[0001] Die Erfindung betrifft ein Streckwerk zum Verziehen eines Faserverbandes aus Stapelfasern
mit einer antreibbaren Unterwalze, wobei der Unterwalze eine Druckwalze zugeordnet
ist, die mit der Unterwalze eine Klemmlinie bildet und wobei vor und nach der Klemmlinie
wenigstens ein mechanisches Mittel zum Umlenken des Faserverbandes vorgesehen ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Verdichtereinheit für ein einen Faserverband aus
Stapelfasern verziehendes Streckwerk mit wenigstens einer konkaven zylindermantelförmigen
Auflagefläche für eine Unterwalze des Streckwerks und mit wenigstens zwei mechanischen
Mitteln zum Umlenken eines im Streckwerk verarbeiteten Faserverbandes.
[0003] Ein Streckwerk der eingangs genannten Art ist durch die
DE 103 46 258 A1 Stand der Technik. Bei der bekannten Ausführung ist ein Verdichterbauteil vorgesehen,
das mehrere Mittel zum Umlenken des Faserverbandes aufweist. Das Verdichterbauteil
sitzt mit einer konkaven zylindermantelförmigen Auflagefläche auf der Lieferwalze
des Streckwerks. Das Verdichterbauteil enthält zangenartige Halteteile, die auf die
Lieferwalze aufgeklipst sind, so dass das Verdichterbauteil auf der Lieferwalze reitet.
Beim Abheben der Oberwalzen von der Lieferwalze durch Aufschwenken des Belastungsträgers,
beispielsweise zum Beheben eines Fadenbruches, verbleibt das Verdichterbauteil auf
der Lieferwalze. Der Faserverband muss manuell in die als Leitwände ausgebildeten
Mittel zum Umlenken eingelegt werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Streckwerk der eingangs genannten Art
zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Mittel zum Umlenken des Faserverbandes
an der Druckwalze befestigt sind. Die Aufgabe wird bei der Verdichtereinheit dadurch
gelöst, dass die Verdichtereinheit eine Aufnahme für einen Teil einer Druckwalze des
Streckwerks sowie wenigstens ein im Wesentlichen zur Mitte der zylindermantelförmigen
Auflagefläche wirkendes Belastungsmittel enthält.
[0006] Die Verdichtereinheit mit den Mitteln zum Umlenken des Faserverbandes kann durch
die Befestigung an der Druckwalze, insbesondere an der Achse der Druckwalze, beim
Abheben der Druckwalze von der Unterwalze, beispielsweise bei der Behebung eines Fadenbruchs,
zusammen mit der Druckwalze abgehoben werden. Der Weg des Faserverbandes wird dadurch
frei zugänglich und kann gegebenenfalls leicht gereinigt werden. Beim Aufsetzen der
Druckwalze setzt sich die Verdichtereinheit mit den Mitteln zum Umlenken des Faserverbandes
von oben auf den Faserverband. Der Faserverband fädelt sich von selbst in die Mittel
zum Umlenken ein. Die Mittel zum Umlenken des Faserverbandes können bevorzugt durch
Leitwände gebildet werden, die beispielsweise eine gekrümmte Oberfläche aufweisen
oder auch schräg zum Faserverband angeordnet sind. Die Leitwände können auch trichterförmig
angeordnet sein, um den Faserverband bei der Umlenkung zu verdichten.
[0007] Der Unterwalze des Streckwerks sind bevorzugt zwei Druckwalzen zugeordnet, die mit
der Unterwalze zwei aufeinanderfolgende Klemmlinien bilden. An der ersten Klemmlinie
liegt der fertig verzogene Faserverband vor. In einer der der ersten Klemmlinie nachfolgenden
Verdichtungszone wird der Faserverband durch ein mechanisches Mittel zum Umlenken
verdichtet und kompaktiert. Die Verdichtungszone wird durch die zweite Klemmlinie
begrenzt. Neben dem Mittel zum Umlenken des Faserverbandes in der Verdichtungszone
enthält die Verdichtereinheit ein weiteres Mittel zum Umlenken, das der ersten Klemmlinie
vorgeordnet ist. Das der ersten Klemmlinie vorgeordnete Mittel zum Umlenken befindet
sich in der Hauptverzugszone des Streckwerks und kann den Faserverband aus der gedachten
kürzesten Verbindungslinie zwischen einem Riemchenpaar und der ersten Klemmlinie quer
zur Transportrichtung auslenken. Die Auslenkung der Faserverbandes aus der Streckfeldebene
bewirkt eine verbesserte Führung des Faserverbandes nach dem Riemchenpaar und vor
der Klemmlinie, die die Verzugzone des Streckwerks beendet. Die Führung der Stapelfasern
des Faserverbandes während des Hauptverzuges wird dadurch verbessert. Bevorzugt grenzen
die Leitwände oder die Führungsflächen der Mittel zum Umlenken direkt an die konkav
gewölbte zylindermantelförmige Auflagefläche der Verdichtereinheit. Die Umfangsfläche
der Unterwalze bildet dadurch ein Transportmittel zum Unterstützen des Faserverbandes,
was insbesondere in der Verdichtungszone wichtig sein kann. Beim Aufsetzen der Verdichtereinheit
auf die Unterwalze fädelt sich der Faserverband praktisch von selbst zwischen die
Führungsflächen ein.
[0008] Das Mittel zum Umlenken des Faserverbandes in der Hauptverzugszone kann bevorzugt
eine konvexe Führungsfläche enthalten, die den Faserverband aus der Streckfeldebene
nach unten hin auslenkt, so dass die konvexe Führungsfläche teilweise von dem Faserverband
umschlungen wird. Zur Verbesserung der Verdichtungswirkung kann das Mittel zum Umlenken
des Faserverbandes in der Hauptverzugszone bereits so gestaltet sein, dass hier schon
eine Verringerung der Breite des Faserverbandes realisiert wird. Dies kann beispielsweise
dadurch geschehen, dass eine U- oder V-förmige Rille vorgesehen ist, an deren Grund
die konvexe Führungsfläche angeordnet ist. Die konvexe Führungsfläche ist so gestaltet,
dass sie bei einem Längsschnitt durch die Rille, also einem Schnitt senkrecht zur
Mittellinie der zylindermantelförmigen Auflagefläche, erkennbar wird.
[0009] In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass die Verdichtereinheit mit
ihrer Aufnahme für ein Teil der Druckwalze so gestaltet ist, dass die Verdichtereinheit
in axialer Richtung der Druckwalze beweglich ist. Die an der Verdichtereinheit angeordneten
Mittel zum Umlenken des Faserverbandes sind dadurch in Richtung der Achse der Druckwalze
beweglich, so dass sie einer Changierung des Faserverbandes quer zu seiner Transportrichtung
folgen können. Durch eine Changierung des Faserverbandes im Streckwerk kann die Lebensdauer
der elastischen Bezüge der Druckwalzen erhöht werden.
[0010] Damit die Verdichtereinheit mit ihrer zylindermantelförmigen Auflagefläche gut auf
der Unterwalze des Streckwerks aufsitzt enthält die Verdichtereinheit ein im Wesentlichen
zur Mitte der zylindermantelförmigen Auflagefläche wirkendes Belastungsmittel. Dieses
Belastungsmittel kann beispielsweise als Magnet ausgebildet sein, der eine Anziehungskraft
auf die aus Stahl bestehende Unterwalze ausübt. In bevorzugter Ausgestaltung kann
das Belastungsmittel als Druckfeder ausgebildet sein. Die Druckfeder kann in Form
einer Schraubenfeder, Blattfeder oder Schenkelfeder ausgebidet sein und ist zwischen
einem Teil der Druckwalze und den Mitteln zum Umlenken angeordnet. Bevorzugt stützt
sich die Druckfeder an der nicht rotierenden Achse der Druckwalze ab und belastet
die zylindermantelförmigen Auflageflächen gegen die Umfangsfläche der Unterwalze.
[0011] In bevorzugter Ausgestaltung ist jedem Mittel zum Umlenken des Faserverbandes eine
eigene konkave zylindermantelförmige Auflagefläche zugeordnet, die sich an jeweils
einer Leiste befindet. Eine erste Leiste mit Mitteln zum Umlenken des Faserverbandes
ist vor der ersten Klemmlinie angeordnet und eine zweite Leiste mit Mitteln zum Umlenken
ist der ersten Klemmlinie nachgeordnet. Eine Leiste kann leicht beweglich in der Verdichtereinheit
angeordnet sein, so dass sich die konkave zylindermantelförmige Auflagefläche beim
Aufsetzen auf die Unterwalze in geringem Maße ausrichten kann und sich optimal auf
die Umfangsfläche aufsetzt. Alternativ können die Leisten auch fest in der Verdichtereinheit
angebracht sein. Die Verdichtereinheit enthält neben den beiden Leisten bevorzugt
zwei Rahmenteile, die neben dem Bezug der Druckwalze angeordnet sind und die die Leisten
mit den Mitteln zum Umlenken aufnehmen. In dem Rahmenteil ist die Aufnahme für die
Achse der Druckwalze und das Belastungsmittel angeordnet. Die Aufnahme für die Achse
der Druckwalze stützt sich an der Achse ab, so dass verhindert wird, dass die Verdichtereinheit
durch die Rotationsbewegung der Unterwalze mitgenommen wird. Es ist vorteilhaft, wenn
die Verdichtereinheit mit den beiden zylindermantelförmigen Auflageflächen im Wesentlichen
symmetrisch zum Befestigungsmittel gestaltelt ist, so dass sich die Druckkraft gleichmäßig
verteilt.
[0012] Weiter Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einiger Ausführungsbeispiele.
[0013] Es zeigen:
Figur 1 eine vergrößerte und teilweise geschnittene Seitenansicht auf ein Streckwerk
mit einer Verdichtereinheit,
Figur 2 zeigt eine Ansicht der Verdichtereinheit in Richtung des Pfeiles II der Figur
1,
Figur 3 eine Ansicht ähnlich Figur 1 auf eine Variante einer Verdichtungseinheit.
[0014] Das in Figur 1 nur teilweise dargestellte Streckwerk 1 besteht im Wesentlichen aus
antreibbaren Unterwalzen denen andrückbare Druckwalzen zugeordnet sind und die einen
Faserverband 2 aus Stapelfasern in Transportrichtung A auf die gewünschte Feinheit
verziehen. Es ist lediglich ein Walzenpaar 3, 4 dargestellt, das aus der Unterwalze
3 und der Druckwalze 4 besteht. Vor dem Walzenpaar 3, 4 ist ein Riemchenwalzenpaar
angeordnet, von dem lediglich das Riemchenpaar 5, 6 bestehend aus den Führungsriemchen
5 und 6 angedeutet ist. Die Führungsriemchen 5 und 6 dienen in an sich bekannter Weise
der Führung des Faserverbandes 2. Nach der Hauptverzugszone des Streckwerks 1 an der
Klemmlinie 7 zwischen der Unterwalze 3 und der Druckwalze 4 ist der Verzug des Faserverbandes
2 beendet. Der fertig verzogene Faserverband 2 durchläuft anschließend eine Verdichtungszone
8, in der er verdichtet und kompaktiert wird. Die Verdichtungszone 8 wird auslaufseitig
durch eine Klemmlinie 9 begrenzt, die von einer zweiten, der Unterwalze 3 zugeordneten
Druckwalze 10 gebildet wird. Im Anschluss an die Klemmlinie 9 kann dem Faserverband
6 seine Drehung erteilt werden, so dass der fertige Faden 11 entsteht.
[0015] Das Streckwerk 1 kann Teil einer Spinnmaschine sein, in der dem Faden 11 seine Drehung
beispielsweise durch eine Luftdüse oder eine Ringspindel erteilt wird. Im Falle einer
Ringspinnmaschine ist eine Vielzahl von Streckwerken 1 nebeneinander angeordnet und
die Unterwalze 3 ist als in Maschinenlängsrichtung durchlaufender Unterzylinder ausgebildet.
Die Druckwalzen 4 und 10 von zwei benachbarten Streckwerken können in bekannter Weise
jeweils mit einer gemeinsamen Achse 12 als Druckwalzenzwilling ausgebildet sein. Die
Druckwalze 4 ist zusammen mit den übrigen nicht dargestellten Druckwalzen des Streckwerks
1 an einem aufschwenkbaren Belastungsträger 13 befestigt. Der Belastungsträger 13
ist lediglich schematisch angedeutet und kann um eine nicht dargestellte Schwenkachse
nach oben aufgeschwenkt werden, so dass sich die Druckwalzen 4, 10 von der Unterwalze
3 abheben. Ein Abheben der Druckwalzen 4, 10 ist zur Beseitigen von Betriebsstörungen
im Streckwerk 1 von Zeit zu Zeit erforderlich. Die Druckwalze 10 kann in nicht dargestellter
Weise mit einem Grundkörper an der Druckwalze 4 befestigt sein, so dass die Druckwalzen
4 und 10 ein Druckwalzenaggregat bilden. Alternativ kann die Druckwalze 10 auch direkt
am Belastungsträger 13 befestigt sein.
[0016] An der Druckwalze 4 ist eine Verdichtereinheit 14 befestigt, die zwei mechanische
Mittel 15 und 16 zum Umlenken des Faserverbandes enthält. Die Mittel 15 und 16 zum
Umlenken des Faserverbandes 2 sind voneinander in Transportrichtung A beabstandet.
Das erste Mittel 15 zum Umlenken ist vor der Klemmlinie 7 und das zweite Mittel 16
zum Umlenken ist nach der Klemmlinie 7 angeordnet. Jedem Mittel 15 bzw. 16 zum Umlenken
ist eine konkave zylindermantelförmige Auflagefläche 17 bzw. 18 zugeordnet, mit der
die Verdichtereinheit 14 auf der Umfangsfläche 19 Unterwalze 3 des Streckwerks 1 aufliegt.
Die Verdichtereinheit 14 enthält eine Aufnahme 20 für die Achse 12 der Druckwalze
4. Die Verdichtereinheit 14 enthält außerdem Belastungsmittel 21, die im Wesentlichen
zur Mitte der zylindermantelförmigen Auflageflächen 17, 18 wirken und die Verdichtereinheit
14 an die Unterwalze 3 andrücken.
[0017] Die Mittel 15, 16 zum Umlenken des Faserverbandes 2 sind in Form von tunnelförmigen
Verdichtungskanälen 22, 23 gestaltet, die zur zylindermantelförmigen Auflagefläche
17, 18 offen sind. Beim Aufsetzen der Druckwalze 4 mit der Verdichtereinheit 14 auf
die Unterwalze 3 kann sich der Faserverband 2 von alleine in die Verdichtungskanäle
22 und 23 einfädeln. Die Umfangsfläche 19 der Unterwalze 3 bildet ein Transportmittel,
das den Faserverband 2 im Bereich der Mittel 15, 16 zum Umlenken unterstützt und transportiert.
Insbesondere in der Verdichtungszone 8, in der der Faserverband 2 sehr dünn und empfindlich
ist, ist diese Transportwirkung der Umfangsfläche 19 der Unterwalze 3 wichtig, damit
der verdichtete Faserverband 2 die Klemmlinie 9 unbeschadet erreicht. Der Faserverband
2 liegt zwischen den Klemmlinien 7 und 9 ständig auf der Umfangsfläche 19 auf und
wird nicht von der Unterwalze 3 abgehoben. Es kann vorteilhaft sein, dass die tunnelförmigen
Verdichtungskanäle 22 und 23 in Form von im Wesentlichen U- oder V-förmigen Rillen
ausgeführt sind, die ihren freien Querschnitt in Transportrichtung A verringern.
[0018] Die Mittel zum Umlenken 15 in der Hauptverzugszone des Streckwerks 1 führen den Faserverband
2, wenn er das Riemchenpaar 5, 6 verlassen hat. Das Mittel 15 zum Umlenken enthält
bevorzugt eine Führungsfläche 24, die in der in Figur 1 dargestellten Ansicht, also
bei einem Schnitt - senkrecht zur Mittellinie der zylindermantelförmigen Auflagefläche
17 - durch den Verdichtungskanal 22 eine konvexe Kontur aufweist. Die konvexe Führungsfläche
24 lenkt den Faserverband 2 aus der gedachten kürzesten Verbindungslinie zwischen
dem Riemchenpaar 5, 6 und der Klemmlinie 7 aus. Die Auslenkung des Faserverbandes
2 aus der Streckfeldebene durch die konvexe Führungsfläche 24 und die sich daraus
ergebende Umschlingung der Führungsfläche 24 bewirkt eine Verbesserung des fertig
verzogenen Faserverbandes.
[0019] Das Belastungsmittel 21 für die Verdichtereinheit 14 ist als Druckfeder in Form einer
Schraubenfeder 25 ausgebildet. Der Schraubendruckfeder 25 ist eine sich an der Achse
12 abstützende Fläche 26 zugeordnet. Die Druckfeder 25 erzeugt eine Kraft, die die
Verdichtereinheit 14 gegen die Unterwalze 3 drückt. Die Druckfeder 25 ist in einem
Rahmenteil 27 der Verdichtereinheit 14 angeordnet. Das Rahmenteil 27 enthält auch
die Aufnahme 20 für die Achse 12 der Druckwalze 4. Die Aufnahme 20 ist so ausgestaltet,
dass die Verdichtereinheit 14 mit leichtem Spiel an der Druckwalze 4 gehalten ist.
Damit die Verdichtereinheit 14 beim Abheben der Druckwalze 4 nicht herausfällt kann
der Aufnahme 20 ein Halteklips 28 zugeordnet sein, der verhindert, dass die Aufnahme
20 von der Achse 12 rutscht, wenn die zylindermantelförmigen Auflageflächen 17,18
nicht mehr auf der Unterwalze 3 aufliegen. Bevorzugt ist das Rahmenteil 27 aus Kunststoff
hergestellt, so dass sich der Halteklips 28 einfach integrieren lässt. Für die Druckfeder
25 ist in dem Rahmenteil 27 eine taschenförmige Aussparung 29 vorgesehen. Die Verdichtereinheit
14 ist im Wesentlichen symmetrisch zur Kraftrichtung des Belastungsmittels 21 gestaltet,
so dass sich die Kraft der Druckfeder 25 gleichmäßig auf die beiden zylindermantelförmigen
Auflageflächen 17 und 18 verteilt.
[0020] Die Mittel 15 und 16 zum Umlenken des Faserverbandes 2 sind in jeweils einer Leiste
30 und 31 angeordnet. Die Leisten 30, 31 sind mit dem Rahmenteil 27 der Verdichtereinheit
14 verbunden. Die Leisten 30, 31 sind bevorzugt aus einem keramischen Werkstoff hergestellt
und beweglich in der Verdichtereinheit 14 angeordnet. Jede Leiste 30, 31 enthält eine
zylindermantelförmige Auflagefläche 17, 18. Durch die bewegliche Anordnung der Leisten
30 und 31 am Rahmenteil 27 sind auch die zylindermantelförmigen Auflageflächen 17
und 18 zur Verdichtereinheit 14 beweglich. Dies hat den Vorteil, dass sich die zylindermantelförmigen
Auflageflächen 17, 18 beim Aufsetzen der Verdichtereinheit 14 auf die Unterwalze 3
exakt an die Umfangsfläche 19 anlegen. Bei der Herstellung muss dadurch lediglich
auf eine hohe Genauigkeit einer zylindermantelförmigen Auflagefläche 17 bzw. 18 an
sich geachtet werden. Die Positionierung der zylindermantelförmigen Auflagefläche
17 in Bezug auf die zylindermantelförmige Auflagefläche 18 muss an der Verdichtereinheit
14 nicht exakt sichergestellt sein, da sich die beiden zylindermantelförmigen Auflageflächen
17 und 18 beim Aufsetzen auf die Umfangsfläche 19 automatisch ausrichten. Die Leisten
30 und 31 weisen bevorzugt Zapfen 32 auf, mit denen sie in das Rahmenteil 27 einklipsbar
sind.
[0021] In Figur 2 ist die Druckwalze 4 mit der Verdichtereinheit 14 in Blickrichtung der
Transportrichtung A des Faserverbandes 2 dargestellt. Auf der Achse 12 der Druckwalze
4 ist eine Mantelhülse 33 drehbar gelagert. Auf der Mantelhülse 33 ist ein Bezug 34
aus einem elastischen Material befestigt. Die Achse 12 ist feststehend an dem Belastungsträger
13 angebracht und kann noch eine weitere nicht dargestellte Mantelhülse enthalten,
wenn die Druckwalze 4 als Druckwalzenzwilling gestaltet ist. Die Achse 12 überragt
die Mantelhülse 33 auf beiden Seiten. Auf jeder Seite der Mantelhülse 33 ist ein Rahmenteil
27 der Verdichtereinheit 14 angebracht. Zwischen den beiden Rahmenteilen 27 wird die
Leiste 30 - und analog auch die dahinterliegende Leiste 31 - mit Hilfe der Zapfen
32 gehalten.
[0022] Zwischen den Rahmenteilen 27 und der Mantelhülse 33 ist ein Zwischenraum 35 vorgesehen,
der es ermöglicht, dass die Verdichtereinheit 14 in axialer Richtung der Druckwalze
4 verschiebbar ist. Die Mittel 15, 16 zum Umlenken des Faserverbandes 2 können dadurch
einer Changierung des Faserverbandes 2 in Richtung des Doppelpfeiles B folgen. Eine
Changierung B im Streckwerk 1 ist vorteilhaft, da die Lebensdauer des elastischen
Bezuges 34 der Druckwalze 4 dadurch erhöht wird. Der Faserverband 2 in der Hauptverzugszone
vor der Klemmlinie 7 steht unter einer relativ hohen Zugspannung, die durch die Verzugskräfte
bewirkt wird. Der unter Spannung durch den Verdichtungskanal 22 verlaufende Faserverband
2 liegt bei seiner Changierbewegung B seitlich an den Leitwänden 151 der Mittel 15
zum Umlenken an und zieht die Verdichtereinheit 14 mit. Die Verdichtereinheit 14 braucht
nicht mit einem Changierantrieb verbunden zu werden.
[0023] Alternativ zu der in Figur 2 dargestellten Variante, bei der die Aufnahme 20 auf
der Achse 12 der Druckwalze 4 sitzt, kann in nicht dargestellter Ausgestaltung auch
vorgesehen sein, dass eine Aufnahme für die Mantelhülse 33 vorgesehen ist. Die Mantelhülse
33 kann etwas länger gewählt werden, so dass sie um einen größeren Betrag über den
Bezug 34 hinaussteht. Die Aufnahme 20 muss lediglich an den größeren Durchmesser der
Mantelhülse 33 angepasst werden. Ansonsten kann die Verdichtereinheit 14 im Wesentlichen
unverändert bleiben. Eine Verdichtereinheit 14 mit einer Aufnahme für die Mantelhülse
33 hat den Vorteil, dass die Achse 12 der Druckwalze 4 nicht auf beiden Seiten der
Mantelhülse 33 herausstehen muss. Es kann dadurch eine handelsübliche Druckwalze verwendet
werden.
[0024] In Figur 3 ist eine Variante einer Verdichtereinheit 14 mit einem anderen Belastungsmittel
21 dargestellt. Die in Bezug auf die Figuren 1 und 2 gemachten Ausführungen gelten
hier entsprechend, so dass auf eine wiederholte Beschreibung verzichtet werden kann.
Gleiche Bauteile wie in den Figuren 1 und 2 sind mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
Das Belastungsmittel 21 der Figur 3 ist eine Schenkelfeder 36, die aus einem Draht
besteht. Die Schenkelfeder 36 wirkt ebenfalls als Druckfeder. Die Schenkelfeder 36
sitzt wiederum im Rahmenteil 27 der Verdichtereinheit 14 und stützt sich gegen die
Achse 12 der Druckwalze 4 ab. Die Schenkelfeder 36 hat den Vorteil, dass sie in Achsrichtung
der Druckwalze 4 gesehen weniger Bauraum benötigt, so dass die Rahmenteile 27 eine
geringere Dicke aufweisen können. Hierdurch lassen sich auch Verdichtereinheiten 14
realisieren, die bei beengten Platzverhältnissen, insbesondere bei mit geringer Teilung
nebeneinander angeordneten Streckwerken, einsetzbar sind. In nicht dargestellter Ausgestaltung
kann wiederum vorgesehen sein, dass die Aufnahme 20 die Mantelhülse 33 umgreift. Bei
einer derartigen Ausgestaltung hat die Schenkelfeder 36 den Vorteil, dass sie bei
der geringen Bauhöhe zwischen der Mantelhülse 33 und der Unterwalze 3 eine größere
Andruckkraft der Verdichtereinheit 14 als die Schraubenfeder 25 erreichen kann.
[0025] Durch die gestrichelten Linien ist in Figur 3 eine weitere Variante eines Befestigungsmittels
21, nämlich ein Magnet 37, angedeutet. Der Magnet 37 stellt ebenfalls ein geeignetes
Belastungsmittel 21 für die Verdichtereinheit 14 dar und kann als Alternative zu der
Druckfeder 25 oder 36 verwendet werden.
[0026] Als zusätzliche Variante zu den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Verdichtereinheiten
14 kann es je nach Randbedingungen vorteilhaft sein, die Verdichtereinheit 14 in nicht
dargestellter Ausgestaltung derart abzuändern, dass die Leisten 30 und 31 sowie die
Rahmenteile 27 als einstückiges Bauteil gestaltet werden. Bei einer Gestaltung als
einstückiges Bauteil kann es vorgesehen sein, dass die zylindermantelförmigen Auflageflächen
17 und 18 nicht mehr getrennt sind, sondern sich im Bereich neben dem Bezug 34 fortsetzen.
Es kann somit auch nur eine einzige zylindermantelförmige Auflagefläche an der Verdichtereinheit
vorhanden sein, die sich von dem Bereich der Mittel 15 zum Umlenken bis in den Bereich
der Mittel 16 zum Umlenken erstreckt und die eine Aussparung für die Druckwalze 4
aufweist.
1. Streckwerk (1) zum Verziehen eines Faserverbandes (2) aus Stapelfasern mit einer antreibbaren
Unterwalze (3), wobei der Unterwalze (3) eine Druckwalze (4) zugeordnet ist, die mit
der Unterwalze (3) eine Klemmlinie (7) bildet, und wobei vor und nach der Klemmlinie
(7) wenigstens ein mechanisches Mittel (15, 16) zum Umlenken des Faserverbandes (2)
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15, 16) zum Umlenken des Faserverbandes (2) an der Druckwalze (4) befestigt
sind.
2. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15, 16) zum Umlenken des Faserverbandes (2) an der Achse (12) der Druckwalze
(4) befestigt sind.
3. Streckwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Achse (12) der Druckwalze (4) und den Mitteln (15, 16) zum Umlenken
eine Druckfeder (25; 36) angeordnet ist.
4. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das der Klemmlinie (7) vorgeordnete Mittel (15) zum Umlenken des Faserverbandes (2)
den Faserverband (2) aus der gedachten kürzesten Verbindungslinie zwischen einem Riemchenpaar
(5, 6) und der Klemmlinie (7) auslenkt.
5. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15, 16) zum Umlenken des Faserverbandes (2) in Richtung der Achse (12)
der Druckwalze (4) beweglich sind, um einer Changierung (B) des Faserverbandes (2)
folgen zu können.
6. Verdichtereinheit (14) für ein einen Faserverband (2) aus Stapelfasern verziehendes
Streckwerk (1) mit wenigstens einer konkaven zylindermantelförmigen Auflagefläche
für eine Unterwalze (3) des Streckwerks (1) und mit wenigstens zwei mechanischen Mitteln
(15,16) zum Umlenken eines im Streckwerk (1) verarbeiteten Faserverbandes (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtereinheit (14) eine Aufnahme (20) für ein Teil (12; 33) einer Druckwalze
(4) des Streckwerks (1) sowie wenigstens ein im Wesentlichen zur Mitte der zylindermantelförmigen
Auflagefläche (17; 18) wirkendes Belastungsmittel (21) enthält.
7. Verdichtereinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtereinheit (14) eine Aufnahme (20) für eine Achse (12) einer Druckwalze
(4) des Streckwerks (1) enthält.
8. Verdichtereinheit nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Belastungsmittel (21) als Druckfeder (25; 36) ausgebildet ist.
9. Verdichtereinheit nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Belastungsmittel (21) als Magnet (37) ausgebildet ist.
10. Verdichtereinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Mittel (15; 16) zum Umlenken des Faserverbandes (2) eine eigene konkave zylindermantelförmige
Auflagefläche (17; 18) zugeordnet ist.
11. Verdichtereinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine konkave zylindermantelförmige Auflagefläche (17; 18) beweglich in der Verdichtereinheit
(14) angeordnet ist.
12. Leiste für eine Verdichtereinheit (14) zum Verdichten eines in einem Streckwerk (1)
verzogenen Faserverbandes (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Leiste (30; 31) eine konkave zylindermantelförmige Auflagefläche (17; 18) für
eine Unterwalze (3) des Streckwerks (1) und einen tunnelförmigen Verdichtungskanal
(22; 23) aufweist.
13. Leiste nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiste (30; 31) sich zwei parallel zur Mittellinie der zylindermantelförmigen
Auflagefläche (17; 18) erstreckende Zapfen (32) aufweist.