[0001] Die Erfindung betrifft ein Hilfsgerät für eine elektrische Vorrichtung, mit einer
Anzeigevorrichtung zur Anzeige eines Zustandes des Hilfsgerätes, wobei die Anzeigevorrichtung
ein zu Anzeigezwecken mit elektrischer Energie versorgbares Anzeigeelement umfasst.
Bei der elektrischen Vorrichtung kann es sich prinzipiell um einen beliebigen elektrischen
Verbraucher handeln.
[0002] Bekannt ist bspw. bei Überlastrelais, dass die Anzeige der Schaltstellung der Ausgangsrelaiskontakte
("ausgelöst" bzw. "nicht ausgelöst") mechanisch erfolgt. Hierzu ist ein Anzeigeelement,
bspw. in Form eines bewegten Armes, direkt mit dem Anker des Ausgangsrelais mechanisch
gekoppelt. Diese Lösung ist äußerst empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, wie
bspw. Schwingungen und Vibrationen. Aufgrund ihres rein mechanischen Charakters ist
die Funktionssicherheit darüber hinaus stark von Fertigungstoleranzen abhängig. Auch
sind Fehlfunktionen aufgrund von Verschmutzungen möglich. All dies kann die Funktion
der Schaltstellungsanzeige stark beeinträchtigen.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine besonders zuverlässige
Zustandsanzeige für ein solches Hilfsgerät bereitzustellen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Hilfsgerät mit dem in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Danach ist es vorgesehen, dass Ein Anzeigeelement verwendet wird, das einen
Anzeigezustand bei Wegfall der Energieversorgung beibehält.
[0005] Ein Kerngedanke der Erfindung ist es, anstelle der im Stand der Technik ausschließlich
verwendeten rein mechanischen Anzeigevorrichtungen eine Anzeigevorrichtung mit einem
Anzeigeelement zu verwenden, welches unabhängig von einer Versorgung der Anzeigevorrichtung
mit Energie die Anzeige beibehält. Mit der Verwendung eines solchen Anzeigeelements
ist eine besonders zuverlässige Zustandsanzeige möglich. Aufgrund des Wegfalls beweglicher
Teile und mechanischer Verbindungen wird die Gefahr von Fehlfunktionen und Ausfällen
deutlich verringert. Zwischenstellungen der Anzeige, die keine eindeutige Zustandsangabe
zulassen, sind von vornherein ausgeschlossen.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Damit das Anzeigeelement unabhängig von einer Versorgung der Anzeigevorrichtung mit
Energie die Anzeige beibehält, ist vorzugsweise der Einsatz besonderer Werkstoffe
vorgesehen, insbesondere solcher Materialien, die einen Anzeigezustand energieunabhängig
über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten können. Entsprechend besteht die Anzeigevorrichtung
vorzugsweise zumindest teilweise aus einem Material, welches zur Anzeige keine Energie
benötigt.
[0008] In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst das Anzeigeelement eine cholesterische
Flüssigkristallanzeige. Im Gegensatz zu einer klassischen Flüssigkristallanzeige wird
Energie bei cholesterischen Flüssigkristallanzeigen lediglich beim Einschreiben von
Informationen, nicht jedoch zu deren Darstellung benötigt. Darüber hinaus zeichnet
sich eine solche Flüssigkristallanzeige durch vergleichsweise breite Blickwinkel und
hohen Kontrast aus. Grundlegende Angaben zur Technologie cholesterischer Flüssigkristallanzeigen
sind u. a. in der Patentschrift
DE60308108T2 enthalten.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht das Anzeigeelement zumindest
teilweise aus einem elektrophoretischen Material. Das Prinzip beruht in diesem Fall
darauf, dass schwarze und weiße, positiv und negativ geladene Partikel, die in einer
Flüssigkeit oder einem Gel suspendiert sind, durch dieses Medium hindurch bewegt werden,
wenn an dieses ein elektrisches Feld angelegt wird. Dadurch kann an der Oberfläche
ein monochromes Graustufenbild erzeugt werden. Grundlegende Angaben zur Technologie
elektrophoretischer Anzeigen sind u. a. in der Patentschrift
DE60107396T2 enthalten.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht das Anzeigeelement zumindest
teilweise aus einem elektrochromen Material. Unter einem elektrochromen Material wird
dabei ein Material verstanden, welches in der Lage ist, bei kurzzeitigem Anlegen einer
Spannung seine optischen Eigenschaften, insbesondere seine Farbe, dauerhaft zu verändern.
Als elektrochrome Materialien kommen bspw. Wolframoxid (WO
3) und andere Metalloxide in Frage, wie bspw. Nb
2O
5, TiO
2, NiO, MoO
3, Ir
2O
3, V
2O
5, Vorzugsweise ist der Farbumschlag reversibel und erfolgt durch kurzzeitiges Umpolen
der Spannung. Grundlegende Angaben zur Technologie elektrochromer Anzeigen sind u.
a. in der Patentschrift
DE602004001508T2 enthalten.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Anzeigeelement eine elektrochrome oder elektrophoretische
Beschichtung aufweist, mit anderen Worten das elektrochrome oder elektrophoretische
Material als Schicht verwendet wird. Durch diese Art des Materialeinsatzes kann die
Herstellung des Anzeigeelements besonders einfach erfolgen. So kann bspw. die elektrochrome
oder elektrophoretische Beschichtung durch Bedrucken einer Gehäuseoberfläche des Hilfsgerätes
mit elektrochromer oder elektrophoretischer Tinte erfolgen. Das vorzugsweise aus Kunststoff
gefertigte Gehäuse des Hilfsgerätes dient dabei als Träger für die Beschichtung. Die
Anschlüsse zum Anlegen der Anzeigeschaltspannung für den Farbumschlag können bspw.
als gedruckte Leiterbahnen realisiert werden, so dass der gesamte Fertigungsprozess
des Anzeigeelements mit lithographischen Fertigungstechniken, wie sie seit langem
erprobt sind, erfolgen kann. Dadurch können die Herstellungskosten der Anzeigevorrichtung,
insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Anzeigevorrichtungen, deutlich
verringert werden.
[0012] Durch die Verwendung eines oder mehrerer der oben beschriebenen Anzeigeelemente lassen
sich im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Anzeigevorrichtungen, die oft nur
zwei oder drei fest vorgegebene mechanische Anzeigeelemente aufweisen, die Zustände
des Hilfsgerätes sehr viel flexibler darstellen. So ist neben der einfachen Darstellung
von unterschiedlich gefärbten Anzeigefeldern auch die Darstellung von fest vorgegebenen
Buchstaben, Ziffern und/oder Symbolen durch die Verwendung einer die Anzeigefläche
abdeckenden Maske möglich. Darüber hinaus kann in der Anzeigevorrichtung auch eine
Mehrzahl von einzeln ansteuerbaren Anzeigeelementen verwenden werden, wodurch verschiedene
Zustände des Hilfsgerätes dargestellt werden können. Die Anordnung dieser Mehrzahl
von Anzeigeelementen kann dabei z.B. segmentartig erfolgen, so dass eine Art Balkenanzeige
entsteht. Es sind jedoch auch beliebige andere Anzeigeformen und -strukturen denkbar.
Somit ist es nicht nur möglich, mehrere Zustände eines Zustandsparameters darzustellen.
Umfasst die Anzeigevorrichtung mehrere Anzeigeelemente, so können auch Zustände mehrerer
Zustandsparameter abgebildet werden.
[0013] Ganz besonders vorteilhaft ist die Verwendung der vorliegenden Erfindung bei Hilfsgeräten,
die über keine eigene Stromversorgung verfügen, da für eine Farbänderung des Anzeigeelements
lediglich ein kurzzeitiges Anlegen einer (vergleichsweise geringen) Spannung erforderlich
ist. Im Gegensatz zu anderen elektrooptischen Anzeigeelementen, wie bspw. Leuchtdioden
(LED) oder herkömmlichen Flüssigkristallbildschirmen (LCD) bleibt der einmal angenommene
Anzeigezustand dauerhaft unverändert, bis die Farbänderung durch eine entsprechende
"Gegenspannung" aufgehoben wird. Die Erfindung eignet sich daher besonders für Hilfsgeräte,
die sich anderweitig, insbesondere über die Stromversorgung der elektrischen Vorrichtung,
mit Strom versorgen.
[0014] Die Art und Weise, wie das Hilfsgerät über die Stromversorgung der elektrischen Vorrichtung
versorgt wird, ist für die vorliegende Erfindung weniger relevant. Vorzugsweise erfolgt
eine Ankopplung an die Stromversorgung der elektrischen Vorrichtung über elektromagnetische
Felder.
[0015] Ganz besonders vorteilhaft ist die Erfindung bei Überlastrelais zum Schutz von elektrischen
Vorrichtungen, wie bspw. Elektromotoren, anwendbar. Die Anzeigevorrichtung des Überlastrelais
dient dann in erster Linie zur Schaltstellungsanzeige der Ausgangrelaiskontakte. Andere
Anwendungsbeispiele der Erfindung sind Sicherungsvorrichtungen für den Haushalt oder
dergleichen.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die
mit Hilfe von Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in vereinfachten,
zum Teil schematischen Darstellungen:
- FIG 1
- eine Schaltgerätekombination mit einem erfindungsgemäßen Überlastrelais,
- FIG 2
- eine schematische Abbildung einer elektrochromen Schicht als Teil der Anzeigevorrichtung
(mit Maske),
- FIG 3
- ein Anzeigefeld im Zustand "nicht ausgelöst",
- FIG 4
- ein Anzeigefeld im Zustand "ausgelöst",
- FIG 5
- ein Anzeigefeld mit einem Schriftzug "nicht ausgelöst",
- FIG 6
- ein Anzeigefeld mit einem Schriftzug "ausgelöst",
- FIG 7
- eine Segmentanzeige zur Darstellung eines Anzeigebalkens.
[0017] In FIG 1 ist eine Anzahl von Hilfsgeräten für einen Elektromotor (nicht abgebildet)
abgebildet. Bei den Hilfsgeräten handelt es sich um Überwachungs- und/oder Steuerungsgeräte,
wie beispielsweise einen Motorstarter und ein Überlastrelais 1. Das Überlastrelais
1 zeichnet sich dadurch aus, dass es über keine eigene Stromversorgung verfügt. Die
Stromversorgung des Überlastrelais 1 erfolgt stattdessen über die Stromversorgung
des Elektromotors über eine grundsätzlich bereits bekannte elektromagnetische Ankopplung.
[0018] Das Überlastrelais 1 weist neben Bedienelementen 2 auch eine Anzeigevorrichtung 3
auf. Die Anzeigevorrichtung 3 dient zur Anzeige eines Zustandes des Überlastrelais
1, insbesondere zur Schaltstellungsanzeige der Ausgangrelaiskontakte.
[0019] Die Anzeigevorrichtung 3 umfasst ein Anzeigeelement 11, welches im Wesentlichen aus
einem elektrochromen Material auf WO
3-Basis besteht. Das Anzeigeelement 11 ist, wie in FIG 2 dargestellt, als Beschichtung
eines Kunststoffträgers 4, hier des Gerätegehäuses, ausgeführt. Bei der Herstellung
des Anzeigeelements 11 wird der Kunststoffträger 4 mit elektrochromer Tinte bedruckt.
Die Anschlüsse 5 zum Anlegen der Anzeigeschaltspannung für den Farbumschlag sind als
gedruckte Leiterbahnen verwirklicht.
[0020] Eine Ausführungsform eines Anzeigeelements im Zustand "nicht ausgelöst" ist in FIG
3 dargestellt. Bei Auftreten einer Überlast in der Stromversorgung des Elektromotors
wird das Anzeigeelement 12 kurzzeitig mit einem Spannungsimpuls versorgt, der geeignet
ist, die Farbe des Anzeigeelements 12 dauerhaft zu verändern. Nach dem Abschalten
des Elektromotors behält das Anzeigeelement 12 seinen Anzeigezustand bei. Das Anzeigeelement
12 aus FIG 3 ist dann verfärbt und zeigt damit den Zustand "ausgelöst" an, vgl. FIG
4.
[0021] Wird eine Maske 6 zum Abdecken des Anzeigeelements verwendet (vgl. FIG 2), so kann
die Schaltstellungsanzeige durch Buchstaben gebildet werden. Im abgebildeten Beispiel
umfasst die Anzeigevorrichtung 3 zwei Anzeigeelemente 13, 14 ("nicht ausgelöst" und
"ausgelöst"), vgl. FIG 5 und 6.
[0022] Alternativ ist bei Verwendung mehrerer Anzeigeelemente auch eine Segmentanzeige möglich,
vgl. FIG 7. Die dort dargestellte Segmentanzeige umfasst mehrere, benachbart angeordnete
Anzeigeelementen 15, 16, 17, 18, 19 und dient bspw. dazu, die Erwärmung des Elektromotors
darzustellen. Hierzu sind fünf Anzeigeelemente vorgesehen, deren Aktivierung jeweils
dem Erreichen einer vorbestimmten Prozentzahl eines Schwellwertes entspricht. Schaltet
das Überlastrelais 1 ab, so kann anhand der Segmentanzeige nachvollzogen werden, wie
hoch der Grad der Erwärmung des Elektromotors zum Zeitpunkt des Abschaltens war. Im
dargestellten Beispiel sind die beiden ersten Anzeigeelemente 15, 16 aktiv.
[0023] Zur Ansteuerung der einzelnen Anzeigeelemente 11-19 ist im einfachsten Fall eine
direkte elektrische Verbindung zu der Stromversorgung der elektrischen Vorrichtung
vorhanden. Während der Elektromotor läuft, ist das Überlastrelais 1 ständig mit Energie
versorgt, die in einem Speicher (nicht abgebildet) gepuffert wird. Im Fall eines Auslösens
des Überlastrelais 1 wird aus der gespeicherten Energie ein Schaltspannungsimpuls
für den Farbumschlag des Anzeigeelements erzeugt. Das Rückführen in den Ausgangszustand
(erneuter Farbumschlag) erfolgt vorzugsweise manuell durch Anlegen einer entsprechend
umgepolten Spannung. Sind komplexere Darstellungen gewünscht, wie bspw. die Darstellung
verschiedener Zustände eines Parameters mit Hilfe einer Segmentanzeige, dann umfasst
die Anzeigevorrichtung 3 neben dem Anzeigeelement vorzugsweise ein entsprechend ausgebildetes
Steuerelement (nicht abgebildet), welches entsprechend der vorliegenden Zustände des
Überlastrelais 1 an die einzelnen Anzeigeelemente 11-19 zu den entsprechenden Zeitpunkten
die entsprechende Anzeigenschaltspannungen anlegt.
1. Hilfsgerät (1) für eine elektrische Vorrichtung, mit einer Anzeigevorrichtung (3)
zur Anzeige eines Zustandes des Hilfsgerätes (1), wobei die Anzeigevorrichtung (3)
ein zu Anzeigezwecken mit elektrischer Energie versorgbares Anzeigeelement (11-19)
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) einen Anzeigezustand bei Wegfall der Energieversorgung
beibehält.
2. Hilfsgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) eine cholesterische Flüssigkristallanzeige umfasst.
3. Hilfsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) zumindest teilweise aus einem elektrophoretischen Material
besteht.
4. Hilfsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) zumindest teilweise aus einem elektrochromen Material
besteht.
5. Hilfsgerät (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) eine elektrochrome bzw. elektrophoretische Beschichtung
aufweist.
6. Hilfsgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Anzeigeelement (11-19) Buchstaben, Ziffern und/oder Symbole darstellbar sind.
7. Hilfsgerät (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (11-19) hierzu von einer entsprechend ausgebildeten Maske (6)
bedeckt ist.
8. Hilfsgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigevorrichtung (3) eine Mehrzahl von einzeln ansteuerbaren Anzeigeelementen
(11-19) umfasst derart, dass eine Mehrzahl von Anzeigedarstellungen erzielbar ist,
wobei eine Anzeigedarstellung einem bestimmten Zustand des Hilfsgerätes (1) entspricht.
9. Hilfsgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsgerät (1) über keine eigene Stromversorgung verfügt.
10. Hilfsgerät (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Hilfsgerät (1) über die Stromversorgung der elektrischen Vorrichtung versorgt.
11. Hilfsgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsgerät (1) ein Überlastrelais zum Schutz der elektrischen Vorrichtung ist
und es sich bei der Anzeigevorrichtung (3) um eine Schaltstellungsanzeige handelt
zur Anzeige der Schaltstellung von Ausgangsrelaiskontakten.