Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kryostaten, welcher insbesondere für den Einsatz in
einem biomagnetischen Messsystem geeignet ist, sowie ein biomagnetisches Messsystem,
welches einen derartigen Kryostaten umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin ein
Verfahren zur Herstellung eines Kryostaten, welcher insbesondere für biomagnetische
Messungen geeignet ist. Derartige Kryostaten und Messsysteme können insbesondere im
Bereich der Kardiologie oder auch in anderen medizinischen Bereichen, wie beispielsweise
der Neurologie, eingesetzt werden. Auch andere Anwendungen, beispielsweise nichtmedizinische
Anwendungen, beispielsweise Anwendungen in der Materialforschung, sind denkbar.
Stand der Technik
[0002] In den vergangenen Jahren haben magnetische Messsysteme, welche bis dahin im Wesentlichen
der Grundlagenforschung vorbehalten waren, Einzug in viele Bereiche der biologischen
und medizinischen Wissenschaften gehalten. Insbesondere die Neurologie und die Kardiologie
profitieren von derartigen biomagnetischen Messsystemen.
[0003] Grundlage der biomagnetischen Messsysteme ist die Tatsache, dass die meisten Zellaktivitäten
im menschlichen oder tierischen Körper mit elektrischen Signalen, insbesondere elektrischen
Strömen, verbunden sind. Die Messung dieser elektrischen Signale selbst, welche durch
die Zellaktivität hervorgerufen werden, ist beispielsweise aus dem Bereich der Elektrokardiographie
bekannt. Neben den rein elektrischen Signalen sind die elektrischen Ströme jedoch
auch mit einem entsprechenden Magnetfeld verbunden, deren Messung sich die verschiedenen
bekannten biomagnetischen Messmethoden zunutze machen.
[0004] Während die elektrischen Signale bzw. deren Messung außerhalb des Körpers von verschiedenen
Faktoren, wie beispielsweise den unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeiten der
Gewebetypen zwischen der Quelle und der Körperoberfläche verbunden sind, durchdringen
magnetische Signale nahezu ungestört diese Gewebebereiche. Die Messung dieser Magnetfelder
und deren Änderungen erlaubt somit Rückschlüsse auf die innerhalb des Gewebes fließenden
Ströme, zum Beispiel elektrische Ströme innerhalb des Herzmuskels. Eine Messung dieser
magnetischen Felder mit hoher Zeit- und/oder Ortsauflösung über einen gewissen Bereich
hinweg erlaubt somit bildgebende Verfahren, welche beispielsweise eine aktuelle Situation
verschiedener Bereiche eines menschlichen Herzens wiedergeben können. Andere bekannte
Anwendungen liegen beispielsweise im Bereich der Neurologie.
[0005] Die Messung von Magnetfeldern biologischer Proben oder Patienten, bzw. die Messung
von zeitlichen Änderungen dieser Magnetfelder, stellt jedoch messtechnisch eine hohe
Herausforderung dar. So sind beispielsweise die Magnetfeldänderungen im menschlichen
Körper, welche bei der Magnetokardiographie zu messen sind, ungefähr eine Million
Mal schwächer als das magnetische Feld der Erde. Die Detektion dieser Änderungen erfordert
also extrem sensitive Magnetsensoren. In den meisten Fällen werden daher im Bereich
der biomagnetischen Messungen supraleitende Quanten-Interferenz-Messgeräte (Superconducting
Quantum Interference Devices, SQUIDs) eingesetzt. Derartige Sensoren müssen in der
Regel, um den supraleitenden Zustand zu erreichen bzw. aufrechtzuerhalten, typischerweise
auf 4 °K (-269 °C) gekühlt werden, wozu üblicherweise flüssiges Helium verwendet wird.
Die SQUIDs sind daher in der Regel einzeln oder in einem SQUID-Array in einem sog.
Dewar-Gefäß angeordnet und werden dort entsprechend gekühlt. Alternativ werden zurzeit
Laser-gepumpte magneto-optische Sensoren entwickelt, die annähernd vergleichbare Empfindlichkeit
aufweisen können. Auch in diesem Fall werden die Sensoren in der Regel in einer Array-Anordnung
in einem Behälter zur Temperaturstabilisierung angeordnet.
[0006] Derartige Behälter zur Temperaturstabilisierung, insbesondere Behälter für die Kühlung
von Magnetsensoren und so genannte Dewar-Gefäße werden im Folgenden allgemein als
"Kryostat" bezeichnet. Insbesondere kann es sich hierbei um Helium-Kryostate oder
andere Arten von Kryostaten handeln. Zwischen dem Kryostaten und dem Kryostatgefäß,
welches auch als Dewar bezeichnet wird, wird dabei im Folgenden nicht unterschieden,
auch wenn der eigentliche Kryostat neben dem Kryostatgefäß weitere Teile umfassen
kann.
[0007] Die Herstellung des Kryostaten für die Aufnahme biomagnetischer Sensorsysteme stellt
konstruktiv eine große Herausforderung dar. Die Sensoren werden üblicherweise in einer
vorgegebenen Anordnung in diesen Kryostaten eingebracht, beispielsweise in Form einer
hexagonalen Anordnung von SQUIDs oder anderen Magnetsensoren. Dabei umfasst üblicherweise
der Kryostat ein inneres Gefäß, mit darin aufgenommenen Sensoren, sowie ein äußeres
Gefäß. Der Zwischenraum zwischen innerem Gefäß und äußerem Gefäß wird evakuiert. Dabei
ist es jedoch von erheblicher Bedeutung, dass der Abstand zwischen den im inneren
Kryostatgefäß aufgenommenen Sensoren und der Hautoberfläche des Patienten so klein
wie möglich gehalten wird, da beispielsweise die Signalstärke mit einer hohen Potenz
des Abstandes zwischen Sensor und Hautoberfläche abnimmt. Dementsprechend muss der
Abstand zwischen den Böden des inneren und äußeren Gefäßes klein und äußerst konstant
gehalten werden.
[0008] Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Kryostate bekannt, welche für magnetische
Messungen eingesetzt werden können. So beschreibt beispielsweise
WO 94/03754 ein Kryostatgefäß mit einem inneren Dewar und einem äußeren Dewar. Der innere Dewar
ist dabei doppelt ummantelt und weist Bodenteile mit gekrümmten Böden auf. Weiterhin
ist eine Reihe von Strahlungsabschirmungen vorgesehen.
[0009] Auch
DE 298 09 387 U1 beschreibt einen Kryostaten für radiomagnetische Sondierungsverfahren, bei denen
vorzugsweise SQUIDs eingesetzt werden. Der Kryostat weist eine hohe elektromagnetische
Hochfrequenz-Transparenz auf. Dabei wird wiederum ein Doppelgefäß vorgeschlagen, wobei
ein Sensor am Boden eines Innengefäßes aufgenommen ist. Dieses Innengefäß ist zweiteilig
ausgebildet und zeigt ein Bodenteil mit einem hochgezogenen Rand, welcher eine Seitenwand
teilweise umschließt.
[0010] Aus
DE 195 44 593 A1 ist ein vakuumisolierter Kryobehälter bekannt, der für die Speicherung tiefsiedender
verflüssigter Gase, insbesondere für brennbare Kryokraftstoffe, eingesetzt werden
kann. Dieser weist einen Außenbehälter und einen im Außenbehälter gelagerten, die
Gase aufnehmenden Innenbehälter und eine Einrichtung zur Sicherung des Außenbehälters
gegen Druckanstieg in dem zwischen den Behältern vorgesehenen Isolationsraum auf.
An dem Innenbehälter ist eine Einrichtung zur Überdrucksicherung angeordnet, welche
bei einem vorgegebenen Versagensdruck eine Öffnung zwischen dem Innenbehälter und
dem Isolationsraum freigibt.
[0011] Die herkömmlichen, für magnetische Messungen verwendeten Kryostaten weisen jedoch
in der Praxis eine Vielzahl von Nachteilen und Schwierigkeiten auf, welche sich auf
die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Messungen auswirken können. Eine Schwierigkeit
besteht beispielsweise darin, dass insbesondere in Übergangsbereichen zwischen Bodenteilen
und der Seitenwänden des Kryostatgefäße leicht Verspannungen auftreten können, welche
bis hin zu Rissen führen können, was wiederum die Qualität des Kryostaten stark negativ
beeinflussen kann.
[0012] Weiterhin können beispielsweise beim Abpumpen des Zwischenraumes zwischen innerem
und äußerem Gefäß Verformungen auftreten, welche bis hin zur Ausbildung von Wärmebrücken
zwischen den Böden der Gefäße führen können. Somit besteht bei der Konstruktion des
Kryostaten ein Zielkonflikt dahingehend, dass einerseits ein Abstand zwischen den
beiden Böden möglichst groß ausgestaltet werden sollte, um derartige verformungsbeding-te
Wärmebrücken zu vermeiden, dass aber andererseits dieser Abstand möglichst klein gehalten
werden sollte, um eine hohe Signalqualität für die Sensorsignale zu erzielen.
[0013] Dieser Zielkonflikt wird insbesondere dadurch verschärft, dass bei biomagnetischen
Messsystemen die Dimensionen der Kryostate üblicherweise die Dimensionen von aus dem
Laborbereich bekannten Kryostaten stark überschreiten. Dies ist insbesondere dadurch
bedingt, dass die meisten modernen biomagnetischen Messsysteme abbildende Systeme
sind, welche nicht nur punktuell Messwerte aufnehmen, sondern möglichst gleichzeitig
über einen größeren Flächenbereich oder Raumbereich hinweg messen. So wird beispielsweise
bei der Magnetokardiographie üblicherweise mittels eines Sensorarrays über einen näherungsweise
kreisförmigen Bereich von beispielsweise 300 mm bis 400 mm Durchmesser gemessen, was
näherungsweise den Dimensionen einer menschlichen Brust entspricht. Diese großen Dimensionen
bewirken jedoch, dass sich bereits kleinste Durchbiegungen der Gefäße, beispielsweise
Durchbiegungen im Prozentbereich (d.h. Krümmung relativ zu lateraler Ausdehnung),
insbesondere im Mittenbereich der Kryostatgefäße die beschriebenen Probleme mit der
Ausbildung von Wärmebrücken bewirken können.
Aufgabe der Erfindung
[0014] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, einen Kryostaten bereitzustellen,
welcher die oben beschriebenen Nachteile bekannter Kryostate vermeidet. Insbesondere
soll der Kryostat einerseits eine hohe Signalqualität gewährleisten und andererseits
eine zuverlässige Evakuierung eines Hohlraumes zwischen einem Innengefäß und einem
Außengefäß ermöglichen.
Beschreibung der Erfindung
[0015] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Kryostaten und ein Verfahren zur Herstellung
eines Kryostaten mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung, welche einzeln oder in Kombination verwirklicht werden können, sind
in Unteransprüchen dargestellt. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird hiermit durch
Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0016] Es wird ein Kryostat für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem vorgeschlagen,
welcher mindestens ein Innengefäß und mindestens ein Außengefäß aufweist, sowie mindestens
einen zwischen dem Innengefäß und dem Außengefäß angeordneten Hohlraum. Sinngemäß
können auch mehrere derartige Innen- und/oder Außengefäße und/oder mehrere Hohlräume
vorgesehen sein. Der Hohlraum soll mit einem Unterdruck beaufschlagbar sein, soll
also abgedichtet werden können, um evakuiert werden zu können. Zu diesem Zweck können
Innen- und Außengefäß beispielsweise entsprechende Dichtungen (beispielsweise separate
Dichtringe und/oder Dichtklebungen an Verbindungsstellen oder ähnliche Arten von Dichtungen),
einen Pumpenanschluss zum Verbinden mit einer Vorrichtung zur Erzeugung eines Vakuums
(z.B. einer Vakuumpumpe) oder ähnliches aufweisen.
[0017] Das Außengefäß und das Innengefäß können dabei aus einer Vielzahl möglicher Materialien
gefertigt sein, welche die erforderliche mechanische Stabilität dieser Gefäße gewährleisten.
Besonders bevorzugt ist es, wenn diese Gefäße ganz oder teilweise aus einem Faserverbundmaterial,
also einem Verbund aus einem Faserwerkstoff und einem Matrixmaterial aus einem Kunststoff
hergestellt sind. Alternativ oder zusätzlich ist jedoch auch eine Vielzahl weiterer
Werkstoffe einsetzbar, wie beispielsweise Metalle, Kunststoffe, Keramiken oder eine
Kombination dieser Materialien.
[0018] Das Außengefäß weist ein Bodenteil auf. Dieses Bodenteil kann einstückig mit den
restlichen Bauteilen des Außengefäßes aufgebaut sein, kann jedoch auch in einer modularen
Bauweise durch weitere Bauteile des Außengefäßes ergänzt werden, beispielsweise -
wie unten beschrieben - eine Seitenwand und/oder weitere Teile, wie beispielsweise
Deckelteile. Wie oben beschrieben, ist dieses Bodenteil besonders kritisch und sollte
nach Möglichkeit keine nennenswerte Durchbiegung aufweisen, wenn der Hohlraum abgepumpt
wird. Übliche Drücke nach dem Abpumpen können bei Raumtemperatur beispielsweise im
Bereich von 10
-3 mbar bis 10
-4 mbar liegen.
[0019] Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das Bodenteil des Außengefäßes
analog zu einer Brückenkonstruktion zu gestalten. Bei einer derartigen Brückenkonstruktion
wird einer Belastung dadurch begegnet, dass die Brücke eine entsprechende bogenförmige
Krümmung aufweist. Auf ähnliche Weise wird vorgeschlagen, dass das Bodenteil einen
Dickenvariationsbereich aufweist, welcher sich vorzugsweise über einen großen Bereich
des Bodenteils erstreckt. Beispielsweise kann sich dieser Dickenvariationsbereich
über einen Bereich zwischen 50 und 100 % der lateralen Erstreckung des Bodenteils
erstrecken. In diesem Dickenvariationsbereich weist das Bodenteil eine konzentrisch
variierende Bodendicke auf, wobei die Bodendicke sich zur Mitte des Dickenvariationsbereichs
hin verringert und dort einen geringeren Wert annimmt als in einem Außenbereich des
Dickenvariationsbereichs. Dabei ist unter einer "Dicke" jedoch stets ein gemittelter
Wert über einen kleinen Bereich hinweg zu verstehen, so dass beispielsweise lokale
Unebenheiten in der Dicke (zum Beispiel ein Angusspunkt) außer Betracht bleiben können.
[0020] Die Dickenvariationsbereich über die laterale Erstreckung des Bodenteils bzw. des
Dickenvariationsbereichs hinweg kann beispielsweise zwischen 0,1 % und 5 % liegen,
vorzugsweise zwischen 0,5 % und 2 % und besonders bevorzugt im Bereich von 0,75 %
bis 1 %. Die Dickenvariation kann beispielsweise stetig erfolgen, beispielsweise in
Form eines parabelförmigen Oberflächenprofils und/oder Dickenprofils der Bodendicke.
Alternativ oder zusätzlich kann jedoch auch eine stetige oder stufenweise Variation
der Bodendicke erfolgen.
[0021] Das Bodenteil hat beispielsweise einen runden oder einen polygonalen Querschnitt.
Entsprechend ist auch der Begriff "konzentrisch variierend" zu verstehen, dahingehend,
dass dieser Begriff lediglich eine Abnahme der Bodendicke hin zur Mitte des Dickenvariationsbereichs
umfasst, nicht hingegen notwendigerweise eine runde Form der Dickenvariationsbereichs
und/oder eine Achsensymmetrie der Dickenvariation, auch wenn eine runde Form und eine
Axialsymmetrie um eine Achse des Kryostaten eine bevorzugte Ausführungsform darstellen.
[0022] Die konzentrisch variierende Bodendicke bietet den Vorteil, dass der Gesamtaufbau
des Bodenteils erheblich stabilisiert wird, ähnlich zum Aufbau eines Brückenbogens.
Auf diese Weise werden Wärmebrücken zwischen dem Außengefäß und dem Innengefäß vermieden,
und auch nach mehreren Abpumpvorgängen lässt sich der Kryostat und ein den Kryostaten
umfassendes biomagnetisches Messsystem reproduzierbar und zuverlässig in Betriebsbereitschaft
versetzen.
[0023] Der Abstand zwischen dem Bodenteil des Außengefäßes und einem Innenbodenteil des
Innengefäßes kann beispielsweise zwischen 3 mm und 30 mm betragen, insbesondere zwischen
10 mm und 25 mm und besonders bevorzugt ca. 20 mm. Das Bodenteil selbst oder der Dickenvariationsbereich
kann einen Durchmesser von beispielsweise mindestens 200 mm aufweisen, vorzugsweise
einen Durchmesser von ca. 400 mm. Das Bodenteil kann eine nach außen weisende Außenseite
und eine nach innen weisende Innenseite aufweisen, wobei die Außenseite bei Normaldruck
in dem Hohlraum (d.h. bei nicht evakuiertem Hohlraum) vorzugsweise einen im Wesentlichen
ebenen Verlauf aufweist. Die Innenseite hingegen kann bei Normaldruck in dem Hohlraum
eine gekrümmte Oberfläche aufweisen. Diese Weiterentwicklung bietet den Vorteil, dass
auf diese Weise erreicht werden kann, dass im abgepumpten Zustand durch eine entsprechende
Wahl der Krümmung der gekrümmten Oberfläche eine ebene Oberfläche entsteht, welche
dem Innengefäß zuweist. Auf diese Weise kann vorzugsweise überall im Hohlraum zwischen
dem Bodenteil des Außengefäßes und dem Innenbodenteil ein näherungsweise konstanter
Abstand im abgepumpten Zustand eingestellt werden.
[0024] Das Bodenteil kann insbesondere einen Faserwerkstoff, beispielsweise einen Glasfaserwerkstoff
und/oder einen Kohlefaserwerkstoff und/oder einen Mineralfaserwerkstoff aufweisen.
Durch diese Faserverstärkung wird die Stabilität des Kryostaten, insbesondere im Bereich
des Bodenteils, zusätzlich erhöht. Zusätzlich zu dem Faserwerkstoff kann dann ein
aushärtbares Matrixmaterial verwendet werden, beispielsweise - wie oben beschrieben
- ein Matrixmaterial mit einem Epoxidharz oder ein ähnliches aushärtbares Matrixmaterial,
welches gemeinsam mit dem Faserwerkstoff ein Faserverbundmaterial bilden kann.
[0025] Das Außengefäß kann weiterhin eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich mit dem
Bodenteil verbundene Seitenwand aufweisen. Wie oben beschrieben, kann diese Seitenwand
beispielsweise einen runden oder polygonalen Querschnitt aufweisen, wobei jedoch grundsätzlich
beliebige Querschnitte realisierbar sind. Das Bodenteil kann vorzugsweise einen hochgezogenen
Rand aufweisen, entlang dessen das Bodenteil mit der Seitenwand des Außengefäßes verbunden
ist. In diesem Fall ist es besonders bevorzugt, wenn der hochgezogene Rand eine Stufenfläche
aufweist, wobei die Seitenwand auf dieser Stufenfläche aufsitzt. Die Stufenfläche
kann zusätzlich einen Kragen umfassen, welcher konzentrisch zu der Seitenwand angeordnet
ist, so dass sich die Seitenwand nach innen hin auf diesem Kragen der Stufenfläche
abstützen kann. Beispiele dieser Konstruktion werden im Nachfolgenden weiter erläutert.
[0026] Neben dem Kryostaten wird ein biomagnetisches Messsystem, insbesondere ein biomagnetisches
Messsystem gemäß einer oder mehrerer der eingangs beschriebenen, aus dem Stand der
Technik bekannten Ausführungsbeispiele, vorgeschlagen. Das biomagnetische Messsystem
umfasst mindestens einen Kryostaten nach einem der vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispiele.
Weiterhin umfasst das biomagnetische Messsystem mindestens einen biomagnetischen Sensor,
vorzugsweise ein Array biomagnetischer Sensoren, welche zur Detektion eines magnetischen
Feldes eingerichtet sind. Wie oben beschrieben, können diese biomagnetischen Sensoren
beispielsweise SQUIDs und/oder magneto-optische Sensoren umfassen.
[0027] Neben dem Kryostaten und dem biomagnetischen Messsystem wird weiterhin ein Verfahren
zur Herstellung eines Kryostaten für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem
vorgeschlagen, insbesondere eines Kryostaten gemäß einem der vorangehend beschriebenen
Ausführungsbeispiele. Der Kryostat soll mindestens ein Innengefäß und mindestens ein
Außengefäß sowie mindestens einen zwischen dem Innengefäß und dem Außengefäß angeordneten
Hohlraum umfassen, welcher mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist. Das Außengefäß
weist ein Bodenteil auf, welcher einen Dickenvariationsbereich mit einer konzentrisch
variierenden Bodendicke umfasst. Die Bodendicke nimmt im Bereich der Mitte des Dickenvariationsbereichs
einen geringeren Wert an als in einem Außenbereich. Für weitere mögliche Details der
Ausgestaltung des Kryostaten kann beispielsweise auf die obige Beschreibung verwiesen
werden.
[0028] Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte zur Herstellung des Bodenteils:
- mindestens ein aushärtbarer Werkstoff (beispielsweise das oben beschriebene Matrixmaterial
des Faserverbundwerkstoffes) wird in eine Form eingebracht. Zusätzlich können weitere
Werkstoffe in diese Form eingebracht werden, oder der aushärtbare Werkstoff kann weitere
Werkstoffe umfassen, beispielsweise die oben beschriebenen Faserwerkstoffe. Die Form
weist mindestens ein Formnest, d.h. eine entsprechend gestaltete Öffnung auf, wobei
dieses Formnest vorzugsweise vollständig ein Negativ des herzustellenden Bodenteils
bildet. Weiterhin umfasst die Form mindestens ein erstes Stempelteil, welches eine
in das Formnest hinein gekrümmte Oberfläche aufweist.
- Nach dem Einbringen des aushärtbaren Werkstoffes in das Formnest der Form wird der
aushärtbare Werkstoff ausgehärtet, beispielsweise durch einfaches Abwarten, durch
thermisches Aushärten, durch chemisches Aushärten (zum Beispiel durch Zugabe eines
Starters), durch photochemisches Aushärten oder durch andere Aushärtverfahren oder
Kombinationen der genannten und/oder anderer Aushärtverfahren. Nach dem Aushärten
kann das Bodenteil anschließend der Form entnommen werden. Auf diese Weise wird unter
Verwendung des besagten ersten Stempels, welcher beispielsweise eine konvexe parabolisch
gekrümmte Oberfläche aufweisen kann, die konzentrisch variierende Bodendicke des Dickenvariationsbereichs
des Bodenteils erzeugt.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ebenfalls auf verschiedene Weisen weitergebildet
werden. So kann beispielsweise die Form weiterhin mindestens ein zweites Stempelteil
aufweisen, wobei das zweite Stempelteil eine gegenüber dem ersten Stempelteil im Wesentlichen
entgegengesetzte Krümmung aufweist. Ragt beispielsweise die gekrümmte Oberfläche des
ersten Stempelteils in das Formnest konvex hinein, so kann beispielsweise das zweite
Stempelteil eine gekrümmte Oberfläche aufweisen, welche derart konkav gekrümmt ist,
dass die Krümmung aus dem Inneren des Formnestes herausweist. Die beiden gekrümmten
Oberflächen der Stempelteile können in diesem Fall beispielsweise dann derart gekrümmt
sein, dass das gebildete Zwischenprodukt des Bodenteils nach dem Aushärten die Form
einer gekrümmten Schale annimmt. Anschließend kann, nach einem Aushärten des aushärtbaren
Werkstoffs, das Bodenteil dem Formnest entnommen werden und einem sich anschließenden
Schneideverfahren und/oder Schleifverfahren unterworfen werden. Mittels dieses Schneideverfahrens
und/oder Schleifverfahrens kann dann die konvexe Oberfläche des Bodenteils beispielsweise
im Bereich des Dickenvariationsbereichs eingeebnet werden und somit eine im Wesentlichen
ebene Unterseite des Bodenteils bzw. des Dickenvariationsbereichs erzeugt werden.
Ausführungsbeispiele
[0030] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Unteransprüchen.
Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder zu mehreren in Kombination
miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren schematisch dargestellt.
Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen dabei gleiche oder funktionsgleiche
bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen einander entsprechende Elemente.
Im Einzelnen zeigt:
[0031]
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel eines Kryostaten für den Einsatz in einem biomagnetischen
Messsystem in einer Schnittdarstellung;
- Figur 2
- einen Ausschnitt der Darstellung gemäß Figur 1 im Bereich eines Überganges zwischen
einem Innenbodenteil und einer Innenseitenwand eines Innengefäßes;
- Figur 3
- einen Ausschnitt der Darstellung gemäß Figur 1 im Bereich eines Überganges zwischen
einem Bodenteil und einer Seitenwand eines Außengefäßes;
- Figur 4
- das Bodenteil des Kryostaten gemäß Figur 1 in einer Detaildarstellung;
- Figuren 5A und 5B
- ein schematisches Beispiel eines herkömmlichen Bodenteils in ungekrümmtem und gekrümmtem
Zustand;
- Figuren 6A und 6B
- ein schematisches Beispiel eines erfindungsgemäßen Bodenteils in ungekrümmtem und
gekrümmtem Zustand;
- Figuren 7A und 7B
- zwei weitere mögliche Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Bodenteile;
- Figur 8
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Kryostaten; und
- Figur 9
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Kryostaten.
[0032] In Figur 1 ist ein mögliches Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kryostaten
110 in einer Schnittdarstellung gezeigt. Der Kryostat 110 weist ein Innengefäß 112
und ein das Innengefäß 112 umschließendes Außengefäß 114 auf. Das Außengefäß 114 ist
im Wesentlichen zylindrisch ausgestaltet und weist verschiedene Flansche 116 und 118
auf. Während der untere dieser Flansche 116 im Wesentlichen Halterungsfunktionen übernimmt,
dient der obere Flansch 118 zur Aufnahme eines Deckels 120 des Außengefäßes 114. Durch
diesen Deckel 120 ragt ein Hals 122 des Innengefäßes 112. Durch diesen Hals 122 können
biomagnetische Sensoren (in Figur 1 nicht dargestellt) ins Innere eines (ebenfalls
im Wesentlichen zylindrischen) Hauptgefäßes 124 des Innengefäßes 112 eingebracht werden.
Zudem können Zuleitungen zu diesen Sensoren durch den Hals 122 nach außen geführt
und mit einer entsprechenden Elektronik verbunden werden, sodass Messsignale dieser
Sensoren abgefragt werden können.
[0033] Zwischen dem Innengefäß 112 und dem Außengefäß 114 ist ein Hohlraum 126 ausgebildet.
Dieser Hohlraum 126 kann beispielsweise mittels eines in Figur 1 nicht dargestellten
Vakuumstutzens evakuiert werden. Durch diese Evakuierung und Ausbildung eines Unterdrucks
in diesem Hohlraum 126 wird eine Isolationswirkung des Kryostaten 110 erhöht. Auf
diese Weise kann der Innenraum des Hauptgefäßes 124 des Innengefäßes 112 beispielsweise
mittels flüssigen Heliums gekühlt werden, ohne dass in kurzen Abständen eine Ergänzung
bzw. Ersetzung dieses flüssigen Heliums erforderlich wäre.
[0034] Sowohl das Innengefäß 112 als auch das Außengefäß 114 weisen im Wesentlichen durchgehend
Faserverbundmaterialien als Werkstoffe auf. Weiterhin sind sowohl das Innengefäß 112
als auch das Außengefäß 114 modular aufgebaut. So weist beispielsweise das Außengefäß
114 neben dem Deckel 120 eine Seitenwand 128 und ein Bodenteil 130 auf. Das Innengefäß
112 weist neben dem Hals 122 im Bereich des Hauptgefäßes 124 einen Kreisring 132 auf,
welcher den Hals 122 gegenüber dem Hauptgefäß 124 abdichtet. Weiterhin weist das Innengefäß
112 eine Innenseitenwand 134 auf sowie ein Innenbodenteil 136. In diesem Ausführungsbeispiel
sind die Seitenwände 128, 134 mit einer zylindrischen Gestalt ausgestattet, was jedoch
nicht zwingend erforderlich ist. So können beispielsweise auch polygonale Querschnitte
oder unregelmäßige Querschnitte eingesetzt werden.
[0035] Ein besonders kritischer Bereich bei der Herstellung des Kryostaten 110 ist der in
Figur 1 mit der Bezugsziffer 138 bezeichnete Bereich des Übergangs zwischen den Bodenteilen
130, 136 und den Seitenwänden 128, 134 des Außengefäßes 114 bzw. des Innengefäßes
112. In diesem Bereich machen sich die beim Abpumpen des Hohlraumes 126 wirkenden
Kräfte auf das Innengefäß 112 (in Figur 1 mit F
1 bezeichnet) und auf das Außengefäß 114 (in Figur 1 mit F
2 bezeichnet) besonders kritisch bemerkbar und können zu Beschädigungen des Kryostaten
110 führen.
[0036] Beim Evakuieren des Hohlraums 126 in Figur 1 wirkt auf die Seitenwand 134 des Innengefäßes
112 die nach außen, zum Hohlraum 126 hin gerichtete Kraft F
1. Diese Kraft führt in einem umlaufenden Verbindungsbereich 140, welcher in Figur
2 in Detaildarstellung gezeigt ist, zwischen dem Innenbodenteil 136 und der Innenseitenwand
134 des Innengefäßes 112 zu Verspannungen. Um in diesem Verbindungsbereich 140 Rissbildungen
aufgrund dieser Verspannungen zu vermeiden, weist der Verbindungsbereich 140 ein umlaufendes
Verstärkungselement 142 auf, welches in diesem Ausführungsbeispiel einstückig mit
dem Innenbodenteil 136 ausgebildet ist. Auch nicht-einstückige Ausführungsformen sind
jedoch denkbar, beispielsweise mit einem separat ausgebildeten Verstärkungselement
142. Das Innenbodenteil 136 weist einen hochgezogenen, kreisringförmigen Rand 144
auf, welcher in seinem oberen Bereich als Stufe 146 ausgebildet ist. Diese Stufe 146
weist eine untere Stufenfläche 148 auf, auf welcher der untere Rand der Innenseitenwand
134 des Innengefäßes 112 aufliegt. Weiterhin beinhaltet die Stufe 146 einen Kragen
150, welcher den unteren Rand der Seitenwand 134 ringförmig umgibt.
[0037] Das Verstärkungselement 142 unterscheidet sich vom restlichen Innenbodenteil 136
im Wesentlichen durch seine strukturellen Eigenschaften. So ist vorzugsweise das gesamte
Innenbodenteil 136 aus einem Faserverbundmaterial hergestellt, welches vorzugsweise
ein Epoxidharz als Matrixmaterial und beispielsweise Glasfasern als Faserwerkstoff
umfasst. Daneben können weitere Zusatzstoffe umfasst sein. Im Bereich des Verstärkungselements
142 ist dieser Faserwerkstoff, welcher in Figur 2 nicht dargestellt ist, in Umfangsrichtung
orientiert und weist somit in Figur 2 in die Zeichenebene hinein. Im restlichen Bodenteil
136 hingegen ist die Faserorientierung des Faserwerkstoffs im Wesentlichen radial
verlaufend, also in Figur 2 parallel zur Zeichenebene.
[0038] Weiterhin ist in den Figuren 1 und 2 zu erkennen, dass das Innenbodenteil 136 eine
Reihe von Vertiefungen 152 aufweist. Diese Vertiefungen 152 dienen der Aufnahme von
biomagnetischen Sensoren, welche in den Figuren nicht dargestellt sind. Beispielsweise
lassen sich zu diesem Zweck SQUIDs einsetzen, welche beispielsweise an einem durch
den Hals 122 des Innengefäßes 112 in das Hauptgefäß 124 eingebrachten Gestänge gelagert
sind. Die biomagnetischen Sensoren können beispielsweise in einer hexagonalen Anordnung
im Bodenteil 136 aufgenommen sein, so dass diese über einen Flächenbereich hinweg
Messsignale aufnehmen und somit beispielsweise einen Brustbereich eines Patienten
kartieren können. Die Vertiefungen 152 dienen beispielsweise dem Zweck, die biomagnetischen
Sensoren zu fixieren und darüber hinaus den Abstand zwischen Sensor und Hautoberfläche
des Patienten dadurch zu verkürzen, dass die effektive Bodendicke des Innenbodenteil
136 von ursprünglich D auf den Abstand d in Figur 2 reduziert wird. Weiterhin sind
im Innenbodenteil 136 Gewindebohrungen 154, an welchen beispielsweise ein Gestänge
zur Halterung der biomagnetischen Sensoren fixiert werden kann.
[0039] Auf ähnliche Weise weist auch das Bodenteil 130 des Außengefäßes 114 einen hochgezogenen
Rand 156 auf. Dieser ist in Figur 3 in Detaildarstellung gezeigt. Da in diesem Fall
die auf die Seitenwand 128 des Außengefäßes 114 wirkende Kraft F
2 nach innen gerichtet ist, also entgegengesetzt zur Kraft F
1 in Figur 2, ist zur Verstärkung des Übergangsbereichs zwischen der Seitenwand 128
und dem Bodenteil 130 wiederum eine Stufe 158 in dem hochgezogenen Rand 156 des Bodenteils
130 vorgesehen. Wiederum weist diese Stufe 158 eine Stufenfläche 160 auf, auf welcher
die Seitenwand 128 aufliegt. Wiederum ist auch ein Kragen 162 vorgesehen, welcher
jedoch, im Gegensatz zu dem Kragen 150 in Figur 2, aufgrund der entgegengesetzt zur
Kraft F
1 wirkenden Kraft F
2 in diesem Fall auf der Innenseite der Seitenwand 128 angeordnet ist und den Übergangsbereich
zwischen Seitenwand 128 und Bodenteil 130 verstärkt.
[0040] Zwischen dem Innenbodenteil 136 des Innengefäßes 112 und dem Bodenteil 130 des Auβengefäßes
114 besteht, wie aus Figur 1 ersichtlich ist, in einem Bereich, in welchem beide Bodenteile
130, 136 eben verlaufen, ein Abstand a, welcher typischerweise lediglich zwischen
10 und 25 mm beträgt. Dieser bevorzugte Abstand bewirkt eine hohe Signalqualität,
da magnetische Felder in der Regel mit einer hohen Potenz des Abstandes zwischen Quelle
und Detektor abnehmen. Durch die in Figur 1 dargestellte Konstruktion mit den Vertiefungen
152, in welchen die Sensoren aufgenommen sind, und dem geringen Abstand a zwischen
Innenbodenteil 136 und Bodenteil 130 wird der Abstand zwischen beispielsweise einer
Brust des Patienten und den in den Vertiefungen 152 aufgenommenen biomagnetischen
Sensoren auf ein Minimum reduziert.
[0041] Durch diese Reduzierung des Abstandes a treten jedoch die eingangs genannten Probleme
mit Verformungen des Bodenteils 130 des Außengefäßes 114 auf. Das Bodenteil 130 ist
in Figur 4 im Detail ohne das Innengefäß 112 dargestellt. Das Bodenteil 130 kann,
wie der gesamte Kryostat 110, beispielsweise einen runden Querschnitt oder einen polygonalen
Querschnitt aufweisen. Aus Figur 4 ist ersichtlich, dass das Bodenteil 130 in dem
hier dargestellten, nicht beschränkenden Ausführungsbeispiel grundsätzlich in drei
Abschnitte unterteilt ist und neben dem bereits erwähnten hochgezogenen Rand 156 einen
ringförmigen abgeschrägten Bereich 164 und einen kreisförmigen, im Wesentlichen eben
gestalteten dicken Variationsbereich 166 aufweist. Der im Wesentlichen ebene Dickenvariationsbereich
166 ist vorzugsweise der Bereich, in welchem, wie aus Figur 1 ersichtlich ist, das
Innengefäß 112 den geringsten Abstand zum Außengefäß 114 aufweist. Dieser Bereich
stellt somit den Bereich dar, in welchem bei Einwirken der Kraft F
1, welche beim Abpumpen des Hohlraumes 126 auftritt, die Gefahr einer Berührung zwischen
Innengefäß 112 und Außengefäß 114 und somit die Ausbildung von Wärmebrücken besonders
hoch ist.
[0042] Zur Lösung dieser Problematik wird vorgeschlagen, diesen Dickenvariationsbereich
166 mit einer konzentrisch variierenden Bodendicke auszugestalten. Dabei nimmt die
Dicke des Bodenteils 130 im Dickenvariationsbereich 166 von einer Dicke B
1 im Randbereich, d.h. im Bereich des Übergangs des Dickenvariationsbereichs 166 hin
zum abgeschrägten Bereich 164, auf einen Wert B
2 in der Mitte des Dickenvariationsbereichs 166 ab. Diese Abnahme beträgt typischerweise
ca. 1 %. Wenn der Dickenvariationsbereich 166 somit einen Durchmesser von ca. 400
mm aufweist, so liegt der Wert B
1 - B
2 bei ca. 3 bis 4 mm. Dabei weist der Dickenvariationsbereich 166 eine nach außen weisende
Innenseite 168 und eine nach außen weisende Oberfläche 170 auf. Während die Innenoberfläche
168 in einem Zustand, in welchem der Hohlraum 126 nicht abgepumpt ist, einen leicht
gekrümmten Verlauf aufweist, ist die Außenoberfläche 170 vorzugsweise eben ausgestaltet.
Alternativ kann diese Außenoberfläche 170 jedoch beispielsweise auch anderen Geometrien
angepasst werden, beispielsweise einer Kopfoberfläche oder einer Brustoberfläche eines
Patienten, je nach Anwendungsgebiet des Kryostaten 110.
[0043] In den Figuren 5A bis 6B ist die Wirkung der konzentrisch variierenden Dicke des
Bodenteils 130 schematisch verdeutlicht. Dabei zeigen die Figuren 5A und 5B ein herkömmliches
Bodenteil 130 mit konstanter Dicke, wohingegen die Figuren 6A und 6B ein erfindungsgemäßes
Bodenteil 130 mit konzentrisch variierender Dicke zeigen. Die Dickenvariation und
die Krümmung sind dabei in den Figuren stark übertrieben dargestellt.
[0044] In Figur 5A ist ein Bodenteil 130 mit gleichbleibender, d.h. nicht variierender Dicke
dargestellt, wie es dem Stand der Technik entspricht und in herkömmlichen Kryostaten
verwendet wird. Dabei zeigt Figur 5A den unbelasteten Fall, also einen Fall, in welchem
der Hohlraum 126 keine Druckdifferenz zum Bereich außerhalb des Kryostaten 110 aufweist,
also einen nicht-abgepumpten Fall. Figur 5B zeigt hingegen den Fall, dass der Hohlraum
126 des Kryostaten 110 evakuiert wird. In diesem Fall wirkt nach innen, d.h. hin zum
Hohlraum 126, eine Kraft F
2 auf das Bodenteil 130. Da das Bodenteil 130 in seinem Randbereich (der hochgezogene
Rand 156 und der abgeschrägte Bereich 164 sind in dieser und in den nachfolgenden
Figuren vernachlässigt) fest verankert ist, krümmt sich das Bodenteil 130 in der Mitte
nach oben. Die dadurch entstehende Durchbiegung ist in Figur 5B mit Δ bezeichnet.
Diese Durchbiegung Δ kann bei üblichen Unterdrücken im Bereich von 10
-2 bis 10
-3 mbar bis hin zu einigen Millimetern betragen. Hierdurch können sich Wärmebrücken
zum darüberliegenden, in den Figuren nicht dargestellten Innengefäß 112 ausbilden,
welche die Isolationswirkung des Kryostaten 110 stark vermindern.
[0045] In den Figuren 6A und 6B ist hingegen ein Beispiel eines Bodenteils 130 gezeigt,
welches erfindungsgemäß ausgestaltet ist. Wiederum sind dabei der hochgezogene Rand
156 und der abgeschrägte Bereich 164 nicht dargestellt, und die Krümmungen sind zur
Verdeutlichung des Prinzips stark übertrieben gezeichnet. Abgebildet ist somit beispielsweise
ein Teil des Dickenvariationsbereichs 166. Wiederum zeigt die Figur 6A den nicht-abgepumpten
Fall, in welchem beispielsweise in dem Hohlraum 126 Normaldruck herrscht, wohingegen
Figur 6B den Fall des abgepumpten Zustandes darstellt. In diesem abgepumpten Zustand
wirkt auf das Bodenteil 130 eine hin zum Hohlraum 126 gerichtete Kraft F
2.
[0046] Wie aus Figur 6B erkennbar ist, bewirkt auch in diesem Fall, in welchem das Bodenteil
130 erfindungsgemäß ausgestaltet ist, die Kraft F
2 eine Verformung des Bodenteils 130. Diese Verformung fällt jedoch zum einen geringfügiger
aus als in dem oben in Figur 5B dargestellten, dem Stand der Technik entsprechenden
Fall, was auf den "Brückenbogeneffekt" zurückzuführen ist, der oben beschrieben wurde.
Zum anderen bewirkt die konkave Krümmung der nach innen weisenden Oberfläche 168 des
Bodenteils 130, dass sich auch im verformten Zustand das Bodenteil 130 nicht nach
oben hin, d.h. hin zum Innengefäß 112, aufwölben kann oder dass eine derartige Aufwölbung
im Vergleich zum Stand der Technik stark vermindert wird. Auf diese Weise wird die
Gefahr einer Brückenbildung in diesem besonders kritischen Bereich des Kryostaten
110 stark vermindert.
[0047] In den Figuren 7A und 7B sind weitere mögliche Ausführungsbeispiele des Bodenteils
130 dargestellt (wobei jeweils wiederum nur der Dickenvariationsbereich 166 des Bodenteils
130 gezeigt ist), welche zeigen, dass auch andere Ausführungsformen der Krümmung der
Oberflächen im Dickenvariationsbereich 166 als die in Figur 6A gezeigte Krümmung möglich
sind.
[0048] So ist in Figur 6A lediglich die nach innen weisende Oberfläche 168 gekrümmt, wohingegen
die nach außen weisende Oberfläche 170 vorzugsweise im nicht-abgepumpten Zustand eben
ausgestaltet ist. Wie oben bereits dargelegt, sind jedoch auch andere Ausgestaltungen
der äußeren Oberfläche 170 möglich, beispielsweise anatomische Ausformungen oder ebenfalls
gekrümmte Formen, beispielsweise ähnlich zur inneren Oberfläche 168.
[0049] Weiterhin ist in Figur 6A der Krümmungsverlauf der inneren Oberfläche 168 stetig
und beispielsweise parabelförmig ausgestaltet, mit einer konkaven, parabelförmigen
Krümmung. Dass dies nicht notwendigerweise so sein muss, ist beispielsweise in Figur
7 stark schematisiert dargestellt. Hierbei ist gezeigt, dass die gekrümmte Oberfläche
168 auch beispielsweise eine nicht-kontinuierliche Dickenvariation mit Stufen 172
aufweisen kann. Da vorzugsweise das Bodenteil 130 rund oder polyedrisch ausgestaltet
ist, kann es sich bei diesen Stufen beispielsweise um Ringstufen 172 handeln. Der
Effekt dieser gestuften Ausführungsform ist prinzipiell derselbe wie in den Figuren
6A und 6B dargestellt.
[0050] In Figur 7B ist ein weiteres Beispiel einer nicht-kontinuierlichen Dickenvariation
gezeigt. Bei diesem Beispiel weist die nach innen weisende Oberfläche 168 einen im
Wesentlichen eben ausgestalteten Zentralbereich 174 und einen sich daran anschließenden
ringförmigen Krümmungsbereich 176 auf.
[0051] Zahlreiche weitere Ausführungsformen, die nicht vom Grundgedanken der Erfindung abweichen,
sind möglich und dem Fachmann angesichts der obigen Beschreibung leicht zu erschließen.
So können beispielsweise auch lokal Dickenvariationen auftreten, welche von dem Verlauf
mit grundsätzlich nach innen hin abnehmender Dicke des Bodenteils 130 abweichen. So
können beispielsweise lokale Unebenheiten, welche vernachlässigbar sind, für eine
Ausbildung von Wärmebrücken bei der Betrachtung des Dickenprofils außer Betracht bleiben.
Auch zahlreiche andere Ausführungsformen sind denkbar, beispielsweise Ausführungsformen,
in welchen in eine oder beide der Oberflächen 168, 170 zusätzliche Vertiefungen, Bohrungen,
Nuten oder ähnliches eingebracht sind, wobei der Gesamtverlauf der Krümmung dieser
Oberflächen jedoch nicht vom obigen Gedanken der Erfindung abweicht.
[0052] Anhand der Figuren 8 und 9 werden im Nachfolgenden zwei mögliche Verfahren zur Herstellung
eines Bodenteils 130, beispielsweise eines Bodenteils mit den Merkmalen der oben beschriebenen
Bodenteile 130, beschrieben.
[0053] In beiden Fällen wird ein Herstellungsverfahren eingesetzt, bei welchem das Bodenteil
130 mittels einer Form 178 erzeugt wird. Diese Form 178 weist einen oberen Stempel
180 und einen unteren Stempel 182 auf, welche gemeinsam ein Formnest 184 bilden. Dieses
Formnest 184 ist in den Figuren 8 und 9 stark vereinfacht dargestellt, so dass beispielsweise
wiederum der abgeschrägte Bereich 164 und/oder ein hochgezogener Rand 156 des Bodenteils
130 außer Betracht bleiben. Unter einem "Stempel" ist nicht notwendigerweise ein beweglicher
Bestandteil der Form 178 zu verstehen, sondern es kann sich beispielsweise auch um
starre Bestandteile dieser Form 178 handeln, wobei die Stempel 180, 182 zum Formnest
184 hinweisende Oberflächen 186, 188 aufweisen. Die beiden Stempel 180, 182 sind entlang
einer Trennlinie 190, welche in den Figuren 8 und 9 ebenfalls nur schematisch dargestellt
ist, trennbar. Unter einer "Trennlinie" ist dabei nicht notwendigerweise eine Linie,
sondern beispielsweise auch eine Trennfläche oder ähnliches zu verstehen. Auch können
die Stempel 180, 182 weitere, beispielsweise bewegliche oder austauschbare Formteile
enthalten, um dem Bodenteil 130 weitere Konturen aufzuprägen.
[0054] In beiden Verfahren, also sowohl in dem in Figur 8 dargestellten Verfahren, als auch
in dem in Figur 9 dargestellten Verfahren, wird ein Faserwerkstoff 192 in das Formnest
184 eingebracht. Dieser Faserwerkstoff 192 kann beispielsweise in Form von Fasermatten
ausgestaltet sein, beispielsweise in Form von Glasfaser-, Kohlefaser- oder Mineralfasermatten
oder Mischungen verschiedener Faserwerkstoffe. Der Faserwerkstoff 192 ist in den Figuren
8 und 9 lediglich schematisch angedeutet und wird vorzugsweise derart in die Formnester
184 eingebracht, so dass diese im Wesentlichen ausgefüllt sind. Anschließend wird
ein nicht ausgehärtetes Matrixmaterial 194 (in den Figuren 8 und 9 durch eine Punktierung
angedeutet) in die Formnester 184 eingebracht, was in den Figuren 8 und 9 ebenfalls
nur ansatzweise dargestellt ist. Vorzugsweise wird dieses Matrixmaterial 194 derart
in die Formnester 184 eingegossen, dass der Faserwerkstoff 192 vollständig mit dem
nicht ausgehärteten Matrixmaterial 194 getränkt ist. Beispielsweise kann es sich bei
diesem Matrixmaterial 194 um ein Epoxidharz handeln. Auch andere Arten von Matrixmaterialien
194 sind jedoch denkbar, beispielsweise andere Arten duroplastischer Kunststoffe,
Thermoplaste oder andere aushärtbare Matrixmaterialien 194.
[0055] Anschließend wird in beiden Figuren das Matrixmaterial 194 ausgehärtet, was beispielsweise
durch einfaches Abwarte, thermische Initialisierung, Beigabe eines Starters, photochemische
Aktivierung oder andere Arten der Aktivierung erfolgen kann. Auf diese Weise bildet
sich in den Formnestern 184 jeweils ein zumindest teilweise ausgehärtetes Bodenteil
130 aus.
[0056] Die beiden in den Figuren 8 und 9 dargestellten Verfahren unterscheiden sich im Wesentlichen
darin, wie bei diesen Verfahren die konzentrisch variierende Bodendicke des Bodenteils
130 erzeugt wird. Bei dem in Figur 8 dargestellten Verfahren ist bereits das Formnest
184 durch entsprechende Ausgestaltung der Stempel 180, 182 derart ausgestaltet, dass
das dem Formnest 184 entnommene Bodenteil 130 bereits näherungsweise beispielsweise
die Gestalt des in Figur 6A dargestellten Bodenteils 130 aufweist. Dies bedeutet,
dass bereits nach dem Vergießen und Aushärten die nach innen weisende Innenseite 168
des Bodenteils 130 (siehe Figur 6A) eine Krümmung aufweist, wohingegen die nach außen
weisende Außenseite 170 beispielsweise einen im Wesentlichen ebenen Verlauf zeigt.
[0057] Bei dem in Figur 9 dargestellten, bevorzugten Verfahren wird hingegen die konzentrisch
variierende Bodendicke nachträglich durch ein Schneideverfahren erzeugt. Hierbei weisen
die beiden Oberflächen 186, 188 der Stempel 180, 182 eine im Wesentlichen konstante
Krümmung auf, so dass das nach dem Aushärten dem Formnest 184 entnommene Bodenteil
130 zunächst eine im Wesentlichen konstante Bodendicke aufweist, jedoch insgesamt
gekrümmt ist. Auch unterschiedliche Krümmungen der Oberflächen 186, 188 sind prinzipiell
möglich. Die konzentrisch variierende Bodendicke wird anschließend durch ein Schneiden
dieses Bodenteils entlang einer Schnittlinie 196 (wobei es sich sinngemäß wiederum
auch um eine Schnittfläche handeln kann) erzeugt. Dies kann beispielsweise durch ein
einfaches Sägen erfolgen. Alternativ oder zusätzlich kann anstelle eines Schneideverfahrens
auch ein Schleifverfahren eingesetzt werden, bei welchem das Bodenteil 130 in Figur
9 von unten her mittels eines vorzugsweise ebenen Schleifwerkzeuges bis hin zur Schnittlinie
196 angeschliffen wird. Auch auf diese Weise lässt sich beispielsweise das in Figur
6A dargestellte Bodenteil 130 mit der konzentrisch variierenden Bodendicke erzeugen.
[0058] Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die in den Figuren 8 und 9 dargestellten
Verfahrensvarianten lediglich Beispiele einer Vielzahl möglicher Herstellungsverfahren
zur Herstellung eines Bodenteils sind. Diese Beispiele, insbesondere das in Figur
9 dargestellte Schneide- oder Schleifverfahren, zeichnen sich jedoch durch eine hohe
Prozesssicherheit, eine hohe Reproduzierbarkeit der erzeugten Bodenteile 130 sowie
durch vergleichsweise geringe Herstellungskosten für die Formen 178 aus.
Bezugszeichenliste
[0059]
- 110
- Kryostat
- 112
- Innengefäß
- 114
- Außengefäß
- 116
- Flansch
- 118
- Flansch
- 120
- Deckel
- 122
- Hals des Innengefäßes
- 124
- Hauptgefäß
- 126
- Hohlraum
- 128
- Seitenwand Außengefäß
- 130
- Bodenteil Außengefäß
- 132
- Kreisring
- 134
- Innenseitenwand
- 136
- Innenbodenteil
- 138
- Kritischer Bereich
- 140
- Verbindungsbereich
- 142
- Verstärkungselement
- 144
- Hochgezogener Rand des Innengefäßes
- 146
- Stufe Innengefäß
- 148
- Stufenfläche
- 150
- Kragen
- 152
- Vertiefungen
- 154
- Gewindebohrungen
- 156
- Hochgezogener Rand des Bodenteils
- 158
- Stufe Außengefäß
- 160
- Stufenfläche
- 162
- Kragen
- 164
- abgeschrägter Bereich
- 166
- Dickenvariationsbereich
- 168
- Innenseite
- 170
- Außenseite
- 172
- Ringstufen
- 174
- ebener Zentralbereich
- 176
- ringförmiger Krümmungsbereich
- 178
- Form
- 180
- oberer Stempel
- 182
- unterer Stempel
- 184
- Formnest
- 186
- Oberfläche oberer Stempel
- 188
- Oberfläche unterer Stempel
- 190
- Trennlinie
- 192
- Faserwerkstoff
- 194
- Matrixmaterial
- 196
- Schnittlinie
1. Kryostat (110) für den Einsatz in einem biomagnetischen Messsystem, umfassend mindestens
ein Innengefäß (112) und mindestens ein Außengefäß (114) sowie mindestens einen zwischen
dem Innengefäß (112) und dem Außengefäß (114) angeordneten Hohlraum (126), wobei der
Hohlraum (126) mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist, wobei das Außengefäß (114)
ein Bodenteil (130) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (130) einen Dickenvariationsbereich (166) mit einer konzentrisch variierenden
Bodendicke aufweist, wobei die Bodendicke zur Mitte des Bodenteils (130) hin einen
geringeren Wert annimmt als in einem Außenbereich.
2. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Bodendicke über die laterale
Erstreckung des Bodenteils (130) hinweg zwischen 0,1% und 5% beträgt, vorzugsweise
zwischen 0,5% und 2% und besonders bevorzugt von 0,75% bis 1%.
3. Kryostat (110) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei die Variation
der Bodendicke stetig oder stufenweise erfolgt.
4. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Variation der Bodendicke
zumindest näherungsweise ein parabelförmiges Profil aufweist.
5. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dickenvariationsbereich
(166) sich über 50% bis 100% der lateralen Erstreckung des Bodenteils (130) erstreckt.
6. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstand zwischen
dem Bodenteil (130) des Außengefäßes (114) und einem Innenbodenteil (136) des Innengefäßes
(112) zwischen 3 mm und 30 mm beträgt, vorzugsweise zwischen 10 mm und 25 mm und besonders
bevorzugt 20 mm.
7. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenteil (130)
einen Durchmesser von mindestens 200 mm aufweist und vorzugsweise einen Durchmesser
von 400 mm.
8. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenteil (130)
eine nach außen weisende Außenseite (170) und eine nach innen weisende Innenseite
(168) aufweist, wobei die Außenseite (170) bei Normaldruck in dem Hohlraum (126) einen
im Wesentlichen ebenen Verlauf aufweist, wobei die Innenseite (168) bei Normaldruck
in dem Hohlraum (126) eine gekrümmte Oberfläche aufweist.
9. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bodenteil (130)
einen Faserwerkstoff (192), insbesondere einen Glasfaserwerkstoff und/oder einen Kohlefaserwerkstoff
und/oder einen Mineralfaserwerkstoff aufweist.
10. Kryostat (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Außengefäß (114)
weiterhin eine in einem umlaufenden Verbindungsbereich mit dem Bodenteil (130) verbundene
Seitenwand (128) aufweist.
11. Kryostat (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Bodenteil (130) einen hochgezogenen
Rand (156) aufweist, wobei der hochgezogene Rand (156) eine Stufenfläche (160) aufweist,
wobei die Seitenwand (128) auf der Stufenfläche (160) aufsitzt.
12. Biomagnetisches Messsystem, umfassend mindestens einen Kryostaten (110) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend mindestens einen biomagnetischen
Sensor zur Detektion eines magnetischen Feldes.
13. Verfahren zur Herstellung eines Kryostaten (110) für den Einsatz in einem biomagnetischen
Messsystem, insbesondere eines Kryostaten (110) nach einem der vorhergehenden, auf
einen Kryostaten (110) gerichteten Ansprüche, wobei der Kryostat (110) mindestens
ein Innengefäß (112) und mindestens ein Außengefäß (114) sowie mindestens einen zwischen
dem Innengefäß (112) und dem Außengefäß (114) angeordneten Hohlraum (126) umfasst,
wobei der Hohlraum (126) mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist, wobei das Außengefäß
(114) ein Bodenteil (130) aufweist, wobei das Bodenteil (130) einen Dickenvariationsbereich
(166) mit einer konzentrisch variierenden Bodendicke aufweist, wobei die Bodendicke
zur Mitte des Bodenteils (130) hin einen geringeren Wert annimmt als in einem Außenbereich,
wobei das Verfahren folgende Schritte zur Herstellung des Bodenteils (130) umfasst:
- mindestens ein aushärtbarer Werkstoff (194) wird in eine Form (178) eingebracht,
wobei die Form (178) mindestens ein Formnest (184) und mindestens ein erstes Stempelteil
(180) aufweist, wobei das erste Stempelteil (180) eine in das Formnest (184) hinein
gekrümmte Oberfläche (186) aufweist;
- der aushärtbare Werkstoff (192, 194) wird ausgehärtet.
14. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei beim Einbringen des aushärtbaren
Werkstoffes (192, 194) mindestens ein Faserwerkstoff (192) in das Formnest (184) eingebracht
wird, wobei weiterhin mindestens ein aushärtbares Matrixmaterial (194) in das Formnest
(184) eingebracht wird.
15. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei die Form (178) weiterhin
mindestens ein zweites Stempelteil (188) aufweist, wobei das zweite Stempelteil (188)
eine gegenüber dem ersten Stempelteil (186) im Wesentlichen entgegengesetzte Krümmung
aufweist, wobei nach dem Aushärten des aushärtbaren Werkstoffes das Bodenteil (130)
dem Formnest (184) entnommen wird und wobei in einem anschließenden Schneideverfahren
und/oder Schleifverfahren eine im Wesentlichen ebene Unterseite (170) des Bodenteils
(130) erzeugt wird.
1. Cryostat (110) for use in a biomagnetic measurement system, comprising at least one
inner vessel (112) and at least one outer vessel (114), and at least one cavity (126)
arranged between the inner vessel (112) and the outer vessel (114), in which negative
pressure can be applied to the cavity (126), with the outer vessel (114) having a
base part (130), characterized in that the base part (130) has a region of varying thickness (166) with a concentrically
varying base thickness, with the base thickness assuming a smaller value towards the
centre of the base part (130) than in an outer region.
2. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the base thickness is between
0.1% and 5%, preferably between 0.5% and 2%, and particularly preferably between 0.75%
and 1%, over the lateral extent of the base part (130).
3. Cryostat (110) according to one of the two preceding claims, in which the variation
in the base thickness is continuous or stepwise.
4. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the variation in
the base thickness has at least approximately a parabolic profile.
5. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the region of varying
thickness (166) extends over 50% to 100% of the lateral extent of the base part (130).
6. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the spacing between
the base part (130) of the outer vessel (114) and an inner base part (136) of the
inner vessel (112) is between 3 mm and 30 mm, preferably between 10 mm and 25 mm,
and particularly preferably 20 mm.
7. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the base part (130)
has a diameter of at least 200 mm and preferably has a diameter of 400 mm.
8. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the base part (130)
has an outer side (170) facing outwards and an inner side (168) facing inwards, in
which the outer side (170) has a substantially planar profile in the case of normal
pressure in the cavity (126), with the inner side (168) having a curved surface in
the case of normal pressure in the cavity (126).
9. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the base part (130)
has a fibrous material (192), in particular a glass fibre material and/or a carbon
fibre material and/or a mineral fibre material.
10. Cryostat (110) according to one of the preceding claims, in which the outer vessel
(114) furthermore has a side wall (128) connected to the base part (130) in a circumferential
connection region.
11. Cryostat (110) according to the preceding claim, in which the base part (130) has
an elevated edge (156), in which the elevated edge (156) has a step surface (160),
with the side wall (128) sitting on the step surface (160).
12. Biomagnetic measurement system, comprising at least one cryostat (110) according to
one of the preceding claims, furthermore comprising at least one biomagnetic sensor
for detecting a magnetic field.
13. Method for producing a cryostat (110) for use in a biomagnetic measurement system,
particularly a cryostat (110) according to one of the preceding claims directed at
a cryostat (110), in which the cryostat (110) comprises at least one inner vessel
(112) and at least one outer vessel (114), and at least one cavity (126) arranged
between the inner vessel (112) and the outer vessel (114), in which negative pressure
can be applied to the cavity (126), with the outer vessel (114) having a base part
(130), in which the base part (130) has a region of varying thickness (166) with a
concentrically varying base thickness, with the base thickness assuming a smaller
value towards the centre of the base part (130) than in an outer region, in which
the method comprises the following steps for producing the base part (130):
- at least one curable material (194) is introduced into a mould (178), in which the
mould (178) has at least one mould cavity (184) and at least one first stamp part
(180), with the first stamp part (180) having a surface (186) which curves into the
mould cavity (184);
- the curable material (192, 194) is cured.
14. Method according to the preceding claim, in which at least one fibrous material (192)
is introduced into the mould cavity (184) during the introduction of the curable material
(192, 194), with furthermore at least one curable matrix material (194) being introduced
into the mould cavity (184).
15. Method according to one of the two preceding claims, in which the mould (178) furthermore
has at least a second stamp part (188), in which the second stamp part (188) has a
substantially opposite curvature compared to the first stamp part (186), with the
base part (130) being removed from the mould cavity (184) once the curable material
has cured and with a substantially planar underside (170) of the base part (130) being
produced in a subsequent cutting method and/or grinding method.
1. Cryostat (110), pour l'utilisation dans un système de mesure biomagnétique, comprenant
au moins un récipient intérieur (112) et au moins un récipient extérieur (114), ainsi
qu'au moins un espace creux (126) disposé entre le récipient intérieur (112) et le
récipient extérieur (114), l'espace creux (126) étant susceptible d'être sollicité
avec un vide, le récipient extérieur (114) présentant une partie fond (130), caractérisé en ce que la partie fond (130) présente une zone à variation d'épaisseur (166), avec une épaisseur
de fond variant concentriquement, l'épaisseur de fond prenant, au centre de la partie
fond (130), une plus faible valeur que dans une zone extérieure.
2. Cryostat (110) selon la revendication précédente, l'épaisseur de fond ayant, sur l'étendue
latérale de la partie fond (130), une valeur comprise entre 0,1% et 5%, de préférence
comprise entre 0,5% et 2% et, de manière particulièrement préférée, comprise entre
0,75% et 1%.
3. Cryostat (110) selon l'une des deux revendications précédentes, la variation de l'épaisseur
de fond se produit continument ou par degrés.
4. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la variation de l'épaisseur
de fond présente au moins approximativement un profil en forme de parabole.
5. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la zone à variation d'épaisseur
(166) s'étend sur 50% à100% de l'étendue latérale de la partie fond (130).
6. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, l'espacement entre la partie
fond (130) du récipient extérieur (114) et une partie de fond intérieur (136) du récipient
intérieur (112) est compris entre 3 mm et 30 mm, de préférence entre 10 mm et 25 mm
et, de manière particulièrement préférée, est de 20 mm.
7. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la partie fond (130) présente
un diamètre d'au moins 200 mm et, de préférence, un diamètre de 400 mm.
8. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la partie fond (130) présente
une face extérieure (170) tournée vers l'extérieur et une faxe intérieure (168) tournée
vers l'intérieur, la face extérieure (170), pour une pression normale dans l'espace
creux (126) présentant une allure sensiblement plane, la face intérieure (168), pour
une pression normale dans l'espace creux (126), présentant une surface incurvée.
9. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, la partie fond (130) présente
un matériau à base de fibres (192), en particulier un matériau à base de fibres de
verre et/ou un matériau à base de fibres de carbone et/ou un matériau à base de fibres
minérales.
10. Cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes, le récipient extérieur
(114) présente en outre une paroi latérale (128), reliée à la partie fond (130) dans
une zone de liaison faisant le pourtour.
11. Cryostat (110) selon la revendication précédente, la partie fond (130) présentant
un bord (156) relevé, le bord (156) relevé présentant une face en échelonnement (160),
la paroi latérale (128) reposant sur la face en échelonnement (160).
12. Système de mesure biomagnétique, comprenant au moins un cryostat (110) selon l'une
des revendications précédentes, comprenant en outre au moins un capteur biomagnétique,
pour la détection d'un champ magnétique.
13. Procédé de fabrication d'un cryostat (110) pour l'utilisation dans un système de mesure
biomagnétique, en particulier un cryostat (110) selon l'une des revendications précédentes,
orientées vers un cryostat (110), le cryostat (110) comprenant au moins un récipient
intérieur (112) et au moins un récipient extérieur (114), ainsi qu'au moins un espace
creux (126) disposé entre le récipient intérieur (112) et le récipient extérieur (114),
l'espace creux (126) étant susceptible d'être sollicité avec un vide, le récipient
extérieur (114) présentant une partie fond (130), la partie fond (130) présentant
une zone à variation d'épaisseur (166), avec une épaisseur de fond variant concentriquement,
l'épaisseur de fond prenant, au centre de la partie fond (130), une plus faible valeur
que dans une zone extérieure, le procédé de fabrication de la partie fond (130) comprenant
les étapes suivantes :
- au moins un matériau (194) durcissable est introduit dans un moule (178), le moule
(178) présentant au moins une poche de formage (184) et au moins une première partie
formant poinçon (180), la première partie formant poinçon (180) présentant une surface
(186) incurvée dans la poche de formage (184) ;
- le matériau (192, 194) durcissable est durci.
14. Procédé la revendication précédente, où, lors de l'introduction du matériau (192,
194) durcissable, au moins un matériau à base de fibres (192) est introduit dans la
poche de formage (184), en outre au moins un matériau de matrice (194) est introduit
dans la poche de formage (184).
15. Procédé selon l'une des deux revendications précédentes, le moule (178) présentant
au moins une deuxième partie formant poinçon (188), la deuxième partie formant poinçon
(188) présentant une courbure sensiblement opposée par rapport à la première partie
formant poinçon (186), sachant que, après durcissement du matériau durcissable, la
partie de fond (130) est retirée de la poche de formage (184) et, dans un processus
de découpage subséquent et/ou un processus de meulage subséquent, une face inférieure
(170) sensiblement plane de la partie fond (130) est produite.