédé comprenant les étapes suivantes :
- au moins un deuxième matériau à base de fibres (156) est introduit dans un moule
(160, 168) pour la partie fond (136), le moule (160, 168) présentant une zone (162)
pour produire l'élément de renforcement (142), le deuxième matériau à base de fibres
(156) étant disposé sensiblement à l'extérieur de la zone (162) pour produire l'élément
de renforcement (142) ;
- au moins un premier matériau à base de fibres (158) est introduit dans le moule
(160, 168), le premier matériau à base de fibres (158) étant disposé sensiblement
à l'intérieur de la zone (162) pour produire l'élément de renforcement (142), le premier
matériau à base de fibres (158) étant orienté sensiblement en direction périphérique
;
- au moins un matériau de matrice (166) durcissable est introduit dans le moule et
durci.
20. Procédé selon la revendication précédente, le premier matériau à base de fibres (158)
comprend au moins un mat en fibres allongé, le mat en fibres allongé, lors de l'introduction
dans le moule, étant disposé de manière que celui-ci s'étende au moins une fois, de
préférence plusieurs fois, sur la totalité de la périphérie de la zone (162) pour
produire l'élément de renforcement (142).
21. Procédé selon l'une des deux revendications précédentes, la partie fond (136) présentant
une pluralité de cavités (152) pour recevoir des capteurs biomagnétiques, le moule
(160, 168) comprenant une pluralité de noyaux (170) interchangeables, pour produire
la cavité (152), des noyaux (170) différents étant utilisés pour produire des profondeurs
différentes des cavités (152).