[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt eine Schlitzantenne, insbesondere
eine Sendeantenne zur RFID, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In einem weiteren Gesichtspunkt bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur
RFID.
[0003] Eine gattungsgemäße Schlitzantenne weist mindestens eine Antennenkonturplatte mit
einer Mehrzahl von Antennenschlitzen und mindestens eine Ansteuerschaltung auf zum
Anregen der Antennenkonturplatte zum Aussenden und/oder zum Empfangen von elektromagnetischer
Strahlung.
[0004] Techniken der Fernidentifizierung von Objekten und Personen über Radiowellen (Radio
Frequency Identification, RFID) werden in einer Vielzahl von unterschiedlichen Bereichen
eingesetzt.
[0005] Anwendung finden RFID-Techniken beispielsweise im militärischen Bereich, bei Ausweisen,
Bibliotheken und insbesondere auch im Bereich der industriellen Fertigungstechnik
und Automatisierung.
[0006] In industriellen Umgebungen ergeben sich zunehmend Schwierigkeiten durch die anwachsende
Zahl von elektrischen und elektronischen Geräten, die auf engstem Raum angeordnet
sind. Ganz allgemein besteht hierbei die Aufgabenstellung, Wechselwirkungen zwischen
diesen Geräten möglichst gering zu halten und eventuell ganz auszuschalten. Dies beinhaltet
insbesondere auch die Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden Frequenzbereiche, beispielsweise
durch Übergang zu niedrigeren Wellenlängen.
[0008] Eine weitere Schlitzantenne ist in
US-5,940,041 beschrieben. Die dort offenbarte Schlitzantenne weist eine Antennenkonturplatte mit
einem Antennenschlitz und einer Ansteuerschaltung zum Anregen der Antennenkonturplatte
zum Aussenden und/oder Empfangen von elektromagnetischer Strahlung auf. In den Antennenschlitz
ist dabei eine Leiterplatte mit einer Ansteuerschaltung eingesteckt.
[0009] Schwierigkeiten ergeben sich beispielsweise aufgrund der immer höheren Komplexität
der Fertigungsprozesse, beispielsweise bei einer 3D-Fertigung. Darüber hinaus werden,
etwa bei Endkontrollen, neue Verfahrensschritte eingeführt, welche ebenfalls RFID-Prozess
beinhalten.
[0010] Aufgrund der vielfältigen Störungen und Beeinflussungen der RFID-Systeme, z.B. durch
Mikrowellenheizgeräte, Bluetooth-Geräte oder WLAN-Rechnemetze, kann es deshalb zu
unterwünschten Unterbrechungen der Verbindung zwischen dem Lesegerät oder "Reader"
und dem Datenträger kommen. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da die Anzahl
der Störer in der Zukunft eher noch zunehmen als abnehmen wird.
[0011] Die gewünschten Gehäuseabmessungen reduzieren dabei die Zahl der integrierbaren Antennen
bereits drastisch. Wenn gleichwohl eine Mindestempfindlichkeit in Höhe bekannter Systeme
gefordert wird, muss der Gewinn der Antennen identisch sein, was bei Einsatz bisher
bekannter Antennen aussichtslos erscheint.
[0012] Andere Antennentypen, bei denen es sich nicht um Schlitzantennen handelt, sind nicht
bekannt oder scheiden bereits aufgrund des erhöhten Platzbedarfs aus.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schlitzantenne, insbesondere für RFID-Anwendungen, zu
schaffen, die vielfältige Anwendungen ermöglicht und außerdem besonders kompakt aufgebaut
ist. Außerdem soll ein Verfahren zur RFID angegeben werden, mit welchem eine erhöhte
Funktionalität erzielt wird.
[0014] Diese Aufgabe wird in einem ersten Gesichtspunkt durch die Schlitzantenne mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0015] In einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch das Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
[0016] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Schlitzantenne und vorteilhafte
Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0017] Die Schlitzantenne der oben genannten Art ist erfindungsgemäß dadurch weitergebildet,
dass in mindestens einem Antennenschlitz, insbesondere von einer Rückseite der Antennenkonturplatte,
eine Leiterplatte mit einer Ansteuerschaltung eingesteckt ist.
[0018] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine erfindungsgemäße Schlitzantenne verwendet
und durch Variation der Phasenlage der Ansteuerschaltungen wird eine Abstrahlrichtung
der Strahlung gezielt verändert.
[0019] Die Ansteuerschaltung kann Komponenten eines Speisesystems zum Einkoppeln der notwendigen
Ansteuer- oder Speiseleistung beinhalten. Beispielsweise kann ein Speisenetzwerk mit
geeigneten Treibern und Anpassschaltungen Teil der Antriebsschaltung sein. Sofern
die Schlitzantenne auch zum Empfangen von elektromagnetischer Strahlung eingesetzt
wird, kann die Antriebsschaltung auch eine Empfangsschaltung oder Teile davon beinhalten.
[0020] Als ein Kerngedanke der Erfindung kann angesehen werden, die vorhandenen Antennenschlitze
mechanisch zum Unterbringen oder Haltern von Leiterplatten, auf welchen die notwendigen
Ansteuerschaltungen für die Antenne untergebracht sind, zu nutzen.
[0021] Ein erster wesentlicher Vorteil der Erfindung kann darin gesehen werden, dass eine
besonders kompakte, also platzsparende Anordnung verwirklicht wird.
[0022] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die dielektrischen
Eigenschaften des Leiterplattenmaterials effektiv eine Verkleinerung der Antennenschlitze
und damit eine Reduzierung der Wellenlänge bewirken.
[0023] Als Kerngedanke des erfindungsgemäßen Verfahrens kann angesehen werden, im Unterschied
zu bekannten RFID-Verfahren die Abstrahlrichtung des Senders oder des Lesegeräts durch
Variation der Phasendifferenzen zwischen den einzelnen Ansteuerschaltungen gezielt
zu verändern.
[0024] Bei zweckmäßigen Varianten der erfindungsgemäßen Antenne sind in der Antennenkonturplatte
eine Mehrzahl von jeweils paarweise angeordneten Antennenschlitzen vorhanden. Besonders
bevorzugt ist dabei, wenn zwei Paare von quer zueinanderstehenden, insbesondere aufeinander
senkrecht stehenden, Schlitzen vorhanden sind, da dann die Polarisation der Strahlung
durch geeignete Ansteuerung der Schlitze gezielt variiert werden kann. Bei geeigneter
Phasenlage der jeweiligen Ansteuerung der Schlitze kann eine solche Antenne auch zirkular
polarisierte Strahlung aussenden, wodurch die Funktionalität der erfindungsgemäßen
Antenne und des erfindungsgemäßen Verfahrens erheblich erhöht wird.
[0025] Grundsätzlich kann aber bereits eine einfache Schlitzantenne mit zwei kollinearen
Schlitzen ausreichen. Eine solche Antenne sendet bei geeigneter Ansteuerung sogenannte
magnetische Dipolstrahlung aus.
[0026] Bevorzugt sind Ausführungsbeispiele, bei denen mehrere Paare von Antennenschlitzen
in die Antennenkonturplatte eingebracht sind. Beispielsweise kann die Antennenkonturplatte
eine Rechteckanordnung von vier Antennenschlitzen oder eine Kreuzanordnung von ebenfalls
vier Antennenschlitzen aufweisen.
[0027] Bei einer besonders bevorzugten Variante ist innerhalb einer Rechteckanordnung von
vier Antennenschlitzen eine Kreuzanordnung von ebenfalls vier Antennenschlitzen angeordnet.
Die Antennenschlitze können hierbei als ineinander geschachtelt angesehen werden.
Die Orientierung der kreuzförmig angeordneten Antennenschlitze kann dabei zweckmäßig
so gewählt werden, dass die Antennenschlitze im Wesentlichen auf den Diagonalen der
Rechteckanordnung liegen. Diese Schlitzanordnung ermöglicht eine besonders kompakte
Bauweise.
[0028] Zweckmäßig weisen dabei die Ansteuerschaltungen jeweils elektronische Phasenschieber
auf zum definierten Einstellen einer Phasenlage eines Ansteuersignals.
[0029] Das genannte besonders bevorzugte Antennen-Array mit einer Rechteckanordnung und
einer darin liegenden Kreuzanordnung von Antennenschlitzen besteht demnach aus einer
Mehrzahl von Schlitzstrahlern, die jeweils über einen elektronisch einstellbaren Phasenschieber
angesteuert werden. Die Speisung oder der Antrieb der einzelnen Antennenschlitze erfolgt
über eine senkrecht oder quer dazu stehende Leiterplatte. Diese Leiterplatte beinhaltet
die Speisezone des Schlitzstrahlers, ein Anpassungsnetzwerk, den Phasenschieber, Filter,
eine Polarisationsumschaltung und eine geeignete Ansteuerschnittstelle. Dieses Ausführungsbeispiel
zeichnet sich durch eine besonders hohe Funktionalität aus, da durch die zueinander
verkippt angeordneten Antennenschlitze eine Redundanz des Systems erreicht wird. Dies
bedeutet, dass selbst bei Funktionsverlusten einzelner Strahlerelemente kein Totalausfall
eintritt und solche Funktionsverluste durch geeignete Kompensationsmaßnahmen jedenfalls
teilweise ausgeglichen werden können.
[0030] Grundsätzlich kann die nötige Ansteuerleistung von den Ansteuerschaltungen strahlend
in die Antennenkonturplatte eingekoppelt werden. Im Hinblick auf die Platzerfordernisse
sind jedoch die Leiterplatten in einem Umgebungsbereich des jeweiligen Antennenschlitzes
mit der Antennenkonturplatte bevorzugt galvanisch gekoppelt, im einfachsten Fall also
leitend verbunden.
[0031] Prinzipiell können einzelne Antennenschlitze frei bleiben, sofern dort, eventuell
aus Platzgründen, keine Leiterplatte untergebracht werden kann oder dies aus elektrischen
Gründen nicht erwünscht ist. Der Aufbau wird jedoch vereinfacht, wenn in jedem Antennenschlitz
eine Leiterplatte mit einer Ansteuerschaltung eingesteckt ist.
[0032] Eine weitere Vereinfachung wird erreicht, wenn in alle Antennenschlitze jeweils gleiche
Leiterplatten eingesteckt sind. Durch die Verwendung von jeweils gleichen Leiterplatten
mit identischen Ansteuerschaltungen kann in erheblichem Umfang Material gespart werden.
Außerdem ergeben sich erhebliche Vorteile im Hinblick auf die Lagerhaltung und deutliche
Kosteneinsparungen sind möglich.
[0033] Grundsätzlich ist der Einfluss der dielektrischen Eigenschaften des Leiterplattenmaterials
auf die Antennenstrahlung besonders groß, wenn die Antennenschlitze weitgehend durch
die Leiterplatte ausgefüllt werden. Beispielsweise kann die Leiterplatte eine Zunge
aufweisen, welche passgenau in dem jeweiligen Antennenschlitz aufgenommen ist.
[0034] Darüber hinaus ist der genannte Effekt umso größer, je höher die relative Dielektrizitätskonstante
des Leiterplattenmaterials ist. Grundsätzlich können deshalb auch spezielle dielektrische
Werkstoffe zum Einsatz kommen, um die gewünschte Miniaturisierung zu erzielen. Die
vergleichsweise hohen Kosten setzen dem Einsatz solcher Werkstoffe jedoch Grenzen.
[0035] Der erfindungsgemäße Aufbau, bei dem die Leiterplatten in die Antennenschlitze eingeschoben
sind, ist deshalb besonders sparsam, weil das Substrat effizient im Wesentlichen im
Schlitzbereich konzentriert ist.
[0036] Der Einfluss der dielektrischen Eigenschaften des Leiterplattenmaterials kann erhöht
werden, wenn mindestens eine Leiterplatte geringfügig über eine Sendeseite der Antennenkonturplatte
übersteht. Schließlich kann die Wirkung der eingeschobenen Leiterplatten noch weiter
gesteigert werden, wenn überstehende Teile der Leiterplatten mit einer metallischen
Strukturierung versehen sind. Besonders einfach herstellbar ist beispielsweise eine
metallische Strukturierung, die aus quer zur Antennenkonturplatte verlaufenden Leiterbahnabschnitten
auf den überstehenden Teilen der Leiterplatten gebildet ist.
[0037] Die Leiterplatten weisen zweckmäßig im Bereich des Antennenschlitzes eine Kontaktierung
zum Schlitzstrahler auf.
[0038] Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt der erfindungsgemäßen Schlitzantenne kann in
diesem Zusammenhang darin gesehen werden, dass der Ort, an dem die Speise- oder Ansteuerleistung
in die Antennenkonturplatte eingekoppelt wird, besonders gut definiert ist. Im Vergleich
zu Schlitzantennen aus dem Stand der Technik, bei denen beispielsweise Koaxialkabel
angelötet werden, stellt dies einen erheblichen Vorteil dar. Beispielsweise kann die
Kontaktierung zwischen der Antennenkonturplatte und der Leiterplatte durch einen in
Richtung der Antennenkonturplatte immer schmaler werdenden Leiterbahnbereich auf der
Leiterplatte erfolgen. Der Ort des eigentlichen Kontaktbereichs ist dann sehr präzise
definiert.
[0039] Die Speisung des Schlitzes kann demnach präzise und insbesondere reproduzierbar erfolgen.
Dies stellt im Hinblick auf die Anforderungen an die Serienfertigung einen erheblichen
Vorteil dar. Hierbei ist man insbesondere völlig frei in der Wahl der Speisepunkte
und erhält somit einen zusätzlichen Freiheitsgrad, der gezielt eingesetzt und variiert
werden kann.
[0040] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antenne sind
die Leiterplatten an einer der Antennenkonturplatte gegenüberliegenden Seite in eine
Stabilisierungsplatte eingesteckt. Diese Stabilisierungsplatte kann ihrerseits eine
Leiterplatte sein und weitere elektronische oder elektrische Komponenten tragen.
[0041] Weitere Vorteile und Merkmale der erfindungsgemäßen Schlitzantenne und des erfindungsgemäßen
Verfahren werden nachstehend mit Bezug auf die beigefügten schematischen Figuren beschrieben.
Hierin zeigt:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schlitzantenne;
- Fig. 2
- eine Ansicht der Antennenkonturplatte der Antenne aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Teilansicht der Antenne aus Fig. 1; und
- Fig. 4
- eine Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0042] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Antenne 10 wird mit Bezug auf die Figuren
1 bis 3 beschrieben. Einander entsprechende Komponenten sind dort jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
[0043] Die erfindungsgemäße Antenne 10 weist als wesentliche Komponenten eine Antennenkonturplatte
20, eine Mehrzahl von Leitenplatten 50 mit darauf angeordneten Ansteuerschaltungen
40 sowie eine Stabilisierungsplatte 60 auf, welche ebenfalls Elektronikkomponenten
tragen kann.
[0044] Die in Fig. 2 gezeigte Antennenkonturplatte 20 weist zwei jeweils zueinander orthogonal
liegende Antennensysteme auf. Das erste Antennensystem besteht aus einer Rechteckanordnung
von vier Antennenschlitzen 31 und das zweite Schlitzsystem besteht aus vier kreuzförmig
angeordneten Antennenschlitzen 32. Die kreuzförmig angeordneten Antennenschlitze 32
liegen innerhalb des durch die Antennenschlitze 31 gebildeten Rechtecks im Wesentlichen
auf dessen Diagonalen.
[0045] Die Schlitzsysteme liegen demnach ineinander und reduzieren auf diese Weise den Platzbedarf.
Das Problem des Ansteuerns oder des Speisens der Antennenschlitze wird erfindungsgemäß
gelöst durch die in die Antennenschlitze 31, 32 gesteckten Leiterplatten 50.
[0046] Wie in Fig. 3 dargestellt, kann eine von einer Rückseite 22 in die Antennenkonturplatte
20 eingesteckte Leiterplatte 50 auch geringfügig auf einer Sendeseite 24 der Antennenkonturplatte
20 herausragen. Die Wirkung der dielektrischen Eigenschaften des Leiterplattenmaterials
werden hierdurch verstärkt.
[0047] Darüber hinaus kann ein überstehender Teil 54 der Leiterplatte 50, wie ebenfalls
in Fig. 3 schematisch gezeigt, eine metallische Strukturierung 52 aufweisen, welche
eine Feldkonzentration im Antennenschlitz 30 bewirkt und somit eine Miniaturisierung
ermöglicht. In dem in Fig. 3 gezeigten Beispiel besteht die metallische Strukturierung
52 aus quer zur Antennenkonturplatte 20 verlaufenden Leiterbahnabschnitten.
[0048] Durch den in Fig. 1 gezeigten Aufbau werden eine Vielzahl von Vorteilen erreicht.
So sind mit der in Fig. 3 im Detail gezeigten Aufbautechnik auch äußerst dicht beieinander
liegende Antennenschlitze 31, 32 durch die Ansteuerplatinen 50, welche auch die elektronischen
Schaltungen 40 tragen, ansteuerbar.
[0049] Besonders bevorzugt weisen sämtliche Antennenschlitze 31, 32 identische Abmessungen
auf, so dass jeweils einheitliche Speisenetzwerke oder allgemeiner, Leiterplatten
50 mit Ansteuerschaltungen 40, Verwendung finden können.
[0050] Wenn als Basismaterial für die Leiterplatten 50 Werkstoffe mit erhöhten Werten der
relativen Dielektrizitätskonstante verwendet werden, trägt dies zu stärkerer Feldkonzentration
in den Schlitzen und damit zur Miniaturisierung bei. Die Schlitzlänge kann auf diese
Weise reduziert werden.
[0051] Zugleich wird hierdurch eine Verkleinerung der Leiterplatten 50 mit den Ansteuerschaltungen
40 ermöglicht. Auf der der Antennenkonturplatte 20 gegenüberliegenden Seite ist eine
Stabilisierungsplatte 60 angebracht, bei der es sich ebenfalls um eine Leiterplatte
mit weiteren elektrischen und/oder elektronischen Komponenten handeln kann.
[0052] Der in Fig. 1 gezeigte Aufbau mit der rückwärtigen Stabilisierungsplatte 60 zeichnet
sich insgesamt durch eine hervorragende mechanische Stabilität, bei äußerst kompakten
Aufbau, aus. Die quer auf den Platinen oder Stanzteilen sitzenden Leiterplatten 50
mit den Ansteuerschaltungen 40 können passive und aktive Bauelemente aufnehmen.
[0053] Gleichzeitig dienen diese Ansteuerschaltungen 40 zur Speisung und zur Verbindung
der Antennen über galvanische Kopplung, im einfachsten Fall also über eine einfache
leitende Verbindung. Im Vergleich zu strahlungsgekoppelten Schlitzantennen wird hierbei
weniger Platz benötigt.
[0054] Besonders vorteilhaft ist außerdem, wenn die Ansteuerschaltungen 40 jeweils elektronische
Phasenschieber aufweisen, da dann die Strahlkeule und/oder die Richtcharakteristik
der Antenne nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gezielt verändert werden kann.
[0055] Dies wird näher mit Bezug auf Fig. 4 erläutert. Dort ist ein RFID-Lesegerät 80 dargestellt,
welches eine erfindungsgemäße Schlitzantenne der in Fig. 3 gezeigten Art aufweist.
Mit den Bezugszeichen 13, 14, 15 sind einzelne RFID-TAGs an unterschiedlichen Ortspositionen
bezeichnet. Bei normal ausgerichtetem Strahl, gekennzeichnet durch das Bezugszeichen
11, wird TAG 13 angesprochen, wohingegen bei den ausgelenkten Strahlrichtungen 12,
16 die TAGs 14 bzw. 15 angesprochen werden. Die Änderung der Richtcharakteristik der
erfindungsgemäßen Antenne erfolgt dabei durch gezielte Einstellung der Phasenschieber
in den Ansteuerschaltungen 40 der jeweiligen Antennenschlitze 31, 32.
[0056] Hierdurch ergeben sich neue Anwendungen. Beispielsweise kann ein einzelnes TAG mit
Hilfe der erfindungsgemäßen Antenne verfolgt werden. Darüber hinaus können einzelne
TAGs gezielt angesprochen und ausgelesen werden. Eine Ortung mit mehreren Lesegeräten
gleichzeitig ist möglich. Aufgrund der gut definierten Richtcharakteristik der Antenne
können weiterhin bestimmte Raumwinkelbereiche gezielt unterdrückt werden. Dies dient
der eingangs beschriebenen Störunterdrückung.
[0057] Mehrere Lesegeräte können zu einem komplexen Gesamtsystem vernetzt werden und es
können Lesegeräte mit hoher Richtschärfe und Reichweite verwirklicht werden. Diese
besitzen dann durch eine virtuell größere Apertur eine erhöhte Ortsauflösung bei der
Ortung. Sowohl Nah- als auch Fernbereichserkennung kann dadurch realisiert werden.
[0058] Durch die vorliegende Erfindung wird somit ein miniaturisierbares Schlitzantennensystem,
insbesondere zur Anwendung in RFID-Lesegeräten bereitgestellt. Solche Lesegeräte arbeiten
besonders bevorzugt im Mikrowellenbereich, beispielsweise bei 2,5 GHz.
[0059] Wesentlicher Kerngedanke des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, eine Antennenrichtcharakteristik
gezielt zu schwenken. Mit dem Einsatz der erfindungsgemäßen Schlitzantennen wird ein
leistungsstarkes und kompaktes Antennensystem bereitgestellt, durch welches darüber
hinaus Kosten gespart werden können und welches im Hinblick auf die Aufbau- und Verbindungstechnik
besonders günstig ist. Unter der Kompaktheit der Antenne werden insbesondere auch
deren reduzierte Abmessungen verstanden. Im Vergleich zu den auf dem Markt befindlichen
Systemen, die deutlich größer sind als die hier beschriebenen Schlitzantennen, kann
dadurch ein erheblicher Vorteil erreicht werden. Durch die Möglichkeit des Strahlschwenkens,
also einer elektrisch veränderbaren Richtcharakteristik der Antennenkonstruktion,
kann die Dichte der Lesegeräte erhöht werden, ohne dass sich die Lesegeräte gegenseitig
stören.
[0060] Potentielle Störeinflüsse, wie beispielsweise Mikrowellenheizgeräte, können ebenfalls
dadurch ausgeblendet werden. Weiterhin können physikalische Beeinträchtigungen durch
die unmittelbare Umgebung und die jeweils vorliegenden Randbedingungen ausgeglichen
und kompensiert werden. Daraus abgeleitet ergibt sich auch die Möglichkeit einer Verfolgung
eines Datenträgers.
[0061] Vorteilhafterweise können die bei der Funkausbreitung unvermeidbaren Nullstellen,
aufgrund stehender Wellen, mittels Frequenzwechsel oder "frequency-hopping" und/oder
durch das Schwenken des Strahls eliminiert werden. Zur Regulierung der Reichweite
kann zweckmäßig eine Regelung der abgestrahlten Sendeleistung, sowie ebenso eine Variation
der Empfindlichkeit mit Hilfe von rauscharmen Vorverstärkern vorgenommen werden.
[0062] Mit der erfindungsgemäßen Schlitzantenne können deshalb in vorteilhafter Weise sogenannte
"phased-array-Antennen" verwirklicht werden. Mit solchen Antennen kann ein äußerst
rasches Verschwenken des Strahls und außerdem eine sehr flexible Anpassung der Antennencharakteristik
realisiert werden.
[0063] Anwendungen der Erfindung können sich neben Lesesystemen, Datenträgern, allgemeinen
Funkverbindungen, Radarsensoren und Ortungssystemen auch im Bereich der Zutrittserkennung
bei Gebäuden ergeben.
[0064] Durch die Erfindung wird demnach insgesamt ein kompaktes intelligentes Antennensystem
mit den Möglichkeiten der Polarisationsumschaltung und der Strahlschwenkung bereitgestellt.
1. Schlitzantenne
mit einer Antennenkonturplatte (20) mit einer Mehrzahl von Antennenschlitzen (30)
und
mit mindestens einer Ansteuerschaltung (40) zum Anregen der Antennenkonturplatte (20)
zum Aussenden und/oder zum Empfangen von elektromagnetischer Strahlung,
dadurch gekennzeichnet,
dass in mindestens einen Antennenschlitz (30) der Antennenkonturplatte (20) eine Leiterplatte
(50) mit einer Ansteuerschaltung (40) eingesteckt ist.
2. Schlitzantenne nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenkonturplatte (20) eine Rechteckanordnung von vier Antennenschlitzen (31)
aufweist.
3. Schlitzantenne nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenkonturplatte (20) eine Kreuzanordnung von vier Antennenschlitzen (32)
aufweist.
4. Schlitzantenne nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kreuzanordnung von Antennenschlitzen (32 ) innerhalb der Rechteckanordnung von
Antennenschlitzen (31) angeordnet ist.
5. Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in jeden Antennenschlitz (30) eine Leiterplatte (50) mit einer Ansteuerschaltung
(40) eingesteckt ist.
6. Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass in alle Antennenschlitze (30) gleiche Leiterplatten (50) eingesteckt sind.
7. Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiterplatten (50) in einem Umgebungsbereich des jeweiligen Antennenschlitzes
(30) mit der Antennenkonturplatte (20) galvanisch gekoppelt sind.
8. Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Leiterplatte geringfügig über eine Sendeseite (24) der Antennenkonturplatte
(20) übersteht.
9. Schlitzantenne nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein überstehender Teil (54) der Leiterplatte (50) mit einer metallischen Strukturierung
(52) versehen ist.
10. Schlitzantenne nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass als metallische Strukturierung (52) quer zur Antennenkonturplatte (20) verlaufende
Leiterbahnabschnitte (52) auf den überstehenden Teilen (54) der Leiterplatten (50)
gebildet sind.
11. Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiterplatten (50) an einer der Antennenkonturplatte (20) gegenüberliegenden
Seite (22) in eine Stabilisierungsplatte (60) eingesteckt sind.
12. Verfahren zum Betrieb einer Schlitzantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei
die Schlitzantenne eine Mehrzahl von Ansteuerschaltungen (40) aufweist, bei dem durch
Variation von Phasenlagen der einzelnen Ansteuerschaltungen eine Abstrahlrichtung
der Strahlung gezielt verändert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch geeignete Wahl der Phasenlage der einzelnen Ansteuerschaltungen 40 die Schlitzantenne
zum Abstrahlen von zirkular polarisierter Strahlung angeregt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ansteuerschaltungen (40) jeweils elektronische Phasenschieber aufweisen und
dass die Strahlkeule und/oder die Richtcharakteristik der Schlitzantenne mit den elektronischen
Phasenschiebern gezielt verändert wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass Nullstellen aufgrund stehender Wellen mittels Frequenzwechsel oder "frequency-hopping"
und/oder durch Schwenken des Strahls eliminiert werden.
1. Slot antenna
comprising an antenna contour board (20) having a plurality of antenna slots (30)
and
at least one control circuit (40) for stimulating the antenna contour board (20) to
transmit and/or receive electromagnetic radiation,
characterized in that
in at least one antenna slot (30) of said antenna contour board (20) there is inserted
a circuit board (50) carrying a control circuit (40).
2. Slot antenna according to claim 1,
characterized in that
said antenna contour board (20) includes a rectangular array of four antenna slots
(31).
3. Slot antenna according to claim 1 or claim 2,
characterized in that
said antenna contour board (20) includes a cross-wise array of four antenna slots
(32).
4. Slot antenna according to claim 3,
characterized in that
said cross-wise array of antenna slots (32) is arranged within said rectangular array
of antenna slots (31).
5. Slot antenna according to any one of claims 1 to 4,
characterized in that
a circuit board (50) carrying a control circuit (40) is inserted in each antenna slot
(30).
6. Slot antenna according to any one of claims 1 to 5,
characterized in that
identical circuit boards (50) are inserted in all of the antenna slots (30).
7. Slot antenna according to any one of claims 1 to 6,
characterized in that
said circuit boards (50) are galvanically coupled to said antenna contour board (20)
in a region surrounding the respective antenna slot (30).
8. Slot antenna according to any one of claims 1 to 7,
characterized in that
at least one circuit board projects slightly beyond said antenna contour board (20)
on its transmitting side (24).
9. Slot antenna according to claim 8,
characterized in that
a protruding portion (54) of said circuit board (50) is provided with a metallic structurization
(52).
10. Slot antenna according to claim 9,
characterized in that
said metallic structurization (52) is in the form of conductor track portions (52)
extending transversely to said antenna contour board (20) on the protruding portion
(54) of said circuit boards (50).
11. Slot antenna according to any one of claims 1 to 10,
characterized in that
said circuit boards (50) are inserted in a stabilizing board (60) on a side (22) opposite
to said antenna contour board (20).
12. Method for the operation of a slot antenna according to any one of claims 1 to 11,
wherein the slot antenna has a plurality of control circuits (40),
in which an emitting direction of the radiation is selectively altered by varying
the phase relationship of the individual control circuits.
13. Method according to claim 12,
characterized in that
suitable selection of the phase relationship of the individual control circuits (40)
stimulates said slot antenna to radiate circularly polarized radiation.
14. Method according to claim 12 or claim 13,
characterized in that
the control circuits (40), in each case, comprise electronic phase shifters and the
beam lobe and/or the directional characteristic of the slot antenna is selectively
varied by the electronic phase shifters.
15. Method according to any one of claims 12 to 14,
characterized in that
zero points occurring due to standing waves are eliminated by a change of frequency
or "frequency hopping" and/or pivoting the beam.
1. Antenne à fentes
avec une plaque (20) de contour d'antenne comprenant une pluralité de fentes (30)
d'antenne et
avec au moins un circuit de commande (40) pour exciter la plaque (20) de contour d'antenne
afin d'émettre et/ou de recevoir un rayonnement électromagnétique, caractérisée en ce que
dans au moins une fente (30) d'antenne de la plaque (20) de contour d'antenne est
inséré un circuit imprimé (50) avec un circuit de commande (40).
2. Antenne à fentes selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
la plaque (20) de contour d'antenne présente un agencement rectangulaire de quatre
fentes (31) d'antenne.
3. Antenne à fentes selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
la plaque (20) de contour d'antenne présente un agencement cruciforme de quatre fentes
(32) d'antenne.
4. Antenne à fentes selon la revendication 3,
caractérisée en ce que
l'agencement cruciforme de fentes (32) d'antenne est placé à l'intérieur de l'agencement
rectangulaire de fentes (31) d'antenne.
5. Antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que
dans chaque fente (30) d'antenne est inséré un circuit imprimé (50) avec un circuit
de commande (40).
6. Antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que
des circuits imprimés (50) identiques sont insérés dans toutes les fentes (30) d'antenne.
7. Antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisée en ce que
les circuits imprimés (50) sont couplés galvaniquement à la plaque (20) de contour
d'antenne dans une zone de voisinage de la fente (30) d'antenne respective.
8. Antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisée en ce qu'
au moins un circuit imprimé dépasse légèrement par rapport à un côté d'émission (24)
de la plaque (20) de contour d'antenne.
9. Antenne à fentes selon la revendication 8,
caractérisée en ce qu'
une partie en saillie (54) du circuit imprimé (50) est munie d'une structuration métallique
(52).
10. Antenne à fentes selon la revendication 9,
caractérisée en ce que,
en tant que structuration métallique (52), des sections (52) de piste conductrice
s'étendant transversalement à la plaque (20) de contour d'antenne sont formées sur
les parties saillantes (54) des circuits imprimés (50).
11. Antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications 1 à 10,
caractérisée en ce que
les circuits imprimés (50) sont insérés dans une plaque de stabilisation (60) sur
une face (22) opposée à la plaque (20) de contour d'antenne.
12. Procédé d'exploitation d'une antenne à fentes selon l'une quelconque des revendications
1 à 11,
dans lequel l'antenne à fentes comprend une pluralité de circuits de commande (40),
une direction d'émission du rayonnement étant modifiée de manière ciblée en faisant
varier des positions de phase des différents circuits de commande.
13. Procédé selon la revendication 12,
caractérisé en ce que,
par un choix approprié de la position de phase des différents circuits de commande
(40), l'antenne à fentes est excitée pour émettre un rayonnement polarisé circulairement.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13,
caractérisée
en ce que les circuits de commande (40) présentent chacun des décaleurs électroniques de phase,
et
en ce que le lobe d'émission et/ou la caractéristique directionnelle de l'antenne à fentes
est(sont) modifié(s) de manière ciblée avec les décaleurs électroniques de phase.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 14,
caractérisé en ce que
les zéros résultant d'ondes stationnaires sont éliminés par changement de fréquence
ou "saut de fréquence" et/ou par pivotement du rayon.