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(11) |
EP 2 044 230 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.11.2010 Patentblatt 2010/44 |
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Anmeldetag: 27.06.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2007/001140 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2008/003290 (10.01.2008 Gazette 2008/02) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON METALLSCHÄUMEN
METHOD FOR THE PRODUCTION OF METAL FOAMS
PROCÉDÉ DE FABRICATION DE MOUSSES MÉTALLIQUES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
03.07.2006 DE 102006031213
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.04.2009 Patentblatt 2009/15 |
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Patentinhaber: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien
und Energie GmbH |
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14109 Berlin (DE) |
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Erfinder: |
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- BABCSÁN, Norbert
H-3530 Miskolc (HU)
- VINOD KUMAR, Goarke, Sanjeeviah
Hyderabad 500 059 (IN)
- BANHART, John
14532 Klein-Machnow (DE)
- MURTY, Budaraju, Srinivasa
Chennai 600 036 (IN)
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| (74) |
Vertreter: Rudolph, Margit |
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Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien
Und Energie GmbH
Drittmittelmanagement/Patente
Glienicker Strasse 100 14109 Berlin 14109 Berlin (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
GB-A- 2 171 723 US-A- 4 713 277 US-A1- 2004 163 492
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GB-A- 2 259 308 US-A- 5 112 697
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Metallschäumen mit stabilisierenden
Teilchen.
[0002] Metallschäume sind als Werkstoff wegen ihrer möglichen Kombinationen unterschiedlicher
Eigenschaften von großem Interesse.
[0003] So sind Metallschäume einerseits sehr leicht, weisen andererseits eine hohe Steifigkeit
und nennenswerte Festigkeit auf. Sie können z. B. eingesetzt werden zur Wärmedämmung,
Geräusch- und Vibrationsdämpfung oder als Stauchelement.
[0004] Zur Herstellung solcher Metallschäume sind unterschiedliche Verfahren bekannt, z.
B. das direkte Aufschäumen von Schmelzen mittels Gasinjektion bzw. durch Zugabe von
Schäummitteln oder das Aufschäumen fester Ausgangsstoffe.
[0005] Beispielsweise wird zur Herstellung von Stahlschaum aus Stahlpulver, Wasser und einem
Stabilisator bei Raumtemperatur ein Schlicker hergestellt. Dieser Mischung wird Phosphorsäure
als Binde- und Treibmittel zugegeben. Im Schlicker finden dann zwei Reaktionen statt,
die zur Bildung einer stabilen Schaumstruktur führen. Zum einen entstehen, bei der
Reaktion zwischen Stahlpulver und Säure Wasserstoffgasbläschen, die ein Aufschäumen
bewirken. Zum anderen bildet sich ein Metallphosphat, das durch seine Klebewirkung
die Porenstruktur verfestigt. Der so hergestellte Schaum wird getrocknet und anschließend
schadstofffrei zum metallischen Verbund gesintert.
[0006] Ein schmelzmetallurgisches Verfahren wird beispielsweise in der
EP 1 288 320 A2 beschrieben, indem Gasblasen in eine Schmelze eingebracht werden. Die Größe der Blasen
wird dabei durch die Einstellung der Einströmparameter des Gases gesteuert.
[0007] In der
EP 1 419 835 A1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von fließfähigem Metallschaum
mit einer monomodalen Verteilung der Abmessungen der Hohlräume vorgestellt, denen
ebenfalls ein schmelzmetallurgisches Verfahren zu Grunde liegt. Dabei ragen mindestens
zwei benachbarte gleichartig dimensionierte Eintragsrohre mit einem definierten Abstand
zueinander in ein Gefäß mit einer schäumbaren Metallschmelze hinein. In den Bereichen
der einragenden Rohrenden werden jeweils Blasen gebildet, wobei unter Aneinanderlegen
von Bereichen der Blasenoberflächen und unter Ausformung von Partikel enthaltenden
Zwischenwänden eine zusammenhängende Schaumformation gebildet wird.
[0008] Nachteilig ist bei diesen schmelzmetallurgischen Verfahren, dass eine Metallschmelze
in reinem Zustand nicht aufschäumbar ist. Zum Zweck der Erzielung einer Aufschäumbarkeit
muss vor einer Durchführung des Aufschäumens die Schmelze mit einem viskositätssteigernden
Mittel, beispielsweise einem Inertgas (
GB 1,287,994) oder mit Keramikpartikel (
EP 0 666 784 B) versetzt werden. Nur der an der Schmelzoberfläche angesammelte Metallschaum ist
stabil. Dies ist zwar für eine formgebende Verarbeitung des Metallschaumes günstig,
kann aber in Folge mangelnder Stabilisierung der metallischen Wände zu einem partiellen
Zusammenfallen des gebildeten Metallschaumes und damit zu einer unkontrollierbaren
Ausbildung dichter Zonen im Inneren eines so erstellten Gegenstandes führen. Ferner
kann ein Teil der gebildeten Blasen bzw. des gelösten Gases während der Erstarrung
einer Schmelze aus dieser austreten, so dass ein Einschluss des freigesetzten Gases
in der Schmelze nicht erfolgt und folglich die Porosität der mit diesem Verfahren
erstellten Gegenstände gering ist.
[0009] Ein pulvermetallurgisches Verfahren zur Herstellung poröser Metallkörper wird in
DE 101 15 230 C2 vorgestellt, bei dem eine Mischung, die ein pulverförmiges metallisches Material,
welches mindestens ein Metall und/oder eine Metalllegierung sowie ein gasabspaltendes
treibmittelhaltiges Pulver enthält, zu einem Halbzeug kompaktiert wird. Dieses Halbzeug
wird unter Temperatureinwirkung aufgeschäumt, wobei ein treibmittelhaltiges Pulver
verwendet wird, bei dem die Temperatur der maximalen Zersetzung weniger als 120 K
unter der Schmelztemperatur des Metalls oder der Solidustemperatur der Metalllegierung
liegt.
[0010] In
WO 2005/011901 A1 wird vorgeschlagen, dass zur Herstellung von Metallteilen mit innerer Porosität zuerst
ein schäumbares Halbzeug, bestehend aus Metall und mindestens einem bei erhöhter Temperatur
Gas abgebenden Treibmittel, hergestellt wird. Das schäumbare Halbzeug enthält eine
im Wesentlichen geschlossene Matrix, in welcher Treibmittelteilchen eingelagert sind.
Eine gesteigerte Güte eines erstellten Metallschaumkörpers soll mit einem Halbzeug
erreicht werden, bei welchem die die Treibmittelteilchen einschließende Metallmatrix
durch Diffusions- und/oder Press-Schweißung von Metallpartikeln gebildet wird.
[0011] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Metallschaumkörpem ist in
WO 2004/063406 A2 beschrieben. Dieses Verfahren kann als pulvermetallurgisches oder auch als schmelzmetallurgisches
Verfahren angewendet werden. Bei dieser Lösung wird beim Aufschmelzen eines Einsatzmaterials
unter Atmosphärendruck in einem offenen Schmelzgefäß ohne Überdruckvorrichtungen und
einem gleichzeitigen und/oder darauf folgenden Einbringen von Gas in die flüssige
Phase des Einsatzmateriales, durch eingebrachte Treibmittel oder durch Gaseinbringung,
eine ausreichende Gasbeaufschlagung der Schmelze erreicht, um bei der Erstarrung derselben
die Ausbildung eines Metallschaumkörpers geringer Dichte bewirken zu können.
[0012] In
JP 01-127631 (Abstract) wird ebenfalls ein Verfahren beschrieben, bei dem analog zur vorgenannten
Lösung unter atmosphärischem Druck Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff in das flüssige
Metall eingebracht wird oder Treibmittelpartikel, wie Nitrid, Hydrid oder Oxid, durch
thermisches Cracken Gas in die Schmelze abgeben. Das mit Gas versetzte flüssige Metall
wird in ein Formwerkzeug gegeben und über einen gewissen Zeitraum unter verringertem
Druck, bei 53,320 bis 101,308 kPa gehalten.
[0013] Um die Stabilität der Metallschäume zu erhöhen, wurde in
US 3,816,952 ein Verfahren beschrieben, bei dem die Viskosität der Schmelze durch direkte Oxidation
erhöht wird, was auf die Blasenbildung zurückzuführen ist.
[0014] In
US 4,713,277 wird ein Verfahren zur Herstellung eines Metallschaumes mit einem spezifischen Gewicht
von 0,2 bis 0,8 und gleichmäßig verteilten polygonalen Hohlräumen von durchschnittlich
2 bis 10 mm Größe beschrieben, bei dem zunächst die Ausgangsstoffe für die Metallschmelze
(Al oder Legierungen hiervon) sowie Ca als Bindemittel (zwecks Erhöhung der Viskosität)
gemischt und auf Schmelztemperatur erhitzt werden, anschließend ein Aufschäumer, Titanhydrid
mit 1 bis 3 Gew.-%, an Luft beigemischt wird.
[0015] Ein Verfahren zur Herstellung stabilisierter Metallschäume ist in
US 5,112,697 veröffentlicht. Hierbei werden dem Ausgangsmaterial für die Metallmatrix feste stabilisierende
Teilchen zugegeben, gemischt und auf eine Temperatur größer der Liquidustemperatur
der Metallmatrix erhitzt. Anschließend wird dem Gemisch Gas zugeführt und das Gemisch
abgekühlt. Die stabilisierenden Teilchen sind dann in die Metallmatrix eingebaut.
In dem US-Patent wird auf die richtige Auswahl dieser festen stabilisierenden Teilchen
hingewiesen, da diese ihre Form und ihre Identität durch Auflösung im Metall oder
chemische Kombination mit dem Metall verlieren können. Als mögliche Materialien für
diese stabilisierenden Teilchen werden genannt: Metalloxide, Karbide, Nitride oder
Boride, insbesondere Al, TiB
2, Zr, SiC, SiN, die zu < 25 %, vorzugsweise 5 bis 15 %, im Metallschaum enthalten
sind. Die Größe der Partikel wird mit 0,1 bis 100 µm angegeben. Es wird darauf hingewiesen,
dass die richtige Größenauswahl wichtig ist, da zu kleine Teilchen sich nur sehr schwer
mischen lassen. Zu große Teilchen schlagen sich dagegen nieder. Ist der Volumenanteil
dieser stabilisierenden Teilchen zu niedrig, ist die Schaumstabilität zu schwach,
bei zu großem Volumenanteil ist die Viskosität zu hoch. Mit dem beschriebenen Verfahren
wird ein Metallschaumstoff hergestellt, der typische Zellgrößen von 250 µm bis 50
mm aufweist.
[0016] Derartige Metallschäume, die µm-große stabilisierende Partikel in ihrer Metallmatrix
enthalten, sind spröde und lassen sich nur schwer mit einer Säge sauber schneiden.
Außerdem sind die Ausgangsstoffe sehr teuer und es ist eine große Menge dieser Teilchen
notwendig, um eine gute Stabilität zu erreichen.
[0017] Aufgabe der Erfindung ist es, ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Metallschäumen,
aufweisend stabilisierende-Teilchen, anzugeben, insbesondere soll die Menge der notwendiger
Weise eingesetzten stabilisierenden Teilchen verringert werden und die hergestellten
Metallschäume sollen einfacher bearbeitbar sein.
[0018] Die Aufgabe wird für ein Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass
die stabilisierenden Teilchen bei der Herstellung des schäumbaren Ausgangsstoffes
in einer in situ-Reaktion von geschmolzenen reaktiven Flüssigkeiten und einer Metallschmelze
erzeugt werden, wobei der Metallschmelze die Bestandteile der zu erzeugenden submikroskopischen
Partikel oder Nanopartikel mindestens als Fluoridsalz hinzugegeben, anschließend gemischt
und über die Schmelztemperatur der Mischungsbestandteile erhitzt wird.
[0019] Die erfindungsgemäße Lösung, bei der die stabilisierenden submikroskopischen Partikel
oder Nanopartikel während der Herstellung des schäumbaren Ausgangsstoffes mittels
einer in situ-Reaktion erzeugt werden, ermöglicht die Bereitstellung und das Zusammenwirken
solcher Elemente, die für die Bildung einer Grenzflächenschicht zwischen der Schmelze
und den stabilisierenden Teilchen mit einem Kontaktwinkel von 10 bis 100 grd, vorzugsweise
von 60 bis 80 grd notwendig sind. Wie sich überraschenderweise herausgestellt hat,
ist dieser Winkel wesentlich für die Ausbildung von Metallschäumen gemäß der erfindungsgemäßen
Lösung und abhängig von den verwendeten Legierungen und auch wesentlich für die Kornfeinung
(grain refining) beim Erstarren.
[0020] Bei den mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Metallschäumen braucht
zur Erzielung der gleichen Stabilisierung im Vergleich zum Stand der Technik bekannter
Metallschäume weniger Material eingesetzt zu werden, da die in einem in situ-Schritt
hergestellten stabilisierenden Teilchen eine größere spezifische Oberfläche aufweisen.
Die so hergestellten Metallschäume sind weniger spröde, da ihre Metallmatrix bessere
mechanische Eigenschaften aufweist, und lassen sich einfacher bearbeiten.
[0021] In Ausführungsformen der Erfindung ist vorgesehen, dass als Fluoridsalz K
xAF
y verwendet wird, wobei A ein Element aus Ti, B, Zr, Nb, V, W, Ta oder Ce ist, vorzugsweise
K
2TiF
6 oder KBF
4 verwendet wird oder beide Salze als Mischung verwendet werden.
[0022] In einer anderen Ausführungsform wird zusätzlich zum Fluoridsalz ein weiterer Bestandteil
der in der in situ-Reaktion zu erzeugenden stabilisierenden Teilchen, beispielsweise
Kohlenstoff in Form von Graphit, hinzugegeben.
[0023] Als Metall für die Schmelze wird Aluminium oder eine Aluminiumlegierung verwendet.
[0024] In einer anderen Ausführungsform werden nach der Erzeugung des schäumbaren Ausgangsstoffes,
der die stabilisierenden Teilchen enthält, zunächst alle unerwünschten Bestandteile
entfernt, danach wird der Ausgangsstoff auf 700 °C abgekühlt und zum Aufschäumen desselben
pulverförmiges Metallhydrid, vorzugsweise TiH
2, von 1 bis 3 Gew.% als aufschäumendes Mittel bei 700 °C zugegeben.
[0025] Zum Aufschäumen können aber auch reaktive Gase verwendet werden, beispielsweise CH
4, NH
3 und O
2, vorzugsweise O
2 in einer Konzentration von 0,1 bis 10 vol.%, insbesondere von 1 bis 2 vol.%. Hierbei
wird die Stabilität des Metallschaumes positiv beeinflusst. Die Temperatur beträgt
hierbei 600 bis 1.000 °C, vorzugsweise 700 °C.
[0026] Das Aufschäumen des Ausgangsstoffes kann auch nach anderen dem Stand der Technik
bekannten Verfahren, beispielsweise mittels einer Gasinjektion direkt in die Schmelze,
durchgeführt werden.
[0027] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Metallschäume herstellen, die stabilisierende
Teilchen in einer Metallmatrix aufweisen, wobei die stabilisierenden Teilchen weniger
als 10 vol.% in der Metallmatrix enthalten sind. Diese stabilisierenden Teilchen weisen
eine Größe kleiner 1 µm auf und sind in einem Kontaktwinkel von 10 bis 100°, vorzugsweise
60 bis 80°, angeordnet. Die Metallmatrix ist gebildet aus gleichmäßig angeordneten
polygonalen geschlossenen Zellen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 2 bis
10 mm. Der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Metallschaum weist eine
Porosität von mindestens 75 % auf.
[0028] In Ausführungsformen ist vorgesehen, die Metallmatrix aus einem der Elemente Al,
Fe, Ti oder Cr zu bilden. Die stabilisierenden Teilchen enthalten Ti oder B oder Zr
oder Nb oder V oder W oder Ta oder Ce oder C oder Al in Verbindung mit einem zweiten
Element dieser Gruppe und sind vorzugsweise aus TiC oder AlB
2 oder TiB
2 gebildet.
[0029] Die Erfindung soll in folgenden Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden.
[0030] Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine SEM-Aufnahme einer geschnittenen Al-Schaum-Zelle, deren Oberfläche mit TiC-Teilchen
bedeckt ist;
- Fig. 2
- eine Röntgenaufnahme desselben Al-Schaumes.
Ausführungsbeispiel 1
[0031] Zunächst wird Aluminium bei 1.200 °C geschmolzen. Dieser Schmelze wird anschließend
zur Erzeugung der stabilisierenden Teilchen eine Mischung von Graphit und K
2TiF
6 zugegeben und vermischt. Nach der Reaktion werden unerwünschte Bestandteile bis auf
das Al-TiC-Gemisch entfernt. Dieses Schmelzgemisch wird auf 700 °C abgekühlt und weiter
verarbeitet, d.h. aufgeschäumt. Dies kann beispielsweise durch Zugabe von 1,6 Gew.%
pulverförmigen TiH
2 geschehen, die Temperatur wird dann bei 700 °C über eine Dauer von 50 s gehalten.
Nun erfolgt über eine Dauer von ca. 100 s ein Mischprozess. Dabei entsteht homogen
aufgeschäumtes Aluminium mit einer Porosität von ca. 75 %, das als stabilisierende
Teilchen TiC in einer Konzentration von 6 vol.% und einer Größe von kleiner 1 µm enthält.
[0032] Fig. 1 zeigt eine SEM-Aufnahme eines Schnittes durch eine Zelle des Al-Schaums, auf
deren Oberfläche, d.h. auf ihrer Zellwand, die TiC-Teilchen sehr gut in ihrer dichten
und relativ homogenen Anordnung erkennbar sind. In der in Fig. 2 gezeigten Röntgenaufnahme
ist die gesamte Probe desselben Al-Schaums mit TiC-Partikeln abgebildet. Der Durchmesser
dieser Probe beträgt 40 mm.
Ausführungsbeispiel 2
[0033] Einer bei 800 °C erzeugten Al-Schmelze wird ein Gemisch aus KBF
4 und K
2TiF
6 zugegeben und vermischt. Nach der Reaktion werden wieder die unerwünschten Bestandteile
bis auf das Al-TiB
2-Gemisch entfernt. Abkühl- und Aufschäumprozess erfolgt wie in Ausführungsbeispiel
1. Der so hergestellte Al-Schaum mit einer Porosität von ca. 75 % enthält TiB
2-Teilchen in einer Konzentration von 4 vol.% und einer Größe von kleiner 1 µm.
Ausführungsbeispiel 3
[0034] Al wird bei 800 °C geschmolzen. Dieser Schmelze wird KBF
4 zugegeben und erneut gemischt. Nach Entfernen der unerwünschten Bestandteile nach
der Reaktion wird das Al-AlB
2-Gemisch - wie beschrieben - abgekühlt und aufgeschäumt. Ergebnis dieses Prozesses
ist wiederum ein Al-Schaum mit einer Porosität von ca. 75 %, dessen stabilisierende
Teilchen hier aus AlB
2 gebildet sind und in einer Konzenztration von 4,3 vol.% im Schaum enthalten sind.
1. Verfahren zur Herstellung von Metallschäumen mit stabilisierenden Teilchen in der
Metallmatrix, mit mindestens den Verfahrensschritten Herstellen eines schäumbaren
Ausgangsstoffes und Aufschäumen dieses Ausgangsstoffes,
dadurch gekennzeichnet, dass
die stabilisierenden Teilchen bei der Herstellung des schäumbaren Ausgangsstoffes
in einer in situ-Reaktion von geschmolzenen reaktiven Flüssigkeiten und einer Metallschmelze
erzeugt werden, wobei der Metallschmelze die Bestandteile der zu erzeugenden submikroskopischen
Partikel oder Nanopartikel mindestens als Fluoridsalz hinzugegeben, anschließend gemischt
und über die Schmelztemperatur der Mischungsbestandteile erhitzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Fluoridsalz KxAFy verwendet wird, wobei A ein Element aus Ti, B, Zr, Nb, V, W, Ta oder Ce ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Fluoridsalz K2TiF6 oder KBF4 verwendet wird oder beide Salze als Mischung verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich zum Fluoridsalz ein weiterer Bestandteil der in der in situ-Reaktion zu
erzeugenden stabilisierenden Teilchen hinzugegeben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
als weiterer Bestandteil Kohlenstoff, vorzugsweise in Form von Graphit, verwendet
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metall für die Schmelze Aluminium oder eine Aluminiumlegierung verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
für die Bildung der Metallmatrix Eisen oder Titan oder Chrom verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schmelze nach in-situ-Erzeugung der stabilisierenden Teilchen zum Aufschäumen
des Ausgangsstoffes pulverförmiges Metallhydrid von 1 bis 3 Gew.% als aufschäumendes
Mittel bei 700 °C zugegeben und die Schmelze aufgeschäumt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metallhydrid TiH2 verwendet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Aufschäumen des Ausgangsstoffes ein reaktives Gas durch die Schmelze geführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das reaktive-Gas ausgewählt wird aus CH4, NH3 oder O2.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekenntzeichnet, dass
O2 in einer Konzentration von 0,1 bis 10 vol.% verwendet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metall für die Schmelze Aluminium verwendet, dieses bei Temperaturen zwischen
1.150 °C und 1.250 °C geschmolzen wird, anschließend der Schmelze eine Mischung aus
Graphit und K2TiF6 zugegeben und vermischt wird und danach alle Bestandteile außer der Al-TiC-Schmelze
entfernt werden, diese auf 700 °C abgekühlt und aufgeschäumt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metall für die Schmelze Aluminium verwendet, dieses bei Temperaturen zwichen 750
°C und 850 °C geschmolzen wird, anschließend der Schmelze eine Mischung aus KBF4 und K2TiF6 zugegeben und vermischt wird und danach alle Bestandteile außer der Al-TiB2-Schmelze entfernt werden, diese auf 700 °C abgekühlt und aufgeschäumt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metall für die Schmelze Aluminium verwendet, dieses bei Temperaturen zwichen 750
°C und 850 °C geschmolzen wird, anschließend der Schmelze KBF4 zugegeben und vermischt wird und danach alle Bestandteile außer der Al-AlB2-Schmelze entfernt werden, diese auf 700 °C abgekühlt und aufgeschäumt wird.
1. A process for producing metal foams comprising stabilizing particles in the metal
matrix, comprising at least the process steps of producing a foamable starting material
and foaming said starting material, characterized in that when producing the foamable starting material, the stabilizing particles are produced
from molten reactive liquids and a metal melt in an in-situ reaction, wherein the
components of the submicroscopic particles or nanoparticles to be produced are added
to the metal melt at least as a fluoride salt, then mixed and heated to above the
melting point of the components of the mixture.
2. The process according to claim 1, characterized in that KXAFy is used as the fluoride salt, wherein A is an element selected from Ti, B, Zr, Nb,
V, W, Ta and Ce.
3. The process according to claim 2, characterized in that K2TiF6 or KBF4, or both salts as a mixture, is used as the fluoride salt.
4. The process according to claim 1, characterized in that a further component of the stabilizing particles to be produced in the in-situ reaction
is added in addition to the fluoride salt.
5. The process according to claim 4, characterized in that carbon, preferably in the form of graphite, is used as the further component.
6. The process according to claim 1, characterized in that aluminium or an aluminium alloy is used as the metal for the melt.
7. The process according to claim 1, characterized in that iron or titanium or chromium is used to form the metal matrix.
8. The process according to claim 1, characterized in that after in-situ production of the stabilizing particles, powdered metal hydride at
is added to the melt 700°C as a foaming agent in an amount of 1% to 3% by weight in
order to foam the starting material and the melt is foamed.
9. The process according to claim 8, characterized in that TiH2 is used as the metal hydride.
10. The process according to claim 1, characterized in that a reactive gas is passed through the melt in order to foam the starting material.
11. The process according to claim 10, characterized in that the reactive gas is selected from CH4, NH3 and O2.
12. The process according to claim 11, characterized in that O2 is used in a concentration of 0.1% to 10% by volume.
13. The process according to one of claims 1 to 12, characterized in that aluminium is used as the metal for the melt and is melted at temperatures in the
range 1150°C to 1250°C, then a mixture of graphite and K2TiF6 is added to the melt and mixed and thereafter all components are removed apart from
the Al-TiC melt, said melt is cooled to 700°C and foamed.
14. The process according to one of claims 1 to 12, characterized in that aluminium is used as the metal for the melt and is melted at temperatures in the
range 750°C to 850°C, then a mixture of KBF4 and K2TiF6 is added to the melt and mixed and thereafter all components are removed apart from
the Al-TiB2 melt, said melt is cooled to 700°C and foamed.
15. The process according to one of claims 1 to 12, characterized in that aluminium is used as the metal for the melt and is melted at temperatures in the
range 750°C to 850°C, then KBF4 is added to the melt and mixed and thereafter all components are removed apart from
the Al-AlB2 melt, said melt is cooled to 700°C and foamed.
1. Procédé de fabrication de mousses métalliques avec des particules stabilisantes dans
la matrice métallique, avec au moins les étapes de Procédé :
fabrication d'un produit de départ expansible et moussage dudit produit de départ,
caractérisé en ce que les particules stabilisantes sont créées lors de la fabrication du produit de départ
expansible par une réaction in situ de liquides réactifs fondus et d'une masse métallique
fondue, les composants des particules ou nanoparticules submicroscopiques devant être
créées étant rajoutés à la masse métallique fondue au moins sous la forme de sel de
fluorure, puis mélangés et échauffés au-delà de la température de fusion des composants
du mélange.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que sel fluoré du KxAFy, A étant un élément issu de Ti, de B, de Zr, de Nb, de V, de W, de Ta ou de Ce.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que sel fluoré du K2TiF6 ou du KBF4 ou les deux sels en mélange.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on rajoute en supplément du sel fluoré un composant supplémentaire des particules
stabilisantes devant être créées lors de la réaction in situ.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que composant supplémentaire du carbone, de préférence sous forme
de graphite.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que métal pour la masse fondue de l'aluminium ou un alliage d'aluminium.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise pour la formation de la matrice métallique du fer ou du titane ou du chrome.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après création in situ des particule stabilisantes pour le moussage des produits de
départ, on ajoute à la masse fondue de 1 à 3 % en poids d'hydrure métallique pulvérulent
en tant que produit d'expansion à 700°C et on fait mousser la masse fondue.
9. Procédé selon la revendication 8, Caractérisé en ce qu'on utilise en tant qu'hydrure métallique du TiH2.
10. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pour le moussage du produit de départ, on fait passer un gaz réactif à travers la
masse fondue.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce qu'on sélectionne le gaz réactif parmi le CH4, le NH3 ou l'O2.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'on utilise l'O2 dans une concentration de 0,1 à 10 % en volume.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que métal pour la masse fondue de l'aluminium, en ce qu'on le fait fondre à des températures comprises entre 1.150°C et 1.250°C, en ce qu'on ajoute ensuite et on mélange à la masse fondue un mélange de graphite et de K2TiF6 et en ce qu'on retire par la suite tous les composants hormis la masse fondue d'Al-TiC, en ce qu'on refroidit cette dernière à 700°C et on la fait mousser.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que métal pour la masse fondue de l'aluminium, en ce qu'on le fait fondre à des températures comprises entre 750°C et 850°C, en ce qu'on ajoute ensuite et on mélange à la masse fondue un mélange de KBF4 et de K2TiF6 et en ce qu'on retire par la suite tous les composants hormis la masse fondue d'Al-TiB2, en ce qu'on refroidit cette dernière à 700°C et on la fait mousser.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que métal pour la masse fondue de l'aluminium, en ce qu'on le fait fondre à des températures comprises entre 750°C et 850°C, en ce qu'on ajoute ensuite et on mélange à la masse fondue du KBF4 et en ce qu'on retire par la suite tous les composants hormis la masse fondue d'Al-AIB2, en ce qu'on refroidit cette dernière à 700°C et on la fait mousser.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente