(19)
(11) EP 2 045 521 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.07.2015  Patentblatt  2015/27

(21) Anmeldenummer: 08165000.4

(22) Anmeldetag:  24.09.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F23D 11/44(2006.01)

(54)

Brenner mit einer Verdampferkammer

Burner with a vaporising chamber

Brûleur avec une chambre d'évaporation


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB LI

(30) Priorität: 01.10.2007 CH 15612007

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.04.2009  Patentblatt  2009/15

(73) Patentinhaber: Glutz AG
4502 Solothurn (CH)

(72) Erfinder:
  • Wueest, Josef
    6312 Steinhausen (CH)
  • Minder, Claude
    4563 Gerlafingen (CH)

(74) Vertreter: Falk, Urs 
Patentanwaltsbüro Dr. Urs Falk Eichholzweg 9A
6312 Steinhausen
6312 Steinhausen (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 162 403
KR-Y1- 0 127 619
WO-A1-00/12935
US-A- 4 302 180
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Brenner mit einer Verdampferkammer der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.

    [0002] Ein solcher Verdampferbrenner ist ausgelegt für die Verbrennung von flüssigen Brennstoffen wie handelsüblichem Heizöl verschiedener Qualität oder Kerosin und eignet sich insbesondere für Heizungsanlagen von Wohnbauten, aber auch von Nichtwohnbauten, bei denen eine eher geringe Heizleistung im Bereich von wenigen Kilowatt ausreicht. Die vom Brenner beim Verbrennen des Brennstoffs erzeugte Wärme heizt beispielsweise Wasser in einem Heizkessel auf. Bei einem Verdampferbrenner wird der flüssige Brennstoff unter Wärmeeinwirkung verdampft, mit Luft vermischt und dann verbrannt.

    [0003] Ein Verdampferbrenner der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art ist aus der WO 00/12935 bekannt. Der Verdampferbrenner ist unterhalb des Heizkessels angeordnet. Dieser Brenner weist eine Verdampferkammer auf, deren Innenraum durch einen Boden und eine zylinderförmige Wand begrenzt ist. Die Verdampferkammer wird beim Start des Brenners elektrisch vorgeheizt. Sobald die Flamme brennt, erfolgt dann eine Beheizung der Verdampferkammer durch die an der Verdampferkammer vorbeiströmenden heissen Verbrennungsgase, was mittels eines Umlenkkragens erreicht wird. Sobald die Verdampferkammer eine vorbestimmte Temperatur erreicht hat, was mittels eines Temperaturfühlers überwacht wird, kann die elektrische Heizung ausgeschaltet werden. Innerhalb der Verdampferkammer befindet sich ein rotierendes Mischrad, das die zugeführte Luft verwirbelt und mit dem an der Wand der Verdampferkammer verdampften Brennstoff vermischt.

    [0004] Aus der WO 2004/109183 ist ein weiterer Verdampferbrenner mit einer gleichen Verdampferkammer bekannt. Dieser Verdampferbrenner ist als Sturzbrenner ausgeführt und wird oben am Heizkessel montiert. Die Flamme brennt unterhalb der Verdampferkammer. Die aufsteigenden heissen Verbrennungsgase heizen die Verdampferkammer direkt auf.

    [0005] Aus der EP 1162403 ist ein Brenner mit einer Verdampferkammer bekannt, deren Innenraum durch einen Boden und eine Wand mit mehrfach abgestuften Flächen begrenzt ist.

    [0006] Diese bekannten Verdampferbrenner sind als modulierende Brenner konzipiert, d.h. ihre Heizleistung kann in einem vorbestimmten Arbeitsbereich stufenlos gesteuert werden. Der Arbeitsbereich beträgt typischerweise etwa 5 bis 15 kW. Es gibt jedoch auch Verdampferbrenner mit einer Heizleistung von 3-9 kW oder 10-30 kW.

    [0007] Bei diesen Brennern können sich an der Wand der Verdampferkammer und am Mischrad im Laufe der Zeit Ablagerungen, insbesondere eine Schicht aus Koks, bilden, die daher rührt, dass Brennstoffanteile mit einem höheren Siedepunkt an der Wand zurückbleiben und nicht verdampfen oder auf dem Mischrad kondensieren.

    [0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bildung einer solchen Koksschicht zu verhindern.

    [0009] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1.

    [0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnung näher erläutert.
    Fig. 1
    zeigt einen als Sturzbrenner ausgelegten Verdampferbrenner mit einem ersten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Verdampferkammer, und
    Fig. 2
    zeigt im Schnitt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Verdampferkammer.


    [0011] Die Fig. 1 zeigt einen Vertikalschnitt durch die für das Verständnis der Erfindung nötigen Teile eines als Sturzbrenner ausgelegten Verdampferbrenners. Der Verdampferbrenner umfasst eine Verdampferkammer 1, ein Gebläse 2, einen elektrischen Motor für den Antrieb des Gebläses 2, einen Zerstäuberbecher 3, ein Mischrad 4 und einen Flammenhalter 5. Die Flamme brennt an der Aussenwand des Flammenhalters 5. Das Gebläse 2 umfasst zwei Rotoren 7 und 8, die auf einer vom Motor angetriebenen Antriebswelle 6 befestigt sind. Die Rotoren 7, 8 fördern Verbrennungsluft in die Verdampferkammer 1. Der Flammenhalter 5 enthält einen Deckel und sitzt auf der Verdampferkammer 1 auf. Die Verdampferkammer 1 ist eine zum Flammenhalter 5 hin offene Kammer mit einem Boden 12 und einer Seitenwand 13. Der vom Boden 12 und der Seitenwand 13 der Verdampferkammer 1 umschlossene Raum bildet eine Misch- und Verdampferzone. In die Wand der Verdampferkammer 1 ist eine elektrische Heizeinrichtung 14 integriert. Der Zerstäuberbecher 3 und das Mischrad 4 sind bei diesem Ausführungsbeispiel ebenfalls auf der Antriebswelle 6 befestigt, d.h. der Zerstäuberbecher 3, das Mischrad 4 und die Rotoren 7, 8 des Gebläses 2 rotieren miteinander mit der gleichen Geschwindigkeit. Der Zerstäuberbecher 3 und das Mischrad 4 könnten aber auch separat angetrieben werden. Eine Brennstoffpumpe 15 fördert flüssigen Brennstoff durch eine Brennstoffleitung 16, die in den Zerstäuberbecher 3 hineinragt. Der geförderte Brennstoff fliesst oder tropft auf die innere Wand des Zerstäuberbechers 3. Wegen der Drehung des Zerstäuberbechers 3 fliesst der Brennstoff unter der Wirkung der Zentrifugalkraft gegen den äusseren Rand des Zerstäuberbechers 3, wird vom Rand weggeschleudert und trifft auf die Innenwand der Verdampferkammer 1. Gleichzeitig wird durch die Rotoren 7, 8 des Gebläses 2 Verbrennungsluft gefördert. Ein gewisser Anteil der Verbrennungsluft strömt aussen am Zerstäuberbecher 3 entlang direkt in die Verdampferkammer 1, ein anderer Anteil der Verbrennungsluft gelangt durch Öffnungen im Boden des Zerstäuberbechers 3 in das Innere des Zerstäuberbechers 3 und zum Mischrad 4. Das rotierende Mischrad 4 dient dazu, die zugeführte Verbrennungsluft in die Verdampferkammer 1 umzuleiten, zu verwirbeln und mit dem verdampften Heizöldampf zu vermischen. Ein solcher Verdampferbrenner kann wie dargestellt als Sturzbrenner ausgeführt sein, er kann aber auch für jede andere Einbaulage, beispielsweise auch eine horizontale Einbaulage, konzipiert sein. Er eignet sich für die Verwendung mit kondensierenden Kesseln wie mit Kesseln anderer Bauart.

    [0012] Der Zerstäuberbecher 3 ist mit Vorteil als wellenförmige Fläche gestaltet. Der über die Brennstoffleitung 16 zugeführte Brennstoff fliesst oder tropft in ein Wellental 9, wandert infolge der Zentrifugalkraft nach aussen auf ein Wellenmaximum 10 und zu einem tiefer als das Wellenmaximum 10 gelegenen Rand 11.

    [0013] Die Innenwand der Verdampferkammer 1 ist durch einen Boden 12 und eine an den Boden 12 angrenzende Seitenwand 13 begrenzt. Die Seitenwand 13 endet an einem Vorsprung 18, auf dem der Flammenhalter 5 sitzt. Der Boden 12 ist eine ebene Fläche, die Seitenwand 13 ist bei diesem Ausführungsbeispiel erfindungsgemäss als gekrümmte Fläche ausgebildet. Vom Boden 12 aus gesehen ist die Seitenwand 13 eine konvexe Fläche, die sich bis zum Vorsprung 18 hinzieht. Dadurch ergibt sich ein stufenloser Übergang vom Boden 12 zur Seitenwand 13 und weiter bis zum Vorsprung 18, d.h. der Übergang vom Boden 12 zur Seitenwand 13 ist abgerundet. Die Verdampferkammer 1 enthält somit weder Ecken noch Kanten.

    [0014] Die Seitenwand 13 ist mit Vorteil ein Teil der Aussenfläche eines Torus, die im Querschnitt ein Kreisbogen 17 ist, wie dies in der Fig. 1 dargestellt ist. Der Krümmungsradius des Kreisbogens 17 beträgt beispielsweise 16 mm. Der Kreisbogen 17 erstreckt sich über einen Winkel ϕ, der bevorzugt grösser als 90° ist.

    [0015] Die Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Verdampferkammer 1 im Schnitt, bei dem die Seitenwand 13 einen geraden Abschnitt 19 enthält. Der Übergang vom Boden 12 zum geraden Abschnitt 19 der Seitenwand 13 ist ein erster Kreisbogen 20, der durch einen ersten Krümmungsradius R1 charakterisiert ist. Der Übergang vom geraden Abschnitt 19 zum Vorsprung 18 ist ein zweiter Kreisbogen 21, der durch einen zweiten Krümmungsradius R2 charakterisiert ist.

    [0016] Der erste Krümmungsradius R1, der zweite Krümmungsradius R2 und die Länge L des geraden Abschnitts 19 werden entsprechend den Platzverhältnissen festgelegt.

    [0017] Das in der Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel der Verdampferkammer 1, bei dem die Seitenwand 13 keinen geraden Abschnitt aufweist, bietet bei gleicher Aussengeometrie der Verdampferkammer 1 den Vorteil, dass die kleinste Entfernung zwischen der Seitenwand 13 und dem Mischrad 4 grösser ist als bei dem in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel. Bei einer herkömmlichen Verdampferkammer mit rechteckförmigem Querschnitt beträgt die kleinste Entfernung zwischen der Seitenwand 13 und dem Mischrad 4 höchstens etwa 4.5 mm. Bei einer Verdampferkammer 1 gemäss der Erfindung beträgt die kleinste Entfernung zwischen einem beliebigen Punkt auf dem Mischrad 4 und einem beliebigen Punkt auf der Seitenwand 13 mehr als 5 Millimeter, typischerweise 8 Millimeter. Bereits eine kleine Zunahme der kleinsten Entfernung zwischen der Seitenwand 13 und dem Mischrad 4 führt dazu, dass in diesem Bereich mehr Luft zirkuliert und damit zu einer Reduzierung der Ablagerungen.

    [0018] Der Vorteil der erfindungsgemässen Verdampferkammer ist, dass sich für die Strömung der Luft keine Toträume ergeben, weil bei allen Ausführungsbeispielen die Seitenwand 13 vom Boden 12 bis zum Vorsprung 18 hin stufenlos ausgebildet ist. Bei den herkömmlichen Verdampferkammern bilden sich in Ecken und hinter Kanten Wirbel und die Strömung der Luft ist dort annähernd Null. Dadurch wird die Wärme, die von der Verdampferkammer nach innen abgegeben wird, schlecht abgeführt, was zu einer höheren Temperatur des Mischrads 4, der Verdampferkammer und der umgebenden Luft führt. Heisse Öldämpfe bilden an solchen Stellen langkettige Kohlenwassermoleküle, die sich als Koks ablagern, der sich nur schwer wieder auflöst oder verdampft oder verbrennt. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das Mischrad 4 eine grössere Distanz zur Verdampferkammer 1 hat. Dadurch gelangen weniger Öldämpfe an das Mischrad 4 und die Temperatur des Mischrads 4 ist tiefer. Beide Effekte führen dazu, dass das Mischrad 4 weniger versottet.


    Ansprüche

    1. Brenner mit einer Verdampferkammer (1), einem Zerstäuberbecher (3), einer Brennstoffpumpe (15) für die Förderung von Brennstoff zum Zerstäuberbecher (3), einem Gebläse (2) für die Förderung von Verbrennungsluft in die Verdampferkammer (1), einem Mischrad (4) und einem Flammenhalter (5), wobei der Zerstäuberbecher (3) und das Mischrad (4) in der Verdampferkammer (1) angeordnet sind, wobei die Verdampferkammer (1) eine zum Flammenhalter (5) hin offene Kammer ist, die durch einen Boden (12) und eine an den Boden angrenzende Seitenwand (13) begrenzt ist, wobei die Seitenwand (13) an einem Vorsprung (18) endet, wobei der Flammenhalter (5) auf dem Vorsprung (18) sitzt und wobei die Flamme im Betrieb an einer Aussenwand des Flammenhalters (5) brennt, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (13) gegen den Boden (12) hin als gekrümmte Fläche und gegen den Vorsprung (18) hin als gekrümmte Fläche ausgebildet ist, so das der Übergang vom Boden (12) zur Seitenwand (13) und vom Vorsprung (18) zur Seitenwand (13) stufenlos ist.
     
    2. Brenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geringste Entfernung zwischen einem beliebigen Punkt des Mischrads (4) und einem beliebigen Punkt der Seitenwand (13) mehr als 5 mm beträgt.
     


    Claims

    1. Burner with an evaporation chamber (1), an atomizer cup (3), a fuel pump (15) for the promotion of fuel to the atomizer (3), a fan (2) for the promotion of combustion air into the evaporator chamber (1), a mixing wheel (4) and a flame holder (5), wherein the atomizer cup (3) and the mixing wheel (4) are arranged in the evaporator chamber (1), wherein the evaporator chamber (1) is a chamber that is open towards the flame holder (5) and that is limited by a bottom (12) and a side wall (13) adjacent to the bottom (12), wherein the side wall (13) terminates at a projection (18), wherein the flame holder (5) is seated on the projection (18) and wherein the flame burns during operation on an outer wall of the flame holder (5), characterized in that the side wall (13) is formed towards the bottom (12) as a curved surface and towards the projection (18) as a curved surface, so that the transition from the bottom (12) to the side wall (13) and from the projection (18) to the side wall (13) is stageless.
     
    2. Burner according to claim 1, characterized in that the smallest distance between an arbitrary point of the mixing wheel (4) and an arbitrary point on the side wall (13) is more than 5 mm.
     


    Revendications

    1. Brûleur avec une chambre d'évaporation (1), une atomiseur tasse (3), une pompe à carburant (15) pour la promotion de carburant à l'atomiseur (3), un ventilateur (2) pour la promotion d'air de combustion dans la chambre de vaporisation (1), une roue de mélange (4) et un support de flamme (5), dans lequel l'atomiseur tasse (3) et la roue de mélange (4) sont disposés dans la chambre d'évaporateur (1), dans lequel la chambre de vaporisation (1) est une chambre ouverte en direction du support de flamme (5), qui est limitée par un fond (12) et une paroi latérale (13) adjacente au fond (12), dans lequel la paroi latérale (13) se termine sur une saillie (18), dans lequel le support de flamme (5) est situé sur la saillie (18) et dans lequel la flamme brûle pendant le fonctionnement sur une paroi extérieure du support de flamme (5), caractérisé en ce que la paroi latérale (13) est formée vers le fond (12) comme une surface courbée et vers la saillie (18) comme une surface courbée, de sorte que la transition du fond (12) à la paroi latérale (13) et de la saillie (18) à la paroi latérale (13) est de façon continue.
     
    2. Brûleur selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plus petite distance entre un point quelconque de la roue de mélange (4) et un point quelconque de la paroi latérale (13) est supérieure à 5 mm.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente