[0001] Die Erfindung betrifft eine Etikettiermaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Für Etikettiervorgänge in hohen Leistungsbereichen werden meist Endlosetikettenbänder
verwendet, die auf einen Rollenkern aufgewickelt zu einer Etikettrolle geworden sind.
Diese Art der Etikettierung ermöglicht ein möglichst unterbrechungsfreies Etikettieren,
da auch mehrere Etikettenrollen in einem Speicher anbringbar sind, die dann im Bedarf
nahtlos in die Etikettiermaschine überführt werden. Dadurch sind Hochgeschwindigkeitsetikettiervorgänge
möglich.
[0003] Bekannt ist zum Beispiel die Etikettiervorrichtung der
DE202005002793U1, die unter anderem ein Hochgeschwindigkeitsschneidwerk für Endlosetikettenbänder
von der Rolle verarbeitende Etikettiermaschinen bereitstellt, wobei das Schneidwerk
einen rotierenden Vakuumwalze und ein rotierendes Trennelement umfasst. Um eine möglichst
hohe Schnittlängenvariation erzeugen zu können, sind die Vakuumwalze und das Trennelement
mit jeweils eigenen Antrieben ausgestattet.
Diese Vorrichtung weist aber den Nachteil auf, dass der Verschleiß der am Trennelement
angebrachten Schneidwerkzeuge sehr hoch ist, da sich im Hochgeschwindigkeitsbetrieb
die Zusammenwirkenden Elemente ausdehnen und somit die eingestellten Toleranzen nicht
mehr eingehalten werden können.
[0004] Bekannt ist außerdem die
DE69822238 T2, die ebenfalls eine Hochgeschwindigkeitsetikettiermaschine bereitstellt. Das Problem
der sich verändernden Toleranzen bei Wärmeausdehnung von Komponenten im Etikettenschneidwerk
wird hier umgangen, indem das Schneidwerk mit Kanälen durchsetzt wird, in denen temperiertes
Öl zirkuliert. Dadurch wird einer Veränderung der Temperatur während des Betriebes
vorgebeugt. Nachteil dieser Anordnung ist der hier betriebene enorm hohe Konstruktionsaufwand.
[0005] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Hochgeschwindigkeitsetikettiermaschine
bereitzustellen, die mit einfachem konstruktivem Aufwand während des gesamten Betriebes
ein gutes Etikettierergebnis realisiert.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch das Kennzeichen des Anspruchs 1. Mit einer erfindungsgemäßen
Etikettiermaschine sind alle wie auch immer gearteten Behälter, die mit einem Etikett
von der Rolle versehen werden sollen, bearbeitbar. Behälter können u. a. Dosen, PET-Flaschen,
Glasflaschen, Büchsen, Gläser oder Kübel sein.
[0007] Die vorzugsweise als Rundläufer ausgebildete Etikettiermaschine weist vorzugsweise
eine lineare Behälterzuführung auf, an deren Ende eine Einteilschnecke oder ein Einteilstern
(z.B. Sägezahnstern) für die teilungsgerechte Zuführung der Behälter zum Etikettierbereich
sorgt. Nach der Übergabe der Behälter an den Etikettierbereich, wo eine Etikettierung
durch das beigestellte Etikettieraggregat erfolgt, werden sie durch ein Transferelement
an den Behälterabfuhrbereich übergeben. Der Etikettierbereich kann verschieden ausgebildet
sein. Es ist z.B. möglich, dass die Gegenstände zur Etikettierung auf Unterstützungstellern,
wie z.B. Drehtellern stehen oder dass sie Bodenfrei z.B. an der Mündung aufgehängt
bzw. ergriffen transportiert werden. Das Etikettieraggregat für Rundumetiketten besteht
aus mindestens einer Etikettenrolle, einer Etikettenzuführung, einer Schneideinrichtung,
einem Greiferzylinder und einem Leimwerk, wobei das zu vereinzelnde Etikettenband
von der Etikettenrolle abgezogen und über die Etikettenzuführung der Vakuumwalze und
der Schneideinrichtung zugeführt wird. Der Transport des Etikettenbandes auf der Vakuumwalze
erfolgt vorzugsweise ohne Schlupf, kann aber in bestimmten Fällen (z.B. zur Schnittpositionskorrektur)
auch mit Schlupf durchgeführt werden. Das Etikettenband, das sich auf der Vakuumwalze
befindet, wird von der Schneideinrichtung durchtrennt. Die auf diese Weise vereinzelten
Etiketten werden dem Greiferzylinder übergeben, der sie bei der Vorbeiführung am Leimwerk
mit einem Anfangs- und Endklebestreifen oder einem mehr oder weniger komplett ausgebildeten
Leimfilm versieht. Der Greiferzylinder übergibt das Etikett an den zu etikettierenden
Gegenstand wobei das Etikett durch die Eigenrotation des Gegenstandes aufgewickelt
wird. Alsdann wird der Endleimstreifen mit dem Gegenstand bzw. überlappend mit dem
Etikett verklebt.
[0008] Die Schneideinrichtung wird vorzugsweise durch eine rotierende Vakuumwalze und ein
rotierendes Trennelement gebildet, wobei das Trennelement an dessen Umfang mindestens
ein Trennwerkzeug besitzt. Bei dem Trennwerkzeug handelt es sich vorzugsweise um ein
Schneidwerkzeug, insbesondere um ein Schneidmesser wobei die Ausbildung des Trennwerkzeugs
auch als Stanzwerkzeug vorgenommen werden kann.
[0009] Die Schneideinrichtung wird vorzugsweise von einer Trageinrichtung gehalten, die
zumindest ein Bodenteil und ein Deckelteil aufweist. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung
der Erfindung ist die Trageinrichtung so ausgestaltet, dass die Vakuumwalze und das
rotierende Trennelement direkt oder indirekt in der Trageinrichtung gelagert sind.
Zwischen dem Bodenteil und dem Deckelteil können Verbindungselemente angebracht sein,
die eine mechanische, kraftschlüssige Kopplung bereitstellen. Der Bodenteil und der
Deckelteil sind vorzugsweise jeweils einstückig ausgebildet und haben einen mittleren
Wärmeausdehnungskoeffizienten, der in Etwa gleich ist. Es ist hier des Öfteren die
Rede vom mittleren Wärmeausdehnungskoeffizienten. Gemeint ist damit der effektive
Wärmeausdehnungskoeffizient der tatsächlich vorliegt. Es kann z.B. sein, dass der
Bodenteil aus verschiedenen Materialien aufgebaut ist, die jeweils unterschiedliche
Ausdehnungskoeffizienten aufweisen. Mit dem mittleren Wärmeausdehnungskoeffizienten
soll daher die praktisch vorliegende Ausdehnung der verschiedenen Materialen z.B.
des Bodenteils angegeben werden.
[0010] Vorzugsweise ist die Trageinrichtung so ausgebildet, dass ihr mittlerer Wärmeausdehnungskoeffizient
dem mittleren Wärmeausdehnungskoeffizienten der Vakuumwalze und des rotierenden Trennelements
entspricht. Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind der
Bodenteil und der Deckelteil der Trageinrichtung aus dem gleichen Material, sodass
sich dadurch ein in etwa gleicher Wärmeausdehnungskoeffizient ergibt. Noch bevorzugter
sind die Trageinrichtung und die Vakuumwalze und das Schneidmesser aus dem gleichen
Grundmaterialien aufgebaut, sodass sich dadurch ein in etwa gleicher Wärmeausdehnungskoeffizient
ergibt. Ein bevorzugtes Material für die genannten Teile ist Aluminium. Vorzugsweise
besteht die zylindrische Grundstruktur der Vakuumwalze also hauptsächlich aus Aluminium
genauso wie das rotierende Trennelement, wobei dies nicht bedeutet, dass die angesprochenen
Elemente nur aus Aluminium bestehen.
[0011] Eine andere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass das Trennelement, die
Vakuumwalze sowie die Trageinrichtung aus Stahl bestehen, sodass auch hier ein im
Wesentlichen gleicher Wärmeausdehnungskoeffizient vorliegt.
[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung sind auf der Vakuumwalze Gegenelemente
angebracht, mit denen das Trennwerkzeug zum Durchtrennen des Etiketts in Kontakt bringbar
ist, wobei die Gegenelemente von Metallleisten gebildet werden. Der Schneidvorgang
des Etiketts wird durch den Kontakt von Trennwerkzeug und Gegenelement durchgeführt.
Die Metallleisten sind vorzugsweise so in den Vakuumzylinder eingebracht, dass sie
nicht aus der Zylinderoberfläche herausstehen.
[0013] Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung besitzt das rotierende Trennelement
mindestens zwei Trennwerkzeuge, vorzugsweise jedoch genau zwei Trennwerkzeuge zum
Durchtrennen des Etiketts. Bei mehr als einem Trennwerkzeug, das am rotierenden Trennelement
befestigt ist, sinkt die Rotationsgeschwindigkeit des Trennelements bei gleicher Leistung
des Etikettieraggregats, da von einem Etikettenschnitt zum nächsten keine 360°-Drehung,
sondern bei zwei Trennwerkzeugen eine Rotation von 180° und bei vier Trennwerkzeugen
nur eine Rotation des Trennelements von 90° vorgenommen werden muss.
[0014] Vorzugsweise enthält die rotierende Vakuumwalze zwei Gegenelemente, an denen das
Trennwerkzeug den Schnitt durch das Etikett vollziehen kann. Gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung befinden sich auf der rotierenden Vakuumwalze mindestens
vier besonders bevorzugt genau vier Gegenelemente. Sind die Gegenelemente in der Weise
in die rotierende Vakuumwalze integriert, dass drei Gegenelemente mit je einem Abstand
von 120° und dass das vierte Gegenelement zu einem beliebigen der drei Gegenelemente
mit einem Abstand von 180° angebracht ist, so ergibt sich der Vorteil, dass mit einer
rotierenden Vakuumwalze Etikettenlängen produziert werden können, die dem einfachen
Umfang, dem zweidrittelfachen Umfang, dem einhalbfachen Umfang oder dem eindrittelfachen
Umfang der Vakuumwalze entsprechen.
[0015] Es sind aber auch andere Anordnungen der Gegenelemente denkbar, wie z.B. die äquidistante
Anordnung von sechs Gegenelementen, sodass sie sich jeweils in einem Abstand von 60°
zueinander befinden.
[0016] Eine bezüglich der zu erstellenden Etikettenlängen besonders flexible Anordnung ergibt
sich, wenn der gesamte Umfang der Vakuumwalze als Gegenelement ausgebildet ist, d.h.
dass das Oberflächenmaterial der Vakuumwalze dem der Gegenelemente entspricht. Dadurch
kann das Trennwerkzeug an jeder beliebigen Stelle mit der rotierenden Vakuumwalze
zum Zweck des Schneidens in Eingriff gebracht werden. Eine Ausrichtung der Vakuumwalze
zum Trennwerkzeug ist somit nicht nötig.
[0017] Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist sowohl die rotierende Vakuumwalze
als auch das rotierende Trennelement je mit einem eigenen motorischen Antrieb ausgestattet,
wobei sich bei dem Antrieb besonders bevorzugt um einen Servoantrieb handelt. Durch
diese Ausgestaltung ist es möglich, sowohl synchrone als auch asynchrone Bewegungsmuster
sowohl der Vakuumwalze als auch des Trennelements zu erzeugen, womit eine größtmögliche
Flexibilität bezüglich der Länge der zu erstellenden Etiketten erreicht wird. Für
bestimmte Anwendungen kann es ausreichen, die beiden motorischen Antriebe als Schrittmotoren
auszubilden.
[0018] Die Ausstattung des Trennelements und der Vakuumwalze mit je einem eigenen Antrieb
hat den Vorteil, dass möglichst flexibel ein der vorliegenden Situation angepasstes
Schneidverfahren zur Anwendung kommen kann. Wenn z.B. das Trennelement zwei Trennwerkzeuge
aufweist, eines aber verschlissen ist, so ist es möglich, das Trennelement von einem
zum nächsten Schnitt um 360° zu drehen, damit das verschlissene Trennwerkzeug nicht
mehr zum Einsatz kommt. Dies ist vorteilhaft, da dann ein Wechsel des Trennelements
vorgenommen werden kann, wenn die Maschine sowieso gewartet wird. Zusätzliche Unterbrechungen
können somit auf ein notwendiges Maß minimiert werden.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden die Umfangsgeschwindigkeiten
des Trennelements und der Vakuumwalze, die sich während einer Umdrehung durchaus unterscheiden
können, so aufeinander abgestimmt, dass sie sich zum Zeitpunkt des Schneidens des
Etiketts gleichen.
[0020] Besitzt das rotierende Trennelement ein bzw. zwei Trennwerkzeuge an dessen Umfang,
so weist es vorzugsweise eine im wesentlichen rautenförmige Gestalt auf, an deren
abgeflachten spitzen Enden das bzw. die Trennwerkzeuge befestigt sind. Diese Ausgestaltung
hat den Vorteil, dass bei hoher Umfangsgeschwindigkeit des Trennelements geringe Massen
bewegt werden müssen. Hat das rotierende Trennelement mehr als zwei Trennwerkzeuge,
z.B. vier, so kann das rotierende Trennelement z.B. als ein im wesentlichen rechteckförmiges
Gebilde ausgeformt sein, an dessen abgeflachten Kanten jeweils die Trennwerkzeuge
befestigt sind. Eine weitere mögliche Anordnung besteht in der zylinderförmigen Ausgestaltung
des Trennelements, an dessen Mantelfläche die Trennwerkzeuge befestigt sind.
[0021] Um den Verschleiß der Trennwerkzeuge beim Durchtrennen des Etiketts durch den Kontakt
mit der Vakuumwalze zu minimieren, ist das Trennwerkzeug im Trennelement vorzugsweise
federnd gelagert.
[0022] Nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung besteht das zum Etikettieraggregat
der Etikettiermaschine gehörige Leimwerk zumindest aus einem Tank, einer Heizung,
einer Leimwalze und einer Leimleiste, wobei das Leimwerk als eine komplette Baueinheit
ausgebildet ist, die als Ganzes gewechselt werden kann. Dieses als Ganzes wechselbares
Heißleimwerk hat den Vorteil, dass bei einem Wechsel des Etikettenklebstoffes die
Reinigung des Tanks, der Leimwalze und der Leimleiste sowie die Reinigung der Klebstoffführungen
erst nach der Abnahme des Leimwerks vom Etikettieraggregat erfolgen kann, womit die
Stillstandzeiten der Etikettiermaschine erheblich reduziert werden können. Vorzugsweise
wird das Leimwerk mit Hilfe von Schnellspannelementen am Etikettieraggregat befestigt,
wodurch ein noch schnellerer Wechselvorgang ermöglicht wird.
[0023] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der Figuren erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine Etikettiermaschine,
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf eine Schneideinrichtung einer solchen Etikettiermaschine,
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Ansicht der Schneideinrichtung,
- Fig. 4
- eine schematische Draufsicht auf eine Vakuumwalze in einer Etikettiermaschine,
- Fig. 5
- eine schematische Draufsicht auf ein Leimwerk und eine Schneideinrichtung.
[0024] Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Etikettiermaschine, die eine
kontinuierlich mit hoher Leistung erfolgende Aufbringung von Rundumetiketten auf in
einer einspurigen Reihe fortlaufend zugeführten Flaschen 10 ermöglicht.
[0025] Sie verfügt über einen Zulaufförderer 24, ein Einlaufsternrad 25 mit vorgeordneter
Einteilschnecke 23, einen Führungsbogen 22, ein Karussell 27 mit einer Vielzahl von
in gleichmäßigen Abständen auf einem gemeinsamen Teilkreis angeordneten Drehtellern
26, ein Auslaufsternrad 8 und einen Auslaufförderer 9. Die genannten, die Flaschen
10 durch die Maschine bewegenden Transportelemente sind geschwindigkeitsund stellungssynchron
zueinander kontinuierlich antreibbar.
[0026] Im Umlaufbereich zwischen dem Einlaufsternrad 25 und dem Auslaufsternrad 8 befindet
sich an der äußeren Periferie des Karussells 27 ein Etikettieraggregat 12 zum Aufbringen
von Rundumetiketten. Das Etikettieraggregat 12 verfügt über zwei Etikettenrollenaufnahmen
14 mit einer dazwischenliegenden Anspleißstation 15, eine Schneideinrichtung 1, ein
Leimwerk 17 und einen Greiferzylinder 7 zum Übertragen eines vorgeschnittenen, an
seiner vor- und nachlaufenden Kante beleimten Etiketts auf eine vorbeilaufende Flasche
10.
[0027] Der Etikettiervorgang einer Flasche 10 läuft im Einzelnen wie folgt ab:
[0028] Eine vom Zulaufförderer 24 herangeführte Flasche 10 wird in Verbindung mit der seitlich
angeordneten Einteilschnecke 23 stellungsgerecht in das Einlaufsternrad 25 eingeführt
und von diesem in Zusammenarbeit mit dem gegenüberliegenden Führungsbogen 22 in kontinuierlicher
Bewegung auf einen Drehteller 26 des rotierenden Karussells 27 übergeschoben. Dort
wird die Flasche 10 von einer nicht dargestellten, relativ zum Drehteller 26 gesteuerten
heb- und senkbaren Zentrierglocke axial auf dem Drehteller 26 mit diesem drehbar eingespannt
und durch die Umlaufbewegung des Karussells 27 tangential an den Greiferzylinder 17
des Etikettieraggregats 12 herangeführt.
[0029] Dazu zeitlich parallel verlaufend wird von einer der Etikettenbandrollen 14 das Etikettenband
gesteuert abgezogen und an einem hier nicht gezeigten Druckmarken bzw. Druckbild erkennenden
Sensor vorbeigeführt und in der mit dem Sensor verbundenen Schneideinrichtung 1 dem
Druckbild bzw. den Schnittmarken entsprechend geschnitten. Das abgetrennte Etikett,
das sich während des Schneidvorgangs mit dem Druckbild nach außen auf der rotierenden
Vakuumwalze 2 befindet, wird nach dem Trennvorgang an den mit vakuumbetriebenen Greiferzylinder
7 übergeben, von wo aus es an der Leimwalze 18 mit der Rückseite nach außen vorbeigeführt
und mit je einem Leimstreifen am Anfang und am Ende versehen wird. Dieses mit dem
Anfangs- bzw. Eindleimstreifen versehenen Etikett wird tangential dem Karussell 27,
auf dem sich die Flaschen 10 befinden, zugeführt. Der Anfangsleimstreifen wird mit
der Flasche 10 in Berührung gebracht und durch Drehung der Flasche 10 um ihre eigene
Achse wird das Etikett aufgewickelt, wobei der Endleimstreifen entweder überlappend
oder Kante an Kante mit dem Anfang des Etiketts verklebt wird. Das geschilderte Anbringen
des Etiketts erfolgt während einer kontinuierlichen Vorwärtsbewegung des Karussells
27.
[0030] Nach dem Passieren des Etikettieraggregats 12 und nach Abschluss des Aufwickelvorgangs
erreicht die etikettierte Flasche 10 im weiteren Verlauf das Auslaufsternrad 8 und
wird an den Auslaufförderer 9 übergeben.
[0031] Figur 2 zeigt eine Detailansicht der Schneideinrichtung 1 des Etikettieraggregats
12. Das Etikettenband, das von den Etikettenbandrollen 14 abgezogen wird, wird der
Schneideinrichtung 1 in Richtung des Pfeils 31 der Vakuumwalze 2 tangential zugeführt.
Die Umfangsgeschwindigkeit der rotierenden Vakuumwalze 2 ist gleich der Zufördergeschwindigkeit
des Etikettenbandes, so dass der Transport des Etikettenbandes auf der Vakuumwalze
2 reibschlüssig ohne Schlupf erfolgt. Ein hier nicht gezeigter Druckbild- bzw. Schnittmarkensensor
tastet das Etikettenband im Hinblick auf die zu schneidenden Stellen ab und gibt seine
Informationen direkt an die Antriebseinheit des Trennelements 3 und/oder der Vakuumwalze
2 weiter. Eine Programmsteuerung kann den Zeitpunkt des Schneidens ermitteln und somit
die Umfangsgeschwindigkeit des Trennelements 3 und / oder der Vakuumwalze 2 festlegen.
Dabei wird berücksichtigt, dass die Umfangsgeschwindigkeit des Trennwerkzeugs 4 im
rotierenden Trennelement 3 gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Vakuumwalze 2 und
somit auch der Transportgeschwindigkeit des Etikettenbandes ist. Außerdem ist das
Bodenteil 29 der Schneideinrichtung 1 zu sehen, wobei die hauptsächlich aus Aluminium
hergestellten Teile Trennelement 3 und Vakuumwalze 2 drehbeweglich in dem Bodenteil
29 gelagert sind. Die Verbindungselemente 30a dienen dazu, das Bodenteil 29 und das
hier nicht dargestellte Deckelteil 30 miteinander zu verbinden. Im Hochgeschwindigkeitsbetrieb
erwärmen sich die Aluminiumbauteile in der Schneideinrichtung 1, sodass sich eine
Wärmeausdehnung ergibt. So wird durch die wärmebedingte Volumenveränderung der Durchmesser
Dv der Vakuumwalze 2 genauso größer, wie der Durchmesser Dt des Trennelements 3. Diese
Vergrößerung bewirkt, dass sich die beiden Bauteile durch den für Aluminium bestimmten
Wärmeausdehnungskoeffizienten um 30 bis 60 Mikrometer "aufeinander zu" bewegen. Diese
Abstandsverringerung zwischen den Bauteilen würde trotz gefederter Lagerung des Trennwerkzeugs
im Trennelement einen erhöhten Verschleiß desselben bewirken. Aus diesem Grund ist
die Trageinrichtung 28 auch aus Aluminium hergestellt, sodass sich für das Bodenteil
29 aufgrund des in etwa gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten eine Ausdehnung in
Richtung A1 und A2 ergibt, die die Abstandsverringerung zwischen Vakuumwalze 2 und
Trennelement 3 in etwa aufhebt. Das Gleiche gilt für das hier nicht gezeigte Deckelteil,
das auch aus Aluminium hergestellt ist.
[0032] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Schneideinrichtung 1 des Etikettieraggregats
12. Das zu schneidende Etikettenband wird der Vakuumwalze 2 in Richtung des Pfeils
31 zugeführt. Die Vakuumwalze 2 und das Trennelement 3 werden von ihren eigenen Antriebseinheiten,
wobei hier nur die motorische Antriebseinheit 5 des Trennelements 3 gezeigt ist, derart
angetrieben, dass das Trennwerkzeug 4 zum Zeitpunkt des Durchtrennens des Etiketts
mit dem Gegenelement 6 auf der Vakuumwalze 2 in Eingriff kommt, wobei sich in diesem
Augenblick die Umfangsgeschwindigkeit des Trennelements 3 und die der Vakuumwalze
2 gleichen. Das Trennwerkzeug 4 ist im Trennelement 3 dabei federnd gelagert, um bei
der in Eingriffnahme mit dem Gegenelement 6 verschleißarm für das Trennwerkzeug und
schonend für das Etikett trennen zu können.
[0033] Fig. 4 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Vakuumwalze 2, wobei in die Mantelfläche
der Vakuumwalze 2 die Gegenelemente 61, 62, 63 und 64 parallel zur Drehachse A der
Vakuumwalze 2 eingebracht sind. Der Abstand der Gegenelemente 61, 62 und 63 zueinander
ist dabei so gewählt, dass sie einen Winkel von jeweils 120° (63α, 62α, 61α) einschließen.
Das vierte Gegenelement 64 ist ebenfalls parallel zur Drehachse der Vakuumwalze A
in die Mantelfläche der Vakuumwalze 2 eingebracht, wobei das vierte Gegenelement 64
mit dem Gegenelement 61 einen Winkel 64α von 180° einschließt. Mit dieser Anordnung
der Gegenelemente 61 bis 64 können Etikettenlängen produziert werden, die dem ganzen
Umfang, dem dreiviertel Umfang, dem halben Umfang bzw. dem eindrittel Umfang der Vakuumwalze
2 entsprechen. Mit dieser einen Vakuumwalze 2 und den darin angebrachten Gegenelementen
61 bis 64 können verschieden strukturierte Greiferzylinder 7 beschickt werden. Bei
den beschickbaren Greiferzylindern 7 kann es sich um solche handeln, die entweder
zwei dem Umfang der Vakuumwalze entsprechende Etiketten, oder drei dem zweidrittelfachen
Umfang der Vakuumwalze entsprechenden, oder vier dem einhalbfachen Umfang der Vakuumwalze
entsprechenden, oder sechs dem eindrittelfachen Umfang der Vakuumwalze entsprechenden
Etiketten aufnehmen können.
[0034] Fig. 5 zeigt eine schematische Draufsicht der Schneideinrichtung 1 und des Leimwerks
17. Das von den Etikettenbandrollen 14 abgezogene Etikettenband wird über die Umlenkrolle
20 und das Rollenpaar 19 der Schneideinrichtung 1 zugeführt. Dort liegt das Etikettenband
an der Vakuumwalze 2, die sich in Richtung des Pfeils 33 dreht, an, und wird von dem
Trennelement 3 entsprechend des Schnittmarken- bzw. Druckbildes geschnitten.
[0035] Diese Etikettenstücke werden an den Greiferzylinder 7, der sich in Richtung des Pfeils
35 dreht, übergeben. Der Greiferzylinder 7, der die Etiketten mittels Vakuum an seiner
Umfangfläche hält, weist an seiner Mantelfläche Erhebungen auf, die jeweils den Anfang
bzw. das Ende des Etikettenstücks aufnehmen. Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass
bei verschiedenen Etikettenlängen andere Greiferzylinder 7 eingesetzt werden müssen,
um die Erhebungen auf die Etikettenlängen abzustimmen.
[0036] Bei der Vorbeibewegung der Etikettenstücke, die sich am Greiferzylinder befinden,
an der Leimwalze führen die genannten Erhebungen dazu, dass jeweils der Anfang und
das Ende des Etikettenstücks an die Leimwalze gedrückt werden und somit einen Leimstreifen
aufnehmen. Diese Leimstreifen werden zur Verklebung der Etikettenstücke an dem zu
etikettierenden Gegenstand benötigt. Die Übergabe des mit Leimstreifen versehenen
Etikettenstücks erfolgt an der Stelle, an der der Drehteller 26 in Fig. 5 dargestellt
ist.
[0037] Um das Etikettenstück wie soeben beschrieben mit Leimstreifen versehen zu können,
wird ein Leimwerk 17 benötigt. Das Leimwerk 17 besteht aus einem Leimtank 36, einer
Leimheizung 37, einer Leimleiste 38, einer Leimpumpe 40 und Schnellspannelementen
39. Der in den Leimtank 36 gegebene und über die Leimheizung 37 verflüssigte und somit
verarbeitbare Heißleim wird über die Leimpumpe 40 aus dem Leimtank 36 gepumpt und
der Leimwalze 18 an deren Mantelfläche zugeführt. Die Leimleiste 38 ist der Leimwalze
18 so nahe zugestellt, dass diese bei der Rotation der Leimwalze 18 den überflüssigen
Leim abzieht und nur ein dünner Leimfilm auf der Mantelfläche der Leimwalze 18 verbleibt.
Der an der Leimleiste 38 verbleibende Leim wird dem Leimtank 36 erneut zugeführt,
womit ein Leimkreislauf entsteht.
[0038] Die zum Leimwerk 17 gehörenden, soeben beschriebenen Komponenten, sind auf einer
Leimwerksgrundplatte 16 angebracht. Die Leimwerksgrundplatte 16 ist als ganzes an
das Etikettieraggregat 12 anbringbar. Dazu wird sie an zwei hier nicht gezeigte Leisten
des Etikettieraggregats 12 angelegt, und mit einem Schnellspannelement 39 an einer
dieser beiden Leisten befestigt. Durch Lösen des Schnellspannelements 39 kann die
Leimwerksgrundplatte 16 mit all seinen Komponenten vom Etikettieraggregat entfernt
und durch ein anderes Leimwerk ausgetauscht werden.
1. Etikettiermaschine zum Etikettieren von Behältern mindestens aufweisend eine Behälterzufuhr,
einen Etikettierbereich, eine Behälterabfuhr und mindestens ein Etikettieraggregat
zur Verarbeitung von Etiketten von der Rolle, wobei das Etikettieraggregat aus mindestens
einer Etikettenrolle, einer Etikettenzuführung, einer Schneideinrichtung, einem Greiferzylinder
und mindestens einem Leimwerk besteht, wobei die Schneideinrichtung durch eine rotierende
Vakuumwalze und ein rotierendes Trennelement gebildet wird, das an seinem Umfang mindestens
ein Trennwerkzeug, insbesondere ein Schneidmesser aufweist und wobei die Schneideinrichtung
von einer gemeinsamen Trageinrichtung mindestens aufweisend ein Bodenteil und ein
Deckelteil gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, dass der mittlere Wärmeausdehnungskoeffizient der Trageinrichtung im Wesentlichen dem
mittleren Wärmeausdehnungskoeffizienten der rotierenden Vakuumwalze und des Trennelements
entspricht.
2. Etikettiermaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Bodenteils und des Deckelteils der Schneideinrichtung im Wesentlichen
gleich ist.
3. Etikettiermaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung, die Vakuumwalze sowie das Boden- und Deckelteil im Wesentlichen
aus dem gleichen Material mit im Wesentlichen gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
gefertigt sind.
4. Etikettiermaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Boden- und das Deckelteil sowie die Vakuumwalze und das rotierende Trennelement
aus Aluminium sind.
5. Etikettiermaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Boden- und das Deckelteil sowie die Vakuumwalze und die Schneideinrichtung aus
Stahl, insbesondere aus rostfreiem Stahl sind.
6. Etikettiermaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der rotierenden Vakuumwalze Gegenelemente angebracht sind, mit denen das Trennwerkzeug
zum Durchtrennen des Etiketts in Kontakt bringbar ist.
7. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das rotierende Trennelement zwei Trennwerkzeuge insbesondere zwei Schneidmesser zum
Durchtrennen des Etiketts enthält.
8. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rotierende Vakuumwalze mindestens zwei Gegenelemente, insbesondere vier Gegenelemente
enthält, die zum Durchtrennen des Etiketts mit dem Trennwerkzeug in Kontakt bringbar
sind.
9. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vier Gegenelemente so angeordnet sind, dass drei Gegenelemente am Umfang der
rotierenden Vakuumwalze mit je einem Abstand von 120° angebracht sind und dass das
vierte Gegenelement zu einem der drei Gegenelemente einen Abstand von 180° aufweist.
10. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rotierende Vakuumwalze das Gegenelement zum Durchtrennen des Etiketts ist.
11. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rotierende Vakuumwalze und das rotierende Trennelement mit je einem eigenen motorischen
Antrieb insbesondere einem Servoantrieb ausgestattet sind.
12. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rotierende Vakuumwalze und das rotierende Trennelement zum Zeitpunkt des Schneidens
mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit antreibbar sind.
13. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das rotierende Trennelement im Wesentlichen eine Rautenform aufweist, an deren abgeflachten
spitzen Enden das mindestens eine Trennwerkzeug befestigt ist.
14. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennwerkzeug im rotierenden Trennelement federnd gelagert ist.
15. Etikettiermaschine nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine, zum Etikettieraggregat
gehörige Leimwerk zumindest aus einem Leimtank, einer Leimheizung, einer Leimwalze
und einer Leimleiste besteht, dadurch gekennzeichnet, dass das Leimwerk als eine einzige Baueinheit ausgebildet ist, die als Ganzes wechselbar
ist.
16. Etikettiermaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Leimwerk mit Hilfe von mindestens einem Schnellspannelement am Etikettieraggregat
sicherbar ist.